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  wie soll man sich da verhalten?
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   malohne
schrieb am 18.08.2012 21:16
Hallo,

und zwar habe ich ein Problem mit meinem Schwiegervater. Er ist psyschisch krank, seine Lebensgefährtin wohl auch, und ich weiß nicht,wie ich damit umgehen soll. Wir haben eigentlich selten Kontakt. Ruft er mal an, dann verlangt er sofort nach meinem Mann. Ich habe es aufgegeben zu versuchen Smalltalk mit ihm zu halten. Zu Geburtstagen laden wir die beiden natürlich ein. Für mich eine sehr unangenehme Situation. Die beiden sitzen da und sagen kein Wort. Schon die Begrüßung fälllt sehr dürftig aus. Man sieht, wie unwohl sie sich fühlen. Durch ihr Verhalten alle anderen auch. Daher verstehe ich nicht, warum sie sich das überhaupt antun. Will man etwas zu ihnen sagen, dann drehen sie sofort den Kopf weg. Wenn sie (denn er spricht die ganze Zeit kein Wort) doch anfängt zu erzählen, dann nur wie schwer doch alles ist. Wenn alle lachen, dann starren die beiden vor sich hin. Es muss für sie wirklich eine äußerst unangenehme Situation sein.

So, jetzt war letztens der Geb. meines Kindes gewesen. Wie nicht anders zu erwarten, konnten sich beide zur Begrüßung mal gerade so ein Hallo rauspressen. Danach das bereits schon oben beschriebene Verhalten. Zum Ende hin sind sie auf einmal aufgestanden und gegangen. Ohne überhaupt etwas zu den Gästen zu sagen. Mein Mann rief mir zu, dass sie gehen und ich sollte aufstehen und mich verabschieden. Was ich nicht tat, sondern ihnen tschüß zurief. Ich bin es irgendwie satt. Die beiden machen sich ihr Leben grundlos kaputt (denn es könnte ihnen sehr gut gehen). Verlangen ein bestimmtes Verhalten von anderen aber benehmen sich selber total daneben. Mein Mann fand es unmöglich, dass ich nicht zu ihnen gegangen bin. Hat er da Recht? Soll ich immer wieder versuchen Kontakt aufzunehmen, obwohl von ihnen Desinteresse signalisiert wird? Ehrlich gesagt bin ich sowas von froh, dass dieses Jahr kein Geb. mehr ansteht. Im Grunde genommen sehen wir uns ja nicht häufig (ca. 5 Mal im Jahr) trotzdem gruselt es mich immer wieder davor. Übrigens gibt mir mein Mann auch die Schuld weswegen unser Kind nicht zum Opa wollte. Mein abweisendes Verhalten ihnen gegenüber, würde sich auf unser Kind übertragen. Opa denkt, weil er unser Kind einmal anspricht, dass es gleich sofort zu ihm kommt und mit ihm spielen möchte. Also hat es quasi zu funktionieren, wenn dem Opa danach ist. Und weil es dies nicht tut, ist es meine Schuld. Wobei es auch zu meiner Tante nicht wollte und sie sieht es z. B. wesentlich häufiger. Aber bei seinem Vater bin natürlich ich Schuld. Die beiden machen sich gegenseitig krank und kränker, gerade weil man sie so selten sieht, fällt es einem immer mehr auf. Soll ich das trotzdem so tolerieren? Einfach Augen zu und durch und gute Miene zum bösen Spiel machen. Darf man sich mit einer psychischen Erkankung immer daneben benehmen und andere müssen das so hinnehmen? Is das quasi ein Freifahrtschein? Es geht ihm immer schlechter, aber er tut nichts um dieses zu Ändern. Eine Kur möchte er nicht machen, weil er dann ja von seiner Liebsten getrennt wäre. Und ich denke gerade das würde ihm helfen. Denn die beiden ziehen sich gegenseitig immer wieder runter. Haben kaum soziale Kontakte und bauen so immer mehr ab. Trotzdem hält sich mein Mitleid in Grenzen, denn im Grunde genommen haben sie sich das selber so ausgesucht. Wie sie andere behandeln ist ihnen egal, fühlen sich häufig angegriffen und sowieso im Recht. Und ich mag einfach nicht mehr. Leider ist es der Vater meines Mannes also muss ich da wohl durch. Aber wie mache ich das am besten? Wie würdet ihr Euch denn in dieser Situation verhalten? Denn mir fällt ehrlich gesagt nichts ein. Aber so wie bisher kann es auch nicht bleiben.

