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  Wanted: Bequem Mutter sein
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  TXX
schrieb am 11.08.2017 22:34
Liebes Forum,

um mein Problem zu umreißen, muss ich etwas weiter ausholen.Entschuldigung, sehr weit.
Mit meinem Ex-Partner habe ich ein sechsjährges Kind, das wir abwechselnd betreuen - jeweils im eigenen Haushalt. Das klappt prima, es gibt viel Vertrauen, wir verbringen ein Mal im Jahr gemeinsam Urlaub und feiern öfter auch Weihnachten zusammen. Es gibt keinen Groll und der Umgang miteinander ist harmonisch. Das Kind ist durch eine künstliche Befruchtung entstanden und war ein Herzensprojekt, bei dem viele Tränen geflossen sind (aber wegen anderer Umstände, nicht weil wir Hilfe benötigten).
Nun bin ich seit zwei Jahren mit meinem jetztigen Partner zusammen, er hat ebenfalls ein Kind (10 Jahre), das er ortsbedingt nur aller zwei Wochen oder in den Ferien sehen kann.
Vor einem Jahr kam zum ersten Mal die Frage auf, ob wir noch ein Kind wagen sollten. Zuerst stieß ich bei ihm auf Ablehnung, im Laufe der Zeit habe ich aber bemerkt, dass dies zunächst aus einem Reflex geschehen war - er hat eine sehr traumatische Erfahrung mit der Mutter seines Kindes, welche sich in der Schwangerschaft getrennt und eine neue Beziehung angefangen hat. Ich selbst wusste auch nicht so genau, was ich wollte, träumte aber immer öfter von einem Kind. Immer hatte ich dabei jedoch dankbar im Hinterkopf, wie gut mein Leben doch aktuell ist, dass wir so viel Paar- und Freizeit ohne Kinder haben können, alleine verreisen (der Vater meines Kindes tut dies auch, wir wechseln uns auch dabei ab). Insgesamt konnte ich einfach keine Entscheidung finden, habe aber gemerkt, dass mich das Thema umtreibt.
Die Pille hatte ich dann mit Ankündigung vor etwa einem Jahr abgesetzt, erst einmal hauptsächlich wegen wiederkehrender gesundheitlicher Probleme, aber auch mit dem anderen Thema zumindest im Blick. Die ganze Zeit über hat er penibel darauf geachtet, dass ich nicht schwanger werde. Weil er das sehr gut kontrollieren kann, kam es schlicht nie zu einem ungeplanten Samenerguss, wenn er in mir war. Wir redeten inzwischen häufiger über das Kinderkriegen, aber immer eher am Rande, indirekt. Irgendwann habe ich dann gesagt, dass wir das mal entscheiden müssten. Dass wir ja mal probieren könnten, ob es überhaupt klappt (die Wahrscheinlichkeit war nach meiner Vorgeschichte und in meinem Alter ja nun wirklich nicht sonderlich hoch) und wenn nicht, gucken, wir wir uns dann fühlten. Das war vor etwa zwei Monaten. Vor diesem Zeitpunkt (etwa einen Monat zuvor), also noch vor dem Gespräch, hatte es bereits ein Mal gegeben, bei dem er meines Erachtens nach genau wusste, dass ich einen Eisprung haben könnte und er hat es, so vermute ich, einfach darauf ankommen lassen. Es ist aber natürlich nichts passiert. Danach ging es wie gesagt verstärkt um das Thema, aber eher so, dass wir uns das mal vorknüpfen wollten, es wurde nichts Konkretes besprochen. In der Zwischenzeit kam dann auch sein Vorschlag, dass sein Kind ja auch bald zu ihm ziehen könnte. Da wir noch nicht zusammen wohnen, stünde das Zusammenziehen dann spätestens auf dem Plan, insofern sowohl die Mutter als auch das Kind selbst zustimmen würden (die Mutter hat versprochen, darüber nachzudenken). Und ich habe bei dem Gedanken spontan Panik bekommen. Zusammenwohnen mit seinem Kind, plötzlich vier Leute in einer Wohnung, mein eigenes aller paar Tage weg und meine Freiheit auch, weil dann ja immer das andere Kind da wäre. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er das wirklich will. Die ganze Zeit sagten wir uns, wir müssten ja nicht unbedingt klassisch zusammenwohnen, wenn es uns so wie es ist, gut gefällt und alle zufrieden sind. Ich für meinen Teil war es zumindest die ganze Zeit über, hätte aber sicherlich auch irgendwann über das Zusammenwohnen nachgedacht. Soweit dazu.
Nun habe ich letzte Woche meine Periode nicht bekommen und ein Schwangerschaftstest zeigte tatsächlich positiv an. Auch diesmal waren wir uns beide des Risikos bewusst und haben es billigend in Kauf genommen, es gibt also gar keine Ausrede. Ich für meinen Teil dachte, ich komme hier zu keiner Entscheidung, soll halt das Schicksal entscheiden, was natürlich auch nur Augenwischerei ist. Jetzt bin ich also nach zwei "Versuchen" plötzlich ganz leicht schwanger geworden und ich weiß gar nicht, was ich denken soll. Freude sieht auf jeden Fall anders aus. Ich bekomme regelrecht Angst bei dem Gedanken, nun ja definitiv nicht in meiner schönen, zentral gelegenen und SEHR günstigen 3-Zimmer (77qm) Wohnung bleiben zu können. Ich stelle mir vor, wie ich nie mehr zur Ruhe komme. Ich arbeite 35-38 Stunden pro Woche, was natürlich mit Kind zuweilen etwas unentpannt ist, habe als Ausgleich einige Abende pro Woche sogenannt kindfrei, kann dann machen, was ich will. Genieße also die schönen Momente als Mutter und auch als Paar haben wir Zeit. An den Tagen mit Kind bin ich natürlich noch halbwegs alleinerziehend - ich kümmere mich z.B. um meine Einkäufe selbst, trage sämtliche Wohnkosten alleine, aber mein Freund bringt die Kleine morgens zur nah gelegenen Kita und abends macht er die Küche sauber, während ich das Kind ins Bett begleite. Insofern ist es schon noch mal einfacher geworden. Wie gesagt, insgesamt finde ich mein Leben gut und auch mein Kind hat sich inzwischen daran gewöhnt, dass wir oft Besuch haben - mein Partner ist zwischen 3-5 Mal pro Woche hier (oder ich auch mal bei ihm, dann aber ohne das Kind). Und jetzt bin ich schwanger und auch wenn jetzt selbstverständlich noch viel passieren kann (gerade in meinem Alter), es vielleicht nie zu einer Geburt kommt, muss ich davon ausgehen, dass sich demnächst mein ganzes Leben ändern wird. Ich weiß wirklich nicht, ob ich das gut finden kann.
Vielleicht könnt Ihr mir helfen, meine Gedanken etwas zu sortieren? Aktuell bin ich so stark getrieben von der Angst, hier ausziehen zu müssen, dem Gedanken, dass das Zusammenwohnen in die Hose gehen könnte und ich dann wieder allein mir eine neue, defintiv viel teurere Wohnung suchen müsste. Ich kann ja jetzt schlecht zwei Jahre testweise untervermieten. Ich habe Angst, das alles auch gar nicht zu schaffen, nervlich und körperlich - im schlimmsten Fall drei Kinder, ein Vollzeitjob. Was mach ich denn jetzt?
Ich danke Euch!


