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   Dodo99
schrieb am 20.08.2012 17:35
Hallo,

manchmal sehen Außenstehende mehr als man selbst und manchmal hilft einem das schriftliche Formulieren, selbst etwas klarer zu sehen.
Der Beitrag fällt damit sicher auch unter „therapeutisches Schreiben“. Ich versuche trotzdem, so klar wie möglich zu schreiben.

Also, ich habe eine Freundin, nennen wir sie Elke. Elke kenne ich schon seit über 10 Jahren, zwischendurch haben wir auch mal fast 2 Jahre zusammen gearbeitet. Elke hat depressive Phasen, die sie selber immer als „Zeiten, in denen es ihr nicht gut geht“ umschreibt. Sie war nach dem Studium mal in Therapie, allerdings weiß ich das nur aus recht vagen Andeutungen von ihr. In ihren depressiven Phasen ist es oft vorgekommen, dass sie sich monatelang nicht bei mir gemeldet hat und auch auf Anrufe etc. nicht reagiert hat. Ich habe das immer akzeptiert, weil ich wusste, dass sie in diesen Phasen fast gar nichts auf die Reihe bekommt. Sie hat mir mehrmals gesagt, dass sie mir das hoch anrechnet, dass sie sich immer wieder, auch nach langer Funkstille bei mir melden konnte und von mir dann auch keine Vorhaltungen kamen, sondern wir relativ problemlos wieder an die alte Vertrautheit angeknüpft haben. Dabei habe ich aber oft ihre psychischen Probleme ausgespart, sie also nicht darauf angesprochen.

Sie war eine der wenigen, die von unserem unerfüllten Kinderwunsch wusste. Ich habe mich da von ihr auch gut verstanden gefühlt. Als eine gemeinsame Freundin von uns im letzten Jahr aus heiterem Himmel schwanger wurde, hat uns das beide sehr beschäftigt und wir haben da oft drüber gesprochen. Elke ist seit ca. 3 Jahren in einer Beziehung, mit einem deutlich älteren Mann, der bereits erwachsene Kinder hat, schon zweimal Opa geworden ist und für sich weitere Kinder ausschließt.

Zu einem ersten Bruch in unserer Freundschaft kam es Anfang diesen Jahres. Ich habe endlich eine Bauchspiegelung machen lassen, um abzuklären, ob meine Eileiter durchgängig sind. Vor der Diagnose hatte ich ziemlichen Bammel, das wusste sie auch. Vor der OP habe ich allen Freundinnen gesagt, dass ich nach der OP bitte keine Anrufe mit Nachfragen möchte, sondern mich selbst melde, wenn ich dazu bereit bin. Zum Glück waren beide Eileiter durchgängig und ich habe mich daraufhin bei allen per SMS oder Mail gemeldet. Von Elke kam auf diese Nachricht keine Reaktion, wochenlang. Keine kurze SMS, dass sie froh ist, keine Nachfrage, wie es mir jetzt geht, nichts. Und das, obwohl ich noch zweimal (ohne Vorwürfe, ganz neutral), nachgefragt hatte, ob sie mal Zeit für einen Kaffee hat… Kontakt hatten wir dann erst wieder, als die gemeinsame schwangere Freundin Geburtstag hatte und wir uns traditionsgemäß wegen eines Geschenks absprechen mussten. Aber auch da ging sie mit keiner Silbe auf ihre wochenlange Funkstille ein.

Nach dem Geburtstag hatte sie sich dann für eine andere Stelle beworben und benötigte im Bewerbungsverfahren meinen Rat. Wir haben uns deswegen zweimal sehr kurzfristig getroffen, sie war beide Male nervlich total am Ende und gab auch zu, gerade wieder in alte psychische Muster hineinzufallen. Ich habe ihr geraten, doch wieder eine Therapie zu machen. Es waren nach meinem Eindruck zwei Gespräche unter sehr guten Freundinnen, große Offenheit und Ehrlichkeit, dabei auch sehr viel Verständnis und Emotion (wir haben zwischendurch beide geheult).

Tja, dann kam wieder Funkstille. Währenddessen habe ich positiv getestet und hätte es ihr gerne als einer der ersten mitgeteilt. Meine Nachfragen nach einem Treffen blieben aber mal wieder unbeantwortet, so dass ich ihr dann erst in der 14. SSW mitgeteilt habe, dass ich schwanger bin. Aufgefallen, ist mir ihre „sehr technische“ Reaktion darauf: ganz viele Fragen danach, wie weit ich jetzt bin, wie groß das Kind dann schon ist, wie ich mir die Elternzeit vorstelle etc. Keine Frage danach, wie es mir geht.

Naja, seitdem haben wir uns nicht mehr richtig gesprochen. Sie war zwar noch auf meiner Geburtstagsfeier im Mai, aber da war natürlich nicht der Rahmen, um über unsere Freundschaft zu reden. Danach haben wir uns noch mal zufällig in der Stadt getroffen, da haben wir aber nur ganz kurz Urlaubserlebnisse ausgetauscht und sie hat auf meine Nachfrage hin gemeint, dass sie sich in den nächsten Tagen meldet, damit wir einen Termin für ein Treffen finden. Von ihr bislang unbeantwortet blieben mehrere SMS und E-Mails mit kurzen Anfragen nach einem Treffen. Zum Geburtstag hatte ich von ihr und der gemeinsamen Freundin einen Gutschein für einen Aqua-Fit-Kurs bekommen, verbunden mit der Einladung zu einem alkoholfreien Cocktail nach einem der Kurstermine. Nachdem diese Termine feststanden, habe ich bei beiden per Mail angefragt, welcher der 4 Termine denn machbar wäre - bis heute keine Reaktion von ihr und morgen ist der letzte Kurstermin. Zuletzt habe ich ihr eine kurze SMS geschickt: „Ich mache mir Sorgen. Meld Dich doch einfach kurz, damit ich weiß, was los ist.“ - Keine Reaktion.

