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  warum schaffe ich es nicht mein Kind "abzuholen"?
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  Wutmonster
schrieb am 16.03.2018 21:33
Heute schreibe ich mal lieber Anonym, da es mir zu persönlich wird.

Meine Tochter ist im Februar 4 Jahre alt geworden und ich komme mit ein paar Verhaltensweisen von ihr nicht zurecht.

Es geht oft beim Aufstehen schon los - unabhängig davon ob sie geweckt wurde oder nicht - sie ist Mega schlecht gelaunt. Sie kreischt dann nur und will ihre Haare weg haben - zieht an den Haaren, insbesondere am Pony. Ich komme nicht an sie ran. Jetzt ist es aber so, dass mich ihr verhalten dann sofort von 0 auf 200 bringt. Erst versuche ich ihr guten Morgen zu sagen, freundlich zu sein,.... aber in kürzester Zeit bin ich total angenervt, weil ich damit nicht umgehen kann.

Die Sache mit dem Pony. Immer wenn sie einen Anfall hat, will sie keinen Pony haben Sie steht vor dem Spiegel und zieht sich an den Haaren und schreit der soll weg. Jetzt habe ich mir schon länger überlegt, ob ich nicht einfach zum Friseur gehe .... aber: was ist die Lösung, sie kann ja die Haare vorne nicht einfach ganz kurz machen. Wenn ich ihr erkläre, dass lässt sich mit einem Haargummi oder Spange lösen... - Fehlanzeige. Sie will das alles nicht. Da das ganze nun schon eine Ewigkeit geht, kann ich das nicht mehr hören und will das Thema aus der Welt haben. Es ist mir langsam egal wie - ich kann einfach nicht mehr - ich mag es nicht mehr hören - es belastet mich - es bringt mich auf 200 - bei mir ist der Tag dann schon gelaufen - ich kann damit nicht vernünftig umgehen.

Dann geht es weiter Unterhosen: zu groß, zu klein - alle gehen in den Po - alle sind blöd - sie hat eine ganze Kiste voll - und nichts passt! Sie zieht seit Monaten keine Jeans Hosen an, hat 10 Hosen im Schrank (Leggings, Jeans etc.) nichts ist gut! Die Lieblingshose von gestern mag sie nicht mehr, ein Kleid was sie schon tausend mal angehabt hat ist blöd, weil die Druckknöpfe (plötzlich) seitlich sind, Kleider die sie unbedingt haben wollte, hat sie danach NIE angehabt. Ich verzweifel. Der Kleiderschrank ist voll und nix mag sie. Heute ist sie nur in Strumpfhose und Shirt in den Kindi - Hose oder Rock war nicht anzubekommen. Auch hier - vieles ausprobiert: Klamotten abends aussuchen, nur 2 zur Auswahl, nur 1 hingelegt, alles hingelegt, ..... Ich mag und kann nicht mehr!

An so einem Tag (heute war auch so einer) heule ich erst mal eine Runde nachdem ich sie in den Kindi gebracht habe und danach überlege ich den ganzen Tag wie ich diese immer wiederkommenden schrecklichen Tage hinter mich bringe. Ich mag so nicht, ich will so nicht und ich kann nicht mehr.

Das mag sich erst einmal alles nicht so schlimm anhören - ich bin aber nervlich am Ende und ich habe keine Energie mehr ihr noch irgendwie entgegen zu kommen. Ich lese viele Bücher - zur Zeit Kindheit ohne Strafen - für Eltern die es anders machen wollen. Ich kann es aber nicht - ich habe keine Kraft mehr dazu! Ich verstehe die Dinge und denke, dass lässt sich doch umsetzten - ein Kind Wert zu schätzen. Ich kann es aber in solchen Situationen nicht. Ich lasse sie dann heulend alleine oder mach den Bruder fertig zum Gehen und erst durch den Druck des Alleine lassens, klappt es dann mit dem Anziehen. Ich spiele mit Trennungsangst .....und und und. Dinge die ich nicht möchte. Ich will das so nicht und ich sehe keinen Ausweg.

