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  Zwischenmenschliche Beziehungen *laaaang*
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   bangfrog
schrieb am 30.04.2006 20:12
Huhu Ihrs!

Wahrscheinlich ist mein Problem hier unter diesen vielen Threads eher ein lapidares Problem, aber im Moment ist es doch neben meinen anderen Problemen schon wichtig für mich.

Es geht darum, dass ich seit vielen Jahren keine Freunde habe. Also es ist schwer zu erklären, aber wir sitzen eigentlich jeden Abend zuhause rum und schauen fern, hängen vorm Pc oder sitzen bei meiner Schwester.
Mein Männe hat so nen richtigen Kumpel auch nicht, aber er versteht sich sehr gut mit seinen Arbeitskollegen und könnte auch was mit denen unternehmen, was er aber nicht macht, weil ich dann alleine daheim wäre. Er tut das von sich aus nicht, obwohl ich ihn dazu ermuntere mit denen was zu unternehmen.

Ich hatte damals eine Freundin, die mir den ersten Freund ausspannte. Die zweite Freundin war eifersüchtig auf einen Kumpel von mir, in den sie verliebt war, der sie aber widerrum nicht wollte. Die dritte Freundin hat sich nach ein paar Jahren verabschiedet, weil ihr Mann ihr den Umgang mit mir verbot. Er verbietet ihr alles, was ausserhalb des Hauses passiert, liegt also nicht direkt an mir. Er schlägt sie auch.

Nun habe ich natürlich immer wieder zwischendurch Bekanntschaften gehabt, mit denen ich auch immer wieder mal engeren Kontakt hatte (Kneipentour, Kino, Kaffeklatsch, etc.), aber letztendlich konnte ich nie sehr viel mit ihnen anfangen. Sie waren sehr auf Äusserlichkeiten bedacht, kauften jede Young Miss usw., den neuesten Lipstick und brauchten den letzten Modeschrei.
Das ist nicht meine Welt. Ich bin vielleicht zu bodenständig, aber ich habs in meinem Leben nicht leicht gehabt, meine Schwester hat mich quasi erzogen und ist auch heute mein erster Ansprechpartner, wenn was ist. Zu meiner Mutter habe ich sporadischen Kontakt, weil wir uns nicht gut verstehen. Zu Männes Familie gar keinen Kontakt, weil sie mich nicht mögen (ich sia aber auch nicht). Mein Vater wohnt im Ausland - auch wenig Kontakt.
Eine Bekanntschaft habe ich abgebrochen, weil sie ihr ungeborenes Kind durch übermäßigen Alk und Drogen Genuss umbrachte und eine Totgeburt kurz vom ET erlitt, die sie selber durchmachte ohne ärztl. Hilfe und anschließend vertuschte.

Ich weiß niciht, was mein Problem ist, aber ich kann einfach keine Freundschaft schließen. Sobald ich merke, dass jemand Probleme hat, egal welcher Art und ich denke, ich könnte da mit hineingezogen werden, blocke ich ab. Ich will halt nicht noch die Probs von anderen wälzen, wo ich doch selber welche habe. Ich mag mich einfach nicht öffnen. Ich habe mich durch viel Verletzungen von Mitmenschen recht eingeigelt und mir fällt es wirklich schwer mich zu öffnen. Leider passiert es aber auch immer, dass ich welche kennenlerne, die dann massive Probs haben a la Alkohol, Drogen, Missbrauch usw. Manchmal glaube ich, ich hab ein Schild auf der Stirn, dass solche "Problemfälle" herbeizitiert.

Ein weiterer Faktor ist, dass ich immer denke, ich würde den anderen nicht genügen, hätte keine schöne Wohnung.
Tja, und dann habe ich eigentlich für mich so das Gfeühl, dass mir Freundschaften lästig sind, weil man ja doch eine Art Arbeit eingeht - man muss den Kontakt ja pflegen.

Aber ganz im Widerspruch steht halt, dass ich gerne eine Freundin hätte, die irgendwo um die Ecke wohnt, mit der ich nen Kaffeklatsch halten kann, mal einen Trinken gehen kann, die nicht immer jedes Wochenende auf Piste sein muss, usw. Vor allem finde ich das auch wichtig, weil wir doch ein Kind möchten und da sind Freundschaften usw. (ein soziales Netzwerk) ja wichtig.


Hm, dass ist sehr viel, nicht? Und wahrscheinlich im Gegensatz zu den anderen Problemen von euch eher unwichtig. Aber ich musste mir das mal von der Seele schreiben.

Nun ja, ansonsten bin ich aber ganz normal *lach* und hab die üblichen Probs wie andere auch.




  Re: Zwischenmenschliche Beziehungen *laaaang*
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   Blüte
schrieb am 01.05.2006 14:44
Liebe Bangfrog,

eines erst einmal vorneweg: Kein Problem ist klein oder unwichtig. In dem Moment, in dem es dich belastet, ist es ein Problem, an dessen Lösung gearbeitet werden sollte.

