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  immer wieder verzweiflung
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   goldrobbe
schrieb am 29.10.2011 20:45
hallo ihr lieben...

ich suche gerade einen raum zum reden/schreiben. und menschen, die mich vielleicht ein wenig verstehen können...

eigentlich müsste ich glücklich sein. ich bin 33 jahre alt und in der 12.ssw. mein partner und ich sind noch nicht lange ein paar, aber er freut sich. wir haben beide einen kinderwunsch/familienwunsch.

aber:

ich hatte mit 25 schon einmal eine schwangerschaft die in der 30. ssw mit einer not-sectio wegen gestose endete. mein sohn kam schwer krank auf die welt und starb mit 6 monaten. ich hatte in der zeit selbstverständlich psychotherapeutische begleitung. aber die gefühle kommen wie ein bumerang. ich habe panische angst. immer wieder. kreislaufprobleme. übelkeit in einem maße, wie es nicht mehr normal ist. ich lehne mich inzwischen selber ab. finde mich unfassbar häßlich, unfähig, defizitär...für meinen partner ist es eine große überforderung. und für mich? die totale überforderung.

noch ein aber:

ich habe das gefühl meinen partner nicht mehr zu lieben. ich hatte für ihn meinen exfreund verlassen (der exfreund wollte mit mir weder eine familie noch sex...wir waren emotional ein traumpaar und hatten einen herrlichen alltag. nur eben ohne sex und perspektiven). und der "neue" ist holterdipolter zu mir gezogen, weil er hier auch noch eine beruflich interessante stelle angeboten bekommen hat. mir ging das alles schon irgendwie zu schnell, aber ich habe mich treiben lassen...und jetzt fliegt es mir um die ohren. er nervt mich. er ist emotional völlig verschlossen. unsere streitereien sind immer wieder brutal. ich bettel, dass er nicht so gemein sein und auf meine bitten reagieren soll, aber er ist zu stolz.


ich habe das gefühl, alles verloren zu haben. ich habe kein zuhause mehr, seit mein exfreund ausgezogen ist, weil sich ohne ihn die wohnung so anders anfühlt und ich sich nicht mit neuen bildern besetzt bekomme. und mein neuer partner entpuppt sich als grausamst oberflächlich.

ich schäme mich für meine entscheidungen. für meine blindheit. ich schäme mich, dass ich nach dem blöden gerissenen kondom zwar nachgerechnet habe, wann mein eisprung hätte gewesen sein müssen, dass ich aber nicht einfach zum arzt gerast bin, völlig wurst wann der eisprung war. mein dienstplan war einfach auch zu beschissen (direkt danach spätdienst und am nächsten tag einen frühdienst...).

ich will ihn verlassen und habe solch eine angst davor, noch einmal so etwas wie mit der letzten schwangerschaft erleben zu müssen. da war ich auch allein. und ich hatte jeden tag angst. fühlte mich jeden tag einsam.

dann frage ich mich, ob das alles die hormone machen?

ich bin wie ferngesteuert.

und weil ich schon zwei therapien hinter mir habe (die zweite habe ich dieses jahr erst abgeschlossen) versperrt sich in mir alles gegen eine dritte. ich habe das gefühl, keine kraft mehr zu haben, nochmal mein selbst auf die prüfbank zu legen.

ich wünsche mir so sehr, dass mein partner sieht, dass ich seine unterstützung vor allem emotional brauche, egal ob ich ihn lieben kann oder nicht. er will die trennung auf keinen fall. aber er ist auch unfähig, etwas zu tun, was mir hilft...


irgendwie sehe ich nur wände. keine türen oder fenster. ich habe ihn heute zu seinen eltern geschickt, weil seine anwesenheit mich unter druck setzt. nach einem langen streit ist er gefahren. und jetzt bin ich alleine und wünsche mir einfach einen menschen, der bei mir ist. es dürfte auch er sein.


ich bin scheiß-arrogant, oder?


hat jemand ein wort für mich?


