Unsere Foren

Die Kinderwunsch-Seite
 
News rund um den Kinderwunsch
amicella Network   Führt die Entfernung der Eileiter auch zu weniger Eizellen?neues Thema
   PID: Mehr Schwangerschaftsrisiken nach genetischer Untersuchung der Embryonen?
   Wie wichtig ist die Morphologie der Spermien bei der Insemination?

  Re: verkorkste Beziehung zur Tochter
no avatar
  melissa28
Status:
schrieb am 08.07.2018 14:50
Zitat
Hermine n. m. a.
Danke, Joaninha, endlich eine die Tacheles redet. So sehe ich das nämlich auch.
Das arme Mädchen weiß doch nicht mehr wohin mit sich.

Liebe TE, such DU dir dringend Hilfe und nimm diese auch an. So wie sich das für mich anhört hörst du zwar was die Erziehungsberatung sagt, aber verstehst es nicht.
Und wenn ich Ratschläge höre wie mach einen Termin beim Kinderpsychologen oder Familientherapeuten....nein, ist hier gar nicht notwendig.
Arbeite DU an DIR, schau mal tief in dich rein und sei ehrlich zu dir selbst, an was es tatsächlich liegt.

Und klar will man als Mama auch Anerkennung für den alltäglichen Wahnsinn den man leistet...aber sich nur darüber zu definieren ist ja auch schon recht fragwürdig.

Sorry für die harten Worte, aber von Kuschelkurs gegenüber Erwachsenen die es besser wissen sollten halte ich nix.

Ich wünsch dir alles Gute, mit ner gehörigen Portion Selbstreflektion schafffst du das!

Vielleicht hab ich den Ausgangspost nicht verstanden, aber wie kommt man jetzt z. B. auf die Idee, dass die Tochter der TE "arm" ist und nicht weiss wohin mit sich? Ich habe das so verstanden, dass das Mädel im Moment eine Phase hat, wo sie sich ziemlich rücksichtslos verhält in bestimmten Momenten und jetzt soll die Mutter an sich arbeiten?? Gehört es nicht auch zur Erziehungsarbeit da zu regulieren und zu erklären? Man liebt sein Kind doch sowieso, trotzdem muss es doch auch Grenzen für bestimmtes Verhalten geben? Das Mädel ist 8 und kein Baby...... Man kann nicht jedes Verhalten von Kindern entschuldigen oder akzeptieren, es gibt auch nicht immer einen höheren Hintergrund, manchmal ist das (erlernte) Verhalten einfach falsch und es ist meine Aufgabe als Elternteil das meinem Kind beizubringen..... Ich lasse mich gerne berichtigen, aber so ganz verstehe ich die Haltung gegenüber der TE nicht....

Glg


  Re: verkorkste Beziehung zur Tochter
no avatar
  berlink
Status:
schrieb am 08.07.2018 15:19
Zitat
Hermine n. m. a.
Danke, Joaninha, endlich eine die Tacheles redet. So sehe ich das nämlich auch.
Das arme Mädchen weiß doch nicht mehr wohin mit sich.

Liebe TE, such DU dir dringend Hilfe und nimm diese auch an. So wie sich das für mich anhört hörst du zwar was die Erziehungsberatung sagt, aber verstehst es nicht.
Und wenn ich Ratschläge höre wie mach einen Termin beim Kinderpsychologen oder Familientherapeuten....nein, ist hier gar nicht notwendig.

Das weisst Du woher?

Arbeite DU an DIR, schau mal tief in dich rein und sei ehrlich zu dir selbst, an was es tatsächlich liegt.

Und klar will man als Mama auch Anerkennung für den alltäglichen Wahnsinn den man leistet...aber sich nur darüber zu definieren ist ja auch schon recht fragwürdig.

Sorry für die harten Worte, aber von Kuschelkurs gegenüber Erwachsenen die es besser wissen sollten halte ich nix.

Was verstehst Du unter Kuschelkurs? Die TE weiß es mgl.weise. aus xy Gründen eben nicht besser. daher ist Deine Denkweise evtl. nachvollziehbar, aber deshalb nicht richtig.