Ach ja, ans Telefon ging sie noch nie direkt. Sie lässt immer klingeln oder drückt einen weg, um dann zurück zu rufen. Macht sie aber derzeit natürlich auch nicht.
Wenn ich nicht von einer Bekannten wüsste, dass sie normal arbeitet, hätte ich schon längst an einen Unfall, einen Klinikaufenthalt oder gar Schlimmeres gedacht.

So bin ich mittlerweile stinksauer und sehr verletzt. Auch wenn sie gerade in einer depressiven Phase ist und dies vermutlich auch mit meiner Schwangerschaft zusammenhängt, aber so geht man doch mit einer guten Freundin nicht um, oder? Nicht nur, dass ich mir Sorgen mache, aber sie kann doch auch mal nachfragen, wie es mir in der Schwangerschaft geht? Oder sie kann mir doch kurz schreiben, dass sie momentan keine Kraft hat, mich zu sehen?

Wie gesagt, bis jetzt habe ich ihr so lange Phasen der Funkstille immer verziehen, sie immer entschuldigt. Aber irgendwie finde ich, dass da meine Schwangerschaft schon was dran ändert. Oder sind das gerade meine Hormone? Ich will sie ja gar nicht mit meinen Wehwehchen belästigen, aber es tut schon weh, wenn eine so enge Freundin so gar keinen Anteil nimmt. Mir würde aber ja auch schon reichen, dass sie sich einfach mal ganz kurz meldet.

Ich bin jetzt ganz unschlüssig, was ich noch machen soll. Ans Telefon geht sie ja nie, SMS und E-Mail haben bislang nichts gebracht. Ich überlege, ihr einen Brief zu schreiben und ihr darin auch ganz klar zu sagen, dass für mich die Freundschaft vorbei ist, wenn wir uns nicht aussprechen. Aber ich habe auch Angst, sie damit unter Druck zu setzen.

Hmmh, ist jetzt ganz schön lang geworden. Hut ab vor allen, die bis hier gelesen haben.
Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Weiter abwarten? Freundschaft gedanklich abschreiben und ihr das dann mitteilen, wenn sie sich vielleicht irgendwann meldet? Einen weiteren Vorstoß machen?

Bin für jeden Anstoß dankbar!

Liebe Grüße
Dodo


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.09.12 15:23 von Dodo99.


  Re: Gute Freundin ist abgetaucht
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   S_U_N_S_H_I_N_E
schrieb am 20.08.2012 19:19
hallo dodo !

herzlichen glückwunsch zur schwangerschaft! wie schön !! Schnuller

tja, was soll man da raten...?!!!!
willst du was gelten, mach dich selten....

ich persönlich würde jetzt nicht mehr drängeln...........wenn sie wollte, hätte sie sich schon gemeldet.
genug gelegenheiten waren ja vorhanden.

klar möchtest du gerne, dass sie an deiner schwangerschaft teil nimmt weil das für dich ja auch eine
riesige schöne veränderung in deinem leben ist.
aber zwingen kann man sie nicht.

ich würde versuchen sie, wie du es formulierst, gedanklich abzuschreiben. wenn sie sich dann irgendwann noch
mal meldet, kannst du ja sehen ob du dann noch bereit bist für ein gespräch.

eine freundschaft lebt vom geben und nehmen. wenn einer nur gibt ist das verhältnis unausgewogen.
auch wenn deine freundin depressiv ist.

sie müßte dich ja auch schon so gut kennen, dass sie weiß, dass du dir sorgen machst. und gerade deswegen finde
ich es sehr schade, dass sie nicht zumindest mitteilt: sorry, im moment gehts mir sch........

tja, so richtig helfen kann man dir nicht. du mußt selbst sehen wo deine schmerzgrenze liegt.
und es ist auch nicht leicht damit abzuschließen wo der andere sich ja gar nicht richtig "verabschiedet" hat.
aber ich glaube, im moment wäre es das beste, du würdest es versuchen.
dieses hin- und her ist nicht gut.

alles gute
S_U_N_S_H_I_N_E Sonne


  Re: Gute Freundin ist abgetaucht
avatar    Doing
Status:
schrieb am 20.08.2012 19:39
Ich sehe überhaupt keinen Handlungsbedarf deinerseits. Du weisst offenbar dass sie im normalen Alltag steckt (arbeitet) also wohl nicht anzunehmen ist dass sie sich heute oder morgen das Leben nimmt.

Du brauchst ihr nicht sauer sein und gar nix, weder nachlaufen noch sonstwas.


Manche Freundschaften enden eben irgendwann, alles hat seine Zeit, und die von euch ist viell. zu Ende.

Viell. kommt sie nicht klar dass Du schwanger bist oder aber sie hat einfach mit sich selbst genug zu tun. Psychische Erkrankungen sind nicht zu unterschätzen.
Und dann tut sie das einzig richtige nämlich nur das was ihr gut tut - z.B. Distanz von anderen, u.A. von Dir.

Du kannst das aber alles nicht wissen sind alles Spekulationen, also lass es einfach wie es ist. Es gibt keinen Handlungsbedarf.


  Re: Gute Freundin ist abgetaucht
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   Dodo99
schrieb am 20.08.2012 21:32
Danke für Eure Einschätzung, die deckt sich übrigens mit der meines Mannes.
Der meint schon lange, dass der Ball eindeutig bei ihr liegt.

