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  Gebärmutterentfernung
avatar  Aquarium1983
Status:
schrieb am 25.10.2018 13:51
Hallo zusammen,

ich muss mir meinen Kummer einmal von der Seele schreiben, ich weiß grad nicht wohin mit mir und all den Gefühlen.
Es steht schon im Betreff: Mir musste gut drei Wochen nach der Geburt die Gebärmutter entfernt werden. Unser Sohn musste nach einer von Komplikationen überschatteten Schwangerschaft per Notsectio geholt werden. Meine Gebärmutter war gerissen. Grund dafür war eine Narbe durch eine Myom-OP im Jahr 2012. Wir hatten großes Glück, dass unser Sohn so schnell geholt werden konnte. Wir waren dann gerade mal 10 Tage zuhause, als ich plötzlich wieder sehr starke Blutungen bekam, die aber nur 1x am Tag auftraten und dann wieder weniger wurden. Beim dritten Mal, das war von Samstag auf Sonntag, kam mir das aber sehr komisch vor und wir sind ins KKH gefahren. Da ging es mir vom Kreislauf her schon nicht so gut, weil relativ viel Blut lief. Im US sahen die Ärzte allerdings nichts, lediglich Eibläschen am rechten Eierstock und es wurde vermutet, dass ich bereits meine Tage bekommen habe. Ich wurde stationär aufgenommen und erhielt Oxytocin. Am Sonntag selbst waren die Blutungen recht moderat und ich fühlte mich ganz gut, aber von Sonntag auf Montag wurden sie wieder deutlich stärker und ich bekam Schmerzen, die sich aber so anfühlten wie starke Regelbeschwerden, weshalb ich mir nicht so viel dabei gedacht habe. Am Montag in der Früh wurde die Blutung allerdings so stark, dass ich alleine nicht mehr zurück in mein Bett kam, weil mir plötzlich furchtbar schwindlig wurde. Meine Zimmerkollegin drückte für mich den Knopf und half mir zurück ins Bett. Der Schwester konnte ich dann grad noch sagen, dass mir furchtbar schwindlig ist und dann bin ich kollabiert. Ich hatte einen hämorrhagischen Schock erlitten aufgrund des Blutverlustes und Kreislaufversagen. Ich war wohl einige Zeit weg. Als ich wieder aufgewacht bin waren ziemlich viele hektische Ärzte um mich rum und ich würde sofort in den OP verfrachtet. Aufgewacht bin ich Stunden später wieder auf der Intensivstation, ohne Gebärmutter. Die Ärzte haben mir dann erklärt, dass diese erneut gerissen ist und dabei auch die Aorta angerissen ist, weshalb ich so viel Blut verloren habe. Das Gewebe meiner Gebärmutter war an einigen Stellen abgestorben, teils eitrig entzündet. Man hätte sie wirklich nicht mehr retten können.
Ich habe drei Tage auf der Intensivstation verbracht. Mich hat dieses Erlebnis ziemlich mitgenommen, nicht nur aufgrund der Tatsache, dass ich nun keine Gebärmutter mehr habe, sondern auch, weil ich an dem Tag auch hätte sterben können.

Ich kämpfe nun mit diesen widersprüchlichen Gefühlen. Einerseits die große Freude über unseren süßen Sohn, für den wir 5 lange Jahre kämpfen mussten. Auf der anderen Seite hadere ich zum einen mit der schwierigen Schwangerschaft, die ich leider an Woche 21 nicht mehr genießen konnte, mit dem Geburtserlebnis und nun mit dem Verlust der Gebärmutter. Wir wollten immer mind 2 Kinder, ein Einzelkind konnte ich mir nicht vorstellen. Andererseits hatte es mit der Schwangerschaft erst beim 9. Transfer geklappt, wir hatten uns schon mehrmals mit dem Gedanken konfrontiert gesehen, dass wir nie Kinder haben werden.

