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  Schwi-Mu ist alkoholabhängig: einmischen oder nicht?
avatar    Mondstaub
Status:
schrieb am 02.08.2007 18:39
Bin seit wenigen Jahren mit meinem jetzigen Mann zusammen und wir erwarten demnächst unsere gemeinsame (Wunsch-) Tochter Liebe

Nun zum Problem:
Seine Mutter ist zeitlebens Hausfrau und leider alkoholabhängig. Mein Schwi-Pa ist seit wenigen Jahren Rentner. Ich, mein Mann und mein Schwi-Pa schauen hilflos zu, wie sie fast tagtäglich eine Fahne hat bzw. so betrunken, dass sie nur Mist redet traurig

Ich habe schon mal mit meinem Schwi-Pa geredet, warum nix unternommen wird. Er sagt, was soll er machen, wenn sie sich nicht helfen lässt. Er schämt sich auch und macht in ihrer und unserer Gegenwart Bemerkungen, wie z.B.: " Wenn Du nicht so viel saufen würdest, dann wäre der Haushalt auch besser gemacht!" und dgl.

Dann habe ich mal meine Schwi-Ma darauf angesprochen, ob und welche Probleme sie denn hätte, weil sie zu oft zu tief ins Glas bzw. Flasche guckt. Sie wich mir dauernd aus und rückte nicht so recht mit der Sache raus. Also auch Fehlanzeige.

Meinen Mann belastet es sehr. Er schämt sich unwahrscheinlich, dass seine Mutter trinkt, zumal es das ganze Dorf weiss und meine Schwi-Mu in betrunkenem bzw. angeheiterten Zustand auch einkaufen geht.
Er kann aber leider auch nicht mit ihr reden, da er's mit Reden nicht so hat.

Dieses Ansprechen auf das Problem Alkohol an meinen Schwi-Pa, Schwi-Mu und meinen Mann ist nun ca. 2 Jahre her und es hat sich bisher nix getan. Im Gegenteil: mittlerweile ist es schon so schlimm, dass sie schon morgens betrunken zum Einkaufen geht, ihren Haushalt, die Tierversorgung (Stallhasen) und sich selber vernachlässigt.

Ich weiss auch nicht so recht, ob ich es nochmal versuchen soll oder nicht. Schliesslich bin ich "nur" die Schwiegertochter und es sollte mich nix angehen, aber dem Ganzen Zuschauen kann ich auch nicht.
Was soll ich tun? Einmischen oder bleiben lassen?

Wie kann man jemanden dazu überreden, sich einer Therapie zu unterziehen?

Ich muss noch hinzufügen, dass es sehr schwierig ist, mit meiner Schwiegerfamilie zu reden, da diese es nicht gewohnt sind zu reden. Bei denen läuft alles praktisch ab mit Handlungen und Theorie ist ihnen fremd bzw. Aussprachen. Zudem leben sie wie die Hinterweltler in unserem 2000-Seelen-Dorf, wo jeder jeden kennt ...

Mir ist nicht wohl dabei, wenn ich mal meine Kleine meiner Schwi-Mu zum Ausfahren mit dem Kinderwagen oder zum Babysitten geben wollte. Ich weiss dann nie, ob sie was trinkt oder wie viel sie schon getrunken hat. Andererseits möchte ich ihre Enkelin nicht vorenthalten.

Ich weiss nicht, ob ich das mal als Druckmittel bei ihr verwenden soll: so nach dem Motto: "Zeige mir erst, dass Du nichts mehr trinkst, dann kannst Du die Kleine ohne mein Beisein haben", aber ich denke, dass das nicht wirklich was bewirkt und sie sich nur beleidigt zurückzieht.

Meinem Schwi-Pa könnte ich problemlos dann die Kleine geben, da er vernünftig ist und nichts trinkt, aber ich befürchte, dass mal eine Situation kommt, wo er unsere Kleine meiner Schwi-Mu mal kurz überlassen muss und sie dann wegen Alkohol überfordert sein wird traurig

Was meint Ihr? Soll ich sie nochmal, wie vor zwei Jahren direkt auf Alkoholsucht angsprechen oder soll ich mich da raushalten und ihr die Enkelin ohne mein Beisein nur vorenthalten, wie das meine Schwägerin getan hat? Darf ich mich als Schwi-Tochter einmischen oder nicht? Wie seht Ihr das?