Irgendwie habe ich aber noch das Bedürfnis, um unsere Freundschaft zu kämpfen. Ich bin phasenweise wirklich sauer, phasenweise mach ich mir Sorgen und dann sag ich mir wieder, dass es mir eigentlich schon fast egal ist, ob sie sich meldet oder nicht. Und ich bin mir sicher, dass ich diesesmal nicht einfach wieder anknüpfen könnte, wenn sie sich dann doch irgendwann meldet. Ohne Aussprache möchte ich sie irgendwie nicht davon kommen lassen. Klingt jetzt blöd, sie ist mir ja auch keine Rechenschaft schuldig. Aber als ihre engste Freundin (und das war ich die Jahre über), fühle ich mich unserer Freundschaft auch noch in einer Art verpflichtet. Und ja, ich bin verletzt und würde ihr das auch gerne mitteilen. In einem anderen Thread hier im Kummerkasten habe ich gelesen, dass Freunde und Familie von psychisch Kranken sich oft verhalten wie Co-Alkoholiker. Und wahrscheinlich war das bei mir die Jahre über ähnlich: Ich war immer für sie da, wenn sie mich brauchte, habe ihre Funkpausen immer entschuldigt und verziehen. Gerade ist wohl meine Schmerzgrenze überschritten (vermutlich auch wegen der Schwangerschaft) und ich überlege, ob ich nicht früher schon offensiver ihre Depressionen hätte ansprechen sollen. Oder Erwartungen formulieren, die ich an die Freundschaft habe und die ich immer wieder zurück gestellt habe, weil ich da vielleicht zu viel verlangt hätte.

Da fällt es mir jetzt schwer, so einfach ohne Erklärung innerlich Abschied zu nehmen.


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  Re: Gute Freundin ist abgetaucht
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   samonna
Status:
schrieb am 20.08.2012 23:48
Hallo Dodo,

manche Freundschaften zehren davon, dass beide einen Punkt im Leben haben, der sie unglücklich macht. Wenn dann bei einem, wie jetzt bei Dir mit der Schwangerschaft, der unglücklich machende Teil wegfällt und man nicht mehr "rumjammert", fühlt der andere sich noch schlechter. Es klingt blöd, aber manchen Menschen hilft es, wenn es anderen (auch) schlecht geht... Möglicherweise ist das ja bei euch der Fall gewesen.

Ich hatte auch eine langjährige Freundin, die von heute auf morgen nicht auf meine Nachrichten reagiert hat. Auf Nachfragen, ob irgendwas los ist (zwischen uns) sagte sie nur immer, nene, alles klar. Ich melde mich demnächst. Seitdem habe ich nichts mehr gehört...

Mir fällt es auch schwer, von langjährigen Freundinnen "Abschied" zu nehmen, ich hänge diesen Menschen immer sehr lange nach, nachlaufen tu ich ihnen aber nicht. Irgendwo habe ich auch meinen Stolz zwinker

Die Schwangerschaft würde ich nun nicht als etwas bewerten, was die Dinge zwischen euch ändert. Sie denkt vlt. auch andersrum, dass ihr Verhalten immer so ok war, und es immernoch so ist. Nur noch so als Gedankenanstoß.


  Re: Gute Freundin ist abgetaucht
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   Federleicht83
Status:
schrieb am 21.08.2012 09:05
Guten Morgen Dodo,

kann dein Wechselbad der Gefühle gut nachvollziehen. Hatte ebenfalls eine sehr gute Freundin die an Depressionen litt. Über Jahre habe ich all ihre Phasen mit ihr erlebt, habe es akzeptiert wenn sie ihre Ruhe brauchte, launisch war. Auch sie hat sich manchmal über Wochen nicht gemeldet, war manchmal sehr distanziert, was mir unheimlich weh tat, um dann in bestimmten Momenten wieder sehr zutraulich und offen zu sein.
Wie gesagt, über Jahre hab ich all das hingenommen! Weil sie mir einfach unheimlich wichtig war. Ich konnte oft nicht meine Meinung sagen weil ich sie nicht verletzen wollte und ihre Stimmung nicht zusätzlich trüben wollte. Letztendlich hat das wahrscheinlich unsere Freundschaft zerstört!

Irgendwann brach mein Frust aus mir heraus und das hat einen Riss hinterlassen den wir nicht mehr kitten konnten. Obwohl ich sie auch heute noch manchmal sehr vermisse, habe ich akzeptiert das man nicht alles auffangen kann, nicht immer mit allem umgehen kann & muss.
Hätte mir auch gewünscht das sie gerade nach den letzten Jahren etwas verständnisvoller mit meiner Situation umgeht (bisher unerfüllter Kinderwunsch),
mal über ihren Schatten springen kann, ein offenes Ohr für mich hat & verständnisvoll ist, auch wenn es ihr gerade nicht so gut geht.

Aber nun genug zu mir zwinker Entschuldige...um es auf den Punkt zu bringen: Ich denke du hast bisher sehr viel Geduld bewiesen. Jeder muss natürlich ganz klar selbst wissen, wo sein Toleranzgrenze liegt. Ich selbst gehöre zu der Gattung die immer verständnisvoll ist & anderen 1000 Chancen gibt.
Aber ich kenne mich selbst leider ziemlich gut mit Depressionen aus und sie sind nicht mit Egoismus zu verwechseln. Auch ich hatte Phasen in denen es mir sehr schlecht ging, ich mich auch mal 1-2Tage verschanzt habe. Aber meine Familie & auch Freunde konnten/können trotzdem immer auf mich zählen!

