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  Warum bin ich immer zuständig? (und nie er)
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  FrauZuständig
schrieb am 28.10.2017 21:58
Hallo liebe Forumsteilnehmer,

ich erhoffe mir von euch ein paar Tips und Ratschläge wie ich mein Verhalten verbessern könnte.

Mein Kummer ist folgender:
Ich habe in meiner Familie rund um die Uhr das Gefühl für die Kinder (2 und 4 Jahre) zuständig zu sein.
Und das frisst mich irgendwie auf.

Mein Mann arbeitet voll, ich zwei Tage die Woche. Am späten Nachmittag, wenn er heim kommt, ist im Haushalt und rund ums Haus eigenlich alles erledigt. Trotzdem findet er immer etwas was noch zu tun ist und nicht mit mir oder den Kindern zu tun hat.
Gut, ich verstehe auch, dass er eine gewisse Zeit für sich braucht (geht mir ja auch so), aber tatsächlich habe ich das Gefühl er ist dauernd auf der Flucht nur um bloß sich keine Zuständigkeit für eines der Kinder einzubrocken.
Also geht er meist mal in die Werkstatt und repariert noch was oder macht sonstwas zu gegebenermassen eh sinnvolles. Oder mal schnell eine Überweisung. Dann möchte ich gerne gemeinsam Abendessen und dazu muss ich ihn schon bitten.
Wenn nach dem Abendessen alles Richtung Abendprozedere geht muss ich ihm alles genau ansagen und auffordern. Zum Beispiel: Bitte mach du Kind A bettfertig und lies noch eine Geschichte vor usw.
Sage ich nichts an, mache ich es alleine. Dann macht der Liebste einfach was anderes. Ohnmacht

An freien Tagen bin auch ich pauschal zuständig und nur bei gemeinsamen Ausflügen habe ich dieses Gefühl nicht.
Sind wir aber zuhause hat er nach dem Frühstück einen Plan für sich und ich soll meine Tage mit den Kindern eben so verbringen wie ich sie auch gestalte an seinen Arbeitstagen. Das mag ich aber nicht.
Jegliches Reden darüber hat keine Wirkung gezeigt. Tatsächlich glaube ich, das er mich echt nicht versteht.
Er kann meine Beschwerden nicht nachvollziehen, da ich schließlich mit meinen Freundinnen und deren Kinder am Spielplatz doch eine schöne Zeit habe und herumtratschen kann. Ja eh. Aber ich will Familie sein und nicht auch noch am Wochenende für alles zuständig sein.

Aktuell ist er ein paar Tage beruflich unterwegs und dann fällt mir alles viel leichter. Ich bin dann gerne zuständig und mache einfach alles selbst. Wenn ich ihn immer auffordere dieses oder jenes mit den Kindern zu machen, kommt auch mal ein Spruch wie "na kannst du das nicht alleine schaffen" oder "wie machen das denn andere wo der Mann nicht soviel macht". Danke auch. Ich "brauch" ihn eben eh gar nicht. Sondern ich WILL das wir gemeinsam Familie sind. Vorallem will ich das er es auch will..... Ich bin sehr sauer

Ich bin sozial viel aktiver wie er und da haben wir aktuell unsere zweite "Front". Ich mache mir Termine im Voraus aus und spreche sie mit ihm ab. Trotzdem lässt er dann blöde Sprüche wenn es soweit ist, dass ich zum Sport gehe oder mich mit Freundinnen treffe.
Ich weise ihn dann immer daraufhin, dass er mir nun die Freude verdirbt und es ja abgesprochen war und ich damit seine Meldungen als unfair empfinde und er auch gerne mal dieses oder jenes machen könnte um selbst Freiraum zu haben. Sinnlos. Das nächste mal kommt wieder ein doofer Spruch.
Auch hier bin ich ratlos. Ausser trotzdem gehen hab ich keine Ahnung was ich tun kann, dass er das besser akzeptieren kann.
Meist bedeuten meine Aktivitäten, dass er 1-2 Stunden die Kinder hat. Hallo, er ist der Vater. Während ich das schreibe krieg ich schon wieder so eine Wut.
Btw ist er gar nicht hilflos oder überfordert mit ihnen und dem Haushalt. Er war auch beim ersten Kind ein Jahr in Karenz und beim zweiten ein paar Monate und hat alles gut gewuppt. Probleme haben wir erst so richtig, seit wir im klassichen Modell gelandet sind und er voll arbeitet und ich "nur" Teilzeit.