goldrobbe


  Re: immer wieder verzweiflung
avatar    Parisienne
schrieb am 29.10.2011 23:21
Hallo, kann Dir leider nicht so viel schreiben, da ich mit dem blöden IPhone nicht so klar komme... Das erste woran ich denken musste, ist dass dein neuer Partner vermutlich von dersituation und deiner Vorgeschichte echt total überfordert ist und nicht weiß, WIE er Dir helfen kann. Unddann ist da noch dein ex, mit dem du wohl auch noch nicht so ganz abgeschlossen hast...und wenn du ganz offen mit ihm sprichst und ihm deinederzeitigen Gefühle schilderst und ihm klar sagst, WAS Du von ihm brauchst? Er will das Kind ja wohl auch, dann muss er die Schwangerschaft auch mit durchstehen! Oder bist Du gaaanz sicher, ihn verlassen zu wollen??
Ich drück dich mal virtuellerweise und wünsche dir eine gute und nicht allzu einsame Nacht!

Ps: so einiges an dem Gefühlswirrwarr ist sicher den Hormonen zuzuschreiben, da hilft nur offen zu sich und ihm sein, um das zu entwirren...


  Re: immer wieder verzweiflung
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   goldrobbe
schrieb am 30.10.2011 07:00
danke parisienne...

meine nacht war ok. ich habe zum einschlafen herr der ringe geguckt. das hat mich schon bei meiner letzten schwangerschaft gut abgelenkt...

hm, bin ich mir sicher ihn verlassen zu wollen...ich habe vorgestern meinen rechner aufgeräumt und alte fotos angesehen. zwischen meinem exfreund und mir war so eine zärtliche nähe. auf allen bildern, auf denen wir beide sind, sind wir beieinander. richtig nah beieinander in dem moment. die paar bilder, die es von meinem neuen partner und mir gibt, sehen alle nach hysterie aus...ich vermisse ihn nicht, wenn er nicht da ist. in mir wallt keine zärtlichkeit mehr hoch. und ich fühle mich auch nicht zärtlich wahr genommen.

mir fehlt körperkontakt. ich habe es ihm so oft gesagt, aber er vergisst es wohl immer wieder. mir fehlen besondere momente (ich koche gern und decke dann den tisch oder mache kerzen an und sorge für einen schönen abend...er tut sowas für mich nicht). mir fehlt auch, dass jemand mich einfach mitnimmt, damit ich hier aus meinen kreisen rauskomme. als es ihm schlecht ging, habe ich ein ein auto ausgeliehen und ihn zum brombeeren- und äpfel-plflücken mitgenommen und anschließend mit ihm marmelade eingekocht. oder ich habe ihm bei seinen rückenschmerzen ein bad eingelassen und kerzen angezündet, musik angemacht, die er mag...ich kuschel mich nachts an ihn...

ich lebe ihm vor, was ich schön finde. er zeigt, dass er es toll findet, wenn ich ihn verwöhne. aber es kommt nichts zurück.


ich bitte ihn immer wieder, sich um mich zu kümmern. ich bitte ihn auch, auf mich zu zu gehen, mal was vorzuschlagen. aber er tut es nicht. er ist nur bei sich selbst. er fragt nach nichts. er redet mit anderen darüber, wie toll es ist, vater zu werden, aber er sieht nicht, dass ich hier heule und heule und heule und das gefühl habe im nichts zu ertrinken. er sieht sich schon mit dem kind auf dem spielplatz. aber er sieht nicht, was ich durchmache. obwohl ich transparent bin von vorne bis hinten. ich verstecke keine gefühle. ich bitte um hilfe. ich bitte auch um ganz konkrete sachen...

wenn ich verzweifle, nennt er das hysterie und sagt, ich soll erst mal runter kommen...


er sieht mich nicht...und dementsprechend sind meine gefühle natürlich immer weniger und weniger geworden (was ich ihm auch gesagt habe).
und am schlimmsten ist, dass ich mich, trotz kinderwunsch, vor lauter angst (allein dazustehen wenn es komplikationen gibt) nicht auf das kind freuen kann. ich wünschte, ich könnte diesen bauch einfach abnehmen und einfrieren für einen späteren zeitpunkt....


