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  Re: Kind im letzten Kitajahr zu Hause lassen?
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  Viefra
Status:
schrieb am 04.07.2017 22:22
Rooky, und was hast Du dann zur Erzieherin gesagt? Wie ist dieses Gespräch verlaufen? Was weiss die neue Einrichtung von Eurer Vorgeschichte? Sei mir nicht böse, ich habe Deine Beiträge immer sehr mitfuhlend wahrgenommen. Aber ich hatte auch schon in der Vergangenheit manchmal das Gefühl, dass diese Fragen offen bleiben. Schade. Trotzdem alles Gute!


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.07.17 09:40 von Viefra.


  Re: Kind im letzten Kitajahr zu Hause lassen?
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  berlink
Status:
schrieb am 04.07.2017 22:47
Ist der Verdacht der Erzieherin der alten Kita, Du könnest nicht loslassen, völlig unbegründet? Ich habe bei meinen Kindern es so erlebt, dass für sie ganz klar war: Eltern gehen arbeiten, Kinder in die Kita. Meine Kinder wechselten mit 4 die Kita (gingen 3 Jahre in einer anderen Stadt in die Kita). Eingewöhnung gab es da in dem Sinne nicht. Die Großeltern brachten sie morgens hin und holten sie mittags ab.
Ich würde den Jungen in die Kita schicken und somit den Weg in die Schule erleichtern. Wenn er jetzt zu Hause bleiben kann, wieso dann im nä. Jahr nicht, könnte sich der Junge fragen.
Spannend ist ja auch, ob aus beruflicher/finanzieller Sicht die Möglichkeit überhaupt besteht, nicht einer Beschäftigung nachzugehen und den Jungen zu betreuen.


  Re: Kind im letzten Kitajahr zu Hause lassen?
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  kathie2120
schrieb am 05.07.2017 07:24
Zitat
Rooky

Ja ich mache mir Stress mit der ganzen Situation, weil ich einfach das Beste will damit es ihm gut geht.
Ich bin dann heute mit da geblieben. Aber glücklich macht mich das alles momentan nicht. traurig

dein Kind ist ja nicht blöd und merkt das, du hast ein schlechtes Gewissen und stehst nicht hinter dem
was du tust,
entweder denkt er dir (!) geht's besser wenn er bei dir bleibt,
oder er nutzt die Situation aus weil er keinen Bock hat... könnte ja alles sein - Ferndiagnose ist halt schwer.

Und ehrlich gesagt, nur weil er kurzfristig diner Meinung nach jetzt "aufblüht";
tust du ihm mittelfristig keinen Gefallen. Es gibt einfach Situationen, durch die muss man durch,
wie die anderen schon schrieben, was machst du dann, wenn es in der Schule so weiter geht?
und aus 2 Tagen Verweigerung würde ich noch garnichts ableiten.


  Re: Kind im letzten Kitajahr zu Hause lassen?
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  la miga
schrieb am 05.07.2017 14:00
Ich hab deinen Beitrag hier erst jetzt gesehen, hatte vorher den Beitrag nur im Baby-Forum gesehen.

Ich denke auch, dass du vielleicht einmal mit professioneller, weil neutraler Sicht von außen, deine eigene Rolle in diesem Sachverhalt reflektieren solltest.

Dass ein Kind zweieinhalb Jahre in einem Kindergarten weint, finde ich schon beinhart. Das meine ich jetzt aber nicht als Vorwurf an dich, da ich nicht beurteilen kann, was alles versucht wurde, um sein Verhalten zu ergründen, Änderungen herbeizuführen usw. Ganz allgemein glaube ich aber, dass, wenn ein Kind zweieinhalb Jahre lang ein zumindest merkwürdiges Verhalten X an den Tag legt, möglicherweise auch Einflussfaktoren vorhanden waren, die dieses Verhalten aufrechterhalten haben. Ob du hierbei eine Rolle spielst, kann ich nicht beurteilen und sicher auch ansonsten niemand hier, aber es wäre sicher sinnvoll, nun nicht im neuen Kindergarten wieder den gleichen Einstieg zu haben.

