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  Beziehungskummer - u.a. mit - Depressionen- Nach der Trennung im selben Haus ...
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  jennialexa
schrieb am 19.03.2018 11:04
Hallo zusammen,

nach 14 gemeinsamen Jahren und zwei Kindern (9 und 6 Jahre) sind sowohl mein Mann als auch ich nicht mehr glücklich in unserer Ehe.

Außer den Kindern haben wir kaum mehr gemeinsame Interessen und wir legen Wert auf unterschiedliche Dinge. Hinzu kommt, dass mein Mann (meiner Meinung nach) zu Depressionen neigt und ich nicht mehr die Empathie aufbringe so verständnisvoll und liebevoll in diesen Situationen zu reagieren wie ich es vielleicht sollte. (Wenn ich ehrlich bin, denke ich dann eher: Oh nein, nicht schon wieder, geh weg und komm wieder, wenn es dir besser geht und du uns damit nicht belastest, das Leben ist so schon anstrengend genug). In eine Therapie begeben oder zu einem Arzt gegangen ist er deswegen nie, ich hatte ihn einmal fast soweit, dass er zu einem Hausarzt geht, um zumindest mal mit diesem darüber zu reden. Er hat den Termin am selben Tag noch abgesagt, da es ihm ja wieder besser geht....
(Ich muss dazu sagen, dass er quasi nie und nur äußerst ungern zu einem Arzt geht.)
Was mich vorallem belastet ist, dass ich mich quasi häufig zwischen den Stühlen befinde, ich habe inzwischen ein sensibles Gespür dafür womit es meinem Mann gut geht und dem was jetzt aber die „Allgemeinheit“ (Freunde/meine Familie) machen möchte. Ich kann mich dann auch garnicht richtig entspannen.

Beruflich sieht es so aus, dass mein Mann in den letzten Monaten von Montag bis Freitag auf Dienstreise war (weniger als 3 Tage waren es in den letzen Jahren eigentlich nie) und ich eine halbe Stelle habe und nebenher den Haushalt und die Kinder manage. Das heißt unter der Woche bin ich eh schon quasi alleinerziehend und gefühlte 90% der Verantwortung für die Kinder bzw. deren Termine/Bedürfnisse/Interessen liegt bei mir.

Einen Babysitter/Großeltern in der Nähe haben wir nicht bzw. haben es auch nicht so dicke, dass ich mir jetzt regelmäßig abends einen Babysitter leisten kann/möchte „nur um zum Sport zu gehen“. Das hat natürlich zur Folge, dass ich unter der Woche zu Hause sitze und das Bedürfnis habe am Wochendende endlich mal wieder raus zu kommen und ich zu sein (Wenn ich ehrlich bin weiß ich inzwischen schon garnich mehr, wer ich bin, ich weiß wer ich als Mutter bin, wer ich als Berufstätige bin aber wo/wer/was bin ich?) (Früher war ich eine optimistische, fröhliche Person, die sehr energiegeladen war, diese Person würde ich gerne wieder werden). (Mein Mann hingegen war die ganze Woche unterwegs und ist meist froh einfach zu Hause zu sein, wobei das Wochenende auch für ihn die einzige Möglichkeit ist mal etwas zu Unternehmen oder sich zu treffen)

Häufig fehlt mir im Alltag abends aber auch die Kraft und Motivation mich zu etwas aufzuraffen, meistens lande ich dann mit einem Buch auf dem Sofa oder vor dem Fernseher (wenn ich denn dann nichts mehr für die Arbeit vorbereiten muss).


Mit den Gefühlen für meinen Mann sieht es so aus, dass es seltene Augenblicke gibt, in denen ich ihn wirklich noch toll finde, (meist wenn er fröhlich und unbeschwert ist). Es ist aber nicht so, dass ich ihn anblicke und vor Verlangen vergehe. Mein Bedürfnis nach Sex war schon immer geringer ausgeprägt als seins und seitdem er nur noch auf Diestreise ist und ich ihn nicht mehr als „Partner“ erlebe, ist es ziemlich eingeschlafen. Aber ich mag ihn und ich würde es auch durchaus auch noch als Liebe bezeichnen, aber eher so eine grundlegende Liebe und keine wilde, leidenschaftliche Liebe.
Ich denke ihm geht es ähnlich, er sagt zumindest, dass ich ihm wichtig bin und das er es hasst mir Kummer zu bereiten, aber dass er die Perspektive braucht auf die Aussicht eine glückliche Beziehung zu haben. Eine in der man über glücklich ist, den Partner zu sehen und in der man merkt, dass der Partner glücklich ist mit einem so wie man ist.

