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  Diesmal ist das Loch besonders tief
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   Aurifex
schrieb am 10.07.2007 13:56
Hallo Ihr Lieben,

ich glaube, ich muss hier mal meine Gedanken sortieren.
Vor 10 Tagen haben wir das inzwischen 6. Negativ (inklusive der ganzen negativ-Jahre natürlich) bekommen, die Pest war wieder rechtzeitig zum BT-Termin da. Und so langsam weiß ich nicht mehr, wie es weiter gehen soll. Sollen wir noch einen Versuch machen? (Immerhin haben wir erst im Januar eine Immunisierung gemacht und wissen inzwischen auch um die Gerinnungsstörung). Oder muss man einfach realistischerweise sagen, dass ich als Ex-Raucherin mit fast 40 Jahren einfach zu marode Eizellen habe?
Aber das eigentliche Problem ist, dass mir so langsam die Kraft fehlt. Die Kraft für einen weiteren Versuch, die Kraft zum Aufhören, die Kraft um mich mit EZSP oder Adoption zu beschäftigen, geschweige denn diese Prozeduren durchzuziehen. Aber ich weiß auch nicht, ob ich die Kraft für ein ganz normales kinderloses Leben aufbringen kann. Ich zerbreche mir den Kopf, kann aber den Möglichkeiten, die sich einem ohne Kinder bieten nicht viel abgewinnen.
Ich denke, ich kann ganz gut mit Kindern umgehen. Aber der Umgang mit "Kindern auf Pump" (z.B. mein Patenkind etc.) - nein, das will ich nicht. Zumindest nicht als Ersatz.
Ich bin eigentlich Goldschmiedin von Beruf. Aber eine Rückkehr in den Beruf oder sogar ein eigener Laden - nein, dazu bin ich zu schlecht.
Mein aktueller Job ist ok, ich habe vor allem eine tolle Chefin und nette Kollegen. Und das Geld kommt pünktlich auf das Konto (ist ja auch nicht selbstverständlich heutzutage). Aber auf Dauer ist mir das Bankgeschäft tatsächlich zu hohl, zu inhaltsleer. Es geht wirklich nur um Geld, um mehr Geld und um ganz viel Geld.
Ich könnte mir vorstellen, meine restliche Lebenszeit eventuell etwas Sinnvolles in der Entwicklungshilfe zu tun. Dagegen spricht wiederum mein Alter (sie nehmen nur bis 40), dass ich nix Passendes kann und dass ich dann von meinem Mann weg müsste. Er ist wirklich der einzige Lichtblick in meinem Leben. Ich vermisse ihn morgens, wenn ich zur Arbeit gehe und freue mich abends, wenn er nach Hause kommt.
Aber manchmal frage ich mich, wie lange ich es denn noch tatsächlich auf dieser Erde aushalten muss und wann denn endlich ein Ende in Sicht ist.
Aber auch da wird es wahrscheinlich so sein wie in meinem ganzen Leben: für den Himmel bin ich nicht gut genug und unten will man mich wahrscheinlich auch nicht haben. Auf alle Fälle zu uninteressant, um sich damit zu beschäftigen. Muss mich dann wohl auch wieder selber darum kümmern *seufz*.

Wenn irgend jemand in meinem Geschreibsel etwas entdeckt, das mir helfen könnte: Bitte sagt es mir, mir ist nämlich jetzt immer noch nicht klarer zumute.

Annette


  Re: Diesmal ist das Loch besonders tief
avatar    *Charly
Status:
schrieb am 10.07.2007 14:11
Hey, Maedel!

Das wird wieder besser! Das geht vorbei. Hast Du mal ueberlegt, ob Du einige Sitzungen beim Therapeuten in Anspruch nehmen kannst? Die helfen ganz gut beim Sortieren.

