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  verzweifelt wg. finanziellen Problemen beim Ehemann - Trennung?
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   heute lieber ohne Namen
schrieb am 25.06.2013 22:56
Ihr Lieben,

ich schreibe heute lieber ohne Namen.......es geht um Job- und finanzielle Probleme bei meinem Mann..... Wir haben nach langem, langem Kinderwunsch und entsprechenden Behandlungen nun endlich unsere zwei geliebten Mädels, 3 und 1/2 Jahr alt. Ich würde sagen, wir haben ein glückliches Familienleben, beschäftigen uns beide ausgesprochen gerne mit unseren Kids, machen viele Ausflüge und sind uns in Erziehungsfragen durchgehend einig, da wir beide das gleiche Werte- und Moralsystem haben.Im Urlaub verstehen wir uns bestens, es gibt hier keine Spannungen, selbst jetzt mit zwei kleinen Kindern nicht.

Wir bzw. ich könnten also glücklich sein, wenn nur die Jobsituation bei meinem Mann nicht so desolat wäre. Ich bin Lehrerin an einem Gymnasium und verdiene daher gut als Beamtin mit Zulagen etc. und habe damit zudem einen sicheren Job, was mir sehr wichtig ist. Nach dem ersten Kind habe ich zu 80 % wieder gearbeitet.
Mein Mann hat sich vor mehreren Jahren selbständig gemacht. Leider läuft es seit einem halben Jahr bei ihm gar nicht gut. Er hat jahrelang neben seinem eigentlich Standbein (auch was selbständiges) an einem weiteren Projekt gearbeitet, welches sich aber jetzt als Luftnummer herausgestellt hat (ich bin der Meinung, das hätte er vorher wissen können, und habe ihm das auch öfter zu verstehen gegeben. Auch unsere Freunde waren kritisch. Richtig intensiv ausgetauscht hat er sich mit niemandem). Jedenfalls Investitionskosten von mehreren Tausend Euro. Bei unseren gemeinsamen Ausgaben haben wir eine Verteilung von ca. 60 (ich) zu 40 (er) gehabt. Knapp war alles bei ihm immer, er müsste eigentlich auch mehr vorsorgen. Nun läuft es bei ihm so schlecht, dass ich seit einigen Monaten komplett für alle Kosten aufkommen muss, so dass er wenigstens KV und Altersvorsorge bezahlen kann. ich selbst habe aber als Einkünfte derzeit nur Elterngeld und Kindergeld. Ich habe mit ihm gesprochen, dass ich diesen Zustand nicht länger hinnehmen kann und möchte, und ihm ein Ultimatum gesetzt, bis zu dem er sich klarwerden soll, was er zukünftig machen will. Mich treibt jetzt die Angst um, dass er nie etwas anderes findet (wir beide sind Ende 30), dass ich für uns alle allein sorgen muss, habe Angst vor Altersarmut und davor, dass ich den "falschen" Mann für eine Familiengründung gewählt habe, der nicht mit versorgen kann. Fast alle sonst aus unserem Freundeskreis bewegen sich in völlig anderen Einkommenssphären, nur wir hocken in einer 3-Zi Wohnung mit 75 qm in einer teuren süddeutschen Stadt. Auch das macht mir schwer zu schaffen. Ich habe das Gefühl, das wir nicht mehr "mithalten" können. Ich habe zwar einige Ersparnisse, er will jedoch keine Umzugspläne machen, bevor seine Jobsituation nicht geklärt ist, damit sich das finanzielle Ungleichgewicht nicht verstärkt.
Manchmal denke ich, ich habe einen großen Jungen geheiratet, dem es schwer fällt, irgendwelche Pläne zu machen. Im Moment bin ich auf alles was seinen Job betrifft schwer zu sprechen, ich könnte bei den kleinsten Kleinigkeiten in die Luft gehen. Dabei könnte ich doch einfach abwarten, wie seine Entscheidungsfindung läuft, ihn dabei unterstützen etc.. Aber ich habe das Gefühl, schon länger das Ganze klaglos ertragen zu haben, wobei ich ihn unterbewusst sicher meine Abwertung seiner Arbeit bzw. seines neuen Projektes habe spüren lassen. Meine Gedanken kreisen ständig darum, was ich mache, wenn er einfach "den Hintern nicht hochkriegt". Ich drohe mit Weggang, will aber in Wirklichkeit auf keinen Fall alleinerziehend sein. Allerdings habe ich auch schon das Gefühl, dass ein Teil des Respektes für ihn verloren gegangen ist. Darunter leidet auch die Erotik, wobei da sicherlich ein Teil auf die lange kinderwunschzeit zurückzuführen ist. Und ich mache ihn unterbewusst dafür verantwortlich, keine unbeschwerte zweite Elternzeit zu haben. Auf der anderen Seite liebe ich ihn - wir gehören doch zusammen, das schon seit vielen Jahren, obwohl ich ihm in Sachen Planung etc. einfach um ein Vielfaches voraus bin (wobei ich da schon sehr planungsbesessen bin). Ich komme aus der Gedankenspirale einfach nicht raus..........