goldrobbe


  Re: immer wieder verzweiflung
avatar    Parisienne
schrieb am 30.10.2011 22:18
Hallo,
hmm, schwierig....wenn Du sicher bist, ihn verlassen zu wollen - dann schaffst Du das auch alleine mit der Schwangerschaft und dem Baby!!! Es gibt doch nicht wirklich Gründe, warum es wieder zu so schrecklichen Komplikationen kommen sollte?? Und selbst wenn - glaubst Du, Du könntest wirklich DANN auf ihn zählen??

Hast Du nicht noch ein paar andere vertraute Personen - Familie, Freunde? Mit denen Du mal reden könntest und die Dir vielleicht auch ein bisschen Halt geben könnten?

Und: ich glaube fest daran, dass Du Dein Kind lieben wirst - spätestens wenn Du es in den Armen hälst! Bei all' dem Gefühlswirrwarr kannst Du die Gefühle für das Baby wahrscheinlich nicht richtig "rausfiltern"...

Alles Gute


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  Re: immer wieder verzweiflung
avatar    Rebella
schrieb am 30.10.2011 23:48
Hallo Goldrobbe,

artikuliere dich gegenüber deinem Freund und vielleicht auch seinen Eltern so ähnlich, wie du es hier getan hast. Wenn du es ihm Wert bist und wenn er mit seinem Kind zusammenleben will, muss er sich ändern. Wenn es nicht mit ihm geht, dann lebst du vielleicht bald mit dem Kind allein. Eins ist klar: Mit deinem Kind bekommst du viel Körperkontakt. Vielleicht hilft dir das auch.

Ich kenne mich nicht so mit Gestose aus. Aber mit welcher Wahrscheinlichkeit kann das denn wieder passieren, wenn man das einmal hatte? Vielleicht ist das Risiko gar nicht so groß. Lass dich von den Ärzten darüber aufklären. Vielleicht können sie dir die Angst nehmen und du freust dich doch noch auf das Kind.


  Re: immer wieder verzweiflung
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   goldrobbe
schrieb am 31.10.2011 07:46
danke parisienne und danke rebella.

ja. wenn ich mich trennen will, muss ich das tun. oder er muss sich ändern...ich scheue mich davor, von einem menschen eine derart große veränderung zu erwarten. und dann noch unter zeitdruck.

er kennt meine perspektive. oder er könnte sie kennen, hätte er mir zugehört. aber er kann mir aus irgendeinem verflixten grund nicht zuhören...ich bin eigentlich nicht auf den mund gefallen. ich arbeite viel mit sprache und worten. er auch. aber er hört nicht was ich sage. ich kann mich ihm nicht verständlich machen. es kommt mir so vor, als würden wir beide eine fremdsprache sprechen. sowas habe ich mein ganzes leben noch nicht erlebt.


bei gestose steigt sogar die wahrscheinlichkeit, dass man es nochmal bekommt. hinzu kommt, dass ich erblich bedingt und durch einen präadispositas bluthochdruck habe...ich bin definitiv eine risikoschwangere und werde sehr eng von meinen ärzten überwacht.


ich habe gestern den tipp von einer freundin bekommen, mir doch jetzt schon eine hebamme zu suchen. ich wusste gar nicht, dass das geht. ich finde den gedanken aber gut, weil meine kraft gerade nicht wirklich reicht, um mich selbst zu schützen. und ich würde auch echt gern dieses jahr nochmal arbeiten gehen...wünscht mir glück, dass die, die ich mir ausgesucht habe (mit aromatherapie-, akkupunktur-, hypnotherapie-, balneatherapie-ausbildung) zu mir passt und zeit für mich hat. ich denke, es würde mir gut tun, noch einen nicht-arzt an meiner seite zu wissen...


