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  Neuer Mann mit Bindungsangst und ohne Zukunftsvision - kann das gut gehen?
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  Alleinerziehend
schrieb am 01.06.2017 22:45
Hallo, heute schreib ich mal anonym.
Ich bin 35, geschieden und hab zwei Töchter, 5 und 7.
Nun lernte ich vor einem halben Jahr einen ganz tollen Mann kennen.
Er ist 30 und war bislang reiner Junggeselle (also zwar auch mehrjährige Beziehungen, aber noch nie mit einer Frau zusammen gewohnt geschweige denn den Wunsch nach Familie gehabt).
Das große Verliebt sein fiel bei uns aus. Ich vermute, wir sind beide recht nüchtern an die Sache Beziehung ran gegangen aus Eigenschutz.
Dennoch verband uns von Angang an eine ganz große Vertrautheit und so eine gewisse Magie (kann ich schlecht berschreiben), es bildeten sich sehr schnell Liebesgefühle und nach wenigen Wochen wurden wir ein Paar.
Seit ca drei Monaten kennen ihn auch meine Kinder und mögen ihn.
Er ist sehr weltoffen, intelligent, humorvoll, zärtlich, ehrgeizig und einsatzbereit.
Ich kann mit ihm über alles reden und er ist wie ein Fels in der Brandung für mich.
Soweit so gut...

Es gibt jedoch etwas, was mich immer wieder verwirrt.
Zunächst weiß er noch immer nicht, ob er überhaupt (eigene) Kinder und eine Familie generell will. (Ich bin zwar mit zwei Kindern zufrieden, bin jedoch offen, was das Leben noch so bringt).
Es ist für ihm absolut neu, so ein Alltag mit Kindern. Das merkt man in vielerlei Hinsicht auch, manchmal hab ich den Eindruck ein drittes Kind mit ihm zu haben...
Nun gut, sowas kann man lernen. Nur wenn er eines Tages für sich entscheidet, er will keine Familie, dann wars das ja für uns...

Und dann hat er Bindungsangst.
Er weiß dies und arbeitet auch mit therapeutischer Hilfe und Rathebern daran, das aufzulösen.
Er will definitiv eine Beziehung, er will, dass es mit uns klappt.
Doch je fester und ernster unsere Beziehung wird, desto härter stößt er mich leider immer wieder von sich.
Diese Doppelbotschaften - "Ich liebe dich und will dich, aber komm mir nicht zu nahe, ich will ja doch lieber allein sein" werfen mich emotional immer wieder um. Ich bin da sehr sensibel. Immer wieder fühle ich mich da sehr verletzt durch seine unbewusst abweisende und abwertende Art. Ihn trifft es dann ebenfalls, weil er das nicht beabsichtigt.
Deshalb nehmen die Reibungen zwischen uns auch immer mehr zu, vieles ist nur noch anstrengend. Weil wir nur noch damit beschäftigt sind, Reibereien zwischen uns wieder gut zu machen.
Es ist sehr harte Arbeit, die Beziehung aufrecht zu halten.

Immer wieder frage ich mich, ob sich das Durchhalten lohnt?
Und wenn ich dann aber merke, wie sehr er sich auch bemüht und an sich arbeiten will, so wie ich auch bereit bin zu mir und meinen Schwächen hinzuschauen, dann denke ich mir - diesen Mann will ich nicht hergeben!

Wir gehen so unromantisch nüchtern und strategisch an diese Beziehung, wir wachsen an einander, wir lieben einander.
Seit wir uns kennengelernt haben sehen wir uns fast jeden Tag und verbringen auch immer mehr Nächte miteinander.
Nach mehr als einen Tag einander nicht sehen vermissen wir uns schon total.
So unterschiedlich wir auf der einen Seite sind (total klischeehaft typisch Mann, typisch Frau), so gleich sind wir in unseren Lebenseinstellungen und allgemeinen Lebenszielen.
Unsere Familien und Freunden kennen und mögen einander mittlerweile auch schon.

