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  Kummer nach Fehlgeburt*Jammerpost*
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  Knasterbaks
Status:
schrieb am 18.05.2017 20:22
Hallo Mädels,

heute ist irgendwie ein doofer Tag. Vor fünf Wochen hatte ich eine Fehlgeburt (20.Ssw) und heute ist Mal wieder alles zum Heulen.

Eine Freundin war heute zu Besuch und erzählt mir vorsichtig, dass sie schwanger ist. Ich freue mich für sie, denn es ist ihre erste Schwangerschaft und sie ist so kinderlieb und sie mussten auch eine Icsi machen. Aber wieso können wir denn nicht gemeinsam schwanger sein? sehr treurig

Dann am Nachmittag hole ich meine Tochter vom Turnen ab und als ich an zwei anderen Müttern, die gerade im Gespräch sind vorbei gehe, sehe ich wie die eine auf meinen Bauch starrt. Da wir auf dem Dorf leben wird sie sicher schon gehört haben, dass ich nicht mehr schwanger bin. Ich kam mir vor wie eine Aussätzige! Im Auto hab ich erstmal geheult. Bin ich noch zu sensibel oder hätte euch das auch gestört?

Montag muss ich zum ersten Mal wieder ins Büro. Ich bin ja Mal gespannt wie das klappt. Ich werde genug Taschentücher einpacken.

LG Knasterbaks


  Re: Kummer nach Fehlgeburt*Jammerpost*
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  -Firefly-
schrieb am 18.05.2017 21:54
Liebe Knasterbaks,

du bist nicht zu empfindlich. Mir wäre das auch sehr unangenehm gewesen, obwohl ich vermute, dass die Frauen nichts negatives gesagt haben, sondern wahrscheinlich darüber geredet haben, wie schlimm es ist, dass du eure Zwillingsmädchen viel zu früh auf die Welt bringen musstest. Natürlich wäre es schöner gewesen, nicht über dich, sondern mit dir zu reden und dir ihr Mitgefühl auszusprechen. Das haben sie sich vermutlich einfach nicht getraut.
Meine FGen waren ja in der Frühschwangerschaft, aber gerade die letzte lässt mich nicht richtig los und ich denke noch sehr viel daran, mehrmals täglich. Ich bin jetzt auch bei deiner Psychologin, sie kann mit natürlich den Schmerz nicht nehmen, aber sie hat mir trotzdem geholfen, kann gar nicht genau sagen wie. Trotzdem bricht manchmal alles aus mir heraus und ich bin am Boden zerstört und weiß nicht, wie ich weiter machen soll.
Jeder Mensch geht mit Verlust und Trauer anders um, da gibt es kein richtig und falsch und du liest dich so, als wärst du eine ganz starke Frau, aber du darfst nicht zu viele Ansprüche an dich haben. Es ist doch erst (!) fünf Wochen her.

Alles Liebe


  Re: Kummer nach Fehlgeburt*Jammerpost*
avatar  silwer
schrieb am 19.05.2017 20:57
knuddel, auch wenn ich dich nicht kenne drücke ich dich einfach mal.
Du hast dein Baby verloren vor nicht all zu langer Zeit. Kann man da zu empfindlich sein? Ich glaube das jede Frau da reagieren würde wie du. Und ich denke es wird auch noch eine ganze Weile dauern bis du dich einfach nur für andere schwangere freuen kannst ohne gleichzeitig zu denken "Warum wir nicht". Vollkommen normal.
Die Frauen die auf deinen Bauch geguckt haben........das war sicher nicht böse gemeint und die haben sicher nicht gelästert oder sowas. Ich vermute eher das die nicht wissen wie sie damit umgehen sollen. Und statt dann einfach zu dir zu sagen "Tut mir leid was euch passiert ist" gucken sie und reden untereinander wie schlimm sie das finden.

Meine Freundin hat ihre Tochter in der 18. Woche verloren. Kaum jemand im Kindergarten hat sich getraut einfach mal sie an zu sprechen wenn sie ihr großes Kind holte oder brachte. Wo man nicht drüber redet das ist nicht real oder so.


  Re: Kummer nach Fehlgeburt*Jammerpost*
avatar  Juna30
Status:
schrieb am 20.05.2017 03:10
Liebe Knasterbacks,
aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass es wohl nie "lang genug" her ist, um nicht mehr am Innersten zu rühren und doch noch immer wieder mal traurig zu werden.