tatsächlich geht es mir gerade, seit ich ihn angefleht habe, mir eine woche ruhe zu verschaffen in dem er zu seinen eltern fährt und von dort aus arbeitet (er ist freier journalist), viel besser. ich schlafe zum ersten mal seit beginn meiner schwangerschaft durch. ich habe plötzlich kein sodbrennen mehr. ich kann wieder yoga machen...ich kann meinen bauch spüren. und ich habe nicht nur hunger auf schokolade sondern nur auf obst und salat...ich fühle mich langsam wieder normal. ich habe ihm das genauso geschrieben.

er und ich stehen seit gestern in mail-kontakt, weil er mir nur verletzende und unbeteilligte sms geschrieben hat und ich ihn wieder unter tränen am telefon angefleht habe, dass doch bitte bitte zu lassen. in den mails spricht er von sinneswandel. ihm sei plötzlich klar geworden, dass er mich verletze. er habe ein bild vor augen wie ich weinend meinen bauch halte und zusammenbreche (was freitagabend so war)...und da sei ihm klar geworden, dass er grausam ist.

ich kann es kaum glauben. ich habe angst, dass das wieder nur der versuch ist, jetzt gerade zu retten was zu retten ist ohne großartige perspektive...


danke, dass ihr das hier lest. ich spreche auch mit 2 freundinnen. also ein wenig. aber es tut mir gut hier auch fremden frauen zu schreiben und von ihnen eine rückmeldung zu bekommen...

danke

goldrobbe


  Re: immer wieder verzweiflung
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   gelöschter User
schrieb am 31.10.2011 09:44
Hallo liebe Goldrobbe,

was erwartest Du denn von einer so frischen Partnerschaft?!

Mir fiel bei Deinen Worten spontan die Geschichte meiner besten Freundin A. ein.

Die war sogar noch in einer festen Beziehung (gemeinsame Wohnung etc.), als sie sich in einen anderen Mann verliebte und auch fremd mit ihm gegangen ist. Beim 6. oder 7. Sex hat es dann auch geschnaggelt- A. war schwanger!

Sie hat damals auch alle Phasen durchgemacht- Trennung vom Kindsvater, Abtreibung etc.pp.

Letztendlich (und gsd!) hat sie sich für das Kind entschieden. Sie ist noch vor der Geburt zum KV gezogen, was auch alles andere als einfach war. Die beiden hatten gar nicht die Gelegenheit, sich, wie andere verliebte Paare, erstmal so zusammen zu raufen oder festzustellen, dass es doch nicht passt.

Dann kam die Tochter auf die Welt und wieder war das Leben anders und nicht unbedingt einfacher geworden....

Es war eine schwere Zeit, für alle Beteiligten.

Heute, 7 Jahre später, leben sie im gemeinsam gebauten Haus und sind eine Familie geworden.

Obwohl sie das berühmte Pferd sozusagen von hinten aufgezäumt haben!

Ich will damit sagen, dass es kein Einzelfall ist, wie es Dir/Euch gerade ergeht. Nur, gebt Euch allen die Zeit und werft nicht gleich die Flinte ins Korn!
Und wenn es Dir besser geht, wenn sich Dein Freund erstmal wieder eine eigene Bleibe sucht, ist das erstens auch okay und zweitens nicht gleich das Ende einer gemeinsamen Zukunft!


ich wünsche Euch jedenfalls alles Gute!


  Re: immer wieder verzweiflung
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   goldrobbe
schrieb am 31.10.2011 11:02
hejhej LianeM.

...das schwierige ist bei mir, dass ich das gefühl habe, dass es eben nicht klappen kann. die verletzungen sind für mich so schmerzhaft, dass ich befürchte, dass mein weiterer weg durch ihn kein bißchen schöner und leichter werden kann. nur das gegenteil.

klar haben wir versucht, die hoffnung zu behalten. ich habe immer gesagt: ich will keine alleinerziehende mama sein sondern eine familie. und wenn das heißt, dass ich nie ein kind haben werde, dann ist das so. dann arbeite ich eben bei alber-schweitzer-kinderhäusern oder sowas.