Ratsuchende Grüße
Sternenreisende


  Re: Schwi-Mu ist alkoholabhängig: einmischen oder nicht?
no avatar
   Sassi 25
Status:
schrieb am 02.08.2007 19:08
Hallo,

ich würde sagen es kommt auf das Verhältniss an.
Ich würde ihr aber schon sagen das sie so nicht mit ihrer Enkelin Unternehmungen machen kann die gefahr zu groß ist das was passiert.
Vielleicht denkt sie dann mal nach das es so nicht weiter gehen kann.

Aber ich denke wenn sie es selber sich nicht eingesteht das sie Krank ist dann wird man nicht viel machen können.

LG sassi


  Re: Schwi-Mu ist alkoholabhängig: einmischen oder nicht?
no avatar
   Yanna
schrieb am 02.08.2007 19:30
Liebe Sternenreisende,

ich würde auf jeden Fall etwas dazu sagen! Bei meinen Eltern im Dorf ist eine alkoholabhängige Mama mit dem Kinderwagen auf die Straße gestürzt. Das Baby lag mitten in den Scherben, die Frau besoffen daneben. So weit muss es doch nicht kommen, oder?

Ich würde ihr mein Kind auf keinen Fall anvertrauen und auch offen dazu stehen. Es hilft ja nichts, wenn du nicht darüber redest. Wahrscheinlich wird dich dein Schwiegervater sogar verstehen.
LG Yanna


  Re: Schwi-Mu ist alkoholabhängig: einmischen oder nicht?
avatar    Mondstaub
Status:
schrieb am 02.08.2007 19:48
Tja, mein Schwi-Pa sucht ja nach Hilfe. Ständig lässt er Bemerkungen fallen, wenn mein Mann und/oder ich dabei sind. Ist sozusagen ein Hilfeschrei von ihm, aber er weiss ja selbst nicht, wie er seine Frau zu einer Therapie bringen kann.
Sie ist sehr stur und kann richtig grantig werden, wenn man ihr ans Leder will traurig

Mein Mann und mein Schwi-Pa erzählten, dass sie schon vor ca. 20 Jahren mal ins KH kam, aber nach wenigen Tagen wieder abgehauen ist und seitdem nie wieder einen Ansatz machte, ihre Sucht zu besiegen. Irgendwie habe ich das Gefühl, ihr ist gar nicht bewusst, dass sie ihr Umfeld da ganz schön beschämt bzw. in die Predouille bringt.

Schade nur, dass sie mir nicht sagt, wo ihr eigentliches Problem liegt. Hat sie scheinbar noch niemandem gesagt.
Wenn ich nur wüsste, wie ich das aus ihr herauskitzeln könnte, dann wäre es vllt. möglich, ihr irgendwie mit Klarstellungen oder anderer Sichtweise zu helfen.

Eigentlich könnte sie die glücklichste Frau im Dorf sein:
Mann ist inzwischen Rentner.
Beide haben mehrere Häuser und Grundstücke. (Jeder auch für sich)
Ihre beiden Kinder sind gross und unter der Haube und leben normal seriös.
Sie haben ein schönes Haus mit Garten und Tieren.
Sie musste nie berufstätig sein und konnte sich somit um ihre Kinder kümmern, wie sie noch klein waren.
Sie hat einen Mann, der immer noch zu ihr hält.

Also, ich weiss auch nicht, warum sie trinken muss, bei diesen tollen Voraussetzungen ? traurig

Sie trinkt ja schon seit über 20 Jahren und ich verstehe es einfach nicht, warum?

Sie hat zwar einen sehr dominanten Mann, aber man muss dazu sagen, dass er ihr auf viel abnimmt und ihr auch ihre kleine Freiheiten lässt. Also, von aussen betrachtet, müssten die beiden eigentlich sehr glücklich sein traurig


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  Re: Schwi-Mu ist alkoholabhängig: einmischen oder nicht?
no avatar
   Sassi 25
Status:
schrieb am 02.08.2007 20:09
Hallo,

kann es sein das genau das das Problem ist das sie immer nur Ehe/Hausfrau und Mutter war?

