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  In de Rollenfalle?
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  ohne nick
schrieb am 09.08.2012 22:21
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll...

Ich bin ziemlich frustriert. Den ganzen Tag bin ich am hetzen und machen und tun, kümmere mich um unseren Sohn, koche jeden Abend für meinen Mann egal wie kaputt ich bin oder wie wenig ich nachts geschlafen habe etc... und mein Mann signalisiert mir, das ist doch nichts

Er ist der große Verdiener, bringt Geld nach hause, an ihm bleibt alles hängen (so hat er es formuliert)

Und dass ich auch den ganzen Tag schufte...naja davon könnten wir uns ja kein Brötchen kaufen.

Ich mache das was ich mache gerne, für mich ist das nun einmal unsere derzeitige Aufgabenteilung. Unser Sohn wird bald 2 Jahre und mein Mann ist noch nie (!) nachts aufgestanden und hat sich um ihn gekümmert. Ich war teilweise echt fix und fertig, wenn er Phasen hatte wo nachts jede Std aufgewacht ist oder wie vor kurzem als er krank war und ich vier Nächte hintereinander kaum geschlafen habe. Aber selbst am Wochenende, käme er nicht auf die Idee zu sagen, ich übernehme mal eine Hälfte der Nacht oder so.

Das wäre ja alles nicht so schlimm, wenn das was ich tue Anerkennung finden würde. Er arbeitet schließlich viel (weil selbständig) und hat auch abends und am Wochenende zu tun.

Aber mir das Gefühl geben ich würde auf seine Kosten leben finde ich nicht fair.

Wir sind gemeinsam selbständig und er hat recht, wenn er sagt, dass der größte Teil der Einnahmen durch ihn kommen. Ich wohl für die Selbständigkeit nicht gemacht und wäre im karitativen Bereich besser aufgehoben. Er hingegen hat sich auf einen Bereich spezialiesiert, der finanziell mehr bringt.

Ich versuche ihn auch beruflich nach Kräften zu unterstützen, habe bis 1 Woche vor der Geburt gearbeitet und nach dem unser Kind 3 Monate alt war, ihm immer wieder im Geschäft geholfen (1-2 mal die Woche). Teilweise habe ich das Kind mitgenommen und teilweise sind die Großeltern eingesprungen. Wegen des Kindes war das natürlich nur eingeschränkt für einige Stunden möglich. Aber auch das ist irgendwie nur selbstverständlich und wird nicht honoriert.

Jetzt wird unser Kind bald 2 und kommt in die Kita. Ich werde vollzeit arbeiten. Die Aufträge wird wohl weiterhin hauptsächlich er reinbringen. Er wünscht sich das wir uns ein Haus kaufen und ärgert sich dass ich es nicht schaffe, mich beruflich ebenso gut Fuss zu dass wie er. Ich habe nur das Problem, dass ich die letzten Jahre in Feld tätig war, bei dem man sehr wenig verdient, der mir aber dennoch sehr am Herzen liegt. Für mich stand das Geld verdienen nie so im Vordergrund (ich weiß, irgendwie ist das auch verantwortungslos). Mir war es wichtig etwas zu bewegen und helfen zu können. Mein Mann hingegen, war sich schon während des Studiums (eigentlich schon vorher) bewußt, er möchte so schnell wie möglich, so viel wie möglich verdienen.

Es ist ja nicht nur, dass er meine tägliche Arbeit klein redet. Ich habe oft das Gefühl, dass er mich selbst klein macht. Sehr von oben herab. Als würde ich mein ganzes Leben nicht geregt bekommen. Verliert er die Achtung vor mir, weil ich keine Karriere mache. Oder verliert er einfach nur den Boden unter den Füßen und hebt ab?

Unser Kind kommt jetzt in die Kita -hatte ich das schon geschrieben?- ... am liebsten würde ich aus unserem gemeinsamen Geschäft aussteigen und mir eine Anstellung suchen, damit ich finanziell unabhängig bin. Aber das ist in meinem Bereich sehr schwierig. Ich würde auch irgendwas anderes machen und mich neuzuorientieren aber ich weiß nicht wie und wohin. Aber mit einem abgeschlossenem Hochschulstudium wird sich doch irgendwas finden lassen.

