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  Wieviel Unterstüzung steht der Familie zu?
avatar    *Charly
Status:
schrieb am 29.04.2006 15:13
Hallo!

Ganz vorweg: Ich wüßte gerne, mit wie viel und wie lange Ihr Eure Familie (Eltern udn Geschwister) unterstüzen würdet. Wozu ist man verpfichtet?

Ich hatte gerade ein erwartetes aber doch unangenehmes Gespräch mit meinem Bruder. Er studiert, seit nunmehr über 10 Jahren und kommt nicht zu Potte. Nun geht unsere Mutter in Rente und kann ihm schlicht die bisher knurrend aber zuverlässig gezahlte Unterstüzung nicht mehr zahlen. Ich habe schon länger gesagt, sie solle ihn endlich sein Leben regeln lassen und dazu gehört eben auch die Erfahrung, dass man seinen Unterhalt bitte sehr finanziert.

Im Dezember standt zum wiederholten Male eine klausur an. Ich habe gedrängelt er solle sich endlich Nachhilfe besorgen, ich würde die bezahlen. Er ist nämlich schon mehrfach durch die Klausur gefallen. Vier Wochen vorher hat er sich gekümmert und ist wieder durchgefallen. Erst hieß es, nun könne er das Studium nicht mehr beendigen, aber er hat Wege gefunden. Ich habe damals lange mit ihm geredet, ihm angeboten, er könne zu uns ziehen um die Geldsorgen aus der Welt zu schaffen, allerdings würde ich nicht in etwas investieren, was seit gut zehn Jahren nicht klappt. Ich sehe nicht, dass diese Lebensführung im elften Jahr zum Erfolg führt.

Nun hat mein Bruder diverse Allergien, unter anderem gegen Katzen und seit neuestem auch gegen Hunde. Wir habe nbeides, wohnen auf dem Land, so dass sein Heuschnupfen gleich mit blüht... Angeblich gibt es keine vernünftigen Tabletten. Er wehrt sich eh gegen Tabletteneinnahme. Ich finde, ein Jahr im Tausch gegen den Rerst seiner Lebenplanung ist zumutbar.

Tja, nun rief er eben an und fragte, ob ich ihm monatlich 300€ geben könne zum Lebensunterhalt. Auf meine Frage, was er denn tun würde, sagt er, er hoffe auf Arbeit. Hier einziehen will er nicht.

Ich habe abgelehnt und das Gespräch war sehr schnell beendet.

Nun hab ich irgendwie ein schlechtes Gewissen und bin aber auch verärgert. Seit ich arbeite jammert mir meine Mutter ständig vor, wie wenig Geld sie hat, mein Burder hält die Hand auf. Der einzige, der mich nie wegen geld anspricht, ist mein Vater. Der jobbt mit seinen 70 Jahren im Baumarkt. Ich habe zu Studienzeiten das Kindergeld bekommen, ansonsten habe ich mich selber finanziert, bin putzen gegangen. Jetzt verdiene ich wohl in der Familie am meisten und ich weiß, dass meine Mutter neben stolz auch neidisch ist. Verständlich - mein Einstiegsgehalt ist höher als ihr Gehalt nach 30 Jahren.

Wie viel Unterstüzung findet Ihr gerechtfertigt? Ist denn die Arbeitsmartklage so schlecht, dass es gar keine Jobs mehr gibt? Muß denn ich meinem Bruder die Würmer aus der Nase ziehen? Ich hätte wenigstens mal einen Plan dazu erwartet, wie lange das denn realistisch dauern soll und was er beiträgt. Oder soll ich zumindest teilweise zahlen? Und wie viel würdet Ihr Euren Eltern zukommen lassen?