Meine Erziehung war sehr resolut - ich wurde viel alleine gelassen und auch viel bestraft und auch geschlagen (Stockhiebe, Gürtel etc.). Ich weiß, dass das viel in die Beziehung und Erziehung zu meiner Tochter reinspielt auch wenn ich das früher nicht geglaubt und gedacht hätte. Nun hilft mir das Wissen alleine auch nicht weiter - ich muss doch irgendwie lernen damit umzugehen. Ich kann mit Wut schwer umgehen.

Ich fühle mich einfach schlecht, da ich die 2 Verhaltensweisen meiner Tochter nicht ändern kann - aber auch nicht auffangen kann - sie nicht begleiten kann - damit nicht umgehen kann! Das macht mich fertig.

Keine Ahnung, ob mein Gefühlschaos hier jemand versteht.

Eure Wutmonster


  Re: warum schaffe ich es nicht mein Kind "abzuholen"?
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  Hamamelis71*
schrieb am 17.03.2018 10:56
Ich würde Dir raten, dass Du Dir mal einen Termin bei der Erziehungsberatung (Awo, Caritas usw.) holst. Da wirst Du viele kompetente Tipps bekommen.

Wie wäre es mit einem Haarband oder Haarreifen bzgl. Pony?

Das hört sich für mich alles sehr anstrengend an.Was sagt denn der Kindergarten?


  Re: warum schaffe ich es nicht mein Kind "abzuholen"?
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  +emmi+
schrieb am 17.03.2018 12:01
also ich finde weder pony vorn sehr kurz (kenne ich einige, auch erwachsene frauen, wächst ja im zweifelsfall wieder nach) und strümpi und shirt im kiga schlimm für eine etwa 4jährige. an diesen stellen wäre wohl gelassenheit und gewähren nicht dramatisch in den auswirkungen.
(jeans gehen hier erst seit 4 wochen wieder (und jetzt quasi ausschließlichIch wars nicht), vorher 3 jahre nur leggins, weil jeans ja zu unbequem waren. davor nur cordhosen,die aber nicht in mode und deshalb kaum zu kaufen waren...ich lasse ihr seitdem sie 3 ist ziemlich freie wahl, so lange es der jahreszeit angemessen ist. sie hat sich allerdings auch mal aus trotz im schlafi in den kindergarten bringen lassen- nur 1xLOL. und ihre mentorin in der schule hat letztens geäußert, sie wäre das am geschmackvollsten gekleidete mädchen der klasseHammer ich kenne es aus meiner kindheit mit sachen, die meine eltern ausgesucht hatten, ich aber gruselig fand und mich sooo unwohl fühlte...)

da du aber selbst erkennst, daß es viel mit deiner eigenen biographie zu tun hat, wäre externe hilfe ausmeiner sicht wirklich eine gute idee. sich mmit büchern immer mehr theorie ins hirn zu stpfen ändert ja nix an deinen eigenen traurigen erfahrungen und den daraus resultierenden mustern.

und mein kind hat und hatte auch immer ma wieder phasen, die es mir schwer gemacht haben. ich habe mich dann nicht daneben gesetzt, aber gesagt: ok, ich lasse dich dann jetzt mal in ruhe, bin aber hier nebenan oder in xy..das hat den druck erstmal rausgenommen.


  Re: warum schaffe ich es nicht mein Kind "abzuholen"?
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  isolde35
Status:
schrieb am 17.03.2018 13:00
Ich finde das nicht ungewöhnlich, meine Tochter hat solche Phasen und ich kenne das auch von anderen Kindern im Umfeld. Was Emmi geschrieben hat, trifft bei uns auch zu, nicht in der Situation/Diskussion verharren, sondern auf Abstand gehen und dem Kind nach Möglichkeit Freiraum für eigene Entscheidungen schaffen. In dem Fall mit dem Pony würde ich vielleicht mal nachmittags in einer ruhigeren Situation zu ihr sagen: du hast ja in letzter Zeit öfter gesagt, dass dir dein Pony nicht gefällt, was hältst du davon, dir mal eine andere Frisur auszusuchen? Und dann vielleicht mit ihr eine Frisurenzritschrift anschauen und sie entscheiden lassen.

