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  Re: @rRegina 40
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   Blüte
schrieb am 01.10.2014 17:29
Ich sprach von UNSEREM Kulturkreis, heutzutage.

Natürlich hat man früher viele, viele Kinder bekommen, damit man im Alter versorgt ist. Bei uns auch und in vielen Ländern dieser Erde ist das nach wie vor so, übrigens auch, weil die Kindersterblichkeit sehr hoch ist und viele der Kinder erst gar nicht das Erwachsenenalter erreichen.

Unter diesem Aspekt kann man (und muss man womöglich sogar) natürlich mit vielen Kindern "vorsorgen". Das meinte ich aber überhaupt nicht.

Ich war in unserem Kulturkreis unterwegs, wo es für die finanzielle Seite im Alter völlig egal ist, ob man ein Kind hat, zwei oder gar keines. Und bitte jetzt nicht argumentieren, dass man mit Kindern mehr Geld ausgibt oder Elternzeit einlegt oder halbtags arbeitet und dann im Alter weniger hat. Ich spreche davon, dass es nicht mehr von der Zahl der Kinder abhängt, ob man versorgt wird oder nicht.

Ob der Tod eines Kindes besser zu verkraften ist, wenn Geschwisterkinder da sind, das weiß ich nicht, das vermag ich nicht zu beurteilen, zum Glück.
Letztlich kann das niemand beurteilen, weil niemand in beiden Situation war (Tod eines Kindes mit Geschwistern und Tod eines Kindes ohne Geschwistern). Es ist sicher eine sehr individuelle Frage, aber meine Argumentation ging dahin, dass man immer um dieses EINE Kind trauern wird, dem das Leben genommen wurde, das man vermisst, dem so vieles nicht vergönnt war und dass es unter diesem Aspekt unerheblich ist, ob noch andere Kinder da sind. Denn es bleibt dabei: DIESES Kind fehlt und diesem Kind wurde die Zukunft genommen.
"Die Zukunft" als solche wird es immer geben, mit einem Kind mehr oder weniger auf dieser Erde. Der entscheidende Aspekt für mich ist, dass DIESES Kind nicht mehr da ist.

Blüte


  Re: @rRegina 40
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   Tyleet
schrieb am 01.10.2014 23:36
Zitat
Blüte
Ich sprach von UNSEREM Kulturkreis, heutzutage.
Du kannst aber nicht UNSEREN Kulturkreis zugrundelegen und als Maßstab ansetzen. Du weißt ja z.B. gar nicht, ob die betroffene Familie aus UNSEREM Kulturkreis stammt. Und selbst innerhalb UNSERES Kulturkreises fühlen und handeln die Menschen diesbzgl. unterschiedlich. Insb. was die "soziale Vorsorge" angeht.


Ja, lassen wir die finanzielle Seite mal außen vor, ich glaub, das ist sehr OT.
Die soziale "Vorsorge" spielt hierzulande, heutzutage aber durchaus eine Rolle. Ich bin jetzt seit ca. 10 Jahren in einer stabilen Partnerschaft bzw. jetzt Ehe. Was glaubst du, wie oft wir die Frage hören, warum wir keine Kinder haben? Am Anfang haben wir die Behandlungen verschwiegen und auch mal behauptet, dass wir keine wollen. Oft hab ich Kommentare gehört a la: Warum? Was machst du denn dann im Alter? Wie wird das mit dir dann mal im Alter sein? Einer von euch wird doch später mal... ähm... "übrig bleiben" und der wird dann ganz einsam und allein sein. Furchtbar. Stell ich mir ganz schlimm vor, so allein im Alter.