Aber kann denn das überhaupt gut gehen?
Ein jüngerer Mann, der sich noch gar nicht entschieden hat, ob er eine Familie will (abgesehen davon, meinen Kinder ein väterlicher Freund zu sein) und dann noch vor allem diese Bindungsangst zu überwinden hat???
Ich weiß nicht, wie lange ich noch beteit sein soll, diese unbewussten Verletzungen hinzunehmen. Wie lange es dauern mag, bis er seine Bindungsangst überwunden und echte Nähe als auch tiefe Gefühle zulasseb kann...

Mein Verstand sagt immer wieder, das ist absoluter Blödsinn mit uns.
Mein Herz sagt, die Liebe kann alles schaffen...

Kann mir jemand Rat geben oder gar selbst aus Erfahrung sprechen?


  Re: Neuer Mann mit Bindungsangst und ohne Zukunftsvision - kann das gut gehen?
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  Alleinerziehend
schrieb am 02.06.2017 00:03
PS: Ach so, ich bin sehr vorsichtig mit der Annäherung mit den Kids. Bislang gibt es da nur wenige Treffen. Das bauen wir ganz langsam auf.
Doch er übernachtet auch mal bei mir und dann frühstücken wir gemeinsam mit den Kids oder er ist mal nachmittags so zwei Std da. Ansonsten sehen wir uns nur abends, wenn die Kinder schlafen oder wenn sie beim Vater sind.

Die Gesichte mit der fehlenden Zukunftsvision plagt mich auch weniger als die Bindungsangst und das Junggesellendasein.
Das macht sich auch in so Kleinigkeiten bemerkbar, dass er in vielem nur an sich denkt ohne das bös zu meinen.
Es fehlt das z.B. Fürsorgliche. Wie z.B. hat er nichts zu essen da bei sich außer etwas Toast, wenn ich ihn mal besuche und über Nacht bleiben will.
Das ist für mich natürlich total befremdlich, weil ich es als Mutter seit Jahren gewohnt bin, mich um andere zu kümmern und den Blick auch auf andere zu haben. Abgesehen davon, dass ich in meiner Beziehung (lebte ja auch mit meinem Ex zusammen) vorher es auch kannte, dass man für einander mitdenkt.
Das ist für ihn alles absolut neu. Es kommt mir vor als wär ich seine Reifeprüfung oder so. Klingt blöd, oder?

Doch das schlimmste sind eben diese Seitenhiebe mit den Doppelbotschaften. Weil ich dadurch nie sicher sein kann, dass er mich wirklich liebt und will. Und weil ich da merke, dass er emoional oberflächlich bleibt.
Wie viel Geduld braucht man da bei einem Menschen mit Bindungsangst, der sein Problem kennt und therapeutisch auch schon angeht?

Kann eine Beziehung langfristig gut gehen, die ohne suchtmachende rosarote Brille begann und der somit diese gewisse Leichtigkeit fehlt, weil wir gleich von Anfang an mit realistischem Blick auf den anderen an diese Sache gegangen sind, was eben von Beginn an diese ganzen Reibungspunkte mit sich bringt?


  Re: Neuer Mann mit Bindungsangst und ohne Zukunftsvision - kann das gut gehen?
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  +emmi+
schrieb am 02.06.2017 13:31
ich denke, bindungsangst kann man nicht "wegtherapieren" oder durch "wir geben uns mühe" wegbeamen.
und wenn es schon am anfang dinge gibt, über die du tolerant hinwegsehen willst, wie soll es dann später werden, wenn die alltagsnervereien mit zahnpastatuben und haaren im abfluss dazu kommen?