  Re: verzweifelt wg. finanziellen Problemen beim Ehemann - Trennung?
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   henriette
schrieb am 26.06.2013 08:08
liebst du deinen mann?


  Re: verzweifelt wg. finanziellen Problemen beim Ehemann - Trennung?
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   gelöschter User
schrieb am 26.06.2013 08:14
Hallo Du,

spontan denke ich nach dem Lesen deines Textes: Es gibt bei Euch ganz wunderherrlich viel, was Euch verbindet und wovon andere Paare nur träumen können (dein erster Absatz!). Dann fällt da aber ein dunkler Schatten über Euer Paradies: Euer Unterschiedlicher Umgang mit Finanziellem.

Dass Du "nicht begeistert" bist von der anderen Umgangsweise mit Finanzen, die dein Mann zeigt, kann ich nachvollziehen. Als Beamtin bist du auf der sicherensicheren Seite - nicht ohne Grund, sondern weil es dir wichtig ist.

Dein Mann hat in dieser Hinsicht mit Selbständigkeit und neuem Projekt einen komplett anderen Kurs.

Aber letztlich denke ich: Du bist soooooo reich in vielfachster Hinsicht: Hast einen sicheren Job, einen Mann, mit dem du sehr gut lebst, zwei Wunschmädels - feiere das! Mach dich nicht bekloppt mit "was-wäre-wenn". Du hast Dein Jetzt und Hier. Deine Sicherheit als Beamtin. Einen Mann, der in einem Bereich anders tickst als Du - der aber durchaus Verantwortung zeigt (kein Umzug, bevor seine Jobsituation geklärt ist).

Und "aufrechnen" läßt sich sowieso nicht, wer was in die Familie einbringt - ob das Geld, Alltagsarbeit, Job, Impulse, Ideen, Gefühle, Organisation... ist.

Vielleicht könnt Ihr Euch ja mal mit Profis (z.B. Pro Familia) besprechen - da könntet Ihr Euch nochmal gemeinsam Anregung zum Umgang mit diesem komplexen Thema holen.

Liebe Grüße
Elchfrau


  Re: verzweifelt wg. finanziellen Problemen beim Ehemann - Trennung?
avatar    Isving
Status:
schrieb am 26.06.2013 09:00
Hallo,

Du hast dich doch in diesen naiven, romantischen (künstlerischen...?) Tagträumer verliebt eben WEIL er so ist. Oder? Ich verstehe aber schon , dass diese Eigenschaften mittlerweile wesentlich weniger anziehend sind als damals mit Mitte 20. Du hast dich weiterentwickelt, er nicht. Kann er nicht nebenbei noch irgendwas als Angestellter machen? Ich habe keine Ahnung, wie 450 Euro-Jobs in Kombination mit Selbstständigkeit funktionieren, aber vielleicht geht da ja was. Gibt es vielleicht irgendwelche Fördergelder, die man beantragen könnte? Dann müsste dein Mann zumindest mal einen Plan erstellen, was er in der nächsten Zeit so vor hat und worauf er hinarbeitet.