  Re: Wanted: Bequem Mutter sein
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  Hamamelis71*
schrieb am 11.08.2017 23:21
Obwohl es bei mir eine ganz andere Situation ist, hätte es mich damals sicherlich umgehauen, wenn ich spontan schwanger geworden wäre nach meinem Sohn (2 icsis). Ich habe mir nach der Geburt meines Sohnes mein Leben gut eingerichtet und alles lief gut und geregelt.

Eine Schwangerschaft bringt halt Veränderungen und alles muss sich erst wieder finden neu regeln. Und ich glaube, dass es dieses Wissen ist, was einen erstmal umhaut. Ist das Baby dann da und alles hat sich eingependelt, ist diese Unsicherheit vorbei.

Alles Gute!


  Re: Wanted: Bequem Mutter sein
avatar  Juna30
Status:
schrieb am 12.08.2017 01:58
Hallo TXX,
könnte es sein, dass deine Gedanken und Gefühle eine Reaktion auf den "Schock" sind, plötzlich schwanger zu sein?

Ich habe im letzten Herbst ähnliche Gefühle erlebt, trotz eines sehr geregelten und einfach strukturierten (ein Mann, ein lebendiges Kind, Eigentumswohnung, gemeinsamer Geschwisterwunsch) Lebens.

Wir wollten den Geschwisterwunsch in Angriff nehmen und machten die insgesamt 10. ICSI. Unser Sohn war nach Kryo aus der 9. ICSI zu uns gekommen. Die Geschwister-ICSI bescherte uns ein Positiv. Ca. 5 Tage war ich davon überzeugt, dass es keine intakte Schwangerschaft sein könnte. Als mir dann dämmerte, dass es doch so ist hatte ich 2-3 Tage das Gefühl, dass der Geschwisterwunsch an sich ein großer Fehler war, dass ich es gar nicht schaffen könnte mich "allein" (keine familiären Ressourcen, Mann körperbehindert) um Kind und Säugling zu kümmern, dass ich auf jeden Fall überfordert wäre, usw.

Ich habe mich dann darauf konzentriert, dass wir es immer geschafft haben, Probleme dann zu lösen, wenn sie da sind und ich konnte mich über die so schnell eingetretene Schwangerschaft sehr freuen.

Ihr hattet nicht die Vorstellung, dass ihr zum Schwangerwerden schon zusammen leben müsstet oder euch "ausprobiert" haben im gemeinsamen Haushalt, etc. Warum stellst du dir nun vor, dass ihr (so schnell) zusammen ziehen müsst? Es zwingt euch doch keiner... viele Eltern haben (z. B. berufsbedingt) getrennte Wohnungen.

ÖG
Juna




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