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  Umfrage Patchwork-Familie - wie "schnell" kam was?
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  Wunsch-Patchmami
schrieb am 12.01.2018 23:21
Hallo ihr Lieben,
ich bin alleinerziehend und habe zwei Kinder (5+7).
Der Vater kümmert sich gut.
Seit über einem Jahr bin ich in einer neuen Beziehung.

Mein Freund hatte sich vor mir keine Gedanken über (eigene) Familie gemacht, war eher nur so auf der "Business plus Freundin"-Schiene und dann lernt er ne Frau (mich) mit Kindern kennen und lieben...

Mir ist klar, dass die Situation eine Herausforderung für alle und eh niemand miteinander vergleichbar ist und es bei jedem anders läuft.
Doch genau deshalb möchte ich mich umhören.
Um mich vielleicht etwas beruhigen zu können.
Denn ich bin zwischendurch doch verzweifelt, ob ich viel zu ungeduldig bin, was die Entwicklung der Beziehung angeht oder im Gegenteil vielleicht sogar zu abwartend...

Also, nach ca 4 Monaten Beziehung lernte er meine Kinder kennen und sie näherten sich langsam aneinander an.
Mittlerweile lieben sich alle sehr.
Wir leben noch in getrennten Haushalten, das wird auch noch eine Weile so bleiben.

Doch... Meine Kinder und ich wünschen uns mittlerweile mehr Familienleben mit meinem Freund.
Dass er mehr Nächte bei uns verbringt als nur so 2-3x in der Woche.
Dass er sich nicht nur mal so alle ein-zwei Wochen mal etwas Zeit für die Kinder zum Spielen nimmt (und wir so einmal im Monat zusammen einen Ausflug machen) und sonst nur er und ich allein ein paar Abende miteinander verbringen (oder das WE, wenn die Kinder beim Vater sind).

Richtig schön wär, würde er mit ein paar Sachen bei uns "einziehen" und wir würden uns dem ganz normalen Familienalltag widmen.
Wo er morgens mit aufsteht und mit uns frühstückt, vielleicht auch mal ein Kind in die Kita bringt, dann zur Arbeit geht, sich seiner Freizeit widmet und ganz selbstverständlich nachts in mein Bett krabbelt...
Kleine Annäherungsschritte in diese Richtung wären ja schon mal was!
Ich bin ja durchaus kompromissbereit.

Doch er sträubt sich.
Er kann sich mit diesem Gedanken noch nicht wirklich anfreunden.
Sobald er sich einige Tage in diese Richtung annähert, "muss" er darauf hin wieder mehr Abstand von uns nehmen.
Er hat auch Probleme damit, dass der Kindsvater sich so präsent kümmert. Er meint, es wär einfacher für ihn, würde der Vater nicht "existieren", dann würde er "einfach" die Vaterrolle übernehmen. Aber so fühlt er sich "fehl" am Platz.
Und so hält er lieber weiterhin sichere Distanz.
Allerdings merkt er selbst, dass die Situation, wie sie jetzt ist, für uns alle nicht mehr optimal ist, auch nicht für ihn. Sondern sogar die Beziehung belastet.
Es wäre also nun an der Zeit, entweder wirklich einen Schritt auf uns in Richtung Familienalltag zu machen oder wieder ganz weg von uns...? traurig

Ich weiß nicht, was ich machen soll... Weiter abwarten, bis er soweit ist oder Ultimatum stellen und sonst trennen - fühlt sich alles komisch oder falsch an.
Wir haben auch schon drüber geredet und er weiß auch nicht weiter. Er kann sich irgendwie nicht entscheiden und weiß auch nicht, was ihm dabei helfen könnte.

Wie war das bei euch?

Wann haben euer neuer Partner und eure Kinder sich kennengelernt?
Wann entwickelte sich "normaler Familienalltag" indem der Partner mehr oder weniger bei euch wohnte? Und was war der Auslöser dafür?
Wann seid ihr tatsächlich zusammen gezogen? Und was war die Motivation dahinter?
Wie kam/kommt euer Partner mit dem Kindsvater klar? Und umgekehrt?
Wie und wann fand euer Partner in die Stiefvaterrolle?
Wie seid ihr damit umgegangen, wenn euer Partner so viel mehr Zeit brauchte, sich für euch als Familie zu entscheiden als ihr es euch wünschtet?
Wann und wieso habt ihr einen Schlussstrich unter die Beziehung gezogen?