Auch ich vermisse dieses Gefühl, wir sind nicht mehr glücklich.

Wir wollen jetzt Ostern nochmal zusammen weg fahren (wohlgemerkt in den lange geplanten Skiurlaub mit Familie und Freunden 14 Personen) und uns darüber klar werden ob wir glauben, dass der andere noch diese Person sein, bzw. wieder werden kann die uns glücklich macht.
Optimistisch bin ich da nicht, ich wäre zwar bereit zu einem Paartherapeuten zu gehen und es mit professioneller Hilfe noch mal zu versuchen, er steht dem aber sehr skeptisch gegenüber und bislang sehe ich da keine Bereitschaft.

So und dann?

Wir sind im Sommer in unser Haus auf dem Land gezogen, dass wir beide sehr mögen. Wir haben zwar so kalkuliert, dass ich das Haus auch alleine abbezahlen könnte, aber nur wenn ich voll arbeiten würde. Da er aber ständig auf Dienstreise ist und ich im Alltag keine Unterstützung mir den Kindern habe, werde ich nicht voll arbeiten können. Ich denke in einigen Jahren, wenn die Kinder älter sind, wird das anders aussehen.

Nur mit Kindesunterhalt werde ich das Haus schlecht/nicht halten können. Er kann das Haus alleine auf keinen Fall finanzieren und sich wahrscheinlich nur eine kleine Wohnung (ohne zusätzliche Kinderzimmer) nehmen können (Er zahlt noch Unterhalt für ein Kind aus einer früheren Beziehung).

Jetzt kam mir gestern der Gedanke (den ich ihm noch nicht mitgeteilt habe) wie es denn wäre, wenn er alleine in unser jetziges Schlafzimmer ziehen würde und ich würde in mein Arbeitszimmer ziehen (wobei das Problem dabei ist, dass sich dieses in einer offenen Flurnische befindet und würde man diese mit Wänden abtrennen, hätte der Flur oben kein Tageslicht mehr) Jetzt wo die Kinder noch vor mir im Bett sind fände ich es aber auch nicht so schlimm. Sonst gibt es auch noch ein Schlafsofa im Wohnzimmer.

Der Gedanke ist noch nicht ausgereift. Küche/Wohn-/Essbereich würde er dann, wenn er da ist, mitbenutzen müssen. Badezimmer nicht.

Bei diesem Szenario gehe ich davon aus, dass er weiterhin viel auf Dienstreise ist und wir im Alltag genau so wenig Berührungspunkte hätten wie jetzt auch. Ich denke dass wir die Wochenenden dann zumeist abwechselnd hier verbringen würden (und die anderen unterwegs sind), ich würde dann auf klare Regeln bestehen. Hätte den Vorteil, dass er mir zusätzlich zu dem Unterhalt Miete zahlen könnte und ich das Haus halten könnte und die Kinder immer ihre Zimmer hätten.
Ich weiß nur nicht, ob das nicht zu blauäugig gedacht ist. Wenn man es objektiv betrachtet, würde sich dann garnicht soviel ändern.
Mich hat gestern beim Abendbrot der Gedanke, dass es eines der lezten gemeinsamen Essen sein könnte echt kalt erwischt und arg traurig gemacht. Ob sowas dann noch ginge bin ich mir nicht sicher

Wenn einer von uns einen neuen Partner finden würde, müsste man dann natürlich nochmal die Karten neu mischen. (Wo und wie finden Alleinerziehende eigentlich neue Partner, habe ich mich mal gefragt)

Mein Mann und ich gehören beide nicht zu der eifersüchtigen Sorte was Partyknutschereien und one night stands angeht; vielmehr werde ich eifersüchtig, wenn ich sehe, wie lustig, fröhlich und charmant er sein kann, wenn er z.B. mit seinen Kollegen unterwegs ist und ich/wir bekommen zu Hause nur den Alltagsgriesgram ab; da könnte ich echt heulen, so unfair finde ich das.


