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  Wutanfälle
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  robbe3
schrieb am 30.03.2018 23:30
Hallo zusammen,

ich schreibe hier heute Abend, weil ich ein immer massiver werdendes Problem mit meinem Mann habe und mittlerweile schon an meiner eigenen Urteilskraft zweifle.

Kurz zu mir und der Grundsituation: Seit 20 Jahren verheiratet, 3 Kinder (1. Kind aus Icsi,2 spontan, daher bin ich seit vielen Jahren hier unterwegs, in der Kiwuzeit aktiver, heute aber lieber doch anonym) zwischen 13 und 8 Jahren.
Mein Mann arbeitet Vollzeit und ist von Montag bis Donnerstag beruflich bedingt nicht zu Hause, ich arbeite Teilzeit und kümmere mich wochentags alleine um den Rest.

Zum Problem: Mein Mann neigte immer schon zu Wutanfällen, hat schon mal rumgebrüllt, war dann beleidigt, das kam so alle paar Monate mal vor. In den letzten Monaten bzw. Jahren häufen sich diese Aussetzer jedoch und nehmen auch an Heftigkeit zu. Außerdem beschimpft er mich und äfft mich nach (manchmal auch meinem Sohn, 13 Jahre). Meistens entzündet sich so ein Ausraster an einer Lappalie (zumindest mir scheint es so). Ich habe ihn schon mehrfach ruhig gebeten, an seinem Ton etwas zu ändern, in der Situation macht ihn das noch wütender und auch wenn ich später mit ihm darüber rede, sieht er nur die Schuld bei mir (oder unserem Sohn).

Ein Beispiel: Wir wollen übers Wocheende wegfahren, unser Sohn möchte am Nachmittag noch auf den Fußballsplatz, wir sagen ihm, dass er zu einer bestimmten Uhrzeit wieder da sein soll. Er ist normalerweise da sehr zuverlässig, diesmal erscheint er nicht. Wir sind zwar eh noch nicht fertig mit Packen, aber mein Mann schickt meine Mittlere, unseren Sohn zu holen. Als die beiden nach 10 Minuten noch nicht da sind, fährt er mit dem Auto los und hält nach Aussagen unserer Tochter, die mit unserem Sohn und dessen Kumpel gerade auf dem Rückweg ist, vor den drei Kindern(mit quietschenden Reifen) und brüllt unseren SOhn wegen der Verspätung vor dessen Kumpel an. Unser Sohn hat dann wohl mit einer abschätzigen Handbewegung und Gesichtsausdruck reagiert, was meinen Mann noch wütender machte. Alle drei kommen nach Hause, unser Sohn weint, mein Mann brüllt. Ich bitte ihn, sich zu beruhigen und alles in Ruhe zu klären. Er brüllt mich an, ich würde ihm in den Rücken fallen etc. Schließlich fahren wir los. Ich fahre, weil er immer noch beleidigt ist, ist aber kein Problem. Wegen irgendeiner Kleinigkeit ist dann seine Wut wieder aufgeflammt (ich weiß nicht mehr was) und er brüllt wieder rum, beleidigt mich und brüllt mich an, ich solle die nächste Ausfahrt raus fahren, er wolle wieder nach Hause. Ich mache das nicht sofort, erstens weil es gerade keine AUsfahrt gibt und zweitens, weil ich das für Unsinn halte. Um seinem Begehren weiteren Nachdruck zu verleihen, reißt er plötzlich bei 140km auf der Autobahn die Beifahrertür auf und tut so, als wolle er rausspringen. Kinder schreien und heulen, ich reduziere die Geschwndigkeit und sage (was nicht klug war), ich würde gleich die Polizei rufen, wenn er nicht aufhört. Dann ging es erst richtig los: Du willst die Kinder gegen mich aufhetzen, du verfolgst einen Plan usw. Wir haben dann am Rastplatz angehalten, er hat sich beruhigt und sind schließlich weitergefahren.

