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  Bin ich Opfer oder Täter?
   SchweigenDilemma
schrieb am 30.09.2018 17:00
Ich bin vor einiger Zeit von meinem (Ex-)Mann mit unseren beiden Kindern sitzen gelassen worden, von einem Tag auf den anderen, ohne vernünftige Perspektive beruflich und für die Zukunft da die Kinder noch klein sind und ich für ihn hierher in eine fremde Kleinstadt gezogen bin, ohne Familie in der Nähe und zur Familie zurückziehen geht leider nicht.

Ich weiß nicht richtig wie ich es überlebt habe aber ich - die ich ohnehin schon immer recht rational war - habe einfach komplett auf funktionieren umgeschaltet. Dann lief mir ein neuer Mann über den Weg und wir verliebten uns ineinander. Aber seit einer Weile bin ich nur noch am Grübeln und Beobachten, manchmal fühlt es sich nur noch schrecklich an, was ich hier mache. Ich würde behaupten, dass ich ihn liebe - aber es ist nicht einfach. Er ist ganz anders als mein Exmann was ich an sich begrüße, aber dieses Familiending ist neu für ihn. Die Kinder müssen in seinen Augen total zuckersüß sein und cool, aber sie zu erziehen empfindet er als anstrengend. Das geht mir genauso, aber mir ist klar, dass es dennoch notwendig ist während er der Meinung ist, das sollten sie schon längst gelernt haben. Gerade der Große aber ist ein großer Denker und hinterfragt alles, sucht permanent das Gespräch, gerne auch kontrovers - anstrengend, ja, aber wichtig. Mein Partner ist damit aber einfach überfordert.

Auch ich selbst als Person denke ich bin ziemlich anstrengend für ihn, ich bin Akademikerin, meine Freunde sind über die Welt verstreut, habe viele Interessen - für ihn ist facebook (über das ich den Kontakt zu Freunden halte) maximal eine Partnerbörse, es gibt regelmäßig Stress wenn ich dort mal eine Mail beantworte und sein Leben ist sehr auf sein Heimatdorf und seine Familie konzentriert. Letzteres finde ich gut und möchte das auch! Ich komme selbst vom Dort, habe meiner Meinung nach in den letzten Jahren genug gelernt, mich stark entwickelt und genug durchgemacht um mal wieder einen Gang runter zu schalten und irgendwo anzukommen. Er erschien mir wie ein Geschenk des Himmels. Aber jetzt, wo es darum geht, bei ihm einzuziehen (aus mehreren Gründen der nächste und dringend notwendige Schritt, das soll hier nicht in Frage gestellt werden) bekomme ich immer mal wieder Panik und bemerke, wie ich dastehe und mir immer wieder selbst vorsage "du liebst ihn doch garnicht, du liebst ihn doch garnicht, du liebst ihn doch garnicht".

Nun habe ich aber oben geschrieben, dass ich eben schon behaupten würde, ihn zu lieben - also was ist mit mir los? Ich war wie gesagt schon immer extrem rational, eine Verbindung zu meinem Bauchgefühl oder meinem Herzen besteht denke ich in keinster Form. Ich wäge Vor- und Nachteile ab, entscheide und handle danach. Punkt. Aber dieses im Regen stehen gelassen werden meines Ex hat auch meine Ratio komplett verwirrt. Ich zweifle an meiner Menschenkenntnis, an mir, am Leben, an allem, traue mir selbst nicht mehr. Wenn ich mich in einem Menschen so täuschen konnte wie in meinem Ex, ist einfach auf nichts mehr Verlass. Und dann sehe ich mir diesen Mann an, meinen Partner, der für mich eine Herausforderung ist weil er nicht rational entscheidet, sondern emotional ist und von mir auch Gefühle verlangt. Etwas, das ich lernen muss, lernen möchte. Er schafft es, dass ich mich ganz warm fühle, ganz leicht, unbeschwert, zuversichtlich, glücklich. Aber an anderen Tagen bin ich dennoch wieder komplett misstrauisch, argwöhnisch, biestig sogar manchmal, eiskalt und stehe wieder da und höre "du liebst ihn doch garnicht" in meinem Kopf. Dann fühle ich mich schlecht, weil ich ihm so einen schlechten Menschen wie mich zumute. Oder ich werde wütend weil er nicht das Niveau hält, auf dem ich mit den Kindern und mir umgegangen wissen möchte (nichts Schlimmes, keine Sorge. Aber ich bin der Meinung dass bei Meinungsverschiedenheiten ergründet werden muss, welche Bedürfnisse dahinter stecken oder ggf. verletzt wurden während sein Mittel der Wahl Genervtheit und unter den Teppich kehren ist). Ich bin permanent zerrissen! Das merkt man denke ich auch an den großen Sprüngen die meine Schilderungen hier machen, aber alles auf den Tisch zu packen kann ich hier keinem zumuten, das würde ein Roman werden.