Wenn es für dich zu früh ist fürs Büro, lass dich wieder krank schreiben. Frauen brauchen unterschiedlich Zeit, um wieder in den Alltag "reinzukommen". Meinen ersten Versuch hierfür startete ich 4 Monate nach der Geburt in der 22. SSW unserer Zwillinge und bin gnadenlos gescheitert. Ein dreiviertel Jahr später hab ich mein Staatsexamen gemacht. Lass dir Zeit.

Hast du Unterstützung? Es gibt viele Vereine für trauernde Eltern und Selbsthilfegruppen. Mir hat das damals sehr geholfen. Die Trauer zuzulassen und zu durchleben ist schmerzhaft, oft aber der einzige Weg, zu lernen mit dem Verlust weiter zu leben.

Alles Gute,
Juna


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  Re: Kummer nach Fehlgeburt*Jammerpost*
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  Knasterbaks
Status:
schrieb am 21.05.2017 20:48
Hallo Mädels,

vielen Dank für die lieben Worte.

Ich bekomme regelmäßig Besuch von unserer Pastorin. Meine Hebamme war zum Gespräch bei mir. Die nächsten Selbsthilfegruppen die ich gefunden habe sind 30-40 km entfernt. Ich habe im Internet von einer Schreibtherapie der Uni Münster gelesen, wenn es die noch gibt, die würde ich gerne ausprobieren. An Tagen wo ich abgelenkt bin geht es mir ganz gut aber wenn ich Zeit zum Nachdenken habe kommen die Tränen. Immer wieder Situationen wo ich denke, da war ich letztes Mal noch schwanger. Andererseits kommt es mir schon vor als wäre es lange her dass ich schwanger war und andererseits sind es nur (oder schon) mehr als 5 Wochen. Zwischendurch denke ich dann in welcher Woche ich schon wäre und das macht mich dann richtig traurig.Aus der Kindergartengruppe meiner Tochter ist eine andere Mutter schwanger und hätte 10 Tage vor mir ET gehabt, das ist beim Abholen schwierig für mich. Für meine Tochter tut es mir auch so leid, nicht dass sie das jetzt so stark belastet aber sie hätte sich sehr über ihre Schwestern gefreut und hatte so stolz überall erzählt dass wir Zwillinge bekommen. Ich bin gerade wieder am Heulen...

LG Knasterbaks


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.05.17 20:57 von Knasterbaks.


  Re: Kummer nach Fehlgeburt*Jammerpost*
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  Beccipliep
Status:
schrieb am 21.05.2017 21:21
Liebe Knasterbaks,

du hast allen Grund traurig zu sein und ich muss mich Juna anschließen, es wird dir über Jahre so gehen.
Ich kenne das auch, irgendwelche Trigger, die an sich gar nicht so schlimm sind, aber die mich gefühlte Monate in meiner Trauer zurück werfen.
Und der ewige Blick auf den Bauch, erst wie bei dir, jetzt habe ich immer das Gefühl, dass die Leute schauen, ob ich wieder schwanger bin...
Versuche Wege zu finden, die dir gut tun. Vielleicht hilft es dir, im Kindergarten Mitmütter aktiv anzusprechen (falls du das schon kannst). Das Schweigen finde ich wirklich am Schlimmsten zu ertragen...

Fühl dich auf jeden Fall fest gedrückt, ich bin in Gedanken bei dir!
Beccipliep


  Re: Kummer nach Fehlgeburt*Jammerpost*
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  Silvesterkind
Status:
schrieb am 23.05.2017 18:25
streichel