ich persönlich werde nie wieder die idee haben, einen traumprinzen gefunden zu haben, der nur ein paar kleine macken hat, die "wir" aber gemeinsam verbessern können. ich muß nur genügend geduld, liebe und verständnis haben...auch den egoismus und die doppelbotschaften kenne ich nur zu gut.
er ist 30 und nicht 16. es wird seine gründe haben, daß er jetzt ist, wie er ist und daß noch niemand "den prinzen wachgeküßt hat"

nimm ihn wie er ist, überlege, ob du ihn so liebst, wie er ist und auch mit ihm glücklich werden kannst, wenn er so bleibt, wie er ist...

alles gute!
lg jowi-emmi


  Re: Neuer Mann mit Bindungsangst und ohne Zukunftsvision - kann das gut gehen?
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  perlhuehnchen
Status:
schrieb am 02.06.2017 13:42
Hallo,

einen Ratschlag kann ich Dir nicht geben nur so viel Info...

Mein Mann und ich sind mit 29 zusammengekommen und mit mitte 30 wusste mein Mann damals auch
noch nicht wie er sich sein Leben in Zukunft vorstellt...das hat mich auch (sehr) gestört, denn irgendwann sollte
man ja wissen in "welchen Zug man einsteigen will" ...Mein Mann ist an und in unserer Beziehung gewachsen
und hat seinen Weg gefunden, wobei ein großer Teil davon unser Weg ist...Ich bin froh damals den Mut und die
Ausdauer aufgebracht zu haben den einst sehr unsicher wirkenden Weg mit ihm gegangen zu sein...

LG Perlhuhn


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  Re: Neuer Mann mit Bindungsangst und ohne Zukunftsvision - kann das gut gehen?
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  Lisa94
schrieb am 02.06.2017 14:01
Hey du! Eine Freundin von mir hat gerade ein ganz ähnliches Problem. Ihr Freund will einfach nicht mir ihr in eine gemeinsame Wohnung ziehen und zieht sich an manchen Wochenenden total zurück und ist dann gar nicht mehr zu erreichen. Vor Kurzem ist es aber besser geworden. Ich glaube du musst ihm Zeit geben, ohne dabei zu viel von ihm zu verlangen oder geschweige den zu erwarten. Gerade falsche Erwartungen können sowohl ihn als auch dich verletzten.


  Re: Neuer Mann mit Bindungsangst und ohne Zukunftsvision - kann das gut gehen?
avatar  patty 2
Status:
schrieb am 02.06.2017 18:39
Hallo,

für mich liest es sich so, als würdest du dich mehr um ihn bemühen, als er um dich.
Du schreibst mehr über ihn bzw. sein Verhalten/Nichtverhalten, als über deine Zukunftswünsche und Vorstellungen. zwinker
Vielleicht schaust du wieder etwas mehr zu dir und nimmst es dann als Orientierungshilfe.
Alle Erklärungen/Hypothesen zu seinem Verhalten nehmen aus meiner Sicht einen zu großen Raum ein, ihr habt ein tolles Spiel entwickelt. ( "Gefahr":emotionale Abhängigkeit, Machtspiele)

Zitat

Ich bin da sehr sensibel. Immer wieder fühle ich mich da sehr verletzt durch seine unbewusst abweisende und abwertende Art. Ihn trifft es dann ebenfalls, weil er das nicht beabsichtigt.
Deshalb nehmen die Reibungen zwischen uns auch immer mehr zu, vieles ist nur noch anstrengend. Weil wir nur noch damit beschäftigt sind, Reibereien zwischen uns wieder gut zu machen.
Es ist sehr harte Arbeit, die Beziehung aufrecht zu halten.

Was bedeutet genau abweisend und abwertend?

Zitat

Ich weiß nicht, wie lange ich noch beteit sein soll, diese unbewussten Verletzungen hinzunehmen.
Wie möchtest du von einem Partner behandelt werden? Wer erwartet, dass du bereit für Verletzungen sein sollst, wofür ist diese "Aufopferung gut? Was ist der Vorteil für dich?

Zitat

Mein Herz sagt, die Liebe kann alles schaffen...