Ich weiß nur nicht... kann mein Dilemma, von dem er nicht mal was ahnt (das sind Dimensionen, in denen er nicht denkt, ich kann ihm meine Situation in diesem Punkt nicht vollumfänglich begreifbar machen) von einer Art Störung herrühren die die vorangegangene Trennung ausgelöst hat oder sehe ich alles zu eng und sollte mir einfach weniger Gedanken machen? Und was ist nur mit meinen Gefühlen los? Vielleicht sabotiere ich mich ja selbst aus Angst mich mit dem Einzug von ihm abhängig zu machen und verletzbar zu sein, dass ich nochmal in eine Situation der völligen Hilflosigkeit geraten könnte wie mit meinem Ex? Oder aber - und dieser Gedanke tut so weh dass ich ihn garnicht wirklich denken möchte - passen wir vielleicht einfach nicht zusammen? Die Kinder lieben meinen Partner übrigens sehr, während ihr leiblicher Vater in letzer Zeit auch für sie immer mehr zur Enttäuschung wird. Ich könnte es so schön und bequem haben, er bietet mir seine Liebe, eine Zukunft, eine Perspektive. Aber mein Kopf hört nicht auf, um sich zu kreiseln und mehr und mehr Probleme aufzudecken... oder zu konstruieren? Ich weiß es nicht...


  Re: Bin ich Opfer oder Täter?
   pmami
schrieb am 30.09.2018 19:39
Darf ich fragen wie lange die Trennung her ist und wie lange du schon mit dem neuen Partner zusammen bist?

Viele Grüße pmami


  Re: Bin ich Opfer oder Täter?
no avatar    patty 2
Status:
schrieb am 30.09.2018 23:22
Huhu,
dein Bericht liest sich sehr atemloszwinker Was treibt dich so an? Warum darfst/kannst du dir nicht mehr Zeit für die Entscheidung nehmen?

Verstanden habe ich, dass du Akademikerin bist , eine tiefgehende Denke und Diskussionen bevorzugst. Dein neuer Freund mit deiner Denke aber noch nicht ausreichend vertraut ist und deshalb sich in seinem bekannten Verhaltensmuster bewegt. Gleichzeitig schafft er es aber, dass du dich
Zitat

Er schafft es, dass ich mich ganz warm fühle, ganz leicht, unbeschwert, zuversichtlich, glücklich.
fühlst. Toller Beziehungsbeitrag. Was gibst du ihm?

Wie hoch ist der Preis für eine Veränderung, was ist der Gewinn? Bekommst du einen Mietvertrag? Sind deine Kinder für eine erneute Lebensveränderung schon bereit? Bist du finanziell unabhängig? Was sagen Freunde zu deinen Plänen? Warum kannst du mit deinem Partner nicht über deine Bedenken/Sorgen sprechen, was hält dich davon ab?

LG Patty


  Re: Bin ich Opfer oder Täter?
   berlink
Status:
schrieb am 30.09.2018 23:48
Hallo,

dass, was Du schreibst, was er von den Kindern erwartet, wäre für ich DER Grund, nicht mit ihm zusammenzuziehen. Das riecht nach Streß. Die Kinder werden wiederum -vielleicht noch mehr als Du- durch Trennung ordentlich durchgeschüttelt sein, oder? Da würde ich mein Hauptaugenmerkt hinwenden. Was wollen die Kinder? Erstmal mit Dir in der neuen Situation(es klingt, als wäre die Trennung noch nicht so lang her) wieder "ankommen" oder sind sie begeistert von dem neuen Freund? Ich halte es für eine große Anpassungsleistung, die Kinder zu bewältigen haben, wenn eine Trennung erfolgte, noch mehr, wenn dann ein neuer "Papa" da ist. Sie können sich die Situation nicht aussuchen.
Deine Überlegungen hinsichtlich der Ambivalenz empfinde ich, so wie Du hier sie beschrieben hast, nachvollziehbar und nicht "gestört".

