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  meine geschichte (lang)
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   Mondschatten
schrieb am 20.12.2006 18:34
Hallo, Ihr Lieben!

Ich muss mal meine Geschichte aufschreiben und mich ausheulen. Zur Zeit geht es mir einfach nicht sehr gut. Muss allerdings was ausholen.

Ich hab immer sehr konservative Eltern gehabt, die mich sehr gut überwacht haben. Ich war immer dick und habe mich immer häßlich gefühlt. Ich hatte immer nur sehr wenige Freunde. Als ich 12 war, wurde das erste Mal eine Depression diagnostiziert. Ich war anders als die anderen. Unglücklich. Apathisch, traurig, depressiv. Anders eben, und ich habe mich wertloser gefühlt. Mit fünfzehn habe ich zweimal versucht, mich umzubringen, danach habe ich meine Erfahrungen mit Klebstoffen gemacht. Ich hab mein Existieren einfach nicht ausgehalten. Mit 18 habe ich plötzlich Angst gehabt zu sterben. Ich hatte immer nur Herzrasen und Übelkeit und hab dann in der Scheune von Bekannten über ein paar Tage allein und trocken entzogen. War ganz schön anstrengend. Anschließend habe ich eine ziemlich schlechte Psychotherapie gemacht, eine miese Psychologin, und die Therapie mindestens 5 Jahre zu spät. Nun ja, danach wollte ich zumindest nicht mehr sterben und auch keine Drogen.
Ich hab (wie auch immer) mein Abitur gemacht und habe angefangen Medizin zu studieren. Und ich bin ausgezogen, zwar nur 75 km weiter, aber ich war weg. Ich war frei! Juchu!
Und ich hab mich verliebt. Er war toll, nett, attraktiv, er hat sich nicht über mich lustig gemacht, obwohl ich immer noch dicklich war. Auch nicht darüber, dass er mein erster Freund war, obwohl ich schon 19 war. Alles war toll, bis zu dem Mittwoch im Oktober. Da kam er mit seinem Freund und ein paar Dosen Bier vorbei, ich war eigentlich schon im Bett, hab mir aber eine Jogginhose über das Nachthemd gezogen und die Tür aufgemacht. Wir haben gelacht und getrunken, und eigentlich war es schön, bis die angefangen haben, an mir herumzufummeln, und ich gemerkt habe, dass es mir nicht gefällt, so mit ihm und seinem Freund, aber es hat nichts genutzt, es ihnen zu sagen. Die beiden haben mich fast erwürgt und ordentlich verprügelt, während sie mich gefickt haben und mir immer wieder gesagt haben, dass ich das verdient und ja auch so gewollt habe. Irgendwann habe ich gekotzt und mehrere Stunden in meinem Erbrochenen gelegen, während die mit mir gemacht haben, was sie wollten. Ich weiss nicht warum, aber die haben mich leben lassen. Ich hab noch Jahre später den Geruch von Erbrochenem, Schweiss und Sperma in der Nase.
Ich hab nicht verstanden, was passiert ist, aber ich habe mich gefühlt wie eine Schlampe, ein Fickstück, zur allgemeinen Benutzung freigegeben. Also hab ich mich benutzen lassen, von dem, der eben wollte.
Dann hab ich David kennengelernt, mit dem war ich immerhin 11 Monate zusammen. Da habe ich micht sicher und gut aufgehoben gefühlt. Die Beziehung endete, als ich schwanger war. Als ich 21 war, wurde Nico geboren. Nico ist ein wunderbares Kind, sehr lieb, sehr ruhig. Eine große Freude.
Danach kam allerdings auch die große finanzielle Katastrophe. Meine Eltern haben mich nicht unterstützt, da ihnen mein Lebenswandel nicht ins Weltbild passte, ich habe (wie auch immer ich das hingekriegt habe) studiert, ich hatte ein Baby und kein Geld. Und kaum Freunde. Ich hab mir übers Internet Männer gesucht, die mir das ein oder andere bezahlen, wenn ich nett zu ihnen bin. Das hat so lange gut geklappt, bis sich jemand zu meinem "Manager" gemacht hat. Er hat mich halt dorthin befördert, wo jemand ihn dafür bezahlt hat, dass er mich zur Verfügung gestellt hat. Ich weiss nicht, wo das Kick liegt, jemanden zur Bewußtlosigkeit zu prügeln oder blutende Wunden zu verursachen, während man miteinander vögelt. Ich hab so wahnsinnig viele Schmerzen gehabt, und das schlimmste war, dass es mir richtig vorkam, dass ich das Gefühl hatte, ich bin so, und dann hab ich das auch genau so verdient.
Das ging zwei Jahre so. In der Zeit habe ich 40 kg zugenommen und angefangen, mir die Arme zu zerstechen, weil ich mich nur noch spüren konnte, wenn Blut fliest. Und dann stand ich auf der Brücke, mit meinem Kleinen im Arm, und konnte mich nicht entscheiden, ob ich mit oder ohne Kind in den Rhein springe. Ich konnte ihn nicht zurücklassen in dieser Welt. Aber ich konnte ihn doch auch nicht töten.
Ich bin einfach nicht mehr hingegangen und schwerst depressiv gewesen. Ich hab oft einfach auf dem Boden gesessen und die Wand angestarrt, und er hat mich geschlagen, und ich hab geheult, und irgendwann war es vorbei. Er kam nicht mehr, und hat keine Sachen mehr von mir verlangt. Am Anfang war es paradoxerweise schwer, wie eine Droge, und wesentlich härter als die Sache mit dem Klebstoff. In der Zeit habe ich meinen Mann kennengelernt. Er hat mich nie verurteilt. Wir haben viel gesprochen, über Wert und Schuld. Ich hab mich immer schuldig gefühlt, weil ich halt so bin, dass irgendwas an mir dran ist, dass das gerechtfertigt.
Ich hab eine Therapie (diesmal bei einem sehr guten Therapeuten) gemacht. Zwei Jahre später hab ich mein Studium erfolgreich beendet, und mein Mann und ich haben geheiratet. Ich habe direkt eine Stelle gefunden, mein Mann hat erst eine Weile unter Arbeitslosigkeit gelitten. Später habe ich noch eine Therapie gemacht, zu viele Dämonen, die mich verfolgen.
Wir sind jetzt 3 Jahre verheiratet, Nico ist jetzt 8. Seit 2 Jahren versuchen wir, ein weiteres Kind zu bekommen. Im Oktober dann die Fehlgeburt.
Irgendwann kann ich einfach nicht mehr.