Übrigens fing das schlechte Verhältnis damit an, weil ich mich im schwangeren Zustand auf dem Geburtstag seines Vaters darüber beschwerte, dass ich nicht inmitten von den ganzen Rauchern sitzen möchte. Ab da war ich dann wohl unten durch. Denn die Lebensgefährtin raucht, genauso wie ihre beiden Kinder auch und ich hätte mich da wohl nicht so anstellen sollen. Dann wäre das Verhältnis bis heute wohl noch einigermaßen normal. Übrigens empfand mein Mann zu aller erst auch nichts dabei, dass ich inmitten der Raucher saß. Er war sogar verärgert, weil ich fahren wollte. Er hält, immer wieder zu seinem Vater. Was mich auch traurig und auch ein wenig nachdenklich macht. Das jetzt noch so als Erklärung, dazu, weshalb das Verhältnis teilweise nun so ist, wie es ist.


  Re: wie soll man sich da verhalten?
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   xKirschblüte
Status:
schrieb am 18.08.2012 21:54
Du verhälst dich ganz richtig. So wie jeder "normale" Mensch ziehst du eine Grenze, wenn dir dieses Verhalten zu viel wird- du denkst in der Situation an dich und dein Kind. Und das ist gut so und absolut nicht egoistisch.

Das Problem, wenn man aus einer Familie mit diesen Strukturen kommt, ist, dass man sich gar nicht mehr dagegen abgrenzen kann, man emotional so verwickelt ist, dass man die Personen entschuldigt und Rücksicht nimmt. So ziehen sie einen mit runter und man merkt es nicht.
Ebenso wie bei Alkoholikern gibt es im Umfeld von Depressiven Co-Abhängige, die die Kranken dann in Watte packen, ihr Verhalten entschuldigen, aushelfen... Alle anderen leiden darunter, dass auf den Kranken Rücksicht genommen wird- aber sie beißen die Zähne zusammen, dass sich der Kranke letztendlich nicht ändern muss. Es ist echt schon heftig, dass sich die gesamte Geburtstagsgesellschaft unwohl fühlt, jedes Mal aufs neue, aber niemand an die Großeltern herantritt; sie wissen, dass sie sogar grußlos gehen können und es ihnen keiner übel nimmt, sondern die Schuld auf dich verteilt wird.
Ja, auf der einen Seite sind sie beide krank- ABER es kann doch nicht so sein, dass sie keine Verantwortung übernehmen müssen für sich selbst, Therapie, Kur und alles andere ablehnen und sich dann auf euch ausruhen, dass ihr die unangenehmen Aufgaben wie sie in die Gemeinschaft zu integrieren bzw. das Kind zum Spielen zu animieren, übernehmt und den Kopf hinhaltet, wenn das Kind nicht will? Natürlich ist es normal, dass Kinder bei Menschen, die sie nicht so gut kennen oder die sie nicht einschätzen können, zurückhaltend sind. Zieh dir den Schuh nicht an.
Hast du schonmal überlegt, zu einer Beratungsstelle (Von der Caritas bspw) zu gehen und dich dort zu informieren? Deinen Mann nimmst du dann am besten mal mit- es kann ja echt nicht sein, dass man dir den schwarzen Peter zuschiebt, weil du dich nicht mit dem Rest ins ungesunde Boot begeben möchtest.

Es ist nicht deine Aufgabe und deine Verantwortung, deinen Schwiegereltern ihre Krankheit angenehm zu machen. Sie sind für sich selbst verantwortlich und alt genug.


  Re: wie soll man sich da verhalten?
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   gelöschter User
schrieb am 18.08.2012 23:17
der schilderung entnehme ich, dass es sich um ein gestörtes VERHÄLTNIS handelt, also um das übliche schwiegerelterngetue. um ablehnung auf der ganzen linie. das ist keine psychische erkrankung.
ich würde sie nicht mehr einladen und dem gatten würde ich das auch klar machen. er kann ja gerne daheim bei den eltern feiern...
da scheint ja einiges nicht zu stimmen - also auch bei deinem mann. das solltest du überdenken. wenn ER meint, seine eltern haben immer recht...


  Re: wie soll man sich da verhalten?
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   xKirschblüte
Status:
schrieb am 19.08.2012 00:02
Ist er denn als psychisch krank diagnostiziert oder vermutest du es nur? Bei der Partnerin scheinst du ja nicht sicher zu sein..