Ein Kind von 5 Jahren kann Umstände wie die Notwendigkeit von Erwerbstätigkeit zumindest im Grundsatz verstehen. Zudem kann es ihm ja bei seinen Tränen gar nicht konkret um diesen neuen Kindergarten gehen, mit dem er ja noch keine Erfahrungen gemacht hat. Gerade deswegen klingt das für mich doch sehr danach, dass es bei seine Protest nicht um die Kita geht, sondern um einen anderen Konflikt. Und DEN gilt es ganz sicher zu lösen, bevor die Schule anfängt. Diese Chance würde ich nicht verstreichen lassen.

Generell ist es sicher möglich, ein Kind auch ohne KiGa-Erfahrung einzuschulen, warum auch nicht. Wenn du als Mutter sagst, du kannst deinem Kind auch andere soziale Erfahrungen gut ermöglichen, du kannst ein gewisses Programm bieten, du kannst den Fokus auf die Dinge legen, die andere im Kindergarten "erarbeiten" im letzten Jahr, warum nicht. Wir leben hier immerhin in einem freien Land, es gibt keine Kita-Pflicht und wenn du sagst, für euch ist das der richtige Weg, ja gut. Aber so ist es ja nicht. Du möchtest ihn ja rausnehmen, weil du letztendlich den Konflikt umgehen willst. Es ist ja das eine zu sagen, möglicherweise hat ihm der alte Kindergarten nicht gut getan, er hat sich zuhause dann wohler gefühlt und das hat man auch gemerkt. Aber in dem neuen Kindergarten ist doch gar nix passiert. Dieser Kindergarten wird ja offenbar direkt eher pauschal vom Kind abgelehnt. Diese Motivation des Kindes kann ich auch nicht ergründen, aber ich sehe auch die Gefahr, dass sich hier so ein Muster bei euch etabliert hat. Da würde eine Beratung sichre nicht schaden, um einen anderen Blick auf die Dinge zu bekommen. Das kann ja ergebnisoffen sein, vielleicht ist es in der Summe eine Möglichkeit, ihn im letzten Jahr zuhause zu lassen, klar. Aber das würde ich nicht tun, wenn nicht klar ist, warum das Kind den Kindergarten ablehnt, was da eigentlich im Raum steht.


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  Re: Kind im letzten Kitajahr zu Hause lassen?
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  Rooky
schrieb am 05.07.2017 14:20
Was das Problem ist, kann ich ganz klar benennen. Er sagt er möchte bei mir bleiben. Zu Hause gefällt es ihm besser. Im Kindergarten ist es ihm zu laut und und er hat Angst. Er geht in der Gruppe unter, weil er sich nicht traut die Erzieher anzusprechen. Wenn er sich mal getraut hat was zu sagen, wurde es von der Erziehern abgebügelt. Als ich zu ihm gesagt habe, dass er zu den Erziehern gehen soll wenn er ein Problem hat, meinte er "die darf ich nicht stören, die wollen sich unterhalten ". Er steht dann oft verloren da und weiß nicht was er machen soll. Wenn ein Kind ihn anrempelt oder ihn anschimft fängt er an zu weinen und ist verunsichert. Leider hat er sich dann als schnelle Reaktion selbst angewöhnt dann zu hauen, weil er sich nicht traut zu sprechen. Daher bin ich dabei ihn immer wieder auf dem Spielplatz zu ermuntert Kontakt mit anderen Kindern aufzunehmen und biete ihm Lösungsvorschläge an, wie er auch in Kontakt bleiben kann. Vorher war ja in der alten Kita ganztägig im Kindergarten. 8 Monate lang sogar von 7-17 Uhr. Trotzdem hat er davon 0 profitiert. Das war eine ganz schwierige Zeit für uns alle.