Im Moment ist es zu frueh, um wirklich abzuschaetzen, wie es weiter gehen kann. Dein Negativ ist gerade 10 Tage alt. Du hast das Recht zu trauern und diese Trauer braucht Platz. Kannst DU Dir ein paar Tage Urlaub nehmen, oder zur Not nur ein langes WE und zum Beispiel ein Wellness WE einlegen, mit Massagen, Verwoehnprogramm? Etwas, wo man sich nur um Dich kuemmert, Du nichts tun musst, eventuell von Herzen weinen kannst? Etwas, was Koerper und der geschundenen Seele gut tut?

Ich weiss nicht, was genau das Problem bei Euch ist. Einnistung? Befruchtung? Eilzellanzahl? Wenn Du meinst, dass die neuen Befunde da ansetzen, dann ueberlege Dir, ob Du es noch mal versuchst. Ueberlege, was von Dir uebrig bleibt, wenn Du es immer wieder probierst. Und was uebrig bleibt, wenn Du es nicht tust.

Rede mit Deinem Mann! Lass ihn nicht aussen vor, mache offen, wie schwarz das Loch ist. Und so ganz nebenbei: Wir haben Labbi und Katze. Und ohne die beiden - ich weiss nicht, wie oft mich unser Hund vom Sofa geholt hat, wenigstens fuer einen kurzen Gang zurueck ins Leben. Manchmal tut sie mir richtig leid, weil sie ja von mir abhaengig ist und wenn es mir schlecht geht, hat auch sie wenig Spass. Aber sie ist mein Halt und mein Antrieb, wenn gar nichts mehr geht. Nicht als Ersatz, versteh mich nicht falsch. Aber als kleine erinnerung, das es ein Leben ausserhalb des KiWu gibt und das dieses Leben gelebt sein sollte.

Gruss,
Charly


  Re: Diesmal ist das Loch besonders tief
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   Daunchen
schrieb am 10.07.2007 14:24
Hallo Annette,

schau doch mal in den Abschiedsforen vorbei.
Dort sind Frauen die dieselben Gedanken quälen wie Dich. Vielleicht oder sogar ganz bestimmt kannst Du dort Denkanstösse für ein "alternatives" Leben und mentale Unterstützung bekommen.

Ich bin was den Abschied vom KiWu anbelangt kein Neuling mehr, aber auch ich tu mich immer noch sehr schwer damit die Lücke zu füllen die die Kinderlosigkeit hinterlassen hat.
Ständig fühle ich mich getrieben davon das fehlende Kind durch etwas anderes zu ersetzen, obwohl ich eigentlich ganz genau weiß, dass nichts und niemand diese Lücke ausfüllen kann. Es wird immer ein Platz in meinem Leben und in meinem Herz geben, der für ein Kind bestimmt war. Dieser Platz wird leer bleiben.....immer leer bleiben.
Ich habe mir mittlerweile mein Leben ohne Kinder so eingerichtet, dass es für mich lebenswert ist. Aber die Traurigkeit und die "Gelähmtheit" der Kinderlosigkeit wird immer wie ein Schatten über meinem glücklichen Leben ohne Kinder hängen.

Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag und vielleicht bis bald im Abschiedsforum.

Liebe Grüsse vom Daunchen


  Re: Diesmal ist das Loch besonders tief
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   gelöschter User
schrieb am 10.07.2007 15:08
Ach Aurifex!

Ich sitze mit Tränen in den Augen da und fasse es nicht wie hart das Schicksal sein kann. Ja diese Loch, es wird immer größer selbst ich mit meinen lächerlichen 2 KIWU Jahren merke das schon. Ich weiß aber auch, dass sie wieder zugehen wenn man in die Zukunft blickt. Du siehst derzeit logischerweise alles schwarz, das ist wohl normal. Aber mit 40 bist du doch nicht zu alt für weitere Taten (egal ob beruflich oder privat)! Du darfst dich nicht minderwertig fühlen du bist ein liebenswerter Mensch und du hast einen ganz lieben Mann geheiratet der dich auch liebt, das ist doch mehr wert als alles andere! Was hab ich denn von einer tollen Ausbildung wenn ich persönlich nichts tauge? Du hast einen Beruf gelernt, du hast den Schritt gewagt dir auch eine andere Beschäftigung zu suchen. Wieso nicht nochmals wechseln wenn du das Gefühl hast, dass mehr in dir steckt? Wieso nicht auf die Chance für die Selbstständigkeit warten? Wo steht denn, dass man mit 40 nicht mehr selbstständig werden darf??? Mein Dad hat mit 40 die Firma gegründet in der ich nun arbeite, von null auf hundert innerhalb einer Woche da war er doch auch nicht zu alt dafür? Man ist so alt wie man sich fühlt und bei dir hatte ich nie das Gefühl, dass ich es mit einer 80jährigen mit verkorksten Ansichen zu tun habe! Nein