Alles Gute Euch!


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  Re: Bin ich Opfer oder Täter?
   blauesTeufelchen
Status:
schrieb am 01.10.2018 00:20
Zitat
SchweigenDilemma
Aber jetzt, wo es darum geht, bei ihm einzuziehen (aus mehreren Gründen der nächste und dringend notwendige Schritt, das soll hier nicht in Frage gestellt werden) bekomme ich immer mal wieder Panik und bemerke, wie ich dastehe und mir immer wieder selbst vorsage "du liebst ihn doch garnicht, du liebst ihn doch garnicht, du liebst ihn doch garnicht".

ja, du willst nicht, dass man darüber redet, aber ich habe einfach das Gefühl, dass in diesem Satz der Konflikt auf den Punkt gebracht wird. du scheinst aus rein rationalen Gründen bei hm einzuziehen. wäre es nicht vernünftig, würde dein Herz, so scheint mir das bei deinen Formulierungen der Fall zu sein, nicht dafür stimmen, dort einzuziehen. auf der anderen Seite ist dieses Zusammenziehen aber der Punkt, der genau zeigt, dass man jetzt zusammen ist. das ist ganz schön viel, wenn man bedenkt, dass es nur rational ist.
ohne Kinder würde man das einfach mal so parallel ausprobieren, im Urlaub oder so. aber mit Kindern ist es schwer. da würde ich überlegen, wie er sich verhält, wenn er über Tage bei euch ist.

was mir auch auffällt ist, dass es eine Menge Konflikt zwischen euch gibt. Konflikte müssen kein Grund einer Trennung sein. aber Einstellungen ändern sich in der Regeln nicht zum Positiven, sondern versteifen sich im Alter. wenn du es also jetzt schon nicht erträgst, wie er sich verhält, so wird das im Alter nur schlimmer, denn in der Regel kann man einen Menschen nicht ändern. würdest du sein Verhalten also in ein paar Jahren noch ertragen?

und um ehrlich zu sein, verstehe ich deine Überschrift nicht. warum bist du Opfer? Opfer von wem? warum bist du Täter? wer ist dann dein Opfer? dir scheint Unrecht widerfahren zu sein. und du möchtest Unrecht tun? wäre das dann Rache?


  Re: Bin ich Opfer oder Täter?
   SchweigenDilemma
schrieb am 01.10.2018 15:44
Grundsätzlich noch eines vorweg: Wir "üben" das Zusammenleben nun schon seit geraumer Zeit, er ist bereits seit Monaten Tag und Nacht hier. Wir verbringen so viel Zeit wie es nur geht miteinander, das kannte ich so von meinem Ex garnicht aber für ihn ist es sehr wichtig. Hatten in der ganzen Zeit nur 3 Abende ohne einander und die waren für beide nicht schön. Es ist also nicht so, dass sich die Situation großartig ändert, es ändert sich nur der Ort - und mein Status. Wo ich aktuell wohne ist auf mich gemietet aber sobald ich keinen Unterhalt für mich mehr erhalte kann ich mir die Miete nicht mehr leisten (ich kann nur eingeschränkt arbeiten und die Wohngegend ist leider auch im Umkreis der nächsten 50km noch teuer, daher würde mein Gehalt + Unterhalt für die Kinder noch nicht mal für Miete und Nebenkosten reichen). Deshalb hat mich sein Vorschlag, mit ihm zusammen in seinem Haus zu leben, aufrichtig gefreut. Aber es fühlt sich so an als begäbe ich mich damit in ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis und ich konnte es noch nie, nie, nie leiden, von irgendwem/irgendetwas abhängig zu sein, jemanden/etwas zu brauchen etc, jetzt noch weniger als vor meinem Ex und seiner netten Aktion ohnehin schon. Vielleicht ist das der Kern meines Problems? Er beruhigt mich natürlich aber mein Kopf sagt, dass man ja an meinem Ex gesehen hat, wieviel Verlass im Zweifelsfall noch auf Menschen ist wenns erst mal Hart auf Hart kommt. Wir bauen das Haus gerade gemeinsam um aber es ist nunmal seines.