Bitte gebt mir Tips!
Was kann ich tun damit sich die Situation ändert?
Kennt jemand das Problem auch?
Wo ist eigentlich die Gleichberechtigung?

Viele Grüße,
die immer zuständige


  1
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  Trulli
schrieb am 28.10.2017 22:07
1


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.03.18 19:46 von Trulli.


  Re: Warum bin ich immer zuständig? (und nie er)
avatar  Chrischtl
Status:
schrieb am 28.10.2017 22:36
Das kommt mir alles sehr bekannt vor. Bei uns ist es der Keller... Dort findet mein Mann auch immer was zu tun, so dass ich ihm schon häufiger (scherzhaft) unterstellt habe, dass dort wohl seine 2. Frau lebt.

Zwei Dinge, die ich dir empfehlen kann: Befreie dich von deinen Erwartungen. Erwarte tatsächlich nichts mehr von ihm und hör auf ihn zu gängeln. Und hör auf für die Kinder vollumfänglich zuständig zu sein wenn er da ist. Steh Samstags Morgens auf und verkünde deinem Mann, dass du jetzt Rasen mähen gehst oder so. Also was sinnvolles aber eben ohne Kinder. Und wenn du das mal eine Weile durchgezogen hast wird er schon von selbst merken wie asozial das ist.

Hier hat das wahre Wunder gewirkt! Er verschwindet zwar immernoch gerne aber spricht es inzwischen besser ab und kommt auch nach kürzerer Zeit wieder...


  Re: Warum bin ich immer zuständig? (und nie er)
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  Hamamelis71*
schrieb am 28.10.2017 22:41
Schwierig. Welches Modell leben Deine Schwiegereltern? Vielleicht kennt er es nicht anders.

Meine Schwiegermutter hat früh wieder mit Nachtdienst angefangen, mein Schwiegervater hat zwar auch extrem viel gearbeitet, aber er hat meine Schwiegermutter unterstützt. Sie konnten das zusätzliche Geld gut gebrauchen, daher haben sie als Team gearbeitet. Ich finde, dass mein Mann dadurch viel gelernt hat, er kommt im Haushalt und mit Kind gut alleine klar.

Mein Mann ist dienstlich extrem viel unterwegs gewesen, als mein Sohn noch klein war. In dieser Zeit hing alles an mir und ich musste sehen, wie ich mit allem insbesondere unserem dauerkranken Sohn irgendwie durch die Woche kam. Sobald mein Mann aber zu Hause war, hat er mich unterstützt. Ganz wichtig war für mich, dass er mein Engagement wertgeschätzt hat. Ich hatte damals auch noch unseren Neffen und unsere Nichte zu betreuen, inkl Haus und Garten. Daher war mein Mann zunächst überhaupt nicht begeistert, als ich wieder anfing zu arbeiten, als mein Sohn zwei Jahre alt war. Mein Mann war unterwegs und konnte mir nicht helfen und er wollte nicht, dass ich noch zusätzlichen Stress durch den Job habe. Für mich war die Arbeit aber ein Ausgleich und hat mir Spaß gemacht.