LG Sassi


  Re: Schwi-Mu ist alkoholabhängig: einmischen oder nicht?
no avatar
   noahline
schrieb am 02.08.2007 22:41
Ich denke ihr müßt Euch vor Augen halten, daß Sie schwer krank ist. Sie ist alkoholabhängig, das ist nicht einfach mal so ins Glas schauen.
Ich denke es bringt nichts mal ein nettes Gespräch zu dem Thema mit ihr zu führen - Sie muss so tief im Dreck stecken, daß Sie gezwungen sein muss sich helfen zu lassen.

Ich kann Dir nur ein Bsp. aus meinem Umfeld erzählen. Mein Vater (jetzt Rentner) hat lange Zeit ein großes Rechenzentrum geleitet. Die Daten bezogen sich auf Personenverkehr und es war wichtig, daß keine fehler gemacht werden.
Er hatte eine Mitarbeiterin, die eigentlich einen ganz normalen Eindruck machte. Sie fehlte nur öfter mal montags. Auf einmal war Sie mehrere Tage nicht bei der Arbeit und da Sie keiner erreichen konnte und man wusste, daß Sie alleine lebt, machte man sich Sorgen und ein Kollege fuhr hin zu schauen was los ist.
Sie öffnete die Tür und sah aus wie der letzte Penner, die Wohnung war verwahrlost und sie war besoffen.
Das Ganze wurde meinem Vater zugetragen - er redete mit ihr Sie sollte eine Entziehungskur machen, war aber nicht wirklich einsichtig, daß Sie ein Problem hat.
Er hat Sie entlassen und gesagt, wenn Sie wieder clean ist bekommt Sie ihren Job zurück.
Es hat noch einige Zeit gedauert bis Sie richtig im Dreck lag, aber da war es dann so weit Sie hat eine Entziehungskur gemacht (aber Sie hatte auch da endlich erkannt, daß Sie ein Problem hat, daß passiert aber meistens nur, wenn die Leute keine Unterstützung mehr haben). Guten Ende - Sie ist clean und mein Vater hat sein Versprechen eingelöst und Sie wieder eingestellt.

Ich weiss nicht, ob ihr Sie mal richtig auflaufen lassen könnt. Ich versteh natürlich, daß das etwas peinlich in so einem kleinem Dorf ist, aber wenn Du ehrlich bist, trinkt Sie sich sonst entweder zu Tode oder dein Kind sieht immer eine "besoffene" oma.

LG


  Re: Schwi-Mu ist alkoholabhängig: einmischen oder nicht?
no avatar
   Anonymer User
schrieb am 03.08.2007 07:14
Hallo,

Alkoholismus ist eine KRANKHEIT und SUCHT- da ist es mit dem reinen Willen nicht möglich, allein aus dem Teufelskreis auszusteigen! Dass die Familie natürlich irgendwann kein Verständnis mehr hat und SchwiePa ungeduldig und fies ihr gegenüber wird, ist auch normal. Im Gegensatz zu vielen Männern scheint er aber noch Interesse daran zu haben, seiner Frau zu helfen. Das tut er aber nicht, genau wie Ihr übrigens, indem er wegguckt bzw. nur redet anstatt zu handeln.
Erkundigt Euch doch mal bei der nächsten Gruppe der Anonymen Alkoholiker und redet zumindest mit dem Hausarzt darüber- der müsste Euch auch entsprechende Adressen geben. Zu Hause wird es die SchwieMa nicht schaffen- irgendwann geht sie vor die Hunde....

Dass Du das Enkelkind dort abgibst, dürfte gar nicht zur Diskussion stehen- NEVER!
Aber vielleicht ist das das Druckmittel, dass sie sich helfen lässt. Dazu muss ihr aber ein konkretes Angebot gemacht werden. Also sagen, dass bereits ein Platz in einer Klinik bereit ist usw. usw... Sie muss zunächst entgiftet werden und sowas ist richtig schmerzhaft! Das geht nicht daheim. Dann kommt eine Therapie, die die Ursachen des Saufens auszuloten versucht. Und die kann dauern....Sicher wird sie das Problem nicht ruckzuck in den Griff kriegen und vielleicht ist zur Genesung auch ein kompleter Umbruch ihres bisherigen Lebens notwendig. Die Gründe scheinen ja irgendwo in der Familie zu liegen....(gibt ja auch offensichtliche Auslöser wie Arbeitslosigkeit oder ähnliches).