  Re: Kind im letzten Kitajahr zu Hause lassen?
avatar  Fake Mom
schrieb am 05.07.2017 14:35
und Du denkst in einem Jahr wird er mich noch lauteren Schule, noch mehr Kinder (vor allem grössere) besser umgehen können? Macht Dir das keine Angst? ich finde sein Verhalten schon recht ungewöhnlich. Ansonsten stimmt ich voll zu LaMiga zu.


  Re: Kind im letzten Kitajahr zu Hause lassen?
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  Rooky
schrieb am 05.07.2017 14:43
Er war ein ganz unauffälliges Baby und Kleinkind. Die Probleme gingen tatsächlich erst mit Eintritt in die Kita los. Und ja... Ich habe ein riesiges schlechtes Gewissen und bereue es ihn nicht gleich aus der Kita genommen zu haben. Stattdessen wollte ich die Umschulung abschließen und habe mich auf Aussagen verlassen, wie "er wird sich schon eingewöhnen mit der Zeit ". Aber es ist eben nicht passiert. Stattdessen jeden Tag Tränen. Jeden Morgen "ich will da nicht hin, bitte kann ich zu Hause bleiben " Das hat natürlich auch bei mur Spuren hinterlassen und ich war selbst manchmal den Tränen nahe.
Ich habe oft das Gespräch gesucht mit den Erziehern. Es wurde aber immer relativiert. Nur die Sache mit dem Tic zeigt mir eben, dass es nicht einfach nur "keine Lust " ist bei ihm, sondern es sich eben schon körperlich ausgewirkt hat die Überforderung. Neben ständigen Bauchschmerzen und Kopfschmerzen. traurig


  Re: Kind im letzten Kitajahr zu Hause lassen?
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  LittleDancer
schrieb am 05.07.2017 14:53
Mal ganz ehrlich: du wirst doch auch mal Urlaub von der Umschulung gehabt haben. Da hättest du mit ihm doch schonmal zu einer Beratung gehen können anstatt diese Situation 2 Jahre einfach auszuhalten. Du schiebst jetzt den schwarzen Peter der Kita zu, die hätten alles relativiert. Aber du hast doch dein Kind deiner Aussage nach täglich weinend mit Bauchweh, Kopfweh und Augenzwinkern in diese Kita gebracht. Ich hätte spätestens nach einem Jahr in so einer Situation in der sich auch nichts zu verbessern scheint einen Termin bei einer Beratungsstelle ausgemacht. Das solltest jetzt unbedingt machen. Ihn einfach zu Hause zu lassen und drauf zu hoffen dass es in der Schule dann schon laufen wird, das halte ich für ziemlich unvernünftig.


  Re: Kind im letzten Kitajahr zu Hause lassen?
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  Rooky
schrieb am 05.07.2017 15:06
Zitat
LittleDancer
Mal ganz ehrlich: du wirst doch auch mal Urlaub von der Umschulung gehabt haben. Da hättest du mit ihm doch schonmal zu einer Beratung gehen können anstatt diese Situation 2 Jahre einfach auszuhalten. Du schiebst jetzt den schwarzen Peter der Kita zu, die hätten alles relativiert. Aber du hast doch dein Kind deiner Aussage nach täglich weinend mit Bauchweh, Kopfweh und Augenzwinkern in diese Kita gebracht. Ich hätte spätestens nach einem Jahr in so einer Situation in der sich auch nichts zu verbessern scheint einen Termin bei einer Beratungsstelle ausgemacht. Das solltest jetzt unbedingt machen. Ihn einfach zu Hause zu lassen und drauf zu hoffen dass es in der Schule dann schon laufen wird, das halte ich für ziemlich unvernünftig.

Eine Beratung zum damaligen Zeitpunkt hätte mir nichts genutzt, da er ja trotzdem hätte weiter gehen müssen, da ich die Schule nicht einfach hätte abbrechen können. Ich werde aber mal einen Termin jetzt vereinbaren.


  Re: Kind im letzten Kitajahr zu Hause lassen?
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  pebbles30
schrieb am 05.07.2017 16:26
Zitat
Rooky


Eine Beratung zum damaligen Zeitpunkt hätte mir nichts genutzt, da er ja trotzdem hätte weiter gehen müssen, da ich die Schule nicht einfach hätte abbrechen können. Ich werde aber mal einen Termin jetzt vereinbaren.