Meine Tochter wird auch so sauer, wenn sie funktionieren soll wie ich es gern hätte. Je mehr sie mitentscheiden darf, desto besser geht es meistens.

Dass dich das belastet, verstehe ich sehr gut, mir gehen dabei auch manchmal die Nerven durch und ich hab meine Tochter auch schonmal weinend in ihrem Zimmer gelassen und bin runter gegangen, weil ich einfach wütend war. Du bist auch nur ein Mensch, sowas passiert. Darf aber nicht die standardreaktion auf solche Situationen sein.

Isolde


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.03.18 13:05 von isolde35.


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  Re: warum schaffe ich es nicht mein Kind "abzuholen"?
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  LittleDancer
schrieb am 17.03.2018 14:32
Also innerlich werde ich in solchen Situationen (Pony) auch sehr wütend. Es nervt einfach. weil ich aber weiss dass mein Tochterkind das ein kleiner Zorngickel ist sich ins unendliche reinsteigert wenn ich wütend und/oder ungeduldig reagiere versuche ich es anders. Daneben sitzen und aushalten ist für mich keine Option, das halte ich nervlich nicht aus. Daher lasse ich das Kind alleine. Die Frage ist halt wie lässt man das Kind alleine. Pflaumt man das Kind an und verlässt dann entnervt den Ort dann fühlt man sich nicht gut. Sagst du ja selber und mir geht es nicht anders. wenn ich meinem Kind aber sage: ich kann dir hier gerade nicht helfen. ich gehe jetzt ins Wohnzimmer. wenn du getröstet werden möchtest oder wenn ich dir helfen soll dein Pony wegzubinden dann kannst du gerne zu mir kommen. Ich finde nicht dass man als Mutter dann ein schlechtes Gewissen haben muss weil man es nicht aushält beim Kind zu bleiben.
Wenn meine Tochter sehr lange wütet geh ich auch zwischendurch nochmal hin und wiederhole mein Angebot um es ihr leichter zu machen. es dauert mal länger und mal weniger lang, aber sie kommt immer irgendwann und lässt sich trösten.
zum Klamottenthema: auch da ist nmeine Madame seeeehr eigen.... Strumpfhose und Shirt finde ich für ein 4 Jähriges Kind vollkommen ok. besser noch Leggins, Strumpfhose ist aber auch ok. Das wirdmit zunehmendem Alter von alleine besser merke ich. Meine Tochter ist jetzt 5,5 Jahre alt. Ihr Geschmack ist mittlerweile echt ziemlich gut. nur in Strumpfhose würde sie freiwillig jetzt gar nicht mehr raus wollen. Ich spreche regelmässig mit ihr über Kleidung, darüber was so zusammenpasst und auch darüber was für das Wetter angenmessen ist. Steter Tropfen höhlt den Stein zwinker. Wir ziehen auch die Puppen gemeinsam an. Sie hat mittlerweile gelernt dass wir los müssen wenn wir los müssen. es gibt 2 Timer, dann gehts los. Das funktioniert sehr gut.
Mach dich nicht selber so schlecht. Wut zu empfinden und nicht immer gelassen bleiben zu können ist für mein Empfinden normal. das sollte gar nicht unbedingt dein Ziel sein dass du das gar nicht empfindest. Dein Ziel sollte sein deine Gefühle soweit zu kontrollieren dass du deinem kind gegenüber nicht unfair wirst. Das bekommst du bestimmt hin!
Alles Gute smile


  Re: warum schaffe ich es nicht mein Kind "abzuholen"?
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  gelöschter User
schrieb am 17.03.2018 15:48
  Re: warum schaffe ich es nicht mein Kind "abzuholen"?
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  Wutmama-arbeitet-an-sich
schrieb am 17.03.2018 21:05
In unserem Kindetgarten laufen viele Kinder mit Strumpfhose und Shirt herum. Das finde ich völlig OK!

