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  Wie Finanzen gerecht regeln?
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  planlos123
schrieb am 16.10.2018 10:17
Hallo,
ich gebe es zu: Ich bin schwer erschüttert von Poldis Thread und verfasse unter diesem Eindruck gerade den meinigen hier, von dem ich mir einfach ein paar Tipps und Gedankenanstöße erhoffe um das gigantische Thema der gemeinsamen Finanzen in meinem Kopf etwas ordnen zu können.

Ich bin nach einer erfolgreich gescheiterten Ehe wieder in einer festen Partnerschaft und wohne mit meinem Partner zusammen. Das Haus gehört seinen Eltern, lt. Plan wollen sie ihm dieses überschreiben und dafür lebenslanges Wohnrecht erhalten. Mein Partner wünscht sich Familie und ich bin prinzipiell auch dafür, möchte aber nach dem finanziell und beruflich für mich nicht vorteilhaften Ausgang meiner ersten Ehe diesmal die Verhältnisse zuvor schon vernünftig abgesprochen und geregelt haben (auch wenn es sich schrecklich anfühlt, den Begriff der Familie in Geld und Fakten aufzurechnen). Ganz nach urbayerisch-ländlichem Gusto stellt mein Partner sich das Ganze nach dem traditionellen Prinzip des alleinverdienenden Mannes und der zu Hause bleibenden Frau vor. Da mich Ehe No.1 meine Karriere gekostet hat und ich schon froh bin, aktuell zumindest einen Minijob gefunden zu haben, habe ich schonmal angesprochen, dass ich nicht wieder vollständig zu Hause bleiben möchte. Das findet er zwar kein bisschen gut, aber akzeptiert es. Ich denke und hoffe, dass sich meine geringfügige Tätigkeit auch mit Baby weiterhin ausüben lassen wird. Er ist ferner am Überlegen, sich selbstständig zu machen. Da ich über eine entsprechende Ausbildung verfüge stehe ich als Büroorganisatorin im Raum.

Mir stellen sich folgende Fragen:
- Ich kann mietfrei wohnen und mein Partner ist ein großzügiger Mensch, er meinte er würde alles bezahlen (abgesehen von Haushaltsgeld halb-halb), ich solle mein Geld sparen. Das aber widerstrebt meinem Gerechtigkeitsempfinden und da meine Finanzen eine Mietzahlung leider sowieso nicht zulassen, würde ich zumindest gerne für sonstige Kosten eine angemessene Zuzahlung leisten (Wasser, Strom, Müll...). Da er diese nicht annimmt, macht es Sinn, eine Art Sparkonto anzulegen auf das ich einen entsprechenden Betrag überweise und das ich dann mal zur Bezahlung des Heizöls etc. anbieten kann?
- Ich möchte für den Fall, dass ich zur Kindererziehung zu Hause bleibe, irgendwie abgesichert werden, besonders im Hinblick auf meine Altersvorsorge. Im Zweifelsfall hätte ich für die Elternzeit ja nur das Elterngeld in Höhe des Mindestsatzes, während er weiter Vollzeit arbeiten gehen kann (für ihn kommt Elternzeit absolut nicht in Frage). Gerade dieser Punkt stößt mir sauer auf, weil diese ganze Hausfrau- und Mutter-Tätigkeit in keinster Weise abgegolten wird. Ich verlange kein "Einkommen" von ihm, aber da er momentan noch eher zögerlich auf meine Forderung nach einem gemeinsamen Konto, auf welchem unsere beiden Gehälter gesammelt werden sollen, reagiert, habe ich halt auch keine Lust, daheim das Frauchen zu spielen und mich mit 300 Euro zu begnügen. Getrennte Finanzen finde ich bei einem solchen Familienmodell ohnehin rein vom Empfinden her mehr als ungerecht, er hat aber bislang immer nur für sich gewirtschaftet und würde das nach dem, was ich bislang herausgehört habe, wohl auch gerne so beibehalten. Wie kann ich argumentieren oder eine für alle befriedigende Lösung finden?
- Falls die Überschreibung des Hauses auf meinen Partner in eine etwaige Ehezeit fallen würde, habe ich aus Poldis Thread herausgelesen, dass ich dennoch keine Rechte auf das Haus hätte, ist das richtig? Gibt es irgendeine Möglichkeit, zu verhindern dass ich im Falle einer Trennung ohne Dach über dem Kopf dastehe AUSSER ebenfalls lebenslanges Wohnrecht eintragen zu lassen? Es steht ja wie gesagt die Familienplanung und damit eine weitere Einschränkung meiner Erwerbstätigkeit im Raum und ich habe wirklich Angst vor der Möglichkeit eines Rauswurfs
- Wie könnte eine etwaige Übernahme der Bürotätigkeiten im Falle einer Unternehmensgründung aussehen, sollte ich da auf eine Anstellung bestehen?
- Habe ich noch irgendeinen kritischen Punkt garnicht bedacht?

