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  Was stimmt nichtmit mir?
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  SchlechteMutter
schrieb am 16.10.2017 10:17
Hallo,

ich weiß gar nicht, was ich mir hiervon erhoffe, vielleicht einfach therapeutisches Schreiben?

Mir geht es nun seit geraumer Zeit psychisch sehr schlecht. Seit der Geburt meines zweiten Kindes plagen mich Depression, ausgeprägte Ängste und in Verbindung damit ein Zwang. Ich nehme zwar Antidepressiva und mache Therapie aber oft überkommt mich eine starke Hoffnungslosigkeit. Ich fühle mich meinem Alltag nicht (mehr) gewachsen. Ich kann nicht mehr. Aber ich kann nichts ändern. Keine Hilfe durch Familie oder Freunde (lebe nicht in Deutschland, somit keine Kur, Haushaltshilfe, stationäre Therapie, Tagesklinik etc pp möglich). Ich habe große Angst davor meinem älteren Sohn zu schaden, dass er einen Knacks davon trägt, meine Verhaltensweisen kopiert und irgendwann mal dann genau so ist, wie ich. Total kaputt innendrinn. Ich liebe ihn sehr aber, von außen betrachtet, kann ich ihm momentan nicht die Mama sein, die er braucht und verdient. Beim Baby fällt mir das leichter. Obwohl er mich sehr fordert, oft weint und stundenlag auf mir liegt und stillt. Vielleicht liegt es an den Hormonen und dem Stillen?
Nun überlege ich oft, ob es nicht besser wäre mit dem Kleinen zu gehen. Zurück in die Nähe meiner Familie, vernünftige Therapie etc bis ich wieder funktioniere, rational und gesund bin. Dann wäre es wahrscheinlich zu spät, mein Mann hätte sich dann sicher längst getrennt und sich mit unserem Sohn ebenfalls ein neues Leben aufgebaut. Wahrscheinlich wäre ich bei beiden für immer "unten durch"... ich brauche aber dringend Hilfe und bekomme sie nicht


  Re: Was stimmt nichtmit mir?
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  Hamamelis71*
schrieb am 16.10.2017 14:17
Oh je, wie alt sind denn deine Kinder? Könntest du das ältere Kind nicht auch mitnehmen? Du bist krank und brauchst Hilfe, aber es dauert, bis es dir wieder besser geht. Wenn du bei der Familie wärst, dann wären deine Kinder bei dir.

Alles Gute!


  Re: Was stimmt nichtmit mir?
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  DanaBärchen
Status:
schrieb am 16.10.2017 21:26
Bitte Google einmal D-MER.
Das ist eine durchs stillen ausgelöste Depression.
Ich habe bei meiner mittleren Tochter selbst drunter gelitten.
Könnte es das sein?


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.10.17 21:28 von DanaBärchen.


  Re: Was stimmt nichtmit mir?
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  Paula Mondschein
Status:
schrieb am 16.10.2017 21:59
du musst unbedingt mit deinem Mann sprechen. Vielleicht könnt ihr alle nach Deutschland? Du musst ja langfristig wieder gesund werden, da reicht eine Auszeit evt. nicht. Wenn ich mit meinen beiden Kleinen und meinem Mann im Ausland ohne Anschluss leben würde, würde es mir auch dreckig gehen. Junge Mütter haben das Bedürfnis nach einer Gemeinschaft um sie herum. Deswegen klingt das nicht sehr nach einer Stilldepression. Den Älteren da ladsen würde ich möglichst nicht, das kann ihm wirklich einen Knacks verpassen, weil es für ihn so wirken kann, dass du die Kleine vorziehst. Hast du dich denn schon erkundigt, wie lang du in Dtl. leben musst, bis die Versicherung zahlt? Und dann ab in eine Mutter-Kind-Einrichtung. Du musst jetzt auf jeden Fall etwas unternehmen, ich würde wohl, wenn der Mann nicht mitkann, mit beiden Kindern nach Dtl. zur Familie und warten, bis die Kasse zahlt. In Dtl gibt es ja auch Beratungsstellen und Treffen für Mütter.
Alles Liebe und viel Kraft!


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  Re: Was stimmt nichtmit mir?
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  SchlechteMutter
schrieb am 17.10.2017 10:53
Vielen Dank für eure Antworten.