  Re: Umfrage Patchwork-Familie - wie "schnell" kam was?
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  Wunsch-Patchmami
schrieb am 12.01.2018 23:41
PS: Ich bin seit drei Jahren geschieden. Nach der Trennung bin ich mit den Kindern umgezogen und hatte mich auch fast komplett neu eingerichtet.
Es gibt also in meiner Wohnung keine "Schwingung" vom alten Familienleben mit meinem Ex.
Nur im Kinderzimmer hängen drei alte Familienfotos, weil es für meine Kinder eine wichige Erinnerung ist.

Naja, und seine Wohnung hat nur zwei Zimmer, dass wir uns bei ihm heimig machen, ist platzmäßig nicht möglich.
Zusammen ziehen ist aus momentan nicht rentabel aus unterschiedlichen Gründen.

Zudem finde ich, das elementare Problem ist einfach, dass er sich noch "nur" als Freund des Hauses sieht und nicht ein Teil meiner kleinen Familie werden möchte.
Es fehlt ihm noch dieses Gefühl, dass wir zusammen gehören. Oder?
Muss das zuerst da sein bevor er sich auf mehr gemeinsamen Alltag einlässt?
Oder kann es sich auch daraus entwickeln und er müsste nur den Mut haben, sich das Abenteuer Familienleben einzulassen?


  Re: Umfrage Patchwork-Familie - wie "schnell" kam was?
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  Hamamelis71*
schrieb am 13.01.2018 23:04
Schau mal, jeder Mensch hat ja unterschiedliche Vorstellungen von Beziehung, zusammen wohnen, Alltag, Urlaub, Familienplanung usw. Ein bisschen erinnert es mich an Beiträge, wo ein Partner noch weitere Kinder haben möchte und der andere Partner mit einem Kind zufrieden ist und die Familienplanung abgeschlossen hat.

Du hast Vorstellungen und Dein Freund hat andere Vorstellungen. Ihr müsst eine gemeinsame Schnittmenge finden und das ist in eurer Konstellation nicht leicht. Freue Dich, dass Du wieder einen Freund hast, der eigentlich mit Familie nichts am Hut hatte, sich jetzt aber trotzdem auf eine Frau mit Kindern eingelassen hat. Es sind nicht seine Kinder, es sind deine Kinder, aber deswegen muss er nicht plötzlich ein Familienmensch sein und happy family spielen. Lass ihm und euch Zeit, dann wird die Zeit zeigen, wo die Reise hingeht. Ich habe den Eindruck, dass Du eine gewisse Erwartungshaltung hast, wie es sein sollte mit Deinem Freund. Aber Dein Lebensentwurf muss nicht sein Lebensentwurf sein. Und vielleicht hat er verständlicherweise einfach keine Lust auf Familienalltag und die daraus resultierenden Verpflichtungen und den Stress (was Du schön findest, dass muss er deswegen noch lange nicht schön und erstrebenswert finden, trotzdem könnt ihr eine gute Beziehung haben).

Viele meiner Freundinnen sind mittlerweile geschieden, einige haben wieder einen Freund bzw einen neuen Partner. Die Patchwork Familie funktioniert bei allen unterschiedlich und bei allen im unterschiedlichen Tempo.

Daher würde ich an Deiner Stelle Eure Freundschaft nicht gleich in Frage stellen. Manche Sachen brauchen einfach länger Zeit.

Z. B. habe ich Freundinnen, die auch einige Zeit brauchten, um mit den Kindern ihrer Partner wsrm zu werden. Und sich erst nach jahrelanger Beziehung auf gemeinsames Wohnen einlassen konnten, dafür aber konfliktfreier. Und nicht jeder Mensch ist in gleicher Weise von Kindern begeistert. Ich konnte mich z. B. schon immer gut mit fremden Kindern beschäftigen und mich auf sie einlassen. Aber ich hatte nie den Wunsch nach einer Großfamilie. Meine Freundin konnte früher mit Kindern nie viel anfangen oder sich mit ihnen beschäftigen , mittlerweile hat sie drei Kinder.

Genieße Dein Leben mit Kindern und Freund und akzeptiere den derzeitigen Stand. Ein Jahr ist ja nun auch nicht so lange. Warte ab, wie die Dinge sich entwickeln.