Ich verstehe dich sehr gut. Mir geht es auch so. Unser Kind (4,5) ist ein absolutes Wunschkind. "Was früher war ist vergangen!" hab ich immer gesagt. Leider ist das aber auch bei mir nun mit Kind nicht so. Liebesentzug war Erziehungsmittel Nummer 1, gefolgt von emotionaler Erpressung, ausnutzen von Ängsten und körperlicher Gewalt. Gelobt wurdw ich auch über alle Maßen, wenn ich einfach die Klappe hielt.

Unser Kind hatte gerade eine ähnliche Phase. Kaum gingen die Augen morgens auf, wurde ich angemotzt, vollgenölt, es wurde gejammert, gemault, geheult. Ohne Grund. Die Lampe war zu hell, ohne Lampe zu dunkel. Ich will Müsli. Uääääh, ich hab doch Brot gesagt! Ich will dies, ich will jenes,...
Im Kinderwunsch wünschte ich mir nichts sehnlicher als ein Kind und wollte ein schönes Leben für uns. Keine Gewalt, Erpressung, kein Liebesentzug. Viel schöne, gemeinsame Zeit, tolles Spielzeug, Ausflüge, usw. Warum nur, will mein blödes Kind das nicht? Warum muss es mich immer an den Rand der Verzweiflung bringen?

Ich konnte einfach nicht mehr und hatte einen Tipp aus einem Erziehungsratgeber umgesetzt. Kind in Gedanken anschreien, schütteln, notfalls schlagen. Nur alles in Gedanken, um die Wut loszuwerden. Ich fühlte mich schuldig und elend, als hatte ich mein Kind tatsächlich geschlagen. Da kam mir der nächste Erziehungsratgeber unter. Hier war erklärt, warum mein ätzendes Kind sich so asozial verhält und mir das Leben zur Hölle macht, sodass ich die Existenz unseres Kindes tatsächlich schon bereute und den 18. Geburtstag herbeisehnte.

...und plötzlich stand mein Kind da... in ganz anderem Licht. Klein und hilflos und mich suchend.

Der Schlüsselbegriff ist "Psychohygiene".
Ist es wirklich der Pony, der dein Kind stört? Oder das Kleid, die Knöpfe, die Hose? Ich denke nicht. Von Zeit zu Zeit brauchen Kinder Blitzableiter und zünden ein Emotionsfeuerwerk nach dem anderen. Weder die Dinge um die es geht noch die Person, die es abbekommt haben damit etwas zu tun. Sie machen gerade wieder einen Entwicklungsschub durch, bearbeiten unbewusste Konflikte oder suchen nach bedingungsloser Akzeptanz ihrer selbst.

Das Problem war, dass ich mein Kind einfach nicht mehr ao annehmen konnte, wie es war. Es war einfach ätzend und ich schon beim ersten Nölen auf 180.
Diese Spirale habe ich durchbrochen durch bloßes dasitzen. Versuch mal dich einfach zu deiner Tochter zu setzen, wenn sie wütet, Kleidung herumschmeißt, usw. Mein Kind wütete und wütete neben mir, bis es weinte und sagte: "Mama, mir gehts doof". Da konnte ich dann endlich Empathie empfinden und trösten. Die Dinge, um die es inhaltlich ging habe ich dann bewusst an ganz anderer Stelle aufgegriffen.

Tröste sie, weil die Haare scheiße sind ohne ihr Lösungen anzubieten. Dann kannst du beim nächsten Einkauf beim DM in der Haarspangenabteilung wie zufällig nachhaken "Ach ja... wollten wir nicht noch Spangen für deinen Pony kaufen?"


  Re: warum schaffe ich es nicht mein Kind "abzuholen"?
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  Loewinnenmama
Status:
schrieb am 18.03.2018 09:52
Hallo,

auch bei uns gibt es immer wieder solche Zeiten. Meine Tochter (fast 6 Jahre) hat(te) das letzte halbe Jahr eine extreme Phase.