Ansonsten mach ihm klar, dass ihr derzeit einfach nicht genug Geld für sein teures Hobby Selbstständigkeit habt und dass er gerade mal den Ernährer zu spielen hat. Wenn die Kinder dann größer sind und du voll arbeitest, kannst du ihn ja gerne wieder unterstützen und stehst auch wieder voll dahinter. Oder er wird Hausmann mit allem Pipapo und du kannst dich auf deinen Job konzentrieren. Das geht anders herum ja auch häufig ganz gut.
Ich drück dir die Daumen!
Isving


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  Re: verzweifelt wg. finanziellen Problemen beim Ehemann - Trennung?
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   lenticularis32
schrieb am 26.06.2013 09:07
Hallo,

ehrlich gesagt, verstehe ich Dich überhaupt nicht. Du hast einen Mann, der versucht auf selbständiger beruflicher Ebene Fuß zu fassen und sein Ding durchzuziehen. Natürlich muss bei einer selbständigen Tätigkeit investiert werden, natürlich ist dabei auch ein Risiko, natürlich kann es schief gehen. Aber, naund?
Wer sagt Dir denn, dass sein nächster Job sicher ist, und was ist heutzutage schon sicher?
Dein Mann geht nicht in die Kneipe und versäuft Euer Geld, er hat keine Geliebte, die das Geld ausgibt, ... Ich weiß nicht, was Du hast.

Für mich bist Du eine verwöhnte Göre (entschuldigung), die sich hinstellt und mit dem Finger auf Ihren Mann zeigt.

Wo ist Dein Verantwortungsgefühl gegenüber Deinem Mann? Viel Liebe scheinst Du nicht für ihn zu empfinden, dass ein Scheitern seinerseits Dich auf ihn herabsehen lässt. Ich rege mich gerade über soviel Arroganz auf.
Ehrlich geasgt, würde ich mir als Mann überlegen, ob ich weiter mit Dir zusammen sein möchte.

Alles was nicht funktioniert, wird beiseite geschoben und weggeworfen. Ist die Leistungs- und Wegwerfgesellschaft in Deiner Familie präsent?

Was interessieren mich Freunde und Bekannte? Wenn mein Mann der Meinung ist, dass das Projekt funktionieren könnte, versuche ich doch so gut es geht, ihn zu unterstützen. Aber hinterher sind alle schlau. Wenn es nun funktioniert hätte, dann wärst Du jetzt die Königin und könntest Dir alles leisten.
Und was sind schon Statussymbole? Viele Frauen würden sich um Deinen Mann reißen, der versucht etwas auf die Beine zu stellen.

Was willst Du mit dem vielen Geld, Gesundheit und familiärer Zusammenhalt ist viel wichtiger.

Warum unterbrichst Du nicht Deine Elternzeit, Dein Mann übernimmt den Rest und Du gehst wieder voll arbeiten. Ich denke, wir sind gleichberechtigt, das gilt auch im umgekehrten Fall.


  Re: verzweifelt wg. finanziellen Problemen beim Ehemann - Trennung?
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   pebbles30
schrieb am 26.06.2013 09:49
Tja,

das ist die differenz Beamtenmentalität und Selbstständige.

Übrigens kenne ich derzeit keinen Selbstständigen der unter der Krise nicht zu leiden hatte. Jetzt läuft es ja wieder aber zwischendurch ging es vielen Betrieben sehr mau.
du schreibst nicht was dein Mann macht, insofern kann man da auch keine Prognosen abgeben.

Und ja es ist so, als Selbstständiger weiss man nie was man verdient, wann man sein Geld bekommt und ob man es überhaupt bekommt.

Auch ist es vollkommen normal das ein Projekt mal ein paar Tausend Euro kostet. Wenn du jetzt geschrieben hättest, mehrer 100.000 Euro, das wäre eine andere Hausnummer gewesen.

Aber sorry, das hast du vorher gewusst!

Abgesehen davon, kann man jemanden durchs ständige Runterputzen auch so fertig machen, das er das neue Projekt so schlecht präsentiert, das es nichts wird. Da kann eine gut Idee dahinter stecken aber wenn alle deinen Mann anzweifeln, kann das nichts werden. Der fragt sich sicherlich selber schon lange ob das was wird und so wird es dann.
Die sich selbsterfüllende Prophezeiung!


