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  Gedankenkarussell
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  Hibbeline87
Status:
schrieb am 25.04.2017 20:11
Hi ihr lieben,
Ich muss mal einen Jammerpost absetzen -.-

Wenn mein Mann und ich uns nicht den Zikavirus eingefangen haben, wollen wir nach der nächsten Blutung in der neuen Klinik mit der ICSI weitermachen, nachdem meine Eizellen bei der IVF mehrere Spermien reingelassen haben. Aber je näher das ganze rückt umso mehr kreisen meine Gedanken.. werden wir nochmal Schwanger? Wird die Schwangerschaft diesmal halten? Haben wir diesmal die chance was einzufrieren? Lässt sich der doofe Eierstock punktieren? Hat meine Abnahme einen positiven Effekt auf die Eizellreifung?

Nach der FG wo ich beim Klogang das viele Blut gesehen habe aus heiterem Himmel, träume ich da in den letzten Tagen von dem Moment.. ich hab bald mehr Angst vorm schwanger werden als vorm nicht schwanger werden.. Kann mir jemand sagen wie ich bei der nächsten Schwangerschaft die Ruhe bewahren kann? Schafft man das? Und eben die Sorge, dass es nie klappen wird.. wenn einem eine Zauberkugel sagen könnte "beim 12. Versuch klappt es!" Würde ich ja diese Prozedur geduldig über mich ergehen lassen. Wobei ich sagen muss, dass ich vom Puregon im zusammenspiel mit diesem Gedankenkarussel ein emotionales Schleudertrauma hatte in den meisten Versuchen.

Mhhh.. sorry fürs jammern, aber mein Mann ist irgendwie sehr pragmatisch und gelassen und ich hab das Gefühl er kann nicht richtig nachempfinden was in meinem wirren Kopf los ist zwinker

LG

Heike


  Re: Gedankenkarussell
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  Vero15
Status:
schrieb am 26.04.2017 10:51
Liebe Heike,

ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen. Meine erste ICSI lief zwar super und ich hatte auch was zum einfrieren, aber nach der Fehlgeburt (ebenfalls 6. SSW) hatte ich auch Angst, dass es bei einem möglichen positiv wieder schief gehen wird.

Du hast nur 2 Möglichkeiten: Weiter machen oder aufgeben. Aufgeben war für mich keine Option.
Meine Frauenärztin hat zu mir gesagt: "Das passiert in der frühen Phase ganz häufig, der Körper stößt nicht lebensfähige Embryonen ab."
Erst mal kein Trost, das weiß man in der Theorie... Aber sie sagte auch: "Ihr Körper hat gezeigt, dass er schwanger werden kann! Das ist ein großer Erfolg, auch wenn sie es jetzt nicht so sehen. Es wird klappen."

So war es auch. Der nächste Versuch war wieder positiv. Ich habe die Freude überhaupt nicht zugelassen, als Selbstschutz.
Erst nach der 12. Woche fing ich an mich zu freuen und mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass es wirklich geklappt hat.
Du siehst, ich habe auch nicht die Ruhe bewahrt, ich habe verdrängt.
Mein Mann war übrigens auch eher pragmatisch und gelassen. Er konnte sich aber im Gegensatz zu mir schon nach dem 1. Ultraschall mit Herzschlag freuen.

Ich wünsche dir viel Glück und dass du bald einen positiven Test und dann eine intakte Schwangerschaft erleben darfst.

Liebe Grüße
Vero


  Re: Gedankenkarussell
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  Merle_77
schrieb am 26.04.2017 15:28
Liebe Heike,

so eine Fehlgeburt vergisst man nicht. Ich sehe auch noch vor mir, wie in meiner ersten Schwangerschaft plötzlich aus heiterem Himmel Blutungen einsetzten. Damit war zwar noch nicht alles vorbei, aber es war der Anfang vom Ende...

Inzwischen hab ich schon 3 Sternchen. Und ich weiß, dass ich in einer weiteren Schwangerschaft ganz bestimmt nicht locker wäre.

Als ich zu meiner Ärztin mal sagte, "Sowas darf nicht nochmal passieren!", hat sie geantwortet, "Dann dürfen Sie nicht versuchen, schwanger zu werden, denn niemand kann ausschließen, dass es nochmal passiert!" - und irgendwie hat mich dieser Satz geerdet. Ja, ich weiß, es kann wieder passieren. Und es kann sogar schlimmeres passieren. Aber wenn ich diese Angst nicht aushalte, werde ich niemals ein Baby haben - also halte ich es aus...