Da mein Mann nicht viel zu Hause war, war er mit einigen Abläufen nicht vertraut , also habe ich es erledigt. Mein Mann hat allerdings gesagt, dass ich ihm sagen soll, was erledigt werden muss. Dann hat er dies auch erledigt. Unser Sohn wurde älter und mein Mann konnte intern den job wechseln und ist nun häufiger zu Hause. Mittlerweile läuft das sehr gut bei uns, allerdings musste ich lernen mich zurück zu nehmen und nicht immer einfach alles geräuschlos wie ein Heinzelmännchen zu erledigen... das war nämlich mein Hauptproblem. Nun lege ich mich einfach mal ein paar Minuten hin, wenn ich extrem müde bin. Mein Mann hatte oftmals keine Chance sich einzubringen. Mein Sohn ist 9 Jahre alt und wir drei arbeiten hier im Team.

Kann dein Mann mit den Kindern vielleicht noch nicht so viel anfangen? Gäbe es ein Projekt im Werkraum mit ihm und dem 4 Jahre alten Kind?

Und vielleicht würde er abends lieber Zeit mit dir verbringen, wenn du unterwegs bist?

Was nervt Deinen Mann? Manchmal haben Paare unterschiedliche Vorstellungen und Meinungen zu verschiedenen Themen. Welche Rolle spielt Geld in Eurer Beziehung?

Vielleicht würde es auch helfen, wenn du für euch eine Familien to do Liste erstellst. Ich habe das für mich mal erstellt, um den Überblick zu behalten, aber wenn z. B. Mittwoch staubsaugen steht und Sonntag Betten abziehen und 19 Uhr Zähne putzen Kind 1, dann kann das eine Orientierung sein einen Anfang zu finden mit einer notwendigen Tätigkeit. Ich kann es gerade schlecht beschreiben.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.10.17 22:48 von Hamamelis71*.


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  Re: Warum bin ich immer zuständig? (und nie er)
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  Paula Mondschein
Status:
schrieb am 28.10.2017 22:46
Hallo Frau Zuständig!
Das kenne ich nur zu gut. Mein Rat:Zeig ihm deinen Post, der ist so klar, den versteht er. Dann teilt das Wochenende auf, in seineKinderzeit, deine Kinderzeit und gemeinsame Zeit. Das werde ich morgen hier auch versuchen durchzusetzen smile
VIEL Erfolg!


  Re: Warum bin ich immer zuständig? (und nie er)
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  Joaninha
schrieb am 29.10.2017 06:16
Hallo,

bei uns wurde es besser, seit mein Mann mit meiner Tochter zweimal wöchentlich eine Spielgruppe besucht, wo er ganz allein zwinker für sie zuständig ist. Seitdem hat meine Tochter ihn als potentiellen Spielpartner entdeckt. Sie mag trotzdem meist alles lieber mit mir machen, aber Papa ist zumindest auch keine total abwegige Option wie noch vor ein paar Monaten.

Ich finde deshalb den Vorschlag, der oben schon gemacht wurde, gut: Schauen, ob es nicht gemeinsame Aktivitäten gibt, die z.B. der Vierjährige mit Papa machen kann. Jetzt ist ja bald Weihnachten, vielleicht ist das eine gute Gelegenheit, mal mit "Bastlergeschenken" für den Kleinen anzufangen? Du musst nur gleich klarmachen, dass *Du* für so etwas zwei linke Hände hast... smile


  Re: Warum bin ich immer zuständig? (und nie er)
avatar  Katzeecht
Status:
schrieb am 29.10.2017 13:47
Hallo, das kommt mir teilweise auch bekannt vor - gerade heute wieder das beste Beispiel der klassischen Zuständigkeits-Flucht: Im Garten Laub zusammenfegen (obwohl hier totaler Sturm ist und es in 5 min eh wieder genau so aussieht) ist oberste Priorität Ich wars nicht

Auch putzt mein Mann gerne Samstag früh das Bad - ist ja super, ich mache das absolut nicht gerne, aber dann meistens genau wenn wir waren mit dem Frühstück - Sohn sitzt am Tisch, nervt schon weil er Hunger hat, ich möchte dass wir alle gemeinsam essen, und mein Mann kriecht in jeder Fuge herum ^^ wenn ich was sage heißt es dann aber "Dann mach Du es doch in der Woche, Du bist den ganzen Tag zu Hause"
Stimmt aber auch nicht ganz, ich gehe normalerweise (wenn kein MuSchu) 10h /Woche angestellt arbeiten und bin zusätzlich relativ erfolgreich selbstständig, arbeite viel von zu Hause, aber das ist auch Arbeit - wird von meinem Mann aber nicht so anerkannt, da es mir Spaß macht und ja "mein Hobby" ist Achso!

