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  Re: Vorzeitige Einschulung - tun wir das Richtige?
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  LittleDancer
schrieb am 16.04.2017 09:27
Das klingt ja toll an eurer Schule! Vor Allem diese unproblematische Möglichkeit die ersten Zwei Jahre in drei Jahren zu absolvieren ohne dass das Kind gleich schonmal richtig "sitzen bleibt" weil das Klassenziel nicht erreicht wurde traurig so ist es nämlich bei uns leider. Und bei uns ist der Unterricht so wie ich das sehe auch eher traditionell frontal. Sie machen zwar in der "Bewegungsstunde" schon auch sowas wie Buchstaben laufen, in Mathe aber auch so drei oder vier Seiten am Stück Aufgaben rechnen. Wer das im Unterricht nicht schafft macht zu Hause fertig. Fand ich zum Teil selber schon recht viel. Meinem Sohn macht das zum Glück gar nichts aus, da ist halt nur das Schriftbild das zu übende, konzentration, Ausdauer und das alles kein Problem, ich höre da aber von befreundeten Müttern öfter klagen dass die Kinder nicht weitermachen wollen bzw. oft nicht fertig werden. Ist bestimmt auch viel von der Schule abhängig wie gut man ein sehr junges Kind dahin schicken kann. Da muss man vor Ort Infos einholen


  Re: Vorzeitige Einschulung - tun wir das Richtige?
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  AnnaA
Status:
schrieb am 17.04.2017 23:10
Ich würde das Kind dieses Jahr einschulen.
Ist das denn eine "normale" Schule? Ich frage, weil meine beiden in eine Schule gehen werden in der die 1. und 2. Klasse und 3. und 4. Klasse zusammen sind. Für hochbegabte Kinder gibt es zusätzlich Unterricht. Ich vermute, dass in der Schule auch 5 jährige sein werden, die kleiner sind. D.h., in einer solchen Schule würde dein Sohn nicht als klein auffallen.

Den kognitiven Unterschied zwischen Mädchen und Junge kann ich so gar nicht bestätigen.
Unser Junge ist seiner Schwester in fast allem extrem überlegen. Unsere Große ist sehr ehrgeizig und gibt im Gegensatz zu seinem Bruder nicht so schnell auf. Bei unserem Sohn hatte ich nie Zweifel, dass er nicht schulreif ist. Unseren Sohn hätte ich schon letztes Jahr einschulen können. Bei unserer Großen hatte ich Zweifel (der Kindergarten nie). Vermutlich weil ich unsere Tochter mit ihrem Bruder vergleiche, der aber nicht der angemessene Maßstab ist...


  Re: Vorzeitige Einschulung - tun wir das Richtige?
avatar  greebo
Status:
schrieb am 18.04.2017 12:06
Hallo,

da gibt es meiner Ansicht nach kein richtig oder falsch...
ein sehr kleines, besserwisserisches und tollpatschiges Kind ist möglicherweise bzw. recht wahrscheinlich in einem Jahr noch genau so ... Es könnte jetzt in eine Klasse kommen, die ihn so nimmt wie er ist, nächstes Jahr in eine, in der er gehänselt wird. Oder umgekehrt. Das Umfeld ist leider nicht planbar. Und selbst wenn man ein absolut unauffälliges Kind hat, kann man nicht sicher sein, dass nicht doch einer irgend etwas findet und sich eine Gruppendynamik entwickelt. Fragt sich also: wie kann er damit umgehen? Bedrückt es ihn und will er von allen gemocht werden? Kann er damit leben, einige wenige Freunde zu haben? Braucht er vielleicht noch ein Jahr um gefestigter zu werden FALLS man ihm negativ begegnet? Das stünde für mich im Mittelpunkt bei der Entscheidung. Und ein Springen würde ich auch vermeiden wollen, das führt oft zu Ärger (ich kenne im Umfeld zwei Fälle, die sich sehr schwer tun, wieder "normal" in ein Klassengefüge hineinzukommen).

Ich spreche noch kurz/länger von meiner persönlichen Erfahrung. Mein großes Kind war ein Muss-Kind und sie hätte noch Zeit gebraucht. Leider bestand keine Möglichkeit, ein fittes Muss-Kind zurückzustellen. Das zweite Kind wurde als Kann-Kind vorzeitig eingeschult. Sie konnte auch vor Schuleintritt lesen und rechnen - zudem war der Kindergarten unterirdisch und ich wollte ihr keinen weiteren Wechsel (Schulkindergarten) zumuten, zumal sie auch unbedingt in die Schule wollte und ihre beste Freundin aufgrund des Sprengelprinzips sowieso nie auf die gleiche Schule gehen würde. Mein Kind ruht aber in sich selbst, kann super mit Frust und Ärger umgehen und freundet sich schnell und leicht mit anderen an. Vieles prallt einfach an ihr ab. Manchmal findet sie es trotzdem blöd, jünger zu sein - das geht aber nicht sehr tief... Das erste Schuljahr hat sie im ersten Halbjahr kognitiv noch eher unterfordert, da konnte sie aber auch noch an ihrer Teamkompetenz arbeiten (Regeln...). Ab dem zweiten Halbjahr lief es wie am Schnürchen - da wurde auch endlich etwas gelernt zwinker . Jetzt in der zweiten Klasse passt wirklich alles - auch wenn die Klasse nicht einfach ist und viele auffällige Schüler darin sind, die auch nicht immer "nett" zu ihr sind. Das sind sie aber zu den anderen auch nicht, deshalb juckt es sie nicht besonders.

Mir hat es geholfen mir selbst zu sagen, dass ich (leider?) einfach keine stromlinienförmigen "Normkinder" habe und deshalb meine Entscheidung nur einen Bruchteil daran Anteil hat, welche Erfahrungen sie dann tatsächlich machen. Und wenn es sich herausstellt, dass sie in der Pubertät lieber eine Ehrenrunde drehen wollen, dann ist das eben - für diesen Moment - dann die richtige Entscheidung. Ich muss und will mich davon verabschieden, dass das schulische Leben meiner Kinder vollständig planbar ist und dass alles von einer einzigen Entscheidung abhängt. Die Persönlichkeit des Kindes und das jeweilige Umfeld werden mit steigendem Alter immer wichtiger und sind z.T. (Persönlichkeitsmerkmale) erstaunlich "unveränderlich". Also hängt es mehr davon ab wie gut es der "bunte Hund" aushält ein bunter Hund zu sein. Und ich fürchte, das wird dein Sohn vielleicht auch immer sein zwinker Das ist sicher nichts Schlechtes, aber eine Herausforderung ist es trotzdem.

LG und eine - für dich und ihn - gute Entscheidung


  Re: Vorzeitige Einschulung - tun wir das Richtige?
avatar  Amidala74
schrieb am 21.04.2017 11:18
Hallo,

vor dieser Frage stand ich auch vor 2 Jahren. Unser Sohn wurde 1 Jahr früher eingeschult. Eine Sportskanone ist er auf keinen Fall, tollpatischig aber süß und motorisch war er auch nicht der Überflieger.

Aber er wollte in die Schule!

Motorisch aufgeholt hat er, seitdem er Karate macht. Hat mittlerweile seinen Grüngurt.
Das erste Schuljahr war nicht einfach, da er auch der jüngste in der Klasse ist. Er kannte keinen in der Klasse (die meisten kannten sich aus der Umgebung aus dem Kindergarten - er war allerdings am Ende der Stadt in der Kita) Aber er hat es geschafft. Ich habe mir sehr viele Sorge zwischendurch gemacht. Hab mir dann auch gesagt, na ja wenn er eine Klasse nicht schafft, dann ist das eben so. Aber das hat sich dann doch gelegt. Hat mittlerweile super Noten und die Schule macht ihm sehr viel Spaß.

Liebe Grüße
Amidala


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  Re: Vorzeitige Einschulung - tun wir das Richtige?
no avatar
  AnnaHannah
schrieb am 24.04.2017 12:40
Rabenmutter und Amidala, euch ganz besonders bin ich wahnsinnig dankbar für eure Berichte. Ich habe mich sehr darin wieder gefunden und was ich gelesen habe, konnte mich halbwegs beruhigen. Inzwischen geht hier alles seiner Wege und zum Umkehren ist es zu spät, er freut sich wahnsinnig auf die Schule und packt mehrmals am Tag seinen Kindergartenrucksack als Schultasche. Ich bin nach wie vor verunsichert, lasse es mir aber nach Möglichkeit nicht anmerken. Er bekommt jetzt Ergo zur Förderung der Motorik (wie seltsam, ich hätte mir nie ausgemalt, dass das für uns mal relevant würde) und besucht weiterhin begeistert seinen Sport. Wir üben fleißig scheitern/verlieren (keine Ahnung ob ich in meiner eigenen Kindheit überhaupt so viel gespielt habe zwinker ) und dass man nicht immer und überall der Beste sein kann, dass manchmal einfach andere Kinder etwas besser wissen, besser können, mehr Glück haben und dass das auch okay ist. Und ich bereite mich schon mal darauf vor, dass ich ihn ggf. mittags emotional abfangen muss, falls es Probleme bei der Integration geben sollte. Denn die Erkenntnis, dass er der "bunte Hund" ist wie das so schön gesagt wurde, nagt bereits jetzt an ihm aber so richtig gut bekommt er das leider nicht immer verarbeitet.

Gerne halte ich euch auf dem Laufenden, wenn es irgendwem hier hilft.
Danke nochmal!




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