Ich weiß das alles klingt schrecklich und ich fühle mich auch schlimm bei solchen Gedanken aber ich weiß inzwischen einfach, wovon ich rede und bin in dieser Hinsicht leider nicht mehr so romantisch gepolt wie mein Partner. Dieser ist zwar großzügig aber in finanziellen Dingen zum einen sehr unbeschwert und hat keinen rechten Überblick, zum anderen aber auch zurückhaltend und vorsichtig, er möchte zwar freiwillig geben, sich aber nach ebenfalls schlechten Erfahrungen nicht von anderen die Butter vom Brot nehmen lassen.

Außerdem würde ich gerne mal einen seriösen, vertrauenswürdigen, unabhängigen Finanzberater über meine und evtl. auch seine Finanzen drüberschauen lassen, hat jemand einen Tipp, wo ich einen solchen finden könnte?


  Re: Wie Finanzen gerecht regeln?
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  Impala-34
Status:
schrieb am 16.10.2018 12:53
Hi Planlos,

eigentlich klingt es nicht schrecklich sondern vernünftig smile

Du hast zwei Möglichkeiten, stelle Dich wirtschaftlich auf eigene Füße (also nicht nur Minijob, sondern 20/30/40 Stunden arbeiten, mit der Möglichkeit weiter aufzustocken) . Oder mach Dich abhängig, heiratet und macht einen Ehevertrag, der auf das "Hausfrauenmodell" zugeschnitten ist.
Geht alles. Was m.E. nach hoch gefährlich für Dich ist: nicht heiraten, Kinder großziehen und von seiner Großzügigkeit abhängig sein.
Es gibt halt nur - auch für ihn - ein entweder /oder

Entweder er unterstützt Dich dabei - auch wenn Ihr Kinder bekommt - dass Du notfalls für Dich allein sorgen kannst oder er übernimmt für Dich Verantwortung - auch finanziell - und zwar auch dann, wenn die Beziehung scheitert. Rosinen picken a la : ich bin halt großzügig, aber nur solange es nicht verpflichtend ist, ist halt nicht.
Ich würde immer zu ersterem tendieren, denn - unabhängig von einer Trennung - was machst Du denn, wenn ihm was passiert, er erwerbunfähig wird, krank wird, stirbt?

An dem Haus seiner Eltern hättest Du - egal wann es überschrieben wird - keinerlei Ansprüche - warum auch, Du hast es doch nicht miterwirtschaftet. Anders wäre es nur dann, wenn Du selbst Miteigentümerin würdest, was ich mir - schon von Seiten seiner Eltern- kaum vorstellen kann.
Spare von Deinem Geld einen Grundstock an, kauf Dir eine Eigentumswohnung, vermiete sie und zahle sie mit der Miete ab. Lass Dir ggfls. was von Deinem Mann dazugeben. Schau, dass Du die Belastung auch zahlen könntest, wenn Du nur mit Deinem Einkommen leben müsstest oder eben mit dem Unterhalt (vertraglich geregelt) Deines Mannes (vorausgesetzt Ihr heiratet) Damit hättest Du eine Ausweichmöglichkeit und ein Dach über dem Kopf für den Fall der Fälle.

Besprich Deine Ängste, die ja durch die Erfahrungen realistisch sind mit Deinem Partner. Ohne Absicherung käme ein (weiteres) Kind für mich nur dann in Betracht, wenn er mir Möglichkeiten aufzeigt meine finanzielle Situation selbständig zu verbessern.

LG

Impala.


