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  Eheprobleme nach Fehlgeburt
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  Lupina2017
schrieb am 24.08.2017 09:39
Hallo,


nach langem Drama hab ich mein Baby in der 12 Woche verloren.
Das war an einem Samstag.
Mein Mann musste arbeiten.
Sonntag auch
Ich hatte so heftige Blutungen, dass ich mich in die leere Wanne gelegt habe um die Menge an Blut zu kontrollieren.
Er musste ja leider arbeiten. Ich hab nur geheult und wollte gar nicht mehr aufstehen.
Wir hatten Familienbesuch aus Australien da. Die haben wir 2 Jahre nicht gesehen. Da hab ich schön gelächelt und weiter gemacht. Nach 7 Tagen waren sie weg und ich lag Tage im Wohnzimmer und habe nur geheult. Mein Mann natürlich am arbeiten.
Er hat mich kein ei ziges Mal in den Arm genommen. Kein einziges Mal geweint.
Als er dann frei hatte, hat er seine Mutter besucht. Das wäre mit mir geplant gewesen, aber ich nutzloses Weib muss ja rumbluten. Also ist er zwei Tage weg gefahren.
Ich soll leise heulen. Es nervt ihn. Außerdem ist es doch schon 3 Wochen her. Also soll ich aufhören zu heulen. Das kann ich aber nicht. Mein Baby ist tot und ich vermisse es so, so sehr.
Ich will das Haus nicht verlassen, überall Schwangere. Ich will nicht arbeiten, weil ich mit Babys arbeit. Ich will mein Kind wieder haben. Und mein Mann schläft seit 3 Wochen auf dem Sofa und hasst mich. Das tut einfach so weh....und jetzt? Wie geht es weiter? Er spricht kaum mit mir und geht mir aus dem Weg. War es das wohl für unsere Ehe?


  Re: Eheprobleme nach Fehlgeburt
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  chaosbraut4711
Status:
schrieb am 24.08.2017 18:13
Es tut mir so leid. Dein Verlust zum einen, aber auch dass du dich so alleine fühlst.

Dein Mann verhält sich unmöglich! Natürlich ticken Männer anders, aber Dich dermaßen im Stich zu lassen ist einfach unglaublich!


  Re: Eheprobleme nach Fehlgeburt
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  blauesTeufelchen
Status:
schrieb am 24.08.2017 20:00
Ich habe das Gefühl, das dein Mann seinen Alltag weiter lebt und du dich zurückziehen willst. Es klingt für mich einiges nach unterschiedlichen Lösungsstrategien. Habt ihr darüber mal gesprochen? Könnt ihr dann akzeptieren, dass der andere anders mit der Situation umgeht?

Aber deine letzten zwei Abschnitte geben mir eher das Gefühl, dass ihr den anderen gerade nicht mehr akzeptieren und ertragen könnt. Du redest von genervt sein und hassen. Ist das wirklich so, oder interpretierst du das in sein Verhalten? Auf diese Weise stößt er dich nur von ihm weg.
Auf der anderen Seite igelst du dich wirklich sehr stark ein, dass ich mir auch bei dir vorstellen könnte, dass sich das krankhaft entwickelt. Auch du solltest, meiner Meinung nach, auf dich achten und schauen, dass du da heraus kommst.
Allerdings wirken eure Positionen so verfahren, dass ich nicht sicher bin, ob ihr euch gegenseitig helfen könnt. Aber ich denke, ihr solltet von euren Positionen wieder loskommen, um wieder zueinander zu finden.


  Re: Eheprobleme nach Fehlgeburt
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  Ich_bins_kurz
schrieb am 24.08.2017 22:41
Liebe Lupina,
jeder trauert anders. Das ist in der eigenen Trauer sehr schwer zu begreifen und auch schwer stehen zu lassen.
Nachdem wir unser Kindlein verloren haben, haben mir einige Leute gesagt, dass fast 80% der Ehen, die ein gemeinsames Kind verloren haben, früher oder später daran scheitern. Und es liegt genau daran: dass jeder anders trauert und (um Klischees zu bedienen) Männer häufig ganz anders trauern als Frauen: Die Frau will reden, der Mann will schweigen. Die Frau braucht eine Auszeit/ möglichst etwas anderes, als Alltag, der Mann braucht Arbeit, am besten doppelt so langen Alltag, wie normalerweise. Die Frau erinnert sich, der Mann vergisst am liebsten alles. Das ist natürlich schwer übertrieben und wie gesagt, Klischeehaft, aber wir haben gemerkt, dass doch ein Fünkchen davon wahr ist.

