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  Angst vorm Autofahren
no avatar
  Autoangst
schrieb am 03.06.2018 11:26
Hallo zusammen,

ich schreibe heute mal anonym und weiß nicht was ich mir davon erhoffe aber ich möchte mich einfach mal mitteilen.

Kurz zu unserer Situation. Unsere Tochter liegt noch ein paar Wochen im Krankenhaus und ich habe aus meiner Vergangenheit heraus ein Problem damit Auto zu fahren. Ohne jetzt ins Detail gehen zu wollen fehlt es mir schlichtweg an Übung und es hat mich auch immer gescheut zu fahren. So habe ich mir Umwege gesucht um doch ans Ziel zu kommen (Bus, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß).
Da ich aber 2 Babys zu Hause habe und die mich auch brauchen wäre ich Ewigkeiten mit Bus und Bahn unterwegs. Eine andere Möglichkeit außer das Auto gibt es daher nicht.
Mein Mann hat noch Elternzeit und fährt täglich ins Krankenhaus während ich hier zu Hause sitze und mir echt selber in den @#$%& treten könnte und ich vermisse meine Kleine ja auch wahnsinnig dolle.

Ich weiß nicht wie ich meine Angst überwinden kann. Klar bin ich immer wieder mal gefahren aber da ging es mir auch dementsprechend und selbst da habe ich gewisse Wege wie zB die Autobahn gemieden.
Ich meine wenn alle um mich herum vernünftig und rücksichtsvoll fahren würden aber das ist ja heutzutage nur noch eine Illusion. Das versetzt mich zusätzlich unter Druck, dass andere mich hetzen, weg hupen und anpöbeln nur weil es denen nicht schnell genug geht.

Klar werde ich nun wieder fahren müssen aber wie schaffe ich das? Es ist wie eine Blockade die mich fest hält seitdem ich auf der Autobahn einen Auffahrunfall hatte, der im Übrigen auch meine Schuld war. Nur ist das schon Jahre her und war nicht mit meinem Auto, sondern von einem Ex-Freund. Der hatte mich dann sowas von rund gemacht, dass mir jegliches Vertrauen ins Auto fahren flöten gefangen ist. Zudem musste ich als damals noch Azubi auch finanziell sehr stark dafür bluten. Ich bin zwar auch mal gefahren wie bereits erwähnt aber sicher fühle ich mich im Auto als Fahrer nie.

Habt ihr ein paar Tipps wie das wieder anders werden kann? Ich bin echt verzweifelt. traurig


  Re: Angst vorm Autofahren
avatar  Aquarium1983
Status:
schrieb am 03.06.2018 11:42
Wie wäre es, wenn du einfach ein paar Fahrstunden nimmst? Dann bist du nicht alleine unterwegs, bekommst nochmal Anleitung. Einfach, um wieder Selbstvertrauen zu bekommen. Meine Mum hat das gemacht, sie ist auch eine ganze Weile nicht gefahren und fühlte sich dann auch total unsicher.


  Re: Angst vorm Autofahren
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  Taucher
schrieb am 03.06.2018 11:46
Hallo,

Es gibt fahrschulen, die sich auch mit der Angst vor dem fahren suseinandersetzen. Vielleicht ist es dir möglich einen entsprechenden fahrlehrer ausfindig zu machen und auch nochmal einige fahrstunden zu absolvieren um im Verkehr auftauchende Ängste oder Situationen mit dem fahrlehrer besprechen zu können.

Ängste gehören ja einfach zum Leben, wenn sie aber dieses Ausmaß haben sodass sie deine lebensführung einschränken (Umwege fahren etc) würde ich doch versuchen es nochmal anzugehen.


  Re: Angst vorm Autofahren
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  Autoangst
schrieb am 03.06.2018 12:06
Wir haben da leider nicht das Geld dafür, dass ich Fahrstunden nehme. Wird dann darauf hinauslaufen, dass jemand aus der Familie neben dran sitzt und ich fahren muss aber wohl fühle ich mich damit absolut nicht. Bin ich jetzt ein Fall für einen Psychologen?