Schöner Spruch, ist wie magisches Denken/Illusionzwinker



LG Patty


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.06.17 10:20 von patty 2.


  Re: Neuer Mann mit Bindungsangst und ohne Zukunftsvision - kann das gut gehen?
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  isolde35
Status:
schrieb am 03.06.2017 18:01
Ich kann sein Verhalten ganz gut nachvollziehen, er hat ja bisher alleine gelebt und musste sich um niemanden kümmern, da ist er es wahrscheinlich einfach nicht gewöhnt, Dinge wie Mahlzeiten zu planen und hat darauf vielleicht auch nicht unbedingt Lust. Für dich wiederum als Alleinerziehende mit zwei Kindern ist ein geregelter Alltag wichtig und auch normal.

Vielleicht wäre es sinnvoll, eure Beziehung erstmal ein bisschen locker laufen zu lassen und noch keine konkreten Zukunftspläne zu schmieden, zumal er da ja auch eher unentschlossen ist. Ich persönlich wusste mit 30 auch noch nicht, ob ich Kinder haben will oder nicht, das ist nicht jedermanns ultimatives Lebensziel. Ich konnte es mir dann vorstellen, als ich meinen Mann kennengelernt habe, weil es da plötzlich gepasst hat. Vielleicht kommt das bei deinem Freund noch, ich würde aber nicht davon ausgehen, vielleicht reicht ihm auch die Rolle des väterlichen Freundes für deine Töchter.

Ich denke, die wesentliche Frage ist, was du selbst möchtest. Kannst du es locker angehen lassen oder brauchst du für dich und deine Töchter mehr Verbindlichkeit?

Isolde


  Re: Neuer Mann mit Bindungsangst und ohne Zukunftsvision - kann das gut gehen?
avatar  Siselle
Status:
schrieb am 03.06.2017 18:02
Hallo,

leider kann ich nicht wirklich aus Erfahrung sprechen.

Wie du es beschreibst, klingt es für mich weder hoffnungslos noch besonders verheißungsvoll.

Ich denke schon, es steht auf der Kippe. Vielleicht platzt der Knoten bald bei ihm und er will und kann sich binden. Dann ist es natürlich trotzdem viel Arbeit, bis er für eine Familie verlässlich und fürsorglich sein könnte.

Oder er wird sich nie ändern können, wie es oft geschieht. Vielleicht möchte er ja auch gar keine Partnerschaft mit allen Konsequenzen, ein Junggesellenleben hat viele Vorteile, ist weniger anstrengend.

Da du Kinder hast und für diese sicher die Verantwortung spürst, hoffe ich, du wirst auch dich selbst und dein Wohlbefinden im Blick behalten. Denn deine Kinder brauchen dich ja, du brauchst wirklich keinen Partner, der dauerhaft ein weiteres "Kind" darstellt.

Deswegen denke ich, das wird sich in den nächsten Wochen oder vielleicht noch Monaten klären, in welche Richtung auch immer.
Ich traue dir schon zu, irgendwann einzuschätzen, ob da Hopfen und Malz verloren ist und dann auch einen Schlussstrich zu ziehen.

Falls du gar nicht konservativ bist, sondern auch etwas Seitenwind von anderen verträgt, kannst du dir natürlich überlegen, ob du für eine alternative Beziehungsform offen wärst. D.h. ob du ihn so möchtest, wie er ist - nicht als Alltagspartner, nicht als Stütze, sondern nur ab und zu für schöne Stunden oder ein gemeinsames Wochenende.
Ich weiß allerdings nicht, ob deine Kinder wegen so etwas gemobbt werden könnten.
Und falls du auf lange Sicht auf jeden Fall wieder eine "richtige Familie" anstrebst, ist das sowieso keine Option.

Alles Gute.