Ich glaube ich musste das mal alles für mich aufschreiben um es für mich zu sortieren, ich freue mich natürlich, von denjenigen die es so weit geschafft haben, über Kommentare und Anregungen.

Zentrale Fragen für mich sind grade (neben will ich weiterhin an unserer Ehe festhalten, bei der ihr mir wohl weniger helfen könnt)

Ist es sinnvoll ihn dazu zu zwingen das Thema Depressionen anzugehen und wenn ja wie macht man das?
(Eine Freundin meinte mal, dass es ihm einfach noch nicht schlecht genug geht, weil ich mich immer als Puffer zwischen ihn und seiner Umwelt werfen würde;Vielleicht sollte ich lernen das sein zu lassen, zumal es mir dabei ja auch nicht gut geht)

Ist die Idee, dass wir nach einer Trennung weiterhin zusammen im Haus wohnen total naiv/blöd/genial?

Sollten wir zu einem Paartherapeuten oder einem Mediator gehen bzw. wäre es auch sinnvoll da alleine hin zu gehen, wenn mein Mann nicht möchte?

Liebe Grüße
Jennialexa


  Re: Beziehungskummer - u.a. mit - Depressionen- Nach der Trennung im selben Haus ...
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  Chorus
Status:
schrieb am 19.03.2018 13:07
Fühl dich mal gedrückt streichel

Keine leichte Situation. Mein Ex wurde auch im Laufe unserer Beziehung depressiv, das habe ich damals nicht wirklich gecheckt, ich merkte nur Veränderungen... wie du sie so beschreibst. Wir haben zum Glück weder zusammen gewohnt, noch waren wir verheiratet oder hatten gar Kinder. Aber ich mochte ihn auch von Herzen gerne, er war vor unserer Beziehung ein Jahr lang ein platonischer Freund von mir.

Wie auch immer, wir trennten uns schweren Herzens - die Initiative kam von mir, natürlich. Und dann kam bei ihm der Umschwung, er ließ sich auf Anraten seiner Mutter behandeln (die mal Psychologie studiert hatte) und war dann tatsächlich einen Monat lang wegen Depression/Burnout stationär in einer Klinik. Trotzdem war unsere Beziehung einfach schon zu zerrüttet, vermutlich hätte er auch nicht mehr wollen, er hat schon so was in die Richtung gesagt und ich hab dann nicht mehr weitergehakt, auch wenn es schwer fiel.

Ich kann dir wenig raten, aber Beziehungen mit depressiven Menschen sind wirklich wirklich schwierig, ich hatte mal das Thema hier mit einem Forenmitglied, sie hat sich übrigens dann auch getrennt, obwohl sie ein Wunschkind hatten, das noch im Kleinkindalter war. Übrigens ist ihr Mann von sich aus in Therapie gegangen. Es hat nämlich schon einen Vorteil, wenn du krank geschrieben bist, musst du nicht zur Arbeit, und das ist ja für Depressive schon sehr schwer (reicht ja oft schon, wenn man keine Krankheit hat...)

Wie gesagt, mehr als mein Mitgefühl und meine eigenen Erfahrungen kann ich dir nicht geben. Du kannst ihm ev. einen Kontakt mit irgendjemandem außerhalb (Therapeut etc.) herstellen. Keinen Ahnung ob ich dann zur Paartherapie gehen würde. Ich schätze, er hat da ganz ein anderes, viel größeres Problem. Deswegen legt er wenig Fokus auf die Beziehung. Sprich, er ist schon genug mit sich selber beschäftigt. Meiner Meinung nach wirken Menschen während einer Depression immer etwas egoistisch auf andere. Wahrscheinlich, weil sie halt nicht anders können. Mein Ex war nicht der Einzige den ich kannte, aufch gleich 2 Freundinnen von mir hatten Freunde mit (nicht diagnostizierten, aber meiner Meinung nach eindeutigen) Depressionen. Ist bei Männern weiter verbreitet als man denkt .