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.01.18 23:26 von Hamamelis71*.


  Re: Umfrage Patchwork-Familie - wie "schnell" kam was?
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  Chorus
Status:
schrieb am 14.01.2018 11:33
Es ist für ihn vielleicht schon etwas viel, so von 0 auf 100 - also nicht nur mit einer neuen Frau zusammen zu sein, sondern gleich auch mit der ganzen Familie - und dann die Tatsache, dass es dann auch noch "fremde" Kinder sind, und gleich 2, wird auch nicht immer so einfach sein, selbst, wenn er sie liebt....

Männer lieben ja im Normalfall ihre Freiheit, und vielleicht fühlt er sich gerade etwas erdrückt von deinen Ansprüchen.

Ich muss ehrlich sagen, sogar ich als Frau hätte es mir zweimal überlegt, ob ich einen Mann mit Kindern wollen hätte - meine Freundin hat so einen Fall, und es dauerte ewig, bis sie sich richtig auf ihn eingelassen hat, und das, obwohl die Kinder schon in der Pubertät waren und bei der Mutter gewohnt haben.

Was ich damit sagen will, ist, dass du die Latte ganz schön hoch legst für ihn, er ist wahrscheinlich bis jetzt nur Beziehungen gewohnt, in denen er ziemlich viele Freiheiten hatte, nicht gleich eine ganze Menge an Verpflichtungen und Verantwortungen und und und. Sprich, mit anderen Frauen kann er selber eine Familie gründen, mit seinen eigenen Genen, und zuvor noch viel Spaß haben


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  Re: Umfrage Patchwork-Familie - wie "schnell" kam was?
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  Bette
schrieb am 14.01.2018 12:05
Mein einziger Rat ist tatsächlich auch der, einen Gang herunterzuschalten und Dir vor Augen zu führen, dass es nicht seine Kinder sind. So sehr er sie auch mag, das Zusammenleben mit Kindern ist doch eins, was mit Belastungen verschiedener Schweregrade und oft mit dem Verlust von Freiheit verbunden ist. Sobald er sich ein paar Tage annähert, so sagst Du, geht er wieder auf Abstand. Ich kann das absolut verstehen, wahrscheinlich war es eben schlicht und ergreifend etwas anstrengend und er braucht ein paar Tage Ruhe. Die meisten Eltern, die ich kenne, sehnen sich auch nach Ruhepausen, insofern muss das für jemanden, der keine eigenen Kinder hat (und noch nicht oder gar nie will) umso schwieriger sein. Dir als Mutter mag das nicht begreiflich sein und Deine Toleranzgrenze eine andere als seine sein. Es sind, so doof es eben klingt, Deine (biologischen) Kinder und nicht seine.
Wir selbst leben auch in der absoluten Patchworkfamilie. Mein Partner hat ein Kind in einer anderen Stadt, das er oft besucht, also mindestens aller zwei Wochen für ein Wochenende fort ist. Mein eigenes Kind lebt in zwei Haushalten und mein Partner mit einem fremden statt mit seinem eigenen Kind, allerdings nicht jeden Tag. Zusammengezogen sind wir kürzlich nach etwas über zwei Jahren, meine Schwangerschaft war der Auslöser und die Fehlgeburt dann eben kein Verhinderungsgrund für das Zusammenziehen (eher im Gegenteil), und ich kann Dir sagen, dass es aktuell überhaupt nicht einfach ist, weil mein Kind eine schwierige Phase hat und ich ziehe den Hut vor meinem Freund, dass er sich das freiwillig, nunja, ich sage jetzt einfach mal "antut". Ich persönlich hätte mir prinzipiell sogar vorstellen können, auf Dauer getrennt zu wohnen, ohne dass ich gleich die Beziehung in Frage stelle. Es hat definitiv auch Vorteile, wenn beide eigene Rückzugsorte haben.
Vielleicht gelingt es Dir ja, auch die Vorteile darin zu sehen, dass Dein Freund nicht jeden Tag da ist, ihr zwei Orte für Euch (zusammen oder getrennt) zur Verfügung habt, dass er dort auftanken oder entspannen und dann das Abenteuer Familie vielleicht etwas gelassener angehen kann. Sieh es mal so, er hat sich auf eine Frau mit zwei Kindern eingelassen, wahrscheinlich ist er auch total verliebt in Dich. Ich finde, das ist sehr viel und auch sehr schön!
Wie alt seid Ihr eigentlich und möchte Deine Freund irgendwann eigene Kinder?

