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  Frage zu testament - nicht rechtlich sondern moralisch
   pmami
schrieb am 30.12.2018 13:03
Hallo,

vorweg - wie man rechtlich wasserdicht ein Testament aufsetzt, weiß ich und ich habe derzeit auch eines. Damit bin ich aber nicht so recht zufrieden. Das hat weniger rechtliche Gründe als eher moralische Gründe, die in unserer Patchworkfamiliensituation liegen.

Mein Mann und ich haben eine Eigentumswohnung. Eigentümer sind wir beide jeweils zur Hälfte. Die Wohnung haben wir vor zwölf Jahren gekauft, kurz bevor die Immobilienpreise durch die Decke gegangen sind. Heute ist diese Wohnung locker das dreifache des damaligen Kaufpreises wert, vielleicht sogar mehr. Wir scherzen manchmal, dass wir die Wohnung verkaufen und uns davon ein schönes Leben auf einer Südseeinsel finanzieren.

Die Wohnung ist noch nicht ganz abgezahlt, aber für uns beide mit einer fallenden Risikolebensversicherung abgesichert. Stirbt einer von uns, ist die Wohnung bezahlt. Ist die Wohnung irgendwann mal abbezahlt, fällt der Risikolebensversicherungsschutz weg.

Anderes Vermögen haben wir nicht. Es gibt zwar ein paar Euro auf einem Sparkonto, das würde aber dann für die Beerdigungskosten draufgehen. Ein Erbe von Eltern oder anderen verwandten haben wir beide auch nicht zu erwarten.

Der Glückskeks ist mein Sohn und der Stiefsohn meines Mannes. Mein Mann hat keine leiblichen Kinder. Der Glückskekskrümel ist unser gemeinsames Pflegekind und darf nichts erben, so lange wir ihn nicht adoptieren können, weil sowohl das Jugendamt (wegen des Pflegegeldes) als auch das Sozialamt (wegen der Sozialhilfe für seine leibliche Mutter) freudestrahlend die Hände aufhalten würden.

Mein Mann hat mich als seine Alleinerbin eingesetzt und für sich mit mir als Begünstigte eine zweite Risikolebensversicherung abgeschlossen. Ich bin im Falle des Falles versorgt.

Ich habe eine Kapitallebensversicherung mit Todesfallschutz. Begünstigt im Falle meines Todes ist aber der Glückskeks und dass soll erst einmal auch so bleiben, weil das Geld, das er bekommt, wenn ich sterbe den Unterhalt ausgleichen muss, den er ja jetzt von mir bekommt und der dann wegfällt. Das wird noch etwa drei oder vier Jahre so sein, bis er fertig ist mit studieren (er studiert seeeeehr langsam).

Danach lösen wir die Versicherung auf und lassen uns den Rückkaufswert auszahlen, das wird aber auch nicht sooooo viel sein. Diese LV war der größte Unsinn, den ich je verzapft habe. ich habe sie abgeschlossen, als der Glückskeks geboren wurde und habe nach über zwanzig Jahren immer noch kein break even. Egal. Anderes Thema. Jedenfalls bekommt mein Mann nix daraus, wenn ich sterben sollte.

Zur Zeit sind mein Mann und mein Sohn jeweils zur Hälfte meine Erben. Mein Mann hätte dann nach meinem Tod 3/4 der Wohnung und mein Sohn 1/4.

Dadurch, dass der Wert der Wohnung so immens gestiegen ist, müsste mein Mann aber praktisch nochmal den damaligen Kaufpreis finanzieren, wenn er meinen Sohn ausbezahlen müsste. Das wäre irgendwie ungerecht. Andererseits bringe ich es auch nicht übers Herz, meinem Sohn gar nichts zu hinterlassen. Wäre er der Sohn meines Mannes, wäre das anders. Dann wäre er auch nach dem Tod meines Mannes erbberechtigt. Das ist er so aber nicht. Natürlich würde mein Mann ihn nicht einfach übergehen. Sie haben schon ein enges Verhältnis. Aber das Leben schreibt die irrwitzigsten Geschichten. Zum Beispiel: Ich sterbe bei einem Autounfall, den mein Mann verschuldet hat. Oder mein Sohn. Und anschließend überwerfen sie sich wegen Schuldzuweisungen. Oder mein Mann beginnt eine Affäre mit der Freundin meines Sohnes. Oder er bekommt doch noch leibliche Kinder mit einer neuen Frau. Und, und, und ...

