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  OT: Wie geht man mit psychisch Kranken um?
avatar  PonyHütchen
Status:
schrieb am 24.11.2009 18:12
Meine Schwägerin ist ja psychisch krank (paranoide Schizophrenie) Momentan ist sie wieder in stationärer Behandlung, da sie einen akuten Schub hat. Nun ruft sie ja ziemlich oft an, weint, sie will raus, sie hält das alles nicht mehr aus etc. pp. Sie wird aber gerade neu eingestellt, es geht also nicht, das sie da jetzt rauskommt. Heute rief sie wieder an, alle lachen über sie und flüstern hinter ihrem Rücken (ist ein typisches Krankheitsbild bei Schizophrenie, akustische Wahrnehmungsstörungen) und sie hätte sich fast mit einer Mitpatientin geprügelt, weil sie irgendwas falsches über sie erzählt hat schweigen (ich nehme fast an, das sie sich das ebenfalls eingebildet hat, da sie ja auch meint, die Ärzte und Pfleger reden hinter ihrem Rücken und machen nicht das, was ihr gut tut)

Ich fühle mich immer etwas hilflos und weiss nicht, was ich da sagen soll. Ich hab nur gesagt, sie soll sich sowas nicht so zu Herzen nehmen, die anderen Leute sind ja auch krank und wissen manchmal nicht, was sie sagen.

Jetzt möchte sie gerne am Woe zu uns kommen, Problem ist aber, meine Schwiegermutter (die diesmal Mitauslöser für den Schub war) kommt, um ihrer restlichen Sachen abzuholen, deswegen denke ich, es ist überhaupt gar keine gute Idee, wenn meine Schwägerin hier wäre. Überhaupt, wer soll sich um sie kümmern den ganzen Tag, sie ist ja sehr weinerlich und auch schnell mal agressiv, steht neben sich, halluziniert. Ich möchte auch nicht, das die Kinder das so unbedingt mitbekommen, nicht weil ich mich schäme, sondern weil sie vielleicht Angst bekommen, sie kennen ihre Tante so nicht.

Sie hat vorhin auch mit ihrer Tochter telefoniert, da hat sie sie dann angeschrien, sie soll sie bloss nicht mehr besuchen kommen und in Ruhe lassen. Unsere Nichte kann sich auch nicht dauernd um sie kümmern, sie hat selber eine familie, ein kleines Kind, arbeitet.

Ich mochte ihr jetzt auch nicht sagen, das ihre Mutter kommt, weil sie sich dann ausmalt, das alle unter einer Decke stecken, sich gegen sie verschwören etc.
Mensch, mir tut das alles so leid, sie so zu sehen und nicht wirklich helfen zu können. Wir haben schon soviel durch mit ihr, es zerrt auch sehr an den Nerven. Wie geht man denn damit um? Wie redet man mit ihr, wenn sie halluziniert?


  Re: OT: Wie geht man mit psychisch Kranken um?
no avatar
  zeit.los
schrieb am 24.11.2009 20:29
Hallo,

zum Krankheitsbild kann ich leider wenig sagen, weiß aber selbst, wie schwer es ist, wenn man psychisch Kranke in der Familie hat.

Zu deinem Fall: kannst du event. mit deiner Schwiegermutter reden, ob sie ihren Besuch nicht verschieben kann? Ich denke auch, dass es nicht gerade förderlich ist, wenn die beiden aufeinander treffen.

Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es deine Kinder sehr verwirren wird, wenn sie deine Schwägerin so erleben würden. Aber vielleicht hält es sich ja in Grenzen, wenn sie ja ohnehin schon medikamentös eingestellt ist/ wird?

Hast du vielleicht die Möglichkeit mit einem Arzt / einer Schwester dieser Station zu reden? Ich denke, dass sie euch Tipps geben können, wie man in bestimmten Situationen reagiert. Vielleicht können sie euch auch sagen, wie ihr euch insgesamt in der Familie verhalten sollt (also, ob Besuche gut sind, wie sie gestaltet werden sollten, was man möglichst nicht tun sollte usw.)

LG zeit.los


  Re: OT: Wie geht man mit psychisch Kranken um?
avatar  patty 2
Status:
schrieb am 24.11.2009 21:40
Hallo,

ich würde Dir davon abraten deine Schwägerin jetzt am Wochenende zu holen. Da sie sich anscheinend noch in der akuten Phase befindet, ist das weder für sie noch für deine Familie förderlich.
Genauso kann man ihr es sagen. Natürlich wird sie weinen und enttäuscht sein, aber sie ist zu labil und muss erst mdeikamentös eingestellt werden.
Die Ärzte werden diesen Wochenendbesuch sicherlich auch nicht unterstützen, kannst ja trotzdem nachfragen.
Beziehungsideen bzw Wahnvorstellungen kann man nicht ausreden, aber man kann einfühlsam auf die gefühle eingehen.
Z.B. " ich kann verstehen, dass Dir die derzeidige Situation Angst macht und Du an den Ärzten zweifelst, aber sie werden gut für Dich sorgen, wie bei den letzten Aufenthalten auch."
Ich kenne zwar die ganze Situation nicht, aber mit Ehrlichkeit , Verständnis und klaren Grenzen bekommst du die Situation sicherlich gemeistert.
Ich wünsche Dir viel Kraft und ein nicht so schlechtes Gewissen.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.11.09 21:42 von patty 2.


  Re: OT: Wie geht man mit psychisch Kranken um?
avatar  PonyHütchen
Status:
schrieb am 25.11.2009 07:47
Danke, ihr Lieben. Habe jetzt nochmal eine Nacht drüber geschlafen. Wir werden sie morgen o. übermorgen besuchen fahren.

Patty, das hast du gut geschrieben, ich denke auch, das es zur Zeit noch nicht gut ist, wenn sie "Ausgang" hat. Sie ist einfach noch nicht stabil genug. Sie soll nach dem Klinikaufenthalt evtl. auch in ein betreutes Wohnen gehen, zu Hause geht nicht so wirklich, ihr Mann ist völlig überfordert mit der Situation.

zeit.los, auch dir ein Dankeschön. Ich weiss nicht, ob ich mit den Ärzten reden darf, ich bin ja keine unmittelbare Angehörige, sondern "nur" ihre Schwägerin. Aber mal schauen, was sich machen lässt. Ich würde ihr so wünschen, das es ihr bald wieder besser geht.


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  Re: OT: Wie geht man mit psychisch Kranken um?
avatar  elfeline
schrieb am 25.11.2009 21:00
Hallo,
besser als Patty kann ich das gar nicht schreiben, möchte Euch aber noch einmal ans Herz legen, eine Angehörigensprechstunden, die es in den meisten Kliniken gibt, aufzusuchen. Ihr erfahrt dabei ganz viel über das Krankheitsbild und auch den Umgang mit Deiner Schwägerin. Gleichzeitg werden durch bestimmte Umgangsregeln auch die Rückfallrisiken reduziert. Deine Schwägerin hat mein ganzes Mitgefühl, aber zum jetzigen Zeitpunkt klingt es für mich nicht danach, als sollte sie schon zu Euch kommen. Aus meiner Sicht wäre das auch für sie eine Überforderung. Schön, dass Ihr sie besucht. Bedenkt, dass ihre Aufmerksamkeitspanne momentan begrenzt sein wird, also keine zu langen Besuche planen sondern eher mehrere kurze. Seid möglichst klar in Eurer Kommunikation und vermeidet Sprichworte, Symbolismen etc..
Ich finde es ganz toll, dass Ihr für sie da sein wollt, ich weiß, was das Euch allen abverlangt, aber damit macht ihr ihr das größte Geschenk. Bei allem Genervtsein und Unverständnis kann sie eben nichts für ihre Symptomatik (wie auch Deine Schwiegermama nur einen kleinen Auslöser bildet).
elfeline

  Signatur  



"Polyzysten" (PCO) legen sich mit blinden, tauben und faulen Schwimmern an -eine unendliche Geschichte???

1. ICSI Sept. / Okt. 2008 negativ
2. ICSI Mai / Juni 2009 negativ



Wohin Dich Dein Herz ruft, da liegt auch Deine Aufgabe.
Irina Rautmann



  Re: OT: Wie geht man mit psychisch Kranken um?
avatar  silwer
schrieb am 26.11.2009 10:23
Ich denke du hast schon richtig gehandelt sie ernst zu nehmen aber zu agen sie soll es sich nicht zu Herzen nehmen. Vielleicht könntest du auch sagen sie soll das gerede irgnorieren, dann würde es denen keinen Spaß mehr machen über sie zu reden wenn es ihr egal ist.
Wegen dem WE würd ich mir irgendwas anderes einfallen lassen warum sie nicht kommen kann aber nicht agen das SchwieMu kommt.


  Re: OT: Wie geht man mit psychisch Kranken um?
avatar  PonyHütchen
Status:
schrieb am 26.11.2009 18:33
So, wir waren heute nachmittag bei ihr, sie war einigermassen gut drauf, hat teilweise klar erzählt, manchmal etwas verwirrt, aber es ging wirklich gut. Ich hatte die Kinder mit, darüber hat sie sich sehr gefreut. Wir haben erst Kaffee getrunken und sind dann etwas spazieren gegangen. Sie möchte natürlich immer noch gerne nach Hause, aber die Ärzte haben ihr abgeraten, weil sie eben noch nicht stabil genug ist und sie gerade die Medis hochgesetzt haben. Und ich habe ihr auch nochmal Mut gemacht, das sie durchhalten soll, dann hat sie es bald geschafft und darf nach Hause.

Sie darf am Woe nach Hause, (Schwiegermutter kommt nun doch nicht) muss Sonntag abend dann wieder in die Klinik zurück. Mal schauen, wie sich alles entwickelt. In ein betreutes Wohnen möchte sie nun doch wieder nicht, sie will sich ambulant weiter behandeln lassen, ich weiss nicht, was da das richtige ist. Ist eben das schlimme an der Krankheit, das man sie nicht heilen kann, nur dämpfen mit Medis. Schübe gibts immer wieder, besonders in Stresssituationen und die gilt es zu vermeiden. (deshalb wäre m.E. betreutes Wohnen besser, aber das kann ich schlecht bestimmen..)

Ich danke euch nochmals für eure Zeilen, sie haben mir doch sehr geholfen!




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