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  mein Mann will mich verlassen
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  kannsnichtfassen
schrieb am 10.09.2017 08:43
Hallo,
mein Mann will mich nach fast 10 Jahren verlassen. Er hat beschlossen dass er mich nicht mehr liebt und das solls jetzt gewesen sein. Das hat er alles mit sich alleine ausgemacht, er verweigert jedes Gespräch mit irgendjemandem, sei es jetzt Therapie, seine Familie oder Freunde.
Das alles kam sehr plötzlich, wir hatten einen richtig beschissenen "Urlaub" (Krankheit) und in der letzten Urlaubswoche ist er richtig eingebrochen. Saß nur noch vor seinem Handy und war zu nichts zu gebrauchen. Als ich dann letzte Woche mal mit ihm reden wollte, habe ich irgendeinen Triggerpunkt erwischt und er klatschte mir das auf den Tisch, auch mit dem Vermerk er wollte mir das eigentlich noch nicht sagen aber ich hätte ja nicht locker gelassen. Den Gedankengang verstehe ich im Prinzip, wir hatten es immer sehr stressig, irgendwie waren wir von der Umwelt ständig vor Herausforderungen gestellt und haben sie gut zusammen gemeistert. Dabei sind wir ein Stück auf der Strecke geblieben, besonders seit den Kindern, die noch klein sind und für die wir keinerlei Hilfe haben, die uns noch nie auch nur einen Tag mal wer abgenommen hat. Manchmal ist er auf Geschäftsreise und in diesen Zeiten fühle er sich so unglaublich glücklich und frei. Auf der letzten Geschäftsreise hat er dann wohl beschlossen, dass er mich nicht mehr liebt, mir das aber nicht gesagt da auch momentan gerade wieder viel los ist. Er wollte das noch für sich behalten, aber ich bin ja nicht blöd. Stutzig bin ich allerdings schon denn er hat sich trotzdem ganz normal verhalten, sich um mich bemüht, war zärtlich und liebevoll, es gab auch Intimitäten - bis eben die letzte Urlaubswoche kam. Allerdings meinte er auch dass er schon seit 3 Jahren (!!!) immer mal wieder so Phasen hat... das finde ich komplett unfair, weil er kein einziges Mal mit mir darüber geredet sondern statt dessen in aller Ruhe seine Mauern hochgezogen und mich ausgesperrt hat. Das glaub ich gerne dass man da dann genug abgeschottet ist, um nichts mehr zu fühlen.
Egal was ich vorbringe, egal in welche Richtung ich das Gespräch zu lenken versuche, er wiederholt immer nur wieder mantramäßig, dass er mich nicht mehr liebe und ich mir was vormache. Mit Familie oder Freunden zu reden schließt er kategorisch aus (keiner wisse wie es in ihm aussieht. Da könnte ich immer laut lachen, er hat sich ja auch redlich bemüht, dass das keiner mehr wissen kann), eine Paar- oder Familientherapie sogar noch viel mehr. Seine Entscheidung stehe fest, er sei Experte für sich, er wisse was das Richtige sei. Damit meint er auch den Rest der Familie, denn das sei die richtige Entscheidung für alle. Manchmal wird er auch richtig überheblich, als wäre er der weise Yoda, der einzige Mensch auf diesem Planeten, der klar sehe. Denn insbesondere für die Kinder wäre er dann ein besserer Papa, da er momentan so genervt von allem sei dass er mit ihnen nichts anfangen könne aber wenn wir uns trennen würden, könne er viel besser auf sie eingehen. Mein Vorschlag - und ja, ich muss