pmami
Wir sind seit einem Jahr zusammen, die Trennung war im Sommer letzten Jahres

patty 2
ich überlege schon seit Monaten daran herum und habe mich sehr darauf gefreut. Aber da dafür das Haus umgebaut wird... und jetzt solche Entscheidungen getroffen werden wie Fensterbänke, Türstöcke, Böden... ich weiß nicht, das hat bei mir einfach ein Gefühl der Panik ausgelöst. Er mag inzwischen mit meiner Denke vertraut sein, aber er wird ihr vermutlich nie adäquat begegnen. Er ist grundsätzlich nicht der große Reder und erst recht nicht auf meinem, höchstwahrscheinlich längst ungesundem Level. Ich denke und zerrede, denke noch mehr und zerrede weiter und sehe daher sein Wesen eigentlich als Chance für mich denn dass ich viel zu verkopft bin und nicht immer alles bis ins letzte Detail vorausdenken sollte sagen mir Freunde schon seit Jahren. Die Frage, was ich ihm gebe hat mich jetzt den ganzen Vormittag getrieben und ich kann dir keine Antwort geben. Mich einfach nur, im Zweifelsfall, Zeit, Liebe, Treue. Aber Hauptgewinn bin ich wohl keiner und habe mich mehrere Stunden schlecht wegen dieser Erkenntnis gefühlt und deshalb, weil ich noch nie selbst auf die Idee gekommen bin, mir diese Frage zu stellen! Zu den übrigen Fragen: zu Preis vs. Gewinn siehe den ersten Absatz dieser Antwort, Mietvertrag bekomme ich keinen. Habe ich bislang noch garnicht dran gedacht, ich zahle ja auch keine Miete und beteilige mich am Umbau. Ja sind sie, sie freuen sich sogar darauf (ob das langfristig so bleibt wird sich noch zeigen). Finanziell bin ich leider nicht unabhängig, ich bin beruflich sehr im Abseits. Meine Freunde finden die Pläne gut, bestärken mich darin und mögen meinen Partner sehr, außer meine beste Freundin. Sie hält leider nicht sehr viel von ihm. Und ich kann deshalb nicht mit ihm darüber reden, weil er es nicht nachvollziehen kann. Er begegnet mir da mit relativem Unverständnis weil doch alles in Ordnung ist und super läuft und es aus seiner Sicht keinen Grund gibt, mir Sorgen zu machen. Seine größte Schwäche ist, dass er sich nicht besonders gut in andere hineinversetzen kann - an seinem Tellerrand ist oftmals Ende Gelände

berlink
Den Kindern hat die Trennung erstaunlicherweise nicht viel ausgemacht. Das war ein großer Aha-Moment für mich, denn auch mein Leben im Sinne des täglichen Ablaufs hat sich nicht wesentlich durch die Trennung geändert. Und so habe ich überhaupt erst festgestellt, dass ich wohl schon eine ganze Weile allein erziehend war und meinen Partner vor längerem bereits an die Online-Welt verloren hatte. Und ich dachte die ganze Zeit, ich sei einfach tolerant und ließe ihm seinen Freiraum! Jedenfalls hat sich für die Kinder nicht viel verändert, sie haben ihn davor kaum gesehen und wenn dann war er genervt und sie sehen ihn jetzt kaum und wenn dann ist er genervt. Sie haben sich jedenfalls nicht in trauriger Form zur Trennung geäußert und vermissen ihn auch nicht. Von meinem neuen Partner sind sie begeistert, er bringt Schwung in die Bude und beschäftigt sich gern mit ihnen. Ich danke dir für deine Einschätzung!

blauesTeufelchen
Welches Verhalten meinst du mit diesem Satz hier "denn in der Regel kann man einen Menschen nicht ändern. würdest du sein Verhalten also in ein paar Jahren noch ertragen?" ? Ich denke ich kann relativ viel ertragen wenn die Bilanz stimmt aber ich kann schwer abschätzen, wie sehr mich die Dinge im Laufe der Zeit noch stören werden. Ich bin kein rosarote-Brille-Typ und habe schon ziemlich zu Anfang gesehen, wo seine Schwächen liegen. Wenn er seine Stärken in der gleichen Weise beibehält wie sie jetzt sind, gehe ich davon aus, dass ich insgesamt klarkommen werde.
Was die Überschrift betrifft: Manchmal fürchte ich, dass mich die Trennung bzw. dass ich nicht mal ansatzweise was geahnt habe, total zerwürfelt hat. Gerade im Hinblick darauf, mich beruhigt auf jemanden verlassen zu können. Daher die Frage, ob ich Opfer bin und einen Schaden wegbekommen habe. Täter dagegen könnte ich sein wenn ich jemand so Gestörtes wie mich mit all meinen (irrationalen?) Sorgen auf jemanden wie meinen Partner loslasse, der nun wirklich nichts dafür kann.