Ich wünsch dir alles Gute, mit ner gehörigen Portion Selbstreflektion schafffst du das!

Es ist ein richtiger und erster Schritt, sich Hilfe zu holen. Das kann der Türöffner sein für auch anderweitige unterstützenden Angebote. Die Idee einer Familientherapie (die man leider nach meinem Wissen nach noch weniger schnell findet als eine Psychotherapie) ist nicht verkehrt, schaut es nach dem hier kundgetanen Dingen doch so aus, als Wäre es das System Familie, was auch optimierungswürdig erscheint.

Einen Menschen zur Selbstreflektion, Erkennen eigener Anteile am Problem und gar zur Verhaltensänderung zu motivieren, setzt Verständnis voraus. Die Aufforderung, etwas zu verändern, ohne Erklärung, ohne Verständnis, wie er in die Situation gekommen ist, führt oft nur dazu, das Derjenige zum Selbstschutz eine Mauer des Widerstandes hochziehen muss. Daher ist der erste Schritt das Annehmen.

Es kann also sein, dass die TE das empfinden hat, meinem Kind geht es so viel besser als mir, es bekommt so viel von mir, was ich nie bekommen habe von meiner Mutter und aber vermisst habe. DAs äußert sich meiner Erfahrung nach oft darin, dass die Elternteile "alles" anders machen wollen (und doch nicht können)
und Kinder mit "Aufmerksamkeiten" (sprich Ausflug, Konsum) überhäufen, vor Aufgaben und Anforderungen schützen. Sie kippen in das andere Extrem und finden den Mittelweg nicht. Nun steht als das Elternteil da und sieht, das Kind hat doch alles, es wird verschont von Aufforderungen, man bemüht sich, und dennoch ist das Kind unzufrieden. Wie geht das denn? Die Enttäuschung ist groß und der Weg, der als erstes einfällt meist der: Restriktion, Dinge ganz anders machen, Streichen. Auch da ist nun das Kind logsicherwese nicht zufrieden.
Was tun?
Auch die TE wird Zeit benötigen, darf lernen, wo sind Kompromisse. Bzw. vielleicht erst einmal: was mag mein Kind, worauf springt es an, was will es, was erwartet es von mir (außerhalb des Kommerz), welcher Aufmerksamkeitstyp ist es, was stresst es?

Dass neben dieser Situation eine gewisse Unzufriedenheit durchklingt, ist spürbar. Worauf die gründet, kann man hier gar nicht einschätzen, dazu liegen viel zu wenige Informationen vor.
Wenn ich von mir ausgehen würde, so würde es mich höchst unzufrieden machen, warten zu müssen, bis mein Mann kommt, weil der nur Auto fährt und dann Freitagabend nach der Arbeit ins Wochenendeinkaufsgetümmel mich zu stürzen, dazu noch mit 2 Kindern, die auch von der Woche gestresst evtl. sind.
Da würde ich mich völlig dependent und eingeengt fühlen. Wieso müssen 4 Leute zusammen einkaufen gehen? Der Mann bringt vielleicht 2 Mal etwas verkehrt, aber die Chance besteht doch, dass er zunehmend sich besser in den Produkten auskennt. Gut, aber vielleicht sprechen medizinische Gründe dagegen, dass Du Auto fährst.
Wieso muss ein Kind 9.30 Uhr aus der Schule abgeholt werden? Ist die tatsächlich schon dann zu? Gibt es keine Hort?
Ich denke, liebe TE, Du könntest schauen, wie zufrieden Du mit Deiner Entwicklung, mit Deiner beruflichen Situation, Deiner Freizeitgestaltung bist? Wie groß ist dein Autonomiebedürfnis, Dein Aktionsradius? Wo holst Du Dir Deine Anerkennung her?