Gruß,
Charly




  Re: Wieviel Unterstüzung steht der Familie zu?
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   Pauline73
schrieb am 29.04.2006 16:44
hallo charly,

ganz klar: dem bruder würde ich nichts zukommen lassen. er sollte sich schämen, dass euer vater mit 70 im baumarkt jobbt und junior hält die hand auf.

ich weiß zwar, dass studentenjobs heute viel rarer und viel schlechter bezahlt sind als noch vor 10 jahren, aber dein bruder hat ja nun auch schon ein paar jährchen zeit gehabt, die sache durchzuziehen. ich teile eine pauschale "langzeitstudis sind faule säcke"-schelte nicht, aber bei 10 jahren sollte man irgendeinen guten grund nennen können, warum man bisher nicht zu potte gekommen ist. hat er nebenbei ein kind aufgezogen, sich politisch engagiert und viele praktika gemacht? dann würde ich auch hinsichtlich finanzieller zuwendungen etwas großzügiger sein, aber deine schilderung klingt nicht danach.

meinen eltern würde ich persönlich gerne geld zukommen lassen. sie haben ein leben lang verzichtet, damit es uns kindern an nichts fehlt. aber sie definieren sich noch heute stark darüber, uns bzw. nun dem enkelkind geld zustecken zu können. das ist original die wohlstands-definition meiner mutter: "uns geht es gut, wir können die kinder unterstützen." ich möchte sie nun auch nicht in ihrem stolz verletzen. deshalb versuchen wir diese falsche umverteilung wettzumachen, indem wir sie z.b. in urlaub einladen oder zu geburtstag und weihnachten "versteckt" großzügig zu schenken (dinge von hoher qualität, von denen sie aber nicht wissen, wie teuer sie sind).

gruß
pauline




  Re: Wieviel Unterstüzung steht der Familie zu?
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   Blüte
schrieb am 29.04.2006 17:24
Huhu Charly,

naja, "zustehen" ist so eine Sache.... Wenn die Eltern bzw. die Familienmitglieder ihren Lebensunterhalt nicht mehr selbst bestreiten können, dann ist Verwandte ersten Grades gesetzlich verpflichtet sich zu einem gewissen Teil am Unterhalt zu beteiligen. Dazu gibt es Gerichtsurteile, aber danach hast du ja eigentlich nicht gefragt....

Wieviel man gibt hängt doch ganz entscheidend von zwei Faktoren ab:

Wieviel Geld KANNST du geben?
Wieviel Geld WILLST du geben?

Die Zahlungen sollen dich nicht in den Ruin reißen, das ist meiner Ansicht nach mal der erste zentrale Punkt.
Der zweite Punkte ist wofür und warum sollst du zahlen, sprich: willst du das überhaupt?

Um mal von der Theorie weg zu kommen: Bei uns in der Familie wird für Eltern und Schwiegereltern gerade über Seniorenresidenzen gesprochen. Noch sind alle fit (Gott sei Dank), aber es stellt sich doch die Frage, wie es demnächst sein wird. Gute, komfortable Residenzen sind super, aber auch gigantisch teuer und obwohl beide Elternpaare nicht arm sind und ein Haus haben, machen sie sich Gedanken, ob die Rente für so ein Projekt reicht. Hier werden wir einspringen, ganz garantiert, falls ein Zuschuss gebraucht wird, auch wenn die Eltern sich das so gar nicht vorstellen können und wollen... Unsere Eltern haben uns immer unterstützt, immer alles für uns getan, nicht nur materiell, da ist es für uns nicht nur selbstverständlich, sondern eine Herzensangelegenheit, dass sie es im Alter gut haben. Dass wir einspringen KÖNNEN, liegt ja unter anderem daran, dass wir mit unserem Beruf genug Geld verdienen, nicht zuletzt auch durch Hilfe der Eltern...

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich finde, dass Eltern normalerweise im Rahmen des Möglichen durchaus eine Unterstützung durch die Kinder "zusteht". Auch da gibt es sicher Ausnahmen.

