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  Ich bin meinem Kind fremd/ich versage als Mutter
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   Anonymer User
schrieb am 25.04.2006 12:16
Hallo,

ich mal wieder mit meinem alten Problem....

Paul ist jetzt knapp 10 Monate alt; die ersten 4 1/2 Monate war ich daheim; seit Nov. 05 macht mein Mann Elternzeit und ist damit natürlich Pauls Hauptbezugsperson. Ich bin nachmittags ab 16.30 Uhr und an den Wochenenden mit ihm zusammen.
Rational weiß ich, dass es ganz normal ist, dass eben Papa derzeit der Star ist und ich quasi das Schicksal der Väter, die ja in den meisten Familien die Brötchen verdienen, teile.
Emotional belastet es mich aber sehr, dass Paul, wenn auch ich daheim bin, z.B. Papa hinterher weint oder krabbelt. Ich bin dann abgeschrieben, obwohl ich ja gerade so große Sehnsucht nach dem kleinen Mann habe...
Ich bin auch nicht eifersüchtig auf meinen Mann, da es wirklich rührend ist, wie gut sich die beiden verstehen.

Ich predige mir zwar immer wieder selbst, dass es gut so ist wie es ist....Ich hatte/habe eben diese Wochenbettdepressionen, aus denen mir zu einem großen Teil eben der frühe Wiedereinstieg in den Beruf (geplant war eigentlich erstmal 1 Jahr Elternzeit von mir)geholfen hat. Meinem Mann hat die Auszeit vom Beruf wegen Problemen mit seiner Chefin auch gut getan und finanziell müssen wir uns auch nicht einschränken....Und da ich eben abends i.d.R. gut gelaunt bin und nicht depressiv, hat Paul ja den größten Nutzen davon.
Wenn ich aber dann sehe, wie es im Bekanntenkreis läuft, wenn die Mütter zu Hause sind und wie sich da das Verhältnis Mutter-Kind entwickelt (haben den totalen Vergleich mit unserer Bekannten, deren Tochter eine Woche älter als Paul ist), könnte ich heulen und fühle mich so als Versagerin.....
WARUM kriege ich das nicht so wie viele 100000000 andere Mütter hin, mein Kind zu betreuen?????
Liebt Paul mich überhaupt? Wird das immer eine einseitige Sache bleiben????
Ab Januar 2007 geht mein Mann dann wieder arbeiten bzw. wir wollen eventuell beide Teilzeit machen; kriegt Paul dann auch einen Bezug zu mir?
Ich weiß, dass das alles sehr emotional ist und Paul sicherlich nicht bewußt "entscheidet". Aber haben wir überhaupt eine Chance auf eine enge Mutter-Sohn-Bindung?

Ist jetzt lang geworden...... traurig

Gruß
Kristina




  Re: Ich bin meinem Kind fremd/ich versage als Mutter
avatar    *kami*
Status:
schrieb am 25.04.2006 14:23
Oh mensch, lass Dich erstmal dolle knuddel

Glaub, das Gefühl kennt so ziemlich jede Mama ZEITWEISE!!

Es ist nur eine Phase und Paul wird mal mehr an Papa hängen und mal mehr an Dir, aber IMMER wird er Euch BEIDE über alles lieb haben.

Es wechselt sich ab, auch bei "normalen" Familien wo Mama zuhause ist und Papa arbeitet oder wie bei uns, wo Mama da ist, Kind morgens in der Kita und Papa fast nur am WE für Kind Zeit hat.

Derzeit ist Leia total Papa-fixiert und es bricht mir manchmal das Mamaherz, wenn sie nachts weint, ich gehe zu ihr und sie wendet sich ab und wenn Papa kommt schmust sie direkt mit ihm. Oder die Phasen, wo sie morgens freudestrahlend der Erzieherin in die Arme läuft und ich sofort abgeschrieben bin.

Das Mamaherz tut weh... furchtbar weh und ich hab in solchen Momenten mehr als einmal mit den Tränen gekämpft und hätte sie am Liebsten nur noch an mich gerissen und losgeheult.