Jeden Morgen gab es Probleme wegen dem Anziehen. Sie ist wegen allem ausgeflippt - und ich dann auch. Das ist furchtbar und ich habe jeden Morgen genauso wie Du erst einmal eine Runde geweint. Ich hatte auch das Gefühl, dass NICHTS von meinen Lösungsvorschlägen irgendwie geholfen hat. Nichts war gut. Womit ich letztendlich gute Erfahrungen gemacht habe:
- ihr mehr Aufmerksamkeit entgegen bringen. Hier war wichtig, das NICHT in den Situationen zu machen, in denen sie morgens so ausgeflippt ist. Ich habe tagsüber wieder mehr IHR zugehört, gepuzzelt, gebastelt... (sie hat noch zwei Geschwister und sie ist das mittlere Kind)
- in den schwierigen Situationen habe ich gesagt: ich möchte nicht, dass Du so schreist (mich haust, trittst), deswegen gehe ich raus aus dem Badezimmer. Ich bin nebenan im Schlafzimmer. Wenn Du mich brauchst, sag Bescheid, dann bin ich da
- ich habe (fast) alles akzeptiert was sie anziehen wollte (Sommerkleid über Hose, Schlafanzug, totaler Muster- und Farbenmix). Es sollte nur einigermaßen warm genug sein

Das in Summe hat geholfen. Es hat ein wenig gedauert, aber ich glaube der Grund für das alles ist immer ein Entwicklungsschub und damit verbundene Unsicherheit, Gefühlschaos... Vor allem muss man akzeptieren, dass es tatsächlich ein Problem für das Kind ist, das nicht so einfach zu lösen ist. Es also ernst nehmen. Inzwischen geht es bei uns ganz gut...momentan... Sie zieht JEDEN Tag die gleiche Leggings an. Es geht nur eine von 4 speziellen Unterhosen (nachkaufen traue ich mir nicht, das ging schon einmal nach hinten los, weil die Unterhose dann plötzlich nicht meh ging).

Ich bin gelassener geworden...

Liebe Grüße und ich drücke DIr die Daumen, dass es bald besser wird!


  Re: warum schaffe ich es nicht mein Kind "abzuholen"?
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  Wutmonster
schrieb am 18.03.2018 10:01
Hallo Ihr Lieben,

@Wutmama-arbeitet-an-sich: das was du schreibst trifft genau richtig den Punkt, so wie dir geht es mir auch. Ich bin froh, dass ich nicht alleine mit diesem Problem bin und freue mich, dass es Wege aus dieser Situation gibt.

Ich habe bereits einen Termin in der Erziehungsberatung gehabt und habe nächste Woche einen 2. Dort wurde mir (allerdings war es ja nur der eine Termin) gesagt ich solle meiner Tochter ihre Gefühlswelt mehr erklären, so wie ich ihr den Rest der Welt erkläre. Das ist nun 3 Wochen her und ich sehe keinen Fortschritt.

Die Sache mit den Haaren. Es geht nichts ins Haar, auch kein Haarreif. Im Laden findet sie alles toll - den Laden könnten wir leerkaufen und zu Hause geht dann nix. Ist der Anfall vorbei akzeptiert sie ihr Haar dann auch für den Rest des Tages oder eben bis zum nächsten Wutanfall.

Beim Anziehen bin ich eigentlich doch recht entspannt (dachte ich zumindest). Es geht mir darum, dass sie was anzieht. Was ist mir egal. Wir haben halt nur schon alles ausprobiert, von hinlegen, von aussuchen bis alles alleine aussuchen. Aber sie sucht halt nix aus. Beispiel sind die Unterhosen: 20 Stück und keine ist gut - einfach keine.... da brauche ich auch nicht noch 5 dazukaufen - denn aus 25 findet sie auch keine gut.

Ich könnte mir vorstellen, dass das in Gedanken schimpfen und fluchen etc. eine Möglichkeit für mich wäre, da ich ja erst meine eigene Wut loswerden muss. Und einfach nur dabei sein ohne Einfluss zu nehmen. Aber was, wenn morgens die Zeit einfach davon läuft? Irgendwann müssen wir alle los und zur Arbeit? Dann ist man wieder unter Druck und dann bin ich noch schneller auf der Palme. Ich weiß, dass ich an mir arbeiten muss. ich werde nächsten Freitag in der Erziehungsberatung mal meine Gefühle in den Mittelpunkt setzen.

Ich weiß gar nicht, wie ich euch hier allen danken soll - es tut immer so gut mit euch zu reden. Mir kullern die Tränen. Danke!