Ich fühle mich betrogen um eine sorglose Schwangerschaft, um ein schönes Geburtserlebnis und um das Glück, dass ich eigentlich empfinden sollte, weil wir ein Kind bekommen haben. Ich kann die Zeit jetzt nicht wirklich genießen, ich hadere mit dem Gedanken, dass es nun einfach vorbei ist, dass ich nie wieder schwanger werden kann, dass unsere Kryos keine Chance mehr haben, dass unser Sohn nie großer Bruder werden wird.
Dabei sollte ich doch glücklich sein, DASS ich überhaupt ein Kind habe.
Gleichzeitig habe ich nun auch furchtbar Angst, was jetzt noch auf mich zukommt, was es bedeutet, ohne Gebärmutter zu sein, ob noch unerwünschte Begleiterscheinungen auftreten.
Ich werde nie wieder meine Tage haben...sogar das empfinde ich momentan als unerträglich.
Es herrscht einfach ein ganz großes Gefühlschaos in mir.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.10.18 10:51 von Aquarium1983.


  Re: Gebörmutterentfernung
no avatar
  IchDuErSieEs
schrieb am 25.10.2018 14:20
Hallo Aquarium,
ich weiß nicht wirklich was ich dir schreiben soll..dein Bericht trifft mich tief (auch weil ich deine Kiwu-Geschichte hier im Forum mitverfolgt habe..) und habe wirklich ein paar Tränchen in dne Augen. Es tut mir so unendlich leid mit dem ganzen Geschehen, Ablauf, dass es so hektisch und allem war. Dass du deine Schwangerschaft zum großen Teil nicht genießen konntest, dass du keine Gebärmutter mehr hast,etc. traurig
Weißt du schon ob du dir evtl. eine Beratung suchen (Pro Familia, etc) möchtest um über diese Erlebnisse die du verarbeiten musst irgendwie sprechen zu sprechen? Die dir bei deinem Gedankenchaos entwirren helfen können? Frauenkliniken, etc haben bestimmt Tipps für Ansprechpersonen an die du dich wenden kannst.

Alles alles Gute und gute Besserung damit du bald aus dem KH kommst! knuddel


  Re: Gebörmutterentfernung
avatar  Kirschblüte89
Status:
schrieb am 25.10.2018 14:38
Liebe Aquarium,

unsere Geschichten sind nicht die selben, aber ich kann mir sehr gut vorstellen welchen Schmerz und welches Trauma das für dich bedeutet.
Mir selbst fällt es schwer über meine Erlebnisse zu schreiben, aber ich möchte deinen Beitrag nicht unkommentiert lassen, weil es mich auch sehr mitnimmt.

Unsere Zwillingssöhne sind 2015 zu früh geboren und gestorben. Somit war die Schwangerschaft mit unserer Erdentochter oft sehr belastet, ich musste operiert werden, lag irgendwann stationär mit Wehenhemmer und Lungenreife und rieseger Angst um unser Baby.
Ich habe deine Beiträge verfolgt und mit dir mitgelitten und mich gefreut, dass letzlich alles gut gegangen ist und ihr euer Wunder im Arm halten dürft.

Ich kann dieses Gefühl um eine sorglose, normale Schwangerschaft betrogen worden zu sein, sehr gut nachvollziehen. Es ist so unwiederbringlich.

Auch die Geburt unsere Tochter war sehr dramatisch. Auch sie hätten wir um haaresbreite verloren und um mich selbst stand es zeitweise auch nicht gut.
Aufgrund vorzeitiger Plazentalösung war auch ein Not-KS erforderlich. Wie die Oberärztin am nächsten Morgen mitteilte, wohl Rettung für beide in letzter Sekunde.
Um meine Gebärmutter musste wohl auch gekämpft werden. Da hatte ich aber Glück und sie konnte erhalten werden.

Dennoch wird unsere Tochter Einzelkind bleiben, da ich bei bei beiden Geburten eine vorzeitige Plazentalösung hatte. Irgendetwas stimmt da bei mir nicht. Wir werden dieses Risiko nicht mehr eingehen.

