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  Wenn oma und opa ihr enkelchen nicht sehen wollen -UPDATE
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  Marula35
Status:
schrieb am 21.09.2017 22:39
Hallo ihr lieben.

Ich bin in einer situation, die unerträglich, aber so auswegslos ist. Jedenfalls zerbreche ich mir seit wochen den kopf, aber mir fällt nichts ein. Gerne würde ich um eure sichtweisen bitten, vielleicht beruhigt sich das chaos in meinem kopf.


Im november 2013 verstarb einer meiner zwillingssöhne. Diagnose SIDS. Da er zwei tage vorher seinen ersten geburtstag mit seinem bruder feierte, waren meine Schwiegereltern im haus. Das verhältnis war eng, sie besuchten uns trotz der entfernung von 450 km regelmässig und blieben immer länger.
Diese grausame nacht traumatisierte natürlich alle schwer, und ich weiss, dass meine schwiegermutter mit zahlreichen psychosomatischen erkrankungen reagierte. Mein schwiegervater ist seitdem abhängig von schlafmitteln. Erst nach einem jahr suchte sie sich psychologische hilfe und gibt an, das würde ihr sehr helfen.
Mein schwiegervater schweigt...

Zwar wurden die besuche aus gesundheitlichen gründen seltener und kürzer, jedoch blieb das verhältnis zwischen ihnen und meinen beiden söhnen sehr eng.
Auch bestärkten sie uns, als mein mann und ich es wagten, nach drei jahren an ein viertes kind zu denken.

Im april diesen jahres kam meine tochter zur welt. Bereits vor der geburt war uns klar, dass dieses kind monitorüberwacht wird. Alles andere ist für meinen mann und mich undenkbar.
Den monitor brachten wir gleich mit, als ich zur geplanten sectio in die uniklinik ging.
Meine Schwiegereltern wollten haus, kinder und hunde hüten und mir unter die arme greifen in der ersten zeit.

Zwei tage nach dem kaiserschnitt wurde ich entlassen. Nach der aufregenden ersten nacht packten meine schwiegereltern ihre sachen und fuhren ab.
" das schreckliche ding ( anmerkung: gemeint war der monitor" )können wir nicht sehen. Das ist zu schlimm."

Mit diesem Satz liessen sie uns zurück- und haben ihre enkeltochter seither nicht wiedergesehen . Sie kommen nicht mehr her, und wenn ich sage, ich möchte kommen, steht immer irgendein arzttermin an. Oder jemand ist krank. Oder oder oder....

Ich verurteile niemandem in seiner trauerreaktion. Auch wenn mich selbst vieles schmerzte, was mir in den jahren seit dem tod meines sohnes begegnete- niemals würde ich etwas erwarten oder kritisieren.

Aber jetzt habe ich da einen kleinen 7jährigen jungen an der hand, welcher starke verlustängste seit der grausamen nacht hat. Und dieser kleine junge vermisst seine grosseltern. Er leidet still und kann nicht verstehen, warum diese plötzlich " weg"sind. Noch schlimmer: er fragte die oma und diese antwortete ihm mit der wahrheit:" der monitor ist schrecklich, wir kommen erst, wenn der weg ist "( wir werden bis 24 monate überwachen...... )

Er selbst aber flüstert mir manchmal zu:
"Mama, zum glück gibt es alarm wenn meine schwester nicht atmet. Ich hab dann nicht soviel angst, dass sie stirbt."

Die situation zerreisst ihn, er ist manchmal so traurig , dass ich am liebsten das telefon nehmen würde ,um den schwiegereltern zu sagen, was das für ihren grossen enkel bedeutet. Für ihn sind wieder zwei menschen fort, die er liebt. Obwohl sie ja nicht tot sind, formuliert er es so:" oma und opa sind jetzt auch weg. Immer gehen menschen weg ". Ich schreie dann innerlich auf und würde sie am liebsten abholen und herbringen.
Auf der anderen seite möchte ich niemanden zu etwas überreden, was er emotional nicht aushält.
Ich weiss einfach nicht mehr weiter. Und fühle diese verantwortung gerade schwer auf mir lasten.