Insofern scheint alles "normal" zu sein bei Euch.

Wenn ihr aber nicht bei den 80% enden wollt, dann würde ich sagen, ihr müsst dringend miteinander sprechen. Darüber, was jeder von Euch braucht und wie ihr Euch trotz unterschiedlicher Bedürfnisse stehen lassen könnt. Im besten Fall sogar gegenseitig sehen könnt und für einander da sein könnt.

Vielleicht hilft ein Brief, in dem Du schreibst, wie es Dir geht - OHNE den Vorwurf, dass er dies oder jenes nicht getan hat oder Du dies oder jenes von ihm willst. Am ehesten vielleicht könntest Du fragen, wie es ihm geht und was er sich denn von Dir wünscht, damit es Euch als Paar wieder gut geht. Allerdings solltest Du darauf gefasst sein, dass tatsächlich kommt: Hör auf mit weinen, mach weiter (funktioniere wieder), vergiss das Baby oder sonst etwas, was Du eigentlich nicht hören willst. Aber: Vielleicht ist das auch ein erster Schritt zu verstehen, wie es ihm geht und zu sehen, was er braucht: den Halt in der Arbeit, den Halt der "Normalität" von früher, den Halt seiner Familie/Mutter, den Halt des Vergessens/Ignorierens/einfach Weitermachens.

Für das, was Du aktuell brauchst, würde ich mir eine Freundin suchen, bis das Bedürfnis nicht mehr so stark ist und genug Raum da ist, dass Dein Mann es wieder stillen kann. Aktuell scheinst Du ihn damit leider zu erdrücken - ich glaube, er kann einfach nicht (obwohl er vermutlich will). Suche Dir eine Freundin, die ähnliches erlebt hat (hier im Forum gibt es auch viele, mit denen man Email schreiben oder telefonieren oder sich gar treffen kann). Schreibe Deinem Baby (auch täglich). Weine für Dich, weine mit anderen Frauen, weine beim spazieren gehen ... Lass Dich von einer Freundin in die Arme nehmen (ich weiß, ist nicht das gleiche, wie vom eigenen Mann - aber das wird hoffentlich wieder kommen), oder von Deiner Mutter (wenn ihr ein gutes Verhältnis habt). Suche Dir jeden Tag eine Aktivität, die Dich nach draußern treibt (auch, wenn Du GAR keine Lust hast und Dich verkriechen willst). Gehe JEDEN TAG raus und sei es, dass Du alleine durch den Laden läufst und schweigend unter anderen, unbekannten Leuten bist. Ich für mich fand das sehr, sehr wichtig - ich habe zeitweise jeden Tag irgendeine Kleinigkeit vom Einkaufszettel erledigt, damit ich EINE Aufgabe hatte und mein Tag wenigstens einen kleinen Sinn hatte.

Such Dir eine Selbsthilfegruppe. Klingt bescheuert, tut aber - zumindest mir am Anfang - gut. Und: Ich hab TAGELANG - was sag ich: WOCHENLANG - im Internet gelesen von Leuten, die ihr Kind verloren haben. Immer wieder zu lesen, wie man sich da fühlt, hat mir das Gefühl gegeben, dass ich VÖLLIG normal bin und viele andere es kennen und auch ÜBERLEBT haben. Das hat mir irgendwie die Hoffnung gegeben, dass ich es auch überlebe (irgendwann).

Lupina,
ihr werdet das schaffen!
Die Wunde heilt. Es bleiben Narben, es bleibt ein Schmerz. Aber es wird alles auch wieder besser werden! Ehrenwort!

Liebe Grüße
Babette


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.08.17 21:14 von Ich_bins_kurz.


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  Re: Eheprobleme nach Fehlgeburt
avatar  Chrischtl
Status:
schrieb am 24.08.2017 22:47
Bitte bedenke, dass eure Ausgangssituationen völlig andere waren... Für ihn war die Schwangerschaft vermutlich etwas Theoretisches. Ja klar, er wird Papa aber das konnte er ja noch nicht richtig fühlen. Und du hingegen hast das Leben bereits im Körper gespürt. Das war real und konkret. Demnach ist der Verlust jetzt aber eben auch anders.

Hast du wirklich Ansatzpunkte so viel "Bosheit" bei deinem Mann zu sehen? Könnte es nicht vielleicht auch Hilflosigkeit gepaart mit einem gewissen Unverständnis über die Größe des Verlusts sein?




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