Wir haben das alles mit meinem Onkel durchgemacht....Er ist mit knapp 60 Jahren "trocken" geworden...


LG und alles Gute!!!

P.S.: Trotz aller Hilfsbereitschaft musst DU in erster Linie aber an Dich und Dein(e) Kind(er) denken!!!!

Kristina


  Re: Schwi-Mu ist alkoholabhängig: einmischen oder nicht?
no avatar
   Blüte
schrieb am 03.08.2007 12:03
Hallo,

ich kann mich im Wesentlichen Liebchen anschließen. Deine Schwiegermutter ist krank, es ist absolut müßig zu überlegen, ob sie nun einsichtige Gründe für ihren Alkoholismus hat oder nicht, diese Überlegungen führen überhaupt nicht weiter.

Klar ist, dass eine Sucht, vor allem wenn sie schon so lange währt, nicht ohne Therapie besiegt werden kann, aber und das ist das Problem, eine Therapie ist nur sinnvoll bzw. hat nur Aussicht auf Erfolg, wenn deine Schwiegermutter das WILL.
Die Familie, vor allem dein Schwiegervater, kann nur sehr wenig tun. Sicher ist ein Gespräch mit dem Hausarzt und vor allem mit den Anonymen Alkoholikern hilfreich, denn auch die Co-Abhängigen, d.h. die engsten Angehörigen des Abhängigen, sind hilfebedürftig: Wie soll ich mich verhalten? Wo solltle ich helfen, wo Hilfe verweigern? Wo sind meine Grenzen?
Insofern sind solche Gespräche zunächst für deinen Schwiegervater sicher sinnvoll und hilfreich, auch wenn sie das eigentliche Problem, die Abhängigkeit deiner Schwiegermutter natürlich nicht lösen.

In Sachen Kinderbetreuung kann ich nur sagen: Ich würde ein Kind niemals in die alleinige Obhut einer akut Abhängigen geben, diese Verantwortung kann dieser Mensch gar nicht tragen. Und nein, es kann auch keine Situation kommen, in der das notwendig ist. Stell dir vor, du würdest hunderte Kilometer von deinen Schwiegereltern entfernt wohnen, dann könntest du diese Hilfe auch garantiert nicht in Anspruch nehmen. Sicher ist es toll und praktisch wenn es geht, aber wie du die Situation beschrieben hast, würde ich dieser Frage keinen weiteren Gedanken mehr widmen.

Alles Gute,

Blüte


  Re: Schwi-Mu ist alkoholabhängig: einmischen oder nicht?
avatar    Mondstaub
Status:
schrieb am 03.08.2007 16:10
Ich danke Euch, Mädels, für Eure Ratschläge und Gedanken dazu Ich verneig mich knuddel

Ich stecke eben im Dilemma:

- es ist nicht meine Mutter, sondern Schwi-Mu
- ich kann nicht über die Köpfe meines Mannes und meines Schwi-Pa's etwas in Gang setzen
- die beiden machen selbst nichts, weil sie keinen Sinn darin sehen
- wenn ich alleine agiere, dann habe ich womöglich Schwi-Mu, Schwi-Pa und meinen Mann gegen mich, weil ich ja "nur" die Schwi-Tochter bin, aber keine Verwandte
- ich weiss nicht, ob ich mich da überhaupt einmischen "darf"

Wenn es meine Mutter wäre, sähe die Sache schon gaaaanz anders aus.

Jedenfalls wird meine Kleine nicht ohne mich oder meinen Mann bei meiner Schwi-Mu sein. So viel steht fest. Ich hoffe und bete, dass sie dadurch sich Gedanken macht und zumindest wenigstens ihren Konsum reduziert.