Ich denke jetzt wäre wirklich mal deine Freundin am Zug. Die Theorie, Unglück verbindet, ist garnicht so schlecht...wenn es einem selbst nicht gut geht, kann man manchmal das Glück der anderen nur schwer ertragen! Aber dieses Gefühl darf mal ein paar Tage andauern & dann sollte man sich wieder gefangen haben (meiner Meinung nach!). Sonst hat das nicht viel mit Freundschaft zu tun...

Sollte sie sich tatsächlich nicht bei dir melden, ist das ziemlich aussagekräftig. Würde mir an deiner Stelle ein "Wartelimit" setzen und wenn sie sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht gemeldet hat, würde ich ihr tatsächlich einen Brief schreiben. In diesem kannst du deine Enttäuschung zum Ausdruck und musst nicht auf deinen ungesagten Gefühlen sitzen bleiben. Denn eine andere Gelegenheit gibt sie dir nicht, was wirklich traurig ist...

Wie auch immer deine Entscheidung ausfallen mag, ich drück dir die Daumen das es zu deiner Zufriedenheit ist...zudem du ganz bald viele Glückmomente erleben wirst die alles andere unwichtig machen Schnuller Ich freu mich sehr Alles Gute und einen schönen Tag!!!


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.08.12 10:35 von Federleicht83.


  Re: Gute Freundin ist abgetaucht
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   Dodo99
schrieb am 21.08.2012 11:05
Lieben Dank auch Euch beiden für Eure Einschätzung.
Hmmmh, Unglück verbindet. Neuer Gedanke für mich, da kann was dran sein. Wobei sie lange Jahre gar nichts von unserem Kinderwunsch wusste, erst die letzten beiden Jahre habe ich mich in diese Richtung geöffnet. Das hat unsere Freundschaft aber in der Tat intensiviert und auf eine andere Ebene gestellt. Davor war ich ja immer die Starke, bei der im Leben alles nach Plan lief.

@federleicht:
Tut mir leid, dass Du Deine Freundin so verloren hast. Dass Du Dir Unterstützung und Verständnis in Sachen Kinderwunsch erhofft hast, kann ich sehr gut verstehen und finde es schade, dass Dir dies Deine Freunin nicht geben konnte.
Bei uns wird es vermutlich jetzt ähnlich laufen. Die Enttäuschung bei mir ist so groß, dass sie raus muss. Vermutlich bin ich selber mit schuld, weil ich die Jahre vorher viel geschluckt habe. Ich habe gestern noch mit einem Brief angefangen, den ich aber so in dieser Form nicht abschicken werde. Fällt eher wieder unter therapeutisches Schreiben. Mal schauen, wenn der Brief fertig ist, habe ich vielleicht auch meine Gefühle so weit verarbeitet, dass er gar nicht mehr notwendig ist, sondern ich auch "auf kaltem Wege" Abschied nehmen kann. Emotionale "Wartefrist" sind 3 Wochen ab jetzt - dann ist die Taufe des Sohnes unserer gemeinsamen Freundin, zu der sie auch eingeladen ist. Ob sie kommt, wissen wir noch nicht, da sie sich auch bei dieser Freundin seit deren Entbindung nicht mehr gemeldet hat.
Ich wünsche mir, dass sie sich vorher bei mir meldet und wir uns aussprechen können. Allein schon, damit es keine komische, befangene Begegnung bei der Taufe gibt. Mein Gefühl sagt mir aber, dass sie vermutlich nicht zur Taufe kommen wird und sich bei mir auch nicht melden wird. Wir werden sehen!


  Re: Gute Freundin ist abgetaucht
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   xKirschblüte
Status:
schrieb am 21.08.2012 18:01
Zitat
Dodo99

Danke für Eure Einschätzung, die deckt sich übrigens mit der meines Mannes.
Der meint schon lange, dass der Ball eindeutig bei ihr liegt.

Irgendwie habe ich aber noch das Bedürfnis, um unsere Freundschaft zu kämpfen. Ich bin phasenweise wirklich sauer, phasenweise mach ich mir Sorgen und dann sag ich mir wieder, dass es mir eigentlich schon fast egal ist, ob sie sich meldet oder nicht. Und ich bin mir sicher, dass ich diesesmal nicht einfach wieder anknüpfen könnte, wenn sie sich dann doch irgendwann meldet. Ohne Aussprache möchte ich sie irgendwie nicht davon kommen lassen. Klingt jetzt blöd, sie ist mir ja auch keine Rechenschaft schuldig. Aber als ihre engste Freundin (und das war ich die Jahre über), fühle ich mich unserer Freundschaft auch noch in einer Art verpflichtet. Und ja, ich bin verletzt und würde ihr das auch gerne mitteilen. In einem anderen Thread hier im Kummerkasten habe ich gelesen, dass Freunde und Familie von psychisch Kranken sich oft verhalten wie Co-Alkoholiker. Und wahrscheinlich war das bei mir die Jahre über ähnlich: Ich war immer für sie da, wenn sie mich brauchte, habe ihre Funkpausen immer entschuldigt und verziehen. Gerade ist wohl meine Schmerzgrenze überschritten (vermutlich auch wegen der Schwangerschaft) und ich überlege, ob ich nicht früher schon offensiver ihre Depressionen hätte ansprechen sollen. Oder Erwartungen formulieren, die ich an die Freundschaft habe und die ich immer wieder zurück gestellt habe, weil ich da vielleicht zu viel verlangt hätte.

Da fällt es mir jetzt schwer, so einfach ohne Erklärung innerlich Abschied zu nehmen.