UPDATE:

Einen Anruf der Oma habe ich gleich genutzt, um vorsichtig unseren Besuch anzukündigen . Mein Sohn äusserte ganz klar in einem Gespräch mit mir, dass wir ALLE mit zu oma und opa sollen. Leider bekamen wir eine Absage.Die Oma sei krank und verschnupft und möchte dann kein Baby im Haus haben. Und Geschenke zum Geburtstag des Mittleren im November würde sie schicken, kommen könne man dueses Jahr nicht. Sie wären dann sicher noch nicht gesund.Ich hab ne Frage

Ich denke schon, dass ich es so deuten kann, wonach es sich anhört- meine Schwiegereltern möchten nicht mit der Situation konfrontiert werden. Ich werde das traurig akzeptieren müssen.
Mein sohn übrigens hörte mir aufmerksam zu. Und sagte dann, dass es Schade ist, wenn Oma und Opa Angst haben. Er kann benennen, dass es ihn traurig macht und auch wütend. Und ich versuche , weiter mit ihm über diese situation im gespräch zu bleiben.

Lg marula


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.09.17 21:59 von Marula35.


  Re: Wenn oma und opa ihr enkelchen nicht sehen wollen
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  Mond69
schrieb am 22.09.2017 00:02
Hallo,

Mir würde jetzt erstmal eine Möglichkeit einfallen: dein Mann fährt mal ein paar Tage allein mit Eurem Grossen (und eventuell auch mit Eurem Mittleren) zu seinen Eltern. Einfach, damit die Jungs Oma und Opa sehen. Vielleicht ergibt sich ja dort aus der Situation heraus eine Möglichkeit für Deinen Mann mit seinen Eltern in Ruhe zu sprechen.
Vielleicht ist der Monitor ja auch nur ein Vorwand und die Großeltern schmerzt der Anblick des Babies an sich, weil sie dann an Euren Kleinen erinnert werden.

Schwierige Situation, für Dich sicherlich am allermeisten. Der Schmerz um den Kleinen, die Angst um die Tochter und nun auch noch Sorgen um den Grossen, die ja eigentlich nicht sein müssten, wenn Oma und Opa sich zurücknehmen würden...

Ich drücke mal die Daumen, dass sich Oma und Opa doch noch besinnen. Ist doch eigentlich sinnlos, sich selbst der Freude zu berauben, die die Enkel machen, auch oder gerade trotz Eures schlimmen Erlebnisses...

Dir wünsche ich starke Nerven und viel Kraft.

LG Sylvia

P.S. Würde Eurer Grosser eventuell auch mal ein paar Tage allein bei Oma und Opa bleiben? Wäre sicher auch gut für alle...


  Re: Wenn oma und opa ihr enkelchen nicht sehen wollen
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  coco1968
schrieb am 22.09.2017 05:34
Hallo Marula,

der Tod eines Kindes ist so grausam, und in Eurem Fall gibt es nicht einmal eine Erklärung. Kein Unfall, keine Krankheit - es ist "einfach"
passiert.
Und dieses "schreckliche Ding" ist stellvertretend für die Angst, das es nochmal "einfach so" passiert. Ich hätte auch Angst!

Marula, ich würde auch gerne den Vorschlag von Mond aufgreifen, dass Dein Großer die Großeltern besucht. Wäre das möglich?

Das ist so schwierig hier einen Rat zu geben. Man kann einfach nur versuchen ein Vertrauen zu entwickeln, und an diesem Punkt sind die
Großeltern noch nicht angekommen (ich denke, auch ihr nicht - hierfür mein allergrößtes Verständnis).