Rein rechtlich gibt es noch andere Lösungen. Vorausvermächtnis, Vorerbschaft.... Aber die beinhalten eine Beschränkung meines Mannes hinsichtlich der Wohnung. Er könnte sie nicht verkaufen. Im Augenblick will er das auch nicht. Wir wohnen hier gerne, fühlen uns sehr wohl und sind sehr glücklich. Aber vielleicht kann er irgendwann die vier Stockwerke nicht mehr hochlaufen. Oder bekommt Drillinge mit einer neuen Frau und der Platz reicht nicht mehr. Oder er wird furchtbar unglücklich, weil ihn hier alles an mich erinnert.

Also. Was würdet ihr tun? Alles dem Mann vererben und hoffen, dass der Sohn das nicht krumm nimmt? Halb und halb aufteilen und hoffen, dass sie sich nicht streiten und die Wohnung nicht zwangsverkauft werden muss?

Viele Grüße pmami


  Re: Frage zu testament - nicht rechtlich sondern moralisch
no avatar    patty 2
Status:
schrieb am 30.12.2018 14:00
Huhu,

ich würde jetzt nichts verändern, da sich dein Sohn in der ungünstigeren Lebenssituation befindet. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat dein Sohn seine Ausbildung noch nicht abgeschlossen. Somit hat er noch keine realistische Chance auf ein regelmäßiges Gehalt und somit kann er nur unter anstrengenden Bedingungen sein Leben (Wohnung, Essen usw.) finanzieren.

Zitat

Dadurch, dass der Wert der Wohnung so immens gestiegen ist, müsste mein Mann aber praktisch nochmal den damaligen Kaufpreis finanzieren, wenn er meinen Sohn ausbezahlen müsste. Das wäre irgendwie ungerecht.

Vielleicht wäre das so, allerdings ist dein Mann nicht dadurch moralisch im Nachteil. Hätte er ohne dein "Vermögen" diese Wohnung damals kaufen können? Zusätzlich steht er im Leben mit einem Job, ist sicherlich kreditwürdig und hat durch die Steigerung der Wohnungspreise sicherlich keinen finanziellen Verlust. Er hat aus meiner Sicht die "bessere" Startposition. Wichtig wäre mir allerdings, wer wird deinem Sohn, bei diesem gedachten schrecklichen Verlust, zusätzlich zur Seite stehen?

Liebe Grüße
Patty


  Re: Frage zu testament - nicht rechtlich sondern moralisch
   pmami
schrieb am 30.12.2018 14:47
Zitat
patty

ich würde jetzt nichts verändern, da sich dein Sohn in der ungünstigeren Lebenssituation befindet. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat dein Sohn seine Ausbildung noch nicht abgeschlossen. Somit hat er noch keine realistische Chance auf ein regelmäßiges Gehalt und somit kann er nur unter anstrengenden Bedingungen sein Leben (Wohnung, Essen usw.) finanzieren.

Ja, das ist richtig. der Große ist noch (mitten) im Studium. Allerdings bekommt er für das Studium ja meine Lebensversicherung und er hat noch einen leiblichen Vater, der ihm das Studium auch mitfinanzieren muss und das auch tut.

Zitat
patty
Vielleicht wäre das so, allerdings ist dein Mann nicht dadurch moralisch im Nachteil. Hätte er ohne dein "Vermögen" diese Wohnung damals kaufen können? Zusätzlich steht er im Leben mit einem Job, ist sicherlich kreditwürdig und hat durch die Steigerung der Wohnungspreise sicherlich keinen finanziellen Verlust. Er hat aus meiner Sicht die "bessere" Startposition

Hmmm, ohne mich hätte er damals nicht gekauft. Und wir haben die Wohnung gemeinsam finanziert, sprich, ohne mein Einkommen hätte er es auch nicht alleine stemmen können (ich natürlich umgekehrt ohne seine Einkommen auch nicht). Allerdings fällt ja im Falle des Falles nicht nur mein Einkommen weg, mein Mann wäre dann auch plötzlich alleinerziehender vater eines (nicht ganz einfachen) siebenjährigen Kindes und müsste vermutlich zumindest für einige Jahre seine Arbeitszeit reduzieren. was auch unproblematisch möglich wäre, weil er im Ö-Dienst arbeitet, aber es würde weitere finanzielle Einbußen bedeuten.