Ich wünsche alles Gute!
Bette


  Re: Umfrage Patchwork-Familie - wie "schnell" kam was?
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  pmami
schrieb am 14.01.2018 15:01
Ich sehe das ganz anders als meine Vorrednerinnen.

Als ich meinen jetzigen Mann kennen gelernt habe, war mein Sohn zehn Jahre alt und ich war seit fünf Jahren von seinem Vater getrennt. Er hatte immer ein enges Verhältnis zu seinem Vater und hat viel Zeit mit und bei ihm verbracht.

Kennengelernt haben mein jetziger Mann und mein Sohn sich nach wenigen Wochen. Das war nicht so geplant, aber ist passiert und war dann auch okay. Zusammengezogen (in meiner Wohnung) sind wir nach vier Monaten. Und nach eineinhalb Jahren haben wir uns eine gemeinsame größere Wohnung gesucht.

Das war nun alles sehr schnell und so schnell muss es ja auch nicht zwingend sein. Aber ehrlich gesagt - nach einem Jahr muss Dein Freund wissen, ob er mit Dir und den Kindern leben will oder nicht. Du bist nun mal nicht alleine ztu haben. Dein Leben ist ein Leben mit Kindern und wird das bleiben, bis die Kinder irgendwann aus dem Haus sind. Natürlich kann man nicht von jedem Mann erwarten, dass er das mitmacht. Aber ein Mann, der das nicht mitmacht, ist letztlich ein Mann, der zwar Dich will, aber nicht Dein Leben teilen will.

Bedenkzeit gut und schön und ich würde ihm jetzt auch noch kein Ultimatum stellen. Aber ich würde dennoch sehr deutlich machen, was Du Dir für Euer gemeinsames Leben vorstellst und wünschst.

Für meinen jetzigen Mann hat mein Sohn immer zu meinem Leben dazu gehört.

Zu der Frage Stiefvaterrolle: Gerade weil mein Sohn ein sehr inniges Verhältnis zu seinem Vater hat, war mein jetziger Mann nie der Stiefvater im klassischen Sinne. Die Rolle des Vaters war besetzt und das war auch gut so. Mein jetziger Mann hat eine Art väterlicher Freund Rolle übernommen und auf dieser Basis sind die beiden immer gut klargekommen und tun das auch heute noch.

Was nicht heißt, dass mein Mann nicht auch klare Erziehungsansagen gemacht hat, wenn es um Dinge ging, die mit unserem Zusammenleben zu tun hatten.

Viele Grüße pmami


  Re: Umfrage Patchwork-Familie - wie "schnell" kam was?
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  Chorus
Status:
schrieb am 14.01.2018 21:46
@pnami, ich sehe da schon noch einen deutlichen Unterschied, ob du "nur" 1 Kind hast, das 10 Jahre alt ist, dazu noch ein Junge, mit dem Männer bekanntermaßen gut können (in dem Alter können sie ja schon Fußball spielen oder was auch immer...). Oder eben 2 Kinder, die erst 5 und 7 sind. Dazwischen liegen doch Welten.....

@wunschpatch mami: mir kommt vor, du suchst eher einen Vater für deine Kids als einen Mann.... Ich wars nicht