Bei Geschwistern mit "Nehmerhaltung" wäre ich da eher weniger großzügig. Du hast dich selbst finanziert, gibt es triftige Gründe, warum das nicht auch für ihn gilt? Ich habe viele Studenten kennengelernt, die aufgrund besonderer Lebenssituationen länger studiert haben (Kinder, Krankheit, Pflege von Angehörigen usw.), wenn das auf ihn zutrifft und er das Geld nimmt, um studientechnisch den Turbo anzuschalten, warum nicht? Zum "Turbo" gehört aber auch ein Studienplan und ein anvisiertes Examensdatum. Reines Trödeln würde ich nicht so gerne finanziell unterstützen.
Er ist jung und gesund, soweit ich das sehe, wenn er das Geld haben möchte, muss er eine Gegenleistung in Form von angestrengtem Studieren erbringen. Wenn er nicht angestrengt studieren möchte, hat er auch genug Zeit, jobben zu gehen.

Für mich hört sich deine Haltung vernünftig an, im Zweifelfall gibst du die 300 € lieber deinen Eltern.

Viele Grüße,

Blüte


  Re: Wieviel Unterstüzung steht der Familie zu?
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   henriette
schrieb am 29.04.2006 18:00
hallo,

kann mcih bluete voll und ganz anschliessen.
und noch ein gedanke: wenn du deinem bruder wirklich helfen willst, gib ihm nichts. 10 jahre studium ist persoenlicher luxus, den man sich goennen kann, wenn man ihn selbst finanzieren kann. der "junge", muesste doch auch auf die dreissig zugehen... wird nie lernen, auf eigenen fuessen zu stehen, wenn er nicht endlich dazu gezwungen wird.

beste gruesse und lass dich nicht erpressen

h.


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  Re: Wieviel Unterstüzung steht der Familie zu?
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   Alina1977
schrieb am 30.04.2006 08:22
Meine ehrliche Meinung? Ganz klar ablehnen. Mir sieht es so aus als ob dein Herr Bruder seinen Beruf schon gewählt hat, nämlich "Sohn". Ich finde es eine Frechheit sich jetz,nach dem er kein Geld mehr von deiner Mutter erwarten kann dich anzupumpen. Ich denke,er sollte wirklich endlich lernen, sein Geld selber zu verdienen und sich einen Minijob suchen.

Ich weiß gar nicht so richtig was ich sagen soll,außer dass es richtig von dir war ihm die finanzielle Hilfe abzulehnen. Er mag zwar jetzt schmollen, aber wenn ihr jetzt nicht den Geldhan zudreht, wo soll das dann mit deinemBruder noch enden.

Ich wünsche euch viel Durchhaltungskraft.




  Re: Geschwistern rechtlich garnichts....
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   pebbles30
schrieb am 30.04.2006 09:50
Hallo Charly,


ich habe mich mal direkt erkundigt, wie das mit Unterstüztung etc von Geschwistern ist.
Mein grosser Bruder hat auch nie was auf die Reihe gebracht bis er Vater wurde.

Da war auf einmal der Druck da durchs Kind, das er für Geld sorgen musste und nicht irgendwie in den Tag leben konnte. Einer oder auch zwei kommen immer irgendwie durch, mit Jobberei etc aber mit Kind geht das nicht mehr.


Mein kleiner Bruder lebt jetzt von Bafög und Wohngeld und sagt ihm geht es gut.
Mein Vater ist in Rente, meine Mutter arbeitslos und bekommt auch in ihrem Alter nichts mehr und können nichts unterstützen.

Er hat jetzt ein Auslandspraktikum gemacht, da haben wir ihn unterstützt. 650€ einmalig !
Wenn er mal Arbeit hat, kann er uns das zurück zahlen. Das haben wir gerne ausgelegt, auch wenn wir nicht soviel übrig haben.


Klar bekommt dein Bruder nichts mehr an Bafög wenn er 11 Jahre studiert. Einfach so bekommt er auch keinen Job mehr, da müsste er jetzt eine Ausbildung machen.
Aber so wie du ihn beschreibst, will er einfach nicht.
Mama hat ihn ja immer unterstützt und ganz gemein gesagt, das Geld hinterher geworfen.