  Re: Bin ich Opfer oder Täter?
   Joaninha
schrieb am 01.10.2018 18:52
Lieber als pn!
Edit: pn geht nicht... aber vielleicht hast Du es ja schon gelesen...


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.10.18 18:59 von Joaninha.


  Re: Bin ich Opfer oder Täter?
no avatar    kraulquappe
schrieb am 02.10.2018 11:39
Hallo SchweigenDilemma,

Ich glaube ich kann sehr gut nachvollziehen wie du dich fühlen mußt, war ich doch vor vielen
Jahren in einer sehr ähnlichen Situation, allerdings noch ohne Kinder.
Auch ich bin/war ein sehr komplizierter um viele Ecken denkender Mensch mit kompliziertem
Lebenswandel, prekärem Beschäftigungsverhältnis und materiell kaum Spielraum.
Ich wußte wenn ich mit meinem Jetzt-Mann zusammenziehe, würde ich nach einer Trennung keine
leitbare Wohnung mehr finden und hatte Bedenken mich mit all meiner Kompliziertheit ihm zuzumuten.
Er ist total unkompliziert fast immer guter Laune und hatte in seinem leben kaum Probleme, und alles ist in seinen
Augen immer einfach.
Mittlerweile sind wir viele Jahre verheiratet haben Kinder und ich habe mich über die Jahre beruflich verändert
so daß ich zur Not auch alleine mit Kindern mein Leben bestreiten könnte.
Im Laufe der Jahre haben wir uns charakterlich etwas verändert. Mein Mann sieht nicht mehr immer alles so einfach und
ich denke schon lange nicht mehr so kompliziert.

Wenn es euch jetzt gut geht miteinander, deine Kinder deinen Freund ebenfalls mögen, ihr schon seit längerer Zeit zusammenwohnt, spricht
eigentlich nichts gegen euer gemeinsames Wohnprojekt.
Allerdings bist du wenn ich dein Posting richtig verstanden habe schon einmal für deinen Ex in eine fremde Kleinstadt gezogen. Vielleicht deshalb deine
übergroße Angst weil sich die Dinge zu wiederholen scheinen.
Du solltest halt darauf achten daß in deiner neuen Lebenssituation, eine erfolgreiche berufliche Entwicklung in den nächsten Jahren möglich ist.
und du somit die Change hast dich materiell von deinem Freund unabhängig zu machen in Zukunft.


  Re: Bin ich Opfer oder Täter?
   pmami
schrieb am 02.10.2018 11:51
Trennung im Sommer letzten Jahres - also nicht nicht einmal eineinhalb Jahre her - ist jetzt nicht lang. Die neue Beziehung kam recht früh (was nicht schlecht sein muss) und ist jetzt mit einem Jahr auch noch nicht so lange beständig.

Ich verstehe die Problematik, wie Du finanziell über die Runden kommst, wenn der Unterhalt für Dich wegfällt. Konkrete Frage: Wann wird das denn der Fall sein? Und gäbe es dann eine Chance, die Lücke zwischen Deinem Einkommen und der Miete mit ergänzenden Sozialleistungen aufzustocken? Hast du dir mal ausrechnen lassen, ob Du Anspruch auf Wohngeld hättest?

Wie wäre es, wenn er bei Dir einzieht, anteilig die Miete übernimmt und Du somit Eure jetzige Wohnung behalten könntest? Er könnte sein Haus vermieten und wenn es doch zu Trennung käme, könnte er zurück in sein Haus und Du hättest noch immer die Wohnung. Die Du Dir zwar dann alleine auch nicht leisten kannst, aber damit wärst Du jedenfalls nicht in einer schlechteren Position, als jetzt.

Andersherum: Wenn Du zu ihm ziehst, Eure Beziehung scheitert und Du mit den Kindern wieder ausziehen müsstest, wärst Du ja auch nicht in einer schlechteren Position als jetzt. denn, wie Du sagst, kannst du deine jetzige Wohnung eh nicht halten, musst Dir also etwas Neues suchen. Das müsstest Du im worst case einer Trennung dann eben auch tun.