Co-Abhängigkeit gibt es sowohl bei Alkoholikern als auch bei Depressiven. Das habe ich neulich auch feststellen müssen- jahrelang war ich in einer Co-Abhängigkeit zu meiner Mutter; erst als ich mich damit näher befasste, merkte ich, dass da was schief läuft und habe jetzt einigermaßen da raus gefunden- falls das zu 100% geht.
Naja, mir im ging dann irgendwann ein Licht auf, dass in der Freundschaft von, nenne wir sie mal Rita, Rita und mir auch manches nicht stimmt. Sie war schon Behandlung und als depressiv diagnostiziert. Diese Therapie hatte sie aber unter Vorwand abgebrochen und bezeichnet sich nun als gesund- derweil geht ihr Leben den Bach runter und sie schaut zu.
Ich würde sagen, dass sie ihren Freunden Funktionen zugeschrieben hat: Wenn es ihr gut ging, meldete sie sich nicht bei mir, sondern ging zu Menschen, die ebenso viel Alkohol trinken wie sie und die viel feiern. Wenn es schlecht ging und sie ein "Hängerchen", wie sie es nennt, hat, dann meldet sie sich bei mir und fordert, dass ich mich kümmere. Wenn es ein extremes Hängerchen ist, zieht sie sich ganz zurück. Ich würde das so benennen, dass sie sich wie am Salatbuffet verhält und sich immer das holt, was zu ihrem Zustand grad am besten passt und ihr hilft. Ich fühlte mich verantwortlich, in der Funktion als große Retterin, die immer helfen darf und war verwirrt, weil ich nicht verstand, warum ich plötzlich nicht mehr ausgewählt werde, obwohl ich mir doch sooo viel Mühe dafür gebe, ihr immer zu gefallen. Aber in der Zeit ging es eben Rita zu gut, und ich trinke nicht gern Alkohol oder gehe feiern- da war ich dann grad nicht zu gebrauchen.

Tja, irgendwann kam dann die Erleuchtung. Mir wurde von einer gemeinsamen Freundin erzählt, was sie so von sich gibt, dass sie durchaus über mich herzieht.. Tja, da war mir dann klar, dass es ihr gar nicht um mich geht, sondern nur darum, dass wir ihr alle helfen sollen, mit dem Zustand klar zu kommen. Sie will nicht mehr zum Therapeuten, das sagte sie damals schon- sie fand einen Vorwand, aber vorher erzählte sich schon, wie schwierig und anstrengend es für sie sei, dort alles aufzuarbeiten. Außerdem gab er Hinweise oder vertrat eine Meinung, die sie nicht hören wollte. Mir ist nun klar, dass wir als Freunde ihr dann beizustehen haben, wenn es ihr schlecht geht; als BTM, bis sie über die Phase hinaus ist. Das ist für sie bequemer und günstiger als die Stunden, die letztlich nicht mehr von der KK bezahlt werden.
Mir ist damals bei Rita schon aufgefallen, dass sie mehrere wunde Punkte hat- so lange man diese teilt (Single sein, Geldprobleme etcpp), gesellt sie sich gerne dazu- geteilte Leid ist halbes Leid. Aber sobald sich der Zustand dann bei mir änderte, ging sie auf Abstand. Sie fühlte sich anscheinend noch schlechter.

Naja, als Konsequenz habe ich nun den Kontakt auf 0 runtergefahren. Sie merkt es nicht- liegt wohl daran, weil es ihr grad gut geht zwinker
Aber ich muss sagen, dass ich mir einfach zu schade bin, nur als günstige Ersatztherapeutin missbraucht zu werden. Das geht nun seit sicher 5 Jahren so. Und war auch vorher nicht unbedingt anders. Wenn ich ihr meine Zeit gebe, bin ich nur für sie da, spreche nicht über mich, habe keine Zeit für wirkliche Freunde, die mich als Person und nicht in meiner Funktion schätzen, die mir auch etwas geben. Ich weiß auch, dass sie momentan ewig Single ist- ABER sobald sie einen neuen Partner hätte, wäre ich abgeschrieben und stünde alleine da. Bzw wäre erst dann wieder angemeldet, sobald sie Gründe gefunden hat, sich über den Typen aufzuregen und dazu jemanden braucht, dem sie das erzählen kann und der ihr nach dem Mund redet.

Was ich zu dir sagen würde: Es klingt etwas so,als ob sie mit deiner Schwangerschaft nicht klar kommt. Ich würde annehmen, dass sie, falls es ihr wirklich um dich gehen würde als Person, die sie nicht verlieren will, einen Weg finden würde, dir das irgendwie mitzuteilen. Auch ohne direkte Konfrontation. Denn sie würde nicht wollen, dass es dir schlecht geht, weil sie dich grad "auf dem Buffettisch" stehen lässt.
Ganz nebenbei: Ich war natürlich auch immer die, die sie verstehen kann. Sie hat mir Honig um den Mund geschmiert, dass ich eben ihre beste Freundin sei; das war die Belohnung dafür, dass ich immer so gesprungen bin, wie sie es wollte und ihr nachts stundenlang zuhörte, obwohl ich am nächsten Tag eine Klausur schrieb. Dann konnte man drei Wochen später nachlesen, dass sie eine andere öffentlich als "beste Freundin" per Facebook konditionierte. Je nach Bedarf. Und jeder dachte wohl "Ich, was für eine Ehre, ich bin ihre beste Freundin- dann muss ich mich jetzt umso mehr kümmern, wo sie mal wieder ein "Hängerchen" hat, die Arme." Im Nachhinein betrachtet war das alles nur Manipulation, damit man ihre Spielchen mitmacht und unermütlich weiter für sie parat steht, sofern sie grad Probleme hat und Bedarf anmeldet.