Und so stand ich dann im Januar 2017 mit diesem Wunder im Arm, aber es kam und kam keine Freude auf. Ganz zu Schweigen vom Genießen der Zeit. Ich spürte anfangs lediglich Erleichterung. Erleichtert darüber, nicht mehr um das Leben unserer Tochter kämpfen zu müssen. Aber mit riesiger Überforderung und großem Trauma. Hinzu kamen noch große Verlustängste. Zusätzlich auch noch der Druck und das schlechte Gewissen, es doch endlich zu genießen und glücklich zu sein.
Aber das passiert leider nicht auf Knopfdruck.

Letztlich "hilft" einem die Zeit. Irgendwann kommt Glück und das Genießen auf. Und irgendwann ist man doch wieder in einem Loch. Man empfindet alles als unfair, man möchte auch so sorglos, fröhlich und glücklich sein, wie andere. Das ist das Päckchen, welches man dann mit sich trägt.

Für mich war es auch wichtig, dass mal so sagen zu dürfen: ich und mein Kind sind fast gestorben, es ist verdammt nochmal nicht alles gut!

Meine Hebamme sagte immer: viel Kuscheln, das hilft beiden das Trauma zu verarbeiten. Und letztlich hat das bei uns unsere Tochter übernommen: Sie hat unheimlich viel Körperkontakt "gefordert". Sie hat die ersten 6 Monate nur auf mir gewohnt, Tag und Nacht.
Es war sehr anstrengend, aber rückblickend kann ich sagen, dass diese viele Nähe, das viele Kuscheln und Zusammensein mit meinem Baby Balsam für meine Seele war.

Aber ich bin ehrlich: ich hadere immer noch sehr damit, die Anfangszeit nicht genossen zu haben.

Aber laut meiner Psychologin sind das auch zu hohe Erwartungen, die ich da an mich habe. Mit dem was man durchgemacht hat, kann man eben nicht mehr sorgenfrei genießen.

Also rate ich dir: viel viel Kuscheln mit dem Kleinen.Wir hatten damals das Bonding auch nochmal "nachgeholt": Baby nach dem Bad auf die nackte Brust, mit Decken und Handtücher eingekuschelt.
Und viel reden. Mit deinem Mann, deiner Hebamme, und vielleicht auch mit einem Psychologen. Es ist ein Trauma, was verarbeitet werden muss.

Es tut mir unendlich Leid, dass du das so erleben musstest.

Liebe Grüße
Kirschblüte


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.10.18 14:42 von Kirschblüte89.


  Re: Gebörmutterentfernung
no avatar
  PitPat
schrieb am 25.10.2018 22:13
Ach Du meine Güte, Deine Geschichte schnürt mir die Kehle zu traurig Du tust mir so Leid! traurig

Ich verstehe Dich gut, teilweise habe ich Ähnliches erlebt.

Wir haben vier Jahre auf unseren Sohn warten müssen, ich musste während der Schwangerschaft 10 Wochen lang liegen wegen eines verkürzten Gebärmutterhalses...er schlief im ersten Jahr leider nur sehr schlecht und ich war im ersten Jahr todunglücklich traurig Heute vermute ich, dass ich wohl eine unerkannte postnatale Depression hatte traurig Die Zeit kommt leider nicht mehr wieder.

Die Versuche für ein Geschwisterchen schlugen leider fehl, eigentlich war es bei uns auch anders geplant...

Und als unser Sohn ca. 8 war, wurden meine Myome (und die Blutarmut) so schlimm, dass ich mich nach langer Überlegung und dem Einholen einer zweiten ärztlichen Meinung schließlich zur Hysterektomie entschloss...ich konnte die Schmerzen und das Dauerbluten einfach nicht mehr länger ertragen.

Die OP ist jetzt fast 3 Jahre her und meine Lebensqualität hat enorm zugenommen (kein Blut mehr...)

