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  Re: Wutanfälle
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  Hamamelis71*
schrieb am 01.04.2018 10:18
@kloser

die meisten Frauen warten tatsächlich zu lange und halten es wegen der Kinder aus. Daher ist es m. E. wichtig planvoll vorzugehen und nicht kopflos aus dem Haus zu rennen. Eine Freundin hat sich von jetzt auf gleich vom Partner getrennt und wundert sich jetzt, dass es massive Probleme gibt (Wohnung, Sorgerecht, Wechselmodell, Unterhalt, Finanzen usw.). Wir hatten ihr seit Jahren angeraten, dass sie sich auf eine (mögliche) Trennung gut vorbereiten sollte. Jetzt wird ihr aufgrund der überstürzten Trennung das Leben gerade noch mehr zur Hölle gemacht. Sie hat vorab keine Fakten geschaffen.

Viele Paare haben z. B. ein gemeinsames Konto, auf das beide Gehälter eingehen. Da würde ich im Vorfeld dafür sorgen, dass ein separates Girokonto eröffnet wird usw. Ich habe es oft genug erlebt, dass die Frau nach der Trennung trotz eigenem Einkommen einige Wochen ohne Geld dastand. Eine Wohnung findet man auch nicht sehr schnell (meine Freundin hat nach der Trennung über 6 Monate gesucht und hat jetzt irgendwas nehmen müssen).

Gerade wenn der Partner zu solch aggressivem Verhalten neigt, würde ich sehr vorsichtig und planvoll die Trennung vorbereiten, um ihn vor vollendete Tatsachen zu setzen und ihn vor die Tür setzen zu können. Außerdem würde ich die Ausraster in einer Art Tagebuch dokumentieren.

Liebe Louisa, alles Gute für Euch! Du schaffst das!


  Re: Wutanfälle
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  akazie76
schrieb am 03.04.2018 10:35
Es ist zwar schon viel gesagt, aber ich möchte trotzdem noch was schreiben, da ich finde, es klingt sehr schlimm und gefährlich. Wenn dein Mann nicht einsieht, dass er sich falsch verhält und daran arbeiten / sich Hilfe holen will, dann müsst ihr euch aus meiner Sicht echt trennen. Sein Verhalten macht dich kaputt und es macht die Kinder kaputt. Es ist gut, dass du zur Beratung gehst. Warte nicht zu lange. Dein Sohn verachtet seinen Vater, deine Tochter verliert ihr gesamtes Selbstwertgefühl durch überangepasstes Verhalten, du zweifelst an dir selbst..... es ist Zeit zu handeln.


  Re: Wutanfälle
avatar  Alpina
Status:
schrieb am 03.04.2018 21:47
Liebe Louisa,

was Du schilderst hört sich wirklich sehr besorgniserregend an.

In meinen Augen musst Du die Kinder und Dich selber schützen. Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung, dazu gehört auch Schutz vor psychischer Gewalt.

Die Szene auf der Autobahn ist eine Selbst- und Fremdgefährdung. Sollte etwas Vergleichbares wieder vorkommen, würde ich an Deiner Stelle sofort die Polizei rufen.
Die Polizei hat mehrere Möglichkeite, Euch abzuhelfen.
Eine davon ist bei akuter Selbst-/ Fremdgefährdung eine Zwangseinweisung in die Psychiatrie (zumindest für 24 Std.). Dort könnte geklärt werden, ob bei Deinem Mann ein psychiatrisches Problem vorliegt.

Bei Gefährdung von Dir und den Kindern kann die Polizeit nach dem Gewaltschutzgesetz handeln und den Mann für 14 Tage aus der ehelichen Wohnung verweisen. Ebenso könnte man in diesem Rahmen versuchen, ihn zu einem Antiaggressionstraining zu verpflichten.

Ich weiß, es sind schon die harten Geschütze von denen ich rede, aber wie Du es beschreibst kann ich mir vorstellen, dass diese notwendig sein könnten.

Dein Mann scheint kein Problembewusstsein zu haben, und das wäre der Grundstein für eine Veränderung...

Ansonsten wäre es vielleicht möglich, ihn ärztlich (Allgemein, neurologisch und psychiatrisch) abklären zu lassen. Es gibt durchaus auch organische Ursachen für derart aggressives Verhalten.