Viele Grüsse
Pebbles


  Re: Wieviel Unterstüzung steht der Familie zu?
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   Tigerin
Status:
schrieb am 30.04.2006 15:32
Hi Charly,

ich würde auch sagen, dreihundert Euro pro Monat für Deinen Bruder sind indiskutabel. Ein Nachhilfeinstitut zu bezahlen ist schon eine bessere Idee, aber ob es Sinn macht, kommt auf die Gründe an, warum Dein Bruder mit seinem Studium nicht zu Potte kommt. Leidet er unter Prüfungsangst kann er lernen wie verrückt und wird doch immer wieder versagen. In dem Fall könnte ihn die Unterstützung eines erfahrenen Psychologen weiter bringen (eine eigene psychologische Beratung oder entsprechende Adressen hat wahrscheinlich die Uni). Jobtechnisch gesehen wäre es auf jeden Fall das Beste, er könnte das Studium irgendwie zu Ende bringen - Abbrecher sind normalerweise kaum noch etwas wert auf dem Arbeitsmarkt. Wenn blanke Faulheit hinter seinem Langzeitstudium steckt, lass ihn ruhig fallen.

Die Allergie ist seine Sache. Entweder er entschließt sich dazu, nach Therapiemöglichkeiten zu suchen, oder er lässt es. Konzessionen (z. B. Haustiere abschaffen) würde ich aber auch nicht machen - seine Allergien sind wirklich sein Bier, und so lange er die hat, wohnt er eben nicht bei Dir.

Mein erster spontaner Gedanke war 'Vater vermacht seinen Baumarktjob seinem Sohn' . Abgesehen davon dass es vermutlich räumlich nicht funktionieren wird (oder wohnt Dein Bruder in der gleichen Stadt wie Deine Eltern) würde der Baumarkt kaum mitspielen. Ich sehe immer wieder, dass bestimmte Arbeitgeber gezielt Rentner für Vierhundert-Euro-Jobs anwerben - zuungunsten jüngerer Bewerber, die den Job wirklich bräuchten (z. B. Grundsicherungsempfänger). Ich wundere mich schon nicht mehr darüber.

LG

Tigerin




  Re: Wieviel Unterstüzung steht der Familie zu?
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   sahmof3babies
schrieb am 30.04.2006 17:16
Interessant, ein aehnliches Gespraech hatten mein Mann und ich vor einigen Tagen. Wir sahen zufaellig im TV eine Sendung ueber einen Sohn, der nur die Hand aufhaelt, die Eltern zahlen ueber $2200,- in monatlichen Rechnungen fuer den Filius, der lacht sich ins Faeustchen und meinte auch noch frech in die Kamera: Ich hoere nicht auf, ist doch viel zu einfach...

Jedenfalls kamen mein Mann und ich so ins Gespraech darueber, wieviel wir unsere Kinder (es werden dann ja 3 sein) unterstuetzen koennen spaeter. Und wir waren uns einig, wenn sie studieren wollen, und wir sehen, dass sie sich reinhaengen, haben wir kein Problem, sie finanziell innerhalb unserer Moeglichkeiten zu unterstuetzen. Dabei kam die Idee auf, mit den Kindern einen Vertrag zu machen, so dass wir Ryan und Carina komplett unterstuetzen (wenn es moeglich ist) und sie dafuer dann spaeter Peanut helfen, wenn Peanut studieren will. Ob wir es spaeter so machen und wie es uns moeglich sein wird, darueber sprechen wir in 15 Jahren mal grins, aber es war gut, dies mal unter uns anzusprechen... Aber solche Regelungen sollten ganz klar schon zu einem fruehen Zeitpunkt getroffen und mit allen Beteiligten besprochen werden. Nicht erst, wenn schon 10 Jahre den Bach runter sind und der Filius seine Geldquelle versiegen sieht.