Ich hätte echt gedacht, dass in einer partnerschaftlichen Beziehung die Frage wer mehr verdient nicht so ne große Rolle spielen dürfte.

Ich liebe meinen Mann, aber ich habe das Gefühl ich werde immer kleiner

Sorry, ist lang geworden und klingt wahrscheinlich sehr verwirrt..

Danke fürs lesen. Würde mich über etwas input und Denkanstöße freuen.


  Re: In de Rollenfalle?
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  ohne nick
schrieb am 09.08.2012 22:32
Ich habe gerade meinen eigenen Beitrag gelesen und könnte klingt das erbärmlich! ...weiß gerade nicht weiter


  Re: In de Rollenfalle?
avatar  maschu
schrieb am 09.08.2012 22:43
Hallo,

1. Ich kann nachvollziehen, das dein Mann nicht weiß, wie anstrengend es sein kann, Haushalt und Kind zu haben, weil er es NIE gemacht hat. Ich konnte es mir vor meinen beiden Kindern auch nicht vorstellen, dass so ein Tag mit Kind(er) und Haushalt doch schlaucht.
2. Ich finde es nicht gut, in einer Beziehung generell die Gleichwertigkeit Partnerschaft auf das eingebrachte Geld zu reduzieren. Es gibt ebend Zeiten, da bringt ein Partner nun mal weniger Geld nach hause, als der andere. Familie ist finanziell gesehen bei uns ein Topf.
3. An deiner Stelle würde ich versuchen, beruflich außerhalb des "gemeinsamen Geschäftes" Fuß zu fassen, unabhängig (auch von deinem Mann) zu sein.
4. Irgendwie klingt es so, als wenn sich dein Mann überhaupt nicht um euer Kind kümmert? Lass ihn doch mal einen Tag allein für sein Kind da sein um wenigstens einen minimalen Einblick zu erhalten, wie so der tagesablauf mit Kind ist.
5. Versuch dir Freiraum zu schaffen, eventuell mal mit einem/einer Freund/in zutreffen, raus zu kommen.

Ich finde es immer schlimm, wenn Frauen sich in einer Familie/Beziehung unterbuttern lassen. Du musst aus deinem "nur Hausfrauendasein" raus kommen. Du musst nicht die große Karriere hinlegen, aber vielleicht hilft es euch beide, wenn du wenigstens etwas dazu verdienst, dein Mann kann nicht mehr maulen und dein Selbstbewusstsein ist nicht mehr so angekratzt.

Edit:
Habe gerade dein 2. Posting gelesen. Es klingt nicht erbärmlich, sondern traurig und resigniert. knuddel


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.08.12 22:45 von maschu.


  Re: In de Rollenfalle?
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  ohne nick
schrieb am 09.08.2012 23:06
Danke für deine Antwort.

Es ist nicht so, dass sich mein Mann nicht um unseren Sohn kümmert. Abends zB lesen wir immer gemeinsam vor und bringen ihn gemeinsam ins Bett. Auch sonst versucht er sich immer soweit es geht Zeit für ihn zu nehmen. Aber die unangenehmen Aufgaben wie nachts aufstehen und der Alltag bleiben an mir hängen.

Ja, ich möchte mich beruflich von ihm unabhängig machen. Nur wir leben in einer wirtschaftlich schwachen Region und mein Berufsfeld ist auch etwas suboptimal gewählt. Ich will es aber jedenfalls versuchen.

Vor unserer Heirat war sein Spruch immer "Ehe ist keine Kommunismus" (soviel zu alles in einen Topf). Es war mir nicht bewußt wie ernst er es damit meinte.


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  Re: In de Rollenfalle?
avatar  Wildfang
schrieb am 10.08.2012 09:17
Ich kann mich nur anschließen, in einer Familie geht es doch nicht bloß darum, wer wie viel Geld verdient - sondern darum, was insgesamt zu tun ist, um den Laden am Laufen zu halten. Dazu gehören neben Geldverdienen: Kind, Haushalt, gegenseitige Unterstützung. Das nennt man Aufgabenteilung, und dein Mann kann nicht erwarten, dass du Kind und Haushalt alleine übernimmst und zusätzlich noch genauso beruflich engagiert bist wie er!