Du solltest akzeptieren, dass sie es grad nicht will- und dir eben Gedanken darum machen, ob es für dich okay ist, dass sie den Kontakt dann auf so lange Zeit unvermittelt abbricht. Ob du damit leben kannst, dass sie sich dann nicht um deine Gefühle schert und dass so keine stabile Freundschaft bestehen kann.
Was löst sie denn in dir aus? Das Gefühl, dass sie eine tolle Freundin ist, ihr eine tolle Freundschaft habt und du dich immer verlassen kannst? Oder eher, dass sie die Patientin ist, du die Therapeutin, die für sie da ist, sofern sie das grad will?


  Re: Gute Freundin ist abgetaucht
no avatar
   Dodo99
schrieb am 21.08.2012 21:29
Hallo Kers,

lieben Dank für Deine Geschichte und Glückwunsch, dass Du es sowohl in der Beziehung zu Deiner Mutter als auch zu Rita geschafft hast, die unguten Entwicklungen zu erkennen und gegenzusteuern!
Besonders dankbar bin ich Dir für Deine Fragen am Schluss.
Zitat
Kers86

Was löst sie denn in dir aus? Das Gefühl, dass sie eine tolle Freundin ist, ihr eine tolle Freundschaft habt und du dich immer verlassen kannst? Oder eher, dass sie die Patientin ist, du die Therapeutin, die für sie da ist, sofern sie das grad will?

Die geben mir ganz schön zu denken... Ja, was löst sie in mir aus? Sicherlich war ich jahrelang die Therapeutin, sie die Patientin. Ich konnte an ihr das praktizieren, was ich unter einer guten Freundschaft verstehe: für jemanden dasein, zuhören, helfen, der Fels in der Brandung sein. Bei meinen anderen Freundinnen gab es nie solche Notsituationen, in denen es erforderlich war, spät nachts noch zu telefonieren, sie bei mir übernachten zu lassen, sich ganz kurzfristig zu einem langen Problem-Spaziergang zu treffen etc...

Dass von ihr in dieser Richtung nichts zurück kam, war und ist ok für mich. Wenn ich jemanden brauche, habe ich verlässlichere Personen in meinem Umfeld.

Die Freundschaft hat sich aber in den vergangenen 2 Jahren intensiviert: Sie war ebenfalls in einer Beziehung, wir haben bis leztes Jahr zusammen gearbeitet. Und ich habe mich ihr gegenüber mehr geöffnet: Sie wusste von unserem Kinderwunsch und auch sonst habe ich das eine oder andere Mal bei ihr Frust ablassen können. Gleichzeitig war sie durch die Beziehung stabiler und es gab fast keine Funkpausen-Zeiten. Wenn, dann nur sehr kurze. Ich hatte das Gefühl, wir agierten nun gleichberechtigter in der Freundschaft.

Vielleicht hat es mich deshalb so vor den Kopf gestoßen, dass sie sich ausgerechnet nach meiner Bauchspiegelung so lange nicht gemeldet hat. Nachdem wir im Vorfeld doch recht viel über meinen Kinderwunsch gesprochen hatten, hätte ich mir bei diesem für mich wichtigen Schritt (ich hatte ziemlich Bammel vor der OP und der Diagnose) auch von ihr Beistand gewünscht.

Dass meine Schwangerschaft (auch in Kombination damit, dass unsere gemeinsame Freundin auch eben Mutter geworden ist) für sie nicht einfach ist, weiß ich. Und Du hast recht: Wenn meine Gefühle ihr wichtiger wären, hätte sie einen Weg gefunden, mir dies mitzuteilen und mir ihr Ausweichen zu erklären.


Dein Bild mit dem Salatbuffet finde ich übrigens recht treffend. Ich habe mich oft gewundert, warum sie bestimmte Kontakte pflegte. Vermutlich geben die ihr aber das Gefühl von Normalität: Mit denen redet sie nämlich immer nur sehr oberflächliches Zeug. Mit mir waren dann die etwas tiefer gehenden Gespräche dran. Und bei anderen weiß ich, dass es ihr hauptsächlich darum ging, dass andere noch schlechter dran sind als sie. Das hat sie mal erwähnt, dass ihr das dann gut tut, zu sehen, dass 2 Bekannte massive Eheprobleme haben, "obwohl nach außen immer alles so perfekt scheint".

Wenn ich mir das so überlege, ist die Basis für unsere Freundschaft jetzt wohl entfallen: Ich stelle mittlerweile andere Anforderungen an sie als Freundin: Ich erwarte eine gewisse Verlässlichkeit - auch vor dem Hintergrund, dass sie jetzt durch ihren Partner eine gewisse Stabilität erhält. Und ich erwarte Anteilnahme und echtes Interesse an mir. Nur mehr die Therapeutin mag ich nicht mehr sein.

Liebe Grüße
Dodo


  Re: Gute Freundin ist abgetaucht
no avatar
   henriette
schrieb am 22.08.2012 08:01
hallo,

das bloede an diesen nichtmelden von freunden ist ja, dass es einen so in der luft haengen laesst. frueher hat man mit den jungs wenigstens "schluss" gemacht, oder sie mit einem und da war die sache dann klar, meistens zumindest. aber dieses ausplaetschern lassen von engen freundschaften ist ganz doof, kenne das und das belastet, weil man auch immer wieder sein eigenes verhalten in frage stellt. ich hab mir schon manchmal ueberlegt, einfach so eine art "abschiedsbrief" zu schreiben, um die sache dann von mir aus definitv zu beenden und nicht mehr diesen abwartenden part zu haben.
beste gruesse

h.