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  Re: Angst vorm Autofahren
avatar  Kirschblüte89
Status:
schrieb am 03.06.2018 12:58
Zitat
Autoangst
Wir haben da leider nicht das Geld dafür, dass ich Fahrstunden nehme. Wird dann darauf hinauslaufen, dass jemand aus der Familie neben dran sitzt und ich fahren muss aber wohl fühle ich mich damit absolut nicht. Bin ich jetzt ein Fall für einen Psychologen?

Eine Freundin hat Angst über Brücken zu fahren und unbekannte Strecken zu fahren. Ansonsten fährt sie aber bekannte Strecken.
Sie war deshalb tatsächlich bei einer Psychologin. Und es hat wirklich geholfen, nach einigen Monaten mit Sitzungen und gemeinsamen "Fahrtraining", sind die Ängste größtenteils weg.


  Re: Angst vorm Autofahren
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  mjuka
schrieb am 03.06.2018 13:53
Hallo du,

Nur Mut, du bist kein "Fall" für den Psychologen, sondern ein Psychologe ist genau für so etwas da. Du hast Ängste, die dein Leben nachhaltig behindern und einschränken. Du kommst alleine damit nicht klar. Hilfe zu holen ist in so einem fall sehr klug und überaus schlau, weil du damit dein Leben wieder in die Fülle seiner Möglichkeiten bringst.

Ein möglicher Weg: Geh zu deinem Hausarzt, offenbare dich und bitte ihn um eine Überweisung zu einem Verhaltenstherapeuten. Dann suchst du dir Praxen (die Kassenärztliche Vereinigung hat Listen mit Praxen, da kannst du unkompliziert nachfragen) und machst Probetermine aus. Fünf Sitzungen sind frei, erst dann musst du dich äußern, ob eine Zusammenarbeit für dich Sinn macht. Wenn du es schon eher weißt, ist es auch gut, aber die 5 Sitzungen stehen dir zu.

Es kann sein (ist wahrscheinlich), dass es lange Wartelisten gibt. Lass dich draufstehen. Auch wenn du erst später zum Zug kommen solltest, gehst du dein Problem an, das andernfalls ungelöst bleibt.

Nur Mut!!!!! Einen gebrochenen Fuß würdet du ja auch nicht selber kurieren...
mjuka


  Re: Angst vorm Autofahren
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  gelöschter User
schrieb am 03.06.2018 15:33
Eine Fahrstunde kostet je nach Stadt und Anbieter zwischen 25 und 35 Euro, Sonderfahrten wie Autobahn ein bisschen mehr. Da reichen vielleicht sogar drei oder vier Stunden - soviel Geld sollte doch da sein? Du kannst ja auch auf die Tränendrüse drücken, krankes Kind, ängstliche Mutter...

Zitat
Autoangst
Wir haben da leider nicht das Geld dafür, dass ich Fahrstunden nehme. Wird dann darauf hinauslaufen, dass jemand aus der Familie neben dran sitzt und ich fahren muss aber wohl fühle ich mich damit absolut nicht. Bin ich jetzt ein Fall für einen Psychologen?



  Re: Angst vorm Autofahren
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  Tiffy27
Status:
schrieb am 03.06.2018 16:13
Hallo,

das ist echt unschön traurig

Du kannst einen Psychotherapeuten aufsuchen (Verhaltenstherapie). Zumindest in meinem Bundesland braucht man keine Überweisung mehr zwingend vom Hausarzt. Meine Freundin ist Therapeutin und normal kommt es bei solchen Sachen ja auch zu einer Exposition - also wer Angst vor Fahrstuhl hat, fährt Fahrstuhl, Angst vor Zug fährt Zug mit ihr. Ich weiß nicht ob das bei Auto möglich ist, ansonsten gibt es aber sicher nach einigen Sitzungen kleine Aufgaben wie du es angehen sollst. Die Therapie kostet ja schon mal nichts.

In dem Fall wären dann eventuell die Fahrstunden angebracht. Hast du keine 100-150 Euro über die du frei verfügen könntest ohne dich dafür rechtfertigen zu müssen Ich hab ne Frage Das ist ein Problem, das dich enorm einschränkt, da muss eben woanders eingespart werden.

Jemand aus der Familie halte ich für absolut ungeeignet! Das kann mehr schaden als nutzen.