Wenn er so viel Kohle verdient, dann ist es doch wahrscheinlich gar nicht nötig, dass du das auch tust, oder? Ich finde es äußerst befremdlich, wenn in einer Ehe mit Kind beide Partner der Ansicht sind, sie müssten jeweils finanziell unabhängig vom anderen sein. Man muss doch gemeinsam an den ganzen Aufgaben arbeiten und sie sich aufteilen - der eine kümmert sich halt (meistens jedenfalls) mehr ums Geldverdienen, der andere ums Kind, oder man findet halt einen guten Mix daraus. Das ist bei jeder Familie anders, aber man kann diese Aufgaben nicht unterschiedlich bewerten! Deine Arbeit zuhause ist genauso viel wert wie die Arbeit deines Mannes! Es geht doch nicht nur um Geld dabei.

Der Spruch mit dem Kommunismus ist einfach nur bescheuert, sorry. Was hat es denn mit Kommunismus zu tun, wenn man als Paar an einem Strang zieht.

Du solltest mal auf den Tisch hauen! Hammer


  Re: In de Rollenfalle?
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  Impala-34
Status:
schrieb am 10.08.2012 10:19
Zitat
ohne nick
Er ist der große Verdiener, bringt Geld nach hause, an ihm bleibt alles hängen (so hat er es formuliert)

Er arbeitet schließlich viel (weil selbständig) und hat auch abends und am Wochenende zu tun.

Wir sind gemeinsam selbständig und er hat recht, wenn er sagt, dass der größte Teil der Einnahmen durch ihn kommen. Er hingegen hat sich auf einen Bereich spezialiesiert, der finanziell mehr bringt.

Er wünscht sich das wir uns ein Haus kaufen und ärgert sich dass ich es nicht schaffe, mich beruflich ebenso gut Fuss zu dass wie er. Ich habe nur das Problem, dass ich die letzten Jahre in Feld tätig war, bei dem man sehr wenig verdient, der mir aber dennoch sehr am Herzen liegt. Für mich stand das Geld verdienen nie so im Vordergrund (ich weiß, irgendwie ist das auch verantwortungslos). Mir war es wichtig etwas zu bewegen und helfen zu können. Mein Mann hingegen, war sich schon während des Studiums (eigentlich schon vorher) bewußt, er möchte so schnell wie möglich, so viel wie möglich verdienen.

Hallo,

ehrlich gesagt wundere ich mich ein bisschen, dass Du Dich wunderst. Er war doch offenbar schon immer so. Bei ihm stand Geld wohl immer an erster Stelle und daraus zieht er sein Selbstbewusstsein. Er war doch offenbar von Anfang an nicht bereit, das von Dir gewünschte Lebensmodell mit vollem Herzen zu unterstützen. Offenbar ist er doch jemand, wo nur etwas was wert ist, wenn es auch hoch bezahlt wird.
Du hast anscheinend gedacht, dass er sich ändern wird, wenn ihr erst mal verheiratet seid und ein Kind habt. Vergiss es! Er wird sich nicht ändern.
Ich gebe den anderen vollkommen recht, wenn sie sagen, dass in einer Beziehung Geld nicht an erster Stelle stehen sollte und es nicht darum gehen sollte, wer mehr Geld verdient. Aber für Deinen Mann ist das eben Thema Nr. 1 und so hast Du ihn geheiratet.
Mal ganz abgesehen davon, dass ich glaube, dass er gar nicht damit fertig würde, wenn Du plötzlich mehr Geld als er verdienen würdest, kann ich Dir nur raten, Dich nicht von ihm kleinmachen zu lassen.
Ich weiß dass ist schwierig und wird Dir nur gelingen, wenn Du Dir neben Deiner Tätigkeit als Hausfrau etwas eigenes aufbaust (auch finanziell) in dem Du Anerkennung von Dritten bekommst.

Du schreibst, dass er sich schon um Euer Kind kümmerst, aber doch offensichtlich nie alleine. Du bist immer da. Ihr bringt ihn zusammen ins Bett, ihr lest ihm zusammen was vor. So wie Du es schilderst, war er noch nie für längere Zeit alleine mit dem Kind. Du nimmst ihm doch immer alles ab, woher soll er wissen wie anstrengend alles ist. Du willst, dass er dir anbietet, am Wochenende die Hälfte der Nächte zu übernehmen. Hast Du danach gefragt oder vorausgesetzt, dass er von alleine darauf kommt?