Zitat
patty
Wichtig wäre mir allerdings, wer wird deinem Sohn, bei diesem gedachten schrecklichen Verlust, zusätzlich zur Seite stehen?

So gesehen mache ich mir um den Großen eigentlich am wenigsten Sorgen. Er hat einen Vater, zu dem er eine enge Bindung hat und noch Familie im weiteren Sinne (Onkel, Tanten, Großeltern, Cousins etc.). Außerdem hat er einen sehr langjährigen stabilen Freundeskreis. Einer seiner Freunde hat vor einigen Jahren tatsächlich seine Mutter verloren, so dass es innerhalb seines Freundeskreises sogar Erfahrungen mit derartigen Schicksalsschlägen gibt.

Für meinen Mann wäre es emotional sicherlich schwieriger. Noch schwieriger wäre es vermutlich für den Kleinen, der ohnehin Verlustängste bedingt durch seine Biographie hat. Aber das könnte ich ja gar nicht beeinflussen.

So gesehen, wird mir einfach gar nicht passieren und basta. Dann brauche ich auch kein Testament Vertrag zwinker

Viele Grüße pmami


  Re: Frage zu testament - nicht rechtlich sondern moralisch
   Blüte
schrieb am 30.12.2018 15:16
Zitat

So gesehen, wird mir einfach gar nicht passieren und basta. Dann brauche ich auch kein Testament Vertrag zwinker

Prima Lösung! Ich habe nach diesem wirklich üblen Jahr auch ein mindestens 10-jähriges Sterbeverbot in der Familie verhängt, an das sich alle halten müssen.....

Und abgesehen davon... hast du mal mit deinem Mann und deinem Sohn darüber gesprochen. Unabhängig voneinander und auch zu dritt?

Ich denke das Problem ist nämlich, dass du gerade versuchst ALLE Eventualitäten zu berücksichtigen und das kannst du nicht. Es gibt immer ein neues Szenario, auf das du dich nicht vorbereitet haben könntest.

Vielleicht sagt dein großer Sohn ja: "Mama, vererbe alles deinem Mann, das passt schon. Ich habe ja noch meine leibliche Familie, abgesichert bin ich ja."

Und das ist so aus dem Bauch raus auch die Entscheidung, zu der ich tendieren würde, wenn ich alles verstanden habe. Dein großer Sohn wäre abgesichert über deine Lebensversicherung und seinen leiblichen Vater, dein Mann hätte mit dem Kleinen und den finanziellen Einbußen sowieso schon zu kämpfen und bräuchte sicher keine weiteren finanziellen Bealstungen.

Aber alles in allem, siehe oben: Gesund bleiben, weiterleben und irgendwann, wenn die Kinder selbständig, erwachsen und gefestigt sind, alt und lebenssatt sterben.

Liebe Grüße,

Blüte


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  Re: Frage zu testament - nicht rechtlich sondern moralisch
   Impala-34
Status:
schrieb am 30.12.2018 18:35
Hi Pmami,

auch moralisch ist das was Du willst, nämlich Deinen Mann und Deinen Sohn absichern absolut okay und ohne weiteres doch auch rechtlich machbar. Warum macht ihr kein gemeinschaftliches Testament mit entsprechender Bindungswirkung. Dann könntet Ihr Euch gegenseitig als Erben einsetzen und Du könntest entsprechende Auflagen machen, z.b für den Fall der Wiederverheiratung Deines Mannes oder den Verkauf der Wohning oder weitere Kinder oder oder oder. Oder machst Deinen Sohn zum (Mit) erben und belastest seinen Miterbenanteil mit einem Nießbrauch an der Wohnung zugunsten des Mannes z.B. Zeitlich befristet oder bis zur Wiederverheiratung/Aufnahme einer gefestigten LG etc. Möglichkeiten gibt es wirklich genug. Und auch wenn ich weiß, dass Du selbst „vom Fach“ bist, ist das Erbrecht doch sehr speziell, so dass ich den Termin bei einem Notar sinnvoll für Euch fände.

