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  Ich bin am Ende...sehr treurig
avatar  TigaEnte
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schrieb am 12.12.2017 11:07
Ich muss mir das einfach mal von der Seele schreiben.....vermutl. nur therapeutisches Schreiben wie es viele nennen.

Angefangen hat alles Ende Oktober...Schwiegervater kaum noch Puls/Blutdruck....hat dann mehrere Katheteruntersuchungen inkl. Stants bekommen, aber so richtig will die Pumpe immer noch nicht. ABER es geht ihm schon besser. Morgen wird entschieden ob Herzschrittmacher oder nicht.

Dann am Geburtstag vom Schwager bringen wir Schwiegermutter zum Arzt wegen starker Bauchschmerzen, sie will eigtl. nicht, aber mein Mann und ich haben sie überredet....das Ende vom Lied Gallensteine so groß wie der Daumennagel und größer. Also ab ins KKH - NotOP. Alles gut verlaufen. Bis Sonntags (OP war Freitag). Schwiegermutter total weggetreten, lt Arzt dann die Diagnose Sepsis. Kann bei einer so starken Entzündung vorkommen - ok. Dann der Schock montags. Dürfen nicht zu ihr, Arzt will erst mit uns sprechen. Schwiegermutter liegt im künstlichen Koma Ohnmacht. 2 Tage, dann ging es wieder aufwärts. Leider macht die Niere nicht mehr mit. d.h. Dialyse ist notwendig. OK wenns dann sein muss, da kann man mit Leben. Sie will weiterleben, allein schon wegen der Zwillinge. Dann hat sie ein paar Dialysen auf der Intensiv bekommen, die gut liefen und wurde auf Normalstation verlegt. So und dann die erste Dialyse auf der Dialysestation endete im Co2-Koma. Ok also beim nächsten Mal Atemmaske während der Dialyse, klappte soweit auch gut, aber dann beim dritten mal lief nichts gut und sie musste 10min lang reanimiert werden. Also dem Tot nochmal von der Schippe gesprungen. Soweit so gut, auch das haben wir überstanden. Sind jetzt insgesamt 4 Wochen Intensiv gewesen. Heute darf sie heim, alles gut. Dialyse bleibt zwar, aber damit kann man wie gesagt leben.

Letzte Woche kam dann mein Mann mit seinen Ergebnissen heim. In der kompletten Wirbelsäule Bandscheibenvorfälle zzgl. verkalkte Halsschlagader. Danke ich bin schon bedient. Besprechung wie es weiter geht ist am kommenden Freitag. Schlimmer kanns nicht werden - falsch gedacht.

Gestern ruft meine Mutter an, mein Vater hat Bauchspeicheldrüsenkrebs. Ich habs die ganze Zeit nicht wahrhaben wollen, aber doch die ganze Zeit an diesen Krebs gedacht, da seine Symptome für mich als Laie eigtl. klar waren. Tja und nun haben wir "Gewisseheit".

Ich kann nicht mehr, wieviel kann ein Mensch in einer so kurzen Zeit richtig verarbeiten ?! Ich bin am Ende

Und heute wird Kind vom Kindi heimgeschickt wegen Erbrechen, Fieber etc. ... Tja heute morgen Aushang im Kindi, dass Scharlach in der Gruppe gibt gr�ne Punkte

ich bin bedient und warte darauf, dass Kind 2 auch noch krank wird.

sehr treurig


  Re: Ich bin am Ende...sehr treurig
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  gelöschter User
schrieb am 12.12.2017 15:47
Es gibt leider so dunkle Jahre, die man irgendwie überstehen muss. Ein wenig Trost kann man nur finden, wenn man sich bewusst aufzählt, was schön ist. Und seine Lieben immer wieder fest in den Arm nimmt. Und immer nur auf den nächsten Schritt schauen. Im Moment leben.
Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine schlimme Diagnose, aber ein bisschen Hoffnung gibts auch da inzwischen. Mein Vater wurde deswegen 2016 operiert und ihm gehts ok.
Und Bandscheibenvorfälle... ja, die sind zwar übel, aber mit Sport durchaus in den Griff zu bekommen. Man darf sich nur nicht zu sehr vom Röntgenbild verunsichern lassen. „sieht ja aus wie Dresden 1945“ sagte mal ein Orthopäde über meine Wirbelsäule. „Nicht schön. Das macht aber nix. Dann müssen halt die Muskeln ran.“ schob er grinsend nach. Eine OP muss nicht sein.

Ich drück Euch die Daumen, dass sich die Sorgen bald verziehen und klein werden.