Ich denke sehr wohl, dass Kinder auch ein Stück weit in den Familienablauf integriert sein dürfen, sowohl eben in den Rechten als auch in den Aufgaben. Diese kann man aber auch zusammen erledigen, das macht vielleicht der To. Freude. Ist bei uns zumindest so.
Das Wort "funktionieren" bekommt oft so einen negativen Touch, den ich/wir bei meiner Arbeit den Patienten etwas entkräften wollen. Es ist positiv, dass auch wir als Menschen trotz evtl. schlimmer Einschnitte die Fähigkeit haben, etwas aufrecht zu erhalten, also zu funktionieren. Das etwas funktioniert, heisst, dass etwas klappt, intakt ist. Und das sollte eine Familie, ein Familienalltag sein, daran kann ich nichts Falsches erkennen. Das bedeutet aber nicht, dass da Kinder in jedem Fall so mitziehen müssen/können, wie es Erwachsene tun, sondern eben muss Rücksicht genommen werden auf deren Vermögen.


  Re: verkorkste Beziehung zur Tochter
no avatar
  schlechte Mama
schrieb am 08.07.2018 20:28
Ich danke euch für die ehrlichen Worte und dafür, dass ihr euch die Zeit genommen habt, die Sache aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Es ist lustig, dass ein Thread hier mehr bringt als ein Jahr Erziehungsberatung. LOL

Familientherapie, das habe ich 2x versucht, aber entweder habe ich die richtige Person nicht gefunden oder es hat einfach nicht funktioniert und ist im Sand verlaufen.

Ich WEIß, dass es an mir liegt, sonst wäre ich nicht zur Erziehungsberatung gegangen. Ich weiß, dass ich "vorgeschädigt" bin und eben deshalb möchte ich die Fehler meiner Mutter nicht wiederholen. Ich liebe meine Tochter und verteidige sie, wenn andere sie kritisieren. Rein theoretisch höre ich auch, was die Lösung ist (in Beziehung zu dem Kind zu treten, Zeit und nicht Kommerz zu widmen usw.), aber ich finde manchmal die Wege für die praktische Umsetzung nicht wirklich.

@Joaninha: viel von dem, was du sagst, trifft zu und das nehme ich dankbar mit.
@berlink: danke dir, ja, auch die geschilderte Situation des typischen verwöhnten Kindes und der beschneidenden Reaktion des Elternteils trifft zu. Die Schule war am Freitag um 9:30 aus, ohne Hort. Noch eine der Situationen, wo man sich als Eltern strecken muss.

Ich hetze mich ab, um ihre Wünsche zu erfüllen, bleibe dabei auf der Strecke und mir fehlt dann am Ende die Geduld um ihre aus meiner Sicht unerklärliche Unzufriedenheit auszuhalten. Meine Lösung war, eben nicht mehr alles (Kommerz) zu gewähren, damit mein (!) Groll weniger wird und ICH nicht mehr so gehetzt bin. Das ist nicht als Strafe gedacht, sondern als Selbstschutz.LOL

Das lustige ist, der Einkaufsabend ist für mich und für meinen Mann, der recht selten zu Hause ist, eine schöne Zeit zusammen, weil wir beide gerne einkaufen. Der Sohn findet es auch spannend. Für mich auch eine Möglichkeit rauszukommen, außerhalb von Arbeit und Kindern. Wir tun nicht genug Schönes zusammen. Traurig, das muss ich auch überdenken.

Ich tu mein Bestes, der Großen das zu geben, was sie braucht. Offensichtlich habe ich das nicht getroffen, bzw. nicht verstanden. Ich habe ihr das gegeben, was sie fordert, bis hin zum Abhaken der Liste, nicht das, was sie braucht. Ja, seit der Geburt des Bruders ist Vieles anders, aber wir bemühen uns wirklich.

Mein Problem besteht in meinem derzeitigen (!) Unvermögen, ihr das zu geben, was sie braucht (Liebe, Anerkennung), weil ich nicht habe/hatte was ich brauche. Das vermute ich schon länger. Es wäre einfach, wenn die Antwort darin bestünde, mir zu holen, was ich brauche, damit ich ihr geben kann, was sie braucht. Ich frage mich oft, ob meine Mutter nicht gegeben hat, was ich brauchte, weil sie enttäuscht war, dass ich ihren Erwartungen nicht entspreche, was ich sicher auch heute nicht tue. Ich erwarte nichts Großes von meiner Tochter, außer, dass sie sich als Gemeinschaftsmitglied verhält. Das was meine Mutter gemacht hat, war psychische Misshandlung. Ich will hoffen, dass das bei uns nie passiert.