LG Impala


  Re: Frage zu testament - nicht rechtlich sondern moralisch
   pmami
schrieb am 31.12.2018 16:11
Danke für Eure Anregungen!

ja, ich habe mit dem Glückskeks gesprochen. er ist eher von der chilligen Sorte. Einer, der ein ganzes Jahr nach Australien geht und nicht einmal ein Handtuch einpackt. Er hat nur mit den Schultern gezuckt und gesagt "Null Problemo, mach das, wie Du willst".

Aber mir fällt es einfach sehr schwer, ihm nichts zu hinterlassen. Obwohl ich das bei dem Kleinen ja auch tue. Insofern wäre es ja geradzu gerecht, beiden nichts zukommen zu lassen.

Hach, ich weiß einfach nicht.

Ich glaube, ich werde doch mal einen Notar ansprechen. Mal inoffiziell bei einem Mittagessen. Dann kann ich ja hören, ob es doch noch Tricks und Kniffe gibt, auf die ich noch nicht gekommen bin.


Viele Grüße pmami


  Re: Frage zu testament - nicht rechtlich sondern moralisch
   Tiffy27
Status:
schrieb am 31.12.2018 16:46
Hallo pmami,

ich sehe das Ganze etwas anders: Ich finde dein Mann wäre in der schwierigeren Position. Denn er müsste ja das Kind erziehen und wäre plötzlich alleinerziehender Vater des Kleinen.
Zudem hat dein großer Sohn ja dann das Vermögen aus der Kapitallebensversicherung und den leiblichen Vater. Bis 25 bekommt er ja sicher noch Kindergeld zusätzlich, muss sich nicht KK versichern etc. - da kommt man als Student doch gut über die Runden. Und ewig wird das Studium ja nicht dauern zwinker Außerdem macht man sich in dem Alter ja keinen Kopf so lange man über die Runden kommt. Das ist als verwitweter alleinerziehender Vater sicher anders...

Ich finde es immer ideal ein Objekt nicht teilen zu müssen. Also klipp und klar, dein Mann erbt die Wohnung, Sohn das Geld. Sonst könnte Streit vorprogrammiert sein. Und es ist immer schade wenn Objekt dann verkauft werde muss. Bei einem guten Verhältnis wird dein Mann ja wenn nötig vielleicht auch freiwillig deinen Sohn unterstützen falls es notwendig sein sollte.
Außerdem ist es gerechter für das Pflegekind, das ja auch älter wird, wenn einfach dein Mann die Wohnung erbt erscheint mir.


Ich finde es auch immer schwierig so viel für die nächste Generation vorzudenken. Mein Schwiegervater, den ich aber nie kannte, hat alles mögliche regeln wollen, dass das Haus nie jemand außer seiner Tochter oder deren Kinder (aber nur eheliche!) besitzen darf und es nie verkauft werden darf. Weder sie noch die Tochter wollten es aber besitzen etc.


LG Tiffy


  Re: Frage zu testament - nicht rechtlich sondern moralisch
   kathie2120
schrieb am 02.01.2019 23:12
IDa ja anscheinend eine Meinung gefragt war (ok, das mit den Stiefkindern war mir neu)

ich würde den Sohn nicht enterben, denn wenn die Wohnung den wesentlichen Anteil des Vermögens darstellt, dann kommt es dem in meinen Augen gleich.
Ich würde den Anteil mit einem Nießbrauchrecht für den Mann versehen, damit es zu Lebzeiten deines Mannes bzw. so lange er di eWohnung nutzt (selber oder vermietet) keine Streiterei gibt. Ich bin aber auch mehr der Typ "Spatz in der Hand" als "Taube auf dem Dach..."

Meine Eltern hatten auch lange ein "Berliner Testament", haben es später geändert. So kassiert der Staat ggf. nämlich doppelt.

