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  Das Nichtstun-Können macht mich traurig
avatar    MissLuna73
Status:
schrieb am 25.08.2013 19:40
Hallo ihr Lieben,

nach abgehakter KiWu-Behandlung sind wir nun mitten im Adoptionsverfahren. Es gab bereits ein Treffen mit einer möglichen abgebenden Mutter, welche noch schwanger ist. Es sind auch noch ein paar Monate bis zum ET. Entgegen ihren Aussagen uns gegenüber scheint sie doch noch recht unsicher zu sein. Das steht ihr natürlich absolut zu.

Mich macht diese Situation aber gerade sehr traurig. Schon in der KiWu-Behandlung konnte man nichts groß tun, man musste immer abwarten und sich auf andere und im Endeffekt auf den eigenen Körper verlassen. Nun sind wir wieder in der Situation, von anderen abhängig zu sein. Dabei möchte ich doch auch nur einem Kind ein zu Hause geben und Liebe schenken. Möchte mich auch darüber freuen und Babysachen kaufen. Ich habe dieses Jahr keine Lust auf Weihnachten, wenn wir es wieder ohne Kind verbringen werden. Ich bin dann traurig und möchte bei meinen Schwiegis nicht wieder einen auf Familie machen. Bei meinen Eltern ist es ruhiger, das geht dann.

Naja, gerade bin ich einfach nur traurig und auch meine neue Tasche hilft mir nicht. Gute Nacht Ich will nur diesen Teil meines Lebens mitentscheiden und nicht auf das Gutdünken anderer angewiesen sein. traurig

Liebe Grüße
Luna


  Re: Das Nichtstun-Können macht mich traurig
avatar    Julikeks
Status:
schrieb am 25.08.2013 23:40
Liebe Luna,

es fällt mir gar nicht so leicht zu Deinem Thema etwas sinnvolles zu schreiben, (denn ich stecke nicht in Deiner Situation) aber ich versuche es trotzdem mal:

Erstmal finde ich es positiv, dass ihr so schnell durch das Bewertungsverfahren gekommen seid und sogar ein mögliches Adoptivkind in Sichtweise ist!!! Das ist sehr gut, ich dachte die Wartezeiten seien da deutlich länger. Gratulation! vertragen

Ansonsten wäre es vielleicht sinnvoll die Sache weniger als etwas zu sehen, wo Du "aus das Gutdünken anderer angewiesen bist" wie Du es formulierst, sondern als etwas was man einfach nicht in der Hand hat.
Diese ganze KiWu-Sache ist leider völlig unberechenbar (egal ob jetzt GvnP, ICSI, Adoption) und schlussendlich wissen wir alle nicht ob wir mit gesundem Kind da raus gehen, aber ich verstehe Deinen Wunsch nach mehr Kontrolle sehr gut. (Ich denke auch, dass Du den abschließenden Spruch in Deinem Profil nicht ohne Grund gewählt hast zwinker). Vielleicht wäre es hilfreicher für Dich z. B. so zu denken: "Ich habe die Entscheidung der Frau zwar nicht in der Hand (genauso wenig wie andere beeinflussen können ob sie im laufenden Versuch schwanger werden/ein gesundes Kind bekommen), aber ich tue weiter alles dafür, dass sich mein Wunsch erfüllt. "

Ich meine: Wenn dir Frau ihr Kind zur Adoption freigibt und ihr das sicher wüsstet, hättet ihr noch immer die Zitterpartie ob bei der Geburt alles gut geht, ob das Kind gesund ist...

Da Du im Plan B machen ganz gut bist: hast Du vielleicht einen Plan C der Dir jetzt helfen könnte? Z.B. Ausland? Denn irgendein Plan klappt immer...

Das Deine Tasche jetzt gerade nicht hilft verwundert mich nicht, Dich etwa? Aber schön, dass Du Dir trotzdem versuchst etwas Gutes zu tun smile.

Lg, Julikeks


  Re: Das Nichtstun-Können macht mich traurig
no avatar
   bluete83
schrieb am 26.08.2013 09:44
Liebe MissLuna73,

ich kann deinen Frust - denke ich - etwas nachvollziehen, auch wenn ich mich noch mitten im Behandlungs"marathon" (ICSI) befinde. Ihr habt meinen vollsten Respekt nach einer ICSI auf Plan B - Adoption umzuschwenken. Wenn ich dein Profil lese geht ein Lächeln über mein Gesicht.... Man liest daraus wirklich, dass ihr vollster Überzeugung diesen Weg geht.
Ja das Warten, Hoffen und das Gefühl, dass man das Ganze nicht selbst in der Hand hat, macht einen manchmal (oder auch etwas öfters) ganz schön zu Schaffen. Ich denke, dass kennt jede aus diesem Forum auf die eine oder andere Weise.
Auch ich bin daran manchmal - je nach Gemütsverfassung - schon verzweifelt. Es hilft mir persönlich, mir immer wieder klar zu machen, dass wir alle leider keine Garantie haben, dass unser größter Wunsch in Erfüllung geht. Wir können es nicht erzwingen .... es befindet sich außerhalb unserer Beeinflussbarkeit.
Wir alle tun aber alles, was wir tun können, damit unser Wunsch in Erfüllung geht!! Das zeigt ja auch, welchen Weg wir bereit sind zu gehen dafür....