Unser Sohn ist jetzt fast 10 und ich hole unser Kuscheln aus dem ersten Jahr, das irgendwie auch zu kurz gekommen ist (ich erinnere mich kaum daran, ist alles wie im Nebel - auch durch den Schlafmangel...), immer noch nachsmile

Ansonsten gibt es hier bei der Volkshochschule die Möglichkeit, Beckenbodengymnastikkurse zu belegen, das kann man eigentlich immer brauchen...vielleicht gibt es sowas bei Euch auch?

Ich verstehe Dich sehr gut und wirklich helfen tut leider nichts...außer der Zeit. Hab Geduld mit Dir!

Alles Liebe!


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  Re: Gebörmutterentfernung
avatar  Chrischtl
Status:
schrieb am 25.10.2018 23:20
Liebe Aquarium,

was ein Bericht... Ich bin schockiert und fassungslos darüber was dir da widerfahren ist. Das ist eine riesengroße Scheiße und gleichzeitig hast du quasi „Glück“ gehabt, dass du überlebt hast.

Ich versuche mal die verschiedenen Ebenen etwas zu sortieren:

1. Man darf überglücklich über sein Kind sein und trotzdem unglücklich über die Rahmenbedingungen der Schwangerschaft, der Geburt etc. Und da lässt du dich am besten auch nicht mundtot machen von wegen „Hauptsache dem Kind geht’s gut“. Jede geweinte Träne hat ihre Daseinsberechtigung und rede, rede, rede! Das will einfach verarbeitet werden und falls du andere Mütter kennst, schütte ihnen dein Herz aus. Du wirst dann schnell merken wieviele Frauen damit ebenfalls hadern.

2. Der Verlust deiner Gebärmutter ist wirklich ganz grauenhaft. Das tut mir ehrlich von Herzen leid. Und die Tatsache, dass du da ja auch kein Mitspracherecht bei dem Eingriff hattest, macht es nur umso schwerer. Auch wenn man objektiv weiß, dass es sowieso keine Wahl gab ist es doch körperlich fast „vergewaltigend“. Natürlich nicht im rechtsbrechenden Sinne. Ich denke da hilft letztlich nur Zeit und die Hoffnung, dass es morgen ein klitzekleines bisschen weniger weh tut als heute.

3. You survived! Wie wundervoll ist das denn? Du hast eine möglicherweise todbringende Krankheit überlebt. Nimm es vielleicht als Chance mit neuem Blick in deine Zukunft zu sehen. Zu erkennen, was da noch fantastisches auf dich wartet. Führe dir vor Augen was du bereits alles geschafft hast: die KiWu Phase, die schwere Schwangerschaft, die Geburt, die Not-OP... Vielleicht schaffst du es irgendwie daraus Kraft zu entwickeln und sie in Stärke umzuwandeln.

Ich wünsche dir alles alles Gute!

LG Chrischtl


  Re: Gebörmutterentfernung
no avatar
  RoteBeete
schrieb am 26.10.2018 22:42
Liebe Aqua,

Ich kann gar nicht viel sagen, außer dir eine virtuelle Umarmung schicken, wenn du möchtest.

Ansonsten schliesse ich mich bei Christls Punkt 3 an. Es ist wundervoll, dass du das überlebt hast, dass du deine KiWuZeit überlebt hast und, dass jetzt alles anders, aber trotzdem was Gutes kommt. Du hast so viel geschafft, der Verlust der Gebärmutter ist furchtbar, aber du wirst das was kommt schaffen, weil du schon die Fähigkeiten erworben hast. Es ist so unfair und doch glaube ich daran, dass dein Leben dir für all die Qualen ein Geschenk bringt. Noch etwas was du bestellt hast, aber deswegen nicht minder bedeutend.