Und gerade am Wochenende wenn mein Mann da ist, sollte eigentlich unser Sohn auch mal Zeit mit ihm verbringen da er ihn in der Woche kaum sieht.

Ich hab mich aber mittlerweile daran gewöhnt dass man es eben sagen muss. Männer können dieses Denken wahrscheinlich nicht, welche Priorität gesetzt werden muss (meinem Kind ist das blitzblanke Bade egal^^) aber ich hoffe, dass es jetzt besser klappt wenn Kind 2 da ist, mein Mann nimmt die ersten 3 monate Elternzeit, und da wird er auch einmal sehen wie es ist, so "entspannt den ganzen Tag zu Hause, da kann man ja alles machen"

Deshalb habe ich auch nicht wirklich einen Tipp, außer wie schon geschrieben, selbst mal unpässlich sein, am besten 2-3 Tage nicht da. Aber ob Mann dann auch zugibt, wie anstrengend es sein kann, also meiner würde es vor mir nicht zugeben sondern so tun als wäre das alles ein klacks zwinker

lg katze


  Re: Warum bin ich immer zuständig? (und nie er)
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  Frau Zuständig
schrieb am 29.10.2017 21:34
Vielen lieben Dank für eure Nachrichten.

@Trulli
Habe seit einem Jahr eine mehrjährige Fernausbildung fertig. In dieser Zeit fühlte ich mich auch nicht so allein gelassen. Gut, die meiste Zeit hatten wir da auch „nur“ ein Kind, aber trotzdem. Also eigentlich ein recht guter Tipp. Bis jetzt war mir noch nicht aufgefallen, dass es zu der Zeit dieses Problem noch nicht gab. Nun bin ich leider Highend ausgebildet. Dienstreisen habe ich aber.

@Chrischtl
Haha, ich sage auch manchmal wenn er geht „wie heißt sie denn?“.
Guter Tipp, das mit dem Rasenmähen. Das werde ich mal ausprobieren.
Tatsächlich würde mir sein Verschwinden auch weniger ausmachen wenn er sich abmelden würde. Also einfach sagen „ich bin dann mal eine halbe Stunde unten“. Wenn ich das einfordere, klappt das ein paar Tage und dann meldet er sich nicht mehr ab. Verlasse ich die Wohnung sage ich ihm immer was. Er ist einfach weg. Im Besten Fall hör ich noch die Tür.
Wegen den Erwartungen: habe es mal eine Zeitlang mit „wohlwollendem Ignorieren“ versucht.
Hab mich aber trotzdem alleingelassen gefühlt. Es gab aber weniger Streit.

@Hamamelis
Meine Schwiegereltern sind schon lange verstorben. Sie hatten aber eine klassische Aufteilung. Also er war arbeiten und sie war zuhause bei Hof und ein paar Tieren.
Schön, dass ihr so ein gutes Team seid! Das würde ich auch gerne von uns behaupten können.
Mein Mann kann schon viel mit den Kindern anfangen. War eben auch in Karenz und er macht das super wenn ich nicht da bin. Als Familie laufen wir eben nicht rund. Zumindest in meiner Wahrnehmung muss ich dann immer ansagen wie was zu tun ist, sonst mache ich es ausschließlich alleine.
Ein Werkprojekt mit dem Großen ist eine super Idee!
Mein Mann würde sicher gerne Zeit mit mir verbringen wenn ich unterwegs bin. Aber eher einfach gemeinsam TV-Schauen oder so. Das ist nicht so meins. Also er will stattdessen nicht was anderes tolles, aktives mit mir machen. Will er das, bekommt er auch immer den Vorzug von mir.
Wir haben genug Geld. Es spielt keine spezielle Rolle. Mein Gehalt brauchen wir schon dazu und es wird besser wenn ich bald etwas mehr arbeite, aber wir leben nicht allzu schlecht.
In welchem Zusammenhang siehst du das zu meinem Problem?