  Re: Umfrage Patchwork-Familie - wie "schnell" kam was?
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  Menama**
schrieb am 15.01.2018 04:34
Hallo,
Passt vielleicht nicht, aber ich habe mich gerade mit einer Bekannten unterhalten, die jetzt nach vier Jahren Patchwork nun mit ihrem (nun nicht mehr so neuem) Freund zusammen gezogen ist. Sie meinte, das Hauptproblem für ihn sei gewesen, dass ihm einfach nicht klar war, wieviel Arbeit und Struktur so eine Familie eben bedeutet. Dabei meinte sie gar nichts Emotionales, sondern Arbeit ganz praktisch: Zu bestimmten Zeiten kochen, Wochenendeinkauf, eine Wohnung von vier Personen muss öfter geputzt werden, es fliegt mehr Wäsche rum - alles was wir alle so gut kennen. Er brauchte noch lange den Rückzugsraum, in dem er eben Abends Pizza bestellen konnte und nichts tun. Ich fand das einerseits daneben (Wer braucht den nicht?!) andererseits fand ich ihre Lösung, dann eben zu gucken, wo man Arbeit abbauen kann, um dieses Problem zu verringern, ganz herrlich pragmatisch. Wenn er nun zweimal die Woche Pizza oder Fischstäbchen macht, statt sich unter dem Druck zu fühlen, Gemüse zu schnipseln, werden die Kinder nicht an Skorbut sterben, und dass sie seine Gehaltserhöhung in eine Putzfrau investiert haben, hat auch das Leben meiner Bekannten verbessert.
Nur mal als Denkanstoß - vielleicht hat er ja auch mehr Angst vor dem Staubsauger also vor Nähe?
Alles Gute,
Mena


  Re: Umfrage Patchwork-Familie - wie "schnell" kam was?
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  Wunsch-Patchmami
schrieb am 15.01.2018 20:29
Danke für eure Antworten. Sind ein paar Denkanregungen dabei.

Also ich hatte sehr früh verdeutlicht, dass ich mir langfristig wieder eine Familie wünsche.
Da er sich mit diesem Gedanken noch gar nicht auseinander gesetzt hatte, hatten wir "vereinbart", dass er sich eben erst mal darin probiert, etwas Erfahrung sammelt, um überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen, ob es für ihn richtig ist oder nicht.
Doch ich habe eben immer wieder klar gemacht, dass es für mich dauerhaft keine Lösung ist, sich nur zum "Spaß" zu treffen (Freizeitaktivitäten als Paar oder mit den Kids zusammen) und sonst ist jeder für sich allein verantwortlich.
Deswegen würde es dauerhaft nicht passen, wenn wir unterschiedliche Lebensvorstellungen hätten.

Nein, ich möchte keinen Vaterersatz. Sie haben ja einen Vater, der sich gut kümmert.
Väterlicher Freund, der in der Familienstruktur seinen Platz findet und entsprecend auch Aufgaben und Pflichten übernimmt, ja das schon.

Er ist Anfang 30, ich bin Mitte 30. Ich hab ihm gesagt, dass ich noch bis Ende 30 bereit wär, ein drittes Kind zu bekommen, falls er einen Kinderwunsch entwickeln sollte.

Und - was Haushalt etc angeht, ich habe da so gut wie keine Ansprüche an ihn, ich wuppe alles sehr gut allein und freu mich halt über jede helfende Hand. Ich bereite auch alles vor, wenn er tatsächlich mal eine Mahlzeit allein mit den Kids verbringt usw.

Doch, ihr habt wohl recht - er hat(/te) keinen blassen Schimmer, was es bedeutet, Kinder zu haben:
Selbstlos über die eigenen Bedürfnisse für die Kinder da sein und zuerst fürsorglich an sie denken (nachts aufstehen obwohl man hundemüde ist etc.), seinen Tagesablauf an die Kinder anpassen, der Trubel, die Geschwisterstreitereien, das permanente Grenzentesten, 24 Std. Alarmbereitschaft... für uns Mamis alles ganz normal...
Ich weiß ja auch noch, wie anstrengend die Umstellung als Frischeltern war und da hatten wir Eltern 9 SS-Monate Zeit, uns mental darauf einzustellen. Die hatte er nicht....

Er ist es gewohnt, nur an sich allein zu denken und nur für sich Verantwortung zu tragen. Es ist absolut neu für ihn, für andere mitzudenken.
Ich finde, er hat da sehr große Entwicklungsschritte gemacht in der Zeit, die wir uns kennen.
Abgesehen davon kommt er super klar mit meinen Kindern (ja, auch Mädchen dabei) und wir beide als Paar funkionieren gut.
Unsere Familien kennen uns und einander als auch unsere Freunde.
Es "fehlt" eigentlich nur diese letzte Bekenntnis zu mir und den Kids... (Nein, kein Heiratsantrag gemeint. Sondern siehe unten.)

Vermutlich ist es eben sehr befremdlich für mich, dass es "solche" Menschen gibt, die entsprechend viel Zeit brauchen, sich auf eine Familiendynamik einzustellen. Weil ich selbst von Kindheit an schon gewohnt bin, mich um andere zu kümmern.