zugeben, dass ich dieses Zugeständnis nach so langer Zeit und der Familie, die dran hängt konkret FORDERE - ist eine gewisse Zeit, die wir diesem ganzen Murks einräumen, um gemeinsam daran zu arbeiten. Ich sehe nicht ein, dass er, der mich wollte, der die Kinder und diese Familie wollte (Kinder gingen von ihm aus), auf einmal einseitig und völlig ohne mich in irgendeiner Form am Entscheidungsprozess teilhaben zu lassen, beschließt dass er das jetzt nicht mehr will und ich ihm dann die Alleinerziehende mache. Allerdings sagt er, er habe die Mauern so fest gebaut, er sei nicht bereit die wieder einzureissen. Na dann kann das ja auch nicht klappen... ich finde allerdings wirklich, dass das drins ein sollte, da ich der Meinung bin, dass das hier eine Ehekrise ist, in der wir stecken, an der man allerdings auch arbeiten kann um nicht bei der ersten Hürde (was das zwischenmenschliche Betrifft, ist das tatsächlich unsere erste Krise) alles hinzuwerfen. Er dagegen hat es für sich als "kaputt" definiert und sich selbst als beziehungsunfähig, dabei ist er eigentlich ein wahnsinnig liebevoller und liebesbedürftiger Mensch, keinesfalls beziehungsunfähig sondern ein toller Mann und wir waren für alle anderen eigentlich immer wie füreinander gemacht.
Nun ist es eben so, dass die Kinder noch klein (3 und 5) sind und wir hier alleine. Deshalb hat er sich das anscheinend so vorgestellt, dass wir alle hier wohnen bleiben (was auch wieder paradox ist... dann müsste er ja meine Anwesenheit immer noch ertragen, die ihn angeblich ja so fertig mache). Das finde ich viel zu grausam und will das nicht. Außerdem rechnet er fest damit dass ich dann arbeiten gehe (es war ausgemacht dass ich erst in Ruhe meine Dissertation zu Ende bringen und mich dann auf die Suche mache, was ja nicht ganz einfach ist bei ner hohen Qualifikation aber nur Halbtags-Arbeitsmöglichkeit). Ich muss aber ganz ehrlich sagen, dass ich das in der ersten Zeit wohl nicht schaffen würde. Ich war so tief drin in dem allen hier, wir wollten eigentlich demnächst ein Haus bauen oder kaufen, ich würde nicht hier bleiben (bin nur wegen seiner Arbeit hergezogen), weiß aber nicht, wohin mit mir und wäre wohl auch weiterhin ohne Hilfe - das kriege ich nicht alles auf einmal gebacken UND gehe gleichzeitig auch noch in irgendeinem Job arbeiten, um seinen Vorstellungen nachzukommen. In den Momenten der Panik, wenn mir wieder mal bewusst wird dass ich null an ihn rankomme, versucht der Selbstschutz in mir, herauszufinden, wie sowas denn für mich in meiner Situation aussehen könnte und was mir zusteht. Ich bin eigentlich gedanklich noch nicht soweit, aber ich muss wohl anfangen mich mit dem Gedanken zu beschäftigen. Allerdings würde ich ihn viel lieber doch noch dazu bekommen, sich mit mir einen festen Zeitraum X lange GEMEINSAM mit diesem Tief zu beschäftigen und daran zu arbeiten. Danach kann er ja immer noch gehen falls das scheitern sollte (allerdings ist er ja momentan eher so dass er ein Scheitern durch Verweigerung eher noch gezielt herbeiführen würde). Aber es kann doch nicht sein, dass er überhaupt keinen Zugangspunkt mehr hat, sich mit nichts auseinandersetzen muss und einfach so alles hinwerfen kann?!