Wenn er jedoch zu nichts davon bereit ist, da komm ich wieder zum Anfang meiner Antwort, schau zu, dass Du Dich und die Kinder schützt.

Drück Dich ganz lieb unbekannterweise und wünsche Dir ganz viel Kraft!


  Re: Wutanfälle
avatar  Mondstaub
Status:
schrieb am 04.04.2018 10:24
Ich schliesse mich meinen Vorrednerinnen an, indem Handlungsbedarf ist und man nicht weiter so tolerieren darf.

Dein Mann braucht Hilfe und wenn er sie nicht annimmt, dann müssen eben Konsequenzen gezogen werden.

Definitiv würde ich an Deiner Stelle schnellst möglich handeln, egal, in welche Richtung ... schaue dem nicht weiter zu, denn Du schilderst schon, dass es zunehmend schlimmer wird.

Nicht warten ... jetzt handeln !!!!

Ich wünsche Dir für alles Glück und denke immer an Deine Kinder, die diesem seelischen Missbrauch nicht weiter ausgesetzt werden sollen / dürfen

Ich kann nur ein Liedchen von singen, was seelische Manipulation über viele Jahre hinweg aus dem Selbstwertgefühl des Partners / Kinder machen, wobei es in meiner Situation nicht um Wutausbrüche, sondern um das Erniedrigen der Familienmitglieder ging und bin heilfroh, dass ich aus eigenen Kräften den Absprung geschafft habe ... mein Exmann hat sich diesbezüglich übrigens nicht geändert und das ist schon 16 Jahre her ... von daher drücke ich Dich und wünsche Dir viel Erfolg in jedweder Richtung

Zögere nicht ... handle!

Alles Liebe
Mondstaub


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  Re: Wutanfälle
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  Louisa
schrieb am 06.04.2018 09:20
@Alpina und Mondstaub

Vielen Dank für eure Beiträge und Einschätzungen. Ich hoffe sehr, dass es nicht zu dramatischen Zuspitzungen, die einen Polizeieinsatz erforderlich machen, kommen wird. Ansonsten hatte ich Donnerstag ein Beratungsgespräch bei einem freien Träger und sehe nun noch klarer.

Das Gespräch mit meinem Mann steht noch aus, da die Kinder Ferien haben.

Danke für eure guten Wünsche.


  Re: Wutanfälle
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  ohneNamenheutemal
schrieb am 06.04.2018 10:39
Liebe Louisa,
ich erkenne mich in Deinen Beiträgen wieder:
Wir hatten schon immer heftige Auseinandersetzungen. Seit der ersten Schwangerschaft auch mit Handgreiflichkeiten. Ich habe das immer entschuldigt (schwierige Kindheit meines Mannes, angespannte Situation beruflich, ich keine "einfache" Ehefrau, anstrengende KiWu-Karriere etc. pp.). Nach der zweiten Schwangerschaft ging mir mein Mann 3 Wochen nach der Geburt das erste Mal an die Gurgel. Gut, er hat nicht zugedrückt, mich aber so an die Türe gedrückt, dass ich Blutergüsse am Rücken hatte. Mein Versuch darüber zu reden schlug fehl. Ich habe dann auch darüber geschwiegen. Vor nun etwa 6 Monaten ein zweites Mal der Gurgelgriff. Zwischendrin "natürlich" fliegende Teller, zerschlagenes Mobiliar, Autofahrten mit 250 km/h (auch wenn ich dann meine Angst äußere), verbale Sticheleien (da halte ich aber mit, muss ich zugeben; und ich wehre mich auch, wenn es handgreiflich wird - nicht dass ihr mich nur als Opfer seht). Mein Mann ist, wenn er wütend wird, so in Rage, dass er nicht mehr weiß, was er tut. Auch hinterher fällt ihm teilweise die Erinnerung schwer und man merkt ihm das an - er ist im wahrsten Sinne des Wortes außer sich. Schlimm ist, dass ich bei beiden heftigen Angriffen unser Baby bzw. Kleinkind auf dem Arm hatte.