  Re: Wie Finanzen gerecht regeln?
avatar  Juna30
Status:
schrieb am 16.10.2018 14:38
Hallo planlos,
Impala ist ja hier immer so schön für die rechtlichen Fragen zuständig und beantwortet alles kompetent.
Aber was ich mch frage: Warum ist es bei getrennten Konten auf jeden Fall ungerecht, wenn du kein Geld von deinem 450€Job (oder wie viel?) beisteuerst? Ich finde, das kommt ganz darauf an.

Z. B.: Er hat 4000 netto, du 1000. Miete zahlt ihr beide nicht, da Eigentum seiner Eltern oder dann überschrieben auf ihn. Nebenkosten all inclusive sind, sagen wir mal 800 €. Wenn ihr die 50/50 teilt, bleiben dir 600 €, ihm 3400 €. Das ist doch nicht gerecht, nur weil ihr den gleichen Anteil beglichen habt.
Anders: Er 1500, du 1000, NK all in 800. Gerecht wäre dann m. M. n. er 650, du 150, bleiben für euch beide je 850 €.

Zu seiner Selbstständigkeit:
Ich würde mich nicht mit meinem Partner gemeinsam selbstständig machen. Mein Mann ist selbstständig, ich könnte mit einsteigen, möchte aber Berufliches und Privates unbedingt trennen. Es gibt sicher Beziehungen in denen das funktioniert, aber einfacher wird das Miteinander dadurch sicher nicht. Wenn du den Bürojob bei ihm machen möchtest würde ich mich einstellen lassen. Dann sind die Fronten klar geregelt. Seine Firma, seine Entscheidungen, seine Verantwortung. Meinem Mann steh ich da als Frau natürlich auf Nachfrage mit Rat und Tat zur Seite, aber entscheiden, machen und Konsequenzen tragen ist seine Aufgabe.

LG
Juna


  Re: Wie Finanzen gerecht regeln?
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  Hamamelis71*
schrieb am 16.10.2018 15:25
Ich fände es bei gemeinsamen Kindern sehr wichtig, dass ihr heiratet. Dann bist wenigstens etwas abgesichert und erbberechtigt, wenn ihm etwas passieren sollte. ansonsten hast Du keinerlei Rechte.

Mit einem Minijob verdienst Du ja keine Reichtümer, aber Du bleibst wenigstens etwas im Erwerbsleben. Könntest Du denn den Minijob irgendwie aufstocken? Notfalls bei einem anderen Arbeitgeber?

Wenn Du für ihn die Büroorganisation übernehmen solltest, dann würde ich das aber auch vertraglich regeln inkl. Sozialleistungen (denk mal an Dein Rentenkonto)

Wenn ich nur einen Minijob hätte, dann würde ich es nicht einsehen, von dem wenigen Geld noch Haushaltsgeld hälftig o. ä. zu zahlen, wenn mein Partner gut verdient. Warum sparst Du nicht dieses Geld und zahlst es in eine private Altersvorsorge ein? Und nicht für Heizöl.

Ihr könnt ja ein gemeinsames Haushaltskonto führen, da zahlt Dein Partner eine gewisse Summe ein und davon kannst Du Einkaufen usw.

Dein weniges Geld sollte unangetastet bleiben, weil Du ja den Haushalt usw. erledigst und Dich um die Familie kümmerst.

An Deiner Stelle würde ich mal einen Termin bei der Rentenversicherung machen, damit Du mal siehst, was Du am Ende vom Erwerbsleben an Rente bekommen würdest. Das öffnet vielen Frauen die Augen.

Ich arbeite derzeit nur Teilzeit, aber ich habe eine private Altersvorsorge, damit wird mir monatlich die Differenz zwischen Teilzeit und Vollzeit ausgeglichen. Auf diese Weise wird meine Familienarbeit ausgeglichen. Außerdem habe ich freien Zugang zu unserem Konto

Bei der Sparkasse lag eine Broschüre aus: Mein Mann ist nicht meine Rente. Da war sehr viel Wahrheit drinnen. Zumal die meisten Frauen sich extrem blauäugig, naiv und freiwillig in finanzielle Abhängigkeit begeben und sich nach einigen Jahren wundern, wie sie nach einer Ehe oder am Ende des Erwerbslebens dastehen (statistisch wird wohl jede 3. Ehe geschieden).