Dein Problem ist schon recht kompliziert.... einerseits möchtest du Freunde, andererseits sind zwischenmenschliche Beziehungen zu anstrengend, einerseits willst du jemandem vertrauen, andererseits willst du dich nicht öffnen...

Du weißt und merkst es ja selbst, das geht nicht!

Wer einen vertrauten Zuhörer haben will, muss erst Vertrauen schenken, d.h. sich öffnen. Es ist ein ganz wichtiges Merkmal von Freundschaften, dass wir immer auch etwas von uns geben müssen: Zeit, Geduld, Vertrauen, um genau das auch zu empfangen. Gute Freundschaften zeichnen sich ja gerade dadurch aus, dass dieses Geben und Nehmen auf Gegenseitigkeit beruht, keiner den anderen ausnützt, man gerne gibt und die Geschenke des anderen, ich meine Zeit, Vertrauen, Liebe, auch annehmen kann.

Du schilderst, dass du immer wieder an "oberflächliche" Menschen gerätst bzw. an solche mit massiven Problemen. Es steht sicher nicht auf deiner Stirn geschrieben, aber es ist schon so, dass wir durch unser Verhalten bestimmte Menschen ansprechen und andere nicht.
So ganz entbehrt der Spruch unserer "Ahnen": "Sage mir, mit dem du umgehst und ich sage dir, wer du bist," nicht seiner Grundlage.

Vielleicht beobachtest du dich selbst einmal und denkst darüber nach, warum du z.B. immer "oberflächliche" Menschen anziehst? (Abgesehen davon, dass jeder Mensch auch "leichtere Seiten" hat, viele Frauen können sich über Kleidung, Schminke usw. stundenlang unterhalten, ohne dabei "oberflächlich" zu sein, es ist eben ein Thema von vielen).
Könnte es sein, dass du dich von solchen Menschen "guten Gewissens" wieder abwenden kannst, weil sie "oberflächlich" sind und du somit eine "Ausrede" hast, dich auf keine tiefere Bindung einlassen "zu müssen". Das ist der eine Gedanke, den ich dazu hatte.
Der andere ist: Du schreibst, dass du Angst hast, dass andere denken, du hättest keine schöne Wohnung, würdest ihnen nicht genügen.... Haben "Oberflächlichkeiten" vielleicht doch eine Bedeutung für dich?

Freundschaften entstehen über einen längeren Zeitraum. Menschen sind erst fremd, dann lernt man sie kennen, sie werden zu Bekannten, zu guten Bekannten und manche auch zu Freunden. Freundschaften sind nichts, was man erzwingen kann und auch nichts, was einem zufliegt. Man braucht Geduld (mit sich und anderen) und einen kleinen Vertrauensvorschuss.

Ich möchte dich ermuntern, einen neuen Anfang zu wagen, neue Menschen kennenzulernen. Am einfachsten, vor allem, wenn man erst wieder lernen muss, sich auf Menschen einzulassen, ist es in einem "organisiertem" Rahmen, in einem Kochkurs, in einem Volkshochschulkurs. Diese Veranstaltungen haben viele Vorteile: Sie sind zeitlich begrenzt, alle Teilnehmer verbindet ein Thema, es gibt einen Termin, zu dem du aus dem Haus musst, aber trotzdem bist du nicht überfordert. Man kann sein Leben nicht von heute auf morgen umkrempeln, muss man auch nicht. Vielleicht findest du dort Menschen, mit denen du einen netten Abend hast, das wäre doch schon mal ein erster Erfolg.

Überleg dir kleine Schritte, wie du wieder lernst auf die Menschen zuzugehen, mit deinem Mann und alleine, überfordere dich nicht und trau dich auch nach Rückschlägen den nächsten Schritt zu machen.

Ich wünsche dir viel Erfolg,

Blüte


  Re: Zwischenmenschliche Beziehungen *laaaang*
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   Daniela-Thea
schrieb am 02.05.2006 11:40
Liebe Bangfrog,

Blüte hat schon das meiste gesagt, aber mir ist eines noch wichtig: Gerade wenn wir anfangen uns um die Probleme der anderen zu kümmern, dann sind eben unsere Probleme nicht mehr der Mittelpunkt unseres Lebens, und glaube mir: Nichts ist erleichtender als das.....

Wann immer ich in einem Tief hänge, ist das einzige, was mich herausbringt, dass eine Klientin oder Freundin anruft mit einem Problem, um das ich mich kümmern kann - und schwups ist der eigene Mief nicht mehr ganz so wichtig, das Selbstmitleid nicht mehr ganz so groß und die Sonne scheint wieder....

Also ich wünsche dir von Herzen, dass Du einen Menschen findest, um den Du dich als Freundin kümmern kannst...

Liebe Grüße
Daniela




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