  Re: Ich bin am Ende...sehr treurig
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  Chorus
Status:
schrieb am 13.12.2017 10:02
Ich kann nur mitfühlen, mein Vater wäre dieses Jahr nach einer OP fast gestorben, es ist eher noch Zufall, dass er noch lebt, hat über 20kg abgenommen, nur Haut und Knochen, und kann bis jetzt kaum mehr gehen. Damals war auch viel los bei mir, ich hatte auch plötzlich eine blöde, ansteckende Krankheit, dann immense Probleme mit meinem Fuß (mein Mann ist mir versehentlich beim Tanzen bei einer Drehung draufgestanden), ein Negativ bei der EZS kassiert, dann bekam ich noch die Grippe etc. etc...

Irgendwann hat dann die Abwärtsspirale plötzlich aufgehört. Klar, war nicht so schlimm wie bei dir, aber bei meinem Vater hab ich echt jeden Tag gedacht, er könnte schon am nächsten Tag tot sein (er hat sogar sein Testament gemacht). Bei den anderen Dingen war dann klar, dass es irgendwann besser wird.

Ich nehme mal an, dass du nicht arbeitest, ansonsten solltest du dich mal dort freistellen lassen! Kümmere dich mal vorrangig um deine Kinder, den anderen kannst du im Moment gar nicht helfen, aber für die Kinder bist du jetzt mal wichtig. Ich weiß nicht viel über Scharlach, aber so viel ich weiß ist es gut behandelbar. Gibt es irgendeine Hilfe für dich? (Haushalt etc???).


  Re: Ich bin am Ende...sehr treurig
avatar  silwer
schrieb am 17.12.2017 21:29
Im Tread der nach deinem hier eröffnet wurde hab ich schon geschrieben, ich kann es dir absolut nachfühlen.
Bei uns war das von Oktober 2006 bis März 2009 so das es immer noch einen oben drauf gab.
Ich war in der 36. Woche mit Jan schwanger, Anruf von meinem heulenden Vater, mein Bruder hatte mit 31 Jahren einen Schlaganfall (zum Glück hat er keine Dauerschäden behalten). Jan lag mit 4 Tagen nachts als Notfall mit eingeklemmtem Leistenbruch im OP. Das 1. Weihnachtsfest mit ihm war überschattet von leichtem Fieber bei ihm. Da er ja erst 6 Wochen war bin ich mit ihm sogar zu verschiedenen Ärzten (der 1. meinte mir zu erzählen das Säuglinge auch grundlos fiebern......ähhhh, ich bin Kinderkrankenschwester, ich glaube das wüsste ich wenn es so wäre). Es wurde auch alles untersucht, nur der Urin nicht. Auf die Idee bin ich aber auch nicht gekommen da das bei Jungs total untypisch ist. Als der Urin dann endlich untersucht wurde war es schon aufgestiegen zu den Nieren.....wieder 10 Tage Krankenhaus, danach noch zig Untersuchungen und die Sorge stimmt da was nicht das es zu diesem Infekt kam oder hat Entzündung den Nieren dauerhaft geschadet?
Dann, Ende Januar 2007, bekam mein Vater die Diagnose Magenkrebs. OP Anfang Februar, danach fast 4 Wochen Krankenhaus mit diversen Komplikationen (er vertrug den Kostaufbau nicht). Mein Mann hatte Ende 2006 den Job gewechselt und durfte dann in der Probezeit gehen mit der Begründung "Passt nicht" (ganz toll wenn man gerade in Elternzeit ist, es noch kein Elterngeld gab, man ein Haus zu finanzieren hat plus noch der ganze andere Scheiß)
Als mein Vater dann endlich nach Hause konnte brach meine Mutter total zusammen und fiel in eine schwere Depression.
Zum Glück ging es ihr dann mit den richtigen Medikamenten nach einigen Wochen wieder ziemlich gut.
Dann bekam mein Vater ein Rezidiv und hatte eine Chance von unter 5% das zu schaffen.
Das war der Punkt wo ich dann sagte "Ich kann nicht mehr".....und mein Arzt als ich heulend vor ihm saß "Sie stillen ja, da kann ich ihnen nichts verschreiben. Sie schaffen das schon".........am liebsten wäre ich einfach nur noch weg gewesen. Weit weg von dem ganzen Mist.
Aber dann hätte ich eben woanders gesessen und mir Sorgen gemacht.
Glaub mir, an dem Spruch "Was uns nicht umbringt härtet uns ab" ist viel wahres dran.
Fühl dich Gedrückt, gib nicht auf es wird auch wieder besser!!
Aber wenn du merkst das du wirklich total am Limit bist scheue dich nicht dir Hilfe zu holen!


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  Re: Ich bin am Ende...sehr treurig
avatar  TigaEnte
Status:
schrieb am 18.12.2017 18:45
Danke für eure Worte.