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.10.18 15:25 von Hamamelis71*.


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  Re: Wie Finanzen gerecht regeln?
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  planlos123
schrieb am 16.10.2018 16:22
Puh, das ist schon knallhart realistisch alles.

Bekomme ich denn überhaupt einen Kredit für den Kauf einer Eigentumswohnung? Es klingt wirklich vernünftig und verlockend aber momentan ist mein Status alleinerziehend und geringfügig beschäftigt, ich weiß nicht ob sich da wer die Finger nach mir leckt und freiwillig sagt "der Frau leihen wir mal Geld, die wirkt solide"?

Ich werde versuchen, ein vernünftiges Gespräch zu führen und habe ihm das auch schon angekündigt (dass ich nicht selbst doch noch einen Rückzieher mache weil ich es so unangenehm finde) aber er ist da so larifari. Völlig blauäugig, war immer genug Geld da, wird immer genug Geld da sein, ich brauche mir keine Sorgen machen er sei ja schließlich kein Unmensch und darauf könne und solle ich mich verlassen denn er sei außerdem auch nicht mein Ex. Wenn ich dann weiter nachbohre und mit harten Fakten komme reagiert er eher beleidigt. Ich glaube er ist mit der Thematik überfordert weil er sich nie damit auseinandersetzen musste. Gleiches Spiel haben wir mit seinen Versicherungen. Gespräch letztens "Hast du eigentlich eine BU? Die ist ja unheimlich wichtig in deinem Beruf" "ich werde schon eine haben!" (im Sinne von keine Ahnung / keine Lust die Unterlagen zu sichten). Gespräch beendet.

Meine Denkweise bezüglich der geteilten Kosten bezieht meine Vergangenheit mit ein. Ich würde arbeiten, hätte ich nicht mit meinem Ex eine Familie gegründet und dummerweise den Falschen geheiratet. Ohne ihn würde ich arbeiten und gut verdienen. Statt dessen aber bin ich raus aus dem Job und ziehe die Kinder meines Ex groß, um die sich mein Partner ohnehin gut kümmert auch finanziell. Ich sehe mich dadurch als "Ware mit Mangel". Wie kann ich ihm zumuten, mangelhafte Ware zu nehmen für die er auch noch mehr bezahlen muss und von der er weniger bekommt als wenn er sich einfach eine normale Single-Frau gesucht hätte? Und gerade sowas wie Haushaltsgeld und Verbrauchswerte, an denen die Kinder ja ebenfalls mit beteiligt sind, kann ich ihm m.E. nicht allein überlassen.

Stunden Aufstocken geht leider im Moment nicht und da ich ohnehin sehr lange suchen musste um diese Beschäftigung zu finden bin ich damit vorerst auch absolut zufrieden. Sie ermöglicht mir, ein wenig des Rückstands aufzuholen und vielleicht dann später, wenn ich mal wieder länger berufstätig war, auch für eine bessere Stelle damit argumentieren zu können. Mein jetziger Chef weiß allerdings dass ich gerne auf Teilzeit gehen möchte und behält dies im Hinterkopf. Die von Hamamelis angesprochenen Sozialleistungen sind aber erst ab Teilzeit möglich, oder? Das mit dem Ausgleich Teilzeit/Vollzeit klingt traumhaft aber darauf hätte sich noch nicht mal mein erster Mann eingelassen, der absolut komplett von mir als Hausfrau profitiert hat. Und da wären wir wieder bei meiner Argumentation von oben, ich kann schließlich nicht meinen Freund dafür zahlen lassen dass mich mein Ex geschwängert und dann sitzen gelassen hat. Das finde ich irgendwie moralisch nicht richtig aber vllt. hat auch einfach diese Info in meinem Eingangspost gefehlt.


  Re: Wie Finanzen gerecht regeln?
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  Hamamelis71*
schrieb am 16.10.2018 19:53
Ok, das kann ich nachvollziehen. Aber bekommst Du eigentlich Unterhalt für das Kind? Ich dachte, dass Du nur 450 Euro verdienst und davon noch Haushaltsgeld usw abgeben möchtest, so dass für Dich noch "5" Euro pro Monat übrig wären. So hatte ich das verstanden.