Von außen sieht es oft so aus, dass Mütter die (mit "nur" einem Kind) nicht auch einer Erwerbstätigkeit nachgehen, ein lockeres Leben haben. Sie müssen sich vor niemandem verantworten, können den Tag frei gestalten (soweit es das Kind zulässt smile), können sich tagsüber mit Freundinnen treffen usw. So wirkt es jedenfalls oft nach außen. Und ein bisschen kann ich Deinen Mann auch verstehen.
Du verlangst von ihm, dass er die finanzielle Verantwortung für die Familie alleine stemmt. Und auch arbeiten ist sehr, sehr anstrengend (nicht nur das Muttersein), vor allem wenn man selbständig ist und nie weiß, ob das Geld auch weiter so reinkommt, wie vielleicht momentan. Hältst Du es nicht auch für selbstverständlich, dass er für Euch sorgt. Sagst Du ihm jeden Tag wie toll das ist, dass er sich dem Stress aussetzt, um Geld nach Hause zu bringen oder denkst Du nicht insgeheim, dass hätte er ja sowieso gemacht.

Euer grundlegendes Problem ist wohl, dass er Dir von Anfang an deutlich gemacht hat, dass für ihn Familie nicht bedeutet, Dich "mitzufinanzieren".
Ich finde so was zwar nicht richtig, aber Du hast Dich darauf eingelassen und gehofft, dass er sich ändert. Das wird er nicht und er wird auch Deinen Anteil an der Famlienarbeit nicht so honorieren und anerkennen wie Du es Dir wünschst. Da wird auch ein "auf den Tisch hauen" nichts dran ändern. Meiner Meinung nach ist das eine Charakterfrage. So wie Du schreibst, willst Du eigentlich das klassische Familienmodell leben, er will das nicht, also müsst Ihr darüber reden und ggfls. einen Kompromiss finden, wozu allerdings auch gehört die Aufgaben mit dem Kind neu zu verteilen. Da müsstest Du ihn allerdings auch mal alleine machen lassen und ich habe den Eindruck - verbesser mich wenn ich mich irre - das Du das gar nicht möchtest, sondern immer in der Nähe sein willst, damit Du "notfalls" eingreifen kannst.

Fahr doch aus beruflichen Gründen (Weiterbildung, Assessmentcenter o.ä.) mal ein paar Tage weg und zwing ihn so darum sich mal rund um die Uhr um euer Kind zu kümmern. Das hätte zum einen den Effekt, dass er mal sieht wie anstrengend das ist und zum anderen könnte er nicht meckern, denn Du tust es ja schließlich um wieder (mehr) Geld nach Hause zu bringen.

Alles Gute

Impala


  Re: In de Rollenfalle?
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  St_Pauli
Status:
schrieb am 10.08.2012 10:23
Hallo,

ich schätze mal, du bist mit deinem Problem gar nicht mal soooo allein in Deutschland.

Dass dein Partner deine Arbeit nicht anerkennt und dich auch noch klein redet, zeigt mir, dass er dir gegenüber sehr respektlos ist.
Ich kann dir nur dringend raten, eine Festanstellung woanders zu suchen. Das gibt nicht nur eigene Bestätigung aufgrund getaner Arbeit, sondern es ist auch ein schönes Gefühl, eigenes Geld auf dem Konto zu haben. Die Kosten sollten dann anteilig bezahlt werden - je nachdem wieviel jeder verdient (verdient dein Mann das Dopplte, dann hat er das auch beizusteuern). Wenn du Vollzeit arbeiten gehst, dann müssen auch alle anderen Aufgaben geteilt werden: Hausarbeit, Gartenarbeit, Waschen etc, pp.
Das wird deinem Mann nicht schmecken und er wird sehr schnell merken, dass er es vorher doch um einiges bequemer hatte. Und dann wird er ganz sicher nochmal die "Schlechte-Gewissen-Karte" ziehen, wie leid ihm der Kleine tut, weil er jetzt in Fremdbetreuung ist.