Und wenn es dir so wichtig ist, was andere denken, wegen Wohnung etc. dann ist da die frage ob es sowieso die richtigen Freunde für euch sind.

Mithalten für wen? Für dich oder für die anderen?
Wenn kein Platz mehr für die Familie ist, ja dann muss man umziehen. wobei ich gerade einige in München kenne, die sagen da ist alles so teuer, da geht es nicht. Da hocken somit mehr Familien auf 65 m² und alle finden das ganz normal. auch die gut verdienenden freunde!

Das dein Mann nicht umziehen will, solange bei ihm alles offen ist, halte ich z.B. für sehr vernünftig.
Ich weiss ja nicht ob er vielleicht ein Büro oder Werkstatt braucht. solange noch alles da offen ist, ist ja die Frage ob ein Umzug Sinn macht, wenn ihr später keine Arbeitsstätte mehr für ihn braucht oder eben doch.


Nee wenn ich ehrlich bin, tut mir dein mann leid. Die frage ist eher ob du die richtige Partnerin für einen Selbstständigen bist und nicht ob er der richtige für deine Familienplanung ist.


Übrigens ist bei mir die halbe Familie selbstständig, einschliesslich meinem Mann.
ich behaupte nicht das es immer schön oder einfach ist aber das haben wir vorher alle gewusst.
Mein Urgroßvater hat als erster eine firma gegründet, meine Opa diese übernommen, dann mein Onkel, jetzt mein Cousin und wir haben alle aus erster Hand erlebt, was das für eine verantwortung und Arbeit bedeutet.
Hat aber keinen abgeschreckt, es sind noch mehr selbstständig geworden.

Nur hat keiner behauptet, man wäre verantwortungslos wenn es durch wirtschaftliche Krisen einfach mal mies lief.


ich überlege jetzt sogar, ob du genauso reagierst, wenn Eltern zu dir kommen, erklären warum es momentan fürs Kind schlecht läuft und warum es eine schwierige Situation ist.
Das muss man sich doch auch mal in die Position des anderen versetzen können?


ansonsten empfehle ich euch dringend Eheberatung oder Mediation. Ich glaube nämlich nicht, das ihr da nochmal alleine rauskommt.


VG pebbles


  Re: verzweifelt wg. finanziellen Problemen beim Ehemann - Trennung?
avatar    Wildfang
schrieb am 26.06.2013 11:14
Könntest du dir denn generell vorstellen, dich vom traditionellen Rollenbild komplett zu lösen und zu akzeptieren, dass DU die Familienversorgerin bist? Er müsste sich dafür natürlich dann nach deiner Elternzeit um Kinder und Haushalt kümmern. Die Selbständigkeit könnte er dann vielleicht einfach als kleinen Zuverdienst beisteuern.

Genau so machen wir es seit einigen Jahren. Ich habe schon vor der Geburt besser verdient als mein Mann, also habe ich nach kurzer Babypause vollzeit wieder gearbeitet. Mein Mann hat seinen Vollzeitjob gekündigt und sich ebenfalls selbständig gemacht. Und auch bei ihm läuft es eher mau! Es entspricht aber ungefähr einem Minijob, so dass er über mich familienversichert ist. Das spielt ja auch eine ganz große Rolle, wenn der Partner keine KV mehr zahlen muss.

Wir finden diese Lösung absolut wunderbar und fühlen uns wohl damit. Ich habe aber auch nie von einem Mann als "Versorger" geträumt. Ein glückliches Liebes- und Familienleben ist mir wichtiger, und auch bei euch wären dafür doch alle Voraussetzungen da. Ist doch absolut super, dass du einen festen, gut bezahlten und sicheren Job hast! Freu dich drüber und gräme dich nicht, nur weil dein Mann nicht Gleiches beisteuern kann. Ist doch eigentlich immer so, dass einer jobmäßig zurücksteckt, wenn man Kinder hat - und warum soll das nicht der Mann sein?

