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  Gedanken einer "Verursacherin"
no avatar
   heute mal nicht
schrieb am 19.06.2010 07:16
Hallo!

Wir gehören zu den Paaren, bei denen es auch nach vielen Versuchen immer noch nicht geklappt hat.

Ich habe keine Eileiter mehr und außerdem chronische Chlamydien. Ersteres führt zur IVF, letzteres trotz Cortison anscheinend dazu, dass sich nichts einnistet. Langsam habe ich die Befürchtung, dass es vielleicht nie klappt und ich kinderlos bleibe und mein Partner mit mir. Es ist zwar so, dass ich zu Beginn unserer Kiwuzeit die treibende Kraft war, aber inzwischen hat mein Partner auch einen Kinderwunsch.

Da ich selber mit "Schuldgefühlen" zu kämpfen habe (vom Intellekt her ist mir völlig klar, dass das Quatsch ist), habe ich auch Angst, dass es meinem Partner irgendwann auch so gehen könnte. Sprich, dass er irgendwann mir "die Schuld" gibt und es bereut, kinderlos geblieben zu sein. Ich überlege ernsthaft, ihm vorzuschlagen, mich zu verlassen, wenn wir kinderlos bleiben, solange er noch die Chance hat, mit einer anderen Frau Kinder zu bekommen. Ach ja, ich bin Mitte, er Ende dreißig.

Momentan planen wir, noch drei weitere Frischversuche zu machen, aber irgendwann muss Schluss sein. Ich packe das einfach nicht mehr.

Ich habe meine Gedanken auch schon zum Teil angesprochen (die Überlegung, ob er mich verlassen sollte noch nicht, er würde momentan ohnehin nicht darauf eingehen, dass ist etwas, was ich tun würde, wenn wir aufhören).

Ich musste das einfach mal loswerden.

Danke fürs Lesen

Lieber Gruß

heute mal nicht


  Re: Gedanken einer "Verursacherin"
avatar    Lizy
Status:
schrieb am 19.06.2010 09:06
Liebe heute mal nicht,

ich glaube, Deine Gedanken sind "normal" - Gefühle sind selten "vernünftig" - und dahinter steckt ja vermutlich (soweit man das aus so wenigen Zeilen herauslesen kann) auch eine große Liebe zu Deinem Partner. Bei uns ist die Situation umgekehrt und mein Partner hat irgendwann auch den Gedanken ausgesprochen als eine von mehreren Möglichkeiten. Im ersten Moment war ich auch sehr traurig darüber, dass er solche Gedanken hat. Wir haben in diesem Gespräch beide geweint. Mit etwas Abstand betrachtet, denke ich, dass es gut ist, diese Gedanken auch auszusprechen. Damit ist ja noch nichts entschieden, es bedeutet "nur" bewußte Auseinandersetzung.

Indem Du Deinem Partner gegenüber diese Möglichkeit aussprichst, muss er sich ganz frei entscheiden und wenn er sich dann mit allen Konsequenzen bewußt für Dich entscheidet, übernimmt er damit auch gleichzeitig die Verantwortung für sein eigenes Handeln, so dass die Schuldfrage damit hinfällig wird. Das ist für Dich wahrscheinlich auch sehr wichtig, damit Du Dich auch von Deinen Selbstvorwürfen und -zweifeln befreien kannst.

Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute!


  Re: Gedanken einer "Verursacherin"
avatar    silwer
schrieb am 19.06.2010 18:08
Ich glaube das ist ganz normal. Mein Mann ist bei uns der Verursacher und hat mir auch mal gesagt das ich mir einen anderen suchen soll mit dem ich meinen Kinderwunsch erfüllen kann, nur weil er zeugungsunfähig sei müßten wir ja nicht beide darauf verzichten.
Ich denke, man geht in Gedanken eben jede Möglichkeit durch und eine davon ist eben das zumindest einer seinen Wunsch erfüllen könnte. Meine Antwort damals war aber das ich MIT IHM ein Kind bzw Kinder haben wolle und nicht mit irgendwem.
Dann hätten wir eben adoptiert (muß dazu sagen, Ado war immer eine Option für uns, 2 der Cousins meines Mannes sind Adoptivkinder und die Tante und der Onkel konnten keine eigenen Kinder haben weil es damals vor über 20 Jahren noch keine ICSI gab)

Red mit ihm drüber. Denn Reden ist wichtig in der ganzen Kinderwunschzeit. Nicht mit sich selber ausmachen denn es ist was das beide gleich betrifft auch wenn einer der "Verursacher ist". Egal wie Abwägig die Gedanken oder Gefühle sind, redet drüber.


  Re: Gedanken einer "Verursacherin"
no avatar
   Samsons Tiffy
schrieb am 21.06.2010 09:26
Hallo!

Hm, wahrscheinlich sind deine Gedanken tatsächlich "normal". Der Partner leidet unter dem unerfüllten Kinderwunsch - da ist das Angebot, sich zu trennen wahrscheinlich naheliegend für den "Verursacher".
Als mein Mann mir damals dieses Angebot gemacht hat, habe ich es ihm dennoch irgendwie übel genommen: Für mich war es in erster Linie kein Zeichen seiner Liebe, sondern vielmehr der Zweifel an derselben - offensichtlich hat er nicht daran geglaubt, dass wir diese Hürde irgendwie gemeinsam überbrücken können... Ich hatte das Gefühl, dass er mir nun auch noch in den Rücken fällt und mich komplett mit dem Problem alleine lässt - erst musste ich mich mit dem Gedanken der Kinderlosigkeit auseinander setzen und sollte dann auch noch ein Leben ohne den Mann, den ich aus Liebe und ohne Bedingungen geheiratet hatte, in Betracht ziehen?

Das sind vielleicht sehr individuelle Gedanken und ich kann nicht von mir auf deinen Mann schließen - ich würde dich nur bitten, dir die Wortwahl sehr genau zu überlegen. Die Situation der "Verursacher" ist sicherlich nicht leicht und ich möchte auch nicht darüber urteilen, aber ich hatte immer das Gefühl, mit dem konkreten Angebot der Trennung furchtbar falsch verstanden und unter Druck gesetzt zu sein...

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und hoffe, dass du für euch den richtigen Weg findest...


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  Re: Gedanken einer "Verursacherin"
no avatar
   Claudi
schrieb am 21.06.2010 16:51
Hallo,

bei uns ist mein Mann zeugungsunfähig. Er bot mir die Scheidung an, um so mir zu ermöglichen mit einem anderen Mann ein Kind zu haben. Auch ich liebe meinen Mann über alles und wollte nur mit ihm Kinder haben.
Wir beide weinten damals und ich musste ihn trösten, er litt sehr darunter, zeigte es aber nicht so.

Beide bekamen wir schließlich unsere Kinder, die uns so ähnlich sind, durch Adoption.

Gruß,




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