Siselle


  Re: Neuer Mann mit Bindungsangst und ohne Zukunftsvision - kann das gut gehen?
no avatar
  isolde35
Status:
schrieb am 03.06.2017 18:11
Warum sollten denn ihre Kinder gemobt werden, wenn sie eine wochenendbeziehung führt? Inwiefern ist das ein Grund für Mobbing? Wenn es sowas im Jahr 2017 tatsächlich noch geben sollte, dann dürften die Mobber doch wohl in der Minderheit sein, wage ich mal zu behaupten. Die heile Familie Mutter, Vater und zwei Kinder ist doch fast schon überholt. Heutzutage gibt es so viele akzeptable lebensmodelle, es kommt halt immer drauf an, was man draus macht.

Isolde


  Re: Neuer Mann mit Bindungsangst und ohne Zukunftsvision - kann das gut gehen?
avatar  Siselle
Status:
schrieb am 03.06.2017 18:56
Isolde, ich wollte bestimmt nicht sagen, dass ich persönlich so eine Beziehung verurteilen würde.
Ich bin immer wieder überrascht, worüber die Menschen so alles lästern und was Grund für Mobbing ist, ich kann das persönlich nicht so gut einschätzen.
Im dörflichen, religiösen Umfeld mag es noch mal anders sein als in der Stadt, zumindest meine ich da schon große Unterschiede mitbekommen zu haben.


  Re: Neuer Mann mit Bindungsangst und ohne Zukunftsvision - kann das gut gehen?
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  Auchanonym
schrieb am 07.06.2017 13:51
Hallo,

ich versuche mich eher kurz fassen, bin leider etwas in Eile.

Ich habe mein Herz vor vielen Jahren an genau solch einen Typ Mann verloren den Du beschreibst.

Er war ein wunderbarer Mensch, sanft, sensibel, ein guter Zuhörer usw.
Ich verliebte mich unsterblich in ihn.....
Er allerdings tickte ähnlich wie Dein Freund, zwischen ganz nah, emotional eine absolute Einheit und wiederum ganz weit weg, verschlossen, grüblerisch usw kam alles vor was menschliche Gefühle hergeben können.
Kein Tag war wie der andere, er war zwar immer lieb zu mir wenn wir uns trafen, aber Verbindlichkeiten und Stabilität gab es nie.....
Eine langfristige Beziehung hatte auch er noch nie, obwohl er mittlerweile Mitte 50 ist (ich bin 10 Jahre jünger als er).

Ich ließ mich trotzdem auf ihn ein weil ich ihn wahnsinnig geliebt habe, die Anziehungskraft war mächtig.
Und so geriet ich in einen Strudel der emotionalen Abhängigkeit und kam nicht mehr raus.....für über 20 lange Jahre !!!!!
Unsere "Beziehung" lief immer im Kreis herum, ging nie nach vorne, es gab null Fortschritte, keinerlei Entscheidungen.
Von zusammenziehen war (auch nachdem meine Kinder erwachsen und ausgezogen waren) niemals die Rede geschweige denn von noch mehr Verbindlichkeit....
Selbst mit dem Wort Beziehung tat er sich schwer...

Warum ich so lange daran festhielt?

Weil ich ihn so toll fand, mir vieles schön oder erträglicher redete, und mich irgendwann an den Zustand der ständigen Zurückweisungen, Verletzungen und des trotz Beziehung alleine sein gewöhnt habe....traurig aber wahr!
Ich wollte ihn, um jeden Preis.
Anfangs stellte ich mir die selben Fragen wie Du, kann das klappen? Entwickelt er sich noch weiter? Fasst er genug Vertrauen blabla....
Ich habe immer gewartet, gehofft, ertragen....

Als unsere Geschichte fast am Ende war weil ICH am Ende meiner Leidensfähigkeit angekommen war - da hat ER mich dann endgültig verlassen - wegen einer anderen Frau!