So oder so- ich würde mich wirklich zu einer Beratung begeben, um von professioneller Seite, die von deinen Mitmenschen unabhängig ist, Input zu bekommen und Aufklärung über eine möglicherweise bestehende psychische Erkrankung. Es klingt so, als würde es eine Diagnose geben?
Dann ist es natürlich wichtig, dass dein Mann mit ins Boot kommt- so zementiert er das Verhalten deiner Schwiegereltern ja nur- sie brauchen nichts zu ändern und kommen immer durch- nebenbei gibts noch einen Keil zwischen dir und deinem Mann und überhaupt handeln alle auf deine Kosten.

Ich würde schon die Botschaft "Mit mir nicht mehr" senden, weil ihr Verhalten dir gegenüber absolut unmenschlich ist. Nur so würden sie sich ändern. Allerdings ist die Gefahr, dass du da weiter in die "Sündenbock"-Rolle rutschst größer, wenn dein Mann weiterhin seinen Vater in Schutz nimmt. Insofern ist es wirklich an der Zeit, die Position deines Mannes unter die Lupe zu nehmen und ihm mal den Kopf zu waschen- am besten mit fundierter Beratung.


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  Re: wie soll man sich da verhalten?
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   malohne
schrieb am 19.08.2012 08:34
Hallo,

danke für Eure Antworten.

@Kers86 er hat eine diagnostizierte psychische Erkrankung und ist seit einigen Jahren berentet. Seitdem geht es stetig bergab und er war zwischenzeitlich schon einige Male in einer geschlossenen Anstalt zur Behandlung. Leider immer ohne langanhaltenden Erfolg.

Du hast die Situation sehr treffend beschrieben. Mein Mann beschützt ihn quasi bei jediger kritischen Äußerung meinerseits. Ich bin die Böse und sollte das Alles so hinnehmen und mehr Initiative zeigen. Das mir das zuwider ist, zählt nicht.

Das mit der Beratungsstelle wäre gar keine schlechte Idee. Vielleicht würde mein Mann eher von den Menschen etwas annehmen, die tagtäglich mit Kranken zusammenarbeiten und wissen, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten soll. Denn in den Augen meines Mannes bin ich ja diejenige die sich nicht normal verhält. Ich weiß nicht, wie daneben sie sich benehmen müssten, denn das jetzige Verhalten sieht mein Mann überhaupt nicht als problematisch sondern normal an.

@Greta S das Verhältnis zwischen uns war zwar nie rosig gewesen, aber erst durch die Erkrankung wurde es richtig schlecht. Also hängt es meiner Meinung schon damit zusammen.
Das lustige an der Sache ist ja, dass ich mich ihnen gegenüber jetzt so verhalte, wie sie es mir gegenüber tun. Nur mit dem Unterschied, dass mir das angekreidet wird.


  Re: wie soll man sich da verhalten?
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   henriette
schrieb am 19.08.2012 10:44
hallo,

fast egal, wie schlecht sich manche menschen benehmen, ich wuerde mich nur ungern bei formfehlern erwischen lassen, will sagen, immer distanziert hoeflich, so dass es nicht heissen kann: die hat mir aber nicht auf wiedersehen gesagt. und mich nicht auf deren niveau begeben.

gute nerven

h.


  Re: wie soll man sich da verhalten?
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   gelöschter User
schrieb am 19.08.2012 11:19
schließe mich henriette an. außerdem entschuldigt man ALLES bei leuten mit "nem hau", aber bei denen mit klarem kopf wird halt nix entschuldigt. also: höflich, formvollendet, distanziert, alles was nötig ist, aber nicht darüber hinaus. dein mann wird auch "mi-leid" haben. ggf. könnte auch eine solche krankheit erblich sein oder ihn dahingehend belasten, dass er da rein rutscht...