  Re: Wenn oma und opa ihr enkelchen nicht sehen wollen
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  TiggerTigger
schrieb am 22.09.2017 08:56
Liebe Marula,

euer Verlust ist schrecklich und unfassbar, und ich denke für deine Schwiegis ist das genauso. Die Angst diese Situation erneut zu durchleben ist vermutlich riesen groß. Was passiert, wenn ihr bei Ihnen seid und der Alarm geht los und ihr nicht greifbar ... und selbst, wenn ihr dabei seid haben sie sich entschieden ( bewußt oder unbewußt) nicht mehr hautnah so etwas mit zu erleben. Dies ist durchaus nachvollziehbar, anhand ihres verbalen Umgangs mit dem Monitor gehen ich eher von einer nicht bewußten Entscheidung aus.
Grundsätzlich kann ich verstehen, dass du mit dieser Lösung haderst und dein Sohn fühlt sich verlassen, aber ihre Entscheidung diese Situation nicht mehr durchleben zu wollen muss man auch akzeptieren, sie können schlichtweg nicht damit umgehen, imd es hat sie aich krank gemacht.
Ich denke der Vorschlag meiner Vorschreiberinnen wäre eine erste pragmatische Lösung, dein Sohn mit Mann fährt alleine dort hin und in diesem Rahmen, natürlich ohne deinen Sohn, könnte dein Mann Ihnen näher bringen, dass der Große unter der Situation leidet und wie man gemeinsam die Situation umgeht und die Verlustängste verbessern könnte. Tatsächlich alleine bei Opa und Oma ( riesen Abenteuer), häufig skypen. Und vorallen, wenn die 24 Monate rum sind wieder die Besuche aufnehmen, um wieder in die normale Situation zu kommen und für beide Seiten die schönen Dinge in den Vordergrund zu rücken.
Ich wünsche euch viel Kraft dafür.

LG
TT


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  Re: Wenn oma und opa ihr enkelchen nicht sehen wollen
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  Marula35
Status:
schrieb am 22.09.2017 10:00
Vielen dank , für eure antworten.
Genau diese idee hatte ich auch. Jedoch wollten meine schwiegereltern meinen grossen nicht alleine beaufsichtigen. Der grund dafür ist sicherlich der von tiger genannte. Sie haben angst vor der verantwortung und wissen, dass sie es nicht verkraften, wenn einem anderen kind etwas passiert- vor allem unter ihrer Aufsicht. Diesen selbstschutz gestehe ich ihnen zu. Er ist überlebenswichtig.

Das grosse abenteuer bei oma und opa konnte also so nicht stattfinden. Darüber war mein sohn sehr traurig. So traut er sich doch erst seit letztem jahr, auswärts zu übernachten. Er hatte lange immer angst, einer von uns wäre am nächsten morgen nicht mehr da. Für ihn also wäre es ein wichtiger schritt gewesen.er war endlich bereit. Aber bekam eine absage traurig

Ein gespräch über das geschehene ist nach wie vor absolut unmöglich. Beide blocken dies absolut ab. Der schmerz sitzt zu tief.
Mein mann und ich selbst können erst richtig seit der geburt unserer tochter offen über die gefühle von damals reden. Vorher schaffte er es nicht ( mein mann schlief damals direkt neben unserem sohn, als dieser verstarb)

So glaube ich, dass von beiden seiten her ein gespräch darüber noch zu schmerzhaft ist.
meine söhne mit papa allein zu oma und opa: ja, das wäre toll- aber mein sohn wollte plötzlich nicht seine schwester und mich " zurücklassen"

Es ist sehr sehr schwierig, es ist ein langsames vorantasten und vielleicht ist es wirklich einfach erstmal so dass telefon und skype übrig bleibt. Ich wünschte, ich könnte helfen. Aber ich kann es nicht. Nur mein kind trösten..

Danke für eure Gedanken.