Meine Vermutung geht ebenfalls dahin, dass sie keine sinnvolle Tätigkeit, wie Kinderaufziehen oder Beruf hat.
Ich habe vor 2 Jahren ihr, wie auch meinem Schwi-Pa den Vorschlag gemacht, doch mal im Dorf zu schauen, wo man helfen kann. Entweder gegen Bezahlung oder ehrenamtlich, sodass sie eine regelmässige Beschäftigung hat. Leider wurde es von ihnen gleich abgeschmettert, weil es hiess, sie habe zu Hause genug Arbeit (dem sie aber leider nicht unbedingt richtig nachgeht) traurig
Was soll man da noch machen.

Wenn ich Kontakt zu den Anonymen Alkoholikern aufnehmen würde, würde meine Schwiegerfamilie, wie auch mein Mann mich wohl für komplett bescheuert halten ...

In ihren Augen bin ich sowie die "Städterin", die mit ihrem Psychokram sonstwo bleiben kann, aber sie, bitte schön, davon verschonen soll. Ich versuchte schon vergebens wegen anderen Dingen (artgerechte Tierhaltung daheim, u.a.) sie irgendwie auf den richtigen Weg zu lenken, aber sie sind, wie meine Schwi-Mu zu sagen pflegt, Bauern und die brauchen solchen Fierlefanz nicht *schulterzuck*

Da komme ich nicht durch und somit auch nicht mit Organisationen, wie z.B. den AA smile

Mmmhhhhh ... leider ist mein Mann auch hilflos und weiss nicht, was machen ...


  Re: Schwi-Mu ist alkoholabhängig: einmischen oder nicht?
avatar    *Charly
Status:
schrieb am 03.08.2007 19:14
Hallo!

Wow - mein drittes Posting innerhalb von wenigen Tagen. Ich trau mich langsam wieder rein.

Aber das ist ja nicht so ganz Dein Thema. Ich bin ein Weilchen um Dein Posting "rumgeschlichen" und habe mich gefragt, wie viel von meiner Geschichte ich hier preis geben möchte.

Ich war eingie Jahre mit einem Heroinsüchtigen zusammen. Ich sleber bin - zum Glück! - nicht süchtig. Aber ich kenne durchaus einige, die es sind. Auch unter den Kollegen sind Alkoholiker.

Das Du Dir Sorgen machst, ist ein erster Schritt. Sucht macht sehr einsam. Allerdings erkenne ich, dass Du Dich bisher noch wenig mit Sucht und Alkoholismus beschäftigt hast. Einen Alkoholentzug darf man auf keinen Fall privat machen, das Alkoholentzug - im Gegensatz zum BEispiel zu Heroin - lebensgefährlich sein kann.

Das Problem ist jedoch nicht Deine SchwiMu. Sie ist das Symptom, diejenige, die am empfindlichsten reagiert. Kein Süchtiger erkrnat alleine. Es ist immer das Umfeld mitbetroffen.Man spricht von Co-abhängigkeit. In irgendeiner Weise profitiert die Famlie von der Erkrankung. Da werden Probleme tot geschwiegen, da werden Entschuldigungen gefunden, nicht selber Verantwortung zu übernehmen und da wird jemandem ermöglicht stets als bedauernswert da zu stehen. Auch Dein SchiePa ist da angesprochen. Er ist "die arme Socke", der ja so unter der Frau leidet.

Du kannst etwas tun. Was hindert Dich daran, Dich mit der Erkrankung zu beschäftigen? Wer hindert Dich, selber mal bei einer Suchtberatung einen Termin zu machen um Dich zu informieren und für Dich zu klären, wie Du mit der Erkrankung umgehen kannst. Auch Du bist betrofen, denn Du bist zwar vielleicht nicht blutsverwandt. Aber es betrifft Dein Umfeld, Deinen Mann, Dein Kind. Wenn Du Deiner SchiMu helfen möchtest, dann mach Dich schlau. Geh den ersten Schritt und zeige der Familie, dass man nicht tot umfällt, wenn man dort hingeht. Wenn Du hingehst und davon erzählst fällt es Deinem Mann udn Deinem SchiPa vielleicht leichter. Irgendwann vielleicht auch Deiner SchiMu. Wobei - nach zwanzig Jharen die krücke wegzuwerfen und alleien zu gehen - das würde mir auch Angst machen.

Such hat viel mit Selbstwertgefühl udn Lebensangst zu tun. Aber es ist müßig, als Laie daran drehen zu wollen. Sie hat ein Recht darauf, dass ihre Seelenprobleme nicht am Küchentisch geklärt werden, sondern mit dem Ernst behandelt werden, der ihnen zukommt.