Das weißt du aber nicht.

Gerade wenn man öffentliche Stellen nutzt, können die auch was im Kindergarten sagen, wenn es so gar nicht läuft.
Manchmal brauchen die auch einen anstoss von Fachleuten um etwas zu sehen und zu ändern.


Ich gebe dir insofern recht, es gibt viele Kigas die sind nur Aufbewahrungsstellen.
Mein großer ging ganz gerne in seinen Kiga, weil er da mit anderen Kindern spielen konnte und weil es nur 5 Stunden waren. Ferien waren ihm aber genauso lieb und recht, weil es eben nicht der tollste Kiga war.
Meine Freundin hat z.b. auch den Kiga gewechselt, weil sie merkte, das der Kiga nur eine Verwahrstelle ist und war da nicht einzige.

Und ja da muss man schauen wie man dem Kind helfen kann.
eine Beratungsstelle kann dem Kind vielleicht auch andere Strategien zeigen, wie es sich helfen kann. Die haben auch Taktiken die man als elternteil nicht hat.

wenn es einem Kind dauerhaft zu laut, zu voll ist, wie soll es später dann in der schule zurecht kommen?
FAchleute können einem auch dabei helfen ob es noch im Rahmen ist oder ob das Kind später an der Schule überfordert ist mit solchen Situationen.
das kann man aber nicht beurteilen wenn man daheim ist, sondern da muss ein pädaudiologischer Test her. Das ist aber kein Test den ein HNO Arzt mal nebenher durchführen kann.
Ich kenne jetzt z.b. ein Kind das mit Riesenkopfhörern im Klassenzimmern sass, weil es mit Umgebungsgeräuschen nicht zurecht kommt. Selbst damit hat es nicht geklappt. Das Kind hat dann auch die Schule wechseln müssen.

Schon mal in die Richtung gedacht?
Dafür wäre auch eine Beratung gut gewesen. ist da was? Kann man dem Kind helfen, muss man mehr abklären lassen.
Oder liegt es wirklich nur am Kiga.



Ich bin nicht der Riesenkigabefürworter wie andere hier, dazu habe ich zuviel Verwahrung miterlebt, zu große Gruppen, Erzieher die lieber eine Rauchen gehen (ist ja jetzt zum glück verboten) oder Erzieher die einfach nur in der Ecke quatschen.
Genauso habe ich auch Kigas und ERzieher erlebt die eine super tolle Arbeit leisten und mit Herzblut an der Sache sind.


Viele Grüße
pebbles


  Re: Kind im letzten Kitajahr zu Hause lassen?
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  Hamamelis71*
schrieb am 05.07.2017 19:52
Zitat
Rooky

Eine Beratung zum damaligen Zeitpunkt hätte mir nichts genutzt, da er ja trotzdem hätte weiter gehen müssen, da ich die Schule nicht einfach hätte abbrechen können. Ich werde aber mal einen Termin jetzt vereinbaren.

Na ja, es wurde Dir ja hier im Forum in anderen Beiträgen aber immer mal wieder dazu geraten. Man kann immer leicht lange Zeit mit einer Situation unzufrieden sein, aber wenn man nicht die Notwendigkeit sieht, dass man was ändern möchte, dann wird sich auch nichts ändern... und die Zeit geht dahin und nichts ändert sich.

Wenn man das möchte, kommt auch die Erziehungsberatung mal in den Kindergarten oder die Schule. Und wenn man das nicht möchte, erfährt Kindergarten/Schule nichts davon. Da kriegen die Kinder keinen Stempel aufgedrückt. Aber man bekommt immer gute Tipps und positive Rückmeldungen von der Erziehungsberatung. Das ist soviel wert. Gerade wenn man mit allem alleine klar kommen muss.