Was den KIWU anbelangt: es ist schade, dass eure KIWU euch nie die Hausaufgabe gegeben hat den Plan B zu besprechen. Alleine aber schon, dass du über EZS nachdenkst heißt ja wohl was. Du denkst über Alternativen nach. Du denkst nicht: na gut dann bleib ich kinderlos. Nein du denkst was geht noch und wie kann ich es richten, dass ich nicht kinderlos bleibe. In einer Doku meinte mal eine, die im 11. Versuch endlich ihr Wunschkind bekam, dass aufgeben schwieriger war als weitermachen. Das stimmt wohl, aufgeben ist wohl der schwierigste Schritt von allen. Ob EZS für euch in Betracht kommt weiß ich natürlich nicht, für uns sind Fremdsamen der Plan B. Ich weiß aber leider zu wenig über EZS um dir da Rat geben zu können. Ich hab mal mit dem GEdanken gespielt, selbst EZS zu machen aber in Ö ist das nicht erlaubt und wie das dann in Bratislava und Co gehen würde habe ich mich noch nicht erkundigt.

Liebe Aurifex! Bitte lass den Kopf nicht hängen, du bist weder zu alt noch zu unfähig um dein Leben lebenswert zu machen! Nach dem Ergebnis der TESE wollte ich die ersten Minuten auch einfach nur sterben aber wir sind trotzdem liebenswert. Ich bin nicht zu alt aber ich bin überall zu klein daher weiß ich wie es dir geht. Ich konnte nicht zur Polizei, zu klein. Ich konnte nicht Pilotin werden, zu klein. Ich konnte nicht Stewardess werden - zu klein. Das ist auch frustrierend! Aber ich weiß, dass ich in meinem jetzigen Beruf trotzdem meine Sache gut mache und meistens mag ich ihn auch zwinker. Manchmal wäre ich auch lieber 0-8-15 Fließbandarbeiterin oder irgendwo am Bau aber ich weiß auch, dass man jeden Beruf gut ausüben kann. Lass dich nicht hängen - es ist es nicht wert dich als unfähig anzusehen! Wenn ich könnte würde ich dich jetzt umarmen, ich sehe bald nichts mehr vor lauter Tränen in den Augen. Die Psychologenstunden werden wir wohl auch demnächst in Anspruch nehmen, schaden kanns nicht. Ich denke mal wenn man dann rausgeht mit dem Gedanken: der Psyhologe hat die Macke und nicht ich gehts einem doch gleich wieder besser!

Liebste Aurifex! Hol dir eine flasche guten Rotwein, Parmaschinken, Parmesan im Ganzen, Oliven und Melone und mach dir einen schönen ABend zu zweit mit deinem Mann. Das was beständig ist ist eure Liebe! Darin wirst du wieder die Kraft finden die momentan gehemmt ist!

Es tut mir leid, dass ich dir im Moment nicht weiterhelfen kann, wenn sich die Gelegenheit in Bratislava ergibt und ich mit dir Eizellen teilen kann dann hast du mein Wort, dass ich dies auch tun werde (vorausgesetzt du magst mein Spenderprofil) zwinker Dickköpfig würde das Kind wohl schon werden ...