  Re: Wenn oma und opa ihr enkelchen nicht sehen wollen
avatar  patty 2
Status:
schrieb am 22.09.2017 10:34
Liebe Marula,

was deiner Familie zugestoßen ist, ist wirklich sehr grausam.
Wenn man deinen Bericht liest, dann habe ich den Eindruck, dass der Tod ständig mit am Tisch sitzt, jetzt in Gestalt des Monitors.
Für alle ist dies eine große Belastung und dadurch entstehen Überforderungen.
Meine Idee dazu wäre, sich an professionelle Trauerbegleiter zuwenden. Erstmal nur für deine Kernfamilie.

Alles Gute

Patty


  Re: Wenn oma und opa ihr enkelchen nicht sehen wollen
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  TiggerTigger
schrieb am 22.09.2017 10:38
Liebe Marula,

. Mit einem Gespräch meine ich nicht die Aufarbeitung der Geschehnisse, sondern eher
- wir können verstehen, dass ihr euch so abgrenzt
- aber unser Sohn leidet extrem, wie und auf welche Weise können wir gemeinsam einen Weg durch diese Zeit finden.
- skypen
- Kurzbesuche für einen Tag Papa mit Sohn etwas anstrengend, aber ggfs ein erster Schritt zur Normalität, wenn dein Sohn sich auf die Trennung einlässt)
- und natürlich immer das Gespräch mit deinem Sohn er kann mit 7 doch schon viel verstehen, das auch andere Angst haben realisiert er vielleicht garnicht.
Von meinem Sohn habe mitgenommen, dass er sehr stark nach unseren Emotionen in kritischen Situationen reagiert.
LG
TT


  Re: Wenn oma und opa ihr enkelchen nicht sehen wollen
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  Joaninha
schrieb am 22.09.2017 10:51
Hallo,

es tut mir sehr leid, was Ihr durchmachen musstet und müsst.

Wie alt sind denn Deine Schwiegereltern? Meine Eltern haben vor wenigen Jahren einen ähnlich traumatischen Verlust erlitten und sie sagen selbst, dass sie auch wegen ihres Alters nicht mehr in der Lage sind, damit wirklich fertig zu werden. Ich weiss noch, dass ich, als meine Maus so ca. ein Jahr alt war, einmal morgens zum Arzt ging, als sie noch schlief. Ich bat die beiden, nach ihr zu schauen, also aufs Babyphone zu hören, falls sie aufwachen sollte. Als ich nach zwei Stunden zurückkam, fand ich meinen Vater im abgedunkelten Zimmer bei der Kleinen. Er war die ganze Zeit bei ihr gewesen, damit ihr nichts passiert. Wären mein Mann und ich die Nacht über weg gewesen, hätte er die ganze Nacht dort gesessen, da bin ich sicher. Und das als Achtzigjähriger. Ich kann verstehen, dass ein solches Verantwortungsgefühl so überwältigend werden kann, dass man den Kontakt lieber aufgibt, um so auch nicht mehr diese Last der Verantwortung übernehmen zu müssen.

Ich würde an Eurer Stelle überlegen, einmal ein paar Urlaubstage bei den Grosseltern zu verbringen. Also nicht bei ihnen zu Hause, sondern in einer Ferienwohnung in der Nähe. So könnt ihr sie tagsüber besuchen und gemeinsame Ausflüge machen, und abends/nachts geht jeder seiner Wege. Natürlich kann man so etwas nicht alle paar Wochen machen, aber ein, zwei Mal im Jahr müsste doch drin sein. Die Zeit zwischendrin würde ich mit Skype und telefonieren überbrücken. Bei uns klappt das ganz gut (O+O leben 2000 km entfernt), wir haben sehr früh damit angefangen, der Kleinen das Telefon in die Hand zu geben und für sie ist es ganz natürlich, abends mit den beiden zu sprechen. Dein Grosser ist ja deutlich älter und ich denke, da kann er schon über Telefon seine Beziehung zu ihnen aufrecht erhalten.

Ich wünsche Euch alles Gute!


