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  Eheproblem nach Geburt unserer Tochter
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   Tom1972
schrieb am 22.07.2007 21:03
Hallo zusammen,

jetzt schreibe ich nun auch meine Sorgen ins Internet. Ich habe in den letzten Monaten sehr viele Seiten gelesen und somit auch viele Probleme, die teilweise wirklich schrecklich waren, mitbekommen. Eine zeitlang konnte ich damit meine eigenen Sorgen unterdrücken, in Gedanken an diejenigen, denen es richtig schlecht geht.

Leider heilt die Zeit in meinem Fall keine Wunden, sondern lässt sie immer größer werden. Ich habe meine jetzige Frau 1994 kennengelernt und war mit ihr ca. 1 1/2 zusammen, Damals war ich gerade von Zuhause ausgezogen (21 Jahre). Meine Frau war gerade 18 geworden. Ihre damaligen Probleme mit ihrer Familie lösten wir, indem sie zu mir zog. Doch leider hielt danach die Beziehung nur noch ein paar Monate (ich hatte die Beziehung beendet)

2000 haben wir uns zufällig wieder getroffen und wieder das "Feuer" in uns gespürt. Da ich damals die Beziehung beendete, wollte ich mir diesmal meiner Gefühle absolut sicher sein. Und das war ich mir, wie noch nie zuvor. 2004 heiraten wir, alles lief reibungslos. Unsere Freizeit, unsere Interessen und unser Sexleben war immer faszinierend für mich. Wir wünschten uns ein Kind. 2005 kam unsere Tochter zur Welt. Ab diesen Zeitpunkt änderte sich alles. Unsere Tochter hat von Geburt an nur im 90 Minuten TAkt geschlafen. Meine Frau stillte und war nach ein paar Wochen mit den Nerven am Ende. Unseren Schlafmangel konnten wir nicht ausgleichen. Meine Frau lies sich keine "Ratschläge" von mir geben, warf mir vor, dass ich mir nicht vorstellen könne, was sie bei der Geburt durchgemacht hat. Meine väterlichen Aufgaben waren auf das Einkaufen und Kochen begrenzt. Nichts was mit unserer Tochter zu tun hatte durfte ich machen.

Vier Monate später verlor ich meinen Job (Insolvenz). Unser Stimmung schwankte täglich. Wir teilten unsere Hausarbeiten auf, indem sie sich um unsere Tochter kümmert (was auch ihr Wunsch und Interesse war) und ich mich um den Rest (war ja arbeitslos). Weitere vier Monate später kam der erste Knall. Ein Streit, wo richtig die Fetzen flogen. Geldsorgen und jeder der sich ungerecht behandelt fühlte. Dazwischen ein schreiendes Kind. Mein größter Alptraum war da! Dabei muss ich sagen, dass wir nicht die "Marktschreier" sind. Unsere gemeinsamen Momente gab es nicht mehr, kein Ausgehen, wenig Fernseh und noch weniger Sex. Durch den Druck einen neuen Job zu finden, meine Ehesorgen und das Gefühl Vater zu sein aber nicht machen zu dürfen, stimmten mich nicht gerade sexuell an. Doch irgendwann gab es Lichtschein. Ich bekam einen guten Job und unsere Kleine schlief dann wenigstens bis 5 Uhr (kleine Unterbrechung dazwischen - Fläschchen). Die Stimmung jedoch stieg nicht an. Im März diesen Jahres, beschlossen wir zu einer Beratung zu gehen. Unser Problem war uns allerdings schon vorher bekannt: Meine Frau geht dreimal halbtags arbeiten und verbringt die restliche Zeit mit unserer Tochter. D.h. sie geht tgl. auf Kinderspielplätze oder spazieren. Wenn ich nach Hause komme, ist sie meistens weg. Wenn unsere Kleine dann gegen 19:30 schlät, koche ich uns was und wir erzählen uns kurz was wir an dem Tag erlebt haben. Das wars dann. Mir fehlte "unsere Zeit", wobei ich damit nicht das sexuelle meine, sondern etwas zu unternehmen. Mir kam dann folgende Idee: Da ich über die Woche schon um 6:00 arbeiten gehe, einigten wir uns, indem ich Samstagmorgens mit unserer Tochter früh das Haus verlasse. Meine Frau hat dann Zeit für sich (länger Schlafen, in Ruhe frühstücken etc.). Sonntag ist dann mein "Ausschlaftag". Einen Kompromiss mit Spazierengehen fanden wir, indem ich einen gemütlichen Abend für uns plane (Kino, Essen gehen etc.) und dafür es dann leichter habe auch ihr den Gefallen zu tun.