Ich würde mich jetzt nicht in tausend Vorwürfen ergehen nach dem Motto "Hab ich dir doch gleich gesagt, dass die Idee nichts wird." Er hat es versucht und es bestimmt gut gemeint, okay hat eben nicht so geklappt. Jetzt seht zu, dass ihr an einem Strang zieht.

Trotzdem würde auch ich verlangen, dass er nach Alternativen sucht, wenn die Selbständigkeit mehr kostet als sie einbringt. Mein Mann sucht z.B. gerade nach einem "richtigen" Minijob, weil die 400€ durch die Selbständigkeit einfach meistens nicht reinkommen...


  Re: verzweifelt wg. finanziellen Problemen beim Ehemann - Trennung?
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   Anna67
schrieb am 26.06.2013 12:25
Zitat
heute lieber ohne Namen
Fast alle sonst aus unserem Freundeskreis bewegen sich in völlig anderen Einkommenssphären, nur wir hocken in einer 3-Zi Wohnung mit 75 qm in einer teuren süddeutschen Stadt. Auch das macht mir schwer zu schaffen. Ich habe das Gefühl, das wir nicht mehr "mithalten" können.

Besonders dieser Satz ist mir gestern abend beim Lesen ziemlich aufgestoßen.

Schöne Beiträge der anderen! smile


  Re: verzweifelt wg. finanziellen Problemen beim Ehemann - Trennung?
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   Hippe31
schrieb am 26.06.2013 13:32
ich bin ein wenig erschrocken wie abwertend du über deinen mann sprichst.

bei us gibt es zb nur unser geld, nicht deins oder meins.

bei selbständigkeit kann man nie genau sagen wieviel geld man verdien und man muß halt einiges riskieren.

und für mich hört es sich nicht so an, als wäre sonst alles gut bei euch, sondern du willst nach außen gut dastehen und brauchst dafür n kerl, der das meiste geld heim bringt. und das er jetzt nicht umziehen will, finde ich sehr verantwortungsvoll von ihm.

bin echt platt.


  Re: verzweifelt wg. finanziellen Problemen beim Ehemann - Trennung?
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   heute lieber ohne Namen
schrieb am 26.06.2013 14:01
Ich danke euch für eure Antworten, die ja sehr gemischt waren. Sie spiegeln aber letztlich auch das wieder, was ich vielleicht selbst innerlich als innere Zerissenheit empfinde. Bin ich eine verwöhnte Göre? Ich habe mir alles selbst hart erarbeitet, ohne selbst finanziell groß unterstützt zu werden. Ich arbeite seit der Schulzeit und auch während meines Studiums. und ich habe meinen Mann immer finanziell unterstützt, wenn hier und da mal was bezahlt werden musste, auch unsere Urlaube, größere Anschaffungen, und das seit mehreren Jahren. Die ERsparnisse stammen zwar von mir, wir sehen sie aber als gemeinsam an, d.h. ich habe zurückgelegt für ein gemeinsames Haus oder eine Wohnung und unser Auto. Ich würde gerne gleichberechtigt planen, aber das geht nicht, weil mein Mann sich dabei immer unwohl fühlt, weil er nichts dazusteuern kann.

Ich finde schon, dass es auch zu den Aufgaben des Ehepartners gehört, zu sehen, ob sich jemand in ein Projekt verrennt, und vielleicht kein Ende findet. Ich sehe ja auch, dass mein Mann im Grunde seit Monaten selbst unglücklich ist über seine berufliche Situation ist, aber sich nicht wirklich damit auseinandersetzt, obwohl ich schon häufiger mit ihm darüber gesprochen habe, welche Alternativen er vielleicht hat, wie er besser werben kann für sein Projekt etc.. Ich habe mich vorher jahrelang wirklich gar nicht eingemischt. vielleicht war das auch falsch.

Ich als Allein-Verdienerin? Habe ich auch schon angeboten. Es würde mir zwar sehr wehtun, meine Kinder weniger zu sehen, aber wenn es nicht anders geht, wäre das o.k.. Ich arbeite ja auch sehr gerne. Er will das aber nicht.