  Re: mein Mann will mich verlassen
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  LeenaSprottenmama
schrieb am 10.09.2017 10:01
Hallo,
ich kann dich und deine Fassungslosigkeit sehr gut verstehen. Das Verhalten finde ich verantwortungslos. Das macht mich stutzig, denn so, wie du von deinem Mann sprichst, scheint er sonst ja anders zu handeln. Kann es sein, dass ihm alles zu viel wird und er jetzt einen schnellen Ausweg sucht, sich wuasi der Verantwortung entziehen will? Burnout? Depression? Das ist ihm vielleicht gar nicht so klar. Mir ging es so, als ich in einer depressiven Phase war. Ich fühlte mich furchtbar, war so erschöpft und alles war zu viel, war innerlich total kalt und dachte im Ernst ich würde meinen Mann nicht mehr lieben und müsse zum Wohle aller die Familie verlassen. Habe ich nicht. Ich bin stattdessen in Behandlung gegangen und als die Depression besser wurde, kehrten auch die Gefühle zurück. Ich würde das nochmal ansprechen und eventuell nach Lösungen suchen, den Alltag zu entschleunigen, so dass ihr alle zur Ruhe kommen könnt. Häuser kann man auch später noch bauen.

Mehr fällt mir auch nicht ein. Ich wünsche euch alles Gute. Achte auf dich.


  Re: mein Mann will mich verlassen
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  kannsnichtfassen
schrieb am 10.09.2017 10:32
Hallo, danke für deine Antwort. Ja genau in diese Richtung denke ich auch, da wir hier in der "Stadt" sehr unzufrieden sind, er mit seinem Job unglücklich ist und er auch keine richtigen Freunde hat und wie gesagt sich niemandem anvertraut. Ich denke ehrlich gesagt in diese Richtung, da ich das selbst schon mal durch hatte und das mit der Gefühlskälte und dem Totalrückzug kenne und das, genau das, perfekt zu dem unglaublichen 180°-Wandel passt. ABER - ich habe es angesprochen und wie zu allem anderen auch schüttelt er dazu nur den Kopf. Er habe kein Problem und er werde sich nicht in Therapie begeben. Er habe das so beschlossen und das sei richtig. Ich kann niemanden zwingen, also sind diese Gedanken irgendwie nutzlos. Egal was ich zu vermuten oder besser zu wissen glaube. Diese Erkenntnis ist hart...


  Re: mein Mann will mich verlassen
avatar  Isving
Status:
schrieb am 10.09.2017 13:34
Nur ganz kurz: Hat er irgendeine männliche Bezugsperson, auf die er hören würde (alter Freund, Bruder, Vater...)? Weihe denjenigen ein, auch in deine Befürchtung bzgl. Depression. Toitoitoi,
Isving


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  Re: mein Mann will mich verlassen
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  kannsnichtfassen
schrieb am 10.09.2017 13:57
Hätte er im Prinzip schon aber er verweigert ein Gespräch kategorisch, sowohl mit Freunden als auch mit Familie. Er entzieht sich den Freunden komplett, hängt nur noch am Handy. Will niemanden um sich haben.


  Re: mein Mann will mich verlassen
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  Pui
schrieb am 10.09.2017 14:58
Hallo,
ich finde sehr interessant, dass er davon ausgeht, dass er ein besserer Vater ist, wenn er die Kinder nicht mehr ständig um sich hat. Warum geht er davon aus, dass Du mit der Position als Alltagsmutter und er als Freizeitvater einverstanden bist? An der Stelle würde ich mal provozieren:
Du schreibst an einer Dissertation. Frag ihn doch mal, ob er die Kinder bis zum Ende der Dissertation betreut. Du würdest ausziehen. Es gibt auch andere Alleinerziehende, die nebenher arbeiten gehen!
Wenn Du fertig bist, suchst Du Dir einen Job und nimmst die Kinder wieder.
Das ist ein Modell, dass ich NIE durchsetzen würde (Du sicherlich auch nicht), aber ich würde seine Reaktion auf diesen Vorschlag testen.

Bin immer sehr aufgebracht, wenn ein Partner ohne den anderen eine Entscheidung trifft und durchsetzen will. Zu einer Beziehung - und dazu gehört auch eine Trennung - gehören immer zwei. Zwei Meinungen, eine Beschlussfassung. Vor allem, wenn Kinder da sind.

Viel Kraft für Dich.
LG
Pui


  Re: mein Mann will mich verlassen
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  beg
schrieb am 10.09.2017 17:42
Hallo,

irgendwie lässt mich dein Beitrag nicht los und ich möchte dir schreiben, was mir daran aufgefallen ist.

Zum einen habe ich Schwierigkeiten mit der Formulierung, er hat „beschlossen“ dich nicht mehr zu lieben. Ich denke nicht, dass das eine aktive Entscheidung ist – du musst ihm zugestehen, dass er in diesem Moment so fühlt. Die Gedankengänge, ob es sich um eine Depression handelt, sind durchaus nachvollziehbar. Du kannst aber trotzdem keine Entscheidungen für ihn in dieser Hinsicht treffen und nur Angebote machen und leider damit leben, wenn er sich dagegen entscheidet.