  Re: Gute Freundin ist abgetaucht
no avatar
   Dodo99
schrieb am 22.08.2012 11:09
Genau, Henriette,
man weiß nicht, woran man ist, ob man noch mal Kontakt aufnehmen soll, hängt total in der Luft.
Ich habe mir (und ihr) jetzt erstmal eine Frist gesetzt bis zur Taufe unserer gemeinsamen Freundin. Wenn bis dahin nichts von ihr kommt, bekommt sie sowas wie einen Abschiedsbrief. Allein schon, damit ich selber besser damit abschließen kann.


  Re: Gute Freundin ist abgetaucht
no avatar
   Federleicht83
Status:
schrieb am 22.08.2012 11:34
He ihr alle, danke, hier bekomme ich sogar noch neue Denkanstöße...der Vergleich mit dem Buffett ist wirklich gut!
Ich habe lange die Depressionen als Ausrede für sämtliches Verhalten genommen, aber tatsächlich war es doch sehr oft purer Egoismus.
Je nach dem was für eine Stimmung bei meiner Freundin bestand, so wurden auch die Menschen in unserem Bekanntekreis ausgesucht...das wird mir jetzt erst so richtig bewusst!!!

Vor ein paar Jahren habe ich das Buch von Hirschhausen gelesen...kennt ihr bestimmt...er vertritt die Meinung sich sein Umfeld ganz genau anzusehen & dann radikal mit dem "Rotstift" auszustreichen was einem nicht gut tut. Auch sich vielleicht von Menschen zu verabschieden die nur "Energiesauger" sind.
Damals fand ich es krass, aber heute kann ich ihm nur zustimmen. Man muss sich im Alltag mit so vielen Dingen rumschlagen, da muss man sich wirklich angewöhnen auch mal nach den eigenen Bedürfnissen zu forschen...macht man viel zu selten. Auch ich hatte mich gerade in den letzten Zügen unserer Freundschaft gefragt, was würde mir fehlen, was würde sich verändern...warum hänge ich so daran???
Es ist letztlich ein GEBEN UND NEHMEN. Wenn man an einem fetten Helfersyndrom leidet (und das tue ich traurig ) übersieht man das gerne und nimmt sich NUR zurück...ja, es ist oft echt schwierig. Und als ich mich damals von meiner (ich dachte GUTEN) Freundin lossagte, hat mich das wirklich sehr mitgenommen & wie man sieht tut es das noch heute zwinker Dieses Thema spricht mir gerade irgendwie aus der Seele, denn in solche Konflikte bin ich schon öfter geraten. Vielleicht hätte ich es ändern können indem ich ihr einfach früher meine Meinung gesagt hätte, denn im Gegensatz zu mir konnte sie das immer sehr gut. Es ging eigentlich jahrelang nur nach ihren Bedürfnissen. Wann SIE sich gut fühlte, wo SIE sich treffen wollte, WANN und alles wirklich nur wie sie gerade Lust darauf hatte und in welcher Stimmung sie war...

Auch das mit dem Schluss machen trifft zu...denn man beendet ja irgendwie eine Beziehung! Und auch wenn Wut vorhanden, man ist traurig wenn´s zu Ende ist! Habe lange an Menschen festgehalten weil ich oft sehr harmoniebedürftig bin, immer helfen möchte und ein offenes Ohr habe...da muss ich wirklich noch an mir arbeiten!

Mädels, wir sollten öfter mal an uns denken!!!

Habe sie seit dem Cut auch nicht mehr gesehen...wie handhabt ihr das? Hatten erst kürzlich eine Feier, an der mein Mann & ich nicht teilgenommen haben, auch um es den Gastgebern zu erleichtern...es hätte einfach eine komische Atmosphäre geschaffen?!?!
Ganz wie bei dir Dodo und die bevorstehende Taufe!Ist natürlich eine andere Situation, bei einem solchen Fest würde ich auch nicht fehlen...aber das Gegenübertreten wird sicherlich auch seltsam (sollte sie überhaupt kommen!?)
Was denkst du wie du dich verhalten wirst? Da wir ja alle Erwachsen sind, begrüßt man sich zumindest...aber dann??? Ignoriert man sich dann?Wahrscheinlich. Davor graut es mir ehrlich gesagt...


  Re: Gute Freundin ist abgetaucht
avatar    Looney
Status:
schrieb am 22.08.2012 11:58
Meine spontanen Gedanken nach Lesen deines 1. Posting: diese Frau tut dir jetzt in deinem neuen Lebensabschnitt nicht mehr gut und du solltest die Freundschaft einfach einschlafen lassen. Meldet sie sich ist gut, trefft euch auf einen Kaffee aber sehe sie nicht mehr als Freundin. Meldet sie sich nicht mehr dann ist es halt so.
Ein Kind verändert das eigene Leben ziemlich und normale Freundschaften gehen auseinander weil sich beide Seiten anders weiterentwickeln. Du merkst es ja jetzt schon an dir, du kannst ihre "Pausen" nicht mehr wie früher akzeptieren.
Alles Gute für dich und deinem Baby!


  Re: Gute Freundin ist abgetaucht
no avatar
   Dodo99
schrieb am 22.08.2012 12:10
Zitat
Federleicht83
Mädels, wir sollten öfter mal an uns denken!!!

