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  Frage an die Arbeitsrechtler
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  ArbeitnehmerinInEZ
schrieb am 23.08.2018 11:58
Hallo,

vollkommen OT, aber da hier so viele Wissende unterwegs sind, wollte ich mal eine kurze Einschätzung erfragen. Rege ich mich zu Recht auf oder ist das nur meine gekränkte Eitelkeit?

Ich befinde mich aktuell in Elternzeit, bin aber eigentlich Stellvertretende Leitung in einer Einrichtung. Im Oktober 2016 wurde ich sogar in einem persönlichen Gespräch mit allen mir übergeordneten Chefs (Einrichtung und Träger) gefragt, ob ich nicht Leitungsstunden von meinem Einrichtungschef übernehmen möchte und mit ihm gemeinsam ein Leitungsteam bilden möchte.
Ich war so fair und habe in diesem Gespräch verkündet, dass ich in der 9. Woche schwanger bin, aber gerne die Leitungsstunden annehmen würde und bis zum Mutterschutz die zusätzlichen Aufgaben übernehme und die Nachfolge einarbeite usw. Wie es bei uns standardmäßig so ist, musste ich zum Betriebsarzt, der mich dann (nachdem ich ihm seine Arbeit erklärt habe) aufgrund fehlender Titer ins sofortige BV versetze. Damit habe ich nicht gerechnet und damit waren die Leitungsstunden dahin.

Nun habe ich durch Zufall erfahren, dass mein Einrichtungschef einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet hat, seine Nachfolge ist schon geklärt (eine Kollegin für zunächst befristet 6 Monate, um sich zu bewähren). Hier mein Problem: hätte man mich nicht informieren müssen? Zwei andere Kolleginnen, die ebenfalls in EZ sind, sind mit dem nächsthöheren Chef privat befreundet und bekamen die Info, dass jemand neues gesucht wird. Ich wurde als einzige außen vor gelassen und damit wurde mir meines Erachtens nach die Chance genommen, mich quasi auf diese Stelle zu bewerben. Ganz so abwegig wäre es ja nun auch nicht, immerhin konnte man sich mich vor der EZ in dieser Position vorstellen.
Und nun? Ja, die Leitung ist nur befristet besetzt, aber ich möchte meiner Kollegin nichts böses wünschen und daher gehe ich davon aus, dass sie ihre Sache schon gut machen wird und dann wird man sie ja nicht wieder absetzen.
Meine EZ läuft offiziell im Mai aus, aber ein kurzer Anruf bei mir mit der Mitteilung, die Leitung muss ab September neu besetzt werden und ich hätte überlegen können, ob es sich dafür lohnt, vorzeitig wieder in die Arbeit zu gehen. Aber so hatte ich gar nicht die Möglichkeit dazu und fühle mich aktuell echt unfair behandelt.

Also, darf ich mich aufregen oder bin ich zu empfindlich? Gibt es sowas wie ein Recht auf Information, auch wenn man sich in Elternzeit befindet?

Danke für eure ehrliche Einschätzung!


  Re: Frage an die Arbeitsrechtler
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  +emmi+
schrieb am 23.08.2018 14:40
von so einem recht bzw. pflicht des AG habe ich noch nie gehört und fände es auch befremdlich.
bei gewissen (öffentlichen) trägern müssen stellen (selbst wenn es interne bewerber gibt)ausgeschrieben werden, aber selbst dann wäre es deine pflicht, dich selbstständig regelmäßig zu informieren.
alternativ trotz elternzeit engen kontakt zu chef/kollegen halten. so habe ich es während langer kranheitsphasen getan.

ich denke, du darfst enttäuscht sein, aber ein anrecht hast du m.e. nicht.

lg emmi-jowi


  Re: Frage an die Arbeitsrechtler
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  Hamamelis71*
schrieb am 23.08.2018 15:04
Schwierig. Ich glaube, es wäre tatsächlich an Dir gewesen, dass Du den Kontakt zu den Kollegen während der Elternzeit pflegst. Dann hättest Du über den Buschfunk von der freien Stelle erfahren. Die Frage ist doch auch, ob Du die Leitungsposition überhaupt ausfüllen möchtest mit kleinem Kind und ggfs. weiterem Kinderwunsch. Eine Nachbarin hat das damals versucht und hat Schiffbruch erlitten. Man kann nicht allen gerecht werden, das ist meistens leider so.