Für mich ist absolut nachvollziehbar, dass du große Hoffnungen in ein Gespräch deines Mannes bzw. seine Bereitschaft, sich mit euren Problemen auseinanderzusetzen setzt – begleitet durch wen auch immer. Ich denke nur, dass das nicht in deiner Macht liegt. Leider gehört zu der Entscheidung einer Trennung tatsächlich nur einer. Konzentriere dich auf die Bereiche – und ja, das ist unpackbar schwer! – die tatsächlich im Rahmen deiner Handlungsmöglichkeiten liegen und bei denen du nicht nur auf ihn einzuwirken versuchen kannst. Und dazu gehört, die Trennung jetzt leider erst einmal zu akzeptieren – aber dir zu überlegen, wie du denn mit dieser – seiner Entscheidung – leben möchtest.

Das heißt, die Idee mit dem gemeinsamen Haushalt musst du natürlich nicht akzeptieren, wenn du nicht möchtest. Wie könntest du dir vorstellen, es mit den Kindern gut zu schaffen, wie könntest du deinen Lebensunterhalt sichern? Gehe in dich und kontaktiere dann so bald wie möglich einen Anwalt bzw eine Beratungsstelle, der dich darüber informiert, wie deine Recht in dieser Situation sind.

Ach, und ich würde auf gar keinen Fall in dieser sowieso schon so schwierigen Situation noch mit Manipulation oder Vorschlägen, um seine Reaktion zu testen, arbeiten. Zum einen ist das nicht fair und außerdem kann das böse ausgehen und sogar vor Gericht gegen dich verwendet werden, falls eine mögliche Scheidung nicht in gutem Einvernehmen verlaufen sollte.

Überleg dir, wo in dieser schwierigen Situation deine Handlungsoptionen sind und wie du trotzdem ein gutes Leben aufbauen könntest – wer weiß, vielleicht ändert sich durch diese neue Herangehensweise ja die Dynamik zwischen euch. Vielleicht schaffst du es ja zu signalisieren, dass deine Bereitschaft, an euch zu arbeiten da ist und er ist schon bald sehr froh darüber…?

Alle Gute!


  Re: mein Mann will mich verlassen
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  Impala-34
Status:
schrieb am 10.09.2017 18:33
Zitat
kannsnichtfassen
Hätte er im Prinzip schon aber er verweigert ein Gespräch kategorisch, sowohl mit Freunden als auch mit Familie. Er entzieht sich den Freunden komplett, hängt nur noch am Handy. Will niemanden um sich haben.

Hm, dieser Beitrag macht mich stutzig. Er hängt immer am Handy, obwohl er den Kontakt zu allen reduziert/abbricht. Sicher, dass er keine andere hat? Ich würde mich vergewissern wollen. Solche Dinge haben meist einen "konkreten" Anlass und bei vielen Männern ist es leider eine andere Frau.

Zudem klingt es so, als ob er den Kuchen behalten und aufessen will. Alles soll so bleiben wie bisher, nur für ihn ohne Verantwortung und er kann kommen und gehen wie er will?

LG

Impala


  Re: mein Mann will mich verlassen
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  cora167
schrieb am 10.09.2017 20:09
Stimme Impala zu, ich habe auch gleich gedacht, da könnte eine andere Frau dahinter stecken.

Auf ein Weiterleben wie bisher nur ohne Übernahme von Verantwortung, Verpflichtungen und Aufgaben seinerseits - darauf würde ich mich nicht einlassen. Wenn Trennung, dann richtig und mit allen Konsequenzen.


  Re: mein Mann will mich verlassen
avatar  Tina
Status:
schrieb am 10.09.2017 20:43
Wieso geht er eigentlich automatisch davon aus, dass die Kinder bei dir bleiben und er die Kinder dann hier und da mal am WE nimmt? Auch wenn das ja meistens der Fall ist, dass die Kinder bei der Mutter bleiben, finde ich es ziemlich unfair, dass er dir die ganze Verantwortung überlässt und sich aus allem rauszieht. Du musst deine Dissertation aufgeben, wieder arbeiten gehen, die Kinder versorgen.... und was macht er? Was ist das denn für ein Mensch? Ich finde das unmöglich. Bei dem was du schreibst, solltest du froh sein, ihn los zu sein.
Den Gedanken, dass er eine andere hat, kam mit beim Lesen auch.


  Re: mein Mann will mich verlassen
avatar  Kelly123
schrieb am 10.09.2017 21:12
Ohjemine du Arme...
Und das alles aus heiterem Himmel...