Und das tust du gerade doch auch! Ihr seit als Adoptiveltern anerkannt und habt nun die Chance einen Säugling zu bekommen. Ja, es gibt keine Garantie, dass ihr das Baby bekommt. Es kann noch soviel schief gehen.... aber ihr seit einen Schritt weiter.

Die Angst vor Weihnachten kann ich voll verstehen. Mir geht es ganz genauso. Mir graut es auch schon davor, wieder ein Weihnachtsfest zu feiern, fröhlich zu sein. Und doch immer daran zu denken, dass wieder ein Jahr rum ist, ohne dass man "einen Erfolg" verbuchen konnte. An diesen Tagen im Jahr wird mir immer wieder bewusst, wie doch die Zeit rennt.... wie alle anderen ihr Leben weiter leben, Kinder bekommen und man selbst tritt seit Jahren auf der gleichen Stelle..... ach jetzt bin ich auch etwas traurig.
Lieben Gruß und alles Gute
Bluete83


  Re: Das Nichtstun-Können macht mich traurig
no avatar
   kjoi
schrieb am 26.08.2013 10:43
Ich habe zwei Kinder und hoffe aber trotzdem, dass ich Dir helfen darf und kann.

Ich kann sehr gut verstehen, dass es Dich traurig macht, dass Du momentan an Deinem Herzenswunsch nicht "arbeiten" kannst, sondern die Welt sich einfach weiter dreht und Du das Gefühl hast, Du musst abwarten und Däumchen drehen. Das ist schwierig und das ist sehr verständlich. Aber es ist ein Phänomen, das auf viele Lebensbereiche zutrifft und auch der heutigen Zeit geschuldet ist. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und glauben immer, durch Leistung, durch Aktion etwas erreichen zu können. Wären wir nur besser, schöner, schneller, könnten wir unser Ziel immer erreichen. Klappt das nicht, sind wir mit unseren Strategien aus der Bahn geworfen, mehr Anstrengungen kannst Du momentan nicht unternehmen. Und fühlen uns dadurch "nicht gut genug", "nicht Teil der Gesellschaft: alle anderen haben XX" usw. Das trifft für Dich momentan auf den Kinderwunsch zu. Aber hast Du ein Kind werden Dich vielleicht andere Dinge plagen. Bei mir sind das beispielsweise berufliche Sorgen: durch meine Herzenskinder kann ich nicht viel arbeiten, kann ich mir nicht die sichere berufliche Zukunft aufbauen, die ich mir wünschen würde. Es plagen mich Fragen wie: was mache ich, wenn mein Vertrag ausläuft? was mache ich, wenn ich NIE WIEDER einen Job finden kann? Und daran ändern kann ich momentan auch nichts, sie sind klein, ich will nicht mehr als 20 Stunden arbeiten und dann ist die Lage eben so. Trotzdem belastet es mich wo ich doch besser die Zeit genießen sollte.

Und nur das kann ich Dir raten: genieße Dein Leben jetzt, so wie es ist. Suche Dir Dinge aus, die Du beeinflussen kannst und genieße sie. Ein Urlaub, ein schönes Abendessen mit Deinem Mann, ein Theaterbesuch, oder ähnliches. Was hat Dir Spaß gemacht bevor Dich der Kinderwunsch belastet hat, was hast Du gerne gemacht?
Bevor ich schwanger wurde, hat es mir gehofen, dass jemand zu mir sagte: Verhalte Dich mütterlich gegenüber Deinen ungeborenen Kindern! Ja, es stimmt, man kann trotzdem mütterlich sein. Was für mich bedeutet, dass man gut auf sich aufpasst, dass man eigene Gefühle ernst nimmt, dass man für sich und seine Lieben da ist. Du musst nicht immer fröhlich sein, ganz bestimmt nicht. Aber ganz bewußt für Dich! Es wird vielleicht schon bald ein kleines Lebewesen in Dein Leben treten, Dich voll und ganz brauchen, mit Haut und Haaren. Da hast Du wenig Zeit für Dich, und dieser kleine Mensch braucht eine Mama, die in sich ruht. Und das erreichst Du bestimmt am Besten, wenn Du jetzt auf Dich achtest.

Mein Mann und ich planen größere Veränderungen für unsere Familie (Umzug usw.). Ich begleite das immer mit meinen Sorgen: was wäre wenn? (Für Deinen Fall: was wäre wenn wir nie ein Kind bekommen?) Mein Mann sagte neulich zu mir: wir sollten das alles mal mit mehr Neugier und Freude betrachten. Wir wollen was tolles erreichen, dazu braucht es vielleicht einen steinigen Weg aber wenn wir uns für das Ziel nicht begeistern können dann macht es wenig Sinn.

Vielleicht schaffst Du es ja, freudig auf Euer Kind zu warten und die Wartezeit für Dich und Deine Familie zu nutzen. Ich wünsche es Dir und weiß aber, dass es total schwierig ist.