Sicher nehme ich mein Kind täglich in den Arm, stärke sie, lobe sie, sage ihr, dass ich sie liebe, dass ich stolz bin. Das gab es bei meiner Mutter alles nicht. Platz für mehr und besser gibt es immer.

Selbtreflexion ist hier tonnenweise vorhanden, sonst wäre ich nach einem Jahr Arbeit am Thema nicht schon wieder hier. Eure Worte helfen mir sehr weiter, ich werde jetzt ausdrucken und lange, lange darüber nachdenken.

Danke! Ich verneig mich


  Re: verkorkste Beziehung zur Tochter
no avatar
  blauesTeufelchen
Status:
schrieb am 08.07.2018 22:03
Zitat
schlechte Mama
Wir tun nicht genug Schönes zusammen. Traurig, das muss ich auch überdenken. [...]
Ich erwarte nichts Großes von meiner Tochter, außer, dass sie sich als Gemeinschaftsmitglied verhält.

für uns wäre wohl hier der Ansatz. wir versuchen schon immer was Schönes zu machen. das müssen nicht unbedingt große Sachen sein. oft wird es zum Alltäglichen. so war lange ein Zoobesuch für uns sehr entspannend, weil die Kinder frei laufen konnten und ich meinen Spaziergang hatte, bei dem sich die Kinder nicht langweilten. wir machten das so oft, dass die Tiere in den Hintergrund gerieten und wir alles mögliche stattdessen auf dem Gelände machten. zur Zeit gehen wir oft in den botanischen Garten. die Kinder machen auch wieder alles mögliche und nebenbei versuchen wir die Entwicklung von Fröschen zu erforschen. aber das wichtigste ist immer, dass wir zusammen was schönes machen. dass jeder auf seine Kosten kommt. und ich bin da auch egoistisch und fordere das auch ein. immer wieder sag ich mal, dass ich jetzt dies oder jenes machen möchte, wenn wir was gemeinsam machen. und wenn es nur das Radeln zum Spielplatz ist, das mein Wunsch an dem ganzen Ausflug ist.

und damit schaffen wir eine Gemeinschaft. so wichtig es mir auch ist, dass mein Kind sich in der Gemeinschaft zurechtfindet und ich es akzeptiere, dass mein Kind daheim immer mal wieder die Grenzen testet und sich nicht konform verhält, so leben wir unsere kleine Familien-Gemeinscahft.

und wichtig ist, dass du alles auch ehrlich meinst, deine Umarmung, dein Lob. ich kann mir vorstellen, dass das schwer ist, wenn du es selbst nie erfahren hast.

ich wünsche dir viel Erfolg dabei, die Freuden im Alltag, im Zusammensein mit deinen Kindern wieder zu finden. ich glaube, es wird ein langer Weg, weil ich einfach das Gefühl habe, dass viel festgefahren ist bei euch.


  Werbung
  Re: verkorkste Beziehung zur Tochter
no avatar
  berlink
Status:
schrieb am 08.07.2018 23:13
Liebe TE,