Ich kann Dich gut verstehen, du bist mit allem alleine und musst sehen, wie Du mit Deinen Kindern alleine durch den Alltag kommst. Aber gerade deswegen sollte man sehen, dass sich alle Beteiligten wohlfühlen.

Vielleicht schleppt Dein Sohn auch noch ein Päckchen von der Trennung vom Vater mit, vielleicht hat er deswegen Verlustängste. Wer weiß es schon?

Du schreibst, dass Dein Sohn wenig Freunde hat. Vielleicht findet er die ja im neuen Kindergarten? Und die wird er nicht finden, wenn er bei Dir zu Hause bleibt. Mein Sohn hat sehr viele Freunde und die allermeisten noch aus dem Kindergarten. Und sie treffen sich immer noch, obwohl sie in Parallelklassen sind (allerdings sind wir hier ein kleinerer Ort).

Mein Sohn ist ja auch sehr anhänglich und wäre bestimmt auch am liebsten bei mir zu Hause geblieben. Aber ich wollte arbeiten gehen und mir meine Unabhängigkeit erhalten. Dafür musste er in den Kindergarten gehen und ab und zu durfte er mal einen Tag "blau" machen und ist mit mir zu Hause geblieben. Wir haben immer Kompromisse gefunden. Kinder sind dafür meist sehr empfänglich.

Ich denke, dass Du jetzt etwas ändern möchtest an der Situation und Ihr es schaffen werdet!


  Re: Kind im letzten Kitajahr zu Hause lassen?
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  la miga
schrieb am 05.07.2017 21:18
Zitat
Rooky


Eine Beratung zum damaligen Zeitpunkt hätte mir nichts genutzt, da er ja trotzdem hätte weiter gehen müssen, da ich die Schule nicht einfach hätte abbrechen können. Ich werde aber mal einen Termin jetzt vereinbaren.

Du fragst ja hier um Rat, und deswegen hoffe ich, dass du es mir nicht übel nimmst, wenn du auch ehrliche Meinungen bekommst. Ich möchte dir rückmelden, dass mein Eindruck basierend auf dem, was du hier schreibst (man kennt ja nie alle Facetten und Umstände) ist: Du machst es dir einerseits sehr schwer, man liest, wie du und das Kind leiden", andererseits machst du es dir aber auch etwas zu einfach.

Damit meine ich zB das hier Zitierte. Ziel der Beratung wäre doch nicht gewesen, das Kind aus der Kita zu nehmen oder deine Umschulung abzubrechen. Ziel einer Beratung wäre doch gewesen, die Situation zu reflektieren, Muster zu ergründen und zu durchbrechen, ggf. weitere Unterstützung für deinen Sohn ins Boot zu holen, ggf. Erziehungsberatung im Sinne von Hilfestellungen in konkreten Situationen, Reflexion deiner Rolle usw. Und wenn man das so angeht, ist deine Aussage, Beratung hätte nix genutzt, er hätte ja weiter gehen müssen, ich hätte ja nicht Schule abbrechen können usw., ziemlich unsinnig und liest sich für mich eher so, dass du einen neutralen Blick auf diesen Sachverhalt eher nicht möchtest, auch jetzt eher nicht.

Ich bin Lehrerin, wenn auch nicht im GS-Bereich, aber dennoch möchte ich dir ehrlich sagen, dass du für deinen Sohn dringend Hilfe suchen solltest - in welcher Form auch immer. Ob das eine Beratung ist, eine Therapie, ob vielleicht ein Coaching für dich ausreichend ist, das kann ich nicht beurteilen, da sollen Fachleute ran. Aber jetzt mit Blick auf die kommende Schule sage ich dir offen und ehrlich: Da hat sich offenbar bei deinem Sohn ein Ist-Zustand zementiert, der mit der Einschulung aus meiner Sicht unvereinbar ist. Viele Kinder sind eher schüchtern oder sensibel, meine Tochter auch, viele sind nicht die Raufbolde, viele Kinder hauen auch mal drauf usw. Aber in dieser Gesamtsumme, was sich bei euch da angesammelt hat, würde ich das keinesfalls so belassen und darauf hoffen, dass dann die Einschulung, bei der zu der immensen sozialen Herausforderung, die es für alle Kinder ist, auch noch Leistunsgerwatungen dazu kommen, alles regelt und plötzlich alles super läuft.