  Re: wie soll man sich da verhalten?
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   St_Pauli
Status:
schrieb am 19.08.2012 13:35
Ja, höflich distanziert bleiben. Du hast gewisse Grenzen und die hat dein Mann zu akzeptieren. Denn offensichtlich geht das ja schon länger so. Ich würde mich an deiner Stelle nicht runter- und vor allem nicht reinziehen lassen. Die Krankheit und das allgemeine Unwohlsein der Schwiegis ist in erster Linie ein Problem deines Mannes, soll er sie doch bespaßen und bei Laune halten.
Ich würde versuchen, die beiden zu ignorieren, wenn sie am Tisch sitzen, also nicht schneiden, sondern mich einfach um andere Gäste kümmern, mit denen man mehr Spaß hat. Mußt du denn wirklich immer zu Besuch mitkommen? Gibts nicht ne feine Ausrede - Baby oder so? Bezüglich der Kinder würde ich den Ball einfach an deinen Mann weitergeben: er ist der Vater, kann er ja mal schauen wie er sie zum "gewünschten" Verhalten hinbekommt (keine Sorge, er wird sie auch nicht zwingen zwinker)

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es einem deutlich besser geht, wenn man solche negativen Runterzieher (ob Menschen oder Situationen) meidet, dann hat man nämlich genug Energie für die Dinge, die einen negativ genug treffen (Krankheiten, Geld, Job, Beziehung etc. pp).
Ich fürchte allerdings, dass du das mit deinem Mann "ausstreiten" mußt. Wie gesagt, es sind deine Grenzen und die muss er akzeptieren.


  Re: wie soll man sich da verhalten?
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   Mone2004
Status:
schrieb am 19.08.2012 17:07
höflich distanziert bleiben und den Schein waren. Finde ich auch richtig, aber eben nicht immer praktikabel.

Ich kenne das Geschilderte ansatzweise auch. ich stoße auch nur auf Ablehnung bei den Schwiegis und beschmutze ihre "ach so reine Familie"!!! Das wurde mir ins Gesicht gesagt. Sie sitzen auch meist mit betrübter Mine hier rum, kümmern sich kaum um die Enkel, weil sie nur kochen und er nur fernsehen muss. Dabei sehen wir uns auch nur 4-5x pro Jahr.

Aber dieses Distanzierte gelingt mir nicht immer. Mal kotzen die mich so an! Mal kann ich es ertragen. Es hat auch Auswirkungen auf die eigene Ehe. Weil es immer heißt: meine Eltern - deine Eltern.

PS: ich nehme diesen Beitrag in ein paar Tagen wieder raus- nicht das mein mann mal vorbeischaut... smile

LG


  Re: wie soll man sich da verhalten?
avatar    patty 2
Status:
schrieb am 19.08.2012 17:15
Hallo,

Gäste bringt man zur Türe und verabschiedet sich.zwinker

Wenn deine Schwiegereltern erkrankt sind, dann ist das sicherlich eine belastende Situation für die ganze Familie.
Die Betroffenen sind häufig von Antriebslosigkeit, Ängsten und einer veränderten Wahrnehmung geplagt. Deshalb verwundert mich das Verhalten deiner Schwiegereltern nicht, sie handeln nicht in böser Absicht.
Solche Familienveranstaltungen fordert beiden Seiten viel innere Anstrengungen ab. Wenn sie sonst sozial sehr abgeschieden leben, verlernen sie die normale Kommunikation.

Es verlangt niemand von dir, dass du sie bespaßt oder mit ihnen in der Krankheit versinkst.
Vielleicht kannst du ein Gespräch führen und deinen Eindruck schildern, ohne Vorwürfe, einfach nur deine Sichtweise.
Oder aber du bist in den Kontakten weiterhin nett und höflich und bewertest aber ihr Verhalten nicht.
Du solltest eine klare Haltung für dich entwickeln.

Wenn dein Schwiegervater schön häufig in Kliniken war und eine Frühberentung hat, dann handelt es sich um eine sehr ernste Erkrankung und dies sollte man nicht unterschätzen. Akzeptanz ist hier für mich das Stichwort, nicht zu verwechseln mit Verhaltensentschuldigungen.

Anstalt hört sich sehr abwertend an.zwinker

Es gibt in jeder Stadt Treffpunkte für Angehörige von psychisch Erkrankten.

Ich wünsche dir für die Situation gute Nerven, Humor und Durchhaltevermögen.


  Re: wie soll man sich da verhalten?
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   malohne
schrieb am 19.08.2012 22:46
danke Euch nochmal für die Antworten.

henriette & St. Pauli da habt ihr recht. Aber es ist manchmal so verdammt schwer sich zusammenzureißen. Wobei ich mich bisher immer schön an die Umgangsformen gehalten habe, außer eben jetzt beim letzten Mal, wo ich ihnen nur zum Abschied Tschüss zurief. Ich konnte mich nicht überwinden, aufzustehen, zu Ihnen in den Flur zu gehen und ihnen noch die Hand zu reichen obwohl sie es nichtmal für nötig hielten, sich bei den übrigen Gästen zu verabschieden. Irgendwann kommt ein Widerwillen auf, da geht einfach nichts mehr.

