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  Tod des Opas
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  Meljosie
Status:
schrieb am 17.09.2018 00:06
Hallo liebe Gemeinde.

Ich Ende mich heute mit einem sehr traurigen Thema. Vor zweit Tagen ist sehr überraschend mein Vati verstorben. traurig
Mal abgesehen davon, dass ich ( als Einzelkind] mit der Situation sehr zu kämpfen habe, sind wir im Moment absolut ratlos, wie wir mit der Situation für die Kinder umgehen sollen. Wir waren gerade auf Kur, für die Kider ein toller Urlaub und dann kam dieser furchtbare Anruf....
Unsere Zwerge haben ein absolut inniges Verhältnis zu ihren Großeltern haben sie mehrmals in der Woche gesehen. Außer uns sind sie eigentlich die einzigen Bezugspersonen. Meine Eltern haben uns in der wahnsinnig anstrengenden Anfangszeit mit den Drillis so gut es ging unterstützt und entsprechend eng ist die Bindung. Das zusätzlich furchtbare ist, dass sie warum auch immer, gerade den Opa vergöttern. Wenn Sie uns besucht haben und Oma kam zuerst rein, sind sie freudestrahlend losgerannt OMA! Und dann an ihr vorbei, wo ist ist Opa? ich glaube Oma war manchesmal verletzt.
Meine Mama traut sich nun in der ohnehin unfassbare schweren Situation nicht zu uns, weil sie diesen Moment wohl einfach nicht aushalten würde, und wir wohl auch nicht. Ich weine viel die letzten Tage und auch die Kinder haben das schon mitbekommen, dann sagen sie Mama ist traurig. traurig Das streite ich dann auch nicht ab, sondern sage, ja das stimmt, aber das ist nicht schlimm und wir drücken uns. Aber sie wissen immer noch nicht weshalb. Wie kann ich meinen noch nicht mal Dreijährigen Kindern irgendwie verständlich machen, dass Opa nicht mehr wieder kommt? Es ist so schwer, weil er ihnen so präsent ist, eigentlich wollten sie uns dieses WE in der Kur besuchen. Nun reden sie jeden Tag davon Opa zu besuchen. Greta hat uns bei uns unserer abrupten Abreise gesagt, dass sie gar nicht heim wolle... sie verstehen so viel... aber das... Wir wissen einfach nicht, wie wir es ihnen erklären sollen. Wir hätten so gern eine Lösung, die für sie akzeptabel, wenn auch traurig ist. Also nicht falsch verstehen. Wir wollen sie nicht außen vor lassen. Aber auch nicht überfordern. Und ich hätte so gern eine Idee die uns ermöglicht, dass sie den so geliebten Opa nicht vergessen. Das ist das was mich so sehr umtreibt, die Angst, dass sie irgendwann an den Opa den sie heute so vergöttern später nicht mal eine Erinnerung haben. Sie sind erst 2;8 J alt.
Hat vielleicht jemand eine Idee für uns, wir sind so verzweifelt.

LG Meljosie mit den drei Zwergen.


  Re: Tod des Opas
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  cora167
schrieb am 17.09.2018 07:54
Es tut mir so leid für euch! Hier ist vor zwei Jahren ähnliches passiert, beim dritten Geburtstag der Großen war er noch dabei, 2 Wochen später ist er gestorben. Während ich das tippe, kommen mir noch immer die Tränen. Wir haben ein paar Tage gewartet, bis ich mich einigermaßen gesammelt hatte und dann haben wir ihr gesagt, dass Opa sehr krank war und jetzt im Himmel ist. Sie hat es ganz gut verkraftet, noch einiges gefragt, und wir haben versucht, es so gut wie möglich zu beantworten. Bei der Beerdigung war sie allerdings nicht dabei, darüber haben wir lange nachgedacht und gesprochen. Im Nachhinein war es gut so, es war sehr traurig und ich wollte nicht, dass sie mich und die Oma so sieht. Aber das muss jeder für sich und seine Situation entscheiden.

Zu Beginn war sie sehr irritiert, weil Opas Sachen noch im Haus meiner Eltern waren. Sie hat öfter gefragt, ob er wirklich nicht mehr wieder kommt, weil Schuhe und Jacke noch da waren. Auch heute will sie noch einiges wissen, zB wie es im Himmel aussieht, ob Opa da nicht mehr krank ist usw. Ich versuche, ihr das so gut zu erklären wie ich kann, sage bei vielem aber auch ehrlich, dass ich es nicht weiß. Ein Buch oä hatten wir nicht.

