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  Keine Kinder - fühle mich "unweiblich"
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   Leilay
schrieb am 19.07.2013 17:42
Hallo,

ich lese nun schon eine Weile mit und melde mich nun auch malsmile

Ich versuche seit mehreren Jahren ein Kind zu bekommen, bislang hat es nicht geklappt (bin Ende 20).

Am Anfang dachte ich noch: OK, dann dauert's bei mir halt a bisserl länger, mittlerweile hab ich deswegen aber fast schon sowas wie Komplexe. Ich weiß, dass der Gedanke blöd ist, aber ich denke immer häufiger: Was stimmt mit mir nicht, dass ich das nicht kann? Über jemand anderen würde ich nie so denken, aber oft zieht man mit sich selbst ja härter ins Gericht als mit anderen..

Und dann immer diese blöden (wenn auch gut gemeinten) Tipps von anderen ("Also du musst das so und so machen...") oder so saudumme Kommentare wie "Ich schick dir mal meinen Mann vorbei, dann klappt das!".

Ich fühle mich oft so "unweiblich" und das belastet auch oft meine Beziehung. Ich weiß, dass mein Freund sehr gerne ein Kind hätte und habe Angst, dass er mich irgendwann verlassen könnte, wenn es nicht klappt:/

VG Leila


  Re: Keine Kinder - fühle mich "unweiblich"
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   SM
schrieb am 19.07.2013 22:13
Das ging mir ganz genauso.
ich dachte, jedoch noch so blöde Zicke kriegt das hin, nur ich nicht.
Und das waren keine angenehmen Gefühle.
Bin nicht gerade ungebildet, und dachte manchmal um so dümmer um so eher kriegt man Kinder.

Das nagt doch alles sehr am Selbstbewußtsein.

Als mir alles irgendwann egal war, da hat es dann trotzdem geklappt. Ohne jegliche "Hilfsmittel" oder "Unterstützung". Und das obwohl so ein großer Arzt-Guru noch bei der letzten Untersuchung gemeint hat, ich sei einer seiner schwierigeren Fälle.

Was mir letztlich geholfen hat, kann ich schwer sagen. Ich war jedoch einige Male bei einer guten Psychotherapeutin. Die hat mir in mehrfacher Hinsicht geholfen mein Leben in den Griff zu kriegen und manches einfach aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.
Heute bekomme ich gelegentlich noch das Kompliment mich gut in andere reinversetzen zu können. Und das nicht nur in der Kiwu-Problematik.


  Re: Keine Kinder - fühle mich "unweiblich"
avatar    Julikeks
Status:
schrieb am 19.07.2013 23:20
Hallo Leilay,

wenn man es in Deinem Alter so lange probiert sollte schnellstens eine organische Abklärung erfolgen. Es könnte durchaus stichhaltige und -noch wichtiger- vermutlich behandelbare Gründe für das Problem geben.
Oder hast Du schon etwas machen lassen?

Jetzt sag ich Dir nochwas psychomäßiges: wir fühlen und extrem gerne verantwortlich, weil wir dann wenigstens einen kleinen Teil Kontrolle haben. Wenn es schon nicht klappt, dann muss es wenigstens einen Grund geben.
Überleg wodurch Du Dich noch definierst außer dem Kinderwunsch, weil spätestens wenn die Kinder dann aus dem Haus sind wirds sonst übel.
Das Einzige wo Du Dich in 10 Jahren WIRKLICH schuldig fühlen solltest ist, wenn Du die medizinische Abklärung jetzt noch weitere 5 Jahre verschiebst. Vielleicht liegts auch nicht an Dir sondern am Partner? Das solls auch geben, gelle? Also ab zum Urologen.
Schau mal in den Infoteil, da gibts gute Kontervorschläge für blöde Kommentare.