Hm, wenn ihr ein großes Haus habt, wieso nicht weiter zusammen wohnen. Wird vermutlich erst kritisch, wenn jemand jemand Neuen hat. Aber zumindest anfangs schätze ich da die Chancen eh gering ein. Zeitgleich kann er sich ja was anderes suchen. Er ist ja unter der Woche eh kaum daheim, also ist der Unterschied ja eh nicht sonderlich groß...

Ansonsten wünsche ich dir noch alles Gute bei deinen weiteren Plänen, egal was immer du auch machen wirst....


  Re: Beziehungskummer - u.a. mit - Depressionen- Nach der Trennung im selben Haus ...
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  Chorus
Status:
schrieb am 19.03.2018 13:46
Und nochwas, muss jetzt aber gleich gehen:

Wieso soll nicht er in das Flurzimmer, und du bleibst im Schlafzimmer, wenn er eh so selten zuhause ist bzw nur am Wochenende?


  Re: Beziehungskummer - u.a. mit - Depressionen- Nach der Trennung im selben Haus ...
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  EineFrage...
schrieb am 19.03.2018 16:56
Hallo Jennialexa,
es tut mir leid, dass du dich in einer so traurigen Situation befindest.

Aber versuch mal deine Vorstellung aus seiner Perspektive zu sehen. Wenn mein Mann mich bitten würde, mit allen meinen Sachen ins Schlafzimmer zu ziehen, nur noch das kleine Bad zu benutzen, jedes 2. WE nicht zu Hause zu sein und dafür neben Unterhalt für die Kinder auch noch Miete zu zahlen, damit er das Haus bezahlen kann, würde ich mich sehr fragen, wie er auf solche Ideen kommt und wo ich in dem Plan eigentlich vorkomme, außer in der Rolle "Depp".
Du hast ja selbst schon bemerkt, dass sich so viel gar nicht ändern würde - abgesehen davon, dass er dir Geld zahlt.

Was soll sich so in deinem Leben wirklich verändern?
Eine Freundin von mir hatte so ein Arrangement auf 9 Monate befristet mit ihrem Mann, während sie sich darüber klar werden wollten, ob es gemeinsam weiter geht oder nicht. Und das war schon äußerst schwierig. Schlussendlich hat sie diese Situation nach 6 Monaten beendet und ist mit den Kindern ausgezogen.

Noch dazu halte ich das für die Kinder für eine äußerst schwierige Situation. Wenn der Idealfall glückliche Familie nicht möglich ist, denke ich, dass das nächstbeste klare Verhältnisse sind. Und das klingt mir nicht danach...


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  Re: Beziehungskummer - u.a. mit - Depressionen- Nach der Trennung im selben Haus ...
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  +emmi+
schrieb am 19.03.2018 19:11
in zwingen an seiner eventuellen depression zu arbeiten, wirst du nicht können.
auch allein kann man zum therapeuten/coach/mediator gehen, um sich über bestimmte dinge klarer zu werden oder ideen zu entwickeln.

wenn man sich generell gut verträgt, kann man auch in WG leben. letztens war in einer talkshow ein paar, das ohne streit in 2 nebeneinanderliegende wohnungen mit verbindungstür gezogen ist, nachdem die kinder ausgezoegn waren. und auch privat kenne ich einige eltern, die wegen der kinder noch zusammen "sind", wobei es "zusammen wohnen" besser trifft und die sagen "ohne kinder wären wir schon lange getrennt".
damit meine ich nicht "zusammen reißen um der kinder willen" und sich verbiegen, sondern sich in tiefer verbundenheit zugetan sein, aber nicht mehr die wilde liebe mit schmetterlingen im bauch (wobei mir schon klar ist, daß sich liebe im laufe des lebens / der beziehung eh wandelt) und jetzt leben sie halt als vater und mutter mit den kindern.
ungünstig fände ich wohl die variante mit dem schlafsofa im gemeinsam genutzten wohnzimmer, da würde ich dann eine wand im flur vorziehen.

und falls du rausbekommen hast, wo frau als alleinerziehende einen neuen partner findet: laß mich bitte an deinem wissen teilhaben!Ich verneig michgrins


  Re: Beziehungskummer - u.a. mit - Depressionen- Nach der Trennung im selben Haus ...
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  Hamamelis71*
schrieb am 19.03.2018 19:32
ich kenne mittlerweile auch einige Paare, die als Vater und Mutter mit ihren Kindern leben. Das klappt sogar erstaunlich gut, besonders bei Paaren, wo der Mann sowieso Wochenendpendler oder viel auf Dienstreise ist.

