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  Re: Bin ich Opfer oder Täter?
avatar  Regina82
Status:
schrieb am 09.10.2018 15:13
Also ich lese heraus, dass deine Kinder deinen neuen Partner lieben und er sie auch.
Dein Partner ist nur selbst kein Vater und deshalb ist Erziehung für ihn neu und deshalb braucht er Zeit und Erfahrung, da reinzuwachsen.
(Wer keine eigenen Kinder hat, hat andere Erwartungen an Kinder - diese widerum können und werden sich meist ändern, sobald sie Erfahrungen mit Kindern sammeln!)
Ich lese, dein Partner möchte mit dir und den Kindern zusammen leben.
Er ist bereit und schon dabei, euch ein neues Zuhause zu schenken und für euch sein Haus umzubauen!
Er möchte dir damit Sicherheit schenken!
Er ist also bereit, sich fest und verbindlich auf Familie einzustellen, sich auf Familienleben einzulassen!
Deine Freunde mögen ihn (deine beste Freundin mit ihren besonderen Situation mal ausgenommen)!
Gut, ihr habt Reibereien, weil ihr in einigen Dingen unterschiedliche Ansichten und Einstellungen habt - so what?
Dadurch lernt ihr von einander. Die Differenzen, die du beschreibst, sind in meinen Augen keine unüberbrückbaren Hindernisse, sondern welche, wo ihr mit der Zeit einen gemeinsamen Weg und Umgang damit finden könnt.
Du schreibst zwar, dass ihm ein wenig Empathie fehlt, das kann schlicht weg daran liegen, dass er ein kinderloser Mann ist (ohne abwertend sein zu wollen!), Empathie kann man lernen, wo nicht am besten als in einer Familie? Da er ja deiner Aussage nach einen guten Bezug zu seinen Gefühlen hat, sollte dies sogar "leicht" möglich sein.
Er fordert von dir weniger Rationälität sondern mehr Gefühle!
Er schenkt dir Glücksgefühle, Leichtigkeit, Zuversicht!
Er fordert dich sozusagen auf, dein Herz zu öffnen und loszuleben!
Wow, das ist alles wundervoll!

Er scheint der absolut richtige Mann für dich zu sein!
Wäre da nur nicht dein Aber...
Deine Angst vor Abhängigkeit und Wiederholung der schmerzvollen Trennungserfahrung, dein angeknackstes Vertrauen.
Doch das hat nur was mit dir zu tun und nichts mit ihm.
Das lässt dich zweifeln und versuchst rational alles abzuwägen und merkst, dass du in einer Sackgasse gelandet bist.
Denn scheinbar suchst du verzweifelt nach Gründen, warum dieser Mann nicht gut für dich und deine Kinder wär?
Da kommt also ein wundervoller Mann daher, den sogar deine Kinder lieben, und der dir ein sicheres und emotionales Familienleben schenken will - es ernst mit dir meint - da kann man es schon mit der Angst zu tun bekommen. Oder?

Kenn ich.
Ging mir auch so.
Meine Erfahrungen sind für dich vielleicht total irrelevant, ich erzähl dir dennoch ein wenig.
Meine Trennung war vor fast 4 Jahren, die Art und Weise erschütterte mich auch zutiefst, zerstörte mein Vertrauen und ließ mich ängstlich werden vor neuen Bindungen (gleichgültig dazu wie sehr ich mir eine neue Bindung wünschte).
Vor zwei Jahren lernte ich meinen heutigen Partner kennen und die Anfangszeit war extremst turbolent, wir gingen beide sehr rational an die Sache ran und zerredeten auch alles mögliche - bis unsere Gefühle für einander so übermäßig stark waren, dass nun nichts mehr zwischen uns kommt.
Mein Partner und ich sind in vielen Dingen auch total verschiedenen - anfangs dachten wir, deshalb wird das nie was mit uns, heute wissen wir, wir ergänzen uns perfekt dadurch. Und wir lernen so unglaublich viel mit- und von einander!
Auch er hat (noch) keine eigenen Kinder, hatte andere Ansichten als ich die Kinder betreffend, heute sieht er vieles anders, weil er die Kinder und den Alltag mit Kindern selbst mehr und mehr erfahren hat.
Doch gerade auch durch seine andere Art und Denkweise als meine profitieren die Kinder (und wir als Familie) ungemein.
Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich durchgehalten habe, denn auch ich zweifelte immer wieder, ob er der Richtige ist.
Doch er ist es! Es war nur meine Angst, die mir im Weg stand.
Und ja, ich hatte auch große Angst vor Abhängigkeit!