Ich muss sagen, die Gefühle die dein Mann beschreibt kann ich verstehen. Wenn ich mal rauskomme fühle ich mich auch ganz frei und unbeschwert. Wieder zurück in der Familie merke ich erst wie fordernd die kleinen Kinder sind. Aber deswegen alles hinschmeissen?
Hat er früher auch schon immer so viel am Handy gespielt? Wenn nicht würde ich auch auf eine andere Frau tippen.
Das er vorschlägt das alles erstmal beim Alten bleiben soll, finde ich total absurd jedoch ist das in meinem Bekanntenkreis auch schon ein paar mal vorgekommen. Das ging sogar soweit, daß sich die Männer die Geliebte parallel zur Ehefrau erhalten wollten. Das ging sogar soweit, dass ein ehemaliger Vorzeigepapa die Kinder negiert hat. Auch dass es nach seiner Beschlussfassung noch Intimitäten zwischen euch gab ist ja eigentlich sehr seltsam und spricht nur dafür dass er das bequeme und gewohnte sehr wohl noch behalten möchte.
Ein richtiger Rosinenpicker!
Zeig ihm auf, wo die Grenzen sind und du mit den neu ausgeteilten Rollen nicht einverstanden bist.
Er kann doch nicht so was sagen und dann keine Konsequenzen daraus ziehen oder gezogen haben wollen!
Ist das jetzt so dass er dir den Austausch mit der Familie verbietet und mit den Freunden? Oder sagt er nur es hat keinen Sinn? Denn ansonsten würde ich auf alle Fälle die anderen einweihen und auf ein Einwirken auf ihn hoffen.
Er kann doch nicht erwarten dass du dies jetzt geheim hältst.

Wie ist es dir eigentlich zuvor mit eurer Ehe ergangen? Bist du glücklich gewesen?
Eigentlich klingt das was du schreibst schon sehr danach.

Fühl dich umarmt!
Das ist jetzt echt eine schwere Zeit.


  Re: mein Mann will mich verlassen
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  Mond69
schrieb am 11.09.2017 10:05
Ich stimme allen zu, die meinen, dass es eine andere gibt. Bei uns war es vor mittlerweile 10 Jahren ähnlich: er hatte ein in im Nachhinein auffälliges Handyverhalten. Irgendwann sagte er, er wolle sich trennen. Nach einem gewissen Hin und Her kam raus, dass er seit 2,5 Jahren ein Verhältnis hatte (sie wohnte hunderte Kilometer weit entfernt, so dass sie sich nur selten sahen). Während dieser 2,5 Jahre hatte er auch eine starke Depression (wegen dieser Außenbeziehung, wegen schlechten Gewissens und sich nicht entscheiden könnens) inclusive Suizidversuch und längerem Klinikaufenthalt.Und das Ganze passenderweise 4 Wochen, nachdem er seinen (gewollten) Part der Elternzeit übernommen hatte und ich gerade wieder angefangen hatte zu arbeiten....
Jahre später war ich mit meinem neuen Partner mit Freunden im Urlaub. Der Mann meiner Freundin hatte ein sehr auffälliges Handyverhalten... Auch dort: es gab eine andere und die beiden sind mittlerweile geschieden.

Die Idee einer WG nach Trennung finde ich sehr abwegig. So etwas funktioniert niemals. Denn irgendwann wirst auch Du wieder einen neuen Partner haben...und dann? Viel Glück und: man kann mehr schaffen, als man manchmal denkt...


  Re: mein Mann will mich verlassen
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  kannsnichtfassen
schrieb am 11.09.2017 12:21
Ich verstehe die Gedankengänge all derer die an eine andere Frau denken, ABER:
1. er ist einfach nur auf reddit unterwegs, sucht sich Zeitfresser, vermutlich um nicht nachdenken zu müssen. Er packt nicht das Handy weg, lässt mich mit reingucken (auch jetzt noch) und zeigt mir was er gerade interessantes gefunden hat (auch jetzt noch). Wenn ich ihn mal was tippen sehe und nachfrage wem er denn schreibt zeigt er mir den Verlauf (auch jetzt noch)
2. er sagt miese Dinge zu mir und will unbedingt aus dieser Nummer raus, da könnte er also auch das sagen, das wäre der größte Erfolgsgarant mich nie wieder zu sehen
3. wenn er mal nicht am Handy ist lässt er es offen hier liegen und ich habe Zugriff darauf. Ich schaue nicht rein, aber ich denke wenn er was zu verbergen hätte, würde er darauf achten, das Handy bei sich zu behalten