Zweites Beispiel: Mein Geburtstag, wir gehen mit Freunden abends zum Essen (mit Kindern). Als wir danach aus der Tiefgarage fahren (ich fahre, unser Sohn neben mir, mein Mann hinten), stelle ich fest, dass wir nicht merh viel Benzin haben, mein Mann sagt, ich solle anhalten, damit wir über Knopfdruck den Benzinstand ermitteln können. Nach der Schranke fahre ich noch zwei Meter und halte dann an, woraufhin er einen Wutanfall kriegt, er habe gesagt, ich solle halten, aber das würde mich ja nicht kümmern, was er sagt, sei ja egal usw. Ich versuche, ihn zu beruhigen und ihm zu erklären, dass ich doch sofort gehalten hätte. Keine Chance, nur Gebrüll. Er würde brüllen, wenn er es für richtig hält usw. Unser Sohn nimmt meine Hand und mein Mann: Glaubst du, ich sehe das nicht? Du hälst immer zu deiner Mutter!" Unser Sohn weint. Ich halte zu Hause, Mann und Sohn steigen aus, Töchter fahren noch mit zur Tanke. Als ich nach Hause komme, liegt unser Sohn weinend im Bett, mein Mann hat sich im Gästezimmer schlafen gelegt (um 20.30).

Die Versuche, klärenden Gespräche zu führen, scheitern in letzter Zeit immer und allmählich bin ich ratlos. Ich kann einfach nicht mehr. Und es tut mir in der Seele weh, wenn ich sehe, wie die Kinder darunter leiden.

Ich mache sicher auch nicht immer alles richtig, gar keine Frage, bin aber immer kommunikationsbereit. Und über manche Inhalte kann man sicher geteilter Meinung sein, aber die Form?

Ihr Lieben, danke fürs Lesen, hat gutgetan zu schreiben. Vielleicht bekomme ich ja ein paar Gedankenanstöße.

Viele Grüße

robbe


  Re: Wutanfälle
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  kloser
schrieb am 31.03.2018 01:39
streichel
Puh. Diese Antwort ist vielleicht nicht sehr hilfreich aber mir stehen gerade die Haare zu Berge.
Laufe so schnell es geht ganz ganz weit weg. Was er macht ist für mich ganz klare Misshandlung.


  Re: Wutanfälle
avatar  Lucy0803
Status:
schrieb am 31.03.2018 02:30
Zitat
kloser
streichel
Puh. Diese Antwort ist vielleicht nicht sehr hilfreich aber mir stehen gerade die Haare zu Berge.
Laufe so schnell es geht ganz ganz weit weg. Was er macht ist für mich ganz klare Misshandlung.

Nur kurz: hier unterschreib ich!!
Und für mich geht das schon klar in Richtung "gaslighting"...
Arbeitest du? Hast du Rücklagen?


  Re: Wutanfälle
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  Katinkaxx
schrieb am 31.03.2018 07:35
Das klingt für mich nach Verzweiflung bei deinem Mann. Mögliche Ursachen dafür wären große Probleme auf Arbeit. Evtl. gibt es da Veränderungen in der Struktur, beim Vorgesetzten oder Ärger mit neuen Kollegen o.ä. Hinzu kommt evtl. hinzu da auch Männer älter werden, dass der Hormonhaushalt nicht mehr richtig läuft (Wechseljahre, Schilddrüse).

Einen Rat kann ich dir leider nicht geben. Den solltest du bei einer Person suchen, die deinen Mann kennen und die Lage besser einschätzen können.

Ich selbst würde versuchen herauszubekommen, ob Montag bis Donnerstag was nicht rund läuft und ihn stresst.

Alles Gute


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  Re: Wutanfälle
avatar  Kirschblüte89
Status:
schrieb am 31.03.2018 09:17
Nur kurz:
Ich kenne Wutanfälle von meinem Vater, nicht ganz so heftig wie bei deinem Mann, aber auch sehr unschön.

Bei ihm ist es eine Verbindung aus seiner Schilddrüse, die seit Jahren verrückt spielt, und Stress mit dem er dann überhaupt nicht umgehen kann.

Aber ich finde wichtig, dass er von sich aus erkennt, dass da gewaltig was schief läuft und zum Arzt geht.
Eure armen Kinder...das kann ich sehr nachfühlen


  Re: Wutanfälle
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  Lena22
Status:
schrieb am 31.03.2018 09:38
Das ist fürchterlich!!! Wie oft passiert so etwas?

Es klingt so als wäre es auch nicht möglich mit ihm darüber zu reden wenn er keinen Wutanfall hat, oder?
Dann ist die Frage ob es viel Sinn macht die Ursachen zu suchen. Das setzt ja voraus das dein Mann das Problem erkennt und versuchen möchte etwas zu ändern. Wenn das nicht so ist wird es so bleiben oder noch schlimmer werden.

