Unsere Foren

Die Kinderwunsch-Seite
 
News rund um den Kinderwunsch
amicella Network   In welcher SSW bin ich? So berechnet man die Schwangerschaftswocheneues Thema
   Alles, aber auch wirklich alles zum Anti-Müller-Hormon (AMH)
   Grippeimpfung bei Kinderwunsch und IVF

  Weihnachten, Freunde mit Babys und "zu viel" Empathie
no avatar
  RoteBeete
schrieb am 01.12.2017 16:33
Habe lange überlegt ob das in den Kummerkasten oder ins Abschiedsforum gehört: ich schreibe da nämlich nach jedem negativ einen Beitrag - das hat schon Tradition sozusagen...

Weihnachten naht und dann fahre ich wieder "nach Hause" und stehe vor zwei Problemen:

1) Bis auf ganz wenige Ausnahmen, haben alle meine Freunde in den letzten ein-zwei Jahren ihr erstes Baby bekommen. Ich hatte zu den schwangeren Freundinnen keinen direkten Kontakt, weil ich das nervlich nicht ausgehalten habe. Die, mit denen ich häufig in Kontakt war, wussten warum und konnten das akzeptieren (gottseidank!), manche habe ich im letzten Jahr einfach nicht zu sehen bekommen, weil sie nicht mehr in ihrer Heimatstadt wohnen. Nun naht Weihnachten und ja - wenn ich noch Freunde haben will im Leben, muss ich mich der Situation irgendwie stellen.
Habe gerade mein 4. negativ kassiert, mein Mann ist total überfordert emotional und kann mich momentan gar nicht auffangen...es ist nicht so schön im Moment. Aber wenn man in Kinderwunschbehandlung ist, dann ist IMMER was, ich kann also schlecht sagen in zwei Monaten ist es besser - weil, da bin ich wieder Mitten im Versuch und will keine Babys sehen.

2) Selbst wenn es mir ok geht, d.h. der Schmerz nicht so akut ist wie gerade jetzt - mein Umfeld kommt mit meinen erfolglosen Versuchen nicht zurecht. Eine Freundin ist unerwartet , aber sehr gewünscht schwanger geworden (Partner wollte keine Kinder, jetzt freut er sich) obwohl ihre Ärztin meinte, es wird kaum mehr gehen, da alles nach vorzeitigen Wechseljahren aussieht. Ich habe ihr natürlich gratuliert! Sie konnte mir fast nicht in die Augen sehen und hat gestammelt wie unfair das alles ist, dass es jetzt bei ihr geklappt hat und bei mir immer noch nicht.

Oder: eine liebe Verwandte ist vor kurzem durch KB glückliche Mama, und packt mein 4. negativ fast schlechter als ich. Sie versteht nicht, wieso das jetzt bei mir nicht klappt, wenn es doch bei ihr geklappt hat beim 3. Versuch usw. usf.

Es ist wirklich nicht weit, da fangen alle an zu weinen, weil ich ihnen so leid tue (...meine Mutter weint schon lange...)

Ich verstehe, sie sind überfordert, aber ich bin auch überfordert und denke mir: Mensch, Leute, könnte ihr euch nicht zusammenreißen? Wegen mir! Ich bin die, die nicht schwanger wird und 6 Jahre vergeblich auf ein Baby wartet. Und jetzt muss ich Euch trösten?!!!! Was soll ich denn sagen? Nein, es ist nicht so schlimm für mich, sei nicht traurig?!

Habt ihr einen Tipp für mich? Ich überlege schon ob ich anfange zu lügen, dass wir den Kinderwunsch aufgegeben haben, damit das mal aufhört. Nur dann werden sie ziemlich sicher sofort anfangen zu weinen und ich mit.


  Re: Weihnachten, Freunde mit Babys und "zu viel" Empathie
avatar  Kirschblüte89
Status:
schrieb am 01.12.2017 18:05
Hallo RoteBeete,

oh ich kann dein Gefühle sehr gut nachvollziehen. Nach dem Tod unserer Zwillinge konnte ich das auch so oft nicht ertragen. Ich habe auch so oft gedacht "Hallo, das ist MIR/UNS passiert!!!"

Bei meiner Mutter war es ganz extrem. Sie hat mich überfordert mit ihrer Gefühlswelt.
Ich hatte oft das Gefühl, für die anderen mit stark sein zu müssen. Ich wollte doch weinen und mir den Schmerz von der Seele reden. Aber stattdessen musste ich noch das Leid der anderen "ertragen".
Vielleicht ist es auch etwas unfair von mir gedacht, natürlich war und ist es für meine Familie und Umfeld auch schwer, aber ich habe meinen Mann und mich eben als die "Haupt"betroffenen gesehen und hätte mir gewünscht, dass es sich um uns und unsere Lage dreht.