Jetzt zu Deinem direkten Problem. Ich finde, Du solltest an Deinem Angebot festhalten, er kann bei Euch wohnen (dann kannst Du evtl. auch direkt sehen, woran es liegt, dass er 10 Jahre nicht in die Poette kam), aber er muss Euch einen Lebensplan fuer die naechsten 24 Monate praesentieren und sich daran halten. Sonst steht er vor der Tuere. Geld wuerde ich ihm direkt keines geben, wer weiss, was er damit macht. Wenn er WIRKLICH fertig studieren will, dann hat er keinen guten Grund, warum er Dein Angebot nicht annehmen kann, gegen Allergien kann man was nehmen, zumal er eh den meisten Teil des Tages in der Uni sein sollte zum Lernen.
Ausserdem kannst Du ihm ja mal 3-5 Jobangebote unter die Nase halten (es gibt bestimmt einiges auch bei Dir an der Schule etc.) und dann siehst Du seine Reaktion. Ich denke, er will einfach nicht... Warum auch? War doch die letzten 10 Jahre so schoen bequem... Auf jeden Fall darf er Deinen Eltern nicht mehr auf der Tasche liegen, damit erreichst Du mehr, als wenn Du Deinen Eltern Geld gibst, dass dann doch in seiner aufgehaltenen Hand landet!

Was sagt denn Dein Mann dazu?

Lieben Gruss,




  Re: Wieviel Unterstüzung steht der Familie zu?
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   Liv-Arwen
schrieb am 30.04.2006 19:56
Mal so vorneweg: Ich habe keine Geschwister und kann demzufolge da auch nicht wirklich mitreden, aber eine Meinung habe ich nun schon dazu smile.

Eltern später oder auch früher zu unterstützen ist für mich sicherlich eine Selbstverständlichkeit, denn sie haben mich ja nun auch großgezogen und mir alles angedeihen lassen, was ich benötigte und sicherlich noch viel darüber hinaus. Dies ist also keine Frage.

Meinen Mann unterstütze ich, damit er sich selbst verwirklichen kann. Er macht eine komplett neue Ausbildung und da gehe ich arbeiten, er geht zur Schule/Uni und beide kümmern wir uns um unsere Kinder. Da ist es für mich auch keine Frage, abgesehen davon ist er dann ja auch irgendwann mal fertig, so dass ich beruflich vielleicht ein wenig zurückstecken kann.

Du siehst, auch hier ist ein Geben und Nehmen....und das finde ich auch gut so, wobei ich mich meinen Eltern nicht verpflichtet fühle (also gemeint als unangenehmenes Pflichtbewusstsein) und mein Mann braucht sich mir gegenüber später mal nicht verpflichtet fühlen, denn was ich für ihn tue, ist freiwillig.

Es gäbe sicherlich auch Situationen, in denen ich für Bruder oder Schwester das gleiche zu tun würde. Es käme aber sicherlich auf diese Situation an, einfach so - vor allem wenn es Alternativen gäbe - würde ich eine finanzielle Unterstützung ablehnen. Und 300 € sind nun wahrlich kein Pappenstiel.
Auch ich habe mir mein Studium komplett selber finanziert und auch wenn es heute etwas schwerer ist an einen gut bezahlten Nebenjob zu kommen, auf die Idee hätte dein Bruder nun schon vor 10 Jahren kommen können.
Leider zeigt auch die Erfahrung, wenn man erstmal sehr lange einen Lebensstil gefröhnt hat (Studentenlotterleben z.B.), dann ist es ungemein schwer sich davon zu verabschieden. Soll heißen, wenn dein Bruder bisher nicht wirklich ernsthaft studiert hat, wird er es sicherlich in nächstem Jahr auch nicht tun.
Also, ich würde es wahrscheinlich in dieser Situation ablehnen ihn finanziell zu unterstützen.
Falls du dich allerdings doch dazu durchringst, würde ich das ganze fest begrenzen auf z.B. ein Jahr und danach kann er dann sehen, wie er zurechtkommt.