@greta S genau das ist meine Sorge, dass es meinem Mann später genauso ergehen könnte. Das wäre der blanke Horror für mich. Vorallem, weil sein Vater sich so hängen lässt. Er schluckt seine Medikamente, macht aber ansonsten nichts, was ihn weiter helfen könnte.

@Mone danke, so ergeht es mir auch immer wieder. Wobei es sich bei mir stets von Mal zu Mal verschlimmert, da sie sich immer merkwürdiger verhalten und ich einfach nicht mehr weiß, wie ich damit noch vernünftig umgehen kann.

@patty das mit der Anstalt war nicht abwertend gemeint. Mir fiel ehrlich gesagt in dem Moment kein anderes Wort dafür ein. Das sind z. B. auch so Sachen, bei denen ich immer wieder aufpassen muss, bzw. musste als sie noch mit mir sprachen. Da musste ich penibel darauf achten was ich sagte, denn sie nahmen jedes Wort auf die Goldwaage. Irgendwann wird es einfach nur noch anstrengend.

Es liegt gar nicht daran, dass ich kein Verständnis für die Erkrankung habe. Ich hätte aber auch gerne etwas Verständnis meines Mannes mir gegenüber.Hätte er gestern gesagt, ja, da hast du Recht, es war keine Art einfach so aufzustehen und zu gehen, ohne sich nicht mal kurz von den anderen Gästen (die er ja schon jahrelang kennt) zu verabschieden.
Er war aber gleich auf Streit programmiert und erwiderte, dass es nichts Ungewöhnliches in dem Verhalten sah . Er empfände es als normal, und ich wäre diejenige die das viel zu eng sieht. Und das ist etwas was mich auf die Palme bringt. Dass er mir so in den Rücken fällt und das Verhalten seines Vaters und dessen Lebensgefährtin jedes Mal verharmlost.


  Re: wie soll man sich da verhalten?
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   gelöschter User
schrieb am 19.08.2012 23:36
wenn dein mann das als nicht schlimm erachtet, gibt es nur zwei erklärungen: er IST bereits so krank wie sein vater, oder er nimmt ihn wegen der krankheit in schutz, weiß aber, dass es falsch ist.

beides fatal.

wenn der schwieva wirklich einen so krassen hau hat, dann kann man nur sagen, gut, der hat ne krankheit, daher ist er so, fertig. als fehlte ihm ein bein - wech is wech. oder wie bei alzheimer. unumkehrbar.

das wissen aber die anderen menschen auch, wenn einer nen hau hat. das merken die ja. die sind ja nicht auf den kopf gefallen. insofern passt so ein abgang dann ins bild. die sagen dann nach der feier: der dingens, der war ja wieder total schlimm drauf. seine xykrankheit hat ihn völlig verändert. nichtmal verabschiedet hat der sich! wie die (familie...) das mit dem aushalten...

irgendwie musst du akzeptieren lernen, dass er "anders" ist als andere menschen, auch sie, also dass sie beide neben der spur laufen. krank sind. wie das fehlende bein. man muss dann mit anderem maßstab messen.

vor allem muss man akzeptieren, dass sich das nie wieder ändert. wie bein ab. das scheint ja etwas zu sein, was nicht therapierbar ist. sonst bin ich ja jemand, der sagt: mach ne therapie. arbeite an dir. etc. - aber offenbar gibts da ja nix... ich sag mal, wie bei alzheimer...

ich wünsche dir starke nerven ...

liebe grüße!


  Re: wie soll man sich da verhalten?
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   lenticularis32
schrieb am 20.08.2012 11:01
Ich habe den Eindruck, dass Du Dich zwar über Deine Schwiegereltern ärgerst, aber eigentlich doch wesentlich mehr über Deinen Mann.
Für Dich wäre es wichtig, dass er zu Dir steht, denn dann würdest Du mit dem Verhalten der Beiden besser klar kommen.

Vermutlich stellt Dein Mann sich auf deren Seite, weil er Dich für sehr stark und konsequent hält und glaubt, er muss Deine Schiegereltern "vor Dir beschützen". Dabei möchtest Du nur genauso viel Verständnis von Deinem Mann bekommen, wie Deine Schiegereltern von ihm bekommen.