Wutmonster


  Re: warum schaffe ich es nicht mein Kind "abzuholen"?
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  Joaninha
schrieb am 18.03.2018 10:50
Du schreibst, Du machst Dir die Trennungsangst des Kindes zunutze - ist das tatsächlich so? Für mich hört es sich eher nach Liebesentzug an. Trennungsangst habe ich eher abgespeichert unter "Erziehungsmassnahmen" - na ja, wenn man das so nennen will - für Kleinkinder, die noch nicht verstanden haben, dass Mama wiederkommt und deren Angst sich in solchen Situationen dann ins Unermessliche steigert. Das müsste doch aber bei Deinem Kind schon längst passé sein, oder?

Was Liebesentzug betrifft - hm, schwierig. Die Grenze zwischen "authentisch bleiben" einerseits und "kein Liebesentzug!" andererseits ist für mich sehr schwer zu fassen. Ich selbst denke, es ist ein Unterschied, ob Du Liebesentzug systematisch anwendest, um in jeder beliebigen Situation Deinen Willen zu bekommen, oder ob Du in *einer* bestimmten Situation (auch wenn sie immer wiederkehrt) sauer reagierst und Dich abwendest. Und wenn das letztere der Fall ist, ist es wiederum ein Unterschied, ob Du Deine Abwendung über Deine eigenen Befindlichkeit begründest, vielleicht auch schon mit Versöhnungsangebot ("Ich bin total sauer, ich gehe mal ins Nebenzimmer und schaue nachher nochmal nach Dir"), oder über das Verhalten Deiner Tochter (also dieses "immer musst Du ... tun, kannst Du nicht einmal ...?")

Ich kann Deine Reaktion übigens sehr gut verstehen, meine Tochter ist auch sehr gut in morgendlichen Dramen. Bei ihr kommt das immer, wenn sie noch müde ist. Ich weiss nicht, ob sie ihre Müdigkeit noch nicht als solche erkennt oder ob sie sich einfach generell lieber die Zunge abbeissen würde, als zuzugeben, dass sie müde ist - wahrscheinlich eher ersteres. Fakt ist, dass dann alles Mögliche herhalten muss, damit sie ihre schlechte Laune in Gang halten kann. Auch gerne Kleidung und Frisur, wie bei Euch, aber selbst wenn ich allen Frisuren zustimme und ihre Lieblingskleidung schon bereit halte, findet sie noch etwas, was sie stört ("die Minnie ist weeeeeg!!" - "Kuck mal da ist sie doch" - "Aber meine Giraffe ist weeeeg!" - "Kuck mal, die ist doch auch da" - (Maus überlegt verzwiefelt, dann der rettende Gedankesmile "Papaaaa!" - (Mama muss kapitulieren) "Ok, Papa ist nicht da, der ist bei der Arbeit" - Maus flippt aus) Wenn ich gut drauf bin, was leider auch nicht immer der Fall ist, lasse ich das tatsächlich einfach an mir abprallen, weil mir klar ist, dass es eigentlich überhaupt nicht darum geht, was sie anzieht oder welche Tiere sie um sich hat, sondern darum, dass sie jetzt in diesem Augenblick noch gar nicht aufstehen möchte.

Ganz banal würde ich mal versuchen, das Anziehen nach dem Frühstück zu machen, falls ihr das nicht ohnehin schon so macht. Meine Maus ist mit Frühstück im Bauch viel besser drauf.

Und sonst bin ich ganz bei Loewinnenmama, ich würde versuchen, ganz bewusst Zeit mit meiner Tochter einzuplanen, mit ihr zu spielen, auf ihre Wünsche einzugehen, ihr zu zeigen, dass sie mir wichtig ist und ich sie respektiere. Ich denke, das ist ein wichtiger Ausgleich gerade zu solchen Szenen. Du bist doch nicht nur die Mama, die sauer auf ihr Kind ist, sondern auch die Mama, die es liebt, die gerne mit ihm zusammen ist, die sich freut, dass das Kind da ist. Und das merkt Dein Kind doch auch!