An Deiner Stelle würde ich nichts überstürzen, eine Trennung sollte man sowieso sehr lange planen und vorbereiten (meine Meinung).


  Re: Beziehungskummer - u.a. mit - Depressionen- Nach der Trennung im selben Haus ...
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  pmami
schrieb am 19.03.2018 20:05
Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht so ganz, wieso Dein Mann Dir für Euer gemeinsames Haus, für das er ja wahrscheinlich eine Finanzierung (mit-)unterschrieben hat, Miete zahlen soll.

Abgesehen davon ist eine Lösung, getrennt in einem gemeinsamen Haus zu wohnen immer nur eine Übergangslösung. Quasi die Zeit zwischen der Gewissheit, nicht mehr zusammen sein zu wollen und der Entscheidung sich wirklich trennen zu wollen. Das wird so etwa 6-12 Monate gutgehen und spätestens dann aufhören, wenn einer von Euch jemand anders kennenlernt. Denn ganz ehrlich - soll Dein Mann, wenn er morgens aus dem Flurzimmer kommt, Deinem Freund im Badezimmer begegnen und sich mit ihm die Zahnpasta teilen ?

So schön die Lösung für die Kinder wäre, wenn einer von Euch in der jetzigen Situation das Haus nicht alleine halten kann, solltet Ihr Euch gedanklich und emotional von dem Haus ebenso verabschieden, wie von Eurer Ehe.

Falls Ihr in einem gemeinsamen Urlaub austesten möchtet, wie viel Gemeinsamkeiten Ihr noch habt, solltet Ihr ohne Kinder, Freunde oder Familie nur zu zweit wegfahren.

Viele Grüße pmami


  Re: Beziehungskummer - u.a. mit - Depressionen- Nach der Trennung im selben Haus ...
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  jennialexa
schrieb am 19.03.2018 20:34
@Chorus: Das Schlafzimmer hätte den Vorteil, dass es auf einer eigenen Etage liegt und er da dann seine ganzen Sachen hätte abgetrennt von "meinem Lebensbereich".

@ Eine Frage: Ich sähe den Vorteil darin, dass er nicht alleine in einer kleinen Wohnung leben würde, sondern in einem Haus mit eigenem Zimmer, zwei Kinderzimmern (inkl. Kindern) und einem gemeinsam genuzten Küchen/Wohn-/Essbereich sowie einem Garten mit seinem geliebten Grill etc.

Miete würde er ja für eine Wohnung auch zahlen müssen und ob er sie mir zahlt oder einem fremden Vermieter (der ggf. damit auch ein Haus abbezahlt, ist das wirklich so der riesen Unterschied?) Wir könnten natürlich auch sagen, wir bezahlen weiterhin gemeinsam das Haus ab (und besitzen es weiterhin hälftig), das dann die Kinder irgendwann mal vererbt bekommen. Aber ganz ehrlich, wer weiß was die Zukunft bringt, das halte ich für eine sehr unsichere Idee.

@ emmi: Ja, vielleicht gehe ich wirklich alleine zu einem Therapeuten/Coach... wenn er nicht mit gehen möchte, es ist bestimmt ganz gut, einige Dinge professionell reflektiert zu bekommen.

@Hamamelis: Schön, dass du einige Paare kennst bei denen das gut funktioniert, dann ist meine Idee ja vielleicht garnicht völlig abstrus.

@pmami: Ich schrieb ja schon oben, dass wenn einer von uns einen neuen Partner hat, das "Konstrukt" neu überdacht werden muss.
Du hast recht, vielleicht trifft es der Begriff "Miete" nicht so ganz. Ja, vielleicht wäre es sinnvoll alleine wegzufahren....

Danke für eure Gedanken!