jetzt ist es so, dass ich natürlich den wunsch hatte, dass wir es irgendwie schaffen. ich bin seit 5 wochen krank geschrieben, weil ich so arge kreislaufprobleme habe und solche schwierigkeiten mit der hormonellen umstellung hatte. in diesen 5 wochen hat mein partner nichts getan, was mich hätte lachen lassen. klar seh ich auch, dass ein werdender vater vor einer dicken überforderung stehen kann. dass er angst haben kann. dass er zweifelt. er hat sich lauter vaterschaftsratgeber in der bibliothek ausgeliehen und gelesen...und nichts getan. er hat zwei massagebücher ausgeliehen. und die liegen hier einfach rum. er hält sich nur widerwillig an absprachen wegen des haushaltes. er macht nichts schönes...und er holt sich selber auch keine hilfe sondern nimmt lieber mich als seelenmülleimer. und wenn ich ihm erkläre, dass ich diese rolle nicht haben möchte, dass mich das zu sehr belastet und er doch bitte mit freunden reden soll, passiert wieder nichts.

wie lange soll ich warten? wie lange soll ich hoffen? meine liebe ist nur noch ein winzig kleiner kiesel irgendwo in einer dunklen ecke, weil ich mich so verletzt und enttäuscht fühle.

wie lange soll ich kämpfen. ihn betüddeln, wenn es ihm schlecht geht, in der hoffnung, dass er so eine idee bekommt, was er tun könnte, wenn es mir mal schlecht geht?

wie lange sollte man sich enttäuschen lassen?

soll ich einen erwachsenen mann aushalten, nur weil er der vater meines kindes ist? soll ich mir noch mehr geschirr von ihm zerschlagen lassen?

was wut und grausamkeit angeht ist meine lunte tatsächlich sehr sehr kurz. ich habe da kein toleranzempfinden, weder bei frauen noch bei männern. ich kann frust und zorn verstehen und nachfühlen, aber ich kann nicht verstehen und nicht ertragen, wenn es an jemand anderem ausgelassen wird. vor allem dann nicht, wenn im nachhinein keine reue auftritt sondern der anspruch: ey, ich hab mich doch entschuldigt. was soll ich denn bitte noch machen??


traurig ich hatte mir das so anders vorgestellt....

goldrobbe


  Re: immer wieder verzweiflung
avatar    Rebella
schrieb am 31.10.2011 12:27
Hallo goldrobbe,

Männer und Frauen ticken in spezieller Hinsicht grundverschieden. Ich fühle mich von meinem Mann auch nicht immer grundsätzlich verstanden. Auch in der Kinderwunschzeit hatte ich häufig das verstärkte Gefühl, dass er mich nicht versteht. - Ich musste aber anerkennen, dass er sich auf seine Weise, wenn teils auch nicht soooo nutzbringend für mich - gesorgt hat und das Beste für mich wollte. Vielleicht kennt ihr euch zu kurz, um das auch gegenseitig im anderen anerkennen zu können.

Ich finde, bis zu einem bestimmten Maß sollte man es akzeptieren, dass Männer anders sind. Sonst lebt man in der Tat ein Leben lang solo.

Eventuell ist es bei deinem Partner zu extrem. Vielleicht sind auch deine Ansprüche ziemlich hoch. Das kann ich hier nicht beurteilen.

Ich würde jedoch nach Wegen suchen, doch noch das von mir gewünschte harmonische Familienleben zu erreichen. Falls dies trotz großer Mühen nicht möglich ist, ja, dann müssen eben die Konsequenzen gezogen werden.

Dass ihr euch erstmal vorübergehend trennt, um beide auch zur Besinnung zu kommen, ist ein wichtiger Schritt. Vielleicht hilft euch das. Das wünsche ch euch jedenfalls.

Gruß, Rebella


  Re: immer wieder verzweiflung
no avatar
   2nd-chance
Status:
schrieb am 31.10.2011 14:07
Hallo,

Ich schliesse mich v. a. Rebella an und denke, dass eine vorläufige räumliche Trennung fürs erste das Beste ist.