Das zumindest ist hier mein Eindruck. Ich kenne das von mir, dass ich viele Dinge von anderen Leuten besser ertrage, wenn ich weiß, dass mein Mann voll hinter mir steht. Vielleicht wärst Du aufgestanden, wenn er zu Dir gesagt hätte, dass er Dich versteht, aber ob Du nicht einfach Dich überwinden könntest und aufstehst, um den beiden die Hand zu geben.
Ehrlich gesagt, finde ich Dein Verhalten in keinster Weise befremdlich, auch wenn hier eine psychische Erkrankung des Schwiegervaters dabei ist. Irgendwann ist einfach das Ende erreicht, und Kinder merken instinktiv, wo sie willkommen sind und wo nicht.
Ich mag dieses höflich distanzierte Verhalten nicht, oftmals denken die Leute ganz anders und reden dann hinter dem Rücken. (Es ist nicht meine Absicht, dieses hier irgendwem zu unterstellen.) Du zeigst offen und ehrlich, was Du fühlst und wie es Dir geht, wenn die Beiden sich so verhalten. Es kann nicht sein, dass Du immer Rücksicht nehmen musst, während andere sich alles herausnehmen. Zumal das ja dann auch immer schlimmer wird. Ich sehe das genauso, bin immer für Ehrlichkeit und Offenheit. Und dass die Beiden sich von den Gästen verabschieden (auf den Tisch klopfen und "Tschüss" sagen), ist meines Erachtens nicht zuviel verlangt, auch wenn man psychisch erkrankt bin.

Übrigens habe ich es schon so oft erlebt, dass ältere Menschen auch ohne psychische Erkrankung sich Sachen herausnehmen (vordrängeln, frech sein, Kinder beiseite drängen, ...) für die man keine Worte findet und wo ein bißchen gegenseitige Rücksicht nicht schaden würde.


  Re: wie soll man sich da verhalten?
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   St_Pauli
Status:
schrieb am 20.08.2012 12:43
Also unter höflich distanziert verstehe ich nicht, dass man auf Teufel-komm-raus alle Verhaltensweisen an den Tag legt, die im allg. unter "Etikette" fallen.
Höflich distanziert bedeutet für mich in erster Linie, dass man das Verhalten anderer nicht persönlich nimmt, sie eher betrachtet wie ein unbeteiligter Dritter, sie gar nicht an sich ranläßt. Quasi guten Tag und guten Weg wünschen, sofern möglich ein bisschen Blabla-Smalltalk halten. That's it. Nicht darüber aufregen, dass sie miesepetrig am Tisch sitzen. Könnte ja noch schlimmer kommen, sie könnten anfangen mit REDEN die Gesellschaft zu sprengen. Nicht darüber aufregen, dass sich die Schwiegis selbst daneben benehmen. Wie Greta gesagt hat, die sind halt so - wie ein fehlendes Bein. Dann gibt es auch weniger Streit, weil man selbst nicht jedes Wort auf die Goldwaage legt .

Je weniger man sich in die Sache reinziehen läßt (denn es gibt überhaupt keinen Grund, dass sich die TE verantwortlich fühlen muss), desto besser. Dazu gehört aber auch, dass die TEdas ihrem Mann deutlich macht - und ihm nicht womöglich reinredet wie er seine Eltern handeln soll.


  Re: wie
avatar    Kama.
Status:
schrieb am 20.08.2012 15:58
Hallo,

ich finde, eine diagnostizierte psychische Erkrankung darf nicht als Freifahrtschein für schlechtes Verhalten verstanden werden. Für mich beinhaltet es auch die Verpflichtung an sich bzw. der Erkrankung zu arbeiten.
Da der Schwieva dies, aus welchen subjektiv vielleicht sogar berechtigten Gründen auch immer nicht tut, bist in meinen Augen auch Du nur begrenzt verpflichtet Dir diese, ich sag mal Freakshow anzutun. Oder gar Euer Kind krampfhaft zu Unterhaltung der 2 zu bewegen.

DAS, solltest Du deinem Mann klarmachen. Es wäre sicher alles leichter zu handhaben und zu ertragen wenn er hinter Dir stünde.

Ansonsten gebe ich Greta und ST.Pauli recht. Viel machen kannst Du nicht, Du musst Sie nehmen und lassen wie sie sind.

LG Khama




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