Letztes Mal hatte ich "nur" eine biochemische Schwangerschaft, die sich allerdings mit abwechselnd steigendem und fallendem HCG auch über ca. 3 Wochen hin zog. Ich hatte erwartet, wenn ich die Medikamente absetze, ist alles in ein paar Tagen vorbei. War es aber nicht. Irgendwas war da und hat gemacht, was es wollte. Auch wenn das keinen guten Ausgang nahm, werde ich versuchen, das Gefühl mit in die nächste Schwangerschaft zu nehmen: Egal was ich mache, ich kann es nicht beeinflussen - was auch heißt, ich bin nicht schuld, wenn es geht... Auch wenn mir niemals jemand vorgeworfen hat, dass ich meine erste Fehlgeburt verschuldet hätte, war der Gedanke in meinem Unterbewusstsein glaube ich immer da: Hab ich mich überanstrengt? Hätte ich zu Hause bleiben sollen, als ich mich schlecht fühlte? Hätte ich irgendetwas ändern können? Die Erkenntnis, dass es nicht meine Schuld war, hat mir innerlich viel gebracht, auch wenn ich sie leider gerade in einer weiteren gescheiterten Schwangerschaft hatte...

Dass deine Gedanken gerade jetzt noch einmal um die Fehlgeburt kreisen, ist glaube ich natürlich. Durch den bevorstehenden neuen Versuch ist plötzlich alles wieder sehr aktuell.

Versuch positiv zu denken: Dein Körper kann schwanger werden - und mit etwas Glück wird er das bald wieder...

Ich wünsch dir alles Gute!

Merle


  Re: Gedankenkarussell
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  Joaninha
schrieb am 29.04.2017 10:30
Hallo,

ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich hatte in der ersten Schwangerschaft gleich zu Beginn Blutungen und habe bis zur 12. Woche furchtbar Angst gehabe, dass etwas schiefgeht. Die ss hielt, aber als nächstes wurde eine Nackenfaltenmessung und ein Bluttest zur Bestimmung der Trisomiewahrscheinlichkeit gemacht - mit verheerendem Ergebnis, die Wahrscheinlichkeiten für Trisomie 13, 18 und 21 lagen jeweils bei 1:10 und 1:15. Daraufhin habe ich einen Panorama-Test gemacht, das ist ein nichtinvasiver Test, bei dem Dir Blut abgenommen wird, aus dem die DNA des Babys isoliert wird. Der Test sagt Dir mit sehr hoher Genauigkeit, ob tatsächlich eine Trisomie vorliegt. Ich musste, da der Test über die Feiertage lief, drei(!) Wochen auf das Ergebnis warten - die Hölle! Am Ende dann das Ergebnis: Alles ok, aber ich müsste mit einer Unterversorgung des Kindes im Verlauf der ss rechnen. Du kannst Dir vorstellen, wie der Rest der ss verlief.

Die zweite ss dann im letzten Jahr endete wie bei Dir, mit einer FG in der sechsten Woche.

Wir versuchen immer noch, ss zu werden, und es ist jedes Mal eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich muss aber sagen, man gewöhnt sich auch an die blödesten Sachen und es ist jetzt schon nicht mehr so schlimm wie in den ersten Monaten nach der FG. Wenn eine ss eintritt, werde ich aber wieder genauso aufgeregt und nervös sein wie in den anderen ss.

Hast Du Dich schon näher über den Verlauf der ss informiert? Also, das Fehlgeburtrisiko ist in den ersten 12 Wochen am höchsten und sinkt dann kontinuierlich ab auf ca. 4% ab der 13. Woche. Das finde ich schon mal tröstlich, jede Woche ist die Wahrscheinlichkeit eines Abgangs geringer. Bei mir war in der 12. Woche der ersten ss schon irgendwie großes Aufatmen. Natürlich kann auch dann noch etwas passieren, aber es ist nciht mehr so wahrscheinlich.

Was die Fehlgeburt im letzten Jahr betrifft, tröstet es mich, mir zu sagen, dass das Kind, das da wuchs, sehr wahrscheinlich sehr krank war. Es ist ja nicht so, dass es einfach nur etwas länger hätte bleiben müssen, um dann nach neun Monaten als gesundes Kind zur Welt zu kommen. Nein, es war einfach nicht lebensfähig - und als Mutter muss ich es ziehen lassen, auch wenn es furchtbar weh tut. Man könnte sagen: "Das ist das Beste für das Kind", aber auch das trifft es nicht so ganz. Es hört sich an, als hätte es jemals eine Alternative gegeben, aber das ist nicht der Fall. Ich kann schwer ausdrücken, was ich meine. Als Mutter kann ich dieses Kind nur so annehmen, wie es nun einmal ist - als ein Kind, das gekommen ist, um wieder zu gehen.




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