Immobilien können wirklich Probleme beim Vererben machen, ein ehem. Kollege von mir hat eine "popelige" Doppelhaushälfte im Wert von inzwischen 2,3 Mio, weil das zugehörige Grundstück verhältnismäßig groß ist... Viel Spaß bei der Erbschaftssteuer... (solche Probleme hätte ich auch mal gerne smile )

Aber ich denke, eine Beratung bei einem entsprechend spezialisierten RA ist sicher die beste Idee.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.01.19 17:13 von kathie2120.


  Re: Frage zu testament - nicht rechtlich sondern moralisch
   Impala-34
Status:
schrieb am 03.01.2019 10:26
Zitat
kathie2120
Ich habe ein paar Gedanken, die dir vielleicht weiter helfen, ohne da eine vollständige Lösung zu bieten

- Bedenke die Erbschaftssteuern, vor allem bei dem Werteanstieg der Wohnung und der Neubewertung von Immobilien, könnte dein Mann als Alleinerbe über den Freibetrag kommen

- Ist dein älterer Sohn denn von deinem Mann adoptiert? - wenn nicht, dann wäre er bei ihm nicht automatisch erbberechtigt und hätte auch später deutlich niedrigere Freibeträge

- selbst wenn du die Wohnung deinem Mann vererbst, könnte dein Sohn seinen Pflichtteil einfordern, das wäre in eurem Fall 50%, da müsste dein Mann dann auch ausbezahlen...

- Hast du mal über Nießbrauch nachgedacht? Du könntest Deinem Sohn die Hälfte von deinem Anteil vererben und den Nießbrauch entsprechend festlegen. Solange dein Mann die Wohnung behalten will, ist sie sein zur Nutzung. Sollte er sie verkaufen wollen, dann bekommt dein Sohn seinen Anteil eben ausbezahlt.

Aber ich denke, eine Beratung bei einem entsprechend spezialisierten RA ist sicher die beste Idee.

Liebe Kathie,

pmami weiß das sicher alles selbst, da sie ja selbst vom Fach ist, aber hier lesen auch andere mit und ein paar Sachen die Du schreibst sind leider rechtlich falsch, so dass ich sie kurz richtig stellen möchte:

Zitat
kathie2120
- Bedenke die Erbschaftssteuern, vor allem bei dem Werteanstieg der Wohnung und der Neubewertung von Immobilien, könnte dein Mann als Alleinerbe über den Freibetrag kommen

Grundsätzlich ein guter Rat, allerdings beträgt der Freibetrag für Ehegatten 500.000,00 €. Die Wohnung müsste mithin, da pmami nur die Hälfe vererben würde über 1.000.000 € wert sein. Außerdem ist das selbstbewohnte Eigenheim, wenn es 10 Jahre weiter vom Ehepartner oder Kind bewohnt wird ebenfalls steuerfrei (und es kleiner ist als 200 qm).

Zitat
kathie2120

- Ist dein älterer Sohn denn von deinem Mann adoptiert? - wenn nicht, dann wäre er bei ihm nicht automatisch erbberechtigt und hätte auch später deutlich niedrigere Freibeträge
.

Es stimmt, dass der Stiefsohn nicht "automatisch" erbberechtigt ist, sondern testamentarisch eingesetzt werden müsste. Was nicht stimmt sind die niedrigeren Erbschaftssteuerfreibeträge. Stiefkinder haben die gleichen Freibeträge wie leibliche Kinder (nämlich 400.000,00 €)

LG

Impala


  Re: Frage zu testament - nicht rechtlich sondern moralisch
   Joaninha
schrieb am 04.01.2019 10:36
Es liest sich für mich so, als würdest Du Deinem zweiten Sohn gerne etwas hinterlassen, wenn Dir nicht die Hände gebunden wären. Wenn das der Fall ist, würde ich auf "ideelle" Gerechtigkeit setzen. Das würde für mich so aussehen, dass ich bestmöglich die Zukunft der bislang schwächsten Mitglieder der Familie absichere. Daher:

- Sohn 1 soll zu Ende studieren können, sich evtl. ein Auslandsjahr leisten können, evtl. ein kleines Polster für sonstige Sonderausgaben haben. Er bekommt die Lebensversicherung.
- Sohn 2 soll im Rahmen des überhaupt Möglichen eine geborgene Kindheit haben, weshalb ich das Meine dafür tun würde, dass räumliche Kontinuität gegeben ist (Vater und Sohn können nach Deinem Tod in der Wohnung bleiben) und dass der Vater finanziell entlastet ist, so dass er ggf. Arbeitszeit reduzieren kann, um sich intensiv um Deinen Sohn kümmern zu können. Ein finanziell sorgenfreier und flexibler Vater wäre sozusagen das Erbe, das ich meinem zweiten Sohn hinterlasse. Dein Mann würde in meinem Modell daher die Wohnung bekommen.

Wenn die Zukunft beider Söhne geklärt ist, würde ich dann nachjustieren und eher materielle Gerechtigkeit anstreben. Doch so, wie die Dinge momentan liegen, scheint mir die Zukunftssicherung der Kinder Priorität zu haben.


  Re: Frage zu testament - nicht rechtlich sondern moralisch
   pebbles30
schrieb am 06.01.2019 19:30
Hier kehr langsam wieder Ruhe ein.

Zum Thema Testament habe ich mal einen interessanten Artikel gelesen, das wir uns in Deutschland damit so schwer tun, weil es nach zwei Weltkriegen lange nicht viel zu vererben gab.
In anderen Ländern ist es wohl normaler ein Testament zu machen und zwar nicht für die Ewigkeit sondern immer wieder an die Lebenssituation angepasst.

Irgendwann habe ich mal meiner Mutter erzählt das wir jetzt endlich unseres gemacht haben und das erste was ihr einfiel war, schreibt ja rein, wenn ein Kind seinen Pflichtteil verlangt bekommt es später auch nur noch einen pflichtteilt!
Da habe ich sie gefragt ob sie etwas spinnt, mein Großer war zu dem Zeitpunkt keine zwei Jahre alt.
Da kam auf einmal, ja es ist ja sowieso sinnvoller alle paar Jahre mal ein neues Testament zu machen.



Zu deiner Situation, momentan kann euer Zwerg nix erben. Der braucht aber einen Vater, wenn dir etwas passiert. Somit erbt der Vater nicht die Wohnung, sondern ein Wohnrecht von dir.
Das kann in einigen Jahren ganz anders aussehen, ihr könnt das Kind adoptieren, das Kind rastet in der Pubertät so aus, das ein normales Leben nicht mehr möglich ist und kann nicht mehr bei euch leben.
Der Große heiratet vielleicht und seine Frau wird schwerkrank oder er steht alleine mit zwei Kindern da und braucht dann mehr von euch.
Das sind alles Situationen wo man sein Testament neu schreiben sollte.
Hinterlegt man das nur beim Amtsgericht, ist das ja auch deutlich günstiger als beim Notar.
wobei auch nix dagegen spricht, sein Testament daheim zu haben oder in deinem Fall in der Kanzlei zu hinterlegen.

Wenn der Zwerg größer ist, kann man auch weiter sehen, was geschieht.
Neulich habe ich es Maral geschrieben, sie darf ihrem Kind nichts hinterlassen sondern muss dem Kind ein Vermächtnis hinterlassen, damit der Vater nicht ran kommt.
Kann man ein Vermächtnis auch machen, damit das Jugendamt/Sozialamt nicht ans Geld kommt? Kind bekommt Summe X für Führerschein und Wohnungseinrichtung?
Informiere dich doch mal über sowas.


wie sieht dein Mann es überhaupt?
wenn er stirbt, sollst du dann die Wohnung bekommen oder die Kinder oder bekommt dann seine Familie etwas von ihm?
Auch das solltet ihr bedenken. Stirbst du vor deinem Mann, erbt seine FAmilie ohne Testament.
Wem möchte er die Wohnung hinterlassen?
Ich weiß von einem kinderlosen Ehepaar da war klar, das Haus fällt wieder an seine Familie, nach ihrem Tod, weil es sein Elternhaus war.



Aber in eurer Situation kann man kein Testament machen, das alles regelt. Ihr könnt immer nur ein zu den jetzigen Lebensumständen passendes Testament machen.



Vg pebbles




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