Lass dir nichts einreden. Eine Familie sollte immer als EINE (Wirtschafts-) Einheit verstanden werden. Denn letztlich konntest du dich bisher nicht entfalten und Karierre machen, weil ihr euch GEMEINSAM für Nachwuchs entschieden habt, um den DU dich bisher hauptsächlich gekümmert hast.
Also, sag deinem Ollen mal ordentlich bescheid!!!


  Re: In de Rollenfalle?
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  ohne nick
schrieb am 10.08.2012 12:53
Zitat
Impala-34

ehrlich gesagt wundere ich mich ein bisschen, dass Du Dich wunderst. Er war doch offenbar schon immer so. Bei ihm stand Geld wohl immer an erster Stelle und daraus zieht er sein Selbstbewusstsein. Er war doch offenbar von Anfang an nicht bereit, das von Dir gewünschte Lebensmodell mit vollem Herzen zu unterstützen. Offenbar ist er doch jemand, wo nur etwas was wert ist, wenn es auch hoch bezahlt wird.
Du hast anscheinend gedacht, dass er sich ändern wird, wenn ihr erst mal verheiratet seid und ein Kind habt. Vergiss es! Er wird sich nicht ändern.
Ich gebe den anderen vollkommen recht, wenn sie sagen, dass in einer Beziehung Geld nicht an erster Stelle stehen sollte und es nicht darum gehen sollte, wer mehr Geld verdient. Aber für Deinen Mann ist das eben Thema Nr. 1 und so hast Du ihn geheiratet.
Impala


Ich will Ihn in dem Sinn ja nicht ändern. Er ist sehr zielstrebig und ich versuche ihn nach Kräften zu unterstützen. Das sollte er aber anerkennen. Er weiß doch auch wenn er geheiratet hat. Ich hab vorher in einer sozialen Einrichtung tätig, wo unterbezahlten Mitarbeiter zum Teil gemeinsam in einer WG wohnten, damit sie sich ihre soziale Ader auch leisten können. Das hab ich für ihn an den Nagel gehängt (natürlich auch weil wir eine Verantwortung für unser Kind tragen).

Zitat
Impala-34
Du willst, dass er dir anbietet, am Wochenende die Hälfte der Nächte zu übernehmen. Hast Du danach gefragt oder vorausgesetzt, dass er von alleine darauf kommt?
Impala

Ja, mehrfach.

Zitat
Impala-34
Du verlangst von ihm, dass er die finanzielle Verantwortung für die Familie alleine stemmt. Und auch arbeiten ist sehr, sehr anstrengend (nicht nur das Muttersein), vor allem wenn man selbständig ist und nie weiß, ob das Geld auch weiter so reinkommt, wie vielleicht momentan. Hältst Du es nicht auch für selbstverständlich, dass er für Euch sorgt. Sagst Du ihm jeden Tag wie toll das ist, dass er sich dem Stress aussetzt, um Geld nach Hause zu bringen oder denkst Du nicht insgeheim, dass hätte er ja sowieso gemacht.

Euer grundlegendes Problem ist wohl, dass er Dir von Anfang an deutlich gemacht hat, dass für ihn Familie nicht bedeutet, Dich "mitzufinanzieren".
Ich finde so was zwar nicht richtig, aber Du hast Dich darauf eingelassen und gehofft, dass er sich ändert. Das wird er nicht und er wird auch Deinen Anteil an der Famlienarbeit nicht so honorieren und anerkennen wie Du es Dir wünschst. Da wird auch ein "auf den Tisch hauen" nichts dran ändern. Meiner Meinung nach ist das eine Charakterfrage. So wie Du schreibst, willst Du eigentlich das klassische Familienmodell leben, er will das nicht, also müsst Ihr darüber reden und ggfls. einen Kompromiss finden, wozu allerdings auch gehört die Aufgaben mit dem Kind neu zu verteilen. Da müsstest Du ihn allerdings auch mal alleine machen lassen und ich habe den Eindruck - verbesser mich wenn ich mich irre - das Du das gar nicht möchtest, sondern immer in der Nähe sein willst, damit Du "notfalls" eingreifen kannst.