Als ich mich von dem Vater meines Großen getrennt habe, bin ich mit meinem jetzigen Mann sehr schnell zusammmen gezogen, nach nur einem halben Jahr Beziehung. Aber: Es war immer klar, dass ich das will. Für mich war es immer "Yes, das ist es, was ich will". Ich habe mich gefreut, ich war begeistert, ich war wie im siebten Himmel. Das bist Du alles nicht. Du zweifelst. Deshalb stelle ich mir die Frage, welchen Grund es für Dich gibt, mit ihm zusammen zu ziehen? Warum wartest Du nicht, bis Du soweit bist, dass Du es wirklich willst? Oder Du Dir im Klaren darüber bist, dass Du es nicht willst.

Viele Grüße pmami


  Re: Bin ich Opfer oder Täter?
   Hamamelis71*
schrieb am 02.10.2018 17:55
Liebe TE,

Gibt es denn die Möglichkeit, dass Du mittelfristig finanziell unabhängiger werden kannst?

Was ist, wenn die neue Beziehung scheitern sollte - wie wird Dein finanzieller Einsatz am Umbau abgegolten? Hättest Du ein Wohnrecht im Haus, falls Deinem Partner etwas passieren sollte?

Wann würde der nacheheliche Unterhalt wegfallen? Warum? Du hast ja für Deinen Ex Mann einiges aufgegeben.

Deine Bedenken kann ich gut nachvollziehen, gerade wenn man kürzlich eine Trennung hinter sich gebracht hat. Allerdings solltest Du Dir ein paar Gedanken über Deine zukünftige finanzielle Situation machen bzw Absicherung.

Alles Gute für Euch!


  Re: Bin ich Opfer oder Täter?
   Paula Mondschein
Status:
schrieb am 03.10.2018 11:23
Liebe Schweigen,
Du schreibst über ihn "während sein Mittel der Wahl Genervtheit und unter den Teppich kehren ist", Ich denke, du solltest dir selbst mehr vertrauen. Weil du das bisher nicht getan hast, bist du in diesem Hin-und Her. Ist er gut, ist er schlecht, liebe ich ihn oder nicht? Ich denke du müsstest dir eingestehen, wie er wirklich ist: Nicht ideal. Und das ist vielleicht keiner. Er scheint nett, warmherzig und im Vergleich zu dir etwas einfach gestrickt zu sein, scheint in Sachen Erziehung einen anderen Standpunkt zu haben bzw. vielleicht keine Ahnung. Ich an deiner Stelle würde versuchen mehr bei mir und den Kindern zu bleiben, das kann man auch und muss man gerade, wenn man zusammen lebt. Du darfst ihn ja auch lieben und Seiten an ihm blöd finden und bezüglich der Kinder muss er sich da eben auf deine Wünsche einstellen. Wenn du möchtest, dass mit den Kindern diskutiert wird, dann soll das auch so sein. Vielleicht guckst du dich nach einer Therapie um, damit dein Standpunkt mehr gestärkt wird.
Alles Liebe von Paula


  Re: Bin ich Opfer oder Täter?
   Brownie14
schrieb am 05.10.2018 07:37
Zitat
SchweigenDilemma
ich konnte es noch nie, nie, nie leiden, von irgendwem/irgendetwas abhängig zu sein,

Und dennoch warst und bist du von deinem Ex abhängig und begibst dich nun nahtlos in die Abhängigkeit eines neuen Mannes. Ich sehe in deinem Beitrag viel Widersprüchliches. Seine negativen Eigenschaften bereiten dir Bauchschmerzen und das zu Recht, denn es sind einige Eigenschaften, die dir auf lange Sicht viele Probleme bereiten könnten (z.B. fehlende Empathie, schwierige Kommunikation, Differerenzen bzgl. der Kinder). Mir kommt es so vor als ob du bei diesem Mann etwas suchst, was du verloren hast oder gerne hättest: Einen Vater für deine Kinder, der familienorientiert ist, dir finanzielle Sicherheit und ein schönes Haus anbietet. Liebst du tatsächlich ihn oder das Ideal, das er dir auf dem Silbertablett serviert?

