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  Hochschwanger und enttäuscht - Überreaktion? Hormone?
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  Traurig / heute anonym
schrieb am 06.08.2017 20:03
Hallo zusammen,

ich glaube, es tut mir gut, mir das hier von der Seele zu schreiben. Falls es länger wird, tut es mir Leid.

Ich bin hochschwanger und in letzter Zeit oft in der Situation gewesen, enttäuscht zu sein. Dies hat nichts mit der Schwangerschaft selbst zu tun, denn auf das Baby, worauf wir lange gewartet haben, freue ich mich riesig.

Enttäuscht bin ich von Situationen und von Menschen. Oft gebe ich diesen aber nicht die Schuld, bzw. versuche es, da mir die Vernunft sagt: Ich selbst bin Herrin meiner Gedanken / Emotionen, was andere tun und wie die Dinge sind, kann ich nur schwer beeinflussen. Und auch frage ich mich, ob die Schwangerschaftshormone die Dinge etwas dramatischer erscheinen lassen, allerdings kann ich mir das derzeit nur schwer vorstellen. Vielleicht ist meine Reaktion intensiver, aber sie wäre vermutlich auch da, wenn ich nicht schwanger wäre ...

Ich finde, dass nur wenige Menschen im Freundeskreis usw. Interesse daran zeigen, dass ich schwanger bin. Es kommen freundliche Worte und es wird mir hin und wieder geschrieben, wie es mir denn geht ... aber das war's. Bin nun seit längerer Zeit zuhause (viel Urlaub und Mutterschutz) und hatte versucht, etwas mit zwei unterschiedlichen Freundinnen zu unternehmen. Mein Mann wollte seinerseits etwas mit einem guten Freund und dessen Freundin unternehmen. Nichts davon hat bisher geklappt, trotz positiver Reaktion auf die Vorschläge. Es wird sich nicht gemeldet - ich kann es nicht nachvollziehen. Meine beiden Freundinnen haben selbst je ein Kind und arbeiten derzeit nicht, unternehmen aber ihrereits schon einiges, weswegen es auch nicht an Zeitmangel scheitern kann. Mir hat noch nie jemand etwas für unser Baby, was bald da sein wird, geschenkt, oder ähnliches. Üblich ist das in unserem Freundekreis so nicht, wobei sich dieser etwas auseinander gelebt hat.
Ich habe eine Hebamme in der Familie, die kein Interesse an meiner Schwangerschaft zeigt. Ich weiß ehrlich geagt nicht, was ich da erwarte, aber es ist eben eher engere Familie, und dachte, da kommen Tipps usw., ich werde zum ersten Mal Mutter, für mich ist alles neu. Nein, ich werde wohl alles selbst herausfinden ... wenn das Baby da ist. Per sé, nicht schlimm. Es ist das Gesamtbild, was mich enttäuscht, oder eben die Hormone ... ich weiß es einfach nicht. traurig

Mein Mann und ich haben ein Schwangerschafttsshooting machen lassen, welches auch nicht günstig war vom Preis. Ich dachte, wir würden ein Foto zur Vorschau bekommen, nun ist das ganze mehr als eine Woche her - die Fotografin geht nun bis Ende August in den Urlaub, dann wird das Baby höchstwahrscheinlich schon da sein. Ich wollte so gerne noch in der Schwangerschaft ein Foto haben. Ich dachte, sie würde mir vorab eins schicken, wie angekündigt, und wie üblich bei ihr, trotz des Hinweises, sie habe viel zu tun... nun sieht es so aus, als würde das nichts mehr. Mein Mann meint: Ist doch nicht so wichtig. Mein Verstand sagt: Ist nicht so wichtig, wann wir die Bilder letztlich haben - aber ich bin wütend und enttäuscht. Ich bin eben hochschwanger und finde nicht, dass man so mit einer Schwangeren umgeht: Wenn sie viel zu tun hat, soll sie eben die Bilder erst nach der Schwangerschaft zu Verfügung stellen oder direkt ankündigen, wie extrem lange ihre Bearbeitungszeit aufgrund der Sommerpause ist - aber wieso kann ich nicht schon eines haben? Nur eines, oder zwei? Ich könnte sie den Leuten zeigen, die danach gefragt haben, könnte mich über etwas freuen. So habe ich sie dann erst, wenn das Baby schon da ist, und mache dann ein Fotoalbum (wenn ich die Zeit finde), kann vorher nichts "herzeigen". Es war ja kein normales Shooting, einfach Bilder von der Familie oder so.. eine Schwangerschaft ist endlich.
Wie seht ihr das? Total übertrieben, mein Wunsch? Sollte ich die Dinge einfach mehr annehmen, wie sie sind?