Vielleicht erstellst Du mal eine Übersicht über Deine (Eure) Finanzen. Eure Verpflichtungen / Eure Ausgaben. Wenn sich Dein Partner beruflich umorientiert, braucht er auf jeden Fall eine finanzielle Übersicht, sehr wichtig für Freiberufler. Vor allem, dass man das Geld bei den Kunden eintreibt, weil nicht jeder die Rechnung pünktlich bezahlt.

Finde Deine persönliche Versorgungslücke bzgl. Rente. Das ist eine Summe x, dann kannst Du immer noch sehen, was Du finanziell leisten kannst.

Es muss ja nicht gleich eine Eigentumswohnung sein, ist im Moment ja alles größtenteils überteuert und ich würde erstmal keine Schulden machen. Aber Du weißt ja nie, wie es sich in den nächsten Jahren entwickelt.

Wir haben zwar ein Haus, haben aber Anteile einer Wohnungsbaugenossenschaft. Die verzinsen sich sehr gut. Und falls wir uns mal in ein paar Jahren verkleinern möchten, hätten wir auf jeden Fall schon mal eine Option, um in einem guten Preis-Leistungsverhältnis zu wohnen. Bei uns zählt die Dauer der Anteile. Vielleicht gibt es so etwas in Eurer Nähe.

Man muss einfach irgendwo anfangen. Irgendwann haben wir damit angefangen, dass wir nur noch mit Einkaufszettel ungefähr einmal in der Woche einkaufen gehen. Plötzlich geben wir viel weniger Geld aus. Derzeit fehlt mir noch die Zeit, um jeden Kassenbeleg in die Excel Tabelle einzutragen. Aber wir haben seitdem eine viel bessere Übersicht.

Erkundige Dich in aller Ruhe und lass Dich beraten und überstürze nichts. Hast Du einen Riester Vertrag? Es gibt gute und schlechte Verträge, die Verbraucherzentrale berät da auch. Für Kinder ab 2008 geboren gibt es eine höhere Förderung.

Warum hat Dein Partner Dich gewählt? Weil er Dich liebt. Wenn er eine Single Frau gewollt hätte, dann hätte er ja eine Single Frau nehmen können.

Du solltest halt nicht nochmal einen Fehler machen und Dich in komplette finanzielle Abhängigkeit begeben. Gerade in der Elternzeit. Und Du kannst Dich rechtzeitig nach einer Betreuung umsehen, auch wenn es sich kostenmäßig kaum lohnt, aber irgendwann profitiert man davon.

Wenn Dein jetziger Chef weiß, dass Du gerne Stunden aufstocken würdest, dann ist das doch schon mal gut. Im Moment käme es ja wahrscheinlich sowieso nicht in Frage. Es gibt ja Jobs, da wird nur mit 450 Euro Kräften gearbeitet, da hat man kaum Möglichkeiten zur Stundenaufstockung.

es ist schön, dass Du jemanden gefunden hast, der zu Dir und Deinem Kind passt!

Sorry, dass ich so knallhart realistisch schreibe - aber die meisten meiner Freundinnen sind mittlerweile geschieden, daher habe ich schon einiges erlebt.


  Re: Wie Finanzen gerecht regeln?
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  TiggerTigger
schrieb am 17.10.2018 13:53
Hallo,
abgesehen, dass ich meinen Vorschreiberinnen zustimme, wenn du zuhause bleiben sollst muss irgendein Finanzausgleich stattfinden für dein Altersvorsorge, man kann auch ggfs. in die Rente selbst einzahlen, bzw es gibt auch was für Minijobber.
Nicht für deine Kinder vom Ex, ist klar da bekommst du ja Unterhalt, den kannst du ja auch für den Gesamtunterhalt beisteuern.

Aber mach dir bitte Gedanken über den worst case, ihm passiert etwas, ohne Heirat und Testament (wichtig Berliner Modell auf Gegenseitigkeit) hast du keine Unterkunft (erben seine Eltern, Geschwister und Kinder) , bekommst keine Witwenrente etc .... du hast nur einen Minijob + Unterhalt und kein Dach über dem Kopf .... und dann?