Werde für Dich aktiv, nicht für sie oder irgendwen anders. Du kannst nur für Dich eine Lösung im Umgang finden, nicht für andere. Ich habe es jahrelang versucht und bin gescheitert. Aber ich habe für mich gelernt, wo meine Grenzen sind, klar zu erkennen, wenn ich sinnlos helfen will oder gar Hilfe anbiete um selber "gut" zu sein.

Unterschätz auch nicht den Einfluß, den die Erkrankung auf Deinen Mann hat.

Gruß,
Charly


  Re: Schwi-Mu ist alkoholabhängig: einmischen oder nicht?
no avatar
   elena004
schrieb am 03.08.2007 21:41
Hallo Sternenreisende,

ich kann mich auch Liebchen nur anschließen. Such professionelle Hilfe, ohne geht es nicht. Das kann ich leider aus Erfahrungen in meinem Umfeld so sagen. Suchtkranke suchen selbst erst Hilfe wenn sie ganz unten sind.
Es gibt auch Beratungsstellen, die Angehörige beraten (Diakonie, Caritas, Pro Familia, die Anonymen Alkoholiker glaube ich auch). Ich habe damit selbst noch keine Erfahrung gemacht, kenne es aber aus Erzählungen. Dort kann man dir helfen mit dem Thema umzugehen, auch hinsichtlich der Frage wie weit will/ darf/ muss ich mich einmischen. Dann hast du etwas getan und schaust nicht nur zu. Ob sich das Verhalten von deinem Mann und deinem Schwiegervater ändert oder deine Schwiegermutter die Hilfe annimmt ist nicht gesagt, aber du hast es versucht und kannst evtl. besser damit umgehen.

LG und alles Gute!
Elena


  Re: Schwi-Mu ist alkoholabhängig: einmischen oder nicht?
avatar    Mondstaub
Status:
schrieb am 03.08.2007 22:04
Ich danke Dir für Dein "Outing".

Leider muss ich sagen, habe ich in meinem Umfeld sogar in Kindertagen mit Alkoholkranken zu tun gehabt und jetzt wieder damit konfroniert bin, seit ich seit 3,5 Jahren mit meinem Mann zusammen bin.

Und zwar waren meine Eltern, Mutter, wie Vater seit ich denken kann, alkoholabhängig. Zum Glück war es nicht so gravierend, dass sie ihre Familie vernachlässigt hätten, aber sie haben jedes Wochenende getrunken. Meistens abwechselnd: entweder war Mama oder Papa sturzbetrunken.
Wir haben als Kinder sehr darunter gelitten. Zudem war meine ältere Schwester schon früh mit 18 ausgezogen und verheiratet. Also hatte ich mehr oder weniger die Veranwortung über meine drei jüngeren Schwestern.
Da ich aber selber hochsensibel und nicht gerade von kräftiger Natur war, hatte ich schon meine schiere Not, meine Geschwister irgendwie "zu schützen".

Naja, jedenfalls legte sich die Problematik, je älter wir alle wurden. Schliesslich waren wir irgendwann alle unter der Haube. Meine Geschwister alle mit 18 und ich dann mit 21 Jahren. Jeder hatte nun seinen eigenen Haushalt und Partner.

Tja und leider entwickelte sich bei meinen Exmann nach ca. 8 - 9 Jahren Zusammenseins ebenfalls schleichend eine Alkoholsucht. Ich merkte es zu Anfang nicht, da es sehr langsam vonstatten ging. Irgendwann stellte sich raus, dass mein Exmann mit Job, Frau und Kind überfordert war und schon während seinem Job tagsüber recht viel Bier trank.
Ich wusste nichts von seinen Problemen im Beruf, weil er mir nie was darüber erzählte, sondern immer so tat, als ob alles ok wäre.
Mann muss dazu sagen, dass er mit Kindeserziehung nix am Hut hatte, sodass ich Haushalt, Job + Kind hatte und er sich nur um seinen Beruf kümmern musste, aber selbst das war ihm zuviel.