Einen wirklich Tipp habe ich nicht für dich. Ich wollte dir nur sagen, wie gut ich dich verstehen kann.

Vielleicht kannst du das einfach mal sagen? Dass du keine Kraft für die Tränen der anderen hast!

Mit meiner Schwester konnte ich über sowas sehr gut reden (sie musste ich auch nie "mittrösten", sie hat mich immer aufgefangen). Meine Schwester wiederum hat dann mit meiner Mutter geredet, dass es doch auch mal um meinen Schmerz gehen darf.

Ansonsten tat es mir gut meine Wut darauf bei meiner Psychotherapeutin raus zu lassen.

Fühl dich gedrückt!

LG
Kirschblüte


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.12.17 00:51 von Kirschblüte89.


  Re: Weihnachten, Freunde mit Babys und "zu viel" Empathie
no avatar
  Hamamelis71*
schrieb am 01.12.2017 23:33
Ich verstehe dich, wir haben auch einen langen Kinderwunschweg hinter uns (über 8 Jahre ). Auch bei uns hatten im Freundeskreis viele Paare schon seit Jahren Kinder. Wir sind am längsten zusammen und haben als letztes Paar irgendwann nach vielen Jahren durch icsi unseren Sohn doch noch bekommen. Wir haben uns von Anfang an der Situation gestellt und haben uns nicht zurückgezogen. Hier könnte man sich auch schlecht aus dem Weg gehen. Allerdings haben wir niemanden in die Kinderwunschbehandlung eingeweiht, weil wir niemanden belasten wollten und unsere Ruhe haben wollten.

Als meine Schwester damals plötzlich mit 28 an ihrem Gehirntumor starb, musste ich in meiner Trauer auch alle möglichen Leute trösten. Ätzend.

Müsst / wollt ihr denn Weihnachten unbedingt nach Hause fahren? Kann nicht einer von euch spontan krank werden? Ich würde mich dem Gejammer und Mitleid nicht aussetzen wollen.

Hm ansonsten erzählt doch was von einer Weiterentwicklung im Job und dass ihr deswegen den Kiwu mal auf Eis legen wollt.

Wir haben damals die Jobs gewechselt und unser Haus gebaut, da wäre niemand auf die Idee gekommen, dass wir einen unerfüllten Kinderwunsch haben.

Alles Gute!


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.12.17 23:35 von Hamamelis71*.


  Re: Weihnachten, Freunde mit Babys und "zu viel" Empathie
avatar  sunny_1610
Status:
schrieb am 02.12.2017 12:47
Einen wirklichen Tipp habe ich nicht aber einen Gedanken der mir immer ein bisschen geholfen hat: Ich will nicht das Kind von meiner Freundin und Ihrem Mann ich will ein Kind von meinem Mann. Auch wenn es dadurch nicht schneller geklappt hat so hat es mir bei meiner Eifersucht geholfen. So konnte ich mich mit meinen Freundinnen freuen. Und irgendwie wusste ich immer irgendwann bin ich auch dran! Ich drücke Euch die Daumen das Euer Kinderwunsch bald in Erfüllung geht


  Werbung
  Re: Weihnachten, Freunde mit Babys und "zu viel" Empathie
no avatar
  Chorus
Status:
schrieb am 02.12.2017 23:09
Erst mal tut mir dein Negativ sehr leid!streichel

Vor Weihnachten immer schlimm, immerhin ein Fest, in dem es sich um die Geburt eines Kindes dreht, also schon mal nichts für Kinderwünschlerinnen, die erfolglos sind. Ich habe auch eine Freundin, die, wie du weißt, sehr spät "einfach so" schwanger geworden ist, mit fast 40. Ja es ist bei ihr immer noch ein Baby und der Stachel sitzt immer noch etwas - ist sie wohl etwa zu der Zeit erfolgreich gewesen als wir unser letztes Negativ kassiert haben..

Bei uns wird es Weihnachten besonders schlimm werden, weil meine Schwester gerade eine FG hatte, und obwohl mich die Nachricht, dass sie schwanger war, gelinde gesagt nicht umgehauen hat, ist es jetzt noch viel schlimmer für mich, und ich wünschte, ich hätte mich schon von Anfang an für sich so richtig freuen können. Wir werden wohl beide an Weihnachten wieder mal ein Häufchen Elend sein, wobei ich jetzt gerade Katzenbabys habe (und sie, so könnte man schon auch sagen, hat wenigsten 2 Kinder).