Ihr trennt euch in 20 Jahren, die Kinder sind vielleicht aus dem Haus, aber was ist mit dir? Keine Rente, kein Dach über dem Kopf? Was ist daran gerecht????

Mir fehlt in der ganzen Diskussion zwischen euch die Augenhöhe, nur mit „ich würde das nicht tun“, ist das nicht richtig geregelt....
Mach dich unabhängiger, für mich heisst das auch kein Job bei ihm.

Und die Einstellung Frauen als Hausfrauchen zu sehen, finde ich ganz persönlich als no go, falsches Jahrhundert ....
Viel Glück
TT


  Re: Wie Finanzen gerecht regeln?
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  gelöschter User
schrieb am 17.10.2018 14:24
Hallo!

Ich habe lange überlegt was zu schreiben...

Aber ich finde es schade, dass immer der Mann als "der Böse" dargestellt wird.
Hat dein Ex dich gezwungen aus dem Job auszusteigen? Bist du nach der Elternzeit nicht wieder eingestiegen?

Du schreibst immer nur "die Kinder von meinem Ex", sind das nicht auch deine Kinder?

Jeder ist selbst verantwortlich für seine finanzielle Situation. Natürlich gibt es immer Ausnahmen (Krankheit, ....).

In einer Partnerschaft steuern natürlich beide zum Familieneinkommen bei, wenn vielleicht auch in unterschiedlichen Teilen.

Man muss sich einfach vorher Gedanken machen:

Was verdienen wir?
Was für Kosten haben wir?
Wie bin ich / sind wir für die Zukunft (Sparen, Rente) abgesichert?

Wenn es eine gemeinsame Entscheidung ist, dass die Frau über einen längeren Zeitraum Zuhause bleibt, müssen finanzielle Absprache für die Zukunft getroffen werden. Dann zahlt halt er in eine private Rentenvorsorge für sie ein.


  Re: Wie Finanzen gerecht regeln?
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  Gamora83
Status:
schrieb am 17.10.2018 16:03
Hallo Planlos,

die anderen haben ja schon sehr ausführlich geschrieben.

Aber ich möchte auch mal die Frage in den Raum werfen: "Was willst DU? Willst du weiterhin "nur" Hausfrau und Mutter sein und das vlt. dein restliches Leben? Denn so liest sich das ganze ein wenig.

Gerade da du ja schon mal eine schlechte Erfahrung gemacht hast, würde ich mich auf das gleiche Spiel nicht mehr einlassen. Mach deinem Partner klar, dass du ein eigenes Individuum bist und dir auch der größte Anteil an der Entscheidung über eine Arbeitstätigkeit zusteht, auch mit gemeinsamen Kind.

Sollte sich dein Partner selbstständig machen, versuch ihm im Vorfeld, auch mit Hilfe von einer außenstehenden Fachkraft, klar zu machen, dass dann Einkommen nicht mehr so stabil sind. Mal werdet ihr einen Monat viel Einkommen haben, mal weniger und im schlimmsten Fall müsst ihr vlt. auch einen Monat mit gespartem überbrücken. Wenn du bei ihm mitarbeiten möchtest, ist es ok, aber er soll dich bitte fest anstellen mit vernünftigem Vertrag etc.

Was die Finanzen an sich angeht, würde ich versuchen mich möglichst unabhängig von ihm zu machen, auch wenn er gerne für dich/euch aufkommt. Ich würde auch ein gemeinsames Konto nochmals ansprechen und darauf bestehen für die monatlichen festen Kosten (evtl. Miete, Nebenkosten, Essen, Getränke, Ausflüge etc.). Dort sollte jeder von euch einen festen Betrag einzahlen und dann werden die genannten Dinge von diesem Konto gezahlt und jeder hat noch "eigenes" Geld.
Der einzuzahlende Betrag muss ja nicht 50 % sein, sondern ich würde bei großem Unterschied einfach schauen, wer wieviel vom gesamt-Einkommen (Gehälter, Unterhalt, Kindergeld etc.) verdient und diesen prozentualen Betrag vom Betrag der monatlichen festen Kosten jeder von euch dann einzahlt (hoffe das war verständlich).