Beim letzten Mal bin ich zur Polizei. Ich habe lange überlegt, ob ich ihn anzeige, mich aber dann dagegen entschieden. Ich war auch in einer Beratungsstelle. Zuerst war ich sehr irritiert, wie "schlimm" sie meine Situation darstellen. Je länger der Vorfall aber her ist, umso mehr stimme ich der Beratungsstelle zu: SO will ich eigentlich nicht mehr leben! Und zwar meine ich damit nicht nur die körperliche Gewalt, sondern vor allem die vielen Herabsetzungen und verbalen Abfälligkeiten dazwischen. Und der Zustand, dass ich Angst vor seiner Wut habe und zu vielem einfach schweige, um ihn nicht zu "provozieren". Der Zustand, dass ich nicht mehr ich selbst bin, sondern kleiner und kleiner werde und mich eigentlich andauernd wie in einem Gefängnis fühle in seiner Gegenwart.

Mein Mann hat sofort freiwillig ein Anti-Gewalt-Training angefangen. Es kam seither zu keinen Handgreiflichkeiten mehr, auch wenn ich sehr wütend geworden bin (denn die psychischen Bedrängnisse haben nicht nachgelassen). Das ist ein großer und relativ schneller Fortschritt gewesen. Gleichzeitig sind wir seit etwa 6 Monaten wöchentlich in Paarberatung. Hier lerne ich viel über ihn. Auf der einen Seite wird klar, wieviel ANGST er hat und wie überfordert er mit mir (bzw. seinem Leben mit Menschen, die ihm nahestehen) ist. Auf der anderen Seite wird mir auch klarer, dass seine Wut nicht so schnell zu bändigen ist und dass die Beziehungsmuster sich tief in unser Verhalten eingegraben haben. Ich "schweige" also weiterhin viel zu viel.

Ich selbst habe mich nun eingelesen in das Thema der "Co-Abhängigkeit" und versuche, auch für mich eine Therapie zu finden. Obwohl ich immer und immer und immer wieder angemahnt habe, dass ich nicht mit ihm reden könne und darüber unglücklich bin, habe ich es doch viele Jahre mitgemacht und eben auch versucht, mich anzupassen, anstatt zu gehen. Nun haben wir Kinder - es ist um ihret Willen nicht mehr so leicht, wie es vorher gewesen wäre... Das war alles meine (Fehl-) Entscheidung.

Was ich Dir sagen will:
Beratungsstelle ist gut - dort wird auch alles notiert, was im Falle eines Gerichtsverfahrens wichtig ist.
Mir wurde auch klar, dass eine Trennung von einem so kränkbaren Menschen sehr schwierig wird. Ich dokumentiere fast alles seither (Bilder, Abmachungen, nicht eingehaltene Abmachungen, Betreuungszeiten von ihm mit den Kindern etc. pp. - ich erhoffe mir davon, dass das ein alleiniges Sorgerecht begünstigen kann).
Polizei ist immer gut - wie bereits hier gesagt - die können eine 14-tägige Umgangssperre verhängen wenn akute Gefahr im Verzug ist.
Ich habe mir eine Anwältin gesucht (wichtig: Schwerpunkt Familienrecht).
Ich habe ausgerechnet, ob ich ohne jede finanzielle Unterstützung von ihm zurechtkommen würde (ich denke mir, dass Rache ein wunderbares Motiv für weitere Quälereien ist).
Ich versuche, mir ein gutes soziales Netz aufzubauen ohne ihn (auch Überlegungen den Job zu wechseln und weg zu ziehen).
Ich suche mir für meine Anteile an dem Problem Hilfe.

Mein Problem ist:
Mein Mann will an sich arbeiten und sieht sein "Problem" auch ein. Aber es erfordert derartig viel Geduld von mir (und die ist leider echt sehr am Ende), dass ich nicht weiß, wie das klappen soll. Und wie soll Änderung geschehen, wenn alles um uns herum doch gleich ist? Man rutscht in die gleichen Verhaltensweisen, wie vorher - es geht so schnell - auch wenn ich selbst es ja anders will. Ich mag ihn trotzdem noch (Gewohnheit? Mitleid? Eigene Ängste? etc.pp.) und will mich eigentlich auch wegen der Kinder nur ungern trennen. Schwierig - find ich... Ich weiß nicht, wie hier eine Lösung aussehen könnte: die Veränderung im Umgang mit der Wut und den Kränkungen braucht vermutlich Jahre (vielleicht wird das bei Dir gar nicht die Frage; vielleicht aber doch, wenn er Selbsteinsicht hat).