Ich muss sagen, du hast wenigstens empathische Eltern, meinen waren die Negativs eher fast egal, also nicht ganz jetzt, aber sie haben ja genug Enkel (schon 5 Stück) und es offensichtlich nicht so dringend nötig. Meine Mutter kam immer mit dem Spruch dass eine FG ja viel schlimmer wäre und Kinder in der Pubertät nicht mehr so süß, aber ganz ehrlich, ich unterrichte ja nebenberuftlich Teenager, also kann es jetzt für mich mit dem eigenen Kind nicht sooo schlimm sein... Wirklich viel Mitgefühl habe ich nie erfahren, halt von meinem Mann und hier im Forum. Immerhin hat mir meine Freundin auch als allerletzes erzählt, nach allen anderen, dass sie schwanger ist, und ich fand es auch echt doof. Sogar ihre Arbeitgeber wussten Bescheid, ja die halbe Gemeinde, nur ich nicht *grummel*

So nun mein Tipp vor ich ins Bett gehe:

Such dir eine Beschäftigung aus für die Weihnachtsfeier, kümmere dich um einen Teil des Essens, den Schmuck, die Musik oder was auch immer dir liegt. Mach die klassische gute Miene zum bösen Spiel und denke hier an uns, wir müssen auch in diesem doofen Spiel mitspielen. Stell dir einfach vor du wärst Schauspielerin oder so... Sag einfach dass es schon geht und heul, wenn es sein muss, zuhause. Ich werde übrigens an Weihnachten Katzenbildchen von unseren Babykätzchen verschicken, besonders an alle, die mir immer Babyfotos an Weihnachten zukommen lassen haben *frechgrins*


  Re: Weihnachten, Freunde mit Babys und "zu viel" Empathie
no avatar
  RoteBeete
schrieb am 04.12.2017 09:21
Zitat
Kirschblüte89
Vielleicht kannst du das einfach mal sagen? Dass du keine Kraft für die Tränen der anderen hast!

Danke, Kirschblüte, genau das werde ich sagen!

@Hamamelis: Es tut mir leid, dass du einen nahen Menschen verlieren musstest...

Ich bin sehr offen mit der Situation umgegangen, und es hat auch gut geklappt, weil ich die erste im Freundeskreis war, die versucht hat ein Baby zu bekommen. Für die anderen war das nicht so aktuell, sie haben mir zugehört und dann konnten wir uns ganz locker anderen Themen zuwenden. Das hat sich in den letzten zwei Jahren so stark verändert...Ich hatte auch einige Freunde, bei denen das ohne Hilfe auch nicht geklappt hat, aber sie sind jetzt alle Eltern.

Erst jetzt fühle ich mich so richtig alleine damit.

Nicht nach Hause fahren ist keine Option. Hier, wo ich wohne, kriege ich vollends die Krise an Weihnachten.
Ich habe allgemein eine sehr aufbrausende Zeit und fühle, dass ich vor großen Umbrüchen stehe und habe Angst, was passiert. Auch um meine Beziehung, die wir jetzt neu definieren müssen, da sich der Traum von der Familie einfach nicht erfüllen mag. ich habe eine Freundin, die Anfang 50 ist und ihre Kinder gerade aus dem Haus gehen. Und fühle mich wie sie...Dabei bin ich "erst" 33 und bin von diesen großen Lebensfragen einfach überfordert, anders kann ich das gar nicht sagen.

Ich werde an Euch denken, auch an dich, Chorus! Finde die Idee mit den Katzenbildchen super smile


  Re: Weihnachten, Freunde mit Babys und "zu viel" Empathie
no avatar
  Chorus
Status:
schrieb am 07.12.2017 08:31
Bei uns ist es so, seit etwa 5 Jahren machen wir in den Tagen nach Weihnachten noch einen kleinen 3tägigen Wellnessurlaub. Das ist unser gegenseitiges Weihnachtsgeschenk, nur mein Mann und ich. Ich tröste mich immer damit, dass ich dann gleich nach den Weihnachtsfeiertagen dahin fahre. Vielleicht wäre was so in die Richtung für euch auch was?

Generell habe ich ja Weihnachten immer sehr geliebt, und ich finde jetzt noch was Gutes. Mittlerweile kann ich ohne Probleme "ihr Kinderlein kommet" singen. Aber das alles ist ja ein Prozess.