Er verließ mich, und ich saß fassungslos auf 20 Jahren Scherben einer Beziehung, die niemals wirlich eine gewesen war....
Ich dachte ich sterbe vor Schmerz, ich habe sofort 10kg Gewicht verloren, geheult, getobt, getrauert...ein Jahr lang.
Irgendwann kam auch die Wut - vor allem auf mich selbst. Ich habe mich emotional einwickeln lassen trotzdem ich eigentlich immer gewusst habe dass es nie so wird wie ich mir das wünsche.

Nunja, es war eine harte Zeit. Ich habe sie überlebt obwohl ich nicht dachte dass ich das schaffe.

Inzwischen bin ich seit 1,5 Jahren wieder in einer Beziehung.
Dieser Mann ist da, IMMER.
Er steht zu mir, egal wann, warum und in jeder Lage.
Er übernimmt Verantwortung für unsere Beziehung, genau wie ich.
Wir sind gleichberechtigt und uns ebenbürdig.
Zurückweisung oder Verletzungen gibt es nicht.
Seit kurzem wohne ich bei ihm, die Initiative ging von ihm aus....
Nichts ist kompliziert oder steht ständig im Raum, es ist einfach gut.

Mein Exfreund ist übrigens noch immer dieser Frau verfallen wegen der er damals gegangen ist, leider wurde auch aus dieser Liebe nichts wirklich verbindliches....er kann das einfach nicht.

Inzwischen bin ich mir sehr sicher dass er gravierende Züge eines Borderliners trägt und ich voll Co-abhängig war.
Ich bin wirklich froh dass meine Seele und mein Herz bei dem Wort "andere Frau" sofort und auf der Stelle entliebt waren, sonst wäre ich womöglich nie von ihm losgekommen und hätte mich vielleicht sogar noch demütigen lassen, wer weiß....

Bitte geh mal ganz arg in Dich ob es sich so entwickeln könnte, und höre unbedingt auf Dein Bauchgefühl!
Erspare Dir und Deinen Kindern so ein Elend!
Meine Kinder haben immer wieder gelitten, einfach weil ICH gelitten habe....

Viel Erfolg und alles Liebe!


  Re: Neuer Mann mit Bindungsangst und ohne Zukunftsvision - kann das gut gehen?
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  Alleinerziehend
schrieb am 11.06.2017 07:24
Danke für die zahlreichen Antworten.

Emotionale Abhängigkeit - das macht mich hellhörig.

Meine letzte Beziehung war genau das, emotionale Abhängigkeit. Jahrelang zwischen Hoffnung und Leid.
Und die Beziehung war letztlich auch wegen einer anderen Frau zu Ende.
Deshalb bin ich nun so extrem vorsichtig.
Deshalb fällt mir "locker" angehen lassen allerdings auch schwer.
In meiner Vorstellung von Beziehung sollte Liebe im Vordergrund stehen.

Gerade die letzten Tage sagte mein neuer Freund Dinge, die mir sehr zu denken geben...
Geld wär ihm wichtiger als Liebe. Ich wär sein "Mammut"-Projekt, er hätte sich als Beziehungsziel gesetzt, mit mir 5 Jahre zu schaffen und wenn es länger geht, auch schön.
Im Laufe des Gespräches kam dazu heraus, er möchte zwar jahrelang mit mir zusammen sein, jedoch "nur" unter momentaner Lage (u.a. getrennte Wohnungen).

Ich bin einfach nur verwirrt, weil er mir auf der einen Seite vermittelt, er würde gern mit mir eine Familie gründen, auf der anderen Seite jedoch immer wieder "raushaut", dass er es gern unabhängig hat.
Doch Verantwortung für eine Familie tragen hat mit seiner Vorstellung von Unabhängigkeit nichts zu tun.

Innerlich kann ich mich nicht weiter auf ihn einlassen, das merke ich. Innerlich bin ich bereit dafür, ihn bald wieder gehen zu lassen.
Entweder weil ich nicht mehr weiter warten will, ob er sich für uns entscheidet, egal unter welchen Umständen oder weil es ihm zu verbindlich geworden ist und er lieber wieder frei sein will.

Das macht mich ganz traurig.




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