Ich drücke dich, auch wenn wir uns nicht kennen. Die furchtbare Erfahrung, die du machen musstest, hatte ich nie, "nur" zwei Fehlgeburten in der 8. und 11. Woche. Also gerade mal Fruchthöhlen mit irgendwas drin. Und trotzdem...gerade die erste Fehlgeburt hat mir vor 6 Jahren den Boden unter den Füßen weggerissen, weil wir uns die Schwangerschaft so erkämpft hatten und ich so sehr ein Kind wollte. Monatelang bin ich auch zusammengebrochen, als ich schwangere Mütter vor dem Kindergarten sah. Ich habe mich auch von Freundinnen zurückgezogen, die schwanger waren, obwohl sie nichts dafür kannten. Ich wollte ihnen nichts Böses, aber ich konnte es nicht ertragen. Am Anfang habe ich mich schuldig gefühlt, aber irgendwann habe ich mir das Recht zu trauern zugestanden. Gerade nach einer Totgeburt hast du dieses Recht umso mehr. Du musst nicht glücklich sein, lächeln oder dich freuen für die, die schwanger werden. Du wirst wieder schöne Tage haben und Glück spüren. Und hoffentlich irgendwann wieder eine Schwangerschaft mit gutem Ausgang erleben. Aber erst Mal darfst du traurig, wütend, unfair, neidisch und alles Mögliche sein. knuddel

Wegen der Arbeit: Mir hat sie damals gut getan, da ich zumindest während der Zeit dort abgelenkt war und vom Thema Schwangerschaften verschont blieb. (Nur männliche Kollegen). Aber ich würde an deiner Stelle schauen, wie es mir geht. Wenn es zu viel ist, bleib einfach länger zu Hause. Ohne schlechtes Gewissen.


  Re: Kummer nach Fehlgeburt*Jammerpost*
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  Knasterbaks
Status:
schrieb am 05.06.2017 22:00
Hallo,

will keinen neuen Post aufmachen aber muss es jetzt einfach mal loswerden. Mein Mann fand den Kommentar meiner Freundin heute nicht so schlimm, aber ich bin echt traurig! Waren heute mit Freunden Eis essen und als ich sagte, dass wir bald unseren übrigen Eisbären noch eine Chance geben möchten, sagte sie: " Wollt ihr euch das echt noch einmal antun?" Sie hat leicht reden, sie hat zwei gesunde Kinder und die Familienplanung ist bei ihnen abgeschlossen. Ihr Mann hat sich sogar schon sterilisieren lassen.
Ich bin echt enttäuscht von ihr Ich bin sehr sauer

Liebe Grüße Knasterbaks


  Re: Kummer nach Fehlgeburt*Jammerpost*
avatar  Kirschblüte89
Status:
schrieb am 06.06.2017 16:16
Ach, du Liebe.

Ich kann dich gut verstehen. Du darfst enttäuscht sein. Du darfst das sogar richtig scheiße finden.

Mich hätte der Satz auch wütend gemacht. Natürch hat sie es bestimmt nur gut gemeint...aber gut gemeint, tut eben nicht immer gut.

Irgendwann, bei nächster Gelegenheit, wenn du dich stark dafür fühlst, solltest du sie mal fragen, was sie genau damit meint. Was meint sie mit "antun"?
Das hört sich an, als ginge sie davon aus, dass es wieder "schief" ginge. Das hätte mich auch verletzt.

Meist wissen die Leute selbst nicht genau...reden einfach daher.

Aber du hast sowas schlimmes erlebt, trauerst um deine Mädchen, wünscht dir weitere Kinder...da kann man nicht einfach daher reden. Manchmal steht man eben auch in der Pflicht, erst nachzudenken und dann zu reden. Vorallem Menschen gegenüber, die einen solchen Schicksalsschlag erlitten haben.

knuddel


  Re: Kummer nach Fehlgeburt*Jammerpost*
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  -Firefly-
schrieb am 06.06.2017 17:04
Liebe Knasterbaks,

ich wäre auch enttäuscht. Ich muss sagen durch die Kinderwunschbehandlung hab ich mich auch von einer guten Freundin entfremdet. Ich weiß, dass sie ihre Kommentare und Anmerkungen absolut nicht böse meint, aber ich hab ihr mein Herz ausgeschüttet und ihr auch mehrmals gesagt, dass ich darüber reden will und muss, aber es kommt nichts "verwertbares" zurück, höchstens eben Kommentare die mich verletzen oder irgendwelche Phrasen.
Auch wenn deine Freundin es sicher nicht böse meint, sag ihr, dass es dich verletzt hat und wenn alles nichts hilft, Triff dich nur mit Menschen, die dir gut tun.

Niemand kann nachempfinden, wie es dir/euch geht und was sich für euch richtig anfühlt. Hört auf euer Herz und lasst euch nicht von "gut gemeinten" Kommentaren verunsichern und/oder verletzen.

Alles Liebe,
Firefly




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