Ansonsten würde ich klein anfangen und kurze, bekannte Strecken außerhalb der Stoßzeiten fahren um Sicherheit zu gewinnen.
Aber da können Profis sicher bessere Tipps geben.

Auch wenn es sich wirtschaftlich mindestens bei einem Auto nicht mehr lohnt haben wir bei beiden Vollkasko - das entlastet auch. Mich hat es früher immer belastet ohne zu fahren und mit Vollkasko wäre es auch mit deinem Ex nicht zu so einem Krach gekommen.

LG Tiffy


  Re: Angst vorm Autofahren
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  Emily
schrieb am 03.06.2018 21:10
Zitat
Autoangst
Wir haben da leider nicht das Geld dafür, dass ich Fahrstunden nehme. Wird dann darauf hinauslaufen, dass jemand aus der Familie neben dran sitzt und ich fahren muss aber wohl fühle ich mich damit absolut nicht. Bin ich jetzt ein Fall für einen Psychologen?

Einzelne Fahrstunden sind nicht das gleiche wie ein Führerschein. Knappes Geld kenne ich nur zu gut, aber sowas geht, wenn es muss. Sieh es als ungeplante Extraausgabe wie bei einem kaputten Toaster oder so - das würdest du ja auch mit reinquetschen und nicht dauerhaft drauf verzichten.
In deiner Situation finde ich schon, dass diese Ausgabe sein muss. Über eine Therapie kannst du trotzdem nachdenken, aber das ist eine langfristige Sache. Die meisten Therapeuten haben Wartelisten bis zum Mond, bis du damit weiterkommst, ist dein Kind vermutlich schon mindestens ein Jahr wieder zuhause.

Nimm drei, vier Fahrstunden (Innenstadt, Überland, Autobahn, Nacht) und schau, ob das nicht vielleicht schon ein ganzes Stück weiterhilft. Mit Familienmitglied nebendran würde ich keinesfalls arbeiten, unqualifizierte Kommentare verunsichern dich nur noch mehr.

Ich fahre gern Auto, schon immer. Aber als wir uns mal einen Automatik-Wagen zugelegt haben, bin ich trotzdem bei meiner früheren Fahrschule aufgeschlagen und hab eine einzelne Fahrstunde auf Automatik genommen. Hätte mir mein Mann auch zeigen können, das wollte ich aber nicht. Meinem Fahrlehrer konnte ich blöde Fragen stellen und er ist ruhig geblieben - schließlich hat er ja mein Geld dafür bekommen smile. War dann auch gar nicht so wild. Am Schlimmsten ist eigentlich immer die eigene Fantasie ...


  Re: Angst vorm Autofahren
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  Qwertz123
schrieb am 03.06.2018 22:29
Hallo,

ich war hier sehr lange still (und unter anderem Namen), aber hierzu mag ich noch was schreiben. Zum einen, da ich die Grundlagen dazu aus dem Studium kenne (ok, fast 2 Jahrzehnte alt und verstaubt), zum anderen, weil ich von Autofahrangst selbst betroffen war.

Zur Theorie aus dem Studium: es ist richtig, dass Ängsre verhaltenstherapeutisch normalerweise über Konfrontation therapiert werden (allerdings nicht einfach so, das braucht sehr gute Vorbereitung und Begleitung bis zum Übergang ins alltägl. Leben, ohne dass sich wieder Vermeidung einschleicht). Meist wird dabei schon mit einem starken Angstreiz begonnen. Beim Autofahren ist das gerade nicht so. Hier sind 2 Dinge zu bewältigen, die nicht unabhängig voneinander sind: (1) Bewältigung von Angst und (2) Aufbau fahrtechnischer Fähigkeiten, gepaart mit einer realistischen Selbsteinschätzung des Fahrkönnens. Wenn (2) nicht gegeben ist, besteht ja auch tatsächl. eine erhöhte Gefahr. Begonnen wird daher wie veim Fahrenlernen mit leichten Aufgaben und langsam Steigerung der Anforderungen entsprechend Deinen Fortschritten. Für autofahrängstliche Personen gibts dabei allerdings einen schwierigen Punkt: Du wirst Dich anfangs immer wieder Deiner Angst stellen müssen, eben weil es immer komplexer und anfordernder wird (solange wie Du das brauchst; es gibt z.b. zig Autofahrer, die niemals Autobahn fahren. Das kann je nach Umständen ok sein) . Das ist leider nicht anders zu lösen. Darauf musst Du Dich einstellen. Aber es gibt auch bald Erfolge, die helfen, durchzuhalten.