Deine
RoteBeete


  Re: Gebörmutterentfernung
no avatar
  Milest
Status:
schrieb am 26.10.2018 23:12
Liebe Aqua
Ich bin gerade durch Zufall über deinen Beitrag gestolpert und wollte jetzt nicht einfach „verschwinden“.
Ich bin absolut fassungslos und geschockt. Es tut mir unendlich leid.
Ich würde das alles nicht allein verarbeitet bekommen. Ich hoffe,, du hast Familie und Freunde um dich, die dir zuhören. Vielleicht kann dein Krankenhaus oder deine Hebamme Dir auch Adressen von guten Therapeuten nennen.
Alles alles Gute für euch drei
Milest


  Re: Gebörmutterentfernung
avatar  Aquarium1983
Status:
schrieb am 28.10.2018 11:28
Ihr Lieben, vielen Dank für eure aufmunternden Worte. Ich hoffe sehr, dass ich das alles gut verarbeiten kann und bald wieder ein sorgenfreies und unbeschwertes Leben führen kann. Momentan bin ich auch durch meine körperliche Verfassung sehr eingeschränkt, das belastet mich zusätzlich, da ich mich endlich mal wieder richtig fit und aktiv fühlen möchte. Gerade habe ich das Gefühl, den Alltag nicht richtig bewältigen zu können. Aber bestimmt geht es bald aufwärts.
Was mir gerade sehr zusetzt, ist das Stillen. Vor der OP hat es super funktioniert. Durch die OP hat mein Körper die Milchbildung vorübergehend eingeschränkt und ich hätte die Tage auf der Intensivstation ohnehin nicht für mein Kind sorgen können. In der Zeit hat er viel aus der Flasche getrunken und auch danach noch, bis meine Milch langsam wieder gekommen ist. Nun ist er aber schon so an die Flasche gewöhnt...wir versuchen ihn gerade, wieder zu entwöhnen, aber gerade nachts hat er dauernd Hunger. Ich bräuchte die Nächte auch dringend für mich und ich fühle mich so schlecht, wenn wir ihm dann doch ein Fläschchen geben. Vor der OP war das so schön...

Kirschblüte, es tut mir furchtbar leid, dass du so einen schweren Weg hinter dir hast. Der Verlust deiner Zwillinge ist schrecklich. Aber du klingst sehr stark.
Ich vertraue jetzt auch auf die Stärke, die ich im Laufe der Jahre schon bewiesen habe.
Ob ich eine Therapie machen möchte, weiß ich noch nicht. Mal sehen, wie ich alleine mit mir damit zurecht komme...bisher habe ich alles mit mir alleine ausgemacht, aber vielleicht waren das jetzt auch zu viele Ereignisse in zu kurzer Zeit. Mal sehen, wie es die nächsten Wochen noch so geht.


  Re: Gebörmutterentfernung
no avatar
  littlemeamy
Status:
schrieb am 28.10.2018 12:19
[google][/google]Liebe Aquarium,

was fur eine traumatische Erfahrung. Ich kann mich da nur den anderen anschließen, die haben das schon so toll in Worte gepackt.
Was mir grad beim Lesen deiner letzten Antwort aufgefallen bzw. spontan eingefallen ist:

Ich hatte keine OP während / nach der Geburt und dennoch hab ich lange nach meiner verflogenen Energie gesucht. Mein Ischias hat mich in den letzten SS-Wochen arg geplagt und ich hatte irgendwie die Vorstellung, dass ich mit Geburt wieder sofort fit sein würde - Pustekuchen, ich hab noch wochenlang beim Treppen steigen weiterhin geschnauft wie ne Dampflok, wär am liebsten nur auf der Couch gelegen (weil alles so anstrengend war) und hab mich echt gefragt, wie ich die Zeit überstehen soll, bis mein Baby mit vielleicht 3 Jahren endlich mal durchschläft und ich so wieder zu Kräften komme. Aber irgendwann war sie wieder da, die Energie, und das obwohl ich nicht mehr Schlaf bekommen habe. Ich meine, dass das etwa 6 bis 8 Wochen nach der Geburt gewesen ist, dass ich mich plötzlich wieder kraftvoll und energiegeladen gefühlt habe.
Ich würde also auch bei dir sagen: alles normal!