es ist bei uns auch so, dass mein Mann früh geht, abends kommt, am WE auch tw. noch arbeitet, dann ist da noch der Garten.... und ich gehe auch arbeiten. Die Kinder sind im Hort, aber an 2 tagen nur kurz, dann ist da Klavier....und so gibt es eben die "Verpflichtungen".
Aber am WE, da wird besprochen, was wir machen können. Und wenn Dein Mann nicht mitkommt, könntest Du auch allein mit den Kindern los, oder ist das wegen des dann fehlenden Autos schwer? Wenn ich immer warten würde, bis mein Mann wirklich Zeit hat..., so plane ich einfach Dinge mit den Kindern auch allein, die mir auch guttun, Skilaufen z.b., wollte ich wieder, nach 20 Jahren, also gabs nen Langlaufkurs vor einigen Jahren für di Kinder, und so fahren wir im Winter hoch in die Berge. Ich gehe gern wandern, und da findet sich immer Jemand, der mitkommt, Großeltern, oft auch mein Mann. Da suchen wir halt Kinderwanderwege aus. Die Kinder fahren Inliner, ich kaufe mir dieses Jahr welche, und fahre mit. Im Urlaub gibt's im Hotel immer eine Kinderbetreuung, darauf bestehe ich, weil ich auch mal Ruhe will.
Vielleicht kannst Du Dir kleine Zeitoasen schaffen, Ziele finden, die Dir und den Kindern gefallen? Du kannst nur Dinge für Dich, an Dir verändern, Andere leider nicht. Aber, indem ich etwas anders mache, kann das auch positive Auswirkungen auf Andere haben.
Viele Grüße und alles Gute!


  Re: verkorkste Beziehung zur Tochter
no avatar
  Murmel08
Status:
schrieb am 09.07.2018 09:59
Es ist schwer einen Zugang zu anderen zu finden man hier selbst ein Thema hat. Ich kann Dich in diesem Punkt mehr als gut verstehen. Man weiß, dass das Problem bei einem selbst liegt, findet aber einfach nicht den richtigen Weg damit umzugehen. Dazu der Druck es anders machen zu wollen als die Mutter und doch zu sehen, dass man genau in die gleiche Richtung schlittert. Erst mal, Du schlitterst nicht in diese Richtung, denn sonst würdest Du Dir keine Hilfe holen oder hier schreiben. Dieser Druck bzw. Angst muss Du erst mal überwinden.

Unsere drei sind aktuell auch 8 Jahre alt. Viele Themen die Du beschreibst gehören jetzt einfach zum Alter dazu, auch ich kenne diese Probleme im Alltag nur zu gut. Die Frage ist aber wie wir damit umgehen. Ich finde schon, dass Kinder in diesem Alter Rücksicht nehmen können und auch sollen. Dem einen gelingt das evtl. besser als dem andren.

Du kennst Euer Hauptproblem, Du hast den Zugang zu Deiner Tochter verloren, Du lehnst sie indirekt ab, weil sie aktuell im Verhalten so ist wie sie ist. Deine Tochter braucht keine weitere Aufmerksamkeit in Form "den Tag nach ihren Wünschen" ausrichten. Was sie braucht ist ganz einfach aber vermutlich aktuell sehr schwer zu erfüllen aufgrund der Situation. Sie braucht Deine Liebe, Deine bedingungslose und ehrliche liebe, diese muss sie wieder spüren. Das kann beim gemeinsamen Tischdecken genauso passieren wie beim gemeinsamen kochen, miteinander lachen oder beim gemeinsamem im Garten liegen und Wolken beobachten.

Das Du Deine Tochter liebst ist offensichtlich, sonst würdest Du Dir nicht so viele Gedanken über sie machen. Aber es ist überlagert von so viel anderem und Kinder spüren das. Kinder spüren es, wenn sie indirekt abgelehnt werden, sie spüren, wenn etwas nicht von Herzen kommt. Sie spüren Deinen inneren Konflikt.

Wolltet Ihr wirklich all diese Wünsche am Zeugnisstag erfüllen? Seid ihr wirklich so stolz auf sie gewesen, dass ihr das gerne gemacht habt? War da nicht vielleicht der Gedanke, wir machen das, dass sie das Gefühl von Aufmerksamkeit bekommt, so wie es die Erziehungsberatung gesagt hat? Kinder spüren die wahren Absichten dahinter.

Redet miteinander und zwar richtig. Sie ist groß genug dafür, sei ehrlich zu ihr, erzähl ihr ggf. von Deiner Kindheit und das Du es gerne anders machen möchtest. Geh auf sie zu und sagt das Du gerne mit ihr sprechen möchtest, dass Du das Gefühl hast, das es Euch beiden momentan nicht gut geht in der Situation. Beim Eisseen kann man gute Gespräche führen. Öffne Dich Deinem Kind gegenüber, erkläre ihm warum Du manchmal so reagierst wie Du reagierst und höre zu was es Dir sagt und wie es sich in solcher Situation fühlt. Frag sie was sie sich wünscht oder wie ihr in solchen Situationen besser miteinander sprechen könnt. Frag sie wie sie gewisse Probleme lösen würde z.B. alleine schaffe ich die viele Arbeit im Haushalt nicht, ich brauch dabei Hilfe. Hast Du eine Idee? Sei Authentisch!