Zuletzt ist da das Verhalten meines Brude.rs. meine Mutter hatte Geburtstag, und obwohl er im selben Haus wohnt mit seiner Freundin, ist er nicht zum Mittagessen erschienen, obwohl sie dies sonst echt immer zu pflegen tun, kam nur kurz, drückte meiner Mutter ein Geschenk in die Hand, und verabschiedete sich direkt zu einem Fußballspiel. Wir waren alle baff. Das Geschenk war echt schäbig, so richtig "keine Gedanken gemacht". Er ist Anfang zwanzig, und man kann nicht erwarten, dass er vieles total durchdenkt, aber ich bin eben von beiden enttäuscht, von ihm und seiner Freundin, dass sie nicht gekommen sind, obwohl sie DA WOHNEN und noch nicht einmal etwas bezahlen .... ich würde das Thema gerne bei ihm ansprechen - aber was sage ich da? Mir fehlen die Worte.

Habt ihr Tipps für mich, wie ich letzte Zeit im Mutterschutz weniger frustrierend erlebe? Ich weiß momentan nicht, wohin mit mir. Bin durch den Wind.


Traurige Grüße


  Re: Hochschwanger und enttäuscht - Überreaktion? Hormone?
no avatar
  Taucher
schrieb am 06.08.2017 22:03
hallo,

Ich kann dich verstehen, die ss ist so besonders und so neu und aufregend und im Moment ein ganz wichtiger Umstand in deinem Leben. Und genau das ist der Punkt- in deinem Leben. Nicht dass es andere nicht interessieren sollte, aber ich glaube du erwartest da etwas viel, hin und wieder die Frage wie es dir geht ist doch in Ordnung.

Ich glaube oft hängt das Interesse bzw. Wie detailliert man sich interessiert auch von der lebensphase ab, in welcher man sich befindet. Mit älteren Kindern hat man oft weniger Interesse an den babythemen usw.

Du schreibst, noch niemand hat dir etwas geschenkt, nie im Leben würde ich einer Schwangeren vor der Geburt etwas fürs Baby schenken, ich glaube das macht kaum jemand. Einfach aus "natürlicher Vorsicht" nehme ich an.

was die fehlende Zeit deiner Freundinnen für Verabredungen betrifft; sprich es nett an, frag ob sie gerade viel zu tun haben und deshalb so wenig Zeit, sag ihnen doch wie gern du sie treffen würdest! Es sind doch deine Freundinnen!

Auch deine Enttäuschung über die Fotografin kann ich verstehen. Es wäre sicher schön gewesen die Bilder vorher zu haben oder wenn sie euch wenigstens informiert hätte, dass es so lange dauert. Sag ihr das doch bei Gelegenheit aber dann hake es ab. Es bringt doch nichts sich darüber so zu ärgern, ich glaub da spielen die Hormone schon mit smile

Was deinen Bruder angeht finde ich es schwer, dir etwas zu schreiben. Habt ihr denn überhaupt kurz miteinander gesprochen an dem Geburtstag?

Wenn es für deine Mutter okay war dass er nur kurz da war, sollte es dich eigentlich nicht stören, ebenso das "schäbige" Geschenk. Das ist beides nicht deine Baustelle sondern eine Sache zwischen Mutter und Sohn. Und dass er nicht dageblieben ist, hat mit der Miete die er bezahlt nichts zu tun. Auch das ist eine Sache zwischen ihm und deinen Eltern!

Das DU von ihm enttäuscht bist, finde ich daher nicht gerechtfertigt - außer es läge daran, wie euer Zusammentreffen verlief? Alles andere wäre eine enttäuschung, die du anstelle deiner Mutter empfindest.