Zu meiner eigenen Erfahrung: ich bin mit einem keine blöden Kommentare machenden Familienmitglied gefahren, nachdem ich fast ein Jahrzehnt den Führerschein und keine Fahrpraxis hatte. Wir waren immer in einer fremden Stadt, anfangs abends nach dem Berufsverkehr in 30er Zonen und ich habe v.a. Manöver geübt. Einparken, Wenden, Berganfahren, über Kreuzungen fahren usw. Dann langsam raus in 50er Zonen und ab da lief es dann bis ich mich irgendwann auf gut bekannter Strecke erstmals alleine ohne Beifahrer zu fahren traute. Mit der Autobahn lies ich mir noch ne Weile Zeit, die mal zunächst wochenends früh bei super Sicht. So kam alles nach und nach und die Angst ist auch echt weg. Man muss nur wirklich wirklich dranbleiben und sich anfangs immer einer kleinen neuen Herausforderung stellen.

Ich finde es nicht gut, wenn Du Dich jetzt mit dem Druck im Nacken, es allein bei ordentlich Verkehr ins KH schaffen zu müssen, sofort zum Autofahren auf dem Niveau zwingst. Auch wenns blöd ist, aber fang besser 2 Schritte vorher an und ohne Druck. Denn letztlich brauchst Du Fahrfähigkeiten generell und nicht nur jetzt. Vielleicht wenn ihr jeden Tag fahrt, bist Du ja auch schon bald soweit, je nachdem wie anspruchsvoll die Strecke zum KH ist?

Ansonsten hat bei Dir vermutluch der eine oder andere viel kaputt gemacht mit solchen Kommentaren. Es sind nicht die Angstfahrer, die in der Unfallstatisrik auffallen, sondern die, die sich häufig selbst überschätzen. Du hast gute Chancen, eine vergleichsweise sichere Fahrerin zu werden, allerdings eben nur mit Übung.

Viel Glück und Mut, es ist machbar!

Und gute Besserung Deiner Kleinen.


  Re: Angst vorm Autofahren
no avatar
  Brownie14
schrieb am 03.06.2018 22:45
Wie weit ist es denn bis zum KH? Vielleicht würde es erstmal helfen, wenn du nur diese Strecke und zurück schaffst? Erst bei deinem Mann mitfahren, dann fährst du beim nächsten Mal.

Ansonsten solltest du wirklich überlegen in die Fahrstunden zu investieren. Kostet nicht so viel und das Geld wäre vermutlich gut angelegt. Frag einfach mal bei einer Fahrschule nach.


  Re: Angst vorm Autofahren
avatar  Maral
schrieb am 04.06.2018 08:52
Ich kann Auto fahren überhaupt nicht leiden, fühl mich auch unwohl und Autobahn fahre ich gar nicht, da hab ich total Angst. Wenn du aber so richtig Angst da hast, würde ich auch 2-3 Std empfehlen. Und dann hilft gut, sich vorher mit der Strecke auseinanderzusetzen, mittels Google map, Navi bspw, dann weißt du schonmal, was dich erwartet, kannst den Spurwechsel minimieren, der ja häufig auch Fahrer unter Streß setzen kann, und dann sehe ich zu, wenn es geht, dass ich Berufsverkehr zumindest das erste mal, wenn ich eine unbekannte Strecke fahre, meide. Oder du setzt dich Sonntag morgen 9 mal ins Auto und fährst die Strecke ab. wenn man allein auf den Straßen ist, oder fast allein, macht das fahren sogar Spaß und ist entspannt. Und ich lass mich nicht kirre machen. Irgendwie ist es ja schon üblich, da, wo 30 steht, 40-50 zu fahren, und da wo 50 steht, 70 zu fahren. Ich fahr bei 30 auch 30 und bei 50 fahr ich 50. Auch wenn hinter mi dann welche auffahren und Lichthupe geben, oder genervt mit dann 100 an mir vorbeiziehen. Auch muss man wissen, dass man zwar vielleicht nicht mit 40 die Bundesstraße langzuckeln sollte, aber es gibt keine Mindestgeschwindigkeit. Ich habe ein kleines niedliches Stadtauto, welches für die Autobahn bspw als nicht geeignet gilt, klar könnte ich 100 fahren auf der Bundesstraße, tu ich aber nicht. Muss ich auch nicht. Es fühlt sich bei dem Auto einfach nicht gut an,
wenn du eine Strecke dann mal in Ruhe morgens gefahren bist, dann fühlt man sich auch sicher, wenn man sie dann bei mehr Verkehr fährt. Und Übung macht einfach auch den Meister. Ich werde wohl nie mehr Autobahn fahren, und ich werde es auch nie lieben, aber im täglichen Gebrauch habe ich schon länger keiner Probleme mehr und werde demnächst sogar dann doch mal über Land eine längere Strecke in den Urlaub mit dem Auto fahren. Sonst haben wir das auch mit dem Zug gemacht.