Zitat
Blüte
Ob der Tod eines Kindes besser zu verkraften ist, wenn Geschwisterkinder da sind, das weiß ich nicht, das vermag ich nicht zu beurteilen, zum Glück.
Letztlich kann das niemand beurteilen, weil niemand in beiden Situation war (Tod eines Kindes mit Geschwistern und Tod eines Kindes ohne Geschwistern).
Doch, es gibt eine (hoffentlich!) kleine Gruppe, die das beurteilen kann: Diejenigen Eltern, die ihr einziges Kind verloren haben und sich nach diesem Verlust nach einem weiteren sehnen. Eine solche Frau hab ich in der KIWU kennen gelernt. Ü40 und das einzige Kind war verstorben. Sie musste dann wg. ihres Alters med. Hilfe beanspruchen. Und hat mehrfach betont, dass das neue Kind kein Ersatz für das alte wäre, ihr aber über ihre große Trauer hinweghelfen würde. Sie wieder nach vorne blicken lassen würde.


Zitat
Blüte
Es ist sicher eine sehr individuelle Frage, aber meine Argumentation ging dahin, dass man immer um dieses EINE Kind trauern wird, dem das Leben genommen wurde, das man vermisst, dem so vieles nicht vergönnt war und dass es unter diesem Aspekt unerheblich ist, ob noch andere Kinder da sind. Denn es bleibt dabei: DIESES Kind fehlt und diesem Kind wurde die Zukunft genommen.
"Die Zukunft" als solche wird es immer geben, mit einem Kind mehr oder weniger auf dieser Erde. Der entscheidende Aspekt für mich ist, dass DIESES Kind nicht mehr da ist.
Stimme zu. Auch Geschwisterkinder ändern nichts an der Tatsache, dass dieses eine Kind nicht mehr da ist. Und dass die Eltern um es trauern. Aber ich bleibe bei meiner Meinung, dass Geschwisterkinder über die Trauer hinweghelfen. Sie sorgen dafür, dass die Eltern ins Leben zurückfinden und nicht in ihrer Trauer verharren können. Schließlich müssen die anderen Kinder auch versorgt und betreut werden. Auch sorgen die Geschwister vielleicht irgendwann dafür, dass die Eltern später mal Oma und Opa werden. Auch im Alter dann noch eine Aufgabe haben und nicht nur in ihrer Vergangenheit und in ihrer Trauer leben.


LG, Tyleet


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.10.14 23:38 von Tyleet.


  Re: @rRegina 40
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   pmami
schrieb am 02.10.2014 09:00
Ich finde es furchtbar, ganz furchtbar, dass hier der Schmerz von Eltern, die eines von mehreren Kindern verloren haben, aufgewogen und für leichter befunden wird als der Schmerz von Eltern, die ihr einziges Kind verloren haben. Wem hilft das ? Sein Kind zu verlieren ist das furchtbarste, was einem passieren kann. Müssen wir hier wirklich kleinlich Münzen zählen und feststellen, dass es für denjenigen, der nur ein Kind hatte, noch ein klein wenig furchtbarer ist ?

Bitte lasst diese Diskussion an dieser Stelle enden. Bitte.

Viele Grüße pmami


  Re: @rRegina 40
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   Blüte
schrieb am 02.10.2014 09:27
Doch Tylett,

ich kann unseren Kulturkreis zugrunde legen, das ist eine ganz normale Kommunikationsregel. Sonst müsste ich bei jeder Äußerung, die ich tue, eine Relativierung einfügen, in welchem Kulturkreis ich gerade argumentiere.

Ich bin z.B. der unbedingten Meinung, dass Frauen das Wahlrecht besitzen sollten und eine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau herrschen sollte. In UNSEREM Kulturkreis ist das zumindest theoretisch Standard, das gilt nicht für alle Kulturkreise.

Also müsste ich hinter eine Äußerung wie: "Ich bin der Meinung, dass Frauen das Recht haben, arbeiten zu gehen!", sofort ein "Natürlich nur in unserem Kulturkreis" anfügen. Zu so einer Art der Diskussion bin ich aber weder bei diesem noch bei anderen Themen bereit.