Impala

Ich hab ihm aber auch von Anfang an gesagt, dass ich anders ticke und dass wenn wir uns selbständig machen, ich mich auf ein Terrain begebe, der ich eigentlich nie wollte und dass er das Zugpferd sein wird. Ich habe es getan weil ich mit ihm eine Familie gründen und unsere Fernbeziehung beenden wollte. Ich glaube er fand es schöne eine "bessere Hälfte" zu haben.
Er geht nicht darum, dass er mich für meine Arbeit lobt, sondern dass er mich als gleichwertige Partnerin anerkennt.
Das Problem ist auch unsere unterschiedliche Einstellung zu Geld. Er möchte ganz schnell viel Geld verdienen und dass ich mitziehe. Mein Herz schlägt meist für eine andere Art von Arbeit. Wer möchte wen ändern? Ich finde wir müssen da einfach ein Kompromiss finden und meiner wäre gewesen, ich höre (vorerst) auf die Welt zu verändern und unterstütze ihn auf seinem Weg.
Das ich was das Kind angeht nicht loslassen kann, stimmt nicht. Er hat halt wenig Zeit und die verbringen wir gerne zu dritt.


  Re: In de Rollenfalle?
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  ohne nick
schrieb am 10.08.2012 13:04
@ Wildfang: so hab ich eigentlich auch gedacht. Die Realität sieht aber manchmal wohl anders aus.
@ St Pauli: ja, ich muss mir unbedingt eine Anstellung such. Was die Fremdbetreuung angeht, da hat er kein Problem damit. Er möchte ja schließlich auch, dass ich anfange Geld zu verdienen. Ich will das ja auch gar nicht abwerten, dass ihm das Geldverdienen so wichtig ist, aber ich bin anders gestrickt, meinen Kick bei der Arbeit bekomme nicht, weil ich weiß dass ich für diesen Auftrag viel Geld bekomme.

Danke euch dass ihr euch die Zeit genommen habt, mir zu antworten


  Re: In de Rollenfalle?
avatar  Jiri
schrieb am 10.08.2012 13:40
Ich finde ja solchen Männern sollte man Kind und Haushalt mal 2 Wochen komplett alleine überlassen.
Das hilft!
Was macht ihr eigentlich mit dem vielen Geld?
Bezahlt doch eine Haushaltshilfe und du entspannst dich in der Zeit.

Wofür endlos Geld verdienen und dann keine Zeit für Kind und Frau zu haben und zum Leben wohl auch nicht?

LG


  Re: In de Rollenfalle?
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  kjoi
schrieb am 10.08.2012 13:50
Es tut mir leid, dass Du momentan weder in dem, was Du gerade tust, noch in dem, was Dir wichtig ist, anerkannt wirst. Es haben meine Vorschreiberinnen ja schon geschrieben und Du weißt ja auch selber, dass Du und Deine Wünsche nicht weniger wert sind als die Deines Mannes. Er möchte Geld verdienen und einen hohen sozialen Status haben, Du möchtest lieber im sozialen Bereich tätig sein und lebst dann mit dem wenigeren Geld. Dafür brauchst Du Dich überhaupt nicht entschuldigen. Das sind einfach andere Ziele und Wünsche.

Doch jetzt müsst ihr erstmal einen Weg aus Eurem Dilemma finden. Und der geht vermutlich nur über Kommunikation. Ich erfahre Dich hier als sehr reflektiert, Du kannst Deine und die Wünsche Deines Partners sehr gut formulieren und siehst den Graben selber. Wie ist es, wenn Du darüber mit ihm sprichst? Vielleicht weiß er überhaupt nicht, was genau Deine Wünsche sind? Und ich denke, sollte es an anderer Stelle gut klappen mit Euch, dass jeder zumindest einen Teil der Ziele erreichen kann. Nur, Dein Mann versucht eben gerade, seine Wünsche auf Dich aufzustülpen. Und das geht nicht! Du musst und kannst Dein eigenes Glück finden, das sollte ja auch sein Ziel sein: dass Ihr ALLE mit der Situation zufrieden seid. Es kann gut sein, dass man manchmal Dinge macht, die momentan richtig erscheinen, auch wenn sie nicht ins eigene Leben passen (Du arbeitest bei Deinem Mann mit). Aber mach das nicht zu lange, es hält Dich ansonsten womöglich fest.