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  Re: Das Nichtstun-Können macht mich traurig
avatar    MissLuna73
Status:
schrieb am 26.08.2013 19:36
Hallo ihr Lieben,

danke für eure Antworten und Anregungen! Ja, ich sollte mich mehr auf das konzentrieren, was wir schon erreicht haben. Das stimmt. Und wir hatten im Zusammenhang mit der Ado bisher so viel Glück, es ist alles sehr schnell gegangen. Dafür muss ich schon auch dankbar sein.
Meistens gelingt es mir ganz gut, meine Mitte zu finden und mich an das Gute zu erinnern bzw. zu besinnen, was auch ohne Kind schön ist. Aktuell sind wir viel mit unseren Wellis beschäftigt, wo wir seit letzter Woche zwei "Neuzugänge" haben.

Ich kann mich sonst auch recht gut ablenken, nur manchmal gewinnt eben die Traurigkeit. Nur für Weihnachten muss ich mir echt was einfallen lassen, aber das ist schon fast wieder ein Thema für sich...

Liebe Grüße
Luna


  Re: Das Nichtstun-Können macht mich traurig
no avatar
   Gast 4
schrieb am 27.08.2013 08:38
Hallo,

so sehe ich es auch.
Man darf nicht vergessen, daß es KinderWUNSCH heißt und Wünsche kann man eben viele haben, aber ohne Gewähr auf Erfüllung!

Meine Nachbarin hat z.B. eine Glatze und sie wünscht sich natürlich Haare, meine Single
Freundin wünscht sich einen netten Partner, der Krebskranke möchte noch ein Jahr leben (drastisch),
der nächste wünscht sich dies und so fort.

Das sind letzlich Wünsche, die man aber nicht planen kann oder selbst allein in der Hand hat!
Daher hilft meiner Meinung nach nur eine gewisse Zuversicht für die Zukunft!

Und: fast alle mit Kindern sagen, durch die Kinder hätten sie sowohl die schönsten, aber auch die
schlimmsten Momente (sprich Sorgen, Ängste, Probleme) erlebt!!

So schön es mit Kindern sein kann, man kann sich definitiv auch ohne Kinder ein schönes Leben machen.
Die ganzen Sorgen, der Streß, die Ängste etc. bleiben einem erspart!!

Was ich sagen will, im Moment leben, sehen was man wertvolles hat, nicht alles am Kind oder keinem Kind ausmachen und sämtliches Glück nur auf ein Kind projizieren und im Jetzt leben.
Planen kann man eben nicht alles!!!

Wenn es mit der Adoption klappt super, wenn nicht, ist das Leben nicht vorbei. Der Lebensentwurf ist erstmal ein anderer, wenn man plötzlich krank oder arbeitslos oder sonstige Schicksalsschläge hat, muß man ja auch umdenken!

Es ist definitv ein Irrtum, daß nur Kinder einem zum großen Glück verhelfen, dafür muß man schon selbst sorgen mit seiner Einstellung.

Es ist nun mal nicht selbstverständlich, daß sich alle Wünsche erfüllen, den Anspruch darf man
nicht haben. Sieh, was Du hast und bau darauf auf und sieh nicht, was Du nicht hast.
Ein Kind ist dann noch eine Zugabe zu allem was Du hast.
Vielleicht kannst Du so gelassener sein, auch wenn es sehr sehr schwer fällt! Aber Vieles kann man eben nicht beeinflussen, erzwingen oder beschleunigen!!

Es bleibt nur abzuwarten, wie sich alles entwickelt, dann dem stellen und damit versuche klarzukommen und das Beste daraus zu machen!! Und so schlecht sind Deine Voraussetzungen nun anscheinend wirklich nicht: anscheinend gesund, Partner....
Also zuversichtlich in die Zukunft blicken!!!!!!


  Re: Das Nichtstun-Können macht mich traurig
no avatar
   Daniela-Thea
schrieb am 28.08.2013 11:02
Liebe Miss-Luna,

wir leben in einer Zeit in der uns permanent suggeriert wird, dass wir alles haben und erreichen können. Im Bezug auf den Kinderwunsch ist das für einige von uns eben nicht so.
Wir haben es nicht in der Hand , wir sind auf das Schicksal, die Ärzte, das Jugendamt, das Leben, in deinem Fall die andere Mutter angewiesen und alles, was wir tun können ist Vertrauen. Und vertrauen ist nicht leicht.

Ja, ihr habt viel erreicht und Ja, es ist gut sich immer wieder daran zu erinern dankbar zu sein. Und: Es ist auch o.k. traurig zu sein. Es ist auch o.k. Angst zu haben und es ist wichtig, dass nicht wegzudrücken, sondern einfach nur zu fühlen.

Ich hoffe du hast einen Ort, oder einen Mann, oder eine gute Freundin, die damit o.k. sind, wenn du das ausdrückst.

Man kann auch erstmal weinen und sich dann einen schönen Abend gönnen.

Ich wünsche dir von Herzen, dass es mit der Adoption klappen wird.

Liebe Grüße

Dee




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