Aus deinem Schreiben lese ich heraus, dass du bereits für dich sehr gut vorformuliert hast, was du dir vorgestellt hast und was nun der Status Quo ist.
Deine Analyse der jetzigen Situation zeigt zudem auch, dass du selber bereits weisst, dass dieser momentane Zustand nicht von Dauer sein kann.

Nutze die Zeit der räumlichen Trennung zunächst einmal für dich, das heißt, beschäftige dich mit eurer Beziehung und analysiere sie noch einmal in Ruhe wie du es bereits oben schriftlich getan hast.

Schreib die Pro und Kontra auf und überleg dir am Ende, wie du die einzelnen Dinge werten willst.
Wenn ich dich richtig verstanden habe, fehlt dir vor allem die emotionale Naehe zum jetzigen Partner und da kann ich dir aus der Erfahrung heraus leider nur sagen, dass man einen Menschen und unabdingbar damit verbunden die Beziehung nicht grundlegend ändern kann.

Was man allerdings kann, ist einen Weg in der Mitte zu finden, der beiden Seiten gerecht wird.
Und vor allem solltest du bei der letztendlichen Entscheidung bedenken, dass eine Beziehung reifen muss. Emotionale Nähe entsteht nicht in den ersten Wochen und Monaten sondern entsteht aus vielen gemeinsam erlebten Momenten.
Die Zeit habt ihr eventuell noch nicht gehabt.
Also wäre das ein Pro für eine Chance.

Diese Chance macht aber nur Sinn, wenn beide Seiten sich bewusst über den jetzigen Zustand sind und aktiv daran arbeiten wollen.

Ich halte es für eine gute Idee, das, was du oben bereits aufs Papier gebracht hast auch ihm zukommen zu lassen.
Du kannst ihm damit deine derzeitigen Gefühle etc erklären, musst aber keine Angst haben, durch sein emotionales Fehlverhalten dir weh tun zu koennen. Genau das solltest du ihm auch deutlich machen.

Ich wünsche dir viel Glück für eine Entscheidung und deinen weiteren Weg.
Eins aber ist in jedem Fall klar, ihr seit durch das gemeinsame Kind an einander gebunden, egal in welcher Hinsicht.
Das heisst, ihr werdet euch auch weiterhin mit dem anderen auseinander setzen müssen.
Es gilt also auch im Sinne des Kindes zu entscheiden.

Alles Gute für dich.

LG


  Re: immer wieder verzweiflung
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   goldrobbe
schrieb am 01.11.2011 09:43
danke für die klaren worte und die tipps. ich nehme alles auf und denke nach, was ein weg sein könnte, den ich gerade gut gehen kann ohne zu viel zu riskieren und ohne ungerecht zu werden.

vielen dank. ehrlich. es tut mir gut, eure gedanken und erfahrungen zu lesen.

goldrobbe


  Re: immer wieder verzweiflung
avatar    Traumkind
Status:
schrieb am 01.11.2011 22:11
Puh, das ist schon ne Menge, was zu lesen ist. Ich musste das erstmal sacken lassen.
Es tut mir sehr leid für dich, dass es nicht so gekommen ist, wie du es dir verständlicherweise gewünscht hast.
Die Tips finde ich gut, hätte ich auch gegeben.

Eines ist mir aufgefallen, ich kann mich natürlich irren, aber so erscheint es mir. Wenn du JETZT über deinen Exfreund nachdenkst, Fotos siehst usw, dann erinnerst du dich nur an die schönen Sachen. Das ist normal, denn du bist jetzt nicht glücklich und somit erscheint alles andere besser.
Bitte lass dich davon nicht leiten.
Geh in dich, gib dir Zeit, allein, vielleicht meint dein Freund, was er dir jetzt schreibt, vielleicht ist es zu schnell dahingeschrieben....
Ich wünsche dir und deinem Baby, dass du den richtigen Weg für dich findest.