LG

jennialexa


  Re: Beziehungskummer - u.a. mit - Depressionen- Nach der Trennung im selben Haus ...
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  Meljosie
Status:
schrieb am 19.03.2018 22:11
Hier mal ein Beitrag von einer Betroffenen, wenn auch aus umgekehrter Sicht. Habe lange überlegt anonym zu posten, aber warum eigentlich?
Hier bin ich die jenige die zu Depressionen neigt und letztendlich ab und zu eiskalt davon erwischt wird.
Wir waren 14 Jahre zusammmen, als zunächst ich glaubte, das war es mit unserer Beziehung. Wir sind nur noch wie Freunde, wie Bruder und Schwester, what ever... Ich kann deine Gefühle unterschreiben, jeder hat sein Ding gemacht, die Leidenschaft war weg und Gemeinsamkeiten gab es außer dem großen Kind, Haus und Hunden eigentlich keine mehr. Alles „nur“ Verpflichtungen.
Ergebnis war die Trennung nach so vielen Jahren. Aus Genua den selben Gründen wie bei dir, blieben wir allerdings unter einem Dach. Hatten separate Schlafzimmer und nutzten den Rest des Hauses gemeinsam.
Wir lernten beide neue Partner kennen und nahmen Rücksicht aufeinander, sprich natürlich schleppe ich den neuen nicht ins Haus, vor allem nicht, wenn dr Ex da ist.
Wir kümmerten uns nach Absprache um unsere Verpflichtungen ( großes Kind, bei uns viele! Hunde). Und es lief gut.
Mit Abstand, aber ständiger Präsenz, gelang es mir auf einmal zu erkennen, was ich an meinem Partner so sehr geliebt hatte. Mir wurde klar, dass man nach 15 Jahren keine feurige Leidenschaft erwarten kann, sondern, dass alles seine Zeit hat. Mir wurde klar wieviel innere tiefe Verbundenheit bedeutet und wert ist. Ich habe diesen Menschen plötzlich wieder mit den Augen gesehen, mit denen ich mich in ihn verliebt habe.
Und dann war es wieder da, dieses Kribbeln, und die Gewissheit, dass Dias dieser eine Mensch ist, nachdem ich noch ewig suchen werde, da ich ihn ja eigentlich schon gefunden hatte. Und das obwohl wir beide zwischenzeitlich in neuen Beziehungen waren!
Was soll ich sagen, nach langem Kampf, denn auch die Entscheidung es nochmal zu versuchen war nicht leicht ( die Statistik spricht dagegen, das wussten wir) haben wir es nach zwei Jahren nochmal versucht. Wir sind heute glücklicher als vorher! Wir genießen unsere Beziehung bewusst, in dem Wissen, das sie nicht selbstverständlich ist. Ich habe mich in Behandlung begeben, einfach weil ich meinem Mann die Last nehmen wollte, für mich verantwortlich zu sein.
Wir haben nach 1,5 Jahren nach der Wiedervereinigung geheiratet und 6 Monate später erfahren, dass wir nach jahrelangem Kinderwunsch Eltern von Drillingen werden. Zuerst waren wir geschockt. Heute schmunzeln wir, insbesondere wenn wir an die Worte vieler Ärzte denken... Das ist Ihnen nur passiert, weil der da oben wusste, dass SIE das schaffen! Nun ja...
was ich damit sagen will? Natürlich funktioniert das Zusammenleben nach Trennung unter einem Dach nur, wenn man sich vorher nicht komplett überworfen hat. Und das las sich für mich so bei euch. Und manchmal kann es auch einfach eine neue Chance bedeuten!
Egal wie du dich entscheidest, ich wünsche euch alles Gute auf eurem Weg!

LG Meljosie!


  Re: Beziehungskummer - u.a. mit - Depressionen- Nach der Trennung im selben Haus ...
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  jennialexa
schrieb am 19.03.2018 23:15
@Meljosie: Schön, dass ihr heute so glücklich seid!
Darf ich fragen wie alt euer Kind wärend eurer "WG-Zeit" war und wie es ihm damit ging? Wie hat es eure Trennung aufgenommen? War das verwirrend (Mama und Papa sind getrennt, leben aber noch zusammen in einem Haus)? Wie habt ihr das organisiert? (Wer bekam welche Wochenenden "kinderfrei"/ Wie war das Finanzielle geregelt?/ etc.) Hattet ihr einen Therapeuten oder irgend jemanden, der diese Zeit begleitet hat? Habt ihr euch regelmäßig zusammen gesetzt um zu resümieren?

