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  Warum?
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   gelöschter User
schrieb am 06.08.2007 19:05
Hallo Ihr Lieben,
war bis lang im Kiwu-Forum "zuhause", da durch unsere Vorgeschichte (siehe Profil) nur noch ICSI möglich war, aber - auch wenn ich dort weiter bleiben darf - so richtig gehöre ich da ja nun nicht mehr hin. Wenn ich also darf, würde ich gerne hier mal mein Leid abladen: nachdem unsere erste ICSI im Juni erfolglos war, hatten wir alle Hoffnungen auf den für September geplanten zweiten Versuch gesetzt. Seit Freitag wissen wir nun, daß es diesen Versuch nie geben wird. Aber erst heute mittag haben wir die endgültigen Befunde meines Mannes von den Onkologen in Heidelberg bekommen: neue Lebermetastasen, Lungenmetastasen, Peritonealkarzinose, Aszites, Skelettmetastasen, Verdacht auf Befall der fernen Lymphknoten. Im Klartext: nach nicht ganz 18 Monaten ein erneutes Rezidiv.
Und diesmal gibt es keinen Plan B, keine erneute Operation, nichts. Auf uns wartet vielleicht noch einmal Zeitschinden mit einer palliativen Chemotherapie und dann......
Wir sind so total am Boden zerstört, daß wir im Augenblick noch nicht mal miteinander reden können. Wir sitzen nur da und warten darauf, daß der Schmerz nachlässt. Wir haben so gelitten, gekämpft, gehofft - und nun ist es vorbei. Einfach so.
Wir haben uns immer wieder aufgerafft, neue Pläne geschmiedet, Träume gehabt, Mut geschöpft. Wenn wir nach Heidelberg mussten, hieß es dort immer: "da kommt ja unser Wundermann" - und nun soll's das gewesen sein.
Es tut so unendlich weh, ich kann es einfach nicht begreifen. Warum nur? Uns bleibt nichts mehr, nicht einmal mehr Hoffnung. Warum ist das Leben so grausam?
Ich würde gerne an seiner Stelle gehen, nur um nicht "überleben" zu müssen.

Doris


  Re: Warum?
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   Meike T.
schrieb am 06.08.2007 21:43
knuddel

Es tut mir unendlich leid für euch, ich wünsche euch viel kraft, mehr kann ich dazu leider nicht sagen.
lg meike


  Re: Warum?
avatar    silwer
schrieb am 06.08.2007 22:03
Fühl dich einfach nur in den Arm genommen.
Das ist ja grausam, vor allem das nichts tun und nur abwarten können. Ich wünsche euch ganz viel Kraft für die kommende Zeit.


  Re: Warum?
avatar    *Charly
Status:
schrieb am 06.08.2007 23:07
Hallo!
Leider gibt es auf dieses blöde"Warum" keine Antwort.

Ich fürchte, Du wirst auf sehr viel Hilflosigkeit stoßen. Letztes Jahr ist der Vater meiner Freundin verstorben. Er war erkrankt und es zog sich ein Jahr hin. Dieses Warten empfand ich (!) als zermürbend. Sie jedoch hat jeden Tag genutzt. Sie sind noch einmal in den Urlaub gefahren, haben sehr viele Dinge getan, die er schon immer getan haben wollte. Ich glaube, es war ein sehr intensives Jahr für die Familie.

Rückblickend weiß ich nicht, ob ein plötztlicher Tod besser ist, als dieser erwartete. Sie selber hat sehr gelitten, aber sie würde keinen Tag missen und empfindet heute diesen Tod als würdiger, da ihr Vater die Möglichkeit hatte, Dinge vorzubereiten, zu erledigen, zu planen.

Nun ist dein Mann sehr viel jünger, er hinterläßt eine junge Frau und relativ kleine Kinder. Da tut es, denke ich, ungleich mehr weh, wenn man gehen muß - und wenn man zurück bleiben muß. Arbeitest Du? Hast Du die Möglichekit, eine Auszeit zu nehmen, um Zeit mit deinem Mann zu verbringen?

Es gibt keine Antwort auf Warum. Ich habe meine Freundin damals fest umarmt. Sicherlich hätte ich ihr eine bessere Freundin sein können, öfter da sein können. Aber ich würde Dich auch fest umarmen und mein Möglichstes tun, Dir zuzuhören.

Gruß,
Charly


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  Re: Warum?
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   RatzUndRübe
schrieb am 07.08.2007 10:11
liebe Doris,

ich habe deine Postings im KiWu-Forum verfolgt und bislang einfach nicht gewußt, was ich dir überhaupt schreiben kann, denn in eurer Situation gibt es wohl kaum tröstende oder aufbauende Worte....

Ich habe vor 3 Jahren meinen über alles geliebten Vater nach einer Reihe von Schlaganfällen verloren, von einem Tag auf den anderen war er nicht mehr ansprechbar, lag teilnahmslos in seinem Bett und starrte vor sich hin. Wir wußten nicht, was er überhaupt noch wahrnehmen konnte und dieser Zustand dauerte den ganzen Sommer, ehe er verstarb. Ich habe seinen Tod als Erlösung für ihn und auch uns, als seine zurückbleibende Familie, empfunden. So hilflos dazustehen, ohne helfen zu können oder das Leiden zu mindern, ist furchbar.

Charly hat in ihrem Posting geschrieben, dass es verschiedene Arten des Abschieds gibt, plötzliche oder auch solche, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Ich glaube, dass man nicht sagen kann, welcher Abschied nun "besser" ist, denn jede Form des Abschieds durch Tod ist einfach grausam für die, die zurückbleiben.

Auch wenn eure Situation unvorstellbar traurig und letztlich wohl ohne Hoffnung ist, so bleibt euch doch eine gemeinsame Zeit, die ihr so intensiv, wie es eben die Krankheit deines Mannes zulässt, nutzen könnt. Das ist wohl ein kleiner Lichtblick in dieser schweren Zeit für euch alle und ich wünsche euch von Herzen, dass die kommenden Wochen nicht nur von Tränen, Trauer, Angst und Schmerzen gefüllt sind, sondern es genauso auch heitere und schöne Momente gibt !

Eine Antwort auf deine Frage "Warum ?" wirst du wohl nicht finden, aber belaste deine Gedanken nicht mit solch schmerzlichen Fragen und versuch doch vielleicht, derartige Gedanken nach "ganz hinten" zu verdrängen, weil du dir sonst noch mehr Last auf deine Schultern lädtst.
Vielleicht trifft es euch, weil (wo auch immer !) erkannt wurde, dass du eine derart starke Frau bist, dass du diesen Schicksalsschlag "überleben" kannst, während vielleicht andere daran zerbrechen würden. Ich weiß es nicht, aber so erkläre ich mir immer, warum Leiden und Schmerzen nicht gleichmäßig auf alle verteilt wird, sondern auf wenige Menschen, die diese dann umso geballter zu ertragen haben.
Nach dem Tod meines Vaters hat mir ein wenig geholfen, dass ich überzeugt davon bin, dass es ihm dort, wo er nun ist, viel besser geht und er keine Schmerzen mehr hat.
Er ist jetzt mein ganz persönlicher Schutzengel und "wacht" über mich und mein Leben. Außerdem glaube ich fest daran, dass ich ihn wiedersehen werde und ich weiß, wenn ich mal sterbe, wird mich mein Vater "auf der anderen Seite" schon freudig erwarten und dies gibt mir unbändige Kraft !

Liebe Doris, ich schicke dir und deiner Familie ein paar warme Sonnenstrahlen für eure tristen Seelen für die kommende Zeit !

Traurige Grüße,
die RÜBE


  Re: Warum?
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   Clausi
schrieb am 07.08.2007 10:52
Liebe Doris,

ich nehm Dich erstmal ganz lieb in den Arm... Auch mir fehlen die richtigen Worte, weil sie es einfach nicht gibt in so einer Situation!
Mein Mann und ich haben vor knapp 17 Monaten unsere wunderbare kleine Tochter verloren, ihr Kampf begann schon im Mutterleib, seit der 20.Woche wussten wir, dass sie einen schweren Herzfehler hat. Sie kam zur Welt und hat 5 Monate tapfer gekämpft, es gab immer wieder Höhen und Tiefen, aber die Hoffnung haben wir nie aufgegeben und dann starb sie einfach so, ohne Vorwarnung. PENG aus der Traum! Endlich sah alles mal rosig aus und dann sowas!
Ich habe mich 5 Monate intensiv um sie gekümmert und auf einmal war mein ganzer Lebensinhalt weg...
Es ist einfach schrecklich, wenn einem ein geliebter Mensch genommen wird, wenn man ihn leiden sieht.
Aus Deinen Worten klingt soviel Liebe für Deinen Mann, die ich sosehr nachvollziehen kann. Keine Kinder zu bekommen ist schon ein großes Schicksal, entweder leben sich die Paare auseinander oder sie finden noch mehr zu einander und wenn man dann nicht mal seinen geliebten Mann behalten darf. Es tut mir so schrecklich leid, mir kommen die Tränen...
Dieses Plötzliche hat uns bei Chiara völlig umgehauen, aber ich glaube, wenn es mit Vorwarnung passiert wäre, wäre es genauso schlimm. Es bleibt einfach unbegreiflich, weil dieser Mensch doch zu einem gehört.
Auf der anderen Seite hätten wir viel anders gemacht, wenn wir nicht so voller Hoffnung gewesen wären, vor allem mein Mann! Er hat durch seine Arbeit nicht soviel Zeit mit Chiara verbracht, er hat sich nie so getraut sie zu küssen, weil er dachte er steckt sie irgendwomit an. Ich kann Dir nur einen guten Tipp geben, genießt jeden Tag als wäre es der letzte, verbringt ganz viel Zeit miteinander und speicher jede Erinnerung. Führe ein Tagebuch, denn die Erinnerungen kann Dir keiner nehmen...
Auf das WARUM habe ich auch keine Antwort, für uns denke ich einfach immer, wir wurden ausgesucht, einem Engel das Leben zu schenken. Ich bin nicht sehr gläubig, aber manchmal glaube ich schon an einem tieferen Sinn, auch wenn er jetzt nicht offensichtlich ist...
Eins glaube ich auch ganz fest, dass wir uns wiedersehen und Chiaras Tod hat mir die Angst vor dem Tod genommen, weil ich weiß, dass unsere wunderbare kleine Zaubermaus dort oben auf uns wartet. Ein schöner Trost!

Ich wünsche Deinem Mann und Dir, dass er wieder der Wundermann ist, dass sich doch noch eine Tür öffnet, dass man ihm helfen kann.
Einen dicken tröstenden Knuddler und alles Liebe für Euch 2!

Claudia mit Zaubermaus Chiara ganz fest im Herzen (Ein kleiner Engel kam, lächelte und kehrte um)


  Re: Warum?
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   Anonymer User
schrieb am 07.08.2007 14:41
Liebe Doris,

das "Warum" wird einem niemand beantworten können...Und die richtigen Worte, die Euch diesen großen Kummer nehmen, gibt es auch nicht...
Und jeder Tod, ob plötzlich&unerwartet oder absehbar, ist letztendlich ein Abschied ohne Wiederkehr...Und "besser" ist davon keine Variante.
Aber (und ein Aber gibt es im Leben immer), Ihr habt die Möglichkeit Euch zu verabschieden. Auch wenn Du am Tage X zur Stunde O verzweifelt sein wirst, weil Du doch nicht alles gesagt und gatn hast, was Du hättest sagen und tun wollen. Aber dieses Gefühl wird es immer geben- auch wenn Euch noch 50 Jahre gemeinsames Leben gegönnt wären...Der Tod gehört zum Leben dazu, der Spruch ist abgenutzt, aber wahr. Der eine darf 90 Jahre gesund und glücklich verbringen, der andere nur 30....

Bis vor 8 Wochen hatte ich - glücklicherweise- nicht viel Ahnung von dem Thema. Dann kam der 10. Juni, an dem mein Vater sich das Leben nahm und ohne Abschied gegangen ist. Im Nachhinein liegen die Anzeichen für diesen Schritt zwar glasklar vor uns, aber es kam für uns alle plötzlich und unerwartet (wie es so schön heißt).
Wir zermartern uns alle den Kopf, was wir darum geben würden, doch wenigstens Abschied hätten nehmen zu können. Zu vieles wird ungesagt und ungetan bleiben; in unserem Fall fragt man sich auch noch, ob man es nicht doch hätte verhindern können... es wird ein immer "Warum, wieso, weshalb" bleiben...
Ihr habt die Chance, Abschied zu nehmen. Trösten allerdings wird Dich nur die Zeit und die Gewißheit, dass er in Frieden und Liebe zu Dir gehen konnte....
Mir steht gerade das Wasser in den Augen... Ich umarme Dich soooo fest!

Liebe Grüße
Kristina


  Re: Warum?
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   Michelle Patricia
schrieb am 07.08.2007 17:24
Liebe Doris!

Du hast mein tiefstes Mitgefühl. Ich wünsche Euch viel Kraft für die bevorstehende schwere Zeit.

Bei meinem Mann wurde vor einigen Wochen Hodenkrebs diagnostiziert. Frühstadium - ein Hoden wurde entfernt. Er wird jetzt engmaschig überwacht, Bestrahlung oder Chemo nicht für erforderlich erachtet. Dennoch schwebt ein Damoklesschwert von jetzt an dicht über unseren Köpfen.
Leider hat uns die ganze Situation eher auseinander als nähergebracht. Mein Mann ist in eine Art verfrühte Midlife-Crisis verfallen. Ein zweites Kind will er auch nicht mehr. Das wiederum hat meine Welt zusammenbrechen lassen. Unsere Ehe steht auf Messers Schneide, obwohl ich glaube, dass die Liebe schon noch da ist.
Wenn ich deine Worte so lese, erkenne ich, wie leichtfertig wir doch gerade mit unserer gemeinsamen Zeit, mit unserer Familie umgehen. Keiner von uns weiß, ob ihn der Krebs wieder einholt und wieviel Zeit uns noch bleibt. Und anstatt an uns zu arbeiten, versinke ich in meine Verbitterung wegen des unerfüllten zweiten Kinderwunsches und mein Mann entfernt sich auf seinem Egotrip immer mehr von mir und vor allen Dingen von seinem Sohn.

Liebe Doris, es tut mir leid, dass ich angesichts deines Leides von mir spreche, aber es ist tatsächlich das erste Mal, dass ich diese Fakten für mich in Worte fasse - und vielleicht werde ich durch eure bittere Leidensgeschichte aufgerüttelt. Dafür danke ich dir.

Ansonsten gehört dieses Platz und Thread natürlich dir. Ich hoffe, du kannst etwas Kraft und Trost aus den hier geäußerten Worten ziehen, auch wenn ich deinem Leid so hilflos gegenüberstehe.

Alles alles Gute trotzdem wünscht Michelle


  Re: Warum?
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   lucky*3
schrieb am 07.08.2007 19:59
Liebe Doris,

ich kann im entferntesten nicht nachempfinden wie schwer dies alles für euch sein muß. Ich möchte dir nur ein bischen aus meiner Erfahrung mit dem Tod meines Vaters berichten.

Er erkrankte mit 69 an einem Hirntumor. Für mich stand immer fest, daß mein Vater diese Krankheit überleben wird, er war so stark, so fit, so wichtig für uns alle, was anderes konnte und durfte es einfach nicht geben.

Er starb auf den Tag genau 3 Monate nach der Diagnose. Wir wußten nur ganz kurze Zeit davor, daß er keine Chance hatte, nie gehabt hat. Die Ärzte haben uns das in der Deutlichkeit nie gesagt, wir hatten keine Ahnung und lebten in der Gewissheit, daß er noch lange Zeit bei uns sein wird.
Hätten wir gewusst, wie wenig wir noch von ihm haben, hätten wir diese Wochen ganz anders genutzt. Es hätte noch so viel zu sagen und zu fragen gegeben, so viel Liebe und Wärme zu geben und zu nehmen. Ich war lange Zeit sehr wütend, daß man uns über die Bösartigkeit seiner Erkrankung im Unklaren gelassen habt.

Nützt all das was euch noch bleibt so intensiv und so voll wie es nur geht, das wird immer in euren Herzen und Gedanken bleiben.

Doris, ich drücke dich ganz fest.


  Re: Warum?
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   henriette
schrieb am 07.08.2007 20:56
liebe doris,

trost kann ich dir nicht wirklich geben, das geht nicht, alle troestenden vergleiche hinken, euer schichsal beruehrt zutiefst und hinterlaesst einen hilflos. ich moechte dir nur eins raten: fragt ganz konkret und hemmungslos um hilfe. euer umfeld wuerde euch sicher gerne helfen, ist selber sprachlos und traut sich nicht. also macht klare ansagen: bitte, wir brauchen heute abend einen abend fuer uns, koennt ihr euch um die kinder kuemmern. bitte, ich habe nicht die zeit, die fenster zu putzen, weil ich lieber mit meinem mann und den kindern etwas unternehmen will, aber ich will, dass das sonnenlicht durch die fenster scheint, bitte putzt meine fenster. unser auto braucht sommer/winterreifen, kannst du bitte zur werkstatt fahren, und sie austauschen lassen... und und und. fragt ganz konkret, bittet direkt, ohne umwege, ohne umschweife, ohne falsche hoeflichkeit, denn dazu ist eure gemeinsame zeit zu schade.

alles alles alles liebe

h.




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