  Re: immer wieder verzweiflung
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   gelöschter User
schrieb am 01.11.2011 23:46
hallo smile

Also das klingt alles natürlich nicht so schön! Erstmal möchte ich dir noch herzliches Beileid aussprechen für den Tod deines ersten Kindes .( das liest sich sehr schmerzhaft , das wünscht man ja keinem traurig

und jetzt zu deiner jetzigen Situiation.

Ich persönlich vertrete ja die Ansicht , dass man sein Leben so leben muss wie man sich das wünscht. Wenn man einen inneren Drang nacht etwas hat, was realisierbar wäre, dann sollte man diesem nachgeben. Du wünscht dir eine andere Partnerschaft oder keine? Dann breche aus und warte nicht. ich bin auch der Auffassung, dass man Menschen nicht ändern kann , sie können nur sich selber ändern und das aus eigenen antreibenden Kräften und nicht durch Druck von außen, demnach glaube ich, dass dein Partner vielleicht die nächsten 1-2 wochen schon eine Änderung vollzieht aber wahrscheinlich wieder in seine alten Muster verfällt, wenn er den Weg nicht mehr als steinig betrachtet.

Handele nach deinem inneren Gefühl....


  Re: immer wieder verzweiflung
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   goldrobbe
schrieb am 21.12.2011 17:05
hallo ihr lieben...

ich habe nach etwa anderthalb monaten des übens und zusammenreißens wieder das bedürfnis, mich hier anzulehnen...

ich hatte mit dem vater meines kindes abgesprochen, dass wir uns räumlich trennen. er hatte dem zugestimmt. hat es gut geheißen und eine chance darin gesehen...angeblich hat er zimmer und wohnungen gesucht. aber er hat keinen vertrag abgeschlossen, weil er meinte, dadurch, dass ich nichts mehr dazu gesagt hätte, wäre ja klar gewesen, dass ich das ja auch nicht wolle und sowieso wäre es besser für das kind, wenn er in der nähe bliebe.

...dass das hanebüchener unsinn ist, glaubt er mir bis heute nicht.

wir hatten dann die absprache, dass er für eine nacht ins hotel geht, wenn ich ihn bitte zu gehen. das hat auch kein einziges mal geklappt. und ich war in den situationen, in denen ich ihn darum gebeten habe, so dermaßen fertig, traurig, verletzt und enttäuscht, dass ich ihn unter tränen angebettelt haben, er möge mir ruhe lassen...

er akzeptiert nicht mal eine geschlossene tür, wenn wir uns gestritten haben und ich mich zurückziehen will.

es gibt momente, in denen ist er sehr lieb. wir hatten auch schon mal 3 tage am stück keinen streit. ich mag weihnachten so schrecklich gern und habe ihm da sehr viel schönes angeboten (plätzchen backen, zusammen einen adventskalender machen, zusammen einen kranz binden, schwimmen gehen, ins kino gehen, schönes essen wenn er von der arbeit heim kommt, auch wenn ich selbst 8,5h gearbeitet hatte...). diese angebote hat er alle gern angenommen und genossen. aber er hat nichts zurückgegeben. er wollte mal kochen, hat ein stück schweinelende gekauft und eingefroren. das wars.
seit einer woche seh ich ihn kaum noch, weil er ständig was zu arbeiten hat. und wenn wir uns sehen, lügt er mich an. nichts großes. nur lauter kleine lügen. im einen moment sagt er mir, er müsse montag und mittwoch nichts arbeiten. im nächsten moment muss er es doch. im einen moment erklärt er, dass das handtuck, mit dem ich tropfen von einem heizungsventil vom boden gewischt habe, hätte er nicht zum badputzen benutzt, und dann gibt er es doch zu. er ist schrecklich gekränkt, weil ich unsere sexualität nicht als die absolute erfüllung betrachte und später gibt er zu, dass wir da unterschiedlich ticken...