  Re: meine geschichte (lang)
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   Sassi 25
Status:
schrieb am 20.12.2006 19:13
Hallo,

ich bin sprachlos!!!
Man du hast ja ganz schön was durchgemacht das ist ja wie ein schlechter Film.

Es tut mir leid das du dein baby verloren hast ich wünsche Dir alles Gute und ganz viel Kraft.

Schön das dein Mann für Dich da ist .

LG Sassi


  Re: meine geschichte (lang)
avatar    zuckerschnecke-toya
schrieb am 20.12.2006 19:44
hallo,
ich weis snicht was ich schreiben soll . fühle dich einfach nur streichel
ich wünsche dir viel kraft udn hoffe dass ihr drei es zusammen schafft
alles gute und lg toya


  Re: meine geschichte (lang)
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   Mondschatten
schrieb am 20.12.2006 22:05
Naja, je älter ich werde, desto besser wird mein Leben. Das mit meinem Mann ist im Moment schwierig. Er leidet sehr unter der Fehlgeburt (es wäre ja sein erstes "eigenes" Kind), und wir leiden irgendwie anders. Jedenfalls keifen wir uns oft an und schlafen auch nicht mehr miteinander, irgendwie ist es so nebeneinander-her. Aber ich denke, es wird sich wieder geben, wenn wir alles irgendwie ein bisschen mehr verdaut haben.

LG
Andrea


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  Re: meine geschichte (lang)
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   Petra72Z
schrieb am 20.12.2006 22:25
Liebe Mondschatten,

das ist wirklich alles furchtbar, was du erlebt hast.

Ich finde es aber so toll, dass du jetzt so voller Hoffnung deine Zukunft planst! Ich bin mir sicher, du wirst alles schaffen, du bist so eine starke Persönlichkeit. und wünsche dir von jetzt ab nur noch schöne Tage! Sieh nicht zurück, schau nur nach vorne - es kann nur besser werden.

ich drücke euch die Daumen, dass es bald wieder klappt mit eurem Wunschkind!


  Re: meine geschichte (lang)
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   Viktoria1
schrieb am 20.12.2006 23:11
Hallo Mondschatten,

Fehlgeburten sind schlimm. Ich habe unter meiner auch lange gelitten.
Aber du hast den Vorteil, dass du noch jung bist...
Viele Frauen haben irgendwann eine Fehlgeburt.

Du bist eine starke Frau, dass du trotz dem ganzen Scheiß dein Studium beendet hast!!
Du wirst deine Dämonen schon noch los. Das dauert seine Zeit......


  Re: meine geschichte (lang)
avatar    tuerki77
Status:
schrieb am 21.12.2006 13:39
Hallo Mondschatten,

weiß gar nicht recht was ich sagen soll....
Es tut mir sehr leid, das du dein Kind verloren hast.
Ich wollte dich auf den 24.12. um 21: 00 Uhr hinweisen. Wir werden alle an uns denken und uns Kraft für die kommende Zeit schicken. Mach doch mit, bei deiner Geschichte hast du ganz viel von der kollektiven Gedankenkraft abzustauben... Ich wünsch es dir.
LG,Alex


  Re: meine geschichte (lang)
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   herzenswunsch
schrieb am 07.01.2007 18:29
Hallo, deine Geschichte ist sehr traurig. Es ist schön, daß du nach vorne blickst! Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft!
LG herzenswunsch




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