Leider kann mir meine Familie nicht helfen. Ich könnte übergangsweise dort wohnen aber meine Eltern sind getrennt, wohnen weit entfernt voneinander und sind beruflich und sozial sehr eingespannt. Da wäre ich dann auch alleine mit beiden Kindern und das ist ja genau das, was mir so zusetzt. Ich habe so große Angst davor, dass einer von beiden krank wird und ich dann komplett überfordert bin. Hier habe ich zumindest meinen Mann, der mir den Großen auch mal abnimmt, ihm Abendbrot macht, wenn der Kleine mich fordert und ihn ins Bett bringt.
Sie sind übrigens fast 4 und 2 Monate. Ich finde momentan auch keinen Zugang zu meinen Gefühlen zum Großen. (Das spürt er wahrscheinlich manchmal, auch wenn ich mir große Mühe gebe immer fröhlich und liebevoll zu sein). Er ist mir so ähnlich - sensibel, ängstlich, dickköpfig. Er weigert sich, auf die Toilette zu gehen (weswegen der Kindergarten ihn nicht aufnimmt), langweilt sich zu Hause, ist mäkelig beim Essen und macht ein riesen Drama, wenn er sich mal wehtut, es ihn juckt o. ä. - das alles löst in mir immer wieder riesen Ängste aus. Und das führt unweigerlich auch zu Konflikten. Ich fühle mich immer schuldig, als Versager gleichzeitig auch wütend und einfach ohnmächtig, weil das alles so falsch läuft und ich nichts machen kann, ohne, dass zwangsläufig einer total unglücklich wird.
Mein Mann versteht die Depression und was das für mich bedeutet einfach nicht. Er denkt wohl, dass ich mich einfach zusammenreißen müsste... . Er möchte auch hier weg, findet momentan aber keinen Job in Deutschland/Europa, weil die Branche in der er arbeitet nicht so breit vertreten ist und letztes Jahr starke Einbrüche erlitten hatte. Ohne Job möchte er natürlich nicht gehen. Absolut verständlich aber nicht hilfreich. Unsere Ehe leidet natürlich auch. Ab und an spricht er von Trennung, wenn ihm mal alles zu viel wird, dann beteuert er wieder, dass er mich sehr liebt


  Re: Was stimmt nichtmit mir?
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  perlhuehnchen
Status:
schrieb am 25.10.2017 11:44
Hallo,

Du bist ja auch noch mitten im Wochenbett. Das es da schwer ist beiden gerecht zu werden
kann ich mir gut vorstellen. Dann ist ja noch der Mann, der Haushalt, keine Hilfe...das Stillen, die
Hormone...es ist wirklich ganz normal und verständlich das Du am Ende bist...

Als erstes streiche alles aus Deinen tagesplänen was nicht unbedingt sein muss, Essen kann auch mal
für ein paar Wochen aus der Microwelle kommen oder es gibt viel Nudeln ( würde meine Tochter mit 4
super freuen)

wenn der Kita den Großen nicht nimmt ( blöde Erklährung finde ich) dann wäre vielleicht eine
Nanny/Leihoma für 2 oder 3 Tage in der Woche eine Erleichterung. Oder Dein Mann schafft es für 3
Monate eine 4 Tage Woche zu organisieren, oder Die Tage etwas zu kürzen das er über Mittag daheim
sein kann, oder am Nachmittag/Abend etwas eher...

Der Große kann vielleicht auch mal mit einem Nachbarskind für eine Stunde auf dem Spielplatz, oder Du
hast eine Nachbarin die mal eine Stunde mit dem Baby spazieren geht und Du dich ganz dem Großen
widmen kannst...

Ich weiß nicht von welchem Land wir reden, aber ich habe die Erfahrung gemacht das Menschen sich
einem gegenüber durchaus öffnen, wenn sie die Not des anderen merken...also kommuniziere Deine
Hilfebedürftigkeit!

Und glaube mit in ein paar Monaten wird die Welt schon wieder ganz anders aussehen...

LG und alles Liebe!

Perlhuhn


  Re: Was stimmt nichtmit mir?
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  Menama**
schrieb am 29.10.2017 18:39
Hallo,
als selbst Betroffene kann ich nur sagen, dass Depressionen einem das Leben schon sehr verdüstern können - soweit, dass einfach alles dunkel wird und man selbst vieles nicht mehr einschätzen kann. Vielleicht geht es Dir auch so mit der Einschätzung der Beziehung zu Deinem Großen und der Reaktion Deines Mannes? Hättest Du jemanden in Deinem Umfeld, der dir da mal ein Feeddback geben kann? Auch wenn Du es vermutlich nur schwer glauben und annehmen kannst, hilft es ja mal zu hören, dass es alles gar nicht so schlimm ist? Wenn Du es öfter hörst, sinkt es vielleicht auch ein?
Etwas anderes: Wenn Du schon ein Antidepressivum nimmst und dich so fühlst, ist es wohl nicht das richtige. Kannst Du wechseln? Wäre abstillen eine Option - ich weiß, das kann die Schuldgefühle noch verstärken, aber vielleicht hilft da das Ausland zu Deinen Gunsten und der Still-Kult ist da nicht so groß und es gibt mehr Verständnis fürs Fläschchen?
Bevor Du Dich für Deutschland entscheidest kann ich nur raten, genau zu gucken, wo Du hingehst. Von außen sieht es hier immer so toll aus, aber post-natale Depression ist hier auch nicht gerade das Lieblingsthema vieler Kliniken (hatte ich zumindest bei zwei betroffenen Bekannten so den Eindruck)
Alles Gute!
Mena




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