Ich habe übrigens sehr grossen Respekt vor Dir. Ich finde es toll, dass Du versuchst, mit Deiner Vergangenheit zu brechen udn einen neuen Weg zu gehen.

Liebe Grüsse!


  Re: warum schaffe ich es nicht mein Kind "abzuholen"?
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  Wutmonster
schrieb am 19.03.2018 21:11
So, nun habe ich nochmals richtig Zeit und habe eure Beiträge alle nochmal in Ruhe gelesen. Vielen Dank nochmal, es sind einige Tips dabei.

Wie ich lese, verlassen einige den Raum - jedoch immer mit dem Hinweis wo ich zu finden bin und dass ich gerne bereit bin zum Trösten. Und ja, sie kommt sehr gerne in den Arm wenn ihr (und mein) Wutanfall vorbei ist. Ich habe sie ja doch soooo lieb!

Die Haarfrisur wird sich erst mal nicht ändern, Bilder von kurzhaarigen Mädchen etx. findet sie gar nicht schön. Das mag sie nicht. Ich werde mit bemühen, gelassener zu werden und mit ihr den Ärger durchzustehen.

Bezüglich anziehen - da muss ich schon zugeben, dass an dieser Stelle darauf bestanden habe, das Strumpfhose alleine nicht geht. Aber wenn es bei euch nicht unüblich is, dann werde ich da wohl auch einfach ein Auge zudrücken. Ich finde es blöd, aber gut, damit kann ich wirklich leben.

im Punkt Exklusivzeit mit ihr, das sehe ich auch und ich habe mit meinem Mann schon öfters darüber gesprochen. Da er aber viel unterwegs ist fällt es mir schwer mich alleine auf sie zu konzentrieren, denn der Bruder wird immer gleichzeitig aus dem Kindi geholt. Am Wochenende versuchen wir schon immer mal wieder getrennte Dinge zu machen, aber wir sind nicht konsequent genug. Heute Abend haben wir, nachdem sie keine Lust auf Zähneputzen hatte sie gewähren lassen, Ich habe ihren Bruder ins Bett gebracht und Papa und Tochter haben dann doch ganz in Ruhe ohne Gemecker zusammen gutgelaunt das Bad durchlaufen und sie kam ganze 15 min später ins Bett. Und sie hatte Papa im Bad einfach nur für sich. Das könnte bei uns wirklich ein ganz wichtiger Punkt werden.

@Joaninha: du hast Recht mit deiner Erklärung von Trennungsangst. Es geht ja nicht um den Begriff, ich wollte damit nur sagen, dass ich dann irgendwann dann einfach meine Schuhe anziehe, den Bruder fertig mache und sie dann wirklich total verängstigt dann vor mir steht um nicht alleine gelassen zu werden.

Mir bleibt mal wieder nur ein dickes DANKE an euch. Es tut mir sooooo gut!

Wutmonster


  Re: warum schaffe ich es nicht mein Kind "abzuholen"?
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  heute ohne name
schrieb am 05.04.2018 22:18
  Re: warum schaffe ich es nicht mein Kind "abzuholen"?
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  heute ohne name
schrieb am 05.04.2018 22:29
Das könnte auch die Tochter einer Freundin sein.

Ich schreibe mal, was und wie ich das so sehe.
ich würde Kind zum Friseur mitnehmen und die Haare kürzen lassen, die vermute mal, sie hat lange Haare.

Dann klare Ansagen und Grenzen und diese dann auch einhalten.

Bei Wutanfällen würde ich ihr sagen, ich gehe jetzt raus, das ist mir zu laut und zu viel.

Kleidung gibt es eben nur dies und fertig.

Wenn man ständig nach den Wünschen ( lila kleid, rosa kleid, pony weg pony da usw ) der Kinder tanzt, dann werden diese nie zufrieden sein und dieses Genöle geht immer weiter ebenso die Forderungen.

Ist ja toll daß die Erziehungsberatung dir sagt, du sollst ihr ihre Gefühle erklären, aber mal ehrlich, alles aber auch wirklich alles in diesem Bereich können 4jährige noch gar nicht verstehen auch wenn man versucht es altersgerecht zu erklären.




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