Zum Thema "Tod eines Kindes" habe ich alles gesagt, mehr möchte ich nicht hinzufügen, denn so eine (pseudo-) analytische Diskussion wird dem Thema und dem Leid nicht gerecht, das damit verbunden ist.
Leid und Kummer kann man nicht vergleichen, das ist einer der wesentlichen Grundsätze dieses Kummerkastens und damit ist die Diskussion für mich beendet.

Blüte


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  Diskussion trifftet ab
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   keineLösung
schrieb am 02.10.2014 13:43
Die Diskussion trifftet leider ab und ich wollte doch lieber nochmal auf das eigentliche Thema zurück kommen.

Wie geht man in der Partnerschaft mit unterschiedlichen Meinungen zum Kinderwunsch um?

Kann man als Frau dieses ausweglose Situation leichter ertragen, wenn man sich sterilisieren läßt und somit gar nicht mehr schwanger werden kann? Denn ein normaler Umgang mit der Sexualität ist so kaum mehr möglich, wenn man den Kopf nicht frei bekommt.

Ist es überhaupt möglich, den Kopf über das Herz zu stellen und Wünsche für immer ganz tief in sich einzuschließen?

Was habt Ihr für Erfahrungen damit gemacht?

Und bitte keine Kommentare mehr zum Thema Tod eines Kindes und "Ersatzgeschwister". Eröffnet dafür bitte eine eigene Diskussion.

Vielen Dank.


  Re: Diskussion trifftet ab
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   Tyleet
schrieb am 02.10.2014 15:24
Zitat
keineLösung
Die Diskussion trifftet leider ab und ich wollte doch lieber nochmal auf das eigentliche Thema zurück kommen.

Wie geht man in der Partnerschaft mit unterschiedlichen Meinungen zum Kinderwunsch um?

Kann man als Frau dieses ausweglose Situation leichter ertragen, wenn man sich sterilisieren läßt und somit gar nicht mehr schwanger werden kann? Denn ein normaler Umgang mit der Sexualität ist so kaum mehr möglich, wenn man den Kopf nicht frei bekommt.

Ist es überhaupt möglich, den Kopf über das Herz zu stellen und Wünsche für immer ganz tief in sich einzuschließen?

Was habt Ihr für Erfahrungen damit gemacht?

Und bitte keine Kommentare mehr zum Thema Tod eines Kindes und "Ersatzgeschwister". Eröffnet dafür bitte eine eigene Diskussion.

Vielen Dank.

Hallo,

was mir als erstes ins Auge fällt: Warum willst DU dich denn sterilisieren lassen? ER will doch keine weiteren Kinder mehr. Soll also er sich sterilisieren lassen. Erstens ist der Eingriff beim Mann weniger invasiv, zweitens wäre es die logische Konsequenz aus seiner Aussage. Lass ihn also dieses Zeichen setzen.
Bestimmt wird der Umgang mit der Sexualität dann wieder lockerer. Und das Hibbeln in der 2. Zyklushälfte fällt auch weg.
Den Kinderwunsch an sich wird aber wohl kein Operateur der Welt wegschnibbeln können. Selbst wenn einer von euch sterilisiert ist, wirst du immer wieder an deinen Wunsch erinnert. Draußen, wenn du Kinder siehst. Oder wenn jemand aus deinem Bekanntenkreis ss wird.
Ob das Wissen, dass es bei euch ja eh nicht mehr geht, hilft, diese Situation dann zu meistern, vermag ich nicht zu sagen.