  Re: Angst vorm Autofahren
avatar  Rebella
schrieb am 04.06.2018 23:15
Du suchst ja auch eine schnelle Lösung, da deine Tochter im Krankenhaus liegt.

Ich würde bei der Autofahrangst auf keinen Fall etwas überstürzen. Bis du wieder genug Übung hast, ist deine Tochter wieder zu Hause. Daher würde ich andere Weghge suchen, auch mal ins Krankenhaus zu fahren. Vielleicht zusammen mit deinem Mann und den Babys? Während du im Krankenhaus bist, fährt dein Mann die Babys spazieren. - Oder du hast noch jemanden, der dich fährt oder der mal auf die Babys aufpasst.

Mir ist noch aufgefallen, dass du nicht nur Angst vor dem Fahren hast, sondern auch Angst vor einem Sachschaden, den ihr gar nicht bezahlen könntet. Wenn doch nicht einmal 150 € für Fahrstunden da sind. Und stell dir vor, du fährst jetzt wirklich, weil du dich der Sache sellen willst, über die Autobahn und du verursachst einen Schaden. Wäre es da nicht wirklich auch aus Kostensicht günstiger, noch mal in Fahrstunden zu investieren?

Herzliche Grüße von einer Nicht-Autofahrerin, die schon weiß, warum sie keinen Führerschein macht.


  Re: Angst vorm Autofahren
no avatar
  lilimarleen
Status:
schrieb am 04.06.2018 23:19
Hallo liebe TE,

das ist natürlich eine wirklich schlimme Situation und ich kann gut verstehen, wie sehr Du Deine Kleine vermisst.

Aber leider mag ich Dich in so einer Situation nicht zum Autofahren ermutigen und oute mich hier mal als "Straßenverkehrsklugscheißer"…

Also, was Du selbst sagst: Dir fehlt es an Übung und Fahrpraxis. Das ist nur durch eine Maßnahme zu ändern: Übung und Fahrpraxis - also Fahrstunden, und zwar nicht nur zwei oder drei.
Denn Leute die noch "üben" müssen haben meiner Meinung nach nichts auf der Straße verloren. Ein Auto ist im Zweifel gefährlicher als jede Schusswaffe. Und aus meiner Zeit im Rettungsdienst weiß ich,dass die meisten Unfälle nicht von den routinierten, beruflich viel fahrenden Menschen verursacht werden sondern eben doch von den Unsicheren und Ängstlichen (von hirnlosen Rasern mal abgesehen). Die tauchen nur in keiner Statistik auf, weil es dafür keine Kategorie gibt.
Für mich wäre es ein absolutes NoGo, mich so hinters Steuer zu setzen. Und wenn ich Vorschläge lese wie "Üben in Seitenstraßen" geht mir die Hutschnur hoch - die meisten Kinder und andere, schwächere Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Radfahrer, alte Omis mit Rollator) sind nämlich eher selten auf Autobahnen und eher häufig in Ortschaften anzutreffen. Ganz schlecht, wenn da dann ein Schnitzer passiert, weil man vor Nervosität die Bremse mit dem Gas verwechselt. Der oben gemachte Vorschlag, mit Manövern wie Einparken u.a. zu beginnen, wäre auf einem Verkehrsübungsplatz oder einem leeren Parkplatz sicher machbar, aber bitte nicht in 30er Zonen, die ja meistens Wohnsiedlungen sind.