@Paula Mondschein
Danke für die solidarischen Worte! Das mit der Aufteilung in seine Kinderzeit, meine Kinderzeit und gemeinsame Zeit werde ich umsetzen!

@Joaninha
Mein Mann wird als Spielpartner heiß geliebt und er macht das auch toll. Nur wenn ich da bin fallen eben alle Alltags-Zuständigkeiten zu mir. Schön, dass ihr einen Weg mit den Spielgruppen gefunden habt!

@Katzeecht
Hahaha, heute Laubfegen ist echt eine tolle Flucht ins Mal Alleinsein! Das muss einem mal einfallen!
Echt gemein, dass deine Selbständigkeit nur weil sie Spaß macht nicht gewürdigt wird. So geht es mir auch mit der vielen Draußenzeit mit den Kindern. Nur weil ich immer was Tolles mache und mich mit anderen treffe ist es ja ganz easybeazy.
Erhoffe dir nicht zuviel von der Elternzeit. Meiner war ja sogar länger in Karenz und das zweimal und nun nach dem Wechsel ist seine Arbeit total anstrengend und ich habe das Paradies zu hause.


  1
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  Trulli
schrieb am 29.10.2017 23:02
1


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.03.18 19:46 von Trulli.


  Re: Warum bin ich immer zuständig? (und nie er)
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  Hamamelis71*
schrieb am 30.10.2017 11:31
Zu den Finanzen:

es gibt Paare, die haben getrennte Kassen und es gibt Paare, die haben eine gemeinsame Kasse.

Getrennte Kassen können problematisch sein, wenn ein Partner wegen der Kinder in Teilzeit arbeitet. Oder aber einem Partner gehört z. B. das Haus und der andere wohnt nur mit in dem Haus und darf es sauberhalten.

Oder aber ein Partner verdient sehr gut und der andere verdient aufgrund der Teilzeitstelle natürlich wesentlich weniger. Und dies wird dem teilzeitarbeitenden Ehepartner vorgerechnet/vorgehalten.Und der Vollzeitverdiener sieht dann die Haushalts- und Familienaufgaben komplett bei dem teilzeitarbeitenden Ehepartner.

In vielen Partnerschaften wird das Finanzielle partnerschaftlich geregelt, aber das funktioniert halt nicht in allen Partnerschaften.


  Re: Warum bin ich immer zuständig? (und nie er)
avatar  Katzeecht
Status:
schrieb am 30.10.2017 12:42
Eigentlich stört es mich auch nicht sooo - aber nur wenn eben irgendwelche Spitzen kommen finde ich das schon ein wenig ungerecht - ein ganzer Tag im Freibad mit einem 2,5jährigen ist zwar echt schön, aber auch anstrengend und eben kein Wellnesstag für Mama.


  Re: Warum bin ich immer zuständig? (und nie er)
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  FrauZuständig
schrieb am 30.10.2017 21:41
Tatsächlich haben wir getrennte Kassen.
Er verdient aktuell das doppelte von mir und gibt ausgleichend mehr in die Haushaltskasse.
Ich habe schon öfter angesprochen, dass ich noch zusätzlich einen Ausgleich "fürs daheimbleiben" in meine Tasche möchte.
Das sieht er nicht so, da ich ihm seiner meiner nach in seiner Karenz auch nicht das volle ausgeglichen habe. Hmmm.
Das Haus gehört jedoch komplett mir.

Da gibt es also schon diverse Dynamiken die ich noch gar nicht betrachtet habe.
Hammer


  1
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  Trulli
schrieb am 30.10.2017 21:58
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1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.03.18 19:46 von Trulli.


