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  meine mutter ...
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  gelöschter User
schrieb am 30.03.2009 20:19
vorerst - ich habe wieder einen Roman geschrieben - es tut mir lied Hammer
aber es ist einfach sch .... da bin ich ENDLICH wieder völlig glücklich, glücklicher denn je!
Da habe ich nun eine ganz und gar grässliche Schwangerschaft hinter mir und nun kommt das ewigliche Thema wieder auf. Meine Mutter.
Vorgeschichte: Meine Mutter hat ein extrem enges Verhältnis zu mir. Ich habe in vielen Dingen den Eindruck, dass sie in mir die 100%ige Fortführung ihres Lebens sieht. Ich musste viele Dinge tun, die sie nicht tun konnte, z.B. Geige lernen, in einer anderen Stadt studieren etc.
Sie ist sehr emotional und musste in ihrem Leben immer kämpfen – die Familie meines Vaters hat sie nie akzeptiert (sie neigt auch dazu, sich „klein“ zu machen), dann hat sie ihre Geschwister und ihre Eltern in relativ kurzem Zeitraum teilweise auf grausame Art und Weise verloren und seit vielen Jahren eigentlich nur noch uns, meinen Bruder, mich und meinen Vater.
Ich spiele aber die zentrale Rolle in ihrem Leben. Mein Bruder ist für sie zwar ihr Sohn, aber sie sieht ihn oft als hilflos und klischeehaft männlich (für sie gleichbedeutend mit „unkommunikativ“/ungeschickt im Verhalten und in der Kommunikation - ohne Schuld daran, weil er halt ein Mann ist) an und denkt, wenn ihn seine Freundin verlässt, kann er nicht alleine leben und sich essen machen oder Hemden bügeln. Er ist 29 ….
Er wird viel in Schutz genommen, weil er ja als Mann nichts dafür kann, wenn er unkreativ und unkommunikativ ist und meine Eltern fordern sehr selten etwas von ihm ein – ich bin der Hauptansprechpartner und irgendwie Sozialpädagoge für die Familie (habe etwas Ähnliches studiert) und auch jemand, der viel für meine Eltern leistet und es meistens auch gerne tut, vor allem zu meinem Vater habe ich ein immer besseres Verhältnis.

Seit ich 15 bin, kämpfe ich eigentlich um ein „normales“ Verhältnis zu meiner Mutter – entweder ist es aber extrem intensiv oder ich wende mich total von ihr ab. Sie ist seit Jahren dabei, sich klischeehaft zu einer überbemutternden, neurotischen, überemotionalisierten, am Helfersyndrom leidenden Frau in den Wechseljahren zu entwickeln. Dazu hat sie Krankheiten entwickelt, die sie bei einem Arzt behandeln lässt, der sie sehr alternativ behandelt, ihr aber nicht hilft. Sie spricht nur über die Krankheiten und lebt sie aus, um Mitleid zu bekommen… man nennt das „sekundären Krankheitsgewinn“. Sie ruft mich fast jeden Tag an, um von ihren Wehwehchen zu berichten und von ihrem Alltag. Sie fragt immer, ob ich genug zu essen habe, seit Jahren. Ich bin 33 …. Ich antworte dann immer scherzhaft, dass der Supermarkt hier gegenüber so viele Lebensmittel hat, dass diese sogar verkauft werden.
Am liebsten hätte sie meinen Bruder und mich sowie unsere Partner jeden Sonntag zum Essen da. Wobei sie auch schnell überfordert ist – sie liebt es, sich aufzuopfern, aber ist dann auch schnell fertig. Beruflich verausgabt sie sich extrem – sie hilft, um glücklich zu sein.

Ich liebe meine Mutter, habe seit vielen Jahren immer wieder Phasen, in denen ich sie hasse und mich oft ganz anders verhalte als sie, weil ich nicht so werden will wie sie.

Was passiert nun, wenn die Tochter einer solchen Mutter heiratet und das lang ersehnte Enkelkind bekommt? Und wenn die Mutter 4 Monate nach der Geburt in Rente gehen wird und ihre berufliche Aufopferung nicht mehr „leisten“ kann?

Richtig …. Der GAU.

Nur ein paar Stichworte zur Hochzeit: Tränen, Vorwürfe, weil meine Schwiemu mich schon morgens in Kleid und geschminkt gesehen hat und sie erst ein paar Minuten später. Geheule, weil wir ein paar Testfotos ins Internet stellten, und sie war auf keinem drauf. 2 Stunden Geheule, bis ihr klar war, dass das ein Testlauf war. Eifersucht auf die (große) Familie meines Mannes, mit der ich mich gut verstehe. Minderwertigkeitskomplexe, weil ihre Familie ja quasi nicht mehr existiert. Und weil ich keinen guten Draht zu meinem Bruder und seiner Freundin habe. Die Familie meines Mannes ist lieb und unkompliziert, meine Schwiemu sagte schon, dass sie nicht böse wäre, wenn meine Ma am Kind viel mehr beteiligt wäre, weil Mutter-Tochter immer ein engeres Verhältnis haben als Mutter-Sohn und außerdem wohnt sie 25 km weit weg und meine Ma nur 4.

Die Geburt meiner Tochter:
Wir wollten den Tag nach der Entbindung keinen Besuch und haben das auch so gesagt. (hatte 3 Stunden nach Entbindung mit ihr kurz und etwas entkräftet telefoniert – mit sonst niemandem)
Die älteren Damen der Familie haben das nicht verstanden (damals hab ich ja nach der Geburt direkt wieder den Kochlöffel geschwungen…), aber akzeptiert. Nur meine Ma nicht. Erst ruft sie diverse Familienmitglieder der Familie meines Mannes an und fragt nach, ob denen das auch so schwer fällt, nicht hinzufahren und erwähnt, dass es sie belaste, dass sie nicht zu uns darf, dann bringt sie abends Blumen vorbei, die die Schwester uns bringt und sie haut ab und verschnieft noch ne Träne und sagt zur Schwester „Ich darf ja mein Enkelkind nicht sehen“. Dazu kam, dass Schwiemu und andere Leute eine MMS mit Bild bekommen haben, sie aber nicht (Uralt-Handy). Habe mich dann telefonisch für die Blumen bedankt und auf ihr Drängen hin einen vollständigen Geburtsbericht gegeben (meine Prepaid-Karte war danach leer)
Dann war sie 2 Tage nach Entbindung da – mit Schwiemu gleichzeitig. Meine Ma hat gewickelt, Flasche gegeben und eine Kreißsaalführung bekommen und 1.000 Fotos gemacht.
Am 3. Tag nach Entbindung kam sie dann abends und blieb sehr lange, obwohl wir eigentlich endlich mal Ruhe haben wollten – gut, wir hätten es sagen müssen, auf Winke mit dem Zaunpfahl reagierte sie nicht. Sie bot ihre Hilfe für den nächsten tag an, aber wir meinten, dass wir gut klarkommen.
Tag 4 und 5 nach Entbindung hatten wir von anderen Leuten Besuch, u.a. auch von Familienmitgliedern meines Mannes und auch von Schwiemu. Schwiemu hatte im KH schon geplant, dann zu kommen und dachte, meine Ma kommt auch und sagte zu ihr im Gehen „Also, dann bis Sonntag!“
Sonntag bekam ich mitten im Besuch Migräne und schickte alle nach Hause, meine Ma hatte sich nicht gemeldet und saß wohl den ganzen Tag heulend auf der Couch, weil wir sie ja nicht eingeladen hatten. Das war unsere zweite durchwachte Nacht, die kleine Maus mag nachts nicht schlafen, lieber tagsüber und wir haben Ringe unter den Augen. Ich kann mich nicht um alles kümmern …
Nichtsahnend rief ich heute an und wollte sie fragen ob sie ne Stunde vorbeikommen mag.
Sofort Heulerei und dann Vorwürfe, es geht um den Sonntag. Dazu haben wir der Maus einen zweiten Namen gegeben – den der Oma meines Mannes (ist ihr erstes Urenkelchen). Am Freitag war das noch ok, aber heute auf einmal wieder nicht.
Sie schluchzte rum, dass ich ihre Familiengeschichte berücksichtigen müsse und sie verstehen müsse.

Das Schlimme ist: Ich kann sie verstehen! Ich will sie beteiligen, sie ist so lieb mit der Kleinen und so stolz! Ich werde sicher ganz viel bei ihr sein und mit ihr zusammen machen! Aber in maßen! Und dass das jetzt schon so schlimm wird, nach 2 Tagen, das hätte ich nicht gedacht.
Für mich ist der Punkt gekommen, an dem ich endlich mein eigenes Leben führen möchte. Ich habe nun selber eine Familie und kann nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen und minutengerecht abpassen, wer was von seinem Enkel hat. Ich möchte Rücksicht und Unterstützung erfahren nach der Sch…-SS! Sie hat mich regelrecht beschimpft und ich fühle mich wieder mal für den Familienfrieden verantwortloich bzw. schuld daran. Ich mache eine Therapie und hoffe sehr, dass sie mir hilft – ich habe aber das gefühl, ich mache sie stellvertretend für meine Ma. Mein Mann und ich gehen zum nächsten Termin gemeinsam, weil wir wirklich klare Vorschläge brauchen und ein Feedback. Mein Mann ist genervt und ich versuche ihn so weit wie möglich da raus zu halten, aber es wird immer schwerer und irgendwann rastet auch er aus.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Ich kann nicht mehr und verstehe die Welt nicht – damit hätte ich nicht gerechnet!
Ich habe sie gebeten, zu akzeptieren, dass seit meiner geburt und der geburt meiner Tochter vieles anders geworden ist und sie gebeten, Hilfe zu suchen, aber sie will keine Therapie machen, da bekäme man ja etwas eingeredet.

Was haltet ihr davon? ich brauche dringend die ein oder andere Meinung.


  Re: meine mutter ...
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  henriette
schrieb am 30.03.2009 22:25
hallo,


ein kurzer, knapper rat:

GRENZ! DICH! AB!

prioritaet nummer eins zum thema verantwortung, kuemmern, da sein ist fuer dich und deinen mann jetzt eure tochter. eure tochter ist die zukunft. deine mutter ist die vergangenheit. das hoert sich brutal an, aber es ist eben so. ist vom leben so vorgesehen.

aber ich denke mal, das weisst du alles. aber deine mutter hat es immer wieder geschaft, dir ein schlechtes gewissen einzureden. zudem ist sie extrem uebergrifflich. aber auch das weisst du und magst das im hoechstfall von wildfremden garnicht hoeren, denn schliesslich ist es deine mutter, die darfst heochstens du kritisieren.

hab ich ein wenig recht?

gerne auch mehr per pm.

und geniesst jetzt die zeit mit eurer tochter und goennt euch gegenueber allen anderen die noetigen "egoistischen verhaltensweisen".

wobei der schlaf sicher zu den voellig ueberschaetzten dingen im leben gehoert.


alles gute

h.


  Re: meine mutter ...
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  gelöschter User
schrieb am 30.03.2009 23:07
hallo henriette und danke für deine Antwort!

du hast recht mit der Kritik an meiner Mutter - ich nehme sie auch von anderen Leuten an - mittlerweile. Früher habe ich sie wirklich verteidigt wie eine Löwin. Aber das heute und in den letzten Wochen - ich habe manchmal einen unbändigen Hass auf sie, so wie im Moment. Mitleid, Hass, Unverständnis, wie eine so intelligente Frau psychisch so abdrehen kann. Bin fassungslos, wie zuwider sie mir manchmal ist und wie sehr mir aran gelegen ist, mich von ihr abzugrenzen und nie so zu werden wie sie.


Ich grenze mich AB JETZT AB - das habe ich mir fest vorgenommen... ich suche nur nach dem richtigen Weg. Morgen ist für sie vielleicht wieder alles ok. Wie gehe ich damit um? Mache ich das Fass jetzt endgültig auf und lasse den Frieden nicht mehr einkehren, bis sie eine Therapie beginnt?

ich bin ein Mensch der Extreme - ich habe mir schon so oft ausgemalt, den Kontakt zu ihr abzubrechen. Aber das will ich eigentlich nicht. Ich hätte auch Angst, dass sie sich was antut.
Ich muss den Mittelweg finden und leider wird es nicht einfachtraurig Aber ich mache die Therapie - vielleicht wird meine Mutter es ja auch eines Tages tun..

Schlafen ... ja, da hast du Rechtsmile Ich habe von der Geburt noch so viele Endorphine in mir, dass es mir gar nicht so schwer fällt, weniger zu schlafen.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.03.09 23:12 von Julianne1975.


  Re: meine mutter ...
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  Meery
schrieb am 30.03.2009 23:17
Hallo,

Es ist schwer. Ab Du solltest Dich doch etwas abgrenzen. Es ist vielleicht ratsam, dass ganz langsam zu tun. Denn wenn Deine Mom so empfindlich ist - ist selbst das für sie unendlich schwer.
Als ich damals relativ schnell mit 20 ausgezogen bin, hat meine Mutti dass auch zu einem kleinem Drama gemacht. Aber ich musste da raus. Und zu Beginn kam ich noch täglich vorbei. Dann nur noch einige male die Woche und immer weniger. Zu guter letzt sind durch die Arbeit immer weiter weg gezogen und immer seltener zu Hause - auch nicht so ideal.
Meine Schwestern sind heute leider auch durch meine mutti oft genervt. Sie ruft dort fast täglich an und könnte ständig mit ihnen zusammen sein. Täglich klagt sie, was Vati alles so falsch macht - und dass bei meiner Schwester welche durch Heimarbeit und Minijob meist erreichbar ist. Aber manchmal hilft dann nur abwimmeln, so hart dass auch klingt. Wir sind ja ständig unterwegs und so nicht so leicht erreichbar.
Hat Deine Mom denn sonst Ablenkung u.s.w. durch Kurse, Freunde oder ehrenamtliche Tätigkeiten? Meine kaum - deshalb hängt sie so an uns Kindern.
Toi toi Aber Muttis lassen sich leider oft nichts von Ihren Kindern sagen - was sie falsch machen, lieber machen sollten ...

Aber soo kann es ja nicht weiter gehen!!!


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  Re: meine mutter ...
avatar  Mexi
schrieb am 31.03.2009 00:34
Abstand, Abstand, Abstand

Ich bin absolut nicht religiös, aber die Bibel hat absolut recht mit "und wird Vater und Mutter velassen" um die EIGENE Familie zu gründen. Ab und an mal zu Oma und Opa ist OK, aber deine Mutter scheint total besitzergreifend zu sein. Genau so wie sie, wohl mit deinem Vater, eure Namen ausgesucht hat, suchst du die Namen deiner Kinder aus... egal ob's passt oder nicht... und ich bin mir sicher, wenn du keinen Abstand schaffst, wirst du bestimmt in ihren Augen ALLES falsch machen: deine Tochter falsch ernähren, falsch wickeln, falsch erziehen... sie wird dir dreinreden welche KiT, KiGa und Schule, usw. usf oder immer ein Drama machen..... willst du das???
Was jemand schon schrieb: will sie an deinem Leben teilhaben, muss sie zur Terapie, sonst eben nur per Telefon, an bestimmten Tagen und für begrenzte Zeit.

Meine Jugend war immer alles nur in Familie, nix durfte ich mal alleine machen, keine Klassenfahrt, keine WE mal bei Freunden... was haben meine Eltern damit erreicht.... das ich seit ich 20 bin soweit ich konnte alles alleine gemacht habe, und sie inzwischen echt nur noch sehr selten sehe... warne deine Mutter, wenn sie so weitermacht, wird sie dich ganz verlieren, und dein Mann wird sie bestimmt auch nicht mehr lange aushalten.
Viel Erfol, LG Mexi


  Re: meine mutter ...
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  gelöschter User
schrieb am 31.03.2009 16:04
Liebe Julianne,

beim Lesen deines Textes spüre ich echten Groll auf deine Mutter. Sie führt sich auf wie ein Kleinkind, das noch nicht weiß, dass es nicht der Nabel der Welt ist.

Eure Rollen sind vertauscht: Du machst dir zig Gedanken über sie, reflektierst, sorgst dich um ihr Wohl. Sie sorgt sich nur um IHR Wohl.

Da du jetzt selber Mutter bist (HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!) beginnt jetzt sowieso eine ganz neue Lebensphase für dich. Ich denke, es ist an der Zeit für den großen Gebrauch des kleinen Wörtchens NEIN. Du brauchst deine Kraft, Gedanken, Sorge nun für deine eigene Familie. Du hast das Recht, dich abzugrenzen. Du musst nicht die Gefechte deiner Mutter auskämpfen. Jetzt bist DU dran.

Vielleicht kannst du deiner Mutter einen Brief schreiben. Und wenn sie dich partout nicht versteht, dann zieh die Reißleine und leg eine Kontaktpause ein. - Für dich, für deine Tochter, für deinen Mann. Und ganz letztendlich auch für deine Mutter...

Ich wünsche dir ganz viel Kraft für diese schwierige Zeit!
Elchfrau


  Re: meine mutter ...
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  0melli0
schrieb am 31.03.2009 17:22
Ich bin mir sicher, daß Deine Mutter nicht weiß, welchen Kummer sie Dir mit ihren Reaktionen bereitet. Und deshalb ist es wichtig, ihr das zu sagen. Nett, aber bestimmt!

Teile ihr mit, daß Du mit ihren extremen Gefühlswandlungen nicht zurechtkommst und Du Dir mehr Sorgen damit aufbürdest als nötig. Schließlich mußt Du Deine Kraft nach der Geburt nun nochmals ganz anders einteilen. Deine Mutter ist sehr wichtig für Dich, aber sie ist eine erwachsene Frau, die durchaus für sich selbst Sorgen kann und sich nicht so dermaßen von Dir abhängig machen sollte.

Ziehe also ab jetzt die Grenzen anders, fortan bekommt sie weniger vom Kuchen "Juliane" ab. Und zwar soviel, wie für Euch beide gesund ist.

Und lerne NEIN zu sagen. Es fällt schwer, das kenne ich von mir selbst. Aber glaube mir, wenn man es einmal durchzieht: Es hilft ungemein.

Frage sie auch, warum sie keine Therapie machen will, und Dich aber als Therapeuten "mißbraucht". Erst wenn sie schlüssige Antworten auf Deine Forderungen und Fragen hat, könnt ihr, so denke ich, gut nebeneinander leben!

Ich finde es toll, daß Du sie ernst nimmst (z. B. beim Testlauf für die Fotos hätten manche anders reagiert "Die regt sich auch wieder ab!")), aber fühle Dich nicht alleine verantwortlich für sie. Klare Worte zur Erklärung manches Unverständnisses (z. B. "Ich möchte bitte die Namen meiner Kinder alleine mit meinem Mann bestimmen und niemanden um Rat fragen!") sind wichtig, damit sie sich ernstgenommen fühlt, aber genau danach ist für Dich die Sache erledigt, wenn sie danach noch jammert, ist es, so hart es klingt, nicht Dein Problem, Deine Kraft wird an anderer Stelle wichtiger benötigt!

Fühl Dich umarmt,

Melli


  Re: meine mutter ...
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  Blüte
schrieb am 31.03.2009 18:11
Liebe Julianne,

erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Tochter.

Da du mich um eine persönliche Einschätzung gebeten hast, schreibe ich dir natürlich gerne, allerdings gibt es dem, was hier schon geschrieben wurde, eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Für dich ist die Abgrenzung von deiner Mutter wichtig, für deine seelische Gesundheit, für deine Tochter, für deinen Mann, für euch als Familie. Dass dir das ohne Hilfe sehr schwer gelingen wird, ist nicht ungewöhnlich. Du bist sozusagen als Co-Kranke (ähnlich wie eine Co-Abhängige) seit vielen Jahren mit den unterschiedlichsten positiven wie negativen Gefühlen an deine Mutter gebunden. Du schreibst es ja selbst, du schwankst zwischen extremer Ablehnung, Friedensangeboten usw. Was DIR dabei gut tut, steht noch auf einem ganz anderen Blatt. Daher ist eine Therapie, in der du dich ja befindest, sicher der absolut richtige Weg. Du brauchst Unterstützung auf deinem Weg in die Unabhängigkeit. Du machst die Therpie nicht stellvertretend für deine Mutter, die machst du schon ganz alleine für dich und das ist auch gut so!!!!

Das heißt nicht, dass du deine Mutter nicht liebst, sie nicht umsorgen willst, nicht verstehst oder oder oder. Es heißt aber, dass du dir selbst ERLAUBST, dich abzugrenzen. Dass du lernst, wo deine eigenen Grenzen sind, denn du kannst deine Mutter nicht zu einer Therapie überreden oder sie dorthin durch irgendwelche Verhaltensweisen drängen. Sie muss selbst die Einsicht gewinnen, dass sie Hilfe braucht, nur dann wird sie sie annehmen, aber genau DA hört dein Einfluss- und vor allem Verantwortungsbereich auf, das ist IHR Ding.

Es wird bestimmt kein leichter Weg, denn du bist einfach über viele Jahre etwas ganz anderes gewöhnt, du musst erst lernen, dich in der neuen Situation als Mutter und noch auch noch in einer anderen Situation als Tochter einzufinden, aber der Einsatz wird sich lohnen, ganz sicher!

Ich wünsche dir alles Gute,

viele Grüße,

Blüte


  Re: meine mutter ...
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  Anonymer User
schrieb am 01.04.2009 13:27
Zitat
Julianne1975
Ich habe nun selber eine Familie und kann nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen
.

GENAU DAS IST DER SPRINGENDE PUNKT!!!!!!!!!!

Die Menschheit ist so gestrickt, dass Eltern für ihre Kinder verantwortlich sind, aber niemals nie Kinder für ihre Eltern!
Jedenfalls sollte es so in gesunden Beziehungen laufen. Und es heißt auch nicht, dass man sich als (erwachsenes) Kind nicht um die Eltern kümmert!

Aber das, was Deine Eltern Dir gegenüber schuldig sind, bist Du jetzt Deinem Kind gegenüber schuldig!

Ich habe selbst ein Mutterproblem; auch wenn die Hintergründe anders sind als bei Dir.
Es tut weh, sich abzunabeln und dabei KEIN schlechtes Gewissen zu haben... Ich bin auch oft ungerecht ihr gegenüber, aber eben genau deshalb, weil wir kein gesundes Verhältnis zueinander haben!

Ein bißchen besser fahre ich, seit ich ihr z.B. feste Vorgaben für unsere Telefonate gemacht habe (wir wohnen weit auseinander).
So rufe ICH sie am Sonntagvormittag an. Bei Notfällen kann sie sich natürlich jederzeit bei mir melden, aber dieses unberechenbare, zu allen möglichen Tageszeiten stattfindende "Geplausche" kann ich als berufstätige Hausfrau&Mutter eben nicht mehr so.
Und auf den Blick meines Mannes, wenn Mama mal wieder zur Abendbrotzeit anrief, habe ich keinen Bock mehr gehabt.

Henriette bringt es (mal wieder smile) auf den Punkt: GRENZ DICH AB, sonst gehst Du unter.

Notfalls machst Du die Therapie (ich mache eine, allerdings habe ich erst in dieser kapiert, wer mein Hauptproblem ist....).

LG und alles, alles Gute (und herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs!)
Kristina


  Re: meine mutter ...
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  gelöschter User
schrieb am 01.04.2009 18:00
Danke für eure Antworten!
Es gibt news:
Mein Mann machte gestern den Vorschlag, sie anzurufen und für ein halbes Stündchen vorbeizukommen - fand ich sehr nett von ihm, ich war immer noch total sauer.
Wir sind dann hin und sie war wie ausgewechselt - euphorisch, lieb, nett, kein Wort über gestern. Sie wollte uns natürlich nicht gehen lassen, aber auch das war kein Thema. Ich denke, morgen oder übermorgen wiederholen wir das... wann wir Lust haben.
Aber leider wird das nicht das Ende aller Kämpfe sein, darüber bin ich mir klar. Seufz.

@meery

Leider hat meine Ma keine Hobbies - dabei ist sie eine gebildete, weltgewandte Frau. Sie ist intelligent und attraktiv und mit mehr selbstbewusstsein könnt3e sie sich ihr Leben um einiges schöner machen und Anerkennung bekommen. Aber sie ist auf Job und meinen Vater fixiert (und auf mich und nun natürlich auf ihre Enkeltochter)... der würde glaub ich, auch gerne mal was alleine für sich machen ...

@ mexi

Zitat

und ich bin mir sicher, wenn du keinen Abstand schaffst, wirst du bestimmt in ihren Augen ALLES falsch machen: deine Tochter falsch ernähren, falsch wickeln, falsch erziehen... sie wird dir dreinreden welche KiT, KiGa und Schule, usw. usf oder immer ein Drama machen.

ja, das wird so sein - das ist schon seit vielen Jahren so - geht es um meine Klamotten oder meinen Musikgeschmack.... das ist auch ein Bereich, der mich schon immer total genervt hat. Immer Kritik ... "Wie siehst du denn heute wieder aus!" oder "Blau macht dich viel zu blass, Kind", "Mach dich doch mal schick, du hast so gut ausgesehen auf der Hochzeit von demunddem" ... manchmal denke ich, ich laufe gerne so sportlich und ungeschminkt rum, um gegen diesen Sch ... zu protestieren

Wie ist denn heute das Verhältnis zu deiner Familie?

@ elchfrau

an einen Brief habe ich auch schon gedacht .... und dass da noch ein langer Weg vor mir liegt, das weiß ich leidertraurig aber ich mache die Therapie und setze da große Hoffnungen rein - es ist eine psychoanalytische Therapie.

Hi melli,

danke für deine Worte!
Ich hab ihr gestern auch so was gesagt wie, dass ich sie nicht therapieren kann, da wurde sie richtig aggressiv .. sie bräuchte ja keine Therapie und ich solle ihr nicht so wehtun. Das ist das Problem, dieses Hochemotionale verführt halt zu unsachlichen Aussagen. Ich kann sie mittlerweile besser bremsen und auch "vor den Kopf stoßen", aber ich rege mich dabei leider auch immer wieder auf.

@ Blüte

Vielen lieben Dank für deine Antwort! Das mit der Co-Abhängigkeit ist sicher richtig, aber ich habe erkannt, dass das nun zuende ist - eigentlich seit dem beginn meiner Beziehung mit meinem Mann schon.... die geburt ist jetzt der endgültige Ablösungscut und meine Mutter wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen.

@kristina

jaja, man hat es schwer ... man schleppt immer seine Geschichte hinter sich hier. Meine Ma schleppt ihre auch hinter sich her und meinte, ich solle da doch Rücksicht drauf nehmen. ich habe ihr aber gesagt, dass ich nicht für ihre Geschichte büßen kann. ich mache meine therapie, sie soll ihre machen. Wird sie leider nie, aber naja.... ich werde in meiner eine Menge lernen.


  Re: meine mutter ...
no avatar
  gluehwue
schrieb am 02.04.2009 03:44
hallo,
das ist wie ein de ja vu. vor 20 jahren habe ich das gleiche durchgemacht. meine mutter hatte immer verständis für meine (nicht so moralische) schwester und ich musste aber im gegenzug immer zwischen der familie vermitteln. als mein erster sohn zur welt kam, war es auch ein kampf. mutter auf schwiemu eifersüchtig, mir wurden auch die stunden des jeweils anderen vorgehalten. aber da muss ich allen anderen recht geben, grenz dich ab. dein prioritäten liegen auf deiner kleinen familie und das muss auch deine familie lernen. fällt allen schwer, richtig, aber die deines mannes scheind ok zu sein und dann ist es leichter. meine mutter hat sich zwar dann auf die seite meiner schwester geschlagen, weil sie meine reaktion nicht toll fand, aber da muß ich durch. ist bis heute nicht einfach und ich leide oft (gerade erst wieder) aber mein mann steht mir zur seite und deiner wird es auch tun und das ist das wichtigste. also gehe deinen eigenen weg und bleib dem treu.

lg gluehwue


  Re: meine mutter ...
avatar  Mexi
schrieb am 02.04.2009 20:07
@Juliane
Du fragst wie's mir mit der Familie geht... gerade erst vorgestern grosser Streit... wir haben seit Februar unser Reiseziel jetzt für Oster ausgesucht... hab da auch meine Mutter gefragt ob sie nicht ein gute Hotel da kennt.... dann frage ich so beiläufig vor 2 Wochen ob sie denn irgendwo hinfahren werden.... ja quasi genau dahin wo wir hin sind... und wie immer mit meiner Schwester und Familie im Schlepptau... und was wir da denn nicht alle zusammen machen könnten.... da bin ich aber ausgerastet.
Hauptproblem ist, dass mein Mann kein deutsch spricht, und sich meine Schwester und Familie keine Mühe gibt auf spanisch zu sprechen und meinen Mann damit aus dem Kreis weisen und ihn nicht teilhaben lassen... völlig überheblich und respektlos von ihre aber nicht zu ändern, und was will man denn dann in so einer Begleitung (mein armer Mann). Meine Mutter belächelt das nur und hat mir an den Kopf geworfen, mein Mann würde mich von meiner Familie trennen und sie hat ja nix mehr von mir Hammer das hat sie aber seit langem nicht und ich stehe voll zu meinem Mann.
ICH habe null Interesse an einem gemeinsamen Urlaub, nochweniger wenn man das nur so am Rande erfährt dass sie uns quasi nachfahren. Ausserdem arbeitet mein Mann leider im Familienbetrieb und sieht meinen Vater täglich auf der Arbeit... das letzte was er dann will ist ihm noch im Urlaub begegnen.

Ich muss ehrlich sagen dass ich alleine, ohne Familie, erheblich besser lebe. Versuche auch nicht mehr nach rat zu fragen oder so, denn das lief immer daraus hinauf, dass sie es für mich machen wollen und ich bin echt kein Kleinkind mehr.

Traurig, aber man muss sich im Leben oft gegen die Familie entscheiden.

LG Mexi


  Re: meine mutter ...
no avatar
  Epona
schrieb am 21.04.2009 12:17
Hallo Mexi und Julianne,

eure Mütter wollen sicher nur das Beste - aber doch wohl in erster Linie für sich und nach ihren Vorstellungen.
Kein Wunder das ihr sie manchmal hasst. Weil sich hinter dieser Mutterliebe der pure Egoismus verbirgt. Euch Schuldgefühlen einzureden, damit haben sie ja auch kein Problem - das ist egoistische Liebe hübsch in Altruismus verpackt!

ABER: zu solch einem Verhalten gehören immer Zwei. Die Taktik der Mütter kommt ja nicht von irgendwo. Sie nutzen euch auf diese Weise aus, weil sie damit bei euch ihre Ziele so schön erreichen.
Das wird wahrscheinlich im Alter nur noch peinlicher und nerviger werden - es sei denn ihr ändert die Taktik und reagiert anders.
Ihr Heulsusen und manipulatives Verhalten sollte nicht auch noch belohnt werden. Manchmal muß man brutal "Nö" sagen und sich konsequent abwenden, aber danach wieder auf sie zugehen.




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