Ja, und hier habt sicher recht damit, dass der Vergleich mit anderen völlig daneben ist. Und das Schlimme ist: Ich weiß es selber. Ich mag mich auch nicht dafür. Ich arbeite seit Jahren an mir daran, dieses ewige Vergleichen "wegzukriegen". Es ist mir über das Leistungsdenken meiner Eltern anerzogen worden und ich finde es ganz, ganz schlimm. Es stößt halt hier und da immer wieder auf. ich sehe zu wenig das, was ich wirklich habe. Das kam auf jeden Fall rüber bei euren Antworten.


  Re: verzweifelt wg. finanziellen Problemen beim Ehemann - Trennung?
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   heute lieber ohne Namen
schrieb am 26.06.2013 14:21
ich habe noch einen Nachtrag. Ich habe nicht von vorneherein erwartet, dass das Projekt scheitert, weil ich ihm das nicht zutraute. ich weiß, dass mein Satz diesbezüglich abwertend klang. das Problem ist, dass er selbst nach kurzer zeit sah, dass finanzstarke Konkurrenz genau das Gleiche aufbauten, und ihn als Eimzelkämpfer überholten.Er konnte nur einfach trotzdem irgendwie nicht loslassen.


  Re: verzweifelt wg. finanziellen Problemen beim Ehemann - Trennung?
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   andersgedacht
schrieb am 26.06.2013 14:29
Hallo,
dein erster Absatz ist so positiv, dass du dich eigentlich schon daher glücklich schätzen müsstest. Wahrscheinlich ist dir dein familiäres Glück gar nicht mehr bewusst, schade eigentlich.
Stell dir mal den umgekehrten Fall vor: du wärst nicht Beamtin, wärst angestellt und hättest nach dem Mutterschutz keine Stelle mehr bekommen.. hätte er dich fallengelassen? Bei vielen Familien ist es immer noch so, dass die Frau die Hauptarbeit zu Hause leistet und oft nur Teilzeit arbeitet oder gar geringfügig beschäftigt ist. Viele Männer müssten in dem Fall von zu Hause weglaufen... nur so am Rande.
Ich denke eben immer: in guten und in schlechten Zeiten und wenn du jetzt bei so einem Problem schon Trennungsgedanken hast, was machst du dann bei Krankheit?? Also für mich klingt das nicht gerade nach großer Liebe.
Mein Mann war auch als ich ihn kennengelernt habe selbständig und hatte zeitweise schlaflose Nächte, wie er aus richtig roten Zahlen wieder rauskommt. Aber verlassen hätte ich ihn doch deswegen nicht, das sind doch nur materielle Werte.
Und ich habe immer an ihn geglaubt und er ist heute Spitzenverdiener. Wir teilen finanziell übrigens alles, das nun nächste Woche schon seit 20 Jahren Ehe. Und an das Gehalt, das er verdient, würde ich im Leben nie rankommen (trotz akademischem Grad). Für mich ist auch klar, wenn ich später die Immobilien meiner Eltern erbe, dass wir uns das teilen. Wäre doch ungerecht, wenn ich hier im schönen Haus sitze, derzeit weniger arbeite und er für uns den ganzen Tag knechtet.
Das sind einfach meine Gedanken dazu. Vielleicht solltest du ihn einfach mal aufmuntern.
LG


  Re: verzweifelt wg. finanziellen Problemen beim Ehemann - Trennung?
avatar    Wildfang
schrieb am 26.06.2013 14:41
Zitat
heute lieber ohne Namen

Ich als Allein-Verdienerin? Habe ich auch schon angeboten. Es würde mir zwar sehr wehtun, meine Kinder weniger zu sehen, aber wenn es nicht anders geht, wäre das o.k.. Ich arbeite ja auch sehr gerne. Er will das aber nicht.

Warum denn nicht?

Mir kommt es so vor, als würdet ihr beide gedanklich noch ein wenig in der kinderlosen Zeit verharren. In der Zeit, wo beide sich einfach aufs Berufliche konzentrieren konnten, wo man irgendwas 60/40 aufteilt, wo beide möglichst gleichermaßen zum Einkommen beitragen.

Mit Kindern ändert sich aber alles, ihr seid jetzt eine Familie. Warum ist es so wichtig, wer wie viel beisteuert? Natürlich bedeutet Beruf auch Identität. Aber den Kindern zuliebe muss man nunmal Abstriche machen!