Das wird sehr wahrscheinlich eben nicht so sein und dann bekommst du andere Probleme. Hier kannst du ihn notfalls zuhause lassen, auch wenn es das Problem nicht löst. In der Schule wirst du bald andere Gespräche führen. Ein guter Start in die Schule ist so wichtig. Ich denk, für praktisch jedes Kind ist die Schule eine immense Umstellung, aber wenn dann so viele Probleme im Raum stehen, sollte man das JETZT angehen. Das liest sich für mich nicht realistisch so, als habe das konkret etwas mit dem Kindergarten zu tun. Ich glaube, viele Kinder würden im Zweifelsfall lieber einen Tag mit Mama verbringen als in der Kita - sind aber dennoch auch im Kindergarten zufrieden, wenn die Situation eifach klar ist. Es geht nicht um Diagnosen oder um Schuld, aber das ein Kind mit über 5 Jahren so wenig bereit oder in der Lage ist, sich auch ohne Mama in einem nach 2,5 Jahren doch nicht mehr fremden Umfeld einzuleben, finde ich nicht normal. Und solche Aspekte wie Wünsche artikulieren können, mit Erzieherinnen und Kindern in einem Gespräch sein können, Konflikte ohne Hauen regeln können, Spielkontakte finden, das sind alles so wichtige Kompetenzen, die bei deinem Sohn so, wie sich das für mich liest, keineswegs altersgerecht entwickelt sind. Überhaupt nicht. Und das sag ich als Mutter eines Kindes, was auch eher schüchtern ist und sich nicht leicht Gehör verschaffen kann, wenn es wild zugeht. Das kann aber solche und solche Dimensionen haben, und was du beschreibst, liest sich in der Gesamtheit so, als brauche da ein Kind dringend Hilfe. Die magst du ihm kurzfristig geben, wenn du ihn aus der Situation nimmst - das forciert aber keine Weiterentwicklung.


  Re: Kind im letzten Kitajahr zu Hause lassen?
no avatar
  Pui
schrieb am 05.07.2017 22:08
Liebe Rooky,
die von vielen vorgeschlagene Beratung finde ich auch richtig.
Daneben würde ich auf einer vernünftigen Eingewöhnung in der Kita bestehen. Bei uns ist das "Berliner Modell" üblich. Das Elternteil bleibt in den ersten Tagen während der ganzen Zeit in der Kita. In einer vom Verhalten des Kindes vorgegebenen Zeit verlässt das Elternteil dann zeitweise den Raum, kommt wieder, geht wieder, bleibt später (nach Verabschiedung) länger weg. Das kann bis zu 4 Wochen dauern. Ich sehe keinen Grund, dies nicht auch für einen 5jährigen mit Problemen anzuwenden.
Wenn Du den Tagesablauf der Kita mit Deiner Anwesenheit störst (aber warum solltest Du?), kannst Du Dich sicher auch nützlich machen.

Damit kann Dein Sohn sicher besser umgehen, wenn Du ihm sagst, Du bleibst mit dort. Erst dann hat er die Chance, von Deinem Schoß zu steigen und auf andere zuzugehen. Denn er weiß ja, Du bleibst da. Vorerst.
Und noch ein Gedanke: Ich würde nicht unbedingt Lösungsvorschläge machen, wenn er Konflikte mit anderen Kindern hat. Besser ihn mal fragen, was er denkt, wie er besser handeln könnte.

Ich drücke euch die Daumen, dass ihr eine gute Lösung findet.

LG
Pui


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.07.17 22:10 von Pui.


  Re: Kind im letzten Kitajahr zu Hause lassen?
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  Rooky
schrieb am 05.07.2017 22:11
Vielen Dank für eure Antworten. Ich werde mich um einen Termin in einer Beratungsstelle bemühen.