Ich wünsche euch viel Kraft und alles Gute für die kommende Zeit!


  Re: Tod des Opas
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  Beccipliep
Status:
schrieb am 17.09.2018 08:51
Liebe Meljosie,

es tut mir sehr leid, dass du deinen Vater so plötzlich verloren hast.

Mein Schwiegervater ist gestorben, da war meine Tochter 2,5Jahre alt. Er hatte Krebs und wir waren schon darauf vorbereitet, das war auf jeden Fall hilfreich. Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich es meiner Tochter sagen kann. Wir sind nicht gläubig, trotzdem habe ich mich letztlich für Coras Version entschieden, der Opa war sehr krank und ist gestorben, jetzt ist er im Himmel.
Meine Tochter konnte damit recht gut umgehen.
Als unsere kleine Tochter 6 Wochen später gestorben ist, war ich so froh, dass wir schon ein Model zur Hand hatten...

Jetzt ist sie 5,75Jahre alt und spricht immer noch vom Opa und den Geschwistern im Himmel (sitzen auf einer Wolke und spielen UNO, nein UNO junior, weil der kleine Bruder kann UNO noch nicht...). Zwischendurch stellt sie auch genauere Fragen und dann antworte ich inzwischen ehrlich, dass man nicht weiß, was mit den Toten passiert. Trotzdem behält sie dieses in meinen Augen sehr friedliche Bild im Herzen. Und es hat auch mir immer geholfen, mit ihr über ihre kleine Schwester zu sprechen. Irgendwie ist dieses Weiterleben im Himmel sehr tröstlich.

Nach Büchern hatte ich damals auch geschaut, hab aber für uns kein passendes gefunden. Die meisten Bücher sind für größere Kinder und oft wird der Verstorbene am Ende durch jemand anderen ersetzt, das fand ich unpassend. Ich habe damals "Abschied von Opa Elefant" gekauft, dafür war sie deutlich zu klein. "Adieu, Herr Muffin" soll ganz gut sein, hat mir aber nicht so gefallen.

Bei der Beerdigung vom Opa war sie damals dabei, das war kein Problem. Über Urne und Beerdigung haben wir sie allerdings im Verlauf erst aufgeklärt. Ich habe gesagt, wir verabschieden uns vom Opa und singen für ihn. Das konnte sie gut nachvollziehen.
Bei der Beerdigung ihrer Schwester war sie nicht dabei. Damals ist es ihr nicht aufgefallen, jetzt hat sie schon ein paarmal gesagt, sie wäre so gerne dabeigewesen, "warum habt ihr mich nicht mitgenommen?". Im Nachhinein würde ich es anders machen.

Insgesamt glaube ich, ist es gut, so ehrlich wie möglich zu sein und alle Fragen ernsthaft zu beantworten. Und da ist auch manchmal ein "ich weiß es nicht" in Ordnung. Zumindest bei uns kehren manche Fragen immer wieder zurück.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit,
Beccipliep


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.09.18 08:52 von Beccipliep.


  Re: Tod des Opas
avatar  Fake Mom
schrieb am 17.09.2018 09:38
Das tut mir sehr Leid....


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  Re: Tod des Opas
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  -Firefly-
schrieb am 17.09.2018 10:13
Liebe Meljosie,

euer Verlust tut mir sehr leid. Unser Sohn war 2, 4 Jahre als sein Opa und mein Schwiegervater gestorben ist. Das Verhältnis war nicht sehr eng, da er ziemlich krank war und nicht sehr präsent sein konnte. Trotzdem hat der Tod des Opas ihn sehr beschäftigt, umso größer unser Sohn wurde, umso mehr. Wir sprechen auch heute noch über den Opa und ich finde es schön, dass er einen Platz in seinem Herzen hat. Nachdem das Thema Tod für meinen Sohn auch nach Monaten noch frage-und redebedarf aufgeworfen hat, haben wir dieses Buch gekauft: [www.amazon.de] .
In diesem Buch erzählt der Opa, was nach dem Tod passieren könnte, zb in den Himmel kommen, ein Stern werden oder die Möglichkeit, dass nichts ist (aber nichts eben auch kein Schmerz bedeutet und deswegen „gut“ sein kann). Für uns war es passend, da wir nicht gläubig sind und auch nicht an den Himmel glauben, ich aber meinem Sohn auch nicht sagen möchte, dass nach dem Tod nichts ist (bzw. wer weiß das schon), das versteht er einfach nicht. Mein Sohn versteht das Himmelskonzept verständlicherweise aktuell am besten.
Wenn ihr weiterhin über den Opa redet und ihn teilhaben lasst an eurem Leben, vergessen eure Kinder ihren Opa nicht.