Momentan ist es ja schlicht und einfach so:
DU - super ausgebildet - super Beruf - super Einkommen... bist zuhause in Elternzeit.
ER - bissel auf der Strecke geblieben - nicht ganz so erfolgreich - nicht so dolles Einkommen... geht arbeiten.

Ist das nicht ein Missverhältnis? Solltet ihr nicht einfach mal ganz von vorne neu über die Situation nachdenken?

Glaub mir, es ist nicht so schlimm, voll arbeiten zu gehen. Ich mache das auch und bin sogar 12 Stunden außer Haus, bei euch Lehrern ist das ja gar nicht mal so smile Und wenn du deinen Beruf magst... warum nicht?

Ich finde schon, dass dein Mann seine eigenen Berufsziele vielleicht etwas runterschrauben und überlegen sollte, ob ein kleiner Einkommensbeitrag seinerseits nicht das Beste wäre, euch Druck wegnehmen würde und natürlich eine Menge Zeit für die Familie bringen würde.

Vielleicht solltet ihr mehr miteinander reden, mal so ganz von vorne und ohne Vorwürfe. Denn eigentlich habt ihr es ganz schön gut!

Das Stichwort Trennung in deiner Überschrift hatte ich ja beim ersten Lesen mal glatt verdrängt, denn ich schließe mich den anderen an: Wo bitte ist denn hier ein Trennungsgrund...?


  verzweifelt wg. finanziellen Problemen
no avatar
   jep
schrieb am 26.06.2013 15:52
Zitat
Anna67
Zitat
heute lieber ohne Namen
Fast alle sonst aus unserem Freundeskreis bewegen sich in völlig anderen Einkommenssphären, nur wir hocken in einer 3-Zi Wohnung mit 75 qm in einer teuren süddeutschen Stadt. Auch das macht mir schwer zu schaffen. Ich habe das Gefühl, das wir nicht mehr "mithalten" können.

Besonders dieser Satz ist mir gestern abend beim Lesen ziemlich aufgestoßen.

Schöne Beiträge der anderen! smile

Jep den satz find ich auch grausam!

Unterrichtest Du zufällig in der 5. Klasse. das ist doch das Alter in dem die Kids mit dem Marken oder Satusquatsch anfangen. Und sich auch mal gegenseitig hänseln wenn einer keine Markenklamotten trägt bzw. die Kids sich cool und überlegen fühlen weil sie solches Zeugs haben.
Sollte sich eine verheiratete Frau und Lehrerin und Mutter nicht in der Reife von den ganzen Pubertierenden unterscheiden/abheben?schweigen
Hätte ich zumindest gehofft!


  Re: verzweifelt wg. finanziellen Problemen
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   gelöschter User
schrieb am 26.06.2013 16:20
Hallo,
ich kann dich echt nicht verstehen. Nur weil dein Mann nicht so viel Geld heimbringt wie du denkst du über Trennung nach? Weil du "nur" in einer Wohnung sitzt? 1000000 andere Frauen leben auch so. Glücklich mit Mann und Kindern.
Wenn dir das Materielle so viel wichtiger ist als deine Familie dann trenne dich, suche dir einen reichen Mann und lebe in einer Villa. Ob es dir dann besser geht? Ich bezweifel das.
Klar ist es toll die goldene Kreditkarte ohne Nachdenken zu müssen, aus der Tasche zu ziehen(Mann zahlt ja) oder in einem eigenen Haus zu leben, aber für mich persönlich sind andere Werte wichtiger. Denke mal darüber nach wie abwertend du über deinen Mann denkst.
Ist es für dich nicht wichtiger einen treuen Mann an deiner Seite zu haben der dich unterstützt in allem was du tust, das ihr euch gut versteht und ihr alle gesund seit`?
Geld alleine macht nicht glücklich. Ok, es beruhigt, aber ich denke mal nicht das ihr am Hungertuch nagen müsst.
Ehrlich? Dein Mann tut mir echt leid eine solche oberflächliche Frau zu haben. Sorry, aber das geht garnicht.




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