Eines möchte ich noch anmerken, ich finde es schade, dass du nicht von euren Kindern sprichst, denn es sind auch deine Kinder und nicht nur die von deinem Ex. Und auch so Sachen, dass er dich geschwängert hat, du wirst bestimmt mit entschieden haben.
Auch verstehe ich nicht, dass du dich mit deinen Kids als mangelhafte Ware ansiehst, das ist quatsch. Du hast eben eine Vorgeschichte, ein Leben vor deiner jetzigen Beziehung. Dein Partner hat dich so kennengelernt und wenn er dich so nicht gewollt hätte, hätte er dich nicht gewählt.

Ich wünsche Dir alles Gute.
Gamora


  Re: Wie Finanzen gerecht regeln?
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  planlos123
schrieb am 17.10.2018 16:38
Oje, wer hätte das gedacht dass "seine Kinder" hier ernsthaft zum Thema wird. Ich habe das lediglich als Abgrenzung geschrieben, denn hätte ich "unsere Kinder" geschrieben, wie mein Partner und ich sie tatsächlich nennen, hätte jeder an meinen Partner gedacht um den es hier ja primär geht, und nicht an meinen Ex. Es sollte verdeutlichen, dass die Kinder nicht die leiblichen Kinder meines Partners sind, sondern ihr Vater mein Ex ist.

Was mich noch besonders interessieren würde, Gamora: Woraus liest du, dass ich gerne daheim bleiben und Hausfrau sein möchte? Ich habe doch meinem Partner bereits gesagt, dass ich nicht wieder ganz zu Hause bleiben sondern den Fuß in der Tür zur Arbeitswelt behalten möchte in der Hoffnung, mich beruflich verbessern zu können.

Lavendelzweig, nein er hat mich nicht gezwungen aber wir hatten eine Abmachung um diesen beruflichen/finanziellen Nachteil für mich im weiteren Verlauf wieder auszugleichen und dieser Abmachung entzieht er sich komplett durch die Trennung und den Verweis darauf, dass die Kinder ihn stressen und er sich deshalb nicht mehr um sie kümmern wird als alle 14 Tage das Wochenende. Das ist in diesem Fall tatsächlich sehr bitter wobei ich froh bin, somit sehr wenig auf ihn zu treffen.

Hamamelis, ich erhalte momentan noch keinen 'richtigen' Unterhalt, das wird noch geregelt werden. Mir steht aber mehr zur Verfügung als nur 450 Euro im Monat, ja. Das Kindergeld läuft zum Glück auch auf mich. Mein Partner ist übrigens lustigerweise gegen eine Fremdbetreuung der Kinder - ländlich-traditionell-bayerisch zwinker hach, es gibt definitiv Redebedarf.

Abgesehen von der Rentenversicherung, wo sollte ich noch hin, um mich (und meinen Partner) vernünftig beraten zu lassen?


  Re: Wie Finanzen gerecht regeln?
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  Impala-34
Status:
schrieb am 17.10.2018 17:29
Zitat
planlos123

Abgesehen von der Rentenversicherung, wo sollte ich noch hin, um mich (und meinen Partner) vernünftig beraten zu lassen?

Wenn Ihr vorhabt zu heiraten: Beratung beim Notar und/oder Fachanwalt für Familienrecht um das rechtliche abzusichern.

Ansonsten gesunden Menschenverstand einschalten und sich mal vertieft darüber Gedanken machen wie Dein weiteres Leben aussehen soll.
Willst Du finanziell unabhängig werden: Focus- berufliche Entwicklung, einschließlich Fremdbetreuung der Kinder, keine Mitarbeit in seiner Firma etc.
Willst Du im wesentlichen Hausfrau und Mutter bleiben: Focus Heirat, Absicherung durch Ehevertrag, Ansparen aus dem gemeinsamen Einkommen auf Deinen Namen zur Absicherung, Schließen der Rentenlücke etc.

Und wenn ihr nicht heiratet, bleibt m.E. nur die erste Alternative als ernsthafte Überlegung übrig. Abhängigkeit, weitere Kinder, Mitarbeit in seinem Betrieb als nichteheliche Lebensgefährtin: Keine gute Idee!!!

LG
Impala


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.10.18 20:12 von Impala-34.


  Re: Wie Finanzen gerecht regeln?
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  planlos123
schrieb am 19.10.2018 08:52


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