Doch mal ganz ehrlich, wir sind alle irgendwie von irgendwem oder irgendwas abhängig - die Frage ist doch nur, begeben wir uns als "ausgeliefertes" Opfer oder freiwillig und selbstbestimmt in die Situation (übernehmen dafür Verantwortung)?
Man weiß doch nie, was das Leben mit sich bringt?
Man kann alles noch so schön planen, es kommt doch eh immer so, wie es kommen soll.

Man kann nicht alles kontrollieren, man kann nur durch den Versuch, alles zu kontrollieren, vergessen zu leben.
Und leben heißt - sich einlassen. Einlassen auf das Leben und die Gefühle, die es mit sich bringt.
Ja, du hast ja geschrieben, mit Gefühlen hast du es nicht so.
Dafür hast du ja deinen Partner. zwinker

Mal im Ernst - was könnte schlimmsten Falls passieren, solltest du zu ihm ziehen und ihr feststellen, dass es doch nicht klappt?
Wieder ausziehen.
Ok, blöd für dich, blöd für die Kinder - aber kein Weltuntergang.
Es werden sich auch da dann Wege finden - Freunde und Familie, die euch unter die Arme greifen.
Dann geht es eben noch mal von vorne los.
Was wär das Leben, wenn man nichts ausprobiert aus Angst, es könnte die falsche Entscheidung sein?

Und was könnte bestenfalls passieren? Dass du endlich eine richtig glückliche Beziehung führst und wieder eine Familie hast, wo sich alle lieb haben und unterstützen und zusammen wachsen.
Wundervoll, oder?

Ach ja, kennst du den Spruch "Liebe geht nicht ohne Schmerz - sagte der Hase und umarmte den Igel."?
Oder "Was wäre das Leben, wenn man die Rose meidet aus Angst vor ihren Dornen"?
Will sagen - tiefe Gefühle gehen immer mit dem Risko einher, verletzt zu werden.
Liebe ohne Schmerz geht nicht, denn wer sein Herz öffnet, öffnet es nicht nur für die schönen Gefühle sondern auch für die unangenehmen Gefühle. Da gilt es, einen Weg zu finden, mit ihnen umgehen zu können.
Und dein Partner scheint dir die Hand zu reichen, genau dieses mit dir zu tun.

Vielleicht sind all meine Worte für dich nutzlos, weil du diesen Mann tatsächlich nicht liebst - dann solltest du auch nicht mit ihm zusammen ziehen, es sei denn, du magst eine Nutz-Gesellschaft mit extra Mietvertrag draus machen. Wär ja auch nicht unbedingt verkehrt.
Nur ihm gegenüber unfair, sollte er dich wirklich lieben.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.10.18 15:26 von bubble°.


  Re: Bin ich Opfer oder Täter?
no avatar
  isolde35
Status:
schrieb am 10.10.2018 06:37
Liebe TE,

Mir kommt deine Denkweise ein bisschen ungerecht vor, um ehrlich zu sein. Du stellst deinen Freund als jemanden dar, der dir nicht das Wasser reichen kann, für deine Art zu denken und zu erleben zu einfach gestrickt ist, jemanden, von dem du nicht weißt, ob du ihn überhaupt liebst, überträgst ihm aber gleichzeitig die Aufgabe, sein Leben umzukrempeln, damit für dich und deine Kinder gesorgt ist. Ich würde nicht zulassen, dass ein Mann sein Haus für mich umbaut, wenn ich gar nicht sicher bin, ob ich da wirklich wohnen will. Der Punkt, an dem du meiner Meinung nach ansetzen solltest, ist, dich in die Lage zu versetzen, selbst für dich und deine Kinder sorgen zu können, unabhängig von irgendeinem Mann. Dann kannst du dich freier entscheiden und musst nicht aus versorgungstechnischen Gründen bei einem Mann einziehen, der so viele „Aber“ in deinem Kopf auslöst.

Ich würde mit den Kindern umziehen in eine günstigere Wohngegend, mir einen Job suchen, der euch als Familie ernähren kann, den kindsvater die entsprechende Unterstützung leisten lassen und alles andere ganz ruhig und ohne Druck angehen.

Isolde




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