Sorge für Dich und Deine Kinder! Äußere Deine Gedanken und Pläne erst, wenn Du vorgesorgt und vorgeplant hast!
Meine Erfahrung ist, dass dieser Planungsvorsprung die Unberechenbarkeit des Gegenübers "ausgleicht".
Leider kenne ich viele Paare, bei denen derartige Wut/ Gewalt dazu gehört.

Liebe Grüße


  Re: Wutanfälle
avatar  Mondstaub
Status:
schrieb am 06.04.2018 13:37
Das ist das eigentliche Problem:
die Co-Abhängigkeit ... Betroffene erkennen leider erst viel später oder zu spät, dass es nicht so harmlos ist / war, wie sie meinen.

Die "Angriffe" auf die Seele nicht nur von Dir, Louisa, sondern auch auf die der Kinder muss als Alarmsignal reichen, um nicht untätig weiter zu hoffen, sondern zu handeln !

Die Spirale dreht sich sonst immer weiter zu und Eure Seelen leiden bereits !


  Re: Wutanfälle
avatar  Alpina
Status:
schrieb am 06.04.2018 17:30
Habe heute zufällig und sehr passend zum Thema eine gute Sendung gefunden:

[www.zdf.de]


Da wird unter anderem sehr gut aufgezeigt, welche Folgen psychische Gewalt bei Kindern haben kann.


  Re: Wutanfälle
no avatar
  Louisa
schrieb am 08.04.2018 23:30
Interessanter Beitrag, danke! Leider jetzt nicht mehr online verfügbar. Aber so schlimm wie in den geschilderten Fällen zu Beginn der Sendung ist es bei uns Gott sei Dank nicht.


  Re: Wutanfälle
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  akazie76
schrieb am 09.04.2018 16:56
Zitat
Louisa
Interessanter Beitrag, danke! Leider jetzt nicht mehr online verfügbar. Aber so schlimm wie in den geschilderten Fällen zu Beginn der Sendung ist es bei uns Gott sei Dank nicht.

aber schlimm genug....


  Re: Wutanfälle
no avatar
  Louisa
schrieb am 09.04.2018 20:58
Hallo Akazie,

da gebe ich dir vollkommen recht, trotzdem erschließt sich mir der Sinn deines Beitrages nicht so richtig (-;

Trotzdem danke.


  Re: Wutanfälle
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  Louisa
schrieb am 09.04.2018 21:04
Hallo Ohne Namen,

danke für deinen Beitrag. Ich finde es sehr sehr schlimm, was bei euch abgeht. Die körperliche Bedrohung spielt bei uns (noch?) keine Rolle und auch Zerstörung nicht.

Ich finde es super, dass du gehandelt hast und auch, dass dein Mann einsichtig ist und daran arbeitet. Ich habe da wenig Hoffnung, dass mein Mann so ein Training macht oder so, da er sich selber eher als Opfer sieht. So nach dem Motto: Du treibst mich so weit....

Danke auch für deine praktischen Tipps, ich werde das so nach und nach umsetzen, schaden kann es ja nicht.

Dir und deinen Kindern alles Gute!

Louisa


  Re: Wutanfälle
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  mjuka
schrieb am 09.04.2018 21:58
Das Video ist noch aktiv...bis 2023.

Dir von Herzen alles Gute, glaub an dich!
mjuka


  Re: Wutanfälle
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  akazie76
schrieb am 10.04.2018 17:23
Zitat
Louisa
Hallo Akazie,

da gebe ich dir vollkommen recht, trotzdem erschließt sich mir der Sinn deines Beitrages nicht so richtig (-;

Trotzdem danke.

Ich finde, wenn man das so schreibt, hört es sich so verharmlosend an. Deshalb hatte ich das geschrieben. Nur, weil's schlimmere Fälle gibt, heißt es halt nicht, dass in deinem Fall kein Handlungsbedarf herrscht...


  Re: Wutanfälle
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  Louisa
schrieb am 10.04.2018 21:17
Ja, klar, das stimmt...

So war es auch nicht gemeint.

Gruß
Louisa




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