Doch leider gehen Pläne nicht immer auf. Unsere gemeinsamen Momente gab es in diesem Jahr genau 2 mal. Ich ärgere mich, dass ich immer alles planen und durchführen muss. Und seit knapp zwei Monaten ist das sexuelle auf einen tiefstand angekommen, denn ich damals als single noch nichteinmal hatte. Wir reden regelmäßig über unsere Probleme, doch richtig ändern tut sich nicht. Zur Zeit macht mir das Flirten wieder richtig Spaß und ich bemerke in mir das Verlangen geliebt zu werden. In meinem Leben war ich immer treu - doch jetzt bemerke ich auch dass mich andere Frauen wieder interessieren. Vom Verstand her kommt es für mich nicht in Frage. Dafür liebe ich meine Frau und meine Tochter viel zu sehr. Und ich würde sie dann ein zweites Mal verlassen - und dann noch mit Kind. Doch was soll ich tun?

Ich hoffe Ihr habt Euch die Augen nicht wundgelesen, denn im Prinzip gibt es noch viele Details die man hier gar nicht schreiben kann.

Vielen Dank für Eure Tipps, Kritik und Hinweise

Tom


  Re: Eheproblem nach Geburt unserer Tochter
avatar    silwer
schrieb am 22.07.2007 22:43
Phuuuu, ganz schön viel. Eure Tochter ist jetzt 2, da sollte es sich doch mal langsam wieder inpendeln. Kurz nach der Geburt ist das ja bei vielen Paaren so.
Ihr müßt lernen wieder Paar zu sein und ncht nur Eltern. Deine Frau muß merken und realisieren das sie nicht nur Mama ist sondern auch Frau und Partnerin.
Ich denke aber das bei euch die Situation schon so eingefahren ist das euch da nur noch eine Paartherapie helfen kann. Dein Versuch mit 1x pro Woche nur ihr 2 scheint ja fehlgeschlagen oder im Sande verlaufen zu sein.
Außerdem ist wichtig das deine Frau lernt die Kleine mal los zu lassen und dich einfach mal machen lässt. Nicht nur Samstags. Warum bringst du nicht z.B jeden abend die Maus ins Bett und sie kann solange was für sich tun oder schonmal für euch kochen.


  Re: Eheproblem nach Geburt unserer Tochter
no avatar
   mjuka
schrieb am 23.07.2007 11:01
Hallo Tom!
Eure Geschichte klingt traurig vertraut…
Nach der Geburt unserer Tochter wurden auch die Beziehungskarten komplett neu gemischt, ich war für das Kind da und mein Mann fiel hinten runter. Seine Klagen verhallten aber ungehört, bis er sich neu verliebte. Da erst wachte ich auf, wir haben viiiel geredet, auch über seine Eifersucht und seine Anteile an der Misere. jetzt, beim 2. Kind isses nach wie vor gut… (Unsere Probleme hingen auch z.T. mit meiner Kindheit zusammen, ich war deshalb auch selber in Therapie und jetzt ist das Verhältnis zu meinen Eltern geklärt und die Auswirkungen auf unsere Ehe minimiert)

Ich glaube auch, dass euch eine Paartherapie helfen könnte. Gute Erfahrungen haben wir mit einer systemischen Familientherapie gemacht, wo wir uns in ein paar Sitzungen hervorragende Anregungen holen konnten.
Die Frage: "Was tust du, damit es sicher schiefgeht?" hat uns beide ins Grübeln gebracht, ebenso die Suche nach den Dingen, die so richtig gut klappten.
Der Durchbruch kam aber mit gemeinsamen Abenden, die auch zunächst scheiterten, dann aber mit Hilfe doch zustande kamen.

Übrigens hätte ich nie gedacht, dass wir jemals wieder zu einer so lustvollen Sexualität zurückfinden würden, wie es uns gelungen ist… (Höhen und Tiefen inklusive)

Ich wünsche dir und deiner kleinen Familie von Herzen alles Gute!
Ute




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