SEI GANZ LIEB UMARMT und wenn ich irgendwas für dich tun kann und sei es nur zuhören melde dich bitte!

BRIGITTE


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  Re: Diesmal ist das Loch besonders tief
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   storitz
schrieb am 10.07.2007 15:59
meine liebe annette,

jetzt schreib ich dir mal nicht per PN, sondern versuche die gedanken gleich hier zu ordnen. deine postings heute morgen an mich klangen schon verdammt traurig, vor allem sprachen sie von ratlosigkeit.

ich glaube aber, dass jede, wirklich jede von uns, nach so vielen und schweren behandlungen an diesen punkt kommt, an dem du jetzt bist. ich hatte ihn schon mehrmals, bin ja auch gut im klagen. aber du sagst etwas ganz wichtiges, nämlich dass du einen ganz tollen mann hast, den du sehr liebst. glaub mir, das ist selten. ich muss mich da nur in meinem bekannten- und kollegenkreis umschauen, um mir immer wieder aufs neue zu sagen: was für ein glück hast du mit henning gehabt! und dieses glück hast du auch. das ist schon mal viel wert.

du hattest ja auch geschrieben, dass du ihm gedanklich immer schon etwas voraus bist und er ne weile braucht (hinsichtlich kiwu natürlich nur Achso!). mein mann hat auch erstmal mächtig geschluckt, als ich mit dem thema ezsp kam. ich selbst habe es noch vor einem halben jahr verteufelt, hatte bedenken in jeglicher hinsicht. aber man kann sich wirklich immer wieder neue grenzen setzen. nachdem ich umfassend recherchiert hatte und schon auf viele fragen antworten konnte, hab ich meinen mann in meine überlegungen eingeweiht, ihm von den vor- und nachteilen erzählt. wir haben drüber gesprochen und erstaunlicherweise hat er viel lockerer reagiert, als ich dachte. für ihn ist es keinerlei problem (wäre wohl eher eine samenspende). vielleicht können auch deine(eure) überlegungen in diese richtung gehen. es ist keine leichte entscheidung, aber der austausch mit frauen im ezsp-forum hat mir sehr geholfen.
adoptieren wollen wir nicht, das haben wir auch beschlossen. sollte die ezsp nicht klappen, werden wir ohne kind leben.

manchmal hab ich mir gewünscht, dass mir mein doc glasklar ins gesicht sagt: sie haben keine chance mehr, hören sie auf! aber das macht er natürlich nicht, er sagt selbst, dass es ein glücksspiel ist, nur, dass eben die wahrscheinlichkeit in unserem alter rapide abnimmt.

so schlecht wie du dich gerade fühlst, macht es nicht viel sinn,noch eine behandlung sofort hinterher zu schieben. doch du siehst auch an mir: selbst vier monate pause, akupunktur und ein absolutes wohlsein haben nichts gebracht. allerdings hab ich genau diese herbe niederlage gebraucht, um weitere entscheidungen zu treffen.

wie wäre es, wenn du noch einen versuch ins auge fasst, dir aber schon vorher einen plan b bastelst, damit du dann nicht ins endlose rutscht.

ich weiß, es klingt jetzt komisch, aber wir haben z.b. auch mal aufgeschrieben, was wir alles für vorteile ohne kinder haben und wie wir unser weiteres leben ohne kind gestalten können. da kam erstaunlicherweise auch ne menge raus, und wir waren froh mal wieder zu erkennen, dass wir uns nicht über ein kind definieren, sondern auch ein inhaltsreiches leben ohne kind leben könnten.

wir haben uns auch vorgenommen - trotz geplanter ezsp - endlich wieder ein leben zu führen, in dem die kiwu-behandlungen nicht mehr im vordergrund stehen und alles danach geplant wird. z.b. geht henning jetzt wahrscheinlich ab august für ein jahr nach singapur. passt eigentlich überhaupt nicht, weil wir ja ende september nach brno müssen und ende oktober kirchlich heiraten, aber egal. wir schaffen das alles. ich will endlich mal loslassen können von dem druck, unter den ich mich jahrelang gesetzt hab. dann düs ich eben ab und zu nach singapur. wird spannend. aber wieder alle pläne und lebensfreude vernichten, weil der nächste versuch ansteht - nie wieder!