Zitat
SchweigenDilemma
Meine Freunde finden die Pläne gut, bestärken mich darin und mögen meinen Partner sehr, außer meine beste Freundin. Sie hält leider nicht sehr viel von ihm.

Das finde ich interessant. Was sind das für Freunde? Für sie scheint es erstmal einfach, dich zu bestärken. Je nach dem wie viel "Wahrheit" sie kennen, möchten sie natürlich, dass die Situation leichter für dich wird und der Mann scheint einen einfachen und attraktiven Weg zu bieten. Deine beste Freundin dagegen hat eine ganz andere Meinung. Warum? Weiss sie Dinge, die die anderen nicht wissen oder ist sie nur ehrlicher zu dir? Sind ihre Bedenken ähnlich wie deine und kannst du ihre Argumente nachvollziehen?

Mich musst du natürlich nicht überzeugen, aber für mich sind da zu viele Widersprüche. Klar kann alles gut gehen, schliesslich kenne ich euch nicht, aber mMn nennst du viele Gründe, warum du nicht Verantwortung für dein Leben übernehmen kannst. Stattdessen ist es einfacher sich einzureden, dass du diesen Mann liebst und zu ihm ziehst, weil das viele deiner Sorgen nehmen würde. Du redest dir ein, dass du als "Preis" seine Schwächen ertragen wirst, obwohl dir das sehr deutlich Unbehagen bereitet. Du hast hier geschrieben, weil du grosse Zweifel hast, ich denke, das solltest du ernst nehmen.


  Re: Bin ich Opfer oder Täter?
   blauesTeufelchen
Status:
schrieb am 05.10.2018 10:01
Zitat
SchweigenDilemma
blauesTeufelchen
Welches Verhalten meinst du mit diesem Satz hier "denn in der Regel kann man einen Menschen nicht ändern. würdest du sein Verhalten also in ein paar Jahren noch ertragen?" ? Ich denke ich kann relativ viel ertragen wenn die Bilanz stimmt aber ich kann schwer abschätzen, wie sehr mich die Dinge im Laufe der Zeit noch stören werden.

ich meine kein konkretes Verhalten. es muss nichts großes sein, sondern einfach so Kleinigkeiten. klassisch (aber auch unwahrscheinlich) ist die offenen Zahnpastatube. es ist nicht schlimm, aber nervig. und wenn du dir jettz schon wünschst, dass sich das mal endern muss - wird es wahrscheinlich nicht. aber dich wird es immer mehr aufregen. überlege also, ob es jetzt schon dinge gibt, die dich stören, die du nicht tolerieren willst. gehe davon aus, dass du das auch noch in Jahren tun wirst. kannst du das?

ich finde den Ansatz, relativ viel ertragen zu können, ungünstig. sicherlich ist es sinnvoll, sich zu überlegen, ob die Bilanz stimmt. aber ich denke es sollte eher ein Ausgleich sein, also im Bezug zueinander stehen. ist schwer zu beschreiben. ich glaube aber, dass nur die Bilanz nicht ausschlaggebend ist, sondern die Art des Ausgleichs.

ich würde auch nochmal mehr darüber nachzudenken, was deine Freunde sagen. was ich wirklich festgestellt habe: der Mann, der wirklich zu mir passte, ist der, den auch alle meine Freunde nett fanden, vom Charakter her. sie sind ein guter Spiegel


  Re: Bin ich Opfer oder Täter?
   SchweigenDilemma
schrieb am 05.10.2018 17:06
Danke euch allen, die nach meiner letzten Antwort noch reagiert haben. Insgesamt kann ich schon jetzt sagen, dass ihr mir sehr geholfen habt und es mir mittlerweile deutlich besser geht. Natürlich habe ich zwischenzeitlich viel gedacht und beobachtet aber auch mein Partner hat in den letzten Tagen das Gespräch zu mir gesucht. Zwar wegen einer anderen Sache, aber überhaupt - das war etwas völlig neues. Es geht also und das ist sehr wertvoll zu wissen.
Ich entschuldige mich schon mal für alle Beiträge die jetzt vielleicht unter den Tisch fallen sollten...

kraulquappe
ich ziehe nicht wirklich in eine andere Stadt, ich ziehe nur von dieser Kleinstadt raus aufs Nachbardorf. Aber die Veränderung ist insgesamt weit weniger gravierend als damals, da diesmal die Umgebung und mein bzw. unser soziales Umfeld gleich bleibt.