  Re: Wenn oma und opa ihr enkelchen nicht sehen wollen
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  Paula Mondschein
Status:
schrieb am 22.09.2017 11:23
Liebe Marula,
es tut mir sehr leid, dass eurer Familie das passiert ist. Ich sehe die jetzige Situation allerdings nicht so aussichtslos. Ich kenne den Monitor von meinem Frühchen, anfangs empfand ich seine Anwesenheit, wie im falschen Film zu sitzen. Diese Geräusche, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt, wenn Menschen sehr krank sind, die Elektroden an meinem Kind. Später musste ich mühevoll von ihm entwöhnt werden. Die Großeltern haben sich im ersten Moment erschrocken, man müsste ihnen irgendwie die Möglichkeit geben, sich an den Minitor heranzutasten, sodass sie ihn auch als Schutz begreifen. Ich wünsche euch, dass ihr eine Lösung findet, denn die Trauer deines Sohnes um seine ihm so wichtigen Großeltern könnte ich als Mama so schwer ertragen. Wissen seine Großeltern, wie sehr er darunter leidet? So wie ich es verstanden habe, seid ihr der Mittelpunkt der Großeltern, man müsste ihnen klarmachen, was sie ihrer Angst opfern. Menschen können über sich hinauswachsen und das könnten die Großeltern auch schaffen, vermute ich.
Alles Liebe von Paula


  Re: Wenn oma und opa ihr enkelchen nicht sehen wollen
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  coco1968
schrieb am 22.09.2017 13:09
Liebe Marula,

man kann den Menschen den Schmerz nicht abnehmen. Man kann nur versuchen zu trösten so gut es geht, aber aushalten muss ihn jeder für sich alleine.

Ich möchte hier keine Küchenpsychologie betreiben, aber ich denke, das eine langsame Heranführung an den Monitor gegenwärtig nicht möglich ist. Es ist nicht "nur" ein Monitor - dieses schreckliche Ding ist gefüllt mit Schmerz, Trauer und insbesondere mit schrecklich viel Angst.
Einer Angst, der ihr -im Gegensatz zu den Großeltern- tagtäglich ausgesetzt seid, währenddessen sich die Großeltern dieser Angst entziehen können, in dem sie Distanz schaffen. Natürlich weiß ich nicht, ob das die wahren Beweggründe sind - es wäre für mich jedoch eine Erklärung.

Alles Gute, und ich wünsche Euch wirklich sehr, dass ihr einen Weg finden werdet.


  Re: Wenn oma und opa ihr enkelchen nicht sehen wollen
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  Marula35
Status:
schrieb am 22.09.2017 14:01
So viele haben mir geantwortet, dafür bedanke ich mich aufrichtig.Mit dem Rechner ist es besser als mit dem Handy zu antworten. Da passieren mir hoffentlich nicht nochmal solche Fehler wie das Falschschreiben des Nicks (Entschuldige TiggerTigger)

@Patty: In der Tat, mein Bericht liest sich wirklich so.Das sehe ich jetzt erst. Bestimmt weil ich natürlich nur unser/mein aktuelles Problem schildere. Ich kann sagen, dass mein Mann, meine Söhne und ich eine für UNS passende und gesunde Form der Trauer gefunden haben. Wir weinen zusammen, aber wir lachen auch und machen Quatsch und die Ängste um die Schwester sind manchmal da, aber blitzen kurz auf. Zumindest bei den KIndern. Also sitzt der Tod nicht mit am Tisch, aber der kleine Bruder ist immer dabei-irgendwie. Aber in einem ganz positivem Sinne.
Das Monitoring ist für uns nicht neu, es macht uns keine Angst, im Gegenteil, es beruhigt uns.

@TiggerTigger: Ja du hast Recht. Er ist ein verständiger kleiner Kerl und vielleicht schone ich ihn an falscher Stelle.Ich werde das beherzigen und mal mit ihm offen darüber reden. Oft sind Kinder ja viel emphatischer als man denkt.