Ich habe heute angefangen, mit Freunden darüber zu reden. Noch nicht mit vielen aber immerhin. Sie sind schockiert, erkennen nichts von seinem Verhalten wieder. Besonders der komplette Rückzug und die Verweigerung jeglichen Gesprächs mit irgendjemandem... wie gesagt er konnte nicht genug Freunde um sich haben und war immer mehr als kommunikativ. Ich tippe wirklich dass ich mit dem Verdacht der Depression richtig liege. Das ändert zwar nichts am Ergebnis, aber für mich doch sehr viel. Ihr müsst mir wirklich glauben, dass wir für alle anderen immer etwas wahnsinnig besonderes waren, DAS Paar schlechthin. Vielleicht denken das viele von sich aber uns wurde dauernd gesagt "wenn nicht ihr, wer dann". Wir waren komplett verwachsen. Es geht mir nicht ein dass dieser Mensch, mein Leben, einfach nur aufgehört haben könnte, mich zu lieben ohne mir frühzeitig von seinem Verdacht zu erzählen. Denn er war derjenige, der immer großen Wert darauf gelegt hatte, dass über alles geredet wird und ja nichts zwischen uns kommt. Aber sagt es mir, wenn das jemand anders sieht. Verrennen und mir was einreden möchte ich auch nicht. Wenn es denn doch so einfach sein sollte, muss ich es akzeptieren lernen.

Und ja, ich war glücklich. Wir hatten eine extrem anstrengende Zeit in letzter Zeit, aber ich war glücklich weil dieser Mensch mein Mensch ist und ich dachte, mit ihm gemeinsam einfach alles zu schaffen und dass es bald wieder etwas ruhiger wird. Wir waren so groß. Sogar Leute, die uns nicht besser kannten, uns nur am Rande mitbekommen haben, fragten dauernd "wie macht ihr das nur, wie bekommt ihr das alles hin?" Na, weil wir uns hatten.


  Re: mein Mann will mich verlassen
avatar  Dream2012
schrieb am 12.09.2017 12:18
Huhu,

ach Mensch, das liest sich aber alles gar nicht gut. streichel

Was mir noch einfällt: Schreib ihm doch mal einen Brief. Auch wenn das für viele sehr altbacken ist, ich finde, dass man so all das Aufschreiben kann, was einem auf dem Herzen liegt, Formulierungen aber wohl bedacht wählen kann und nicht aus der Emotion heraus mit Aussagen um sich schleudert, die man eigentlich so gar nicht sagen wollte, außerdem hat der Empfänger die Möglichkeit dann zu lesen, wann er bereit dazu ist, man ist nicht der ersten Wut/Enttäuschung/Reaktion ausgesetzt und kann vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt noch ein Mal darüber sprechen, ruhiger und bedachter. Vielleicht organisierst du dazu vorab einen Babysitter, ihr macht einen Spaziergang o.ä.

Ich drücke dir die Daumen, dass ihr einen Weg findet um miteinander ins Gespräch zu kommen!

Alles Liebe, Dream


  Re: mein Mann will mich verlassen
no avatar
  Chorus
Status:
schrieb am 13.09.2017 09:09
Das Muster erinnert mich an meinen Ex-Freund, ganz lieb und wir waren wirklich ein nettes Paar.

Plötzlich hat er sich selber sehr entfernt und was war - Burnout/Depression (musste sich sogar stationär behandeln lassen deswegen).

Wenn einer eine Beziehung beendet, ist sie eben per Definition beendet, auch wenn es vorher wirklich schön war. Auch wenn es tatsächlich wegen einer psychischen Erkrankung ist. Das ist die traurige Wirklichkeit. Wenn er nicht will, will er nicht, und ich denke, das ist mal (vielleicht nur mittelfristig) jetzt eben der Fall.

Wie gesagt, ich musste es selber erleben, mein Glück war nur, dass wir nicht verheiratet waren und keine gemeinsamen Kinder hatten, das macht die Sache eben nochmal komplizierter.




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