er geht jetzt einmal die woche stolz zu profamilia zu einer familientherapeutin und die stärkt ihm den rücken. er solle nicht ausziehen, sondern hier bleiben. er solle nicht mal für eine nacht in ein hotel gehen, das wäre total falsch. ich frage mich, worüber die beiden reden? ich frage mich, was er ihr über mich erzählt, dass diese frau meint, ich müsste lernen, ihn und seine wut auszuhalten. gestern wurde ich von ihm als lächerlich bezeichnet, als ich nach einer aufgedeckten lüge geweint habe und nicht mehr mit ihm reden wollte...

ich wünsche mir gerade einen schild, den ich vor mich halten kann. jemand, der sich vor mich stellt und ihn fernhält, wenn er mich wieder nur verletzen will.

wenn ich sage, ich will die trennung, antwortet er: nein.
wenn ich sage, bitte geh, antwortet er: nein

ich fürchte, ich muss mir eine wohnung suchen...und das wo ich kaum kraft habe, zu putzen. ich habe heute schon beim boden-wischen schmerzen bekommen. kann das denn wahr sein? dass ein mensch so wenig sieht, wie sehr er sein gegenüber verletzt? und das ausgerechnet bei einer frau wie mir, die ihre gefühle deutlich sichtbar macht...

wie kann ich diesen mann bremsen und auf distanz bringen?...ich habe so angst, dass er mir weihnachten und meinen geburtstag eine woche später versaut. ich hatte mich auf beides so sehr gefreut....

verdammt. ich fühle mich so ohnmächtig...

goldrobbe


  Re: immer wieder verzweiflung
avatar    patty 2
Status:
schrieb am 21.12.2011 17:40
Hallo Goldrobbe,

eure Situation ist ja leider noch angespannt. traurig

Du wirst die Verantwortung für Dich und Dein Kind übernehmen müssen und nicht auf eine Handlung/Entscheidung Deines Partners warten können .
Zitat
Goldrobbe
ich fürchte, ich muss mir eine wohnung suchen...und das wo ich kaum kraft habe, zu putzen. ich habe heute schon beim boden-wischen schmerzen bekommen. kann das denn wahr sein? dass ein mensch so wenig sieht, wie sehr er sein gegenüber verletzt? und das ausgerechnet bei einer frau wie mir, die ihre gefühle deutlich sichtbar macht...

Gefühle sichtbar machen reicht bei Euch nicht, Du solltest in die Umsetzung Deiner Bedürfnisse kommen.
Vielleicht musst Du ausziehen und Dir dafür eine Wohnung suchen, es wird Dich Kraft kosten, aber Du erhälst Deine Freiheit zurück.
Da Du schon therapieerfahren bist, gehe ich davon aus, dass Dein jetziges Beziehungsmuster Dir nicht fremd ist.
Vielleicht buchst Du nochmals ein paar Therapiestunden um Dich zu ordnen und Kraft für die Umsetzung zu erhalten.

Ihr beide gehört zu diesem "Beziehungsspiel", einer Täter und einer Opfer, vielleicht kannst Du es unterbrechen.

Wenn Dein Freund jetzt zur Therapie geht, ist es für ihn sicherlich hilfreich und er sorgt für sich.
Was in der Therapie besprochen wird , kannst Du nicht kontrollieren. Dass Du Dich ausgegrenzt fühlst ist in Teilen nachvollziehbar, aber daran wirst Du nichts ändern können.
Einfluss und Handlungsspielraum hast Du nur in Bezug auf Dich, aber Du kennst das sicherlich alles schon.zwinker

Zitat
Goldrobbe
er ist schrecklich gekränkt, weil ich unsere sexualität nicht als die absolute erfüllung betrachte und später gibt er zu, dass wir da unterschiedlich ticken...

Warum darf er über diese Aussage nicht gekränkt sein?
Was ist für Dich die absolute Erfüllung? Was trägst Du dazu bei, dass Du Erfüllung findest?

In Deiner letzten Partnerschaft war der Punkt Sexualität auch ein Problem, vielleicht ist Deine Partnerauswahl ein Therapiethema.

Ich wünsche Dir für Deine Schwangerschaft alles Gute, für Deinen weiteren Weg viel Glück und Mut.




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