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  Re: ab wann Entscheidung Affäre
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  nichtssinnvolleseingefallen
schrieb am 22.04.2018 11:02
Ihr Lieben,

vielen Dank für eure ganzen Antworten - die letzten Tage waren stressig und ich bin daher nicht eher zum Schreiben gekommen.

Ehrlich gesagt ist mir mein Mann damals einfach so passiert. Ich hatte zu dem Zeitpunkt ein sehr "befriedigendes" Leben (im wahrsten Sinne des Wortes) und war absolut gar nicht auf der Suche nach einer festen Beziehung. Er erfüllte dann aber auf einmal alles, was ich damals als meinen Wunschpartner definiert habe und war auf einmal einfach in meinem Leben. Wir sind sehr schnell zusammen gezogen und anfängliche Dinge, die mich damals durchaus schon "gestört" haben, waren vollkommen nebensächlich. Kurz nach unserem Zusammenkommen ist meine Mutter gestorben. Es war eine schwierige Zei t und er hatte keine Ahnung, wie er damit umgehen sollte und ist dann letztendlich eher gar nicht damit umgegangen. Das tat mir weh, aber ich hab es auf den Anfang unserer Beziehung und seine Ratlosigkeit innerhalb der Situation geschuldet. Im Laufe der Jahre habe ich allerdings festgestellt, dass dies ein Verhaltensmuster ist und gelernt, dass jeder - ob in einer Beziehung oder nicht - vollkommen allein auf sich gestellt ist. Aufgrund sehr verschiedener - zum Teil wenig positiver - Ereignisse (Gebärmutterkrebs, Fehlgeburt, Krankheiten von Kindern, Beruflich komplette Neuorientierung etc.) habe ich mich in den vergangenen Jahren sehr weiterentwickelt und optisch wie auch innerlich verändert. Das führte ja auch dazu, dass es irgendwann zwischen uns sehr schwierig wurde vor zweieinhalb Jahren.
Mein Mann setzt seinen Fokus auf seine Arbeit, er selbst hat weder Interesse an innerer Entwicklung noch an "äußerer" im Sinne von Sport. Beides ist in den letzten drei Jahren sehr wichtig geworden in meinem Leben. Und es ist gar nicht so, dass ich denke, dass er das machen muss, eher ist es so, dass ich merke, dass ich mir einfach jemanden wünsche, mit dem ich solche Sachen diskutieren kann und / oder vor allem erleben kann. Mein Leben ist mittlerweile so aufgebaut, dass ich für viele Dinge jemanden in meinem Leben habe. Also für den Sportbereich habe ich meinen Personal Trainer sowie einen meiner besten Freunde, um mich da auszutauschen. Für Gespräche habe ich sowohl den eben genannten Freund wie auch einen zweiten, mit dem ich alles Teile, allerdings auf einer ganz anderen Ebenen - mit ersterem sind es eher philosophische Gespräch, mit Zweitem ist es der Austausch über alles, was im alltäglichen Leben passiert. Mit beiden habe ich auch tatsächlich nahezu täglichen Kontakt. Auch für wirtschaftliche Entscheidungen oder den Austausch über Ideen habe ich jemanden, mit dem ich regelmäßig im Kontakt bin. Mit meinem Mann habe ich fast nur noch den (familiären) Alltag - wo wir auch gut funktionieren, keine Frage - wir sind beide Harmoniemenschen und haben bei der Erziehung der Kinder zumindest sehr ähnliche Ansätze und respektieren immer alle Entscheidungen gegenseitig. Die Rangordnung ist allerdings nach wie vor klar verteilt, er verdient mehr Geld, daher hat seine Arbeit deutlich mehr Wichtigkeit und ich bin die, die oft zurückstecken muss - was mich tatsächlich nach wie vor trifft, also es ist rational vermutlich die richtige Entscheidung. Und trotzdem würde ich mir eine andere Achtung vor dem, was ich mache, wünschen.

So, dass war jetzt ein langer Absatz. Ich habe in den letzten Tagen nichts von dem Anderen gehört und habe auch selbst nicht Kontakt gesucht (nicht ungewöhnlich, hatten immer Monate zwischen unseren Treffen ohne Kontakt). Habe aber viel Zeit mit Denken verbracht. Ich bin nicht (oder noch nicht) davon überzeugt, dass er der Mann meines Lebens wäre. Aber ich denke, dass er auf jeden Fall nicht ohne Grund in mein Leben gekommen ist. Und im Zweifelsfall um auszulösen, dass ich mich mal wieder selbst reflektiere.

Es ist übrigens falsch rüber gekommen - ich weiß nicht, ob er in Betracht zieht, sich von seiner Freundin zu trennen. Wir haben nicht darüber geredet, weil ich dieses Gespräch nicht zugelassen habe. Ich weiß, dass er alles andere will als eine Affäre. D.h. u. U. wäre er da zu deutlich mehr Konsequenz bereit - nur wie gesagt, nach diesem langen Küssen war ich viel zu überfordert, um in die Richtung irgendeine echte Diskussion zu führen. Was Kinder betrifft - er hat seine persönlichen Gründe dafür, warum er keine Verantwortung für Kinder übernehmen möchte, weil er sich das aufgrund seiner Vergangenheit nicht zutraut und zusätzlich auch Angst davor hat, dass sie ihn zeitlich zu sehr "beanspruchen". Es ist schwierig zu erklären. Er hat aber kein grundsätzliches Problem mit Kindern. Es ist also eher die Frage, was ich wollen würde - einen Ersatzpapa und oder ein gemeinsames Leben in einem Haushalt wäre eher ausgeschlossen. Die Frage ist aber, ob das das überhaupt das wäre, was ich wollen würde - gefühlt nach so vielen Jahren Zusammenlebens könnte ich mir auch sehr gut vorstellen, alleine zu leben.
Was mich seit dem ersten Tag nicht los lässt, ist diese selbstverständliche Vertrautheit, körperlich und seelisch.
Ich werde im Moment keine Entscheidung treffen können - weder für noch gegen ihn. Dafür kennen wir uns zu wenig und von der grundsätzlichen Nähe mal abgesehen weiß ich viel zu wenig über ihn, seinen Alltag, sein Leben etc. Ich befürchte, dass meine Aufgabe im Moment weit mehr auf dem Fokus bei mir selbst liegt. Und ich fürchte, dass das schmerzhaft wird traurig


  Re: ab wann Entscheidung Affäre
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  pmami
schrieb am 22.04.2018 13:00
Nur noch einmal ganz kurz, um den Punkt deutlich zu machen, um den es hier m.E. geht, den Du aber möglicherweise nicht genügend in Deine Überlegungen einbeziehst:

Alle Deine Zweifel an der Beziehung zu Deinem Mann mögen berechtigt und begründet sein. Du schuldest aber Deinem Mann, Deiner Familie und vor allem Dir selbst, die Lösung dafür unabhängig von einem neuen Mann zu suchen und zu finden.

Viele Grüße pmami




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