und wegen des jobs - frag dich, was dir liegt, schau dich um. auch wenn man bei der entwicklungshilfe ne altersgrenze setzt - die sehen das sicher nicht so eng. und noch bist du ja keine 40 zwinker oder frag mal bei hilfsorganisationen an. ich bin z.b. ein großer fan von plan international. da kann man auch ehrenamtlich toll mitarbeiten . versuch deine interessen rauszukitzeln und vielleicht einfach mal was zu unternehmen, was du sonst wegen der ganzen behandlungen nicht getan hast! gönn dir was gutes, versuch kraft zu schöpfen. ich bin im märz nach meinem 5. negativ zu einer chinesin gegangen, um mich der tcm hinzugeben. das tut mir verdammt gut, mach ich jetzt immer noch weiter. da ist auch kein zeitdruck wie bei normalen ärzten. es dauert immer etwa ne stunde. anfangs macht sie ne diagnose, redet mit mir, hört zu, dann akupunktur. das empfinde ich besser als jede psychologen-sitzung.

es tut mir so leid, dich so traurig zu "sehen", denn ich weiß selber, wie mir noch vor ner woche zumute war. ohne das ziel einer ezsp vor augen würde es mir sicher schlechter gehen, aber so mach ich an dem punkt einen strich und fang neu an.

ich drück dich ganz fest knuddel und bin für dich da

liebe grüße,

steffi


  Re: Diesmal ist das Loch besonders tief
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   wolke76
schrieb am 10.07.2007 18:18
Liebe Annette,

ich weiß nicht, WIE ich dich trösten kann. Ich würde es so gern tun!

Ich hab "erst" 2 Jahre KIWU-Zeit hinter mir, aber ich kann deine Gefühle sehr gut verstehen. Ich hänge zur Zeit auch in einem tiefen Loch und weiß nicht, ob/wie ich wieder herauskomme. Letzte Woche hatte ich eine Fehlgeburt und kann es noch immer nicht fassen. Ich mache mir Vorwürfe, es sei alles meine Schuld - da kann man mir 1000 mal sagen, das ich nichts falsch gemacht habe. Manchmal denke ich auch, es wäre besser, wenn sie mich in der Narkose gelassen hätten...

Ich denke nun darüber nach, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bisher hab ich mich immer dagegen gesträubt und weiß auch noch nicht, ob ich es wirklich mache. Aber allein bzw. nur durch die Gespräche mit meinem Mann werde ich es wohl nicht schaffen. VIelleicht solltest du es auch tun. Einen Versuch ist es wert! Ganz bestimmt!

Ich wünsche dir alles Liebe, ganz viel Kraft für die nächste Zeit! Wenn du magst, kannst mir auch ne PN schreiben. Vielleicht können wir uns gegenseitig aus dem Tief heraushelfen, hm?

Wolke


  Re: Diesmal ist das Loch besonders tief
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   *Jane*
schrieb am 10.07.2007 20:33
Liebe Annette,

ich nehm dich erst mal in den Arm und drück dich ganz fest.

Ich glaube, eins der Probleme ist, dass vor allem uns Frauen heutzutage immer vermittelt wird, mit 40 beginne das Alter und wenn bis dahin nicht alles geregelt sei im Leben mit Familie und Job, dann wird das nichts mehr. In meinen Augen ist das Unsinn, nicht zuletzt weil ich das Gegenteil oft erlebt habe. Ich bin in der DDR geboren und habe in der Wendezeit miterlebt, wie Menschen allen Alters aus ihrem bisherigen Leben herausgerissen wurden. Viele von ihnen mussten sich etwas Neues aufbauen und sie haben es auch geschafft.