ABER mehrere Bezugspersonen sind richtig und gut für unsere Kinder!! Mal kann man eben mit dem Einen besser, mal mit dem Anderen... geht es uns Erwachsenen anders?? Na siehst Du. So isses auch für die Kleinen. Und ich persönlich glaube, das Kindern, die nur auf eine Person fixiert sind, etwas sehr entscheidendes in ihrer sozialen Entwicklung fehlt.

Du machst das schon richtig so, wie Du das machst! knuddel Paul braucht eine glückliche, ausgeglichene Mama und von der hat er 100000mal mehr, wie von einer, die nur genervt und depressiv zuhause rumhängt, weil "das eben andere auch so machen".




  Du versagst nicht!
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   Blüte
schrieb am 25.04.2006 17:20
Liebe Kristina,

ich verrate dir was: DU VERSAGST NICHT!!!!!!!!

Lies einfach mal nur dein Posting, dann wird dir auffallen, dass du Ansprüche an dich hast, die gar nicht zu erfüllen sind. Deshalb versagst du aber noch lange nicht als Mutter.

Du vergleichst dich mit Müttern, die zu Hause beim Kind geblieben sind und stellst fest, dass ihr Verhältnis zu den Kindern anders ist als deines. Überleg mal, ist das Verhältnis dieser Mütter zu ihren Kindern so ähnlich wie das von Paul zu deinem Mann? Sprich zu DER Bezugsperson, die einfach derzeit mehr Zeit mit dem Kind verbringt?
Wenn du überhaupt Vergleiche anstellen willst, was ich für nicht wirklich sinnvoll halte, weil jeder Mensch anders ist, dann musst du dich mit den Vätern in den anderen Familien vergleichen, sprich mit der Person, die morgens aus dem Haus geht und erst abends wiederkommt.
Du kannst nicht auf dieser Ebene die klassische Vaterrolle übernehmen und dann von dir erwarten gleichzeitig auch noch die klassische Mutterrolle zu erfüllen. Okay, wenn du es schaffst ganztags arbeiten zu gehen und gleichzeitig dein Kind tagsüber zu betreuen, dann... Merkst du was?

Hinzu kommt das, was dir Kami ja schon sehr ausführlich und aus Muttersicht geschrieben hat. Je nach Alter und Familienkonstellation wechselt die "Hauptbezugsperson", das heißt aber nicht, dass das andere Elternteil deshalb weniger geliebt werden würde, es heißt nur, dass das Kind gerade eine andere Entwicklungsphase durchmacht.
Bei Schulkindern / Jugendlichen ist häufig das arbeitende Elternteil der "Star",weil die Person zu Hause ständig an die Hausaufgaben erinnert, ständig Regeln aufstellt usw. An der Liebe ändert das nichts.

Du hast sicher eine Mutter-Sohn-Beziehung, es ist EURE ganz persönliche, die du nicht mit anderen vergleichen musst.

Aufmunternde Grüße,

Blüte


  @kami und blüte
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   Anonymer User
schrieb am 26.04.2006 07:47
Vielen Dank für Eure aufmunternden Worte!

Manchmal hilft es ja, wenn man seinen ganzen Mist einfach mal los wird....

Gruß

Kristina




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  Re: @kami und blüte
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   jele
schrieb am 26.04.2006 16:00
vielleit bist du jetzt im moment etwas verunsichert.
aber der bezug zum/vom kind kann sich schnell ändern: dann bist du der star, der endlich vond er arbeit nach hause kommt und der/die hauptbetreuerin (tagsüber) ist abgeschrieben.

das ist auch eine frage des alters, so ab etwa 18 monaten war es bei uns so, dass papi am abend der star war. also schau, dass du, wenn er ca. 2 ist, auf jeden fall auch noch arbeitet und er abends dir auf den arm hüpft.....

das wechselt sich immer mal wieder mit gegenteiligen phasen ab. im moment bin ich beim ins-bett-bringen total aussen vor, vor 2 monaten wurde papa regelrecht zurückgestossen, wenn er ihn hinlegen wollte.

also nus ruhig blut, da wird sich noch einiges tun. wenn man völlig unabkömmlich wäre, wäre das auf dauer auch sehr anstrengend...

gruss, jele




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