Schwiegervater geht es Gott sei Dank besser. Schwiegermutter war jetzt 3 Tage daheim und wurde dann vorgestern abend mit dem RTW wieder ins KKH gebracht.
Kind 1 ist wieder fit, jetzt ist Kind 2 krank seit 2 Tagen über 40 Fieber, lt KiA Virusinfekt. Mein Vater ist seit heute im KKH, wohnt allerdings 350 km weit weg. Da warten wir jetzt auf die Ergebnisse.

Es ist zum verrückt werden. Dann diese Warterei auf Krankengeld. Seit Anfang des Monats sitzen wir hier auf dem Trockenen. Dann letzte Woche Anruf bei der KK was denn mit dem Krankengeld sei. Ja es ist kein Antrag eingegangen...wie bitte ???!!!?? Also nochmal Antrag ausgefüllt und persönlcih in die Geschäftsstelle gebracht. Jetzt heisst es hoffen, dass es noch vor Weihnachten kommt.

Hilfe hab ich hier leider keine. Allerdings habe ich mir vom Hausarzt was aufschreiben lassen. Das hilft ein bissel alles ein bissel gelassener zu sehen.

Danke, dass ich mich ausheulen konnte zwinker und ja den Spruch sag ich mir auch immer "was uns nicht umbringt stärkt uns"


  Re: Ich bin am Ende...sehr treurig
avatar  TigaEnte
Status:
schrieb am 01.01.2018 14:52
Ich muss mir das jetzt wieder von der Seele schreiben. Jetzt waren wir bis Freitag bei meinen Eltern. Mein Vater durfte über Weihnachten nach Hause und musste dann am Mittwoch wieder ins KKH. Am Donnerstag wurde gleich mit der ersten Chemo begonnen, da der Tumor zu groß und verzweigt ist zum operieren. Am Donnerstag war ich dann auch nochmal, wegen Erkältung mit Mundschutz und Handschuhen, bei meinem Vater. Meine Mutter wollte gern, dass wir noch bis Silvester bleiben. Wir wollten/mussten aber heim, da es bei meinen Eltern mit den Jungs einfach zu eng ist. Am Freitag sind wir dann heim gefahren, ich hatte allerdings irgendwie ein ungutes Gefühl. Gestern morgen ruft mich meine Mutter an, dass mein Vater gestern früh gestoben ist sehr treurigsehr treurigsehr treurigsehr treurig

Jetzt mach ich mir soooo Vorwürfe, dass wir nicht geblieben sind, aber es hat niemand damit gerechnet ( auch der Arzt nicht), dass es so schnell geht. Ich bin so unendlich traurig sehr treurigsehr treurig


  Re: Ich bin am Ende...sehr treurig
no avatar
  Hamamelis71*
schrieb am 01.01.2018 15:07
Mein herzliches Beileid!

Mach Dir bitte keine Vorwürfe, dass ihr nicht länger geblieben seid. Es soll für Dich ein Trost sein, dass Du Deinen Vater kurz vor seinem Tod nochmal gesehen hast und wahrscheinlich war es das, was Deinem Vater sehr wichtig war.

Als meine Schwester kurz vor ihrem Tod zu ihrem Freund gefahren ist, wollte ich sie eigentlich nochmal am Bahnhof treffen, da ich ziemlich erkältet war, haben wir telefoniert und sie sagte zu mir, dass ich mich lieber schonen sollte und sie würde ja in zwei Wochen wiederkommen... Es hat damals keiner geahnt, dass sie einige Tage später plötzlich an ihrem Gehirntumor sterben würde... aber ich habe mich immer damit getröstet, dass ich immer für sie da war und sie immer im Krankenhaus besucht habe, egal wie stressig mein Alltag in dieser Zeit war.

Du hast alles getan, was Du tun konntest. Gerade mit Kindern kann man nicht immer so handeln, wie man es alleine tun würde.

Ich wünsche Dir und Euch viel Kraft und Unterstützung in der kommenden Zeit!

LG


  Re: Ich bin am Ende...sehr treurig
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  Chorus
Status:
schrieb am 03.01.2018 20:00
Da kann ich mich auch nur anschließen, ich wünsche Dir auch mein herzliches Beileid! Mach dir keine Vorwürfe, dein Vater ist immer noch da, es gibt ihn noch, nur nicht mehr in der dir gewohnten Form...

Im Moment lese ich gerade ein Buch, in dem auch der Tod eines Vaters vorkommt. "Danke, liebes Universum, jetzt reicht's!" von Jennifer Weigel - gibt es als Ebook und ist sehr flüssig zu lesen (ist ein sehr positives Buch, auch wenn der Titel nicht so klingt....)




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