Wir trennten uns ca. 10 x, aber auch aus anderen Gründen (ich bin ordentlich, er ein Chaot, er ist Einzelgäner, ich gesellig, er überliess mir Finanzen, Papierkram, Amtsgänge, usw.), aber ich wurde immer wieder schwach und kehrte zu ihm zurück, weil ich ihn doch auf gewisse Weise liebte.
Stellte aber immer wieder Ultimaten, um dann immer wieder mich von ihm zu trennen. Nach einer längeren Trennung schaffte er endlich trocken zu sein.
Wir kamen also wieder zusammen. Leider blieben seine Verhaltenweisen, die nicht ganz i.O. waren und er immer wieder versprach zu ändern und so schaffte ich endgültig 2002 den Absprung. 2004 sind wir amtlich geschieden.

Mein Sohn erzählte mir damals, dass er wieder viel Akohol trinkt und seine jetzige Frau scheint mir auch nicht sehr glücklich über diesen Zustand zu sein, weil sie es mir signalisierte traurig

Sorry... jetzt ist es ziemlich lang geworden. Ich wollte damit nur sagen, dass ich sehr wohl weiss, wie es ist, wenn man alkoholabhängige Angehörige hat, helfen will, selber hilflos ist und nicht weiss, wie man das in den Griff kriegen soll.

Bei Mann oder eigenen Eltern kann man sich als Verwandte ins Zeug legen, aber da ich eben nur die Schwi-Tochter bin, weiss ich nicht, ob ich durch meinen möglichen Start, etwas zu unternehmen, völlig bei meiner Schwi-Familie unten durch bin ...

Es ist schon 2 Jahre her, da ich mich intensiv mit meinem jeztigen Mann über das Problem mit seiner Mutter unterhalten habe. Ich denke, ich sollte bei passender Gelegenheit, wenn er entspannt ist, das nochmal ansprechen und schauen, ob ich "grünes Licht" von ihm bekommen kann traurig

Ich denke auch, dass es oftmals so ist, dass die Angehörigen nicht etwas unternehmen, da sie sonst Unbekannten und Unbequemen gegenüberstehen. Während die Sucht der Mutter / Ehefrau etwas Berechenbares, Bekanntes ist und deshalb vllt. einfacher für sie ist.

Ich, jedenfalls, würde den unbequemen Weg in Kauf nehmen, wenn ich wüsste, dass ich von meinem Mann und Schwie-Pa grünes Licht bekäme.

Ich möchte ihr wirklich gerne helfen und möchte auch, dass sie ein schöneres Leben leben kann. Ohne Kummer, Angst, Ziellosigkeit, usw.

Ich sehe es an meinen Eltern. Ihre Alkoholsucht wurde ganz einfach durch ihr Alter gebremst. Ich habe sie schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr betrunken gesehen, weil sie selber sagen, sie vertragen nix mehr und sie nicht mehr die Probleme haben, wie damals. Ich merke, wie entspannt man wieder mit ihnen umgehen kann und wie sie selber es als Befreiung sehen Das ist super

Grüßle
Sternenreisende


  Re: Schwi-Mu ist alkoholabhängig: einmischen oder nicht?
avatar    ernie69
schrieb am 04.08.2007 08:10
Ich rate dir jetzt theoretisch:

Wenn ihr so ein kleines Seelendorf seit, werdet ihr doch alle den gleichen Hausarzt haben; den könnt dein Vater zum Hausbesuch bestellen und wenn der feststellt, dass sie bereits erhebliche gesundheitliche Schäden erlitten hat, kann der Amtsarzt (Gesundsheitsamt der Stadt) eingeschalten werden - der kann z. B. eine Einweisung ins Krankenhaus veranlassen;

oder der längere Weg:

Ihr stellt beim Amtsgericht einen Antrag auf Einrichtung einer Betreuung (keine Entmündigung - das gibt es nicht mehr), weil die SchwMu ihre Dinge des täglichen Lebens nicht mehr selbst geregelt bekommt (meist kann jemand das unter Alkoholabhängig nicht mehr alleine mehr oder weniger) - der Betreuer (bei Sucht bitte nie einen Familienangehörigen, er ist nicht objektiv) übernimmt die weiteren Maßnahmen (holen des Amtsarztes etc.)

folgende Literatur :
[www.bmj.bund.de]
[www.alkoholratgeber.de]


  Re: Schwi-Mu ist alkoholabhängig: einmischen oder nicht?
avatar    Mondstaub
Status:
schrieb am 04.08.2007 17:19
Sowas würde mein Schwi-Va nie machen lassen und soooo extrem ist es nicht. Sie macht zwar ihren Haushalt, aber nicht so, wie man das von einer "Nur-Hausfrau" erwarten würde.