Liebe Grüße




  Re: Wieviel Unterstüzung steht der Familie zu?
avatar    Lina+3
Status:
schrieb am 01.05.2006 10:40
Ich selbst habe keine Geschwister, aber mein Mann hat 2 Brüder und wir haben uns beide unser Studium selbst finanziert. Meine Eltern hatten kein Geld, dass sie mir zuschießen konnten. Also bekam ich Bafög und habe zusätzlich am Wochenende gekellnert. So kam ich über die Runden (mit eigener Wohnung und Auto). Wenn ich mir etwas leisten wollte, mußte ich eben dafür arbeiten. Klar, mein Studium hat länger gedauert deshalb, aber ich habe es abgeschlossen. Mein Mann hat eine Ausbildung gemacht und danach sah sein Vater seine Verpflichtung zur Unterstützung als erledigt an. Mein Mann hat sein gesamtes Studium selbst finanziert (IT-Support) und das seiner damaligen Freundin auch noch.

Natürlich ist es einfach sich hinzusetzen und die Hand aufzuhalten. Kassieren ist immer einfacher als selbst arbeiten. Aber ich sehe das wie bei einem Alkoholiker: Man muss ihn fallen lassen, damit er sich selbst, aus eigenem Willen und eigener Kraft aufrappelt. Das kann nicht immer nur von außen kommen. Dein Bruder hat es jetzt lange genug hinten und vorne reingestopft bekommen. Du hast ihm sehr viel Unterstützung angeboten - alles wollte er nicht. Er will nur Bares.

Wenn du was Gutes tun willst, unterstütze deine Eltern. Aber paß auf, dass die dann das Geld nicht sofort an deinen Bruder weitergeben.

Wenn er 10 Jahre studiert hat, ist er bestimmt schon Anfang 30. Da sollte er in der lage sein, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und nicht mehr auf Kosten anderer zu leben.

LG




  Ich finde Du solltest ihm helfen...
no avatar
   Daniela-Thea
schrieb am 02.05.2006 16:55
... und das heißt, Liebe Charly, dass Du aufhören musst ihn zu retten!!! Wir Menschen sind von Natur aus eher träge und wenn wir nicht "müssen", dann bewegen wir uns keinen Millimeter.
Verantwortung ist nichts, was einfach so dahergeflogen kommt, und wir schreien laut Hurra. Verantwortung müssen wir lernen. Manchen fällt das leichter, manchen schwerer. Aber ganz sicher unmöglich ist es, wenn uns keiner "zwingt" die Verantwortung zu übernehmen.
Es geht darum, dass dein Bruder sein Leben in die Hand nimmt.
Ich finde grundsätzlich, dass Familie alle Untestützung verdient, die wir geben können, in dem Fall heißt das allerdings: Hilf ihm Verantwortung für sein Leben zu übernehmen und das heißt: Hilf ihm nicht.

Das klingt vielleicht hart. Ich fand es auch immer hart, dass ich in den Sommerferien vier Wochen in der Fabrik stand, während die anderen im Freibad waren, aber nur dadurch hatte ich überhaupt die Motiviation jedes Schuljahr wieder neu für mein Abi zu büffeln. Ich habe Verantwortung gelernt. Allein deshalb, weil mir meine Eltern die Möglichkeit dazu gegeben haben.

Gib deinen Bruder die Möglichkeit. Ich weiß das ist hart und ich sehe zum Beispiel bei meiner kleinen Schwester, dass ich das bei ihr auch nicht wirklich kann. Aber ich übe immer mehr, sie dem Leben zu übergeben, dass sie ihr Leben leben kann....

Ich wünsche Dir viel Kraft.

Daniela


  Re: Wieviel Unterstüzung steht der Familie zu?
no avatar
   gelöschter User
schrieb am 03.05.2006 12:13
Hallo liebe Charly,

ich kann mich den anderen nur anschließen und dir raten deinen Bruder nicht zu unterstützen! Wenn er immer wieder damit durchkommt, wird er sein Leben nie auf die Reihe bekommen. Und 300 Euro im Monat sind wirklich unverschämt! Wenn er schon zehn Jahre studiert dann muß er sich nun endlich mal Gedanken machen wie er sein Leben weiter führen will!

Ein schlechtes Gewissen mußt du dabei nicht haben!






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