Was mir noch auffällt: du schreibst in deinem ersten Post, dein Mann hält den Nervenkrieg nicht mehr aus.
Wir haben während unserer 3 ersten ICSIs auch sehr gelitten. Dann haben wir eine lange Pause eingeschoben. Und sind zu einer Therapie gegangen. Nicht nur, aber auch wg. dem KIWU und weil wir das Gefühl hatten, wir kommen mit dem ganzen alleine nicht mehr klar. Der KIWU strahlte dann in andere Lebensbereiche aus und beeinträchtigte schließlich unser ganzes Leben. Unseren Alltag.
In der Therapie wurde uns dann geholfen. Unsere Situation wurde von außen analysiert. Wir konnten über alles dort sprechen: Unsere Hoffnungen, Enttäuschungen, Ängste, Erwartungen. Vieles konnten wir dort bearbeiten. Enttäuschungen verarbeiten. Uns wieder neu finden. Und Strategien erlernen, dass der KIWU nicht mehr den ganzen Alltag überschattet.
Dann kam unsere 4. ICSI und sie war viel leichter als die davor. Weil sie nur so "nebenher" lief. Nicht mehr unseren Alltag bestimmte. Und deshalb nicht mehr so kräfte- und nervenzehrend war.
Was ich sagen will: Ängste kann man bearbeiten. Und sollte man auch. Hilft einem auch in anderen Lebensbereichen, denn Ängste sind ja nicht nur auf KIWU beschränkt zwinker

Alles Gute & ich wünsche dir, dass dein Mann es sich nochmal anders überlegt.
Falls nicht, dann wünsche ich dir, dass du es annehmen kannst und glücklich wirst.

LG, Tyleet


  Re: Diskussion trifftet ab
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   Coco2012
Status:
schrieb am 02.10.2014 15:39
Liebe keineLösung,

war ist es bei uns nicht so, dass einer von uns beiden kein Kind mehr möchte, aber die Situation bei uns auch nicht ganz leicht ist (siehe hierzu meine Signatur).
Wir haben auch nach einem langen steinigen Weg unsere Tochter in den Armen halten dürfen und mein Verstand sagt mir, sei glücklich damit, aber mein Gefühl sagt mir, da fehlt noch etwas, bzw. jemand und mein Mann und ich versuchen wieder ein Kind zu bekommen. Letzten Monat war der Test dann tatsächlich positiv, doch das Ende war, wie sollte es auch anders sein, eine erneute FG i der 7. Woche.
Dieses Ereignis lässt mich im Moment hin und her schwanken, zwischen "ja unbedingt weiter versuchen, es muss doch noch einmal klappen" und "genieß doch einfach was Du hast, lass es gut sein und tu Dir nicht weitere Enttäuschungen an".

Zugegeben, auch unsere Partnerschaft leidet, denn das Hoffen und die Trauer sind nicht immer leicht zu ertragen.
Hast Du denn Deinem Mann genau gesagt, was in Dir vorgeht und was Du Dir wünschst und vor allem, konnte er Deine Wünsche/Gefühle verstehen? Er muss sie nicht akzeptieren, oder umsetzen, aber hat er sie verstanden? Im Umkehrschluss, konnte Dein Mann Dir seine Situation zufriedenstellend erklären, oder hast Du das Gefühl, da fehlt noch etwas. Totschlagargumente (Finanzielle Situation, FG und weitere Risiken) finde ich zählen hier nicht zu, sondern eher hier dann mal die emotionalen Aspekte. Ich habe gerade das Gefühl, Du befindest Dich auf der emotionalen Ebene und Dein Mann auf der Sachebene und das müsst ihr ändern um eine Lösung und einen gemeinsamen Weg zu finden. Vielleicht kann der eine den anderen dann ja doch auf "seinen Weg" mitnehmen.
Ich denke, es ist niemals möglich einfach so den Verstand über das Herz zu stellen, aber man kann beginnen, sich dem Positiven, das man hat und was der Verstand einem verdeutlicht, zuzuwenden und die Trauer über das "nicht Erreichte" anzunehmen und verblassen zu lassen. Ich gehe davon aus, dass Dein Kind und Dein Mann für Dich das wichtigste auf der Welt sind und dann ist alles möglich.