Du schreibst:
"Ich meine wenn alle um mich herum vernünftig und rücksichtsvoll fahren würden aber das ist ja heutzutage nur noch eine Illusion. Das versetzt mich zusätzlich unter Druck, dass andere mich hetzen, weg hupen und anpöbeln nur weil es denen nicht schnell genug geht." > Das ist aber in der täglichen Straßenverkehrsroutine eher nicht die Regel, sondern wahrscheinlich tatsächlich auf Deinen Fahrstil zurückzuführen, denn sorry, mir ist es in 20 Jahren Führerschein und über 600.000 gefahrenen Kilometern noch nie passiert, dass mich jemand angepöbelt oder weggehupt hat (täglich Großstadt + Autobahn + Wohngegend einer Kleinstadt). Umgekehrt tue ich das natürlich auch nicht, frage mich aber schon manchmal, wo manche Leute ihren Führerschein gemacht haben. Mein Fahrlehrer hat mal gesagt: "die einzig sichere Art Auto zu fahren ist, es souverän, routiniert und zügig zu tun." Denn nur so gefährde ich mich und andere nicht.

Zitat: "Klar werde ich nun wieder fahren müssen aber wie schaffe ich das? Es ist wie eine Blockade die mich fest hält seitdem ich auf der Autobahn einen Auffahrunfall hatte, der im Übrigen auch meine Schuld war."
Ganz ehrlich - ich würde sagen, im Interesse Deiner Kinder, lass Dich ins Krankenhaus fahren, von guten Freunden, Familienangehörigen oder vielleicht hilfsbereiten Nachbarn. Du bist in einer Ausnahmesituation (krankes Kind + Babies/Zwillinge?), das ist ohnehin wahnsinnig anstrengend und Du hast eine schwere Zeit hinter und vielleicht noch vor Dir. In so einer Situation würde ich mich weder auf eine Verhaltenstherapie einlassen (die später aber sicher sinnvoll ist), noch mit irgendwelchen Übungsversuchen experimentieren, die schlimmstenfalls dafür sorgen, dass die Situation noch schlimmer wird, weil eben doch was passiert. Pack die Mäuse ins Tragetuch/Kinderwagen und fahrt mit der Bahn oder lass Dich ins KH fahren, dann belastest Du Dich nicht noch mit einer zusätzlichen "Baustelle" und bist auch kein Risiko für Dich und andere. Und wenn dann alle zu Hause und fit sind kannst Du Dich auf den Erwerb solider Fahrkompetenzen (also die hier schon vorgeschlagenen Fahrstunden + ggf. Therapie) einlassen - mental und körperlich dann sicher einfacher als jetzt und auch weniger gefährlich.

Nimm es mir nicht krumm, dass ich es so hart formuliere, ich hab diesbezüglich einfach schon recht viel gesehen und erlebt…

Ich wünsche Euch alles Liebe und dass die kleine Maus bald heim darf!
LG, Lili


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 04.06.18 23:30 von lilimarleen.


  Re: Angst vorm Autofahren
avatar  Chrischtl
Status:
schrieb am 05.06.2018 14:43
Sofern ich das jetzt korrekt verstanden habe, bist du Mutter von Drillingen, richtig?

Dann möchte ich dir wirklich ans Herz legen das Problem ganzheitlich anzugehen und es eben nicht nur im Bezug auf die im KH liegende Tochter zu lösen. Mit 3 Babies wirst du immer mal in die Situation kommen „schnell“ mal wohin zu müssen. Dazu kommt, dass du evtl. mit schreienden Kindern durch die Gegend fährst. Da kann das Stresslevel schnell immens steigen.

Dafür solltest du dich im Sinne deiner Kinder zu einer routinierten Autofahrerin entwickeln. Üben, üben, üben!!!

Und ich würde mich auch mal kundig machen, was professionelle Fahrstunden bei euch kosten.




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