Genauso mit der Milch: stress dich nicht! Wie oft hat denn dein Baby nachts Hunger? Ich habe voll gestillt und trotzdem wacht das M-chen (auch heute noch mit 17 Monaten) im Schnitt alle 2 Stunden auf zum Trinken. Da würde ich es also auch nicht zwangsläufig nur auf die OP schieben, sondern so nehmen wie es ist. Es war bei uns auch gar nicht von Anfang an so häufig, mit 6 Wochen hat er sogar mal. Für 2 Wochen durchgeschlafen, seither nie wieder LOL Das ändert sich immer wieder ein wenig, du wirst sehen.

Meiner wollte nie die Flasche, sonst hätte er nachts bestimmt auch mal eine gekriegt, um vielleicht länger zu schlafen. Nutze es ohne schlechtes Gewissen aus! Tagsüber, wenn du fit bist, kannst du ihn ja so oft anlegen wie er möchte und da tut die Flasche ja keine Not, aber nachts kann sie dir ja Erleichterung verschaffen.

Ich wünsche dir alles Gute, viel Kraft und viele wundervolle Momente mit deinem Baby!


  Re: Gebörmutterentfernung
avatar  Chrischtl
Status:
schrieb am 28.10.2018 13:30
Meine 3 waren ja alle Frühchen und haben das Trinken von der Sonde über die Flasche hin zur Brust gelernt. Und alle 3 haben nachts lieber die Flasche gewollt weil zu müde zum Stillen. Ich habe halt abgepumpt und die Milch nachts über die Flasche angeboten. Kann auch mal der Papa machen. zwinker Mach dir wegen solchen „Kleinigkeiten“ echt keinen Kopf! Fed is best!!! Hauptsache die Kinder sind satt und zufrieden. Alles andere sind nur Ideale die in deinem Kopf sind. Mach dir mit sowas nicht noch extra Druck, sondern genieße alle kleinen Pausen, die sich dir bieten!


  Re: Gebörmutterentfernung
no avatar
  gelöschter User
schrieb am 29.10.2018 10:30
Liebe Aquarium,

wenn ich deine Zeilen lese, wird mein Herz ganz schwer. Es ist wirklich schrecklich, was du in den letzten Wochen durchstehen musstest.

Ich möchte dir ein paar Gedanken da lassen.

1. Leider bin ich auch sehr traumaerfahren durch meine Himmelstochter. Ich habe eine Traumatherapie gemacht, das hat einiges geholfen.
Ansonsten hilft da die Zeit, mir zumindest. Ihr Todestag jährt sich bald zum 6. Mal und es wird wirklich besser. Ich habe nur noch selten Flashbacks. Alpträume gar nicht mehr. Sei geduldig mit dir. Bussi
Alle Gefühle, die du gerade hast, sind ok und berechtigt. Und ja, es ist furchtbar ungerecht und traurig, dass die einzige Schwangerschaft von Dir so belastet war.
Ich fühle da sehr mit dir.

2. Zum Thema fehlende Kraft. Bei meiner ersten Sectio habe ich durch eine Atonie viel Blut verloren und das Wochenbett zur Erholung fehlte mir wie dir. Ich habe mich erst wieder richtig fit gefühlt nach ca 8 Wochen. Also auch hier einfach noch etwas Geduld haben, ausruhen, den Mann einspannen. Die Kraft kommt wieder. Auch an den wenigen Schlaf gewöhnt man sich, versprochen. Die Umstellung am Anfang ist heftig, aber es ist wirklich erstaunlich, mit wie wenig Schlaf man auskommen kann. Ich habe seit 3,5 Jahren keine Nacht annähernd gut geschlafen wegen meiner beiden Schlechtschläfer. Trotzdem komme ich klar. Mit einem Kind kannst du noch gut Schlaf nachholen tagüber. Nutze jede Gelegenheit. Du bist dazu immer noch im WochenBETT.