Die Aktion auf der Autobahn ist je neben dem Psychoterror den er da veranstaltet auch noch wirklich gefährlich. Was wenn auf der Autobahn ein Unfall passiert? Er bringt euch (und die anderen auf der Autobahn) in Gefahr.

Er scheint ja sonst immerhin nicht handgreiflich zu werden (?), aber das was du beschreibst sind seelische Misshandlungen, und die sind sicher genauso schlimm. Für dich, und für alle 3 Kinder, egal ob sie es selbst abbekommen oder ob sie nur zuschauen müssen.

Kommt für dich eine Trennung in Frage? Vielleicht ist das auch eine Chance das dein Mann anfängt nachzudenken und sich Hilfe zu suchen.
Solange du das mitmachst besteht für ihn ja kein Grund sich zu ändern. Und ansonsten seid ihr ohne ihn bestimmt besser dran!!!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!!!


  Re: Wutanfälle
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  pmami
schrieb am 31.03.2018 09:50
Was auch immer Du ansonsten entscheidest, zu tun, Dein Mann muss sich wegen seiner Aggressionen sofort professionelle Hilfe suchen.

Ich kann dir leider nicht sagen, wie und wo, aber vielleicht ist die Idee, Schilddrüse oder andere körperliche Ursachen abklären zu lassen, nicht schlecht. Depressionen oder Burn out, könnten auch eine Ursache sein. Hatte dein Mann auf der Geburtstagsfeier Alkohol getrunken?

Aber alle Ursachenforschung wird Zeit brauchen und Dein Mann muss die Aggressionen sofort unter Kontrolle bringen.

Viele Grüße pmami


  Re: Wutanfälle
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  Louisa
schrieb am 31.03.2018 14:50
@Lucy und kloser,
danke für eure Rückmeldungen. Ja, ich bin eigentlich auch der Meinung, dass es sich um eine Form der seelischen Misshandlung handelt.
Er ist dann vernünftiger Ansprache nicht zugänglich.

Ich arbeite in Teilzeit (50%), Aufstockung jederzeit möglich, finanziell wäre eine Trennung kein größeres Problem.

robbe


  Re: Wutanfälle
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  Louisa
schrieb am 31.03.2018 15:02
@pmami, Lucy, Kirschblüte, Lena

danke für eure Beiträge und Gedankenanstöße.
Über eine Trennung habe ich schon intensiv nachgedacht und mich auch schon über die finanzielle Situation informiert. Ich merke zunehmend, dass ich das alles nicht mehr auffangen kann, es kostet mich zuviel Kraft, die ich eigentlich für Job, Haushalt, Kinder etc. dringend brauche, zumal ich Mo-Do quasi alleinerziehend bin, was mit zwei vorpubertären Kindern und einem Grundschulkind auch nicht immer einfach ist.

Und ja, ich brauche viel Kraft, mir immer wieder zu sagen, dass ich nicht falsch bin, sondern dass er sich falsch verhält.

Wenn ich das zusammenfassen müsste, so sind es meist folgende Situationen, die seine Anfälle auslösen: Kritik, fehlende Zustimmung, etwas läuft nicht, wie er es will, freches Verhalten eines Kindes, Vertreten einer anderen Meinung als die seinige....so in der Art.

Und die Beschimpfungen meiner Person haben schon Spuren hinterlassen..

Hinzu kommt, dass unser Sohn zunehmend Ablehnungsgefühle artikuliert, was mich natürlich besorgt.

Das Hauptproblem, und das habt ihr ja auch gesagt, ist, dass er nicht sieht, dass ER ein Problem hat und an sich arbeiten muss. Im Moment möchte ich kein Gespräch führen, da die Kinder Ferien haben und ich Sorge haben muss, dass das Ganze wieder eskaliert. Heute morgen habe ich nur zu ihm gesagt, ich würde mir wünschen, dass die Ostertage ruhig ablaufen würden. Seine Antwort: Ja, von mir gehen die Aggressionen ja nicht aus. ???

Ich denke, ich werde kommende Woche ein sehr ernsthaftes Gespräch führen, ihm auch medizinische Abklärung und professionelle Hilfe ans Herz legen und dann sehen, ob sich etwas ändert. So geht es jedenfalls nicht mehr.


  Re: Wutanfälle
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  Louisa
schrieb am 31.03.2018 15:05
Hallo Katinka,

ja, in seinem Job hat er viel Stress, er fühlt sich nicht richtig wohl, auch dass er so lange weg ist in der Woche, sehe ich alles, weiß ich, kann ich aber nicht ändern und finde eigentlich auch nicht, dass er das an uns auslassen muss. Ich bin ja bereit mir das anzuhören, kann aber nicht wirklich helfen.


