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  Familienaufstellung - hat wer Erfahrung?
avatar    *kami*
Status:
schrieb am 20.11.2009 21:10
Hallo,

ich bin grad etwas nervös. In einer Woche habe ich eine Familienaufstellung, eine Sache, bei der meine Therapeutin vor nem Jahr noch meinte, ich wäre noch nicht so weit. Nun bin ich es anscheind und bin etwas nervös.

Meine Schwester hat das bereits "hinter sich" und kam direkt danach zu mir. Ihr Bericht war einerseits logisch von den Erkenntnissen her, auf der anderen Seite aber auch sehr skurril. Man ist ja dort in einer Gruppe und es werden verschiedene Familien aufgestellt und man übernimmt dann ja auch Rollen aus völlig fremden Familien. Sie erzählte, sie hätte sich in einer Aufstellung plötzlich zu einem ihr völlig fremden Mann, der in dieser Aufstellung ihr Ehemann war, extrem hingezogen gefühlt und den fast niedergeknutscht. Als eher technisch-praktischer Mensch klingt das für mich sehr skurril und eben auch etwas beängstigend.

Beängstigend, weil ich nicht gerne Kontrolle verliere, aber auch weil ich nicht weiß, ob ich mich auf dieses "Spiel" einlassen kann und es wirklich die gewünschte Wirkung (welche das auch immer ist) hat.

Ich hab Angst, dass dort alte Wunden aufgerissen werden statt einen Schlußstrich zu setzen. Und dann eben auch die Frage: wie läuft sowas? Wie und wen stellt man auf? Die Themen in unserer Familie sind so vielschichtig: angefangen von meinem Uropa, der sich das Leben genommen hat, meine Großeltern, zu denen ich ein sehr, sehr inniges Verhältnis habe, meine Mutter mit dem Verdacht auf Borderline-Störung, zu der ich vor einem Jahr den Kontakt abgebrochen habe um meine Kinder zu schützen, meine für mich nicht mehr existenten "Väter" und natürlich auch meine Kinder, mein Lebensinhalt.... kommt das alles dort auf den Tisch? Schafft man das dann auch "alles auf einmal"??

Ich hab in der letzten Sitzung mit meiner Therapeutin eine Art "Mini-Aufstellung" gemacht. Ich sollte sie so platzieren, wie ich meine Mutter platzieren würde im Raum (hä? Die würde sich schon selbst platzieren.... mittenrein), so hab ich das dann auch gemacht. Sie schloß dann ein paar Sekunden die Augen und beschrieb dann, wie meine Mutter sich wohl fühlen würde, lief umher ... ich hab das ganze nur beobachtet und fand das schon ziemlich skurril, aber von den Äußerungen her sehr logisch und einerseits auch erklärend für das Verhalten meiner Mutter, andererseits aber kein Lösungsansatz. Verstehen, warum sich z.B. meine Mutter so verhält ist die eine Sache, wissen wie man damit so umgeht, das man dabei selbst nicht leidet die Andere....

Grad schwer zu beschreiben. Ich wüsste halt gerne, wie es denjenigen erging, die sowas schonmal gemacht haben. Ob diese Gedanken vorher normal sind oder ob ich mir einfach nur zuviele Gedanken mache und es einfach auf mich zukommen lassen sollte.

Danke schonmal!


  Re: Familienaufstellung - hat wer Erfahrung?
no avatar
   Maike1982
Status:
schrieb am 21.11.2009 19:55
Huhu Kami........ (kennst mich noch, grins)

also meine Schwester hat schon mal eine Familienaufstellung gemacht, ich sage dir es können auch krasse sachen dabei rauskommen, Reaktionen von Familienmitglieder die Du dir nicht denkst.......bzw. Abwehrhaltungen von dennen Du nix gewusst hast.......

Unsere Mutter hat eine sehr starke Abwehrhaltung meiner Schwester gegenüber, das ohne Grund aber es ist deutlich spürbar, und das war auch in der Familienaufstellung so......

Das Du dir Gedanken machst ist klar, überlege Dir gut ob du auch mit Abwehrhaltungen von Familienmitglieder zurecht kommen würdest, wenn Ja dann lasse es machen, wenn Nein dann überlege es dir nochmal genau.....

Ich würde sowas auch gerne mal machen lassen, aber zur Zeit noch nicht aber irgendwann.....

Fühl dich lieb gegrüßt und ne dicke Umarmung für dich........

Liebe Grüße Mareike

Ps. Übrigens bin wieder ss, und das seit gestern bei 12+0 , freu........

Wie geht es Dir eigentlich sonst so?? Kannst mir auch gerne per PN ne Antwort schicken.........


  Re: Familienaufstellung - hat wer Erfahrung?
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   Ela+2
Status:
schrieb am 22.11.2009 21:19
Hallo.
Selber eine große Aufstellung hab ich nicht gemacht, aber ich war dabei und hab das beobachtet um zu sehen ob dass das richtige ist für mich.
Ich hatte auch große Angst gleich beim ersten Mal aufgestellt zu werden. Meine Tante die mich mitgenommen hatte meinte nur, dass der Aufstellende das spüren würde und ich werde nicht aufgestellt. So war es auch. Einmal ist eine Aufstellende auf mich zugetreten und bevor sie mich in den Kreis geholt hat ist sie umgeschwenkt.

Ich hab letzte Woche mit einer Bekannte eine kleine Aufstellung gemacht, mit Figuren. So ist die Aufstellung psychisch nicht so anstrengend, hilft aber auch. So wirklich ins Detail geht es aber mit der großen wohl besser.

Ich verstehe deine Ängste, vielleicht hilft dir eine kleine Aufstellung für den Anfang bevor du dich an die große traust?


  Re: Familienaufstellung - hat wer Erfahrung?
no avatar
   Murkelmaus
schrieb am 22.11.2009 21:33
Hallo!

Ich habe schon 2 Familienaufstellungen gemacht. Es ist ein ganz ganz tolles u. aufregendes u. befreiendes Ereignis. Du musst keine Angst haben. Bei einer Aufstellung sind ca. 10-14 Leute u. du suchst dir aus dieser Gruppe jemanden aus, der deinen Vater verkörpert, deine Mutter u. dich. Dann stellst du dich hinter diese Personen, schließt die Augen u. stellst sie im Raum hin, einfach so wie du es für richtig hältst. Die Mutter, Vater etc. die diese Rollen übernehmen, sagen dann wie sich sich in dieser Position fühlen, z.b. dass ihnen sehr kalt wird, wenn sie die andere Person ansehen oder sehr warm oder sie sagen, sie möchten lieber wo anders stehen etc.

Ich habe auch gedacht, dass ich da vielleicht nix spüre, aber es funktioniert wirklich bei jedem Menschen. Durch diese Aussagen der Rollenspieler stellt die Psychologin dann die Personen anders auf und stellt andere Personen dazu zb. Großeltern, Geschwister etc. Eine Aufstellung dauert ca. 2-3 Stunden u. es ist sehr anstrengend, da man wirklich in dieser Rolle drin ist. Es ist auch total interessant zb. wenn du als Großmutter aufgestellt wirst, dass du plötzlich so fühlst wie eine Großmutter zb. stolz auf die Enkel etc. obwohl du dieses Gefühl ja eigentlich gar nicht kennen kannst.

Du hast bei einer Familienaufstellung die Möglichkeit sehr viel auf einmal zu lösen, wofür du sonst in einer Gesprächstherapie sehr viele Monate oder Jahre brauchst. Es geht darum, dass du verschiedene Lasten, die auf dich übertragen wurden, wieder an diejenige Person zurückgeben kannst u. dadurch wirst du selbst endlich Erleichterung erfahren. Es sind oft Dinge, die du gar nicht weißt u. niemand von deiner Verwandtschaft hat dir absichtlich diese Last aufgetragen, aber es passierte alles unbewusst. Es wird sehr viel geweint bei Familienaufstellungen, da brauchst du dich auch nicht zusammenreißen oder zu schämen, es weinen eigentlich alle, egal ob Männer, Frauen, aber es ist immer ein befreiendes Weinen, die Psychologin u. die Gruppe sind ja auch immer für dich, falls es für dich zu schwer werden sollte.

Wichtig wäre auch noch zu wissen, ob deine Mutter bzw. Omas mal ein Kind verloren bzw. abgetrieben hat, diese "Kinder" sind oft sehr wichtig in Aufstellungen. Aber wenn du es nicht weißt, ist das auch kein Problem, es würde bei der Aufstellung herauskommen.

Deine ganze Kindheitsgeschichte usw. wird nicht thematisiert.

Freu dich auf die Aufstellung, es wird eine große Bereicherung u. super Erfahrung für dich sein!

Alles Gute!


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  Re: Familienaufstellung - hat wer Erfahrung?
avatar    little24_w
Status:
schrieb am 26.11.2009 11:44
Hallo,

ich habe auch schon 3 Aufstellungen gemacht und werde im Januar wieder eine machen.
Mich hat es bisher immer weiter gebracht!
Nur erklären kann man egtl nicht wie das ist, denn jeder empfindet es anders...

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner! (und nimm evtl Taschentücher mit, ich hab sie bisher immer bebraucht zwinker )


  Re: Familienaufstellung - hat wer Erfahrung?
avatar    *kami*
Status:
schrieb am 29.11.2009 09:48
Danke für Eure aufmunternden Worte.

Maike, klar kenn ich Dich noch. Watt freu ich mich Ich freu mich Ich freu mich Ne ganz, ganz tolle Kugelzeit!!

Also, gestern war ja nu der große Tag und es war wirklich "strange" .... Waren ne sehr nette Gruppe mit 7 Leuten und haben 6 Aufstellungen gemacht, begleitet von 2 Therapeutinnen.

Blöd fand ich allerdings, dass ja meine Therapeutin dabei war und mich gleich in ne bestimmte Richtung geschubbst hat. Daher war das Ergebnis meiner Aufstellung zwar interessant, aber für mich noch nicht richtungsweisend. Vielleicht kommt das dann aber auch erst noch in den kommenden Sitzungen.

Auch etwas schade war, dass ich erst aufgestellt hab und dann erst die Erfahrung in einer Rolle machen konnte. Für mich war das alles so befremdlich, dass ich mir erst als ich es selbst gespürt hab, vorstellen konnte, wie das ist. Habe z.B. die Mutter von einem "gespielt" und mir tat plötzlich der Arm irre weh, konnte den gar nicht mehr hochheben und konnte das nicht erklären... war einfach so. Hinterher erzählte mir der dann, dass seine Mutter Brustkrebs hatte und dadurch in diesem Arm immer sehr gehandicapt war, ihn schlecht heben konnte... "Schwarze Magie" meinte mein Mann nur dazu.

Es war wirklich eine sehr intensive Erfahrung und ich kann jedem nur raten das mal zu probieren. Ich werde noch ne Weile brauchen um das alles richtig einsortieren zu können, wäre allerdings interessiert auch mal ne verdeckte Aufstellung zu machen oder eben einen anderen Teil meiner Familie auf diese Weise näher zu betrachten.




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