Ja, ich finde auch als kinderlose Frau "überspringt" man vielleicht eine Stufe und macht sich die selben Gedanken wie ältere Frauen, die sich wieder von ihren Kindern abnabeln müssen. Die jedoch können wenigstens auf Enkelkinder hoffen, bei vielen gibt es ja dann kaum ein "Dazwischen", zunächst ihre Kinder sitten und dann gleich die Enkel. Aber das klappt natürlich nur hin und wieder, nicht bei allen.

Ist bei dir Rote Beete irgendwas anderes (EZS oder so?) keine Option? Wegen Adoption frage ich jetzt mal nicht, weil das schon auch ein heikles Thema ist, ich hätte das nicht gewollt, kenne aber Adoptionspaare.

Mit 33 ist es schon sehr gemein, diese Lebenfragen stellen zu müssen. Da sollte man entweder Kinder bekommen ODER einfach unbekümmert Party machen. Zur Party kann man aber nicht mehr zurück, hat man sich mal für den Kinderwunsch entschieden...


  Re: Weihnachten, Freunde mit Babys und "zu viel" Empathie
no avatar
  RoteBeete
schrieb am 07.12.2017 11:32
Wir haben über Silvester tatsächlich ein schickes Hotel nur für uns zwei gebucht und werden alleine feiern. Die Freunde bleiben nämlich alle mit ihren Babys daheim.

Am Anfang war ich der EZS relativ aufgeschlossen, aber momentan ist das überhaupt keine Option. Für ein nicht biologisches Kind von mir könnte ich mich nur dann entscheiden, wenn alles andere im Leben passen würde. Sozusagen, wenn ein Kind das einzige wäre, was mir noch "fehlt". Und da die Beziehung zu meinem Mann gerade spannungsgeladen ist, fände ich es momentan sehr schwierig "sein" Kind auszutragen und nicht "unseres". Mein Mann z.B . würde NIE eine Samenspende in Erwägung ziehen. Da würde ich mir wie ein Brutkasten vorkommen. Das klingt jetzt total schrecklich, und ich meine das nur in Bezug auf mich und nicht auf Frauen, die sich für EZS entschieden haben.


  Re: Weihnachten, Freunde mit Babys und "zu viel" Empathie
no avatar
  Chorus
Status:
schrieb am 07.12.2017 22:04
Ja, bei einer EZS muss die Beziehung schon absolut intakt sein. Bei uns war es ja tatsächlich so, dass irgendwie alles andere passte. Schöne Beziehung, Job usw. das passte eigentlich recht gut. Klar, im Job hätte die eine oder andere Kleinigkeit schon besser sein können, aber ich hätte mir wirklich keine andere Beziehung wünschen können, nach all den Jahren war er der erste Mann, mit dem es so richtig klappte. Und dazu noch problemlos klappte, so ohne Anstrengung etc. Er liest mir quasi die Wünsche von den Augen ab.

Wenn ich das jetzt lese, klingt es echt kitschig, aber es ist tatsächlich so. Nach all den Jahren als Single und zuvor in einer sehr einseitigen Beziehung kam es mir lange so richtig unwirklich vor. Deshalb wäre es mir auch total egal gewesen, quasi das Kind einer anderen Frau auszutragen, solange es sein Kind gewesen wäre... Aber auch das hat nicht geklappt, was zuletzt bei ihm die Frage aufgeworfen hat, ob es nicht doch an ihm liegt, weil es mit den EZ von einer 23jährigen auch nicht funktioniert hat...

Ach noch was, ich bekam das dann ständig um die Ohren geknallt, "du hast ja eh alles, super Beziehung usw, sei dankbar, du brauchst ja nicht unbedingt ein Kind" insbesondere von meiner Mutter, aber auch von Freundinnen. Es war wirklich schon fast etwas gemein, weil ich wirklich, wirklich stark auf der Suche war, innerlich wie äußerlich, nach einer guten Beziehung, hab wirklich viel gedatet, viele Bücher zum Thema gelesen, viel an mir gearbeitet.

Wie auch immer, vielleicht helfen euch euree Silvesterferien, eure Beziehung etwas zu kitten. Ist ja schon wichtig bei gemeinsamen Kinderwunsch. Schließlich belasten Kinder dann eine Beziehung auch sehr stark.




Zum Antworten klicken Sie bitte auf" "Beitrag antworten" oder "Beitrag zitieren" unter dem gewünschten Beitrag auf den Sie antworten möchten.



Bitte beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.

Starflower
Home | Theorie | Zentren| Bücher| Links | Forum | News | Impressum | Datenschutz

© wunschkinder.de 1998-2019