3. Zum Thema Stillen: Nachdem meine 2. Tochter nach ihrer Frühgeburt direkt auf ITS kam, hatten wir anschließend auch große Probleme beim Stillen. Aber ich habe unbedingt stillen wollten und sehr gute Erfahrungen mit Stillberatung gemacht. Sowohl durch die Lalechliga als auch durch eine (kostenpflichtige, aber echt günstige) IBCLC Beraterin, die ins Haus kam.
Stillen, Kuscheln, Tragen waren Balsam für meine Seele und haben nach der schrecklichen Zeit mit Tochter Nr. 1 viel geheilt in mir.
Nachts komplett auf die Flasche umsteigen würde ich nicht. Du solltest zumindest 1x nachts pumpen, um die Milchproduktion aufrecht zu erhalten, falls du weiterstillen willst.


Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute,
Nozilla


  Re: Gebörmutterentfernung
avatar  Aquarium1983
Status:
schrieb am 29.10.2018 19:38
Ich stille jetzt tagsüber voll. Wenn er schreit, leg ich ihn an. Das klappt ganz gut. Er schläft auch viel am Tag.
Zwischendurch pumpe ich 1x ab, damit für die Nacht was da ist. Ich stehe in der Nacht schon zum Stillen auf, aber 1x bekommt er die Flasche mit der abgepumpten Milch, dann kann das auch mal mein Mann machen.

Gestern Abend habe ich vor dem Zubettgehen eine Stunde lang gestillt, dann habe ich noch etwas zugefüttert, weil einfach kein Ende in Sicht war. Natürlich wäre es mir auch lieber, wir müssten das nicht machen, aber ich möchte mir da jetzt auch nicht unnötig ein schlechtes Gewissen machen. Unser Kleiner muss ja auch noch einiges aufholen. Er ist jetzt gute 5 Wochen alt und wiegt so viel wie andere Babys bei der Geburt.

Heute war ich nochmal im KH in der Gefäßchirurgie wegen meiner Thrombose im linken Arm. Sieht gut aus uns ich muss jetzt nur noch bis Mitte November Heparin spritzen zum Glück und keine 3 Monate.

Heute habe ich viel darüber nachgedacht, vielleicht doch eine Therapie zu machen. Es bedrückt mich schon sehr...


  Re: Gebörmutterentfernung
no avatar
  Marbi
Status:
schrieb am 07.11.2018 22:30
.


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.11.18 15:18 von Marbi.


  Re: Gebörmutterentfernung
no avatar
  **m**
schrieb am 09.11.2018 10:57
Liebe Aquarium,

so viel wurde schon geschrieben, dass ich mich ganz kurz fassen möchte. Ich habe Dich auch "mitverfolgt" und möchte Dir zunächst nochmal gratulieren, was Du alles geschafft hast: Eine schwierige KiWu-Zeit, die komplizierte Schwangerschaft, die Geburt Eures Kleinen, dann dem Tod ein Schnippchen geschlagen... Du wuppst den Alltag mit Deinem Kind, vielleicht nicht perfekt, aber er kriegt das wichtigste: nämlich Deine Liebe.