Von mir aus kann er ja seine Wohnung auch noch sehr lange behalten, eben als Rückzugsort.
Ich wünsche mir nur dieses "Wir gehören zusammen, wir sind eine Einheit. Es ist normal für mich, mit dir zusammen zu sein und eine Ausnahme, ohne dich zu sein. Ich möchte mein Leben und Alltag mit dir (und den Kids) teilen"... So wie es eben ist, wenn man sich liebt... Oder nicht?


  Re: Umfrage Patchwork-Familie - wie "schnell" kam was?
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  pmami
schrieb am 15.01.2018 21:35
Bevor ich meinen jetzigen Mann kennengelernt habe, hatte ich etwa eineinhalb Jahre eine Beziehung mit einem anderen Mann. er war sogar selbst Vater - anders als Dein Freund kannte er also einige der Verpflichtungen, die Kinder mit sich bringen.

An den Wochenenden, an denen die Kinder bei den jeweils anderen Elternteilen waren, konnten wir Freizeit haben. An den Wocheneden, an denen die Kinder bei uns waren, haben wir Ausflüge mit den Kindern gemacht. Alles nett. Aber alles immer nur unverbindlich.

Irgendwann habe ich ihm genau das gesagt, was Du geschrieben hast: "Ich wünsche mir einen Mann, der mein Leben teilen will."

Er hat dazu sehr deutlich gesagt, dass er das nicht sein wird. Das war sein gutes Recht und ich wusste, woran ich war. Wir haben uns nicht sofort getrennt, aber es war dann der Anfang vom Ende.

Viele Grüße pmami


  Re: Umfrage Patchwork-Familie - wie "schnell" kam was?
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  Wunsch-Patchmami
schrieb am 15.01.2018 23:14
@pmami: Da schreibst du was... Wie und wie viel später ist es letztlich mit diesem Mann auseinander gegangen?

Denn mein Freund hat meinen (und meiner Kinder) wiederholt ausgesprochenen Wunsch, dass er ein Teil unserer Familie und wir Teil seines Lebens wird/werden, bislang nicht kommentiert.
Also auch nicht gesagt, dass er das nicht will oder nicht sein wird.
Und ich gebe ihm immer wieder ganz sanft, doch eindeutig die Möglichkeit, den Absprung von der Beziehung zu machen.
Eben weil ich will, dass er freiwillig bei mir und den Kids bleibt, weil er es so will.

Ach, ich weiß nicht.... Vermutlich wird mir wieder mal schlicht weg die Zeit zeigen, was mir oder uns bestimmt ist...

Ich würde so gern wissen, was in Männern vorgeht, die eine Frau mit Kindern kennen und lieben lernen - wie groß sind ihre Ängste vor der Verantwortung sich auf eine Familie einzulassen; wie groß die Sorgen, der Rolle des Stiefvaters und Familienoberhaupt nicht gerecht zu werden; wie groß der zu überwindende Stolz, den leiblichen Vater tolerieren zu müssen; welche Ängste und Sorgen plagen sie noch, die sie mit sich klären müssen? Und was der Auslöser dafür war, den Mut zu fassen für den Schritt zur Familie?...


  Re: Umfrage Patchwork-Familie - wie "schnell" kam was?
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  pmami
schrieb am 17.01.2018 11:01
Liebe Wunsch-Patchmama,

ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wie lange es nach diesem "Schlüsselerlebnis" tatsächlich noch gedauert hat, bis wir uns endgültig getrennt haben. es war dann ohnehin eher eine Trennung auf raten. Er hat auch noch versucht, den ein oder anderen Schritt auf mich zuzumachen und ich habe dann wieder Hoffnung geschöpft.....wie das so immer ist. Aber den letzten entscheidenden Schritt konnte und wollte er nicht gehen und ich wollte auf meinen Lebenstraum nicht verzichten. Vielleicht hat es noch einige Monate, maximal ein halbes Jahr gedauert.

Du sagst, Dein Freund hat es bisher nicht kommentiert, wenn Du ihm gesagt hast, was Du Dir wünscht. Warum fragst Du ihn nicht einfach - ganz ohne Druck und ohne Ultimatum und, falls er das braucht mit Bedenkzeit:

"Kannst Du Dir vorstellen, dass Du eines Tages unser Leben teilen möchtest ?"