Ich denke es würde dir guttun, wieder mehr auf dich zu schauen. Und nicht auf die anderen, was sie tun oder unterlassen. Genieß doch deine freie Zeit und deine Vorfreude, geh bummeln, Kauf du etwas für euer kleines, geh nochmal vorher ins Kino smile oder Kauf dir ein gutes Buch und leg dich in den Garten oder Park. Es ist so schönes Sommerwetter und du bist schwanger- hey freu dich DARAN und konzentriere dich auf Dich!

Ich wünsche Dir für die restliche ss alles Gute!


  Re: Hochschwanger und enttäuscht - Überreaktion? Hormone?
avatar  Juna30
Status:
schrieb am 07.08.2017 22:25
Hallo Anonym,
ich kenne viele Schwangere, die das gleiche Problem haben und denke, dass da die verschobene Perspektive das Problem ist. Aus der Erfahrung heraus, wenn andere schwanger sind, scheinen diese Frauen immer im Mittelpunkt zu stehen und kein anderes Thema mehr vorhanden zu sein. Als Kinderwünschlerin mit möglicherweise langem und steinigem Weg erlebt man das überdurchschnittlich häufig.
Oft ist es aber so, dass man mit diesen Schwangeren einfach besonders häufig Kontakt hat, wenn die Schwangerschaft dann mal Thema ist und die Frauen tatsächlich im Mittelpunkt stehen und schon suggeriert unsere Erfahrung uns, dies sei immer so. Die vielen anderen Momente und Situationen, deren Alltag bekommen wir aber nicht mit.
Nun bist du selbst schwanger und erlebst dich 24 Stunden täglich. In deinem Leben ist die Schwangerschaft und das Baby der absolute Mittelpunkt. Aber man kann nicht erwarten, dass dies auch im Leben der anderen der Fall ist. Solange du von mehreren gefragt wirst, wie es dir geht (und offenbar ja auch mehrere nach den Bildern vom Shooting gefragt haben!) finde ich das nicht zu wenig Interesse.
Kannst du konkret formulieren, was du dir wünschen würdest?

Die Sache mit deiner Mutter ist aus meiner Sicht nicht deine Angelegenheit. Wenn sich deine Mutter da nicht bei ihrem Sohn beschwert, wird das seine Gründe haben. Kann es sein, dass "er noch nicht mal was bezahlt" eher das Problem für dich ist? Damit würde ich mich nun in der Schwangerschaft aber nicht belasten.

Das mit dem Shooting würde ich verbuchen unter "dumm gelaufen". Man muss so etwas einfach konkret absprechen. So habe ich es gerade mit unserer Fotografin gemacht nach dem Neugeborenenshooting. Bis zu 5 Bilder konnten wir noch spontan aussuchen und per Mail bekommen, bevor sie nun in Sommerpause geht (vom Schwangerschaftsshooting bekommen wir die Bilder Ende August, dann ist unser Sohn gut 1 Monat alt). Ansonsten finde ich nicht so wichtig, die Bilder noch während der Schwangerschaft zu haben. Sind sie weniger wert, wenn das Baby auf der Welt ist? Das widerspricht doch dann dem Sinn von Fotos, die eine dauerhafte Erinnerung darstellen...

Insgesamt denke ich schon, dass die Schwangerschatshormone uns etwas sensibler machen und intensiver fühlen lassen. Wenn du am Ende der Schwangerschaft bist, könntest du den Schwangerschaftstee von der Bahnhofsapotheke trinken. Darin ist u. a. Melisse. Das beruhigt und hat mir sehr geholfen, insbesondere abends mal "runter zu kommen" und nicht zu sehr Spielball meiner Gefühle zu sein.

LG
Juna


  Re: Hochschwanger und enttäuscht - Überreaktion? Hormone?
no avatar
  Nessa15
schrieb am 09.08.2017 20:16
Hallo,

erstmal alles Gute und eine schöne, sorgenfreie restliche Schwangerschaft. Scheint ja nicht mehr lange zu gehen zwinker