Vielleicht braucht Ihr eine Form von Mediation für das Gespräch, vielleicht geht es auch so. Aber ich versuche, Konflikte immer möglichst neutral anzusprechen und sie im Gespräch zu meinem Problem zu machen. Verstehst Du, was ich meine? Ich versuche, mit Ich-Botschaften und nicht mit Anschuldigungen zu arbeiten. Allerdings ist mein Mann da eh sehr einfühlsam und verständnisvoll, da laufe ich halt nicht so gegen eine Wand, ich habe es sehr einfach. Wenn es bei Euch aber schwieriger ist, würde ich eine Form der Mediation wählen, das kann ja auch eine Bekannte oder Freundin sein, die vielleicht von Dir angewiesen, einem Gespräch von Euch über das Thema beiwohnt. Manchmal klappt es so ganz gut, sachlich zu bleiben.


  Re: In de Rollenfalle?
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  Mone2004
Status:
schrieb am 11.08.2012 11:30
winkewinke

Klasse. sehe ich genauso. Haushaltshilfe oder Putzfee besorgen und schon ist Freizeit und Entspannung da. Wenn auch nur für kurze Zeit, aber immerhin.

Liebe Treaderstellerin,

ich finde es sehr schade, dass du momentan so gefrustet und traurig bist und nein, dein Posting klingt nicht erbärmlich. Ich glaube, wir haben alle mal ein Tief, verfluchen unsere Männer und unser Umfeld. Geht mir nicht anders.

Was ich aber immer nicht verstehe, wie man sich bei 1 gesundem Kind nicht organisieren kann und jammert, wenn man nicht schlafen kann. Ich habe 6 Jahre nicht durchgeschlafen, stand jede Nacht 3-6x auf und gehe jeden Tag arbeiten, seitdem die Kids 1 J sind. Viele von uns haben 2, 3 oder mehr Kinder, stehen auch jede Nacht mehrfach auf und gehen auch Vollzeit arbeiten. Wenn sie Pech haben, sind sie noch alleinerziehend mit weniger Geld.

Also Kopf hoch, du bist eine gestandene Frau, hau mal auf den Tisch und sag deine Meinung. Es ist DEIN Mann, DEINE Ehe und DEIN Kind. Ihr zusammen seid ein Team und ich bin sicher, ihr schafft das!!! Vielleicht muss es deinem Mann auch nur einfach mal genau gesagt werden. Männer sind sooo, die denken alles ist schick und nichts ist schön. Kenn ich auch Ich wars nicht

LG


  Re: In de Rollenfalle?
avatar  Doing
Status:
schrieb am 11.08.2012 13:31
Also Du musst eine Entscheidung treffen was für DICH richtig ist, also entweder einen Job ausüben der Dich ausfüllt und deinen Wünschen entspricht, auch wenn man da weniger verdient ODER aber das dich dein Mann nicht mehr kleinredet.

Wobei ich vermute dass das ein grundsätzliches Problem wäre, also ihr beiden auch ein Miteinander-Anerkennungs-Selbstwert-Problem hättet wenn Du mehr als er verdienen würdest oder gleich.

Es ist eine Frage des Respekts und der Anerkennung und das hat nix mit dem Einkommen zu tun sondern mit der Einstellung.

Und wenn Du mit der Einstellung deines Mannes die er so an den Tag legt nicht umgehen kannst, muss Du daran was ändern, nicht an deiner Einkommenssituation.



Für mich z.B. war es immer wichtig selbständig zu sein, unabhängig. Auch von meinem Mann. Ich konnte jederzeit mit meinem Einkommen meine Kinder und mich sowie mein Pferd u. Tiere selbst unterhalten - und dafür habe ich Opfer gebracht, z.B. Zeit mit meinen Kindern oder einige stressige Zeiten im Job. Aber MIR
war das wichtiger als anderes eben. Sicherheit im Job + finanzielle Unabhängigkeit. Mir stehen jetz nochmal etwa 8-12 Monate reinpowern bevor und dann kann ich mich in meinen Sessel im Job zurücklehnen und sagen: hier bin ich , hier bleib ich, jetzt lass ich es mir gut gehen. Für mich hat der Job eben eine höhere Prio als mein Mann oder meine Ehe oder der Haushalt.