  Re: Warum bin ich immer zuständig? (und nie er)
no avatar
  Hamamelis71*
schrieb am 30.10.2017 22:04
Ja, deswegen kam ich auf die finanzielle Situation zu sprechen. Da ich mir nach der Elternzeit einen wohnortnahen familienkompatiblen Teilzeitjob gesucht habe (ich hätte mir in dem vorigen Unternehmen meinen Anspruch erklagen müssen) und nun etwas weniger verdiene (allerdings habe ich auch keine Fahrtkosten mehr), zahlen wir die Differenz (Vollzeit zu Teilzeit) seit der Geburt meines Sohnes in eine private Altersversorgung. Damit ich wenigstens da keine Nachteile habe.

Ich würde da jetzt an Deiner Stelle erst mal keine große Sache draus machen, zumal das Haus ja Dir gehört und im Trennungsfall auch Dir allein gehören wird.

Fang schrittweise an und delegiere Aufgaben (wie z. B. das Basteln oder Rad fahren beibringen) an Deinen Mann. Vielleicht will Dein Sohn auch irgendwann Fußball spielen und Dein Mann holt ihn dann gerne ab.

Deine Kinder sind noch sehr klein, da ist noch viel Bewegung. Früher war ich auch viel mehr zuständig, zum einen weil mein Mann gar nicht da war und zum anderen, weil mein Sohn in den ersten Lebensjahren sehr schnell nach mir heftig gejammert hat. Er ist jetzt mit seinen 9 Jahren immer noch sehr anhänglich und kuschelig, aber viele Sachen macht er jetzt mit Papa (zu denen ich auch überhaupt keine Lust habe). Ich glaube, man muss manchen Männern einfach wirklich alles sagen.

Übrigens gab es auch bei uns Situationen, in denen mein Mann mir angeboten hat, dass er eine Dienstreise abbricht, weil unser Sohn sehr krank war. Ich habe das aber abgelehnt, weil ich ja sowieso zu Hause war. Also mir wurde quasi Hilfe angeboten und ich habe sie selber abgelehnt. Und natürlich die Situationen, in denen ich irgendwas einfach gemacht habe, weil ich es meinem Mann nicht zugetraut habe (weil ich dachte, dass ich das sowieso besser, schneller usw. kann. Ich habe ihm aber nicht die Chance gegeben. Und irgendwann hören dann die Männer auch auf zu fragen (vor allem, wenn dann von den Frauen noch Kritik kommt).

Und woher soll Dein Mann auch ein anderes Rollenmodell kennen, wenn seine Eltern ihm etwas anderes vorgelebt haben?

Bekannte haben ein anderes Problem. Seine Mutter hat Vollzeit als Ärztin gearbeitet und sein Vater hat Hof, Haushalt und Kinder versorgt. Ihre Mutter hat nie gearbeitet, war zu Hause und hat Hof, Haushalt und Kinder versorgt. So, nun haben unsere Bekannten ein Baby und sie möchte nun gerne eine Weile komplett zu Hause bleiben (weil sie es nicht anders kennt) und er möchte eigentlich auch nicht mehr Vollzeit arbeiten (weil er es toll fand, dass sein Vater so viel Zeit für ihn hatte). Keine Ahnung, wie sie sich jetzt entscheiden.


  Re: Warum bin ich immer zuständig? (und nie er)
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  FrauZuständig
schrieb am 13.11.2017 19:37
Die Hausreparaturen bezahlen wir gemeinsam und er macht sie. Da er Handwerker ist macht er auch Ausbauten, Renovierungen in beinahe allen Gewerken selbst.
Und ich bin währenddessen für die Kinder zuständig Ich wars nicht

Ja, das Haus gehört im Trennungsfall komplett mir. Seine Investitionen sind seine "Miete".
Mit der Altersvorsorge, welche einbezahlt wird, kenne ich auch von einer Freundin. Absolut top!

Aktuell ist es irgendwie gerade besser. Als ob mein Post "atmosphärisch" was bewirkt hätte

Ich danke euch sehr für eure anteilnehmenden und auch klärenden Worte!




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