Gräme Dich nicht, genieße noch Deine Elternzeit und signalisiere Motivation nach der Rückkehr. Vielleicht wird Deine Wunschposition ja in ein paar Jahren wieder frei.


  Re: Frage an die Arbeitsrechtler
avatar  Alice Cullen
Status:
schrieb am 23.08.2018 15:20
Ich sehe es so wie meine Vorschreiberinnen, ich finde mit regelmäßigen Kontakt zu den Kolleginnen hättest du es bestimmt erfahren.
Und wir rufen auch keine der Mütter in EZ an wenn wir Personal einstellen wollen ...

Denn man benötigt aktuell jemand zuverlässiges, und wenn eine aktuell aktive Kollegin zur Verfügung steht warum eine Mutter in der EZ anrufen , die doch anspruchsvollere Stelle anbieten und nachher klappt es nicht wegen dem Kind.

Es war ja erst mal in dem Sinn kein Notstand sondern eine Kollegin verfügbar.

Ja klar ärgerlich für dich aber aus Sicht des Trägers nachvollziehbare Handlung.


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  Re: Frage an die Arbeitsrechtler
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  henriette
schrieb am 23.08.2018 16:17
wenn Mütter in Elternzeit sind und nicht aus anderen Gründen (Krankheit) überhaupt nicht am Job teilhaben können, liegt es doch an ihnen, den Kontakt zum Job zu bewharen, also auf Weihnachtsfeiern gehen, vielleicht auch mal im Job vorbeischauen, einmal mit Kind ist ja ok, um es zu zeigen, aber dann vielleicht auch mal ohne Kind. Sich vielleicht in der Mittagspause mit Kollegen verabreden und und und.... Dem Chef mal ne mail schreiben.... Tja, und wenn andere dann eben, und sei es durch Freundschaft einen besseren Draht zum Job haben, dann kann und darf man sich nur an die eigene Nase fassen. Habe leider in meinem Berufsleben soviel Desinteresse bei Elternzeit Eltern gesehen und so wenig Engagement, aber wehe, irgendwo gab es noch irgendwelche Rechte einzufordern.... Dann war es natürlich wieder der Arbeitgeber.....


  Re: Frage an die Arbeitsrechtler
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  ArbeitnehmerinInEZ
schrieb am 23.08.2018 20:46
Vielen Dank für eure ehrlichen Rückmeldungen.

Allerdings möchte ich nicht den Eindruck hinterlassen, als hätte ich nicht ausreichend Kontakt zu meiner Arbeitsstelle gehalten. Das letzte Gespräch mit meinem Chef liegt ca. 6 Wochen zurück. Mit allen Kollegen, die mir bekannt sind, stehe ich in regelmäßigem Kontakt, sowohl schriftlich als auch persönlich.

Natürlich geht die reibungslose Neubesetzung der Leitungsstelle vor und mir ist bewusst, dass ich nun ein Kind habe und daher nicht mehr so flexibel agieren kann wie davor, aber ich wäre bereits eingearbeitet (habe diese Position mehrfach über längeren Zeitraum vertretungsmäßig innegehabt) und die Arbeitszeiten wären z.B. deutlich flexibler als in meiner jetzigen Position.

Es war Zeit da, die anderen Elternzeitler vor der Neubesetzung zu informieren (obwohl da klar ist, dass die aufgrund fehlener Qualifikation die Stelle gar nicht besetzen dürfen), warum nicht auch für mich, wo zumindest theoretisch die Möglichkeit bestünde, kurzfristig einzuspringen?

Gut, ich bin eingeschnappt.


  Re: Frage an die Arbeitsrechtler
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  Hamamelis71*
schrieb am 24.08.2018 14:27
So liest sich das aber für mich jetzt ganz anders.

Ist die andere Kollegin von intern oder von extern? Habt Ihr einen Personalrat? Stellen müssen ja ausgeschrieben werden und theoretisch sollten interne Bewerber bei gleicher Qualifikation Vorrang vor externen Bewerbern haben. Wurde die Stelle denn überhaupt ausgeschrieben? Oder wird sie nur für 6 Monate kommissarisch besetzt - quasi als Vertretung?




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