Ich möchte aber eine Lanze für deine Freundinnen brechen. Ich bin quasi gerade in deren Situation und ja auch ich komme kaum dazu mich mit einer ganz frisch im Mutterschutz befindenden Freundin zu treffen. Zum einen tut mir das Thema Schwangerschaft und Baby einfach gerade sehr weh aber vor allem bekomme ich es gerade mit meiner 2 jährigen Tochter auch einfach nicht so hin. Da deine Freundinnen noch nicht arbeiten, denke ich mal es sind Kleinkinder ohne KITA-Platz oder ähnliches? Bei mir sieht es gerade so aus, meine Freundin möchte Mittagessen gehen, in Babyläden stöbern und im Café plaudern. Klingt super- aber mit Lu ist das für mich alles andere als entspannend. Und eine Hochschwangere ist in der Regel weniger für Spaßbad, Streichelzoo & Barfußpark zu begeistern. Darum- nimm es nicht so persönlich, die Zeiten werden auch wieder anders und ihr werdet wieder mehr unternehmen.
Frag doch mal die "Moms-zu-be" aus deinem Vorbereitungskurs, bestimmt teilt ihr gerade ähnliche Interessen und könnt viel miteinander unternehmen. Bei mir sind dadurch tolle Freundschaften entstanden und wir treffen uns auch jetzt noch regelmäßig.

Liebe Grüße

Nessa mit Lu


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  Re: Hochschwanger und enttäuscht - Überreaktion? Hormone?
no avatar
  Chorus
Status:
schrieb am 28.08.2017 13:50
Ich kann ehrlich gesagt ansonsten fast gar nicht glauben, dass niemand sich für deine Schwangerschaft interessiert, meine Freundin wurde von fremden (!) Leuten angesprochen, als ihr Bauch dann groß genug war, hab ich selber mitbekommen.

Also auch aus meiner kinderlosen Perspektive raus hab ich das Gefühl, ich wäre unsichtbar neben Schwangeren. Letztlich habe ich meine schwangere Freundin (die inzwischen ihr Kind hat - dem Himmel sei dank) nur noch beneidet wegen der Aufmerksamkeit die sie bekam. Ich war wie Luft neben ihr, dabei ist sie "einfach mal so" schwanger geworden und ich bin trotz zig Kinderwunschjahren und diversen künstlichen Versuchen nie schwanger geworden.

Und nein, um Himmels willen, ich würde NIE einer Schwangeren vorher was schenken - niemals, bevor das Kind auf der Welt ist.

Erfreue dich an deiner Schwangerschaft, ehrlich gesagt beneidet dich gerade fast jede Forenteilnehmerin, die hier liest, dich um deine Schwangerschaft... falls das dir hilft.....


  Re: Hochschwanger und enttäuscht - Überreaktion? Hormone?
avatar  Sheyla2012
Status:
schrieb am 07.09.2017 14:16
wegen der hebamme, wieso hast du sie nicht als hebamme genommen?

evtl ist sie sogar enttäuscht, dass du sie nicht als deine hebamme genommen hast, wenns engere familie ist. und wenn du ne andere hebamme hast, bist du da doch abgedeckt. smile

Lg


  Re: Hochschwanger und enttäuscht - Überreaktion? Hormone?
no avatar
  lena9
Status:
schrieb am 08.09.2017 10:44
bitte versteh das nicht falsch:

ich kann das schwer verstehen. natürlich ist man besonders empfindlich (hormone usw.) und meine situation war speziell: ich habe bis zum letzten tag gearbeitet.

meine schwangerschaft war auch da, sicher. ich fand es eher unangenehm von fremden angesprochen oder sogar angefasst zu werden und sehr unangenehm, dass am ende, als es recht beschwerlich wurde, wenig leute rücksicht genommen haben. aber sonst gab es für mich keine große veränderung im leben und ich wollte das auch nicht. na klar wurde ich mal angesprochen, aber es ist ja nur ein kleiner teil eines großen lebens und die meisten leute, die nicht in der situation sind interessieren sich nicht für geburtsvorbereitung oder. wahl des krankenhauses. ich war glücklich damit, dass mein leben sich wenig veränderte. habe das noch mal richtig genossen.

das bist du nicht, lese ich raus. trotzdem würde ich da etwas milde walten lassen. doof mit der fotografin, aber nicht soooo schlimm. das kann passieren. dein bruder: hey, der ist anfang 20. da habe ich noch ganz andere dinger gebracht.

im allgemeinen finde ich es sehr entspannt gar nicht so viel von anderen leuten zu erwarten und die perspektive zu wechseln, bevor ich enttäuscht bin.




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