  Re: Wutanfälle
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  Hamamelis71*
schrieb am 31.03.2018 15:33
ich bin entsetzt, wie respektlos Dein Mann Euch behandelt. Im Grunde kannst Du froh sein, dass er so oft nicht zu Hause ist. Du solltest eine Trennung vorbereiten, dass Du im Notfall jederzeit mit den Kindern gehen kannst oder ihn vor die Tür setzen kannst und alle wichtigen Unterlagen in Kopie hast.

Sein Verhalten hinterlässt ja auch bei den Kindern Spuren, vermutlich verachten sie ihn jetzt schon. Mir tun Deine Kinder echt leid und Du mir auch! Es ist bewundernswert, dass Du bislang immer so ruhig geblieben bist.

Ich hoffe, dass er mit sich reden lässt und einsieht, dass er das Problem ist und er ein Problem hat. Ich wünsche Dir viel Glück und alles Gute!


  Re: Wutanfälle
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  summertime70
schrieb am 31.03.2018 22:45
Das Verhalten ist gewalttägig (vor allem die Aktion im Auto zeigt das) und scheint zu eskalieren. Ich würde raten, sich vor einem Gespräch professionell (Familienanwalt, Beratungsstelle) Hilfe zu holen und wie Hamalis sagt, alles für eine Trennung vorbereiten (also auch die Finanzen mal klären).
Falls ein Gespräch aus dem Ruder läuft, brauchst du einen Plan und vielleicht solltest du nicht alleine führen.
Dann ist die Frage, ob dein Mann sich helfen lassen will.


  Re: Wutanfälle
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  kloser
schrieb am 31.03.2018 23:47
Zitat
Hamamelis71*
Du solltest eine Trennung vorbereiten, dass Du im Notfall jederzeit mit den Kindern gehen kannst oder ihn vor die Tür setzen kannst und alle wichtigen Unterlagen in Kopie hast.

Ich verstehe nicht genau was ihr mit "das man im Notfall mit den Kinder gehen kann".
In meine Augen gibt's eine Situation, die skaliert und teilweise auch Lebensgefährlich sein könnte.
Worauf sollte man genau warten?
Ich komme aus einen Land wo die Gewalt gegen Frauen in den letzten Jahren mehr Präsenz in den Medien erreichen könnte und eine Sensibilisierung über das Thema angefangen hat. In Deutschland sterben mehr Frauen pro Jahr in die Hände ihren Partner als bei uns, ist aber wohl noch nicht? So ein großes Thema. Worauf genau soll man warten?

Ich drücke dich. Du bist nicht schuld. Du hast hier keine Schuld. Dein Mann ist krank und sieht das nicht ein. Denke an dich und deine Kinder. Und geh so schnell es geht.


  Re: Wutanfälle
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  Louisa
schrieb am 01.04.2018 00:23
Danke, Hammamelis für deine Worte. Unser Sohn ist sehr distanziert meinem Mann gegenüber und hat sich auch schon klar dahingehend geäußert. Das macht mir Kummer, weil er eine gute Beziehung zu seinem Vater bräuchte. Meine Töchter hängen sehr an ihrem Vater, was mir einen endgültigen Schritt schwer macht, v.a. die Mittlere (11) zeigt aber z.T. so eine Art über angepasstes Verhalten, um ihn "milde" zu stimmen.

Ruhig bleiben fällt mir sehr leicht, was bringt es,wenn ich auch noch brülle.


  Re: Wutanfälle
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  Louisa
schrieb am 01.04.2018 00:28
@kloser und summertime danke für die virtuelle mentale Unterstützung. Das tut gut.

Ich gehe nächste Woche zu einer freien Frauenberatungsstelle hier bei uns in der Stadt, die eine offene (wenn gewünscht anonyme) Beratung anbieten.

Unterlagen sind z.T. schon kopiert.

Es hat auch schon früher massive verbale Entgleisungen gegeben, wie gesagt, auch Beleidigungen meiner Eltern ohne Grund (aus meiner Sicht), aber die Sache auf der Autobahn hat schon eine ganz andere Qualität und hat mich wachgerüttelt.

Ich danke euch. Der Zuspruch und die geäußerten Überlegungen helfen mir sehr.

Lousia (robbe 3)




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