Habe sie seit dem Cut auch nicht mehr gesehen...wie handhabt ihr das? Hatten erst kürzlich eine Feier, an der mein Mann & ich nicht teilgenommen haben, auch um es den Gastgebern zu erleichtern...es hätte einfach eine komische Atmosphäre geschaffen?!?!
Ganz wie bei dir Dodo und die bevorstehende Taufe!Ist natürlich eine andere Situation, bei einem solchen Fest würde ich auch nicht fehlen...aber das Gegenübertreten wird sicherlich auch seltsam (sollte sie überhaupt kommen!?)
Was denkst du wie du dich verhalten wirst? Da wir ja alle Erwachsen sind, begrüßt man sich zumindest...aber dann??? Ignoriert man sich dann?Wahrscheinlich. Davor graut es mir ehrlich gesagt...

Wie schön, dass Du auch von den Anregungen hier profitieren kannst! Ich habe auch das Gefühl, dass mich dieser Thread schon Meilen weiter gebracht hat als die ganze Grübelei alleine in den letzten Monaten...

Ja, auch in Freundschaften sollte man öfter an sich denken und auch bzw. gerade im Kontakt mit psychisch kranken (oder labilen) Menschen.

Treffen werden sich in der Zukunft nicht ganz vermeiden lassen. Ich würde aber ihr nie aktiv aus dem Weg gehen.
Jetzt bei der Taufe rechne ich nicht wirklich mit ihr. Falls sie doch aufkreuzen sollte, werden wir uns sicher begrüßen und auch Smalltalk halten. Wir haben ja beide auch unsere Partner dabei, die aber nicht viel miteinander anfangen können. Ansonsten werde ich mich relativ schnell auf andere Gäste konzentrieren und sicher auch schauen, dass ich dann neben diesen sitze und nicht unmittelbar neben ihr. Sie ist aber ohnehin die geborene Smalltalk-Königin und redet auf Feiern immer mit Hinz und Kunz über Gott und die Welt. Da kam ich mir als Freundin, die ihr extra einen Platz neben mir freigehalten hatte, schon blöd vor, weil sie lieber mit irgendwelchen alten Männern über deren Frankreich-Urlaub geredet hat als mit mir. Da passt das Buffet-Bild ja wieder...
Groß auffallen wird es also nicht, wenn wir uns nichts mehr zu sagen haben. Insofern auch nur eher für mich blöd von der Atmosphäre her.
Wie es jetzt in kleinerer Runde wäre, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Ein Mädels-Treffen, zu dem keine explizit einlädt, würde ich mit ihr tatsächlich nicht mehr wollen. Nicht, ohne dass wir uns ausgesprochen hätten. Da würde tatsächlich die Stimmung aller drunter leiden. Zu einer kleinen Geburtstagsrunde o.ä., zu der sie auch kommt, würde ich allerdings gehen. Ich würde halt meine Klappe halten, wenn sie was erzählt und falls sie mich direkt anspricht, höflich, aber distanziert antworten...
Ach Mensch, das klingt auch doof! Das wäre sicher auch ein total verkorkster Abend, den ich eigentlich keiner Gastgeberin zumuten möchte... Da muss ich ja fast schon froh sein, dass sie sich bei unserer gemeinsamen Freundin gerade auch nicht viel meldet und daher solche Treffen wohl doch eher selten sein werden...


  Re: Gute Freundin ist abgetaucht
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   Federleicht83
Status:
schrieb am 22.08.2012 14:53
Ja,daaanke! Da zieh ich einiges für mich raus!

Es ist echt total schwierig wenn man einen gemeinsamen Freundes/Bekanntenkreis hat. Sie hatte mir zum Schluss eine Email geschrieben das eine Freundschaft in Zukunft keinen Sinn mehr macht und wir auch nicht mehr darüber reden müssten (was meiner Meinung nach eine harte Aussage ist, wenn man bedenkt das ICH ursprünglich stinkig war, ihr nur EINMAL ehrlich gesagt habe was mich ärgert und verletzt )! Es ist also nicht einfach im Sand verlaufen, ich hätte die Freundschaft nach jahrelangem Frust wahrscheinlich auch bald beendet.Aber jetzt wissen wir beide ja ganz genau, das wir auf den anderen keinen Wert mehr legen. Das ist sicher ein komisches Gefühl wenn wir uns dann wieder gegenüberstehen.
Allerdings habe ich auch nicht vor einige Orte bzw. Anlässe zu meiden nur deswegen. Den letzten Anlass haben wir sausen lassen, weil diese Bekannten davon nichts wissen und es eine kleine Runde gewesen wäre, dass wäre nicht nur anstregend geworden, dann hätten sich sicher auch die anderen gefragt was los ist! Ach Manno, manchmal ist es echt kompliziert. Kanns ja nur einfach auf mich zukommen lassen.

Jetzt hab ich aber genug abgeladen, Schluss damit...es geht jetzt schließlich um dich!

Bei euch steht ja noch garnichts fest. Es ist aber auch verflixt. Wenn sie sich bis zur Taufe nicht gemeldet hat, wird es ja auch schwierig für dich mit ihr Smalltalk zu halten...innerlich kocht man und muss dann gute Miene machen, weil man ja auf so einer Feierlichkeit kein Fass aufmachen will.
Auf der anderen Seite kann sie ruhig merken das du enttäuscht und sauer bist. Ihr Verhalten ist nicht in Ordnung und vielleicht kommt sie dann mal auf die Idee etwas zu verändern bzw. das man mit dir nicht alles machen kann und du auch Grenzen hast!

Würde mich interessieren wie es ausgegangen ist, vielleicht magst du dann berichten?! Würde mich freuen...

Lass es dir (und natürlich auch dem Krümelchen zwinker ) gut gehen!!!




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