Denke daran, Du hast ein Kind und das ist großartig! Alles weitere, was das Leben für Dich bereitstellt, weiß nur die ominöse Glaskugel. Ich versuche zumindest jetzt intensiver, mich an dem zu erfreuen, was ich habe, denn ich weiß nicht, was morgen kommt.

LG
Coco


  Re: Diskussion trifftet ab
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   keineLösung
schrieb am 02.10.2014 16:02
Hallo allesamt,

ich danke Euch sehr für die vielen Gedankenanstöße.

Es tut gut, dass ich mich da nicht allein durchschlagen muss, sondern dass Ihr mir mit Euren Ratschlägen neue Wege aufzeigt. Das hilft, die Dinge in einem anderen Licht zu betrachten und neu zu überdenken.

Ich kann meinen Mann ja verstehen, da seine "Kopfargumente" für mich logisch und nachvollziehbar sind. Ich denke, er versteht eher meine "Gefühlsargumente" nicht, weil er diese Sehnsucht nicht kennt. Er ist zufrieden und glücklich und hat alles, was er sich erträumt hat.

Ich denke über das Sterilisieren nach, weil mir das am Ende helfen könnte. Wenn es wirklich keine Möglichkeit gibt, ihn umzustimmen, dann möchte ich selbst die Sache in die Hand nehmen. Dann treffe ich diese Entscheidung für mich selbst und kann dazu stehen. Versteht Ihr, wie ich das meine? Das wäre nur eine Option, und ob ich das durchziehen würde, weiss ich jetzt noch nicht. Ist halt einer von vielen Gedanken, die durch meinen Kopf geistern.

Ich grüße Euch alle lieb und freue mich über weitere Gedankenanstöße! winkewinke


  Re: Diskussion trifftet ab
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   ohmnannn
schrieb am 03.10.2014 19:44
lass dich bloss nicht sterilisieren.....

stell dir mal vor,der schlimmste fall tritt ein.... er verläßt dich, war ihm alles zuviel oder midlifecrisis..oder oder oder

ich mein es nicht bös...aber dann hast du noch mehr schwierigkeiten deinen wunsch vlt nochmal später zu realisieren...

mach es nicht.


  Re: Diskussion trifftet ab
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   blauesTeufelchen
Status:
schrieb am 03.10.2014 21:14
sterilisieren würde ich mich jetzt auch nicht. aber eine längerfristige verhütung wie etwa die spirale für fünf jahre. du weißt damit, dass eigentlich nix passieren kann, aber wenn doch was passiert, sollte es eben so sein. verhütungsfehler sind eigentlich ausgeschlossen.

wir sind ja nicht leicht schwanger geworden. und wir würden jetzt nicht mehr versuchen, ein kind zu bekommen. aber wir haben nach dem ersten kind gesagt, dass unser kind es zumindest verdient hat, dass wir es versuchen. ich sehe es einfach als "natürlich" an, dass der mensch in einem familienverband aufwächst, also mehr als ein kind (das ist meine meinung). deswegen haben wir entschlossen, noch versuche (icsi) zu wagen, wobei ich jedoch festgelegt habe, wie viele: die uns bewilligten behandlungen hätte ich nicht ausgeschöpft. selbst war für uns ein weiteres kind nicht so wichtig. wir waren glücklich über unser eines geschenk und wollten das glück anfragen, aber nicht herausfordern.


  Re: Mann will kein Kind mehr
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   Nummerdrei
schrieb am 03.10.2014 22:51
Hallo,