Das musste ich aber auch erst erkennen und entscheiden. VOrher bin ich auch im Nebel rumgedümpelt, mehr unzufrieden als nicht usw
Und irgendwann hat mir ein ganz lieber und auch weiser Mensch gesagt: so gehts nicht weiter, du musst dies und das machen. Und das war halt eben so.

Aber einen Tod muss man immer sterben sag ich immer. Ich bin eine megamiese Hausfrau und eine ziemlich anspruchsvolle Mutter aber dafür bin ich zufrieden und brauche keine Anerkennung von meinem Mann oder anderen, weil ich mir selbst genug bin.

Und ich glaube da muss man hin, sich auch in diesem Bezug UNABHÄNGIG machen von anderen.


  Re: In de Rollenfalle?
no avatar
  ohne nick
schrieb am 11.08.2012 15:37
Danke euch allen für eure Antworten knuddel

@ Jire: wenn ich ihn für 2 Wochen alleine lassen würde, würde er sich einfach an seine Mama werden.

@kjoi: ja reden ist wohl das wichtigste. Aber Freunde und Familien halte ich aus unseren Eheangelegenheiten lieber raus.

@Monne2004: Ich weiß nicht ob ich mich nicht organisieren kann. Ich beschwerde mich ja nicht darüber, dass mir die Arbeiter zu viel wird und ich gehe ja auch 2 machmal 3 mal in Woche ins Büro und helfe dort aus.

@doing: wie immer sehr weise (und taff) gesprochen.
Ich gebe dir recht, dass sich an der Einstellung meines Mannes was Anerkennung und Respekt angeht etwas ändern muss. Ich glaube aber auch das die Anerkennung steigt, wenn man unabhängig ist (vielleicht würden das die meisten Männer so nicht zugeben). Ich kann nicht sagen, dass mir finanzielle Unabhängigkeit wichtiger ist als meine Ehe (eher umgekehrt); aber so wie die Einstellung meines Mannes ist, ist es wichtig, um mich in meiner Ehe zu behaupten.


  Re: In de Rollenfalle?
no avatar
  annamirl n.e.
schrieb am 13.08.2012 17:31
Zitat
ohne nick

Ich gebe dir recht, dass sich an der Einstellung meines Mannes was Anerkennung und Respekt angeht etwas ändern muss. Ich glaube aber auch das die Anerkennung steigt, wenn man unabhängig ist (vielleicht würden das die meisten Männer so nicht zugeben). Ich kann nicht sagen, dass mir finanzielle Unabhängigkeit wichtiger ist als meine Ehe (eher umgekehrt); aber so wie die Einstellung meines Mannes ist, ist es wichtig, um mich in meiner Ehe zu behaupten.

Hallo,

Wenn ich das so lese, weisst du doch eigentlich schon, woran es hakt und was zu tun istsmile

Du musst deinen Weg gehen und dein eigenes Geld verdienen. Vermutlich geht es deinem Mann auch gar nicht darum, dass du Berge an Geld nach Hause schaffst. Das macht er ja schon und es würde ihm sicher nicht gefallen, wenn du auf einmal mehr verdienen würdest. Das können viele Männer gar nicht verknusen.

Aber er möchte doch einen gewissen Beitrag und man kann es ihm nicht übelnehmen. Es ist eine unangenehme Situation, wenn Frau und Kind zu 100% von einem abhängig sind. Was passiert, wenn man einmal krank ist oder sonst etwas passiert?

Und wenn du arbeitest, hast du auch eine bessere Stellung, wenn es um die Arbeitsaufteilung geht. Du kannst dann wesentlich besser Mitarbeit und Mitverantwortung von ihm einfordern. Und wenn er das Problem löst in dem er das Kind zur Mutter bringt? Warum nicht. Ist auch eine Lösung smile
Wichtig ist, dass ihr das Gleichgewicht in der Beziehung wieder hinbekommt.

Ich wünsch dir viel Glück. Vielleicht kannst du ja im Arbeitsamt eine Umschulung beantragen, oder eine Fortbildung machen? Fermuni gibt es auch....

lg, Annamirl

PS: Die Mitarbeit in seiner Firma würde ich dann übrigens komplett lassen. Es scheint ihm ja nicht wirklich etwas wert zu sein.




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