pmami
das wird voraussichtlich in ca 7 bis 8 Monaten der Fall sein. Anspruch auf Wohngeld oder anderweitige Sozialleistungen habe ich nicht. Wir haben über die von dir angemerkte Alternative mal ausführlich gesprochen, allerdings spricht etliches dagegen. Die Miete hier ist wirklich teuer, der Platz zu wenig. Er hat von hier aus weiter zur Arbeit zu fahren (ich zu meiner auch als von ihm aus), noch dazu muss er dennoch jeden Tag zu seinem Haus weil dort Arbeitsmaterial lagert das er benötigt und hier nicht unterbringen kann. Außerdem ist hier an jeder Ecke mein Ex noch präsent und zwar in einer Form, die nicht tilgbar ist, denn alles was sich entsorgen ließ, ist ohnehin bereits rausgeflogen. Aber es ist unangenehm und ich verstehe es, ich freue mich ja an sich selbst auf den Tapetenwechsel, um ihn nicht mehr permanent vor Augen zu haben. Ich verstehe daher seine Argumente sehr gut.
Ich denke, ich zweifle, weil ich an nichts mehr glaube möchte, das Wohlwollen, Zuneigung, Ehrlichkeit etc. weiterer Personen beinhaltet

Hamamelis
weißt du mehr wie ich? Bekomme ich länger Unterhalt, wenn ich etwas für ihn aufgegeben habe? Mein Stand der Dinge ist dass der Unterhalt mit Rechtsgültigkeit der Scheidung wegfällt sobald die Kinder über 3 sind und danach handelt es sich wohl um einen Ausgleich für aufgrund der Ehe entstandene Nachteile. Dies wiederum wird aber doch nach Kindesunterhalt, Selbstbehalt und diversen weiteren Abzügen berechnet. Da er sich mit "diversen weiteren Abzügen" gut auskennt und auch einige davon in petto hat, bleibt da für mich nichts übrig. Ich hatte das mal mit einer Anwältin durchgesprochen oder bin ich da schlecht/falsch beraten worden?

Paula Mondschein
dein Beitrag hat mir sehr geholfen, das ist etwas, das ich mir definitiv zu Herzen nehmen werde!

Brownie
Einen Vater für die Kinder habe ich nicht gesucht denn sie haben schon einen. Ich war ohnehin so desillusioniert dass ich schon froh gewesen wäre wenn jemand nicht reißaus nimmt wenn er erfährt, dass ich Kinder habe, wirklich. Das war ein sehr bedrückendes Gefühl. Ich wusste nur dass ich gute Voraussetzungen habe, grumpy und verbittert zu werden wenn ich mich grundsätzlich verschließe und habe versucht, offen zu bleiben Dinge, die sich ergeben. Dass er ein Haus hat, habe ich erst viel später erfahren, als ich schon hoffnungslos verliebt war.
Meine beste Freundin hat eine andere Meinung weil sie seit einiger Zeit in einer schweren Depression steckt und seit Jahren Single ist. Sie hat meinen Partner nie kennen gelernt, nie mit ihm gesprochen. Und sie hätte sich gewünscht, dass ich nach der Trennung von meinem Ex zurück "in die Heimat" ziehe, was ich nicht getan habe. Es kann gut sein, dass sie meinen Partner dafür (mit)verantwortlich macht, für mich war jedoch ausschlaggebend, dass mich dort auch niemand auffangen konnte. Sie äußert keine wirklichen Bedenken, sie findet nur sein "einfacher gestrickt sein" als ich als unpassend für mich.
Aber wie meinst du das, dass ich keine Verantwortung für mein Leben übernehme?

blauesTeufelchen
Danke dir! Das mit den Freunden finde ich einen sehr guten Tipp. Ich denke, ich werde genau hier nochmal ansetzen


  Re: Bin ich Opfer oder Täter?
   Hamamelis71*
schrieb am 05.10.2018 21:48
Nachehelicher Unterhalt ist ein schwieriges Thema, aber verhandelbar. Ich habe Freundinnen, die nachehelichen Unterhalt bekommen. Sie konnten darlegen, was sie vorher in ihrem Beruf verdient haben und haben den Job wegen dem Ehemann aufgegeben inkl Umzug. Allerdings waren sie längere Zeit verheiratet.

Es wird sich alles finden!




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