Es hört sich Wahrscheinlich so gebündelt auch schlimmer an, als es ist. Im Prinzip ist er ein ganz normales Kind. Motorisch sehr weit, kennt die meisten Buchstaben, kann schon viele Wörter schreiben ,zählt bis 40 usw. Ich vermute eher, deswegen ist er auf jeden Fall schulreif. Emotional ist er eben noch nicht so fit. Ich hab jetzt 2 Jahre vollzeit gearbeitet, nebenbei alleine die zwei Kinder, Haushalt, Garten. Mein großer hat letztes Jahr aufs Gymnasium gewechselt, dort bin ich Vorsitzende vom Elternrat, was abends zusätzlich Termine bedeutet und Veranstaltungen mit organisieren nebenbe dann noch lernen. Dann sind wir im letzten Jahr noch umgezogen, was ich auch alles alleine stemmen musste. Das kostet alles viel Kraft, und ich bin immer wieder dabei an mir zu arbeiten, um für meine Kinder die bestmöglichen Bedingungen zu schaffen.

Ich sehe ja jetzt wie gesagt auch schon Verbesserung und denke einfach nicht jedes Kind kann ein Haudegen sein. Ich selbst bin auch schüchtern und nicht sehr selbstbewusst. Wahrscheinlich ist das im Gespräch mit der Kita auch mein Problem, dass es mir schwer fällt meinen Standpunkt zu vertreten. Daher gebe ich zu schnell nach, bin dann aber unzufrieden und trete auf der Stelle.
Wir waren an der Schule schon einmal zu einer Probestunde und da ist mein Sohn ohne Probleme rein gegangen und hat auch gut mitgemacht. Auch bei der Schuleingangsuntersuchung war alles ok und er hat mitgemacht. Er mag halt nur nicht wenn es so laut ist und alle durcheinander wuseln.

Ich werde wohl die Zeit in der Kita erstmal bei 9-12 Uhr belassen und in der freien Zeit gucken, dass wir möglichst viele soziale Kontakte haben. Und viel Mama Zeit.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.07.17 22:35 von Rooky.


  Re: Kind im letzten Kitajahr zu Hause lassen?
no avatar
  blauesTeufelchen
Status:
schrieb am 05.07.2017 22:21
Zitat
Rooky
Er geht in der Gruppe unter, weil er sich nicht traut die Erzieher anzusprechen. Wenn er sich mal getraut hat was zu sagen, wurde es von der Erziehern abgebügelt. Als ich zu ihm gesagt habe, dass er zu den Erziehern gehen soll wenn er ein Problem hat, meinte er "die darf ich nicht stören, die wollen sich unterhalten ". Er steht dann oft verloren da und weiß nicht was er machen soll.

Ist das eigentlich der IST-Zustand oder war das so in der alten KiTa. So wie du den ersten Tag beschrieben hast, war er ja sehr befreit, wenn ich es richtig im Kopf habe. Erst als er allein bleiben sollte, wollte er daheim bleiben.
Falls es nur in der andern KiTa so war, scheint er Probleme zu haben, anderen Situationen die Möglichkeit zu geben, dass es in anderen Situationen anders sein kann.



Zitat
Rooky
hätte mir nichts genutzt, da er ja trotzdem hätte weiter gehen müssen, da ich die Schule nicht einfach hätte abbrechen können.

Ich habe hier den Eindruck, dass du auch schon damals nur die einzig wahre Lösung darin gesehen hast, dass er daheim bleibt. Und deswegen ist es wohl auch noch heute die einzig wahre Lösung. Aber auch du solltest bedenken, es ist eine neue Möglichkeit und die Fehler der alten KiTa müssen sich in der neuen Einrichtung nicht wiederholen.

Ich habe aber auch irgendwie das Gefühl, dass du selbst dein Kind so früh nicht in die KiTa geben wolltest, am liebsten mehrere Jahre mit ihm daheim geblieben wärst und nun für dich die Zeit nachholen willst.




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