Aber erwarte von Deinem Kind auch keine Wunder. Das es dann oft keine Lust hat gewisse Dinge zu tun wird in den nächsten Jahren sicherlich nicht besser aber wenn ihr klare Absprachen habt könnt ihr Euch beide daran halten. Aber dazu haben andere ja schon einiges geschieben.

Alles Gute!
Liebe Grüße,
Murmel


  Re: verkorkste Beziehung zur Tochter
no avatar
  Chorus
Status:
schrieb am 09.07.2018 22:27
Mal als kinderlose Nicht-Mutter so in den Raum geworfen: Vielleicht solltest du mal was für DICH tun, DICH verwöhnen smile

Wenn dein Kind eh undankbar ist, warum dann nicht selber für dich was tun, was auch immer es ist, das dein Herz begehrt, und zwar ohne Kinder... vielleicht ein Abend mit Freundinnen, oder Wellness oder was auch immer dir gefällt.

Wie auch immer, du wirst ausgeglichener, und deine Tochter wird das dann vielleicht merken und selber zufriedener sein. Vielleicht spiegelt sie nur eine gewisse Unzufriedenheit von dir....

So, die Tipps zu später Stunde ... gehe jetzt mal ins Bett *gähn"


  Re: verkorkste Beziehung zur Tochter
no avatar
  Hamamelis71*
schrieb am 09.07.2018 23:04
Chorus, ich finde Deine Idee großartig! Seitdem ich mich mehr um meine Bedürfnisse kümmere, geht es mir besser, ich bin ausgeglichener und zu Hause ist es harmonischer.


  Re: verkorkste Beziehung zur Tochter
avatar  Juna30
Status:
schrieb am 10.07.2018 18:44
Zitat
lucky*3
Liebe mich am meisten, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am nötigsten.

Sehr weise Liebe

Liebe TE,
mir fällt etwss auf, das ich mit meinem Mann auch immer wieder bespreche:

Aufmerksamkeit dient im Idealfall der Bedürfnisbefriedigung. Eis, Café, chic essen gehen und die letzte Aktivität sind keine Bedürfnisse eines Kindes, allenfalls Wünsche. (Wenn ich mit meinem Mann essen gehe ist mein Bedürfnis auch die gemeinsame Zeit, gute Gespräche, Nähe,...)
Finde heraus, was deine Tochter wirklich braucht. Sie wird es dir vermutlich nicht sagen können.

Ein erster Schritt, um dein verschlossenes Herz wieder für deine Tochter öffnen zu können, könnte sein heute Abend mal in ihr Zimmer zu schleichen und sie beim Schlafen zu beobachten. Erinnere dich an die Kinderwunschzeit, die Schwangerschaft und Geburt, die anstrengenden ersten Monate. Dein Kind ist ganz unabhängig von seinem Verhalten wertvoll.
Mach das notfalls jeden Abend eine Stunde, bis du wieder fühlen kannst, wie wertvoll sie ist.

Was Bitten und Aufforderungen angeht, im Haushalt etwas zu helfen, könntest du mal Kommunikationssperren googeln. Da gibt es bei kindheitinbewegung einen sehr intetessanten Artikel dazu. Vielleicht findest du in dem Artikel einen Ansatz für euch.

LG
Juna


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.07.18 21:41 von Juna30.




Zum Antworten klicken Sie bitte auf" "Beitrag antworten" oder "Beitrag zitieren" unter dem gewünschten Beitrag auf den Sie antworten möchten.



Bitte beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.

Starflower
Home | Theorie | Zentren| Bücher| Links | Forum | News | Impressum | Datenschutz

© wunschkinder.de 1998-2019