Lg, Julikeks


  Re: Keine Kinder - fühle mich "unweiblich"
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   bluete83
schrieb am 20.07.2013 09:03
Liebe Leilay,

ach mensch, mir tut es immer wieder weh, wenn ich so etwas lese. Mir geht es auch immer mal wieder so. Wobei bei uns die Diagnose soweit klar ist und wir mittlerweile 3 ICSI`s und 3 Kryos hinter uns haben.
Was ganz wichtig ist, falls noch nicht geschehen, klärt bitte beide (also dein Mann und du) schnellstmöglich ab, ob es irgendwelche organischen Gründe gibt. Wenn es mehrere Jahre mit der "üblichen Methode" nicht klappt, dann sollte man das dringend checken lassen. Habt bitte keine Angst davor, je nach Diagnose muss nicht gleich das volle Programm (IVF/ ICSI,...) durchgezogen werden.
Spreche hier mit deinem Mann über deine Sorgen und Ängste. Zu einem Kind gehören immer beide Partner.
So wie Julikeks es bereits geschrieben hat: Lasst bzgl. der Abklärung nicht mehr soviel Zeit ins Land gehen ...... sonst bereust du es irgendwann.
Bzgl. der dummen Kommentare: Das ist immer so eine schwierige Sache. Bei uns wissen praktisch die Familie/ die Freunde um unser Problem. So bleiben die dummen Standard-Kommentare schon mal weg (dafür kommen aber andere Sprüche,... die auch nicht immer toll sind). Evtl. ist es eine Lösung für dich/ für Euch bestimmte Personen zu diesem Thema einzuweihen und um Verständnis zu bitten. Hier sollten ihr euch aber einig sein.
Das ist natürlich immer ein Wagnis, aber grundsätzlich kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass die meisten Menschen, die einem nahe stehen, schon betroffen sind und versuchen zu unterstützen. Oftmals überspannen sie die Tragweite des Problems aber nicht.... damit habe ich gerade zu kämpfen und versuche dass irgendwie zu akzeptieren. Trotzdem würde ich es immer wieder so machen.... ich glaube sonst wäre ich in den letzten Jahren schon kaputt gegangen.
Bzgl. des Selbstwertgefühls: Versuche irgendwie, auch in anderen Lebensbereichen für dich eine positives Feedback zu holen .... ich weiss, das ist sehr schwierig, weil der unerfüllte Kinderwunsch doch ein zentrales Lebensproblem ist. Man sollte in dieser Zeit bewusst gut zu sich und seinem Partner/ seine Beziehung sein und ab und an auch mal egoistisch.... es nicht immer allen anderen versuchen recht zu machen. Sondern einfach mal akzeptieren, dass man selbst in einer schwierigen Situation ist, die auch immens viel Kraft kostet.
Ich wünsche Euch beiden viel Kraft.
Bluete83


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  Re: Keine Kinder - fühle mich "unweiblich"
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   Leilay
schrieb am 20.07.2013 14:51
Hallo zusammen, danke für eure lieben Worte smile

Bei meinem Freund ist organisch alles in Ordnung - hatte das gleiche Problem auch mit meinem Ex, muss also irgendwie an mir liegen.

Es wurde vor einigen Monaten der Verdacht auf Endo gestellt - nachdem ich schon jahrelang Schmerzen hatte (s. hier: [www.wunschkinder.net] ), ich muss das noch genauer Abklären.

Im Nachinein wünschte ich oft, ich hätte nie nach außen verlauten lassen, dass das mit dem Kinder Kriegen nicht klappt - jetzt hab ich das Gefühl, dass - v.a. meine und seine Familie - immer mit "Argusaugen" kucken, ob es denn nun so weit ist. Gerade auf Familienfeiern, Geburtstagen etc. kommen dann so Sprüche "Ach kuck mal das süße Krümelchen von deiner Schwester..wenn's bei euch doch auch mal klappen würde..." :/

Soll nicht arrogant klingen, aber ich hab auch manchmal das Gefühl, je "simpler" man gestrickt ist, desto einfacher ist das mit dem Kinderkriegen...vielleicht stimmt das wirklich, weil man sich da weniger nen Kopf drüber macht (aus mir spricht jetzt aber auch einfach nur der Neid...).

Ich glaube es stimmt, was ihr schreibt, ich darf mein Selbstwertgefühl nicht (mehr) so sehr davon abhängig machen..
Mein Freund und ich haben eine sehr schöne Beziehung, er übt auch keinen Druck auf mich aus o.Ä. - trotzdem stelle ich mir die Frage "Bleibt er bei mir, wenn wir kein Kind bekommen können"? Er ist schon etwas älter als ich (42) - rein organisch hat er noch lange genug Möglichkeit, Kinder zu bekommen, aber er möchte das Kind natürlich auch aufwachsen sehen.

LG Leila




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