Alles Gute,
Firefly


  Re: Tod des Opas
avatar  Alpina
Status:
schrieb am 17.09.2018 22:45
Liebe Meljosie,

es tut mir leid, dass ihr einen so schweren und plötzlichen Verlust erleben musstet!

Ich kann dir zwar nicht als Mutter antworten, aber Wissen aus der Notfallpsychologie teilen.
Für Kinder ist es wichtig, zwar altersadäquat aber ehrlich aufgeklärt zu werden und auch die Möglichkeit zu bekommen sich vom Toten zu verabschieden. Sei es bei einer Aufbahrung oder Beerdigung, da auch ihnen dieser Teil bei der Verarbeitung helfen kann. Allerdings haben so kleine Kinder kein Konzept vom "Tot-sein", im Sinne dass es etwas endgültiges ist und die Person nie wieder kommt, für sie ist es in etwa wie wenn jemand verreist ist - somit einfach nicht da. Deswegen ist es wichtig bei der Wortwahl darauf zu achten, den Kindern die endgültigkeit klar zu machen, damit sie nicht auf eine Rückkehr warten (z.B. nicht sowas wie "Opa ist von uns gegangen" sondern eher in der Art "Opa ist gestorben und ist jetzt im Himmel/Universum/usw. von wo aus er auf euch aufpassen aber nicht mehr zurückkommen kann" ).
Falls ihr nicht religiös seid könntet ihr vielleicht mit den Kindern ein eigenes Bild/ Vorstellung davon entwickeln, wo Opa jetzt ist.

Meine Ur-Oma ist gestorben, da war ich glaub ich nicht einmal 4 Jahre alt. Ich kann mich noch dunkel daran erinnern und ich war nicht bei der Beerdigung und weiß noch, dass ich nicht verstanden habe, was passiert, außer dass alle traurig waren und sie nicht mehr da war. Mir hätte da eine Erklärung denk ich gut getan, anstatt als Kind "geschont" und abgeschirmt zu werden. Man versteht als Kind oft so viel mehr, als Erwachsene es denken, v.a. auf emotionaler Ebene.

Ich hoffe, ihr findet einen guten Weg, es euren Kleinen zu sagen und wünsche euch ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit!


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.09.18 22:47 von Alpina.


  Re: Tod des Opas
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  berlink
Status:
schrieb am 17.09.2018 23:01
Hallo liebe Meljosie,

es tut mir sehr leid um den Verlust Deines Vaters.
Ich würde wahrscheinlich die Kinder nicht mit zur Trauerfeier/Beerdigung nehmen. Wir haben uns im letzten Jahr dagegen entschieden, als meine Oma verstorben ist. Wir sind aber am nächsten tag zusammen zum Grab gegangen. Seither gehen wir ganz regelmäßig hin, fahren mit dem Rad vorbei und sagen "Hallo".

Ich finde dieses Buch ganz gut, es ist auch für Kleinere geeignet:

[www.amazon.de]

Viele Grüße und Euch alles Gute!


  Re: Tod des Opas
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  Meljosie
Status:
schrieb am 18.09.2018 10:25
Hallo ihr Lieben.