Danach weißt Du, woran Du bist. Entweder er braucht nur noch Zeit - die kann er ja bekommen - oder er hat einfach andere Vorstellungen als Du. Und wenn es die zweite Alternative ist, kannst Du entscheiden, wie wichtig Dir Dein Wunsch von einem Familienleben ist und wie wichtig Dir im Gegensatz dazu dieser Mann ist.

Ich wünsche Dir von herzen alles Gute !

Viele Grüße pmami


  Re: Umfrage Patchwork-Familie - wie "schnell" kam was?
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  Menama**
schrieb am 17.01.2018 12:52
Liebe Wunsch-Patchmama,
ich glaube Dir gerne, dass Du Deinen Haushalt auch alleine im Griff hast und da wenig Ansprüche an ihn hast, Du hast es ja lange genug alleine geschafft. Aber für mich klingt: "Ich will dass Du das Leben mit uns teilst" schon auch nach Staubsauger,
Mathehausaufgaben und Fahrdiensten - sonst wäre es doch das, was Du mit Freizeitspaß beschreibst, oder? Oder willst Du mit jemandem zusammenleben, der nicht auch diese Sachen teilt? Das könnte ich nun wieder nicht, deshalb fände ich das acuh einen durchaus legitimen Wunsch. Aber ich verstehe auch, warum auch auf diesem Hintergrund die Entscheidung zum endgültigen Leben-Teilen in allen Bereichen dauern kann.
Wenn Du einfach mal fragst, was ihn abhält, da ganz klar zu euch zu stehen? Wie pmami schreibt, auch mit Bedenkzeit.
Alles Gute,
mena


  Re: Umfrage Patchwork-Familie - wie "schnell" kam was?
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  Chorus
Status:
schrieb am 18.01.2018 08:37
Alsooooo, ich bin ja glücklich verheiratet und wenn ich da von Ultimatum usw. lese, wird mir ganz anders.... sowas klappt nie, das ist wie eine Pistole am Kopf...

Mein Tipp ist hier ganz was anderes, Rückzug!!!

Mach es ganz anders, zieh dich ohne viel Kommentar etwas zurück, mach mal was ohne ihn etc. Er wird sich fragen was los ist und wird viel mehr über alles nachdenken als wenn du jetzt z.B. ein Ultimatium stellst (Druck erzeugt Gegendruck!!!! - Loslassen ist ein Zeichen von Liebe!!!)


Ich würde auch nicht daüber zu reden, wie es deiner Meinung nach sein soll, wie er sein soll etc. Denn das ist für ihn Kritik, und Kritik ist das Gegenteil von Liebe, da wird er sich irgendwann mal eine Frau suchen, die ihm keine Anweisungen gibt, wie er sich verhalten soll etc.

Und noch was, er hat sich in DICH verliebt. Er mag deine Kinder, weil er DICH mag. Lass ihm doch seinen Abstand, seine Freiheit. Und er wird von selber kommen, wenn er will. Lies mal ein paar Beziehungsbücher, die sagen alle so in etwa dasselbe...

.


  Re: Umfrage Patchwork-Familie - wie "schnell" kam was?
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  pmami
schrieb am 18.01.2018 14:29
Zitat

Lies mal ein paar Beziehungsbücher, die sagen alle so in etwa dasselbe...

Es mag sein, dass es Beziehungsbücher gibt, die uns sagen, dass wir mit List und Tücke und mit uns verstellen den Mann einfangen und an uns ketten können, der das im Grunde nicht will......

Mein Verständnis einer glücklichen Beziehung ist jedoch ein anderes. mein Verständnis ist es, dass ich es wert bin, dass ein Mann mit mir zusammen sein möchte.

Es geht hier nicht darum, dass die TE ihren Freund kritisiert oder ihm Anweisungen geben soll, wie er sich verhalten soll. es geht darum, dass sie eine sehr klare Vorstellung davon hat, wie sie sich die Zukunft mit ihm vorstellt. Und sie möchte wissen, wie er sich die Zukunft mit ihr vorstellt. Da wir im 21. Jahrhundert leben, halte ich es für durchaus vertretbar, dass sie ihn einfach fragt, statt "Die Unerreichbare" oder wahlweise "die sanftmütige Griselda" zu spielen.


Viele Grüße pmami




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