ich war nach meinem zweiten Kind in genau Deiner Situation. Mein Mann war glücklich, so wie es war, aber ich hatte diesen unglaublichen Wunsch nach einem dritten Kind. "Kopfargumente", wie Du es so schön nennst, hatte er ohne Ende, ausserdem glaube ich, das Männer so einen dringenden Kinderwunsch nicht nachempfinden können.
Ich war wirklich todunglücklich und bin mir nicht sicher ob unsere Beziehung das auf Dauer ausgehalten hätte und ich es ihm in dunklen Stunden nicht irgendwann vorgeworfen hätte.
Schliesslich habe ich ihn überredet, dann hat es ewig nicht geklappt. Und als ich dann endlich schwanger war, hat es ihm die Schuhe ausgezogen. Er hat anscheinend gedacht, dass es nicht mehr klappen würde. Die Schwangerschaft war nicht schön, mein Mann hat sie eigentlich ignoriert. Zeitweise war es so schlimm, dass ich mich schon alleinerziehend mit drei Kindern gesehen habe. Dann kam die Maus auf die Welt und hat ihn verzaubert. Er vergöttert sie (mehr als die anderen, damals smile ) und unser Leben ist perfekt.
Trotzdem weiss ich nicht, ob ich ihn noch einmal überreden würde, er hat sich für mich schon sehr verbogen. Ich denke, wenn auch nur ein winziger Parameter schief gegangen wäre, hätte es ein anderes Ende genommen. Auf der anderen Seite hätte ich mich sonst wahnsinnig verbiegen müssen....

Du siehst, auch im Nachhinein kann ich Dir keinen guten Ratschlag geben, Ihr werdet Euren eigenen Weg finden müssen.

Deinen Gedankengang mit der Sterilisation (oder anderer Verhütung) kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe mich nach der Geburt (KS) von Nummerdrei sterilisieren lassen um einen weiteren Kinderwunsch (ich hätte durchaus gerne noch ein viertes Kind Ich wars nicht) gar nicht erst aufkommen zu lassen. Und auch als wir mitten in diesem dritten Kind Drama steckten hab ich mir oft überlegt einfach mit der Pille anzufangen um mal selbst wieder runterzukommen. Man begibt sich nicht mehr ins monatliche Gedankenkarussell und überlegt sich wie man den Herren doch noch überredet bekommt....

Ich drück Dir die Daumen dass Du glücklich wirst, egal auf welchem Weg!
Liebe Grüße
Katharina


  Re: Mann will kein Kind mehr
avatar    Chari
Status:
schrieb am 06.10.2014 15:16
Ich kann den Gedanken "Sterilisieren" auch vollkommen verstehen. Habe mir in der Hinsicht auch schon Gedanken gemacht gehabt.

Ich bin wahnsinnig froh über unsere beiden, hat auch lange genug gedauert, etc. Aber der Wunsch nach einem 3. war doch da ... noch eine Schwangerschaft, noch mal ein Kind. Es ist doch einiges nicht so gelaufen gewesen, wie ich es gehofft hatte. Vielleicht auch daher noch mal der Wunsch. Wir verhüten seit der Geburt der beiden nicht mehr, ist es mehr als unwahrscheinlich, dass was passiert. Wobei ich noch dazu sagen muss, dass unser Liebesleben eher schläft (seltener stattfindet), von daher ...
Ich hab schon, als wir in der KiWuZeit mit unsren beiden waren über Sterilisation nachgedacht. Wir hatten uns einen Endzeitpunkt festgemacht. Entweder hat es bis dahin geklappt, oder wir versuchen es nicht weiter. Und da wollte ich dann für mich den definitiven Cut haben. Seit der Geburt habe ich diesen Gedanken so nicht mehr.
Wir waren vor kurzem im Urlaub gewesen und hatten in der "gefährlichen Zeit" auch Sex. Und dann hatte ich passend (Einnistungszeitraum) auf einmal eine leichte Blutung, nur einen WC-Gang und dann war's wieder weg. Und die folgenden Tage unterschwellige Übelkeit und ein Ziehen im Unterleib. Da dachte ich kurz dran, dass es vielleicht doch passiert ist ...
Und dann kam die Mens ...
Wir fangen gerade an zu Überlegen wegen eigenem Haus ... ob Bauen oder Kaufen, müssen wir noch gucken.
Ich bin gerade dabei mich von dem Wunsch nach einem weiteren Kind zu lösen. Wir wollen endlich mal einen Großteil, was noch verkaufbar ist, an Babyklamotten und -spielzeug verkaufen (ob über Kindersachenbasar oder ebay-Kleinanzeigen oder so, mal gucken). Und ich hab mal meine eine Schwangerschaftshose ausgekramt. Meinen Kids ist ihr einer Schlafsack zu kurz geworden, da wollte ich jetzt unten ein bissel was auftrennen und den Bund von der Hose umfunktionieren als Bündchen für die Füße für die Schlafsäcke. Zumal sie eh Schlafsäcke nicht so mögen und lieber die Beine besser bewegen können wollen. Haben so Schlafsäcke mit offenen Füßen unten, aber die waren nach dem Urlaub in der Wäsche, so dass ich auf andere umsteigen musste. Den Sommer über waren sie wegen der Wärme ohne Schlafsäcke, aber so langsam kommt die Zeit dafür wieder. Für mich ist das Zerschnippeln der Hose (will dann den Rest der Hose auch noch anderweitig erwenden/umfunktionieren) dann noch mal so ein symbolischer Schritt.
Für das Haus planen wir mit der aktuellen Ist-Situation (an Personen). Wäre dann noch mal ein Abschluss mit dem Gedanken.
Ich tu mir nicht immer leicht, aber im Prinzip bin ich so schon froh und glücklich.
Ich weiß aber nicht wie es wäre, wenn ich jetzt nur ein Kind hätte. Ich glaube, dann könnte ich nicht ganz so leicht abschließen.