Vielen Dank für euer Antworten und den Zuspruch.
Wir haben das Buch wo geht eigentlich der Opa hin gekauft und hoffen so einen Weg zu finden mit den Kleinen zu reden. Uns hat gefallen, dass es insofern die Frage ehrlich beantwortet, dass wir es nicht wissen und die Kinder eine Möglichkeit bekommen sich individuell eine Idee zu machen.
Zur Beerdigung werden wir sie definitiv nicht mitnehmen, da ich denke, dass sie insbesondere mit der Situation dass alle so furchtbar weinen Mama, Papa, Oma, der große Bruder... überfordert sein werden. Und dann ist da da niemand, der stark genug ist, sie aufzufangen und zu begleiten. Diese Vorstellung finde ich furchtbar. Wir werden später mit Ihnen zur Grabstelle gehen und ihnen sagen, dass das ein Platz ist, an dem man an Opa denken und ihm kleine Geschenke bringen kann. Sie haben in der Kur für ihn Muscheln bemalt, da war die Welt noch in Ordnung. traurig Ich denke die werden wir sie als kleines Geschenk hinbringen lassen.
Meingroße Angst gilt eigentlich dem Moment wenn wir ihnen sagen müssen, dass Opa nie mehr wieder kommt. Der wird wohl heute Nachmittag gekommen sein. Drückt mir die Daumen für viel Kraft.

LG


  Re: Tod des Opas
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  Blume2010
Status:
schrieb am 18.09.2018 20:58
Es tut mir sehr leid für dich...
Bei uns war es ähnlich. Wir haben auch das Opa Buch gekauft und ich finde es toll. Wir hatten die Kinder nicht auf der Beerdigung dabei. Da will man ja auch selbst Abschied nehmen, ohne, dass man sich die ganze Zeit zusammen reißen und um die Kinder kümmern will. Ich denke, es wäre bestimmt schlimm, wenn sie den Schmerz von Mama und Oma live erleben.
Wir haben uns die Kinder direkt im Anschluss ans Grab bringen lassen. Dort konnten sie ihre Bilder und Geschenke hinlegen und problemlos alle Fragen stellen. Das hat allen gut getan und die Stimmung war gelöster. Ich würde das sofort wieder so machen.


  Re: Tod des Opas
avatar  momsik79
Status:
schrieb am 25.09.2018 22:57
Liebe Meljosie,

erst einmal möchte euch mein Beileid ausdrücken und euch ganz viel Kraft in dieser schweren Zeit wünschen.

Mein Schwiegervater ist vor ca. 1,5 Jahren durch einen Autounfall aus unserer Mitte gerissen worden und hat nach wie vor ein sehr großes Loch hinterlassen.
Die Kinder waren da 9,7 und 2 Jahre alt. Sie hatten alle drei eine sehr herzliche und innige Beziehung zu unserem Opa.

Wir haben für jedes Kind ein Kissen mit einem Bild von ihm bedrucken lassen zum Schmusen und Drücken. Sie liegen mit im Bett und werden zu jedem Urlaub mitgenommen. Die Kinder lieben diese sehr und der Opa ist immer in der Nähe. Sie haben sich jeder ein schönes Foto von sich mit dem Opa ausgesucht und es hängt in ihren Zimmern, außerdem haben wir eine Fotowand im Wohnzimmer, er ist immer bei uns.

Wir reden immer noch sehr viel, eigentlich täglich über den Opa, es helfen die Fotos, die schönen Erinnerungen und auch Videos sehr viel.

Die Kleine geht sehr locker damit um, aber man bemerkt, dass sie natürlich noch sehr klein war, als er gehen musste. Sie weiß, der Opa ist jetzt im Himmel und schaut uns zu und ist jetzt zusammen mit den Urgroßeltern und auch unserem verstorbenen Hund.

Ich habe die Hoffnung, dass sie aber trotz des Alters, weiterhin eine liebevolle Beziehung und freudige und fröhliche Gefühle mit unseren Erinnerungen für ihn haben wird.

Wir sagen immer wieder zu den Kindern, dass der Opa jetzt sicherlich sehr stolz auf sie wäre oder wie er vielleicht Probleme angepackt hätte.

Wir haben auch die Urne mit unseren Handabdrücken geschmückt - das hat uns auch sehr geholfen und die Großen schon einmal auf die Beerdigung vorbereitet - die Kleine haben wir nicht mitgenommen. Für die Großen war der Gang schon sehr belastend und es war furchtbar schwer, auch mit unserer Trauer, die Kinder zu trösten.

Ach, mir laufen auch schon wieder die Tränen - bleibt einfach offen gegenüber den Kindern, zeigt ruhig eure Trauer, aber auch, dass ihr trotzdem noch fröhlich sein könnt und vielleicht ist ja auch die Idee mit dem Schmusekissen etwas für euch. Es ist definitiv nicht einfach, wird aber irgendwann etwas ertragbarer.

Liebe Grüße Mo


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 25.09.18 23:02 von momsik79.




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