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  Innere Einstellung?
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  Ambivalente
schrieb am 12.03.2017 20:57
Hallo,

ich habe schon oft hier still mitgelesen. Dabei ist mir aufgefallen, dass es hier oft gute Anregungen gibt und ich dachte, ich schreibe auch mal von meinem Problem.

Ich fühle mich nie so richtig glücklich. Natürlich schon in einzelnen Momenten: etwas bei Hochzeit, Geburt, Kuscheln mit dem Kind, Partner, Familientreffen.
Aber, dass ich mich angekommen fühle und dieses Gefühl mal andauert, das fehlt. Ich habe immer Angst, das, was ich habe und liebe zu verlieren und ich glaube, das hindert mich daran, es überhaupt zu genießen. Rückblickend finde ich das ganz furchtbar. Meine erste Schwangerschaft konnte ich dadurch nicht genießen. ich hatte so große Angst mein Baby doch noch zu verlieren. jetzt in der 2. Schwangerschaft ist das Ganze nochmal eine Stufe schlimmer. Auch die Babyzeit mit meinem 1. Kind war nicht schön. Ich war viel alleine, depressiv und habe heute noch das Gefühl, was verpasst zu haben. Ich nehme alles oft nur wie durch einen grauen Schleier wahr. Die richtigen schönen Gefühle erreichen mich kaum. Sofort ist da die Angst.
Ich möchte das so gerne ändern. Und richtig leben, fühlen und halt die schönen Zeiten genießen. Wie schafft man das ? Bzw. existiert das überhaupt?

Was mir auch sehr zusetzt ist, dass ich mich für enge Freunde zwar freue, sie aber auch beneide, wenn ich erfahre, dass sie schwanger sind, heiraten etc. Einfach, weil ich denke, dass sie es genießen können und ich die Chance vertue und nicht genieße. Ich mag das an mir gar nicht. Ich will keinen Neid empfinden, ich freue mich doch für sie und wünsche ihnen alles Gute und selbst habe ich das Gleiche schließlich auch schon erlebt. Woher kommt dieses ambivalente Gefühl?

Schönen Gruß


  Re: Innere Einstellung?
no avatar
  Menama**
schrieb am 13.03.2017 08:42
Hallo,
der Grauschleier über allem, was eigentlich glücklich machen könnte/sollte, den Du beschreibst, kenne ich aus depressiven Phasen. Es wird ja oft vergessen, dass Depressionen nicht einfach Traurigkeit sind, sondern körperliche Ursachen haben, und dass man auch nicht gleich Selbstmordabsichten haben muss, wenn man depressiv ist. Wenn Du einen guten Hausarzt hast, würde ich mal mit dem sprechen und um ein leichtes Antidepressivum bitten. Das mag immer noch vorurteilsbelastet sein, ebenso wie der Gang zum Psychiater, der in der Regel besser wäre als der Hausarzt, aber ich finde, ein Leben ohne Grauschleier ist der Versuch wert.
Alles Gute,
Mena


  Re: Innere Einstellung?
avatar  Lucy0803
Status:
schrieb am 13.03.2017 09:51
Hallo!

Nur kurz, da wenig Zeit…. in manchen Teilen deines Beitrags kann ich mich durchaus wiederfinden.
Wie meine Vorschreiberin schon erwähnt hat, könnten deine Gefühle durchaus durch depressive Phasen entstanden sein – es lohnt sich daher bestimmt, hier genauer hinzusehen.

Ich persönlich möchte diese Gefühle (auch wenn sie bei mir selbst vorhanden sind) aber auch nicht überbewerten.
Du fragst „existiert das überhaupt?“ und meinst damit vermutlich, Glücksgefühle immer wahrzunehmen, zu genießen? Grundsätzlich funktioniert das natürlich schon und nachdem du ja dein Problem bereits erkannt hast, bist du auf ziemlich gutem Weg, etwas an deiner Einstellung zu ändern. Jeden Tag umgeben uns schöne Dinge, ob das nun Momente mit der Familie sind, oder die Sonnenstrahlen, die dich beim Autofahren durchs Fenster treffen, ein Marienkäfer auf einem Grashalm im Garten… beobachte deine Umwelt und versuche, einzelne Momente wahrzunehmen und genau zu beobachten. Diese Dinge kann man sehr wohl lernen!
Was ich aber noch sagen wollte: Da ich mich schon viel mit meinem Glück und dem – ich bleibe auch mal beim Wort – Grauschleier beschäftigt habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Glück sowieso nicht dauerhaft, im Sinne eines Dauerzustandes, ist. Glück kommt in einzelnen kleinen Momenten, um dann wieder zu verschwinden. Ein dauerhafter Glückszustand hat für mich eher etwas Pathologisches an sich zwinker

Ich kann dir 2 Bücher empfehlen:

- „Hectors Reise“ von Francois Lelord
Ich mag das Buch sehr und es regt durchaus zum Nachdenken an.
Falls du es liest: Erschreck nicht, aber der Schreibstil ist unglaublich simple, eigentlich wie in einem Kinderbuch. Das war fast das gesamte Buch hindurch sehr gewöhnungsbedürftig.

- „Die Kunst, gelassen zu erziehen“ von Lienhard Valentin
Dieses Buch habe ich eigentlich als Erziehungsratgeber gelesen, jedoch sind sehr viele tolle Passagen dabei, um Achtsamkeit zu erlernen, nicht nur in der Beziehung zu deinem Kind, sondern allgemein.

Alles Liebe, L.


  Re: Innere Einstellung?
no avatar
  gelöschter User
schrieb am 13.03.2017 20:53
Zitat
Lucy0803
Jeden Tag umgeben uns schöne Dinge, ob das nun Momente mit der Familie sind, oder die Sonnenstrahlen, die dich beim Autofahren durchs Fenster treffen, ein Marienkäfer auf einem Grashalm im Garten… beobachte deine Umwelt und versuche, einzelne Momente wahrzunehmen und genau zu beobachten. Diese Dinge kann man sehr wohl lernen!
Was ich aber noch sagen wollte: Da ich mich schon viel mit meinem Glück und dem – ich bleibe auch mal beim Wort – Grauschleier beschäftigt habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Glück sowieso nicht dauerhaft, im Sinne eines Dauerzustandes, ist. Glück kommt in einzelnen kleinen Momenten, um dann wieder zu verschwinden. Ein dauerhafter Glückszustand hat für mich eher etwas Pathologisches an sich zwinker

Gut geschrieben, Lucy. Glück ist kein Zustand und passiert nicht. Für Glücksgefühle bin ich selbst verantwortlich. Achtsamkeit hilft dabei sehr, das Schöne in sich, in anderen und in der Umwelt wahrzunehmen. Das ist eine Übungsssache. Ich habe diese Achtsamkeit während der tiefsten Trauer um meine Tochter gelernt und konnte in der Zeit kurze Momente sogar glücklich sein.
Achtsamkeit lernen kann man gut, indem man mit offenen Augen die Schönheit der Natur wahrnimmt. Yoga hat mir zu innerer Achtsamkeit verholfen.

LG Nozilla




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