Ich würde mich freuen, wenn du meine sehr privaten Fragen beantworten würdest. Gerne auch per PN

Danke!


  Re: Beziehungskummer - u.a. mit - Depressionen- Nach der Trennung im selben Haus ...
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  Meljosie
Status:
schrieb am 20.03.2018 00:01
Ich beantworte dir deine Fragen sehr gern, auch öffentlich. Habe mich ja bewusst gegen die Anonymität entschieden. 😉 aber gerade schlafen die drei endlich friedlich und ich möchte meine Chance nutzen! Ich melde mich morgen, versprochen!


  Re: Beziehungskummer - u.a. mit - Depressionen- Nach der Trennung im selben Haus ...
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  Alina
schrieb am 21.03.2018 07:18
Nur ein Punkt zur Haus /Miete
Wenn das Haus jetzt beiden gehört, kannst du von ihm keine Miete verlangen für seine eigene Hälfte, genauso wie er von dir keine Miete verlangen darf. Seitdem du kaufst von ihm seine Hälfte ab.
Falls er ausziehen sollte, muss er zwar woanders Miete bezahlen, du muss ihm aber eine Nutzungsentschädigung zahlen, weil du seine Hälfe des Hauses nutzt. Also diene Rechnung mit Mieteinnahmen bringt hier nichts.
VG
Alina


  Re: Beziehungskummer - u.a. mit - Depressionen- Nach der Trennung im selben Haus ...
avatar  patty 2
Status:
schrieb am 24.03.2018 12:48
Hallo Jennialexa ,

du klingst sehr erschöpft. Und vielleicht ist das ein Punkt, wo du ansetzen könntest, da du in diesen Punkt handlungsfähig sein könntest, unabhängig von deinem Mann.
Wenn ich es richtig verstanden habe, möchtest du wieder mehr Sport machen. Deine Kinder sind 9 und 6 Jahre alt, vielleicht kannst du beide für 45 Minuten alleine lassen(Handy) und Joggen/walken gehen, vielleicht findet sich eine Laufpartnerin. Am Wochenende ist dein Mann da, hier könntest du eine feste Zeit mit ihm absprechen, damit du durchatmen kannst. Was an Zeit benötigst du für dich und zu welcher Tageszeit? Du solltest diese Zeit planen und deinen Mann darüber informieren, damit er sich darauf einstellen kann. Das könnte zu einem Ritual an jedem Sonntag für euch beide werden. Wie soll das kommende Wochenende laufen, wer benötigt was?
In welchen Bereich benötigst du noch Entlastung? Was ist mit einer Putzfee, auch wenn es Geld kostet.
Unklar ist für mich, wie sich die Depression bei deinem Mann zeigt, welche Auswirkung hat es auf euer Familienleben? Liegt er im Bett, zieht er sich zurück, welche Verhaltensweise belastet dich am meisten? Um welchen Zeitraum geht es hier, Wochen, Monate oder Jahre?

Zitat

In eine Therapie begeben oder zu einem Arzt gegangen ist er deswegen nie, ich hatte ihn einmal fast soweit, dass er zu einem Hausarzt geht, um zumindest mal mit diesem darüber zu reden. Er hat den Termin am selben Tag noch abgesagt, da es ihm ja wieder besser geht....
Hast du deinem Mann deine Enttäuschung und deine Sorge mitgeteilt? Vielleicht ist es an der Zeit,ihm seine Verantwortung, in Bezug auf seine Gesundheit, zurückzugeben. Hast du ihn mal gefragt, welchen guten Grund er hat, dass er keinen Arzt aufsucht? Beschreibt dein Mann sich auch als depressiv? Vielleicht wird dich seine Antwort überraschen und ihr könnt darüber sprechen.