Vielleicht macht es Sinn, wenn Du Dir überlegst, alles schrittweise anzugehen? Vielleicht Tagebuch schreiben, und dort schreibst Du im ersten Eintrag so wie hier, was alles passiert ist (oder nimm den Eintrag einfach und kopier ihn in ein WordDokument). Dabei darfst Du auch alles schrecklich finden, nur schwarz malen, traurig, wütend sein. Schreib sie einfach "weg", Deine Ängste, Deine Sorgen. Im nächsten Schritt kannst Du probieren, Dich zu strukturieren: In welcher Reihenfolge willst Du bewältigen? Zuerst das, was "einfach" geht? --- das wären dann so Sachen wie Stillprobleme, schlaflose Nächte... Da kann schon helfen, die Hebamme zu fragen. Du bist keine schlechte Mutter, wenn nicht alles perfekt läuft. Das tut es nie, wenn wir mal ehrlich sind. Sei nicht so hart zu Dir selbst, schau, der Kleine liebt Dich, Du bist seine Mama. Auch, wenn er mal ein Fläschchen bekommt. Wenn Du schlecht tagsüber schlafen kannst bzw. parallel zum Baby, kauf Dir eine EntspannungsCD und hör die einfach leise. Oder ein gutes Hörbuch. Du musst nicht zwingend schlafen, um zu regenerieren... Und wenn Du etwas mehr Kraft hast, könntest Du das angehen, was für Dich gerade am Schwierigsten ist. Lass Dich vielleicht von Deiner Frauenärztin medizinisch aufklären, was jetzt auf Dich zu kommt, was mit deinen Hormonen passiert usw. Dann nimmst Du Dir das nächste Thema vor, dass vielleicht gerade am meisten weh tut.

Alles gleichzeitig kannst Du nicht bewältigen, nach und nach, Schritt für Schritt. Dabei darfst Du auch "springen" wenn ein anderes Thema sich in den Vordergrund drängt. Blätter vor und zurück, du wirst dann sehen, dass Du Fortschritte machst. Schreib Dir vielleicht auch auf, wenn Dich ein Tag mal glücklich macht: Dein Baby Dich anlacht, es ein perfekter Tag war (z. B. mit schönem Spaziergang mit der Familie in der Sonne, eurem ersten ruhigen Abend, wenn Euer Baby plötzlich schon um 20 Uhr schläft usw.). Irgendwann werden da viele positive Einträge sein, und dann wirst du auch wieder mit Dir selbst im Reinen sein.

Mia


  Re: Gebörmutterentfernung
avatar  Aquarium1983
Status:
schrieb am 29.01.2019 17:51
Ihr Lieben,

jetzt habe ich mich lange nicht mehr gemeldet...ich wollte noch Danke sagen für eure lieben Worte.
Inzwischen habe ich mir Hilfe gesucht und bin seit ein paar Wochen bei einer Psychotherapeutin. Es tut mir wirklich gut, auch wenn ich anfangs skeptisch war. Sie hat mir vor allem bei dem Thema, dass wir keine weiteren Kinder mehr bekommen können, schon sehr weitergeholfen. Traurigkeit darüber ist natürlich da, aber ich kann damit besser umgehen. Gelingt mir nicht immer, aber ich bemühe mich. Manchmal verursachen die wunderschönen Kugelbäuche von Schwangeren einen Stich, aber das ist ok. Ich kann damit umgehen.
Unserem Kleinen geht es sehr gut. Er hat sich in den letzten Wochen sehr gut entwickelt. Er ist zwar immer noch etwas zu klein, aber Schritt für Schritt holt er auf und er ist ein so lieber kleiner Kerl. Das Stillen funktioniert auch wieder sehr gut. Mit einiger Anstrengung ist der Milchfluss wieder super in Gang gekommen.

Das einzige, was mich immer noch sehr beschäftigt und seit einigen Tagen auch wieder stärker, ist die Tatsache, dass ich am 15.10. fast gestorben wäre. Das habe ich bisher eher verdrängt und jetzt beschäftigt mich das doch viel mehr als gedacht. Ich würde auch irgendwie gerne wissen, was genau passiert ist...
Im Entlassungsbrief steht „kardiales Versagen“, aber ich weiß gar nicht, wann, wie, was überhaupt genau war. Meint ihr, dass das im OP-Bericht steht? Kann man den anfordern? Vielleicht hilft das, das Geschehene besser zu verarbeiten, wenn man weiß, was überhaupt passiert ist.

Ansonsten genieße ich jede Sekunde mit dem Kleinen noch intensiver.




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