Ich kenne dich nicht persönlich, aber nach allem, was ich gelesen habe, denke ich, dass du eine starke Frau bist. In tiefe Löcher zu fallen und manchmal nicht weiter zu wissen, kann auch starken Frauen passieren. Ich finde Charlys Vorschlag, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, ganz gut. In solchen Gesprächen kann man gut für sich selbst herausfinden, was einem wichtig ist und gut tut. Setz dich nicht unter Druck - das geht nicht von heute auf morgen, sondern es sind viele kleine Schritte.

In manchen Städten gibt es übrigens mittlerweile Vermittlungen für ehrenamtliche Tätigkeiten, z. B. mit Kindern, aber auch mit alten Leuten oder im Kulturbereich. Vielleicht probierst du einfach mal aus, ob das eine gute Ergänzung zu deinem nicht sehr erfüllenden Job wäre.

Du schreibst, dass du für den Himmel nicht gut genug und für die Hölle nicht interessant genug bist. Dann bleib doch hier auf der Erde. Wie du an den Postings sehen kannst, gibt es hier Menschen, die dich interessant finden und die möchten, dass es dir besser geht. Auch wenn sie dich zum Teil nur aus dem kennen, was du geschrieben hast. In deinem Umfeld gibt es diese Menschen bestimmt auch.

Ich hoffe, auch weiterhin von dir zu lesen.

Liebe Grüße
Jane


  Re: Diesmal ist das Loch besonders tief
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   Daniela-Thea
schrieb am 12.07.2007 09:51
Liebe Annette,

wenn wir manchmal schon vorher wüssten, was es in unserem Leben so alles zu meistern gilt, würde jeder von uns denken, dass wir dazu nicht stark genug sind. Oder keine Kraft dazu haben. Als ich meinen großen Kinderwunsch-Zusammenbruch hatte. Sprich: Als mir nach vier ICIS und unzähligen Kryos klar war, dass der Traum vom gemeinsamen Kind mit meinem Mann nun vorbei ist - da habe ich mich nur von einem Atemzug zum nächsten gerettet. Das war alles, was ich noch tun konnte. Atmen. Und mit jedem Atemzug war klar, dass ich das irgendwie überleben werde. Auf eine Art geht es darum im Leben. Um das JETZT. JETZT im Moment hast Du die Kraft zu Leben. JETZT im Moment ist dein Leben wie es ist. Nicht unbingt so wie Du dir es vorgestellt hast, aber auf jeden Fall noch lebenswert.
Vertraue auf dieses Jetzt. Ich weiß, das ist nicht leicht. In meinem Leben sind Dinge geschehen, bei denen ich nicht dachte, das ich das überleben werde. Aber ich habe überlebt. Die Kraft hat immer gereicht. Und mittlerweile vertraue ich darauf, dass, was immer auch geschieht, es immer nur soviel ist, dass die Kraft noch reicht. Auch wenn es sich manchmal nicht so anfüllt.

Vertraue auf dich und deine Stärke. Du hast genug davon, sonst hättest du es gar nicht bis hierher geschafft. Ich wünsche dir, dass Du deinem Leben einen Sinn geben kannst, der es für dich lebenswert macht.

Und ganz nebenbei: Um in den Himmel zu kommen, muss man nicht gut sein....

Liebe Grüße

Daniela


  Re: Diesmal ist das Loch besonders tief
avatar    suppenhuhn66
Status:
schrieb am 16.07.2007 06:10
liebe annette!knuddel

ach, du arme maustraurig
lass dich mal ganz fest und innig umarmenknuddel und

dein letztes negativ ist ja nun noch nicht so lange her und ich denke du solltest mal
ausgiebig trauern um wieder kraft für neue wege (eventuell doch EZSP) sammeln
zu können!streichel

ich kann deine gedanken und gefühle sehr gut nachvollziehen, teilweise könnte ich
dieses posting geschrieben haben....
du weißt, ich unterstütze dich gerne zum thema EZSP, bin immer für dich da!
ganz fettes bussiBussi
liebe grüße




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