Was ich lese, ist, dass dein Mann aus beruflichen Gründen nur am Wochenende ein Teil des Familiensystems ist. Diese Situation ist sicherlich auch für ihn unbefriedigend. Er hat wenig Möglichkeit sich unter der Woche unterstützend einzubringen, alles stapelt sich am Wochenende. Deshalb ist vielleicht ein Austausch über deine und seine Erwartungshaltung, zum Thema Wochenende, abzugleichen. Fernbeziehungen führen auf Dauer zu Schwierigkeiten, ist hier eine Veränderungsmöglichkeit gegeben?
Wie würdest du eure Beziehung vor dem Hauskauf beschreiben, gibt es Unterschiede?
Ein Hauskauf/Bau zeigt sich bei vielen Paaren als eine hoch anstrengende Zeit, vielleicht sitzt diese Anstrengung noch zusätzlich in den Knochen. Habt ihr beide euren Erfolg gefeiert, welche Wünsche/Zukunftsbilder hattet ihr bei der Planung im Kopf ?

Thema Glück, Zufriedenheit/glücklich sein:
Habt ihr euch darüber unterhalten, was jeder darunter versteht und dazu beiträgt. Wann hattet ihr beide dieses Gefühl zusammen, was war in dieser Zeit anders? Wie genau hat sich das Glücklichsein gezeigt.

Zitat

Aber ich mag ihn und ich würde es auch durchaus auch noch als Liebe bezeichnen, aber eher so eine grundlegende Liebe und keine wilde, leidenschaftliche Liebe.
Ich denke ihm geht es ähnlich, er sagt zumindest, dass ich ihm wichtig bin und das er es hasst mir Kummer zu bereiten,

Mit diesen Voraussetzungen könnte man arbeitenzwinker . Es hört sich aus meiner Sicht lohnenswert an, bevor man das Haus in Lebensreviere einteilt. Welche Art und Umfang ihr an Unterstützung von außen benötigt, solltest du mit deinem Mann besprechen, da ihr euch über Veränderungsziele absprechen solltet.

Du könntest deinen Mann einen Brief schreiben und ihn zu seiner Dienstreise mitgeben.Er kann in Ruhe deine Anliegen lesen und sich zur Thematik Gedanken machen. Vielleicht stellt ihr fest, dass euch ähnliche Themen beschäftigen.
Du kannst deine Sicht auf eure Beziehung darstellen. Teile ihm deine konkreten Wünsche/Bedürfnisse, Befürchtungen und Veränderungspunkte mit. Schreibe aber auch, was aus deiner Sicht noch gut und tragbar in eurer Beziehung ist.

LG Patty


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.03.18 13:00 von patty 2.


  Re: Beziehungskummer - u.a. mit - Depressionen- Nach der Trennung im selben Haus ...
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  janis2017
schrieb am 18.04.2018 14:23
Liebe Jenni,
das macht mich traurig zu lesen. Euer zu Hause, das ihr nun schön eingerichtet habt und eure Kinder scheinen perfekt. Du scheinst sehr erschöpft. Wäre eine Mutter Kind Kur eine Möglichkeit erstmal zur Ruhe zu kommen und durchzuatmen?
Denn in der Situation solltet ihr keine zu schnelle Entscheidung treffen. Ihr beiden liebt euch noch und vielleicht schafft ihr es zusammen die Ehe zu retten. Nur dafür braucht ihr Zeit-gemeinsame Zeit. Vielleicht kann dein Mann seine Gefühle nicht zeigen, eine Depression kann es schwer machen sie auszudrücken. Manchmal erscheint die Welt wie hinter einem Schleier. Man fühlt sich abgetrennt von den Menschen die man am meisten liebt.
Ich möchte dich ermutigen für deine Ehe zu kämpfen, den sie ist etwas kostbares. Dein Mann ist krank und das Ehegelübde hat auch die "schlechten Tage" eingeschlossen.
Bevor du dich zu sehr auf die Trennung konzentrierst, richte deinen Fokus auf das Ziel deine Ehe zu retten! Du bist immer noch die aktive und energiegeladene Frau. Jedenfalls machst du diesen Eindruck und du wirst sicherlich eine Lösung finden. Deine Kinder werden es dir später danken.
Dein Mann kann sich erstmal lange krank schreiben lassen. Mit der Diagnose Depression oder Burnout ist mindestens ein halbes Jahr sinnvoll. In der Zeit hättet ihr die Möglichkeit euch wieder näher zu kommen und euch gemeinsame Ziele zu überlegen. Es gibt so vieles was ihr nach dem gemeinsamen Haus noch zusammen erreichen könnt.
Ich wünsche euch von Herzen alles gute.




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