@Joaninha: Die von dir beschriebene Situation rührt mich fast zu Tränen, denn genau DAS kenne ich auch von meinen Eltern. Beide Großelternpaare haben die 70 überschritten und ja, sie sagen selber, dass sie viel mehr Ängste haben als damals. Die Idee mit der Ferienwohnung ist sehr gut, ich werde das mit meinem Mann besprechen und ein langes Wochenende (kommt ja bald) planen. Vielleicht ist dies ein erster Schritt. Danke dir dafür. Manchmal kommt man ja selbst nicht auf die einfachsten Ideen.

@Paula Mondschein:Ich schrieb es Patty auch, der Monitor ist uns nicht fremd . Der Zwillingsbruder wurde ab dem Todestag seines Bruders bis zum 24.Lebensmonat überwacht. Da hatten die Schwiegereltern keine Probleme mit (oder sagten es vielleicht nicht?). Und genau DAS macht mich ja so ratlos. Sie kennen doch das Gerät von unserem Mitlleren. Was ist jetzt anders? Ich habe mir deinen letzten Satz mehrmals durchgelesen. Es ist so wahr. Wir sind auch über uns hinausgewachsen. Und viellecht habe ich es nicht deutlich genug kommuniziert, wie sehr sie ihren großen Enkel mit ihrer Abwesenheit verletzen. Ich war vorsichtig, denn ich weiß, wie verletzlich man in der Trauer ist. Ich wünsche mir so sehr, dass sie es schaffen ...

Es beginnt sich dank euch etwas zu ordnen. Ich werde mit meinem Sohn sprechen. Und in Form eines kleinen Familienurlaubes den ersten Schrit gehen. In der Hoffnung, dass damit die Starre sich aufhebt und sie nicht zurückweichen.

@ coco jetzt hätte ich dich glatt vergessen, entschuldige. Wie ich schon oben schrieb, ist der Monitor für uns Beruhigung. Aber für die Großeltern nicht. Das sehe ich jetzt genauso. Schrittweise Heranführen? Puh, auch da geb ich dir Recht, es ist schwierig. Er ist ja ziemlich präsent (gklebte Elektroden am Kind, welche man ja auch beim Wickeln sieht und und und)

Marula


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.09.17 14:08 von Marula35.


  Re: Wenn oma und opa ihr enkelchen nicht sehen wollen
avatar  Chrischtl
Status:
schrieb am 22.09.2017 14:40
Zitat
Marula35
@Paula Mondschein:Ich schrieb es Patty auch, der Monitor ist uns nicht fremd . Der Zwillingsbruder wurde ab dem Todestag seines Bruders bis zum 24.Lebensmonat überwacht. Da hatten die Schwiegereltern keine Probleme mit (oder sagten es vielleicht nicht?). Und genau DAS macht mich ja so ratlos. Sie kennen doch das Gerät von unserem Mitlleren. Was ist jetzt anders?

Anders könnte aus Sicht deiner Schwiegereltern sein, dass eure Maus noch jünger ist als es euer Sohn war und somit der vermeintlich kritische Moment in der Zukunft "lauert". Und vielleicht wollen sie sich intuitiv nicht an eure Tochter emotional binden, damit es im Fall der Fälle nicht so weh tut. Was natürlich völliger Quatsch ist aber das würde auch dazu passen, dass sie erst kommen wenn der Monitor weg ist. D.h. ja übersetzt: Erst wenn das Kind außer Gefahr ist.

Ich finde die Idee mit der Ferienwohnung sehr gut. Ihr könnt euch ganz langsam antasten und vielleicht erkennen sie ja auch, dass sie mit ihrem Schutzverhalten nicht nur den Tod sondern sehr sehr viel Leben aus ihrem Leben aussperren.

Ich wünsche euch alles alles Gute!


  Re: Wenn oma und opa ihr enkelchen nicht sehen wollen -UPDATE
no avatar
  Joaninha
schrieb am 28.09.2017 09:52
Liebe Marula,

das tut mir leid, dass die Oma so abblockt. Auf die Gefahr hin, zu gutgläubig zu sein: Kann es sein, sie hat etwas Schwerwiegenderes, das sie Euch verschweigen will, um Euch keine Sorgen zu bereiten?
Ich finde es gut, dass Du mit Deinem Sohn über die Sache sprichst und dass er versteht, dass bei O+O Angst hinter dem Abblocken der Besuche steckt.

Alles Liebe!


  Re: Wenn oma und opa ihr enkelchen nicht sehen wollen -UPDATE
no avatar
  Taucher
schrieb am 28.09.2017 10:51
Hallo Marula,

Vielleicht wäre es aber in diesem Telefongespräch auch Zeit gewesen deutlicher zu werden? Also konkret anzusprechen wie sehr ihr und vor allem euer Sohn den Kontakt möchtet und auch auf ihre Absage für den Geburtstag eures Sohnes einzugehen. So wie ich es herauslese, hast du dich mit ihren Aussagen zufriedenstellen lassen und ihre vermeintliche Ausrede akzeptiert.

Aus meiner Erfahrung heraus gehören die heutigen Großeltern einer Generation an, welche einerseits nur schlecht oder gar nicht eigene Bedürfnisse und Gefühle äußern können und andererseits Konflikten oder schwierigeren Situationen mit ausreden begegnen um diese zu vermeiden, da sie eine Kommunikation darüber nicht gelernt haben.. Das führt dann zu solchen merkwürdigen Gesprächen und Begründungen (sie seien dann immernoch krank usw.). Wenn aber wenigstens du offen bist und es klarer ansprichst, vielleicht bietet sich dann die Gelegenheit offen ins Gespräch zu kommen.

Eine ergänzende Möglichkeit wäre doch, eine Ferienwohnung in der Nähe zu mieten und so die räumliche Gelegenheit für ein Treffen einfach als Tatsache zu schaffen, vielleicht sogar ohne große Vorankündigung. Ob sie diese Gelegenheit dann nutzen um euch zu treffen siehst du dann ja. Ihr braucht ja keine Erlaubnis um in ihrer Nähe ein verlängertes Wochenende zu verbringen smile

Ich finde es gut, dass du deinem Sohn die Situation so einfühlsam und ohne Abwertung oder Vorwürfen gegen die Großeltern erklärst und doch glaube ich, dass ein Gespräch ganz wichtig wäre, bevor so eine Situation irgendwann schon so lange anhält, dass eine der beiden Seiten oder beide keinen richtigen Weg "zurück" zu einem ungezwungenen Kontakt mehr hinbekommen.

Es ist so schade, wie die Situation gerade ist, für alle Beteiligten. Ich wünsche Dir alles gute!


  Re: Wenn oma und opa ihr enkelchen nicht sehen wollen -UPDATE
avatar  Susma
schrieb am 02.10.2017 22:07
Liebe Marula, auch von mir Beileid und Bewunderung, wie Ihr diese Situation meistert!
Ich hätte noch einen gänzlich anderen Tipp. Ich weiß nicht, welchen Monitor Ihr nutzt. Aber vielleicht geht das. Wir sind mit unserem Frühchen auch mit Monitor entlassen worden. Nach einigen Monaten hätten wir laut Arzt auf das "schreckliche Ding" verzichten können - wollten wir aber nicht. Kann mich noch sehr gut auf das beruhigende Gefühl des Geräts erinnern... die Manschetten zum Kleben am Oberkörper waren aber echt nervig. Davon waren hier die Verwandten auch erschrocken. Wir haben daraufhin den Monitor umstellen lassen und nur noch mit einer Manschette am Fuß überwacht. Die muss nur zum Schlafen um den Fuß gewickelt werden und die restliche Zeit ist das Kind ein "normales" Kind. Das nervige Geklebe fällt weg und die Kabel baumeln nicht mehr überall rum. Die Sicherheit hat man trotzdem. LG




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