Ich find also den Weg "Sterlisieren" nicht abwegig und versteh auch total, dass du das für dich dann entscheiden und durchziehen möchtest. Als richtigen Cut für dich. Ich hätte es in dem Fall, wenn es nicht geklappt hätte, auch sehr strk in Erwägung gezogen bzw. geplant. Hatte das auch meinem Mann gesagt gehabt und mit ihm drüber gesprochen. Ich würde auch nicht von ihm erwarten, dass er sich sterilisieren lässt - sein SG war eh mehr als grottig (von Azoospermie, über immerhin vereinzelt Spermien gefunden, bis immerhin ganz gut ICSI-tauglich nach "Pimpen mit diversen Sachen von ihm") von daher ...


  Re: Mann will kein Kind mehr
no avatar
   gelöschter User
schrieb am 08.10.2014 19:11
gelöscht


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.11.14 11:39 von Frieda69.


  Re: Mann will kein Kind mehr
no avatar
   Silvesterkind
Status:
schrieb am 09.10.2014 12:31
Ich kann bei Frieda unterschreiben. Eine Spirale ist auch schon sehr "endgültig", ohne dass es wirklich endgültig ist, Einnahmefehler oder Pannen sind ausgeschlossen. Dennoch hast du immer noch die Option, es dir anders zu überlegen, falls sich irgendwas in deinem Leben ändert (sei es die Einstellung deines Mannes oder eine neue Partnerschaft). Ich habe während der vier Jahre hier im Forum von so vielen Fällen von Frauen gelesen, die sich hatten sterilisieren lassen, weil der Kinderwunsch angeblich definitiv gestorben war (in deinem Fall ist es nicht mal so), und dann haben sie es bitter bereut und haben durch IVF versucht, ein Kind zu bekommen, sei es mit einem neuen oder mit dem alten Partner, was mit Strapazen und Kosten verbunden ist. Hier im Forum gibt es so viele Menschen, die unfruchtbar oder ungeschränkt fruchtbar sind. Du hast das Glück, dass es bei dir nicht so ist...ich würde an deiner Stelle meine Fruchtbarkeit nicht opfern, um meinen Kinderwunsch zu bestrafen. Selbst wenn du sterilisiert bin, wirst du leiden, wenn du weiter einen Kinderwunsch hast...womöglich noch mehr, weil es wirklich endgültig ist.

Alles liebe!




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