Ich habe gestern mit meinem Mann darüber geredet und er hat mir grünes Licht gegeben, mit meiner Schwi-Mu erst mal zu reden und wenn das nix hilft, dann mit Schwi-Va und wenn das nix bringt, mich an eine kompetente Stelle zu wenden, damit ich schauen kann, welche Möglichkeiten uns Angehörigen offen stehen.

Da bei meiner Schwi-Mu kein Wille zur Therapie da ist, vllt. gibt es andere Wege, sie zu animieren oder sonstwie dazu zu kriegen.

Ich bin jedenfalls froh, dass mir mein Mann Rückendeckung gibt und hatte gestern den Eindruck, dass er es gut findet, wenn ich es in die Hand nehme, da er selber keine Ahnung hat, wie er es anstellen soll ...

Gestern abend war wieder so eine Situation:
ich war zu Hause. Sie kam sturzbetrunken und wollte einfach quatschen. Ich habe aber keine Lust mit ihr zu reden, wenn sie in solch einem Zustand ist, denn es kommt nur Müll dabei raus. Sanft, aber sicher, schickte ich sie heim.

Heute mittag waren wir zum Hasenbratenessen bei meinen Schwie-Eltern eingeladen. Um 12.00 Uhr miitags gingen wir rüber ... und ... sie war schon wieder betrunken. Es war ein schweigsames Essen, weil es jedem mal wieder peinlich war. Hin und wieder versuchte ich, etwas Konversation in Gang zu bringen, aber leider war ihr Zustand für uns alle mal wieder nicht sehr förderlich dafür und ich merkte, wie sich mein Schwi-Va und mein Mann wieder in Grund und Boden schämten traurig

Naja, mal schau'n, was passiert, wenn ich sie mal nüchtern sprechen kann. Ich werde das mal unter der Woche irgendwann machen, wenn sich die Situation günstig ergibt und sie mal nicht betrunken ist ...

LG
Sternenreisende winkewinke


  Re: Schwi-Mu ist alkoholabhängig: einmischen oder nicht?
avatar    silwer
schrieb am 05.08.2007 21:32
Mein SchwieVa ist auch Alkoholiker. Wir haben es allerdings aufgegeben und zu ihm kaum kontakt. Wir fahren zu SchwieMu wenn er nicht da ist. Mein Mann hatte aber nie wirklich ein Verhältniss zu seinem Vater. Er hat schon als Kind immer Versprechungen bekommen die nie gehalten wurden. Er hat in seinem Leben noch keine Radtour mit seinem Vater gemacht, schwimmen waren sie auch nie. Für M. ist das sein Erzeuger, einen Vater hat er nicht wirklich sagt er immer.
Im Ort wird auch geredet, wir wohnen auf einem kleinen Dorf. Mitlerweile geht uns das aber am A**** vorbei. Wir sagen offen das er Alki ist und das wir ihn nicht interessieren also kann er uns gestohlen bleiben. Er redet nämlich gerne so als wären mein Mann und seine Schwester die undankbaren Blagen die er jahrelang durchgefüttert hat und denen er die Häuser finanziert hätte (Witz komm raus, vom Teilzeit-Post-Gehalt seiner Frau?). Aber es gibt nat. genug Leute die das glauben.
Wir sind mitlerweile soweit das sowohl wir als auch meine Schwägerin sagen wenn er in der Gosse liegt, wir lassen ihn liegen. Velleicht wird er dann wach, aber ich bezweifele es. Vor allem solange SchwieMu ihm auch noch den Alk einkaufen fährt, jeden Cent rumdreht um mit dem Teilzeitgehalt rum zu kommen und alles alleine macht, Haushalt, Garten, arbeiten..........